Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 03.11.2011 B-3083/2011

3 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,165 parole·~11 min·4

Riassunto

Arbeitsbeschaffung | Kurzarbeitsentschädigung

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­3083/2011 Urteil   v om   3 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Eva Schneeberger (Vorsitz), Richter Frank Seethaler; Richter Ronald Flury, Gerichtsschreiberin Myriam Senn. Parteien A._______ AG, vertreten durch Dr. Jean­Louis von Planta, 4010 Basel, Beschwerdeführerin, gegen Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Arbeitsmarkt / Arbeitslosenversicherung, Effingerstrasse 31, 3003 Bern, Vorinstanz Gegenstand Kurzarbeitsentschädigung.

B­3083/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Revisionsverfügung  AGK  2011­39  vom  21.  März  2011  stellte  das  Staatssekretariat  für  Wirtschaft  SECO  (Vorinstanz)  fest,  dass  die  A._______  AG  (Beschwerdeführerin)  unrechtmässig  Versicherungsleistungen  im Betrage  von CHF 31'229.95  für  die Monate  von April  bis Dezember 2010 geltend gemacht habe. Davon seien CHF  4'707.15  noch  nicht  ausbezahlt  worden.  Sie  verfügte,  dass  die  unrechtmässig  bezogenen  Versicherungsleistungen  von  CHF  26'522.80  innert 30 Tagen an die Arbeitslosenkasse Basel­Stadt zurückzuerstatten  seien. Sie  begründete  ihre  Verfügung  damit,  dass  die  Beschwerdeführerin  anlässlich  der  Arbeitgeberkontrolle  vom  17.  März  2011  keine  Arbeitszeitkontrolle  habe  vorweisen  können,  welche  täglich  über  die  geleisteten  Arbeits­  und  allfälligen  Mehrstunden,  die  wirtschaftlich  bedingten  Ausfallstunden  sowie  über  sonstige  Absenzen wie  Krankheit,  Unfall,  usw.  von  C._______  Auskunft  gegeben  hätte.  Arbeitsausfälle  hätten  auch  nicht  anhand  betrieblicher Unterlagen  plausibilisiert werden  können.  Aus  Reisedokumenten  und  Reisekostennachweisen  sei  ersichtlich,  dass  für  Tage wirtschaftlich  bedingte  Arbeitsausfälle  geltend  gemacht worden seien, an denen C._______ in den Ferien gewesen sei  oder  gearbeitet  habe.  Im  Ergebnis  sei  ein  Arbeitsausfall  aufgrund  der  fehlenden  betrieblichen  Zeitkontrolle  nicht  überprüfbar  und  Plausibilisierungsversuche anhand anderer betrieblicher Unterlagen seien  nicht  möglich  gewesen.  Insofern  seien  die  im  Prüfungszeitraum  bezogenen  Kurzarbeitsentschädigungen  für  geltend  gemachte  Arbeitsausfälle für Tage, an denen C._______ in den Ferien gewesen sei  bzw.  gearbeitet  habe  und  deshalb  keine  wirtschaftlich  bedingten  Arbeitsausfälle erlitten habe, vollumfänglich abzuerkennen. B.  Mit Beschwerde (recte: Einsprache) vom 18. April 2011 an die Vorinstanz  beantragte  die  Beschwerdeführerin  die  Aufhebung  der  Revisionsverfügung  AGK  2011­39  und  die  Auszahlung  der  restlichen  Kurzarbeitsentschädigung für den Monat Dezember 2010. Zur  Begründung  führte  sie  an,  dass  die  Kurzarbeit  für  die  Arbeitsstelle  von  C._______  beantragt  worden  sei.  Diese  Stelle  sei  von  100  %  auf  20 % reduziert worden. Das zuständige Amt für Wirtschaft und Arbeit des  Kantons Basel­Stadt habe die Kurzarbeit vom 1. April 2010 bis zum 30. 

B­3083/2011 September 2010 und vom 4. Oktober 2010 bis zum 31. Dezember 2010  gutgeheissen. Dem  Revisor  sei  die  Stundenabrechnung  vorgelegt  worden.  Ein  Stundenrapport  sei  jeweils  Ende  Monat  ausgefüllt  worden.  Auf  eine  tägliche  Kontrolle  sei  aufgrund  des  grossen  Vertrauensverhältnisses  zu  C._______  verzichtet  worden.  Diese  Art  des  Rapports  sei  indirekt  gutgeheissen worden, da auf dieser Grundlage auch das zweite Gesuch  durch  das  kantonale  Amt  bewilligt  worden  sei.  Die  Vorinstanz  wolle  ihrerseits  nur  einen  Grund  suchen,  um  sie  eines  unrechtmässigen  Verhaltens bezichtigen zu können, was  inakzeptabel sei. C._______ sei  weder  krank  noch  im Urlaub  gewesen,  deshalb  seien  keine Notizen  zu  einem Ausfall  zu  finden. Die Reise  von C._______ nach X._______ sei  vorwiegend zur Unterstützung bei Problemen erfolgt. Dabei sei sie nicht  zu 100 % arbeitstätig gewesen. C.  Mit  Einspracheentscheid  vom  28.  April  2011  wies  die  Vorinstanz  die  Einsprache der Beschwerdeführerin  ab. Zur Begründung  führte  sie  aus,  ausschliesslich  sie oder  von  ihr beauftragte Treuhandexperten  seien  für  die  Prüfung  der  Rechtmässigkeit  der  abgerechneten  Kurzarbeitsentschädigung  zuständig.  Auf  den  von  der  Beschwerdeführerin  erwähnten  Stundenabrechnungen  seien  lediglich  geleistete  Projektstunden  ersichtlich  gewesen,  welche  zwecks  Fakturierung  an  Kunden  erstellt  worden  seien.  Diese  können  eine  Arbeitszeitkontrolle  nicht  ersetzen.  Beim  Aufenthalt  in  X._______  sei  bestätigt worden, dass es sich um eine Geschäftsreise gehandelt habe. D.  Gegen  diesen  Einspracheentscheid  erhob  die  Beschwerdeführerin  am  30.  Mai  2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Antrag, der angefochtene Entscheid sowie die Revisionsverfügung AGK  2011­39  seien  vollumfänglich  aufzuheben  und  ihr  sei  die  restliche  Kurzarbeitsentschädigung  für  den  Monat  Dezember  2010  gemäss  Verfügung  vom  30.  September  2010  der  kantonalen  Amtsstelle  auszubezahlen. Zur Begründung führt sie an, der für die Kontrolle zuständige Revisor sei  nicht  sehr  kooperativ  gewesen.  Dass  er  zusammen  mit  dem  Chef  des  Inspektorats  nicht  nur  die  Revisionsverfügung  verfasst  habe,  sondern  auch  die  Beschwerde  gegen  die Revisionsverfügung  beurteilt  habe,  sei 

B­3083/2011 verfassungswidrig.  Da  es  sich  um  dieselben Personen  gehandelt  habe,  sei eine objektive Beurteilung nicht möglich gewesen. Die  kantonale  Amtsstelle  habe  zwei  Mal  die  Gesuche  der  Beschwerdeführerin  um  Kurzarbeit  gutgeheissen.  Im  Vorfeld  seien  die  Unterlagen  zweimal  geprüft  und  die  Kurzarbeitsentschädigung  als  gerechtfertigt  angesehen worden.  Im Nachhinein  könne  somit  nicht  von  einer ungerechtfertigten Unterstützung ausgegangen werden. Ansonsten  sei  die  Prüfungsweise  des  kantonalen  Amtes  in  Frage  gestellt.  Es  sei  zudem fahrlässig, drei Monate nach Ablauf der Bewilligung eine Revision  durchzuführen. Es sei auch falsch festzuhalten, wie dies in der Revisionsverfügung getan  worden  sei,  dass  keine  Arbeitskontrolle  von  C._______  vorgewiesen  worden  sei.  Nicht  nur  die  projektspezifischen  Stunden  seien  aus  den  Unterlagen  zu  entnehmen,  sondern  ihr  gesamter  Arbeitsaufwand.  Es  bestehe  ein  grosses  Vertrauen  zwischen  der  Beschwerdeführerin  als  Arbeitgeberin  und  C._______  als  Mitarbeiterin.  Daher  sei  auf  eine  tägliche  Kontrolle  ihrer  Arbeitszeit  verzichtet  worden.  Diese  habe  durchschnittlich  20 %  betragen.  Am  Ende  des  Monats  sei  jeweils  ein  Stundenrapport  ausgefüllt  worden.  Diese  Art  von  Rapport  sei  vom  kantonalen  Amt  indirekt  gutgeheissen  worden,  weil  auch  das  zweite  Gesuch  auf  dieser  Grundlage  bewilligt  worden  sei.  Erst  nach  der  Kritik  des Revisors sei ein täglicher Stundenrapport eingeführt worden. Es habe  aber während der Kurzarbeit keinerlei Kritik oder Aufforderung von Seiten  der Behörden gegeben. Ansonsten  hätte  die Beschwerdeführerin  schon  früher  Anpassungen  vorgenommen.  Die  Rechtmässigkeit  der  Kurzarbeitsentschädigung sei daher gegeben. C._______ habe seit der Anmeldung der Kurzarbeit keinen Urlaub mehr  gehabt  und  sie  sei  während  dieser  Zeit  nie  krank  gewesen.  Dementsprechend seien auch keine Notizen bezüglich eines Ausfalls zu  finden gewesen. Wieso der Revisor  festhalte, dass dies nicht ersichtlich  sei, sei insofern nicht nachvollziehbar. Er suche nur einen Grund, um die  Beschwerdeführerin  eines  unrechtmässigen  Verhaltens  bezichtigen  zu  können, was inakzeptabel sei. Die  Reise  von  C._______  nach  X._______  sei  eindeutig  eine  Geschäftsreise  und  keine  Urlaubsreise  gewesen.  Sie  habe  aber  nur  Unterstützung geleistet, wenn sich Probleme oder Diskussionen ergeben  hätten.  C._______  sei  wegen  der  schlechten  Wirtschaftslage,  und  weil 

B­3083/2011 weitere  Auftraggeber  ausgeblieben  seien,  nicht  zu  100  %  ausgelastet  gewesen. Aufgrund des reduzierten Arbeitseinsatzes bestehe daher auch  für  die  Zeit  der  X._______reise  ein  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung. E.  In  ihrer Vernehmlassung vom 16. August 2011 stellt die Vorinstanz den  Antrag,  die  Beschwerde  sei  vollumfänglich  abzuweisen  und  die  Revisionsverfügung  vom 21. März  2011  sowie  der Einspracheentscheid  vom 28. April 2011 zu bestätigen. Zur  Begründung  verweist  sie  auf  ihre  Revisionsverfügung  und  auf  den  Einspracheentscheid und ergänzt die rechtlichen Ausführungen wie folgt:  Der  Arbeitsausfall  von C._______  sei  nicht  nur  aufgrund  der  fehlenden  Arbeitszeitkontrolle  und  der  fehlenden  anderen  Plausibilisierungsmöglichkeiten  nicht  bestimmbar,  sondern  es  seien  für  sie auch Arbeitsausfälle  für Zeiten geltend gemacht worden, an welchen  sie gearbeitet habe oder auf Geschäftsreise gewesen sei. So sei belegt,  dass C._______ am 13. Oktober 2010 während 9,75 Stunden gearbeitet  habe. Für diesen Tag sei allerdings ein Arbeitsausfall von 4,75 Stunden  geltend  gemacht  worden.  Auch  während  der  Reise  von  C._______  in  X._______  sowie während anderen Geschäftsreisen  seien wirtschaftlich  bedingte  Ausfallstunden  geltend  gemacht  worden.  Während  einer  Geschäftsreise mit der Überschrift "(…)" vom (…) bis zum (…) November  2010  sei  für  eine  Gesamtdauer  von  sechs  Tagen  jeweils  ein  täglicher  Arbeitsausfall  von  6,40  Stunden  geltend  gemacht  worden.  Diese  Reise  habe somit hauptsächlich aus Ausfallstunden bestanden. Die  Aussage  der  Beschwerdeführerin,  wonach  dem  Revisor  Stundenabrechnungen  vorgelegt  worden  seien,  die  den  gesamten  Arbeitsaufwand  betroffen  hätten,  treffe  nicht  zu.  Es  gebe  keine  Arbeitszeitkontrolle,  welche  täglich  über  die  geleisteten  Arbeits­  und  Mehrstunden,  usw.  Auskunft  gebe,  sondern  nur  Abrechnungen  für  die  geleisteten  Projektstunden,  welche  zwecks  Fakturierung  an  Kunden  erstellt  worden  seien.  Eine  detaillierte  Arbeitszeitkontrolle  könne  damit  nicht ersetzt werden, zumal es darin Widersprüche gebe. Die Arbeitszeit  der  Arbeitnehmer  müsse  ausreichend  kontrollierbar  sein,  damit  der  Arbeitsausfall  überprüfbar  sei  und  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  bestehe.  Vorliegend  sei  keine  derartige  Arbeitszeitkontrolle  geführt  worden  und  es  gebe  auch  keine  weiteren  Unterlagen. Arbeitsausfälle seien für Zeiten geltend gemacht worden, an 

B­3083/2011 welchen  die  betreffende  Arbeitnehmerin  gearbeitet  habe  oder  auf  Geschäftsreise  gewesen  sei  und  für  welche  daher  kein  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung bestanden habe. Zwar sei das Gesuch um Kurzarbeit  zweimal gutgeheissen worden, wie  die Beschwerdeführerin aufführt. Das dafür zuständige kantonale Amt sei  aber  nicht  für  die  Prüfung  der  Rechtmässigkeit  der  ausbezahlten  Kurzarbeitsentschädigung  verantwortlich.  Dies  sei  die  Aufgabe  der  Ausgleichsstelle oder von ihr beauftragten Treuhandstellen. Das Einspracheverfahren gehöre zur nachträglichen verwaltungsinternen  Rechtspflege  und  die  Zuständigkeitsordnung  sei  geregelt.  Diejenige  Instanz,  die  verfügt  habe,  überprüfe  den  Entscheid  im  Einspracheverfahren. Dass  der Revisor  anlässlich  der Revision  nicht  kooperativ  gewesen  sei  und einen Grund für ein unrechtmässiges Verhalten gesucht habe, werde  bestritten.  Die  Revision  habe  einen  gewöhnlichen  Verlauf  genommen.  Auch  werde  in  der  Verfügung  nur  festgehalten,  dass  keine  Arbeitszeitkontrolle  vorgewiesen  werden  konnte,  was  die  Beschwerdeführerin selbst schriftlich bestätigt habe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen den Einspracheentscheid  der Vorinstanz vom 28. April 2011, mit dem die Revisionsverfügung AGK  2011­39 vom 21. März 2011 bestätigt wurde. Dieser Entscheid stellt eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art.  5  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (Verwaltungsverfahrensgesetz,  VwVG,  SR  172.021)  dar.  Verfügungen  der  Vorinstanz  unterliegen  der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  (Art.  101  des  Bundesgesetzes  vom  25.  Juni  1982  über  die  obligatorische  Arbeitslosenversicherung  und  die  Insolvenzentschädigung  [Arbeitslosenversicherungsgesetz,  AVIG,  SR  837.0]  i.V.m.  Art.  5 Abs.  1 VwVG  sowie Art.  31  und Art.  33 Bst.  d  des  Bundesgesetzes über das Bundesverwaltungsgericht vom 17. Juni 2005  [Verwaltungsgerichtsgesetz, VGG, SR 173.32]).

B­3083/2011 Die  Beschwerdeführerin  ist  als  Adressatin  des  angefochtenen  Einspracheentscheids und der angefochtenen Revisionsverfügung durch  diese  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  ihrer  Aufhebung oder Änderung  (Art.  48 Abs. 1 VwVG; vgl.  auch Art.  59 des  Bundesgesetzes  vom  6.  Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts [ATSG, SR 830.1]). Eingabefrist und ­form sind gewahrt (Art. 50 und Art. 52 VwVG; vgl. auch  Art.  60  Abs.  1  ATSG)  und  der  Kostenvorschuss  wurde  fristgemäss  bezahlt (Art. 63 Abs. 4 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Streitig  und  zu  prüfen  ist  im  Folgenden,  ob  die  von  der  Vorinstanz  verfügte  Aberkennung  und  Pflicht  zur  Rückerstattung  der  Kurzarbeitsentschädigungen  im  Betrage  von  CHF  26'522.80  für  die  Monate von April bis Dezember 2010 rechtmässig ist und die Auszahlung  des restlichen Betrags von CHF 4'707.15 für den Monat Dezember 2010  verweigert werden darf. 3.  In  formeller  Hinsicht  rügt  die  Beschwerdeführerin  vorab,  es  sei  verfassungswidrig,  dass  dieselben  Personen,  welche  die  Revisionsverfügung  erlassen  haben,  alsdann  auch  ihre  Beschwerde  (recte: Einsprache) gegen diese Revisionsverfügung beurteilt hätten. 3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 3 AVIG führt die Vorinstanz die Ausgleichsstelle  der  Arbeitslosenversicherung.  Diese  prüft  die  ausbezahlten  Kurzarbeitsentschädigungen stichprobenweise bei den Arbeitgebern (Art.  110 Abs. 4 der Verordnung vom 31. August 1983 über die obligatorische  Arbeitslosenversicherung  und  die  Insolvenzentschädigung  [Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV, SR 837.02]) und verfügt bei  Arbeitgeberkontrollen  (Art.  83a  Abs.  3  AVIG).  Gegen  die  Verfügungen  kann  innerhalb  von  30  Tagen  bei  der  verfügenden  Stelle  Einsprache  erhoben werden (vgl. Art. 52 Abs. 1 ATSG; UELI KIESER, Schweizerisches  Sozialversicherungsrecht, Zürich/St.Gallen 2008, S. 473). 3.2.  Im  vorliegenden  Fall  wurde  dieses Verfahren  eingehalten. Weil mit  der  Einsprache  eine  nochmalige,  einlässlichere  Beurteilung  durch  die  entscheidende  Instanz  verlangt  wird,  handelt  es  sich  bei  der  Einspracheinstanz  um  die  verfügende  Instanz.  Diejenige  Instanz,  die 

B­3083/2011 verfügt hat, überprüft somit den Entscheid im Einspracheverfahren. Diese  Zuständigkeitsordnung  ist  an  sich  zwar  untypisch,  sie  wurde  aber  vom  Gesetzgeber als "nicht für unzweckmässig gehalten" (vgl. KIESER, a.a.O.,  S.  473­474; DERS.,  ATSG­Kommentar,  2. Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  52  N2­8).  In  der  Lehre  wird  diese  Form  der  Einsprache,  vor  allem  wenn  Verfügungen  in  grosser  Zahl  zu  erlassen  sind,  als  berechtigt  erachtet.  Sie  bietet  vor  allem  die  Möglichkeit,  einen  Fall  nochmals,  eingehender  zu  prüfen  (vgl.  KIESER,  Kommentar,  a.a.O.,  Art.  52  N  4;  ALFRED  KÖLZ  /  ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, N 465). Bei  komplexeren  Einzelfallbeurteilungen  mag  dieses  Verfahren  weniger  geeignet  sein  (vgl.  HANSJÖRG  SEILER,  Rechtsfragen  des  Einspracheverfahrens in der Sozialversicherung [Art. 52 ATSG], in: René  Schaffhauser  /  Franz  Schlauri  [Hrsg.],  Sozialversicherungsrechtstagung  2007,  St.Gallen  2007,  S.  65  ff.).  Grundsätzlich  entspricht  es  indessen  gerade  der  Idee  eines  Einspracheverfahrens,  dass  der  Einspracheentscheid von den bereits zuvor verfügenden Personen gefällt  wird.  Nach  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  dies  daher  nicht  zu  beanstanden  (vgl.  Bundesgerichtsurteil  K  11/04  vom  27.  August  2004  E.2). 3.3.  Die  Rüge  der  Beschwerdeführerin,  wonach  eine  objektive  Beurteilung  ihrer  Einsprache  unmöglich  gewesen  sei,  weil  dieselben  Personen  bereits  beim  Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  involviert  gewesen seien, erweist sich daher als offensichtlich unbegründet. 4.  Die  Beschwerdeführerin  rügt  weiter  einen  Widerspruch  zwischen  den  Verfügungen  der  kantonalen  Amtsstelle  und  der  angefochtenen  Rückforderungsverfügung  der  Vorinstanz.  Das  kantonale  Amt  habe  ihr  Gesuch  um  Kurzarbeit  zweimal  gutgeheissen.  Wenn  gerechtfertigte  Zweifel  an  der  Rechtmässigkeit  der  Kurzarbeitsanmeldung  angezeigt  gewesen wären, hätte es das zweite Gesuch ablehnen müssen. Sie hätte  anschliessend  ihre  Arbeitszeiterfassung  sofort  angepasst,  um  die  Entschädigungen  weiter  zu  erhalten.  Dies  sei  aber  nicht  der  Fall  gewesen. Erst drei Monate später sei eine Revision durch die Vorinstanz  durchgeführt  worden,  was  fahrlässig  sei.  Zudem  seien  die  unterschiedlichen Beurteilungen durch die Behörden befremdlich. Implizit beruft sich die Beschwerdeführerin somit auf den Grundsatz des  Vertrauensschutzes.

B­3083/2011 Die Vorinstanz macht dagegen geltend, dass sie, und nicht die kantonale  Amtsstelle, für die Durchführung der Arbeitgeberkontrollen zuständig sei. 4.1. Das Vertrauen in eine sich später als unrichtig erwiesene behördliche  Auskunft  oder  Handlung  wird  nach  der  Lehre  und  Rechtsprechung  geschützt,  wenn  folgende  Voraussetzungen  erfüllt  sind:  Wenn  die  Auskunft oder Handlung geeignet war, Vertrauen zu begründen, wenn die  Behörde  dafür  zuständig  war  oder  der  Bürger  diese  aus  zureichenden  Gründen  als  zuständig  erachten  durfte,  wenn  es  keine  Vorbehalte  gab,  wenn die Unrichtigkeit der Auskunft oder Handlung nicht erkennbar war,  wenn basierend darauf nachteilige Dispositionen getroffen wurden, wenn  der  Sachverhalt  und  die  Rechtslage  seitdem  keine  Änderung  erfahren  haben  und  wenn  das  Interesse  am  Schutz  des  Vertrauens  in  die  unrichtige  Auskunft  oder  Handlung  gegenüber  dem  Interesse  an  der  richtigen Rechtsanwendung überwiegt (vgl. dazu unter anderen ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Auflage,  Zürich/St.Gallen  2010,  Rz.  668­696,  vgl.  auch BGE 131 V 472 E. 5). 4.2.  Eine  der  Voraussetzungen  für  den  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  ist, dass der Arbeitgeber den bevorstehenden  Arbeitsausfall  mindestens  zehn  Tage  vor  Beginn  der  kantonalen  Amtsstelle schriftlich voranmeldet  (vgl. Art. 36 Abs. 1 AVIG). Er muss  in  der  Voranmeldung  die  Notwendigkeit  der  Kurzarbeit  begründen  und  anhand  von  Unterlagen  glaubhaft  machen,  dass  die  Anspruchsvoraussetzungen  nach  den Artikeln  31 Abs.  1  und  32 Abs.  1  Bst.  a  AVIG  erfüllt  sind,  dass  insbesondere  der  Arbeitsausfall  auf  wirtschaftliche Gründe zurückzuführen und unvermeidbar  ist (vgl. Art. 32  Abs. 1 Bst. a AVIG). Erachtet die kantonale Amtsstelle es als glaubhaft,  dass diese Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind,  lautet  ihre Verfügung  dahingehend,  dass  sie  keinen  Einspruch  gegen  die  Auszahlung  von  Kurzarbeitsentschädigung  erhebt,  sofern  die  übrigen  Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien (vgl. Art. 35 Abs. 4 AVIG). Die Verfügung der kantonalen Amtsstelle bezieht sich somit ausdrücklich  nur  auf  einen  Teil  der  Anspruchsvoraussetzungen.  Die  kantonale  Amtsstelle  äussert  sich  darin  über  ihre Prüfung  von Unterlagen, welche  vor Beginn des Arbeitsausfalls einzureichen sind. Die Frage, ob bzw.  in  welchem Umfang der Arbeitsausfall dann konkret stattgefunden hat, kann  daher  logischerweise  gar  nicht  Gegenstand  dieser  Verfügung  sein.  Die  Verfügung  der  kantonalen  Amtsstelle  erfolgt  daher  standardmässig  mit 

B­3083/2011 einem  ausdrücklichen  Vorbehalt  in  Bezug  auf  die  übrigen  Anspruchsvoraussetzungen. 4.3. Dies war auch vorliegend der Fall. Die angeführten Verfügungen des  Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Basel­Stadt enthalten genau  diesen Vorbehalt sowie eine ausdrückliche  Information  in der Form von:  "Wichtige  Hinweise  betreffend  Kurzarbeitsentschädigung".  Darin  wird  unter  anderem  ausdrücklich  festgehalten,  dass  für  von  Kurzarbeit  betroffene  Arbeitnehmende  eine  betriebliche  Arbeitszeitkontrolle  geführt  werden  müsse,  welche  täglich  über  die  geleisteten  Arbeitsstunden  Auskunft gebe. 4.4. Die Behauptung der Beschwerdeführerin, es  lägen unterschiedliche  Beurteilungen  durch  die  kantonale  Amtsstelle  und  durch  die  Vorinstanz  vor, ist somit unzutreffend. Die beiden Behörden sind für unterschiedliche  Prüfungen  in  unterschiedlichen  Verfahrensstadien  zuständig.  Dass  die  kantonale Amtsstelle weder zuständig noch in der Lage war, sich dazu zu  äussern,  ob  rechtsgenüglich  nachgewiesen  sei,  dass  ein  Arbeitsausfall  effektiv im geltend gemachten Umfang stattgefunden habe, musste auch  für die Beschwerdeführerin offensichtlich sein, da diese Behörde vor dem  geltend  gemachten  Arbeitsausfall  verfügt  hat.  Vor  allem  ist  gar  keine  Differenz  festzustellen  zwischen  den  von  der  kantonalen  Amtsstelle  erteilten Auskünften und der Auffassung der Vorinstanz in Bezug auf die  Frage,  welche  Belege  in  Bezug  auf  die  Arbeitszeitkontrolle  erforderlich  seien. 4.5.  Die  Voraussetzungen  für  die  Geltendmachung  des  Vertrauensschutzes sind daher nicht erfüllt. 5.  In materieller Hinsicht  rügt  die Beschwerdeführerin weiter,  es  sei  falsch  zu  behaupten,  wie  dies  die  Vorinstanz  tue,  dass  für  C._______  keine  Arbeitskontrolle  habe  vorgewiesen  werden  können.  Dem  Revisor  seien  Stundenabrechnungen  vorgelegt  worden,  die  den  gesamten  Arbeitsaufwand  von  C._______  belegt  hätten.  Jeweils  am  Ende  des  Monats sei ein Stundenrapport ausgefüllt worden. 5.1.  Die  Anspruchsvoraussetzungen  auf  Kurzarbeitsentschädigung  werden  in  Art.  31  AVIG  geregelt.  Dieser  Anspruch  besteht  für  Arbeitnehmer,  sofern  die  normale  Arbeitszeit  verkürzt  oder  ganz  eingestellt  wird  (Abs.  1),  wenn  die  Arbeitnehmer  für  die  Versicherung 

B­3083/2011 beitragspflichtig  sind  oder  das Mindestalter  für  die  Beitragspflicht  in  der  AHV  noch  nicht  erreicht  haben  (Bst.  a),  wenn  der  Arbeitsausfall  anrechenbar  ist  (Bst.  b),  wenn  das  Arbeitsverhältnis  nicht  gekündigt  ist  (Bst.  c)  und  wenn  der  Arbeitsausfall  voraussichtlich  vorübergehend  ist  und  erwartet  werden  darf,  dass  durch  die  Kurzarbeit  ihre  Arbeitsplätze  erhalten werden können (Bst. d; vgl. KIESER, a.a.O., S. 286­287; THOMAS  LOCHER, Grundriss des Sozialversicherungsrechts, 3. Aufl. Bern 2003, S.  303­306). Arbeitnehmer,  deren  Arbeitsausfall  nicht  bestimmbar  oder  deren  Arbeitszeit  nicht  ausreichend  kontrollierbar  ist,  haben  keinen  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  (Art.  31  Abs.  3  Bst.  a  AVIG).  Voraussetzung  für  die  genügende  Kontrollierbarkeit  des  Arbeitsausfalls  ist  eine  betriebliche  Arbeitszeitkontrolle.  Der  Arbeitgeber  hat  die  Unterlagen  über  die  Arbeitszeitkontrolle  während  fünf  Jahren  aufzubewahren (Art. 46b AVIV). 5.2.  Nach  der  ständigen  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  ist  ein  geltend gemachter Arbeitsausfall erst dann genügend überprüfbar, wenn  die  geleistete  Arbeitszeit  für  jeden  einzelnen  Tag  kontrollierbar  ist.  Das  Bundesgericht  führte  dazu  aus,  es  genüge  nicht,  wenn  der  Arbeitgeber  eine An­ und Abwesenheitskontrolle führe, vielmehr bedürfe es Angaben  über  die  täglich  geleistete  Arbeitszeit.  Nur  auf  diese Weise  sei Gewähr  geboten,  dass  die  an  gewissen  Tagen  geleistete  Überzeit,  welche  innerhalb  der  Abrechnungsperiode  auszugleichen  sei,  bei  der  Feststellung des monatlichen Arbeitsausfalls Berücksichtigung finde (vgl.  hierzu die Urteile des Bundesgerichts C 229/00 vom 30. Juli 2001 E. 1b  und C 140/02 vom 8. Oktober 2002 E. 3.1  f). Die gearbeiteten Stunden  müssten  nicht  zwingend  mit  einem  elektronischen  oder  mechanischen  System  erfasst  sein.  Wesentlich  seien  jedoch  der  ausreichende  Detaillierungsgrad  und  die  zeitgleiche  Dokumentierung  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts C 269/03 vom 25. Mai 2004 E. 3.1 und C 35/03 vom 25.  März  2004  E.  4).  Erst  nachträglich  erstellte  Unterlagen  (z.  B.  Wochenrapporte,  Befragung  der  betroffenen  Arbeitnehmerinnen  und  Arbeitnehmer)  seien  kein  taugliches Mittel,  um die Arbeitszeit  durch die  Verwaltung  ausreichend  zu  kontrollieren  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesgerichts C 42/00 vom 17. Januar 2001 E. 2b, C 229/00 vom 30.  Juli 2001 E. 1b, C 35/03 vom 25. März 2004 E. 4 sowie 8C_1026/2008  vom 30. Juli 2009 E. 4.2.2).

B­3083/2011 Projektrapporte,  die  zwecks  Fakturierung  an  Kunden  erstellt  wurden,  können daher die tägliche Arbeitszeiterfassung nicht ersetzen (vgl. ERWIN  MURER  /  HANS­ULRICH  STAUFFER  [Hrsg.],  Bundesgesetz  über  die  obligatorische  Arbeitslosenversicherung  und  Insolvenzentschädigung,  3.  Aufl.,  Zürich/Basel/Genf  2008,  S.  181­182;  siehe  auch  GERHARD  GERHARDS, Kommentar  zum Bundesgesetz  vom 25.  Juni  1982 über die  obligatorische Arbeitslosenversicherung und die  Insolvenzentschädigung  [Arbeitslosenversicherungsgesetz/AVIG],  Bern  1987,  Bd.  I,  N  5  zu  Art.  31). 5.3.  Im  vorliegenden  Fall  ist  unbestritten,  dass  die  Beschwerdeführerin  die  jeweils  geleisteten  Arbeitsstunden  nicht  täglich  kontrollierte  und  dokumentierte.  So  bestätigte  sie  ausdrücklich  anlässlich  der  Revision,  dass  keine  derartige  Arbeitszeitkontrolle  vorhanden  sei.  Auch  in  ihrer  Beschwerde  gibt  sie  zu,  dass  auf  eine  tägliche  Arbeitszeitkontrolle  aufgrund  des  grossen  Vertrauensverhältnisses  zwischen  ihr  und  C._______ verzichtet worden sei. Erst am Ende des Monats sei  jeweils  ein Stundenrapport ausgefüllt worden. 5.4.  Da  die  vorgelegten  Stundenrapporte  jeweils  erst  am  Ende  eines  Monats ausgefüllt wurden, sind sie somit nicht geeignet, die behaupteten  Arbeitsausfälle rechtsgenüglich nachzuweisen. 5.5. Hinzu  kommt,  dass  aktenmässig  erstellt  und  unbestritten  ist,  dass  Arbeitsausfälle  auch  an  Tagen  geltend  gemacht  wurden,  an  denen  C._______  sich  auf  einer  mehrtägigen  Geschäftsreise  im  Ausland  befand. Diesbezüglich  scheint  die  Beschwerdeführerin  zwar  offensichtlich  anzunehmen,  dass  es  rechtlich  möglich  sei,  dass  C._______  während  einer  Geschäftsreise  einen  anrechenbaren  Arbeitsausfall  erleide.  Diese  Auffassung ist indessen unzutreffend. Mehrtägige Geschäftsreisen – sofern sie nicht allenfalls  teilweise Ferien  oder andere, nicht anrechenbare Freizeit des Arbeitnehmers darstellen –  gelten  grundsätzlich  in  vollem  Umfang  als  Arbeitszeit,  da  der  Arbeitnehmer  sich  während  dieser  Zeit  im  Auftrag  des  Arbeitgebers  an  einem  anderen  Ort  aufhält.  Massgeblich  für  die  Frage  nach  der  Anrechenbarkeit  eines  Arbeitsausfalls  ist  nämlich  nicht  die  effektiv  im  Interesse des Arbeitgebers erbrachte produktive Arbeitsleistung, sondern  die  vom  Arbeitgeber  verlangte  Präsenzzeit  des  betreffenden 

B­3083/2011 Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitgebers oder an einem andern Ort, an  den  er  durch  den  Arbeitgeber  entsandt  wurde.  So  hat  beispielsweise  auch  das  Bundesgericht  in  einem  Entscheid  festgehalten,  dass  die  Tatsache, dass die zu verrichtende Arbeit geringer geworden sei, keinen  Anspruch  auf  Kurzarbeitsentschädigung  gebe,  wenn  in  einem  Gastgewerbebetrieb  die  Präsenzzeit  der  Arbeitnehmer  gleich  bleibe.  Untätigkeit  am  Arbeitsort  sei  mit  Arbeit  gleichzusetzen  (Entscheid  vom  20. Juni 1996 i. S. X., E. 2, veröffentlicht in ALV 1996 Nr. 78, S. 239). Mit der Vorinstanz ist daher davon auszugehen, dass die Unterlagen über  diese  Geschäftsreisen  belegen,  dass  die  Beschwerdeführerin  Arbeitsausfälle  für Tage geltend gemacht hat,  an denen die betreffende  Arbeitnehmerin keinen Arbeitsausfall erlitten haben konnte. 5.6.  Im  vorliegenden Fall  kann der Nachweis,  ob der  geltend gemachte  Arbeitsausfall  tatsächlich  stattgefunden  hat,  nicht  erbracht  werden,  weil  die  Beschwerdeführerin  keine  geeignete  Arbeitszeitkontrolle  führte.  Da  die Beweislast hierfür grundsätzlich dem Arbeitgeber obliegt (Art. 38 Abs.  3 Bst. a  i.V.m. Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG und Art. 46b AVIV; vgl. Urteil  des Bundesgerichts C 66/04  vom 18. August  2004 E.  3.2  sowie Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts B­188/2010  vom 2. März  2011 E.  3, B­ 8569/2007  vom  24.  Juni  2008  E.  2.3  und  B­7901/2007  vom  10.  November  2008  E.  4.3.3,  je  mit  weiteren  Hinweisen),  hat  die  Beschwerdeführerin die Folgen dieser Beweislosigkeit zu tragen. Wie  gross  die  Differenzen  zwischen  den  geltend  gemachten  Arbeitsausfällen  und  den  effektiv  erlittenen  sind  und  ob  die  Beschwerdeführerin  beispielsweise  bezüglich  der  zu  Unrecht  geltend  gemachten  Arbeitsausfälle  während  der  Geschäftsreisen  nur  fahrlässig  gehandelt hat, ist rechtlich unerheblich. 5.7.  Insgesamt  ergibt  sich  somit,  dass  der  geltend  gemachte  Arbeitsausfall  nicht  hinreichend  kontrollierbar  und  daher  auch  nicht  anrechenbar  ist.  Die  Vorinstanz  hat  demnach  zu  Recht  die  Rückerstattung  der  ausgerichteten  Kurzarbeitsentschädigung  im  Betrag  von CHF 26'522.80 verlangt. 6.  Die Beschwerde erweist sich daher als unbegründet und ist abzuweisen. 7.  Für  Beschwerdeverfahren  betreffend  den  Vollzug  des 

B­3083/2011 Arbeitslosenversicherungsgesetzes  ist  keine  Kostenfreiheit  vorgesehen.  Insofern hat  bei  diesem Verfahrensausgang die Beschwerdeführerin  die  Verfahrenskosten  zu  tragen  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Geht  es  wie  vorliegend  um  Vermögensinteressen,  richtet  sich  die  Gerichtsgebühr  grundsätzlich  nach  dem Umfang  und  der  Schwierigkeit  der  Streitsache,  der Art  der Prozessführung und der  finanziellen Lage der Parteien  (Art.  63  Abs.  4bis  Bst.  b  VwVG  und  Art.  2  Abs.  1  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Bei Streitigkeiten mit  Vermögensinteresse  beträgt  die  Gerichtsgebühr  bei  einem  Streitwert  zwischen  CHF  20'000.−  und  50'000.−  CHF  1'000.−  bis  5'000.−  (Art.  4  VGKE).  Im  vorliegenden  Fall  beträgt  der  Streitwert  CHF  26'522.80,  weshalb die Gerichtsgebühr auf CHF 1'700.− festgelegt wird. 8.  Eine  Parteientschädigung  ist  bei  diesem  Verfahrensausgang  nicht  zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von CHF 1'700.− werden der Beschwerdeführerin  auferlegt.  Sie  werden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils mit dem geleisteten Kostenvorschuss in gleicher Höhe verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Gerichtsurkunde)  – das  Eidgenössische  Volkswirtschaftsdepartement  EVD  (Gerichtsurkunde) und wird mitgeteilt:

B­3083/2011 – die  Arbeitslosenkasse  Basel­Stadt,  Hochstrasse  37,  4002  Basel  (A­Post) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin Eva Schneeberger Myriam Senn Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat  die  Begehren,  deren  Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 4. November 2011

B-3083/2011 — Bundesverwaltungsgericht 03.11.2011 B-3083/2011 — Swissrulings