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Bundesverwaltungsgericht 14.12.2011 B-4092/2011

14 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,335 parole·~7 min·2

Riassunto

Kartelle | Vorsorgliche Massnahmen in der Untersuchung 32-0224 gegen The Swatch Group AG

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung II B­4092/2011 Urteil   v om   1 4 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Stephan Breitenmoser (Vorsitz), Bernard Maitre und Maria Amgwerd; Gerichtsschreiberin Katharina Walder Salamin. Parteien E._______, vertreten durch Maître Pascal Moesch, Athemis, rue Jaquet­ Droz 32, case postale 1548, 2300 La Chaux­de­Fonds, Beschwerdeführerin,  gegen The Swatch Group AG, Seevorstadt 6, 2501 Biel/Bienne,   vertreten durch Rechtsanwalt Dr. iur. LL.M. Christian Wind  und Rechtsanwältin Prof. Dr. iur. Isabelle Häner, bratschi,  wiederkehr & buob, Bahnhofstrasse 70, Postfach 1130,  8021 Zürich, Beschwerdegegnerin,  Wettbewerbskommission WEKO,  Monbijoustrasse 43, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Vorsorgliche Massnahmen in der Untersuchung 32­0224  gegen The Swatch Group AG.

B­4092/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Vorinstanz  am  6.  Juni  2011  gestützt  auf  Art.  27  des  Kartellgesetzes vom 6. Oktober 1995 (KG, SR 251) die Untersuchung 32­ 0224 betreffend Swatch Lieferstopp wegen möglicherweise unzulässiger  Verhaltensweise  marktbeherrschender  Unternehmen  gemäss  Art.  7  KG  eröffnet hat (vgl. Medienmitteilung der Vorinstanz vom 8. Juni 2011); dass  sie  mit  Verfügung  vom  6.  Juni  2011  für  den  Zeitraum  dieser  Untersuchung  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  und  die  Verpflichtungserklärung  der  Beschwerdegegnerin  vom  26.  Mai  2011  genehmigt hat  (Dispositiv Ziff.  1), welche die Lieferungen mechanischer  Uhrwerke  (Mouvements)  und  Assortiments  während  der  Untersuchung  regelt sowie den Umfang der Lieferreduktion für das Jahr 2012 festlegt; dass die Vorinstanz in Ziff. 2 des Dispositivs der Verfügung festgehalten  hat, diese Genehmigung gelte ab dem 6. Juni 2011 bis am 31. Dezember  2012,  verkürze  sich  aber  mit  der  Rechtskraft  einer  anderslautenden  Verfügung der Vorinstanz; dass  nach  Ziff.  3  des  Dispositivs  Zuwiderhandlungen  gegen  diese  Verfügung mit Sanktionen gemäss Art. 50 oder 54 KG belegt werden; dass die Vorinstanz einer allfälligen Beschwerde gegen Ziff. 1 und 2 des  Dispositivs die aufschiebende Wirkung entzogen hat (Dispositiv Ziff. 4); dass  die  Vorinstanz  die  Verfügung  der  Beschwerdegegnerin  eröffnet  (Dispositiv  Ziff.   6)  und  am  23. Juni  2011  auf  ihrer  Homepage  veröffentlicht hat; dass die Beschwerdeführerin  die Verfügung der Vorinstanz  vom 6.  Juni  2011 mit Beschwerde vom 19. Juli 2011 beim Bundesverwaltungsgericht  anficht und beantragt, die vorinstanzliche Verfügung sei – verbunden mit  oder ohne Rückweisung der Sache an die Vorinstanz – aufzuheben und  die  Beschwerdegegnerin  sei  anzuweisen,  die  Lieferungen  an  die  Beschwerdeführerin  für  die  nächsten  Jahre  so  beizubehalten,  wie  die  Bestellungen  für  das  Jahr  2012  erfolgt  seien,  und  die  Beschwerdegegnerin  sei  weiter  anzuweisen,  die  bisherige  Situation  bis  zum Hauptentscheid der Vorinstanz unverändert beizubehalten;  dass  sie  des  Weiteren  die  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung der Beschwerde beantragt;

B­4092/2011 dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Antrags  im  Wesentlichen  ausführt,  sie  erleide  durch  die  reduzierten  Bestellmöglichkeiten einen wirtschaftlichen, nicht wiedergutzumachenden  Nachteil  und  einen  Umsatzrückgang,  welcher  sich  auch  auf  die  Investitionen des Unternehmens (Marketing, Werbung) auswirke; dass  der  Rückgang  der  Investitionen  auf  mehrere  Hunderttausend  Franken  pro  Jahr  geschätzt werde  und  schlimmstenfalls  das Überleben  der Beschwerdeführerin tangiere; dass  entgegen  dem,  was  die  Vorinstanz  verfügt  habe,  vorsorgliche  Massnahmen den Zweck hätten, einen drohenden Schaden abzuwenden  und  anzuordnen  seien,  um  den  beabsichtigten  Nutzen  eines  Endentscheids nicht im Voraus in Frage zu stellen oder zu vereiteln; dass  die  angeordneten  vorsorglichen  Massnahmen  unverhältnismässig  seien,  da  sich  erstens  das  Jahr  2010  wegen  der  Finanzkrise  und  des  daraus resultierenden Bestellungsrückgangs nicht als Referenzjahr eigne  und zweitens die Lieferreduktionen sich  für 2012  in doppelter Weise auf  die  von  der  Beschwerdegegnerin  unabhängigen Marken  auswirkten,  da  neben ETA auch die beiden anderen Lieferanten der Beschwerdeführerin  für  Mouvements  wegen  deren  auf  70%  reduzierten  Bestellmenge  die  Beschwerdeführerin nicht mehr wie bisher belieferten; dass  dies  dazu  führe,  dass  die  Beschwerdeführerin  mit  einer  realen  Lieferreduktion  von  49%  für  das  Jahr  2012  bzw.  mit  einer  Lieferbeschränkung von 16,5% für das Jahr 2012 im Vergleich zu den im  Jahr 2010 gelieferten Mengen zu rechnen habe; dass  drittens  auf  dem Markt  im Moment  keine  Alternative  zu  ETA  und  Nivarox, deren marktbeherrschende Stellung unbestritten sei, vorhanden  seien,  weshalb  die  kurze  Frist  von  sechs  Monaten  der  Beschwerdeführerin  zu  wenig  Zeit  lasse,  um  nach  anderen  Lieferanten  oder Auswegen zu suchen; dass diese Lieferreduktionen dazu führten, dass die Beschwerdeführerin  nur  52%  der  bei  ihr  für  das  Jahr  2012  bestellten  Uhren  effektiv  auch  liefern könne; dass  deshalb  die  vorsorglichen  Massnahmen  im  Ergebnis  ungenügend  für  die  Sicherstellung  eines  wirksamen  Wettbewerbs  unter  den 

B­4092/2011 verschiedenen  Marktakteuren  und  zur  Verhinderung  eines  nicht  wiedergutzumachenden Nachteils ungeeignet seien; dass  die  Vorinstanz  mit  Vernehmlassung  vom  1.  September  2011  die  Abweisung der Beschwerde unter Kostenfolgen beantragt; dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  6.  September  2011  den  Antrag  der  Beschwerdeführerin  auf  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung abgewiesen hat; dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  Beschwerdeantwort  vom  12.  September 2011 unter Kosten­ und Entschädigungsfolgen beantragt, auf  die  Anträge  der  Beschwerdeführerin  sei  nicht  einzutreten,  eventualiter  seien  diese  abzuweisen  und  die  angefochtene  Verfügung  sei  zu  bestätigen; dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  7.  Oktober  2011  auf  eine  Stellungnahme zur Beschwerdeantwort verzichtet und ergänzend festhält,  die  Beschwerdegegnerin  äussere  sich  in  ihrer  Beschwerdeantwort  ausführlich  zu materiellen und  rechtlichen Punkten,  die Gegenstand der  laufenden  Untersuchung  der  WEKO  gegen  die  Beschwerdegegnerin  seien  und  zu  denen  sie  während  der  laufenden  Untersuchung  keine  weiteren  Ausführungen  mache,  woraus  aber  keinesfalls  abgeleitet  werden könne, die WEKO teile die Auffassung der Beschwerdegegnerin; dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  10.  Oktober  2011 die Vereinigung der Verfahren gegen die angefochtene Verfügung  beantragt und an ihren Anträgen in der Sache festhält; dass die Beschwerdegegnerin mit Stellungnahme vom 10. Oktober 2011  ebenfalls an ihren Anträgen und Ausführungen festhält; dass  die  Vorinstanz  mit  Schreiben  vom  28.  Oktober  2011  ihre  Feststellungen vom 7. Oktober 2011 betreffend Äusserungen im Rahmen  der  vorsorglichen  Massnahmen  zu  materiellen  Fragen,  welche  Gegenstand  der  laufenden  Untersuchungen  seien,  wiederholt  und  festhält,  dass  es  sich  bei  den  diesbezüglichen  Ausführungen  um  reine  Parteibehauptungen  handeln  würde,  zu  welchen  sie  während  der  laufenden Untersuchung nicht Stellung nehme; dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  31. Oktober  2011 an ihren Anträgen festhält;

B­4092/2011 dass  die  Beschwerdegegnerin  in  ihrer  Stellungnahme  vom  31. Oktober  2011 auf ihre bisherigen Ausführungen verweist, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021) beurteilt und es sich bei der angefochtenen Verfügung um eine  Zwischenverfügung im Sinne von Art. 5 Abs. 2 VwVG handelt; dass  die  Wettbewerbskommission  gemäss  Art.  33  Bst.  f  VGG  eine  Vorinstanz des Bundesverwaltungsgerichts ist und sich das Verfahren vor  dem Bundesverwaltungsgericht  nach  dem Verwaltungsverfahrensgesetz  richtet,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37 VGG); dass  gemäss  Art.  46  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  gegen  eine  selbständig  eröffnete  Zwischenverfügung,  welche  nicht  die  Zuständigkeit  oder  den  Ausstand betrifft (Art. 45 VwVG), Beschwerde geführt werden kann, wenn  diese einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil bewirken kann; dass  hierfür  praxisgemäss  ein  tatsächlicher  Nachteil  sowie  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  der  sofortigen  Aufhebung  oder  Änderung  der  Zwischenverfügung  ausreicht  und  dieses  Interesse  auch  wirtschaftlicher Natur sein kann, soweit es der Beschwerdeführerin nicht  einzig darum geht, eine Verlängerung oder Verteuerung des Verfahrens  zu  verhindern  (vgl.  Beschwerdeentscheid  der  Rekurskommission  für  Wettbewerbsfragen vom 14. Juni 2004 in Sachen U. gegen S. AG, A. AG  und  Wettbewerbskommission  betreffend  vorsorgliche  Massnahmen,  publiziert  in:  Recht  und  Politik  des  Wettbewerbs  [RPW],  Bern,  2004/3  859,  E.  1.3;  Isabelle  Häner,  Vorsorgliche  Massnahmen  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  ZSR  1997  II,  S.  379  f.  m.w.H.),  und  dass  dieser  Nachteil  aufgrund  der  Aktenlage  lediglich  glaubhaft sein muss; dass  die  Beschwerdeführerin  glaubhaft  darlegt,  sie  erleide  durch  die  Lieferplafonierung  im  Jahr  2011  und  die  Lieferreduktion  im  Jahr  2012  Umsatzeinbussen  und  damit  einen  nicht  mehr  wiedergutzumachenden  Nachteil;

B­4092/2011 dass  sie  als  Kundin  der  Beschwerdegegnerin  von  der  angefochtenen  Verfügung berührt ist, ein aktuelles und schutzwürdiges Interesse an der  Aufhebung  oder  Änderung  der  Verfügung  hat  und  damit  auch  als  Nichtadressatin  der  Verfügung  –  obwohl  sie  am  vorinstanzlichen  Verfahren  nicht  teilgenommen  hat  –  beschwerdelegitimiert  ist  (Art.  48  Abs. 1 VwVG; vgl. BGE 130 II 149, E. 1.1); dass die angefochtene Verfügung der Beschwerdeführerin nicht schriftlich  eröffnet wurde und sie diese  frühestens mit  deren Aufschaltung auf der  Homepage der Vorinstanz am 23. Juni 2011 zur Kenntnis genommen hat; dass  die  Beschwerdefrist  30  Tage  beträgt  und  diese  Frist  in  Verfahren  betreffend aufschiebende Wirkung und andere vorsorgliche Massnahmen  nicht  stillsteht  (Art.  22a Abs.  2  und Art.  50 Abs.  1 VwVG), weshalb  die  Beschwerde vom 25. Juli 2011 rechtzeitig eingereicht worden ist; dass auch die Formerfordernisse von Art. 52 VwVG erfüllt sind und damit  auf die Beschwerde einzutreten ist; dass Beschwerdeverfahren gestützt auf Art. 4 VwVG i.V.m. Art. 24 Abs. 2  Bst.  b  des  Bundesgesetzes  über  den  Bundeszivilprozess  vom  4.  Dezember  1947  (SR  273)  bei  Gleichartigkeit  vereinigt  werden  können,  dass  indessen  die  Geschäftsgeheimnisse  der  Beschwerdeführerin,  welche Gegenparteien nicht zur Kenntnis gebracht werden können, einer  Verfahrensvereinigung  entgegenstehen  (Art.  27  Abs.  1  Bst.  b  VwVG),  weshalb die Beschwerdeverfahren nicht vereinigt werden; dass  gemäss  Praxis  und  Lehre  im  Verfahren  einer  kartellrechtlichen  Untersuchung  nach  Art.  27  KG  von  Amtes  wegen  oder  auf  Begehren  einer  Partei  analog  zu  Art.  56  VwVG  vorsorgliche  Massnahmen  angeordnet  werden  können,  um  den  bestehenden  Zustand  zu  erhalten  oder bedrohte  Interessen einstweilen sicherzustellen, und dass über die  Anordnung  vorsorglicher  Massnahmen  im  summarischen  Verfahren  entschieden wird (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.1; 130 II 521, E. 2, m.w.H.); dass  solche  vorsorgliche  Massnahmen,  die  vor  Anordnung  einer  Verfügung  ergehen,  darauf  abzielen,  die  Wirksamkeit  der  kartellrechtlichen  Untersuchung  und  einer  allfälligen  Verfügung  sicherzustellen,  und  dass  mit  sichernden  Vorkehren  der  bestehende  tatsächliche  oder  rechtliche  Zustand  einstweilen  unverändert  erhalten  werden soll, während mit gestaltenden Massnahmen ein Rechtsverhältnis 

B­4092/2011 provisorisch  geschaffen  oder  einstweilen  neu  geregelt  werden  soll  (vgl.  BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859, E.4); dass die Beschwerdeführerin gestützt auf Art. 49 Bst. a­c VwVG mit der  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit der Verfügung rügen kann; dass  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  die  vier  Erfordernisse  für  den  Erlass  vorsorglicher  Massnahmen  während  des  Untersuchungsverfahrens (vgl. BGE 130 II 149, E. 2.2; RPW 2004/3 859,  E. 4, m.w.H.) geprüft hat und zum Schluss gekommen ist, dass davon die  günstige  Entscheidprognose,  der  nicht  leicht  wiedergutzumachende  Nachteil  sowie  die  zeitliche  Dringlichkeit  vorliegen  und  die  Beschwerdeführerin  diese  Voraussetzungen  in  ihrer  Beschwerde  auch  nicht bestreitet; dass  die  Beschwerdeführerin  einzig  das  vierte  Erfordernis  der  Verhältnismässigkeit  der  vorsorglichen  Massnahmen  bestreitet  und  zu  deren  Unangemessenheit  vorbringt,  die  in  den  Ziff.  1  und  2  der  Vereinbarung  festgelegten  Liefermengen  würden  unter  ihrem  effektiven  Bedarf  liegen  und  sie  in  der  Produktion  einschränken  sowie  die  Beschwerdegegnerin im Wettbewerb bevorteilen; dass  die  Beschwerdegegnerin  demgegenüber  vorbringt,  die  Beschwerdeführerin  könne  keine  unbeschränkte  Lieferpflicht  verlangen,  da im vorsorglichen Verfahren nicht mehr beantragt werden könne, als im  Untersuchungsverfahren  zu  erreichen  sei,  und  die  mechanischen  Uhrwerke  von  ETA,  welche  die  Beschwerdeführerin  beziehe,  im  Jahr  2011  nicht  und  im  Jahr  2012  lediglich  in  geringem  Masse  reduziert  würden,  was  bedeute,  dass  die  Beschwerdeführerin  diese  geringfügige  Reduktion  zumindest  kurzfristig  aus  ihren  Lagerbeständen  überbrücken  könne; dass  im  Kartellrecht  unzulässige  Wettbewerbsbeschränkungen  sowohl  auf  dem zivil­  als  auch auf  verwaltungsrechtlichen Weg  verfolgt werden  können und wegen der Parallelität dieser Verfahrenswege der öffentlich­ rechtliche  Weg  primär  darauf  ausgerichtet  ist,  einen  funktionierenden  Wettbewerb  sicherzustellen,  woraus  folgt,  dass  vorsorgliche  Massnahmen  vorab dann anzuordnen  sind, wenn dies  dem Schutz  des  wirksamen  Wettbewerbs  dient  (vgl.  BGE  130  II  149,  E.  2.4),  dass  die 

B­4092/2011 Beschwerdeführerin  aber  auf  diesem  Weg  keine  unbeschränkte  Lieferpflicht der Beschwerdegegnerin durchsetzen kann; dass die Beschwerdeführerin sich im Wesentlichen auf Ausführungen zur  marktbeherrschenden  Stellung  der  Beschwerdegegnerin  und  deren  weiteren Stärkung  im Wettbewerb beschränkt, mit dem Hinweis auf  ihre  Produktionsausfälle  und  voraussichtlichen  Gewinneinbussen  aber  nicht  darzulegen  vermag,  dass  von  den  von  der  Vorinstanz  im  vorsorglichen  Verfahren  genehmigten  Liefermengen  die  Gefahr  gravierender  und  irreversibler Strukturveränderungen ausgeht; dass  die  Beschwerdeführerin  in  ihren  Ausführungen  nicht  glaubhaft  macht,  durch  die  vorsorglichen  Massnahmen  sei  der  wirksame  Wettbewerb  bedroht,  sondern  vielmehr  ihre  Ansichten  und  Einschätzungen  zu  materiellen  kartellrechtlichen  Fragen  vorbringt,  die  durch  die  Vorinstanz  in  der  Untersuchung  zu  prüfen,  nicht  aber  im  Beschwerdeverfahren  gegen  die  vorsorglichen  Massnahmen  zu  hören  sind,  da  sie  die  Untersuchung  und  deren  abschliessende  Verfügung  präjudizieren können (vgl. RPW 2004/3 859, E. 4.6 f., m.w.H.); dass  die  von  der  Vorinstanz  genehmigte  Vereinbarung  demgegenüber  den  Abnehmerinnen  von  ETA  und  Nivarox,  zu  welchen  die  Beschwerdeführerin  gehört,  während  der  Untersuchung  eine  im  Voraus  bestimmbare Liefermenge sicherstellt (nämlich eine unveränderte Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  und  Assortiments  für  das  Jahr  2011  auf  der  Basis  der  Bestellmengen  2010,  eine  auf  85%  reduzierte  Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  [beim  Einbau  in  eigene  Uhren]  bzw.  eine  auf  70%  reduzierte  Anzahl  mechanischer  Uhrwerke  [für  Kunden,  die  eine  eigene Werkproduktion haben und keine eigenen Fertiguhren anbieten],  und  eine  auf  95%  der  Bestellmengen  2010  reduzierte  Anzahl  Assortiments  für  das  Jahr  2012)  und  damit  als  geeignete  und  erforderliche  Massnahme  zum  Schutz  des  Wettbewerbs  während  der  Untersuchung anzusehen ist; dass  diese  vorsorgliche  Massnahme  bis  zum  Abschluss  der  wettbewerbsrechtlichen  Untersuchung  oder  maximal  bis  zum  31.  Dezember 2012 gilt, welche damit auch zeitlich nicht als unangemessen  erscheint  und  zudem  jederzeit  bei  veränderten  Verhältnissen  von  der  Vorinstanz abgeändert werden kann; dass  bei  diesem  Verfahrensausgang  die  Verfahrenskosten  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG);

B­4092/2011 dass die Verfahrenskosten gestützt auf Art. 63 Abs. 4bis VwVG und Art. 2  des  Reglements  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht vom 21. Februar 2008 (VGKE, SR 173.320.2)  sich  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  der  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen  Lage  der  Parteien  richten  und  deshalb bei  der Bemessung der Gerichtsgebühr die Zwischenverfügung  vom  6.  September  2011  als  aufwanderhöhend  und  die  Vielzahl  der  Beschwerden  gegen  die  gleiche  angefochtene  Verfügung  als  aufwandvermindernd zu berücksichtigen sind;  dass  die  Beschwerdegegnerin  mit  ihrem  Hauptantrag,  auf  die  Beschwerde  sei  nicht  einzutreten,  unterliegt  und  mit  ihrem  Eventualantrag,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen,  obsiegt  und  ihr  bei  diesem Verfahrensausgang gestützt auf Art. 64 VwVG und Art. 7 VGKE  eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Beschwerdeführerin  zuzusprechen ist; dass bei der Festsetzung der Parteientschädigung zu berücksichtigen ist,  dass  sich  einerseits  der  Vertretungsaufwand  der  Beschwerdegegnerin  durch  die  Mehrzahl  der  Beschwerdeantworten  reduziert  hat  und  andererseits  der  Aufwand  für  die  Ausführungen  in  der  Sache  zur  Untersuchung der WEKO im vorliegenden Beschwerdeverfahren über die  vorsorglichen Massnahmen nicht erforderlich war.

B­4092/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  werden  auf  Fr.  2'500.−  festgelegt  und  mit  dem  Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  der  Beschwerdegegnerin  eine  Parteientschädigung von Fr. 3'000.− (inkl. Mehrwertsteuer) auszurichten. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde); – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde); – die Vorinstanz (Ref­Nr. 32­0224; Gerichtsurkunde); – das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement (Gerichtsurkunde). Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Stephan Breitenmoser Katharina Walder Salamin Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tage  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 27. Januar 2012

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