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Bundesverwaltungsgericht 30.01.2012 B-2996/2011

30 gennaio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,912 parole·~10 min·3

Riassunto

Widerspruchssachen | Widerspruchsverfahren Nr. 11214 - CH-Marke Nr. 350.354 SKINCODE gegen CH-Marke Nr. 599.585 Swisscode

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­2996/2011 Urteil   v om   3 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Maria Amgwerd (Vorsitz), Richter Claude Morvant, Richter Bernard Maitre,    Gerichtsschreiberin Kathrin Bigler Schoch. Parteien Skin Concept AG,  Industriestrasse 16, 8910 Affoltern am Albis,   vertreten durch A.W. Metz & Co. AG,  Hottingerstrasse 14, 8024 Zürich, Beschwerdeführerin,  gegen Dermalab SA,  Seestrasse 59, 8703 Erlenbach ZH,   Beschwerdegegnerin,  Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 11214 ­ CH­Marke Nr. 350.354  SKINCODE gegen CH­Marke Nr. 599.585 Swisscode.

B­2996/2011 Sachverhalt: A.  Die  Schweizer Marke  Nr.  599'585  "Swisscode"  der  Beschwerdeführerin  (angefochtene Marke) wurde am 24. November 2009 hinterlegt  und am  22.  April  2010  in  Swissreg  veröffentlicht.  Sie  wird  unter  anderem  für  folgende Waren beansprucht: Klasse  3:  Waschmittel,  Bleichmittel;  Putzmittel,  Poliermittel,  Fettentfernungsmittel und Schleifmittel; Seifen; Parfümeriewaren, ätherische  Öle,  Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege,  Haarwässer;  Zahnputzmittel;  alle vorgenannten Waren schweizerischer Herkunft. Gegen die Eintragung  dieser Marke  erhob  die Beschwerdegegnerin  am  21. Juli 2010 gestützt auf ihre Schweizer Marke Nr. 350'354 "SKINCODE"  beim  Eidgenössischen  Institut  für  Geistiges  Eigentum  (Vorinstanz)  teilweise  Widerspruch.  Der  Widerspruch  beschränkte  sich  auf  die  vorgenannten  Waren  der  Klasse  3.  Die  Widerspruchsmarke  ist  eingetragen für: Klasse  3:  Seifen;  Parfümerien,  ätherische  Öle,  Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege, Haarwässer. Mit  Eingabe  vom  10.  August  2010  beantragte  die  Beschwerdeführerin,  der Widerspruch sei vollumfänglich abzuweisen. Die Vorinstanz hiess mit Entscheid vom 12. April 2011 den Widerspruch  gut  und  widerrief  die  angefochtene  Schweizer  Marke  Nr.  599'585  "Swisscode"  für  die  Waren  "Waschmittel,  Bleichmittel;  Putzmittel,  Poliermittel,  Fettentfernungsmittel  und  Schleifmittel;  Seifen;  Parfümeriewaren,  ätherische  Öle,  Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege, Haarwässer; Zahnputzmittel; alle vorgenannten Waren  schweizerischer Herkunft" der Klasse 3. Zur Begründung  führte sie aus,  die  Vergleichszeichen  würde  für  gleiche  respektive  hochgradig  gleichartige Waren beansprucht. Zudem bestehe sowohl eine klangliche  als auch eine visuelle Ähnlichkeit. Zusätzlich zum Anfangsbuchstaben "S"  werde  der  für  das  Erinnerungsbild  relevante  Kern  "Code"  übernommen  und  mit  einer  sehr  ähnlichen  Vorsilbe  kombiniert,  womit  die  beiden  Marken  nach  demselben  Muster  aufgebaut  seien.  Auf  Grund  der  festgestellten  Übereinstimmungen  sei  die  Gefahr,  dass  die  beiden  Marken  im  Erinnerungsbild  der  Abnehmer  verwechselt  würden,  zu  bejahen.

B­2996/2011 B.  Gegen diesen Entscheid erhob die Beschwerdeführerin am 25. Mai 2011  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragt,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  der  Widerspruch  sei  abzuweisen.  Sie  bestreitet  das  Vorliegen  einer  Verwechslungsgefahr.  Zwischen  "Seifen"  einerseits  und  "Bleichmittel;  Poliermittel  und  Schleifmittel"  andererseits bestehe gar keine Gleichartigkeit. Hinsichtlich  der übrigen Waren sei die Verwechslungsgefahr zu verneinen, weil sich  die  Übereinstimmungen  oder  Ähnlichkeiten  ausschliesslich  auf  ein  schwaches  respektive  gemeinfreies  Element,  nämlich  den  beschreibenden  Bestandteil  "Code",  bezögen.  Da  die  phonetisch  und  inhaltlich  völlig  unterschiedlichen Bestandteile  "Skin"  und  "Swiss"  in  der  vorliegenden  Konstellation  ebenfalls  kennzeichnungsschwach  seien,  genügten bereits die überwiegend unterschiedlichen Sinngehalte, welche  die angesprochenen Verkehrskreise unmittelbar wahrnähmen, um sowohl  eine  mittelbare  als  auch  eine  unmittelbare  Verwechslungsgefahr  zwischen den Marken SKINCODE und Swisscode auszuschliessen.  C.  Mit  Beschwerdeantwort  vom  6.  Juli  2011  beantragt  die  Beschwerdegegnerin, die Beschwerde sei abzuweisen und der Entscheid  der Vorinstanz zu bestätigen.  D.  Am 16. August 2011 liess sich die Vorinstanz vernehmen. Sie beantragt,  die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen. Zur Begründung verweist  sie  auf  die  angefochtene  Verfügung  und  macht  ergänzende  Bemerkungen. E.  Die  Parteien  haben  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen  Parteiverhandlung verzichtet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das Bundesverwaltungsgericht  ist gemäss Art. 31, 32 und 33 Bst. d des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17.  Juni  2005  (VGG, SR 173.32)  zur  Beurteilung  von  Beschwerden  gegen  Entscheide  der  Vorinstanz  in  Widerspruchssachen  zuständig.  Die  Beschwerdeführerin  hat  am 

B­2996/2011 Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  und  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt.  Sie  hat  zudem  ein  als  schutzwürdig  anzuerkennendes  Interesse  an  deren  Aufhebung  und  Änderung, weshalb sie zur Beschwerde legitimiert ist (Art. 48 Abs. 1 des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG, SR 172.021]). Eingabefrist und ­form sind  gewahrt  (Art.  50  Abs.  1  und  Art.  52  Abs.  1  VwVG),  der  verlangte  Kostenvorschuss wurde fristgemäss geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG), und  die übrigen Sachurteilsvoraussetzungen liegen vor (Art. 44 ff. VwVG). Auf die Beschwerde ist daher einzutreten. 2.  Vom  Markenschutz  ausgeschlossen  sind  Zeichen,  die  einer  älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren  oder  Dienstleistungen  bestimmt  sind,  so  dass  sich  daraus  eine  Verwechslungsgefahr ergibt (Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG). 2.1.  Ob  zwei  Marken  sich  hinreichend  deutlich  unterscheiden  oder  im  Gegenteil  verwechselbar  sind,  ist  nicht  auf  Grund  eines  abstrakten  Zeichenvergleichs,  sondern  stets  vor  dem  Hintergrund  der  gesamten  Umstände  zu  beurteilen.  Der  Massstab,  der  an  die  Unterscheidbarkeit  anzulegen ist, hängt einerseits vom Umfang des Ähnlichkeitsbereichs ab,  dessen Schutz  der  Inhaber  der  älteren Marke  beanspruchen  kann,  und  anderseits  von  den  Waren  und  Dienstleistungen,  für  welche  die  sich  gegenüberstehenden  Marken  hinterlegt  sind  (BGE  122  III  382  E.  1 –  Kamillosan). 2.2. Je näher  sich  die Waren und Dienstleistungen  sind,  für welche die  Marken  registriert  sind,  desto  grösser  wird  das  Risiko  von  Verwechslungen und desto stärker muss sich das  jüngere Zeichen vom  älteren abheben, um die Verwechslungsgefahr zu bannen. Ein besonders  strenger  Massstab  ist  anzulegen,  wenn  beide  Marken  für  weitgehend  identische Waren  oder  Dienstleistungen  bestimmt  sind.  Im Weiteren  ist  von Bedeutung,  an welche Abnehmerkreise  sich  die Waren  richten  und  unter  welchen  Umständen  sie  gehandelt  zu  werden  pflegen.  Bei  Massenartikeln des täglichen Bedarfs, wie beispielsweise Lebensmitteln,  ist  mit  einer  geringeren  Aufmerksamkeit  und  einem  geringeren  Unterscheidungsvermögen  der  Konsumenten  zu  rechnen  als  bei  Spezialprodukten,  deren  Absatzmarkt  auf  einen  mehr  oder  weniger  geschlossenen Kreis von Berufsleuten beschränkt bleibt (BGE 126 III 315  http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-126-III-315 http://links.weblaw.ch/BGE-126-III-315 http://links.weblaw.ch/BGE-126-III-315 http://links.weblaw.ch/BGE-126-III-315 http://links.weblaw.ch/BGE-126-III-315

B­2996/2011 E. 6b/bb  –  Apiella,  BGE  122  III  382  E.  3a  –  Kamillosan;  Urteil  des  Bundesgerichts [BGer] 4C.258/2004 vom 6. Oktober 2004 E. 2.3 – Yello). 2.3. Die Markenähnlichkeit beurteilt sich nach dem Gesamteindruck, den  die  Marken  in  der  Erinnerung  der  angesprochenen  Verkehrskreise  hinterlassen  (BGE  121  III  377  E.  2a  –  Boss  /  Boks;  EUGEN MARBACH,  Markenrecht,  in:  Roland  von  Büren  /  Lucas  David  [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und  Wettbewerbsrecht,  Bd.  III/1  [hiernach: SIWR III/1], Basel 2009, N. 864). Bei  reinen  Wortmarken  ist  der  Wortklang,  das  Schriftbild  und  gegebenenfalls der Sinngehalt massgebend (BGE 127 III 160 E. 2b/cc –  Securitas; BGE 121 III 377 E. 2b – Boss / Boks). Dabei genügt es für die  Annahme  der  Ähnlichkeit,  wenn  diese  in  Bezug  auf  nur  eines  dieser  Kriterien  bejaht  wird  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 875;  RKGE  in  sic!  2006  S. 761  E.  4  –  McDONALD'S  /  McLake).  Der  Wortklang  wird  im  Wesentlichen  durch  die  Silbenzahl,  die  Aussprachekadenz  und  die  Aufeinanderfolge  der  Vokale  bestimmt,  das  Erscheinungsbild  durch  die  Wortlänge und die optische Wirkung der Buchstaben (BGE 122 III 382 E.  5a  –  Kamillosan;  BGE  119  II  473  E.  2c  –  Radion;  Entscheid  der  Eidgenössischen  Rekurskommission  für  geistiges  Eigentum  [RKGE]  in:  Zeitschrift für Immaterialgüter­, Informations­ und Wettbewerbsrecht [sic!]  2002 S. 101 E. 6 – Mikron [fig.] / Mikromat [fig.]). 3.  Zunächst  gilt  es,  den  Schutzumfang  der  Widerspruchsmarke  zu  bestimmen.  3.1. Die Beschwerdeführerin ist der Ansicht, dass die Widerspruchsmarke  den  Begriffsinhalt  "Hautregel"  o.ä.  transportiert.  Insofern  handle  es  sich  bei  der  Widerspruchsmarke  um  ein  beschreibendes  Zeichen,  dem  keinerlei  Kennzeichnungskraft  zukomme.  Denn  einerseits  beschreibe  "Skin" direkt die Zweckbestimmung der Waren respektive eines Teils der  Waren,  indem  das  Wort  darauf  hinweise,  dass  es  sich  um  Waren  zur  Anwendung auf der Haut handle. "Code" enthalte im Zusammenhang mit  Mitteln  zur  Körper­  und  Schönheitspflege  eine  spezifische  Bedeutung,  und  zwar  im Rahmen der  "Internationalen Nomenklatur  für  kosmetische  Inhaltsstoffe".  Diese  beinhalte  die  Vorschriften  für  die  korrekte  Angabe  von Inhaltsstoffen von Kosmetika. Dadurch solle insbesondere Allergikern  die Möglichkeit gegeben werden, ein Produkt vor dem Kauf auf allenfalls  unverträgliche  Inhaltsstoffe zu prüfen. Zudem werde der Wortbestandteil  http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/4C.258/2004 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-127-III-160 http://links.weblaw.ch/BGE-127-III-160 http://links.weblaw.ch/BGE-127-III-160 http://links.weblaw.ch/BGE-127-III-160 http://links.weblaw.ch/BGE-127-III-160 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-122-III-382 http://links.weblaw.ch/BGE-119-II-473 http://links.weblaw.ch/BGE-119-II-473 http://links.weblaw.ch/BGE-119-II-473 http://links.weblaw.ch/BGE-119-II-473 http://links.weblaw.ch/BGE-119-II-473

B­2996/2011 "Code"  in  einer  Vielzahl  von  Schweizer  und  internationalen  Marken  benutzt,  welche  für  Haut­  und  Körperpflegeprodukte  in  der  Klasse  3  eingetragen seien.  Nach  Meinung  der  Vorinstanz  kommt  der  Widerspruchsmarke  durchschnittliche  Kennzeichnungskraft  und  ein  normaler  Schutzumfang  zu.  Die  Bezeichnung  "SKIN"  wirke  wie  ein  beschreibender  Zusatz  zum  nicht  beschreibenden  Begriff  "Code".  Die  Vorinstanz  gibt  in  der  Vernehmlassung  zudem zu bedenken,  dass die Durchschnittsabnehmer  die  "Internationale  Nomenklatur  für  kosmetische  Inhaltsstoffe"  nicht  kennten.  Es  sei  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  Spezialisten,  wie  beispielsweise  Drogistinnen,  in  der  Kombination  etwas  anderes  als  "Hautcode" erkennten. Denn "Code" beziehe sich nach den Sprachregeln  auf das vorangestellte "Skin" und nicht auf  irgendwelche ausserhalb des  Zeichens  liegende Umstände. Selbst Fachleute würden deshalb aus der  Wortkombination  "SKINCODE"  nicht  direkt  und  unmittelbar  auf  die  genannte Nomenklatur schliessen. 3.2. Die Widerspruchsmarke  ist  eine  reine Wortmarke  und  besteht  aus  Wörtern  des  englischen  Grundwortschatzes.  Der  erste  Zeichenbestandteil  "Skin" bedeutet auf Deutsch "Haut, Fell, Schale", der  zweite  Zeichenbestandteil  "Code"  "Kode,  Schlüssel(schrift),  Chiffre",  "Signalbuch" oder "Gesetzbuch"  (vgl. Langenscheidts e­Handwörterbuch  Englisch­Deutsch 5.0). Im Zusammenhang mit den beanspruchten Waren  der  Klasse  3  ist  mit  der  Vorinstanz  dafür  zu  halten,  dass  die  Widerspruchsmarke  von  den  primär  angesprochenen  Verkehrskreisen,  nämlich  Durchschnittsabnehmern,  im  Sinne  von  "Hautkode"  verstanden  wird.  Das  Bundesverwaltungsgericht  erkennt  in  "Hautkode"  keine  die  beanspruchten Waren der Klasse 3 beschreibende Bedeutung. Das Wort  existiert  als  solches  nicht.  Zu  differenzieren  ist  indessen  bezüglich  der  einzelnen  Zeichenelemente:  Während  der  erste  Wortbestandteil  "Skin"  den  Anwendungsbereich  der  beanspruchten Waren  beschreibt,  nämlich  die Haut, hat der zweite Zeichenbestandteil "Code" nicht sofort erkennbar  etwas mit  diesen Waren  zu  tun.  Erst  nach weiterem Nachdenken  kann  der  Abnehmer  auf  den  Gedanken  kommen,  dass  "Code"  auf  eine  den  Waren  zu  Grunde  liegende  Rezeptur  hinweist,  welche  bestimmten  Regeln  folgt.  Höchstens  Spezialisten  werden  bei  diesen  Regeln,  wenn  überhaupt,  an  die  von  der  Beschwerdeführerin  genannte  internationale  Nomenklatur denken. 

B­2996/2011 Die  Beschwerdeführerin  gab  jedoch  bereits  in  ihrer  Eingabe  vom  10.  August  2010  an  die  Vorinstanz  zu  bedenken,  dass  der Wortbestandteil  "Code"  in  einer  Vielzahl  von  Schweizer  und  internationalen  Marken  benutzt werde, welche für Haut­ und Körperpflegeprodukte in der Klasse  3  eingetragen  seien  (armani  code,  CODE  SPORT,  MENCODE,  THE  LOVE CODE, YOUTH CODE, CODE JEUNESSE).  In  ihrer Beschwerde  erwähnt  die  Beschwerdeführerin  weitere  "Code"  enthaltende  Marken.  Teilweise  betreffen  diese  wiederum  Waren  der  Klasse  3  (vgl.  Beschwerdebeilage  4).  Hinsichtlich  zweier  Marken  (ARMANI  CODE,  CODE  JEUNESSE)  belegt  die  Beschwerdeführerin  zudem,  dass  diese  tatsächlich  benutzt  werden  (vgl.  Beschwerdebeilagen  5  und  6).  Die  entsprechend  gekennzeichneten  Produkte  sind  zwar  in  der  Schweiz  erhältlich,  es  wäre  aber  verfehlt,  angesichts  von  zwei  tatsächlich  benutzten Marken mit dem Zeichenelement "Code" von einer eigentlichen  Schwächung dieses Elements auszugehen (vgl. GALLUS JOLLER, in: Noth  / Bühler  / Thouvenin  [Hrsg.], Markenschutzgesetz, Bern 2009, Art. 3, N.  104). Dennoch handelt es sich um ein eher schwaches Zeichenelement,  da es ein Wort des allgemeinen Sprachgebrauchs darstellt (vgl. BGE 122  III 382 E. 2a – Kamillosan). 3.3. Als Zwischenergebnis  ist  festzuhalten, dass die Widerspruchsmarke  als Ganzes über einen gewissen Fantasiegehalt verfügt, obwohl sie aus  schwachen  Zeichenelementen  zusammengesetzt  ist.  Ihr  kommt  daher  entgegen  der  Meinung  der  Beschwerdeführerin  ein  gewöhnlicher  Schutzumfang zu.  4.  In einem weiteren Schritt ist zu überprüfen, ob die beanspruchten Waren  der  sich  gegenüberstehenden  Marken  aus  Sicht  der  Abnehmerkreise  gleichartig sind. 4.1.  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet  eine  Warengleichartigkeit  zwischen  "Seifen"  einerseits  und  "Bleichmittel,  Poliermittel  und  Schleifmittel"  andererseits.  Der  unbestrittene  Zweck  von  Seifen  sei  die  Reinigung von Körper oder Material. Poliermittel  dienten demgegenüber  nicht  der  Reinigung  von  Gegenständen  oder  Flächen,  sondern  bezweckten  eine  glättende  Feinbearbeitung  von  verschiedensten  Materialien,  welche  vor  einem  Poliervorgang  naturgemäss  bereits  gereinigt  seien.  Schleifmittel  hätten  ebenfalls  keine  Reinigungsfunktion,  sondern  dienten  zur  Werkstoffabtragung  und  damit  zur  eigentlichen  Bearbeitung  von  Gegenständen.  Dadurch  unterschieden  sich  Bleich­, 

B­2996/2011 Polier­  und  Schleifmittel  bezüglich  des  Verwendungszweckes  wie  auch  des  dafür  erforderlichen  technischen  Know­hows  zur  Herstellung  wesentlich  von  Seifen,  weshalb  zu  den  erstgenannten  Waren  keine  Gleichartigkeit bestehe. Nach  Ansicht  der  Vorinstanz  lässt  sich  zwischen  Bleichmitteln,  Poliermitteln  und Schleifmitteln  einerseits  und Seifen  andererseits  keine  klare  Trennlinie  ziehen.  Davon  zeuge  die  Tatsache,  dass  die  zur  Diskussion stehenden, für die angefochtene Marke beanspruchten Waren  auch  in  Seifenform  hergestellt  würden  und  mit  Bezeichnungen  wie  "bleichende  Seife",  "Polierseife"  oder  "Schleifseife"  vermarktet  würden.  Bei diesen Seifen handle es sich zweifellos auch um Waren, die unter die  weit  gefassten  Oberbegriffe  Bleich­,  Polier­  oder  Schleifmittel  fielen.  Hinzu  komme,  dass  Bleich­,  Polier­  und  Schleifmittel  einerseits  sowie  Seifen andererseits allesamt zur Behandlung von Oberflächen eingesetzt  würden  und  sich  bei  ihrer  Verwendung  ergänzten.  Daher  sei  die  Gleichartigkeit zu bejahen. 4.2. Gleichartigkeit  liegt vor, wenn die angesprochenen Abnehmerkreise  auf  den Gedanken  kommen  können,  die  unter  Verwendung  identischer  oder  ähnlicher  Marken  angepriesenen  Waren  und  Dienstleistungen  würden angesichts  ihrer üblichen Herstellungs­ und Vertriebsstätten aus  ein und demselben Unternehmen stammen oder doch wenigstens unter  der  Kontrolle  des  gemeinsamen  Markeninhabers  von  verbundenen  Unternehmen  hergestellt  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer] B­4159/2009 vom 25. November 2009 E. 3.1 – EFE [fig.] / EVE,  mit Verweis u.a. auf: LUCAS DAVID, Kommentar zum Markenschutzgesetz,  in: Heinrich Honsell  / Nedim Peter Vogt  / Lucas David, Kommentar zum  Schweizerischen  Privatrecht,  Markenschutzgesetz  /  Muster­  und  Modellgesetz,  Basel  1999,  Art.  3  N. 35).  Für  die  Warengleichartigkeit  sprechen  unter  anderem  gleiche  Herstellungsstätten,  gleiches  fabrikationsspezifisches  Know­how,  ähnliche  Vertriebskanäle,  ähnliche  Abnehmerkreise  oder  das  Vorliegen  eines  ähnlichen  Verwendungszweckes  (Urteile  des  BVGer  B­5830/2009  vom  15. Juli  2010 E. 5.1 – fünf Streifen [fig.] / fünf Streifen [fig.], und B­3508/2008 vom  9. Februar 2009 E. 7.1 – KaSa K97 [fig.] / biocasa [fig.], mit Verweis auf  RKGE in sic! 2002 S. 169 E. 3 – Smirnoff [fig.] / Smirnov [fig.]). 4.3. Die Widerspruchsmarke wird in der Klasse 3 beansprucht für "Seifen;  Parfümerien,  ätherische  Öle,  Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege,  Haarwässer",  die  angefochtene  Marke  für  "Waschmittel,  Bleichmittel;  http://links.weblaw.ch/BVGer-B-4159/2009 http://links.weblaw.ch/BVGer-B-5830/2009 http://links.weblaw.ch/BVGer-B-3508/2008

B­2996/2011 Putzmittel,  Poliermittel,  Fettentfernungsmittel  und  Schleifmittel;  Seifen;  Parfümeriewaren,  ätherische  Öle,  Mittel  zur  Körper­  und  Schönheitspflege, Haarwässer; Zahnputzmittel; alle vorgenannten Waren  schweizerischer Herkunft".  Hinsichtlich  "Seifen; Parfümeriewaren, ätherische Öle, Mittel zur Körper­  und Schönheitspflege, Haarwässer" besteht offensichtlich Warenidentität.  Die  "Zahnputzmittel"  der  angefochtenen  Marke  können,  wie  die  Vorinstanz  zu  Recht  festgehalten  hat,  unter  den  Oberbegriff  "Mittel  zur  Körper­ und Schönheitspflege" subsumiert werden, weshalb auch hier die  Warengleichheit zu bejahen ist.  Nach  dem  Entscheid  seven  /  SevenOne  Intermedia  der  ehemaligen  Rekurskommission  für geistiges Eigentum sind Wasch­ und Bleichmittel,  Putz­ und Polier­, Fettentfernungs­ und Schleifmittel gleichartig zu Seifen,  da Seifen nicht nur für die Körperpflege, sondern auch zum Waschen und  Putzen verwendet werden (RKGE in sic! 2007 S. 35 E. 4 – seven [fig.]  /  SevenOne  Intermedia).  Diese  Schlussfolgerung  wird  von  der  Beschwerdeführerin hinsichtlich Wasch­, Putz­ und Fettentfernungsmittel  nicht  bestritten.  Was  die  übrigen  Waren,  nämlich  Bleich­,  Polier­  und  Schleifmittel,  betrifft,  macht  die  Vorinstanz  wie  erwähnt  geltend,  dass  diese auch in Seifenform existieren (Beilage 8 der Vernehmlassung).  In der Tat gibt es bleichende Seifen (auch für die Haut) und Polierseifen,  sogar  in  Kombination  mit  einer  Reinigungsseife  (vgl.  Vernehmlassungsbeilage  8).  Die  von  der  Vorinstanz  in  Erfahrung  gebrachte  Schleifseife  (ebenfalls  Vernehmlassungsbeilage  8)  wird  beim  Schleifen  eingesetzt.  Daher  darf  von  einem  ähnlichen  Verwendungszweck  und  sogar  dem  gleichen  Abnehmerkreis  ausgegangen werden. Entgegen der Auffassung der Beschwerdeführerin  ist daher auch die Gleichartigkeit zwischen Seifen einerseits und Bleich­,  Polier­ und Schleifmitteln zu bejahen. Als  Zwischenergebnis  ist  festzuhalten,  dass  die  Vergleichszeichen  hinsichtlich  der  beanspruchten  Waren  der  Klasse  3  teilweise  identisch  und teilweise gleichartig sind. 5.  5.1. Die Vergleichszeichen bestehen je aus einem einzigen, zweisilbigen  Wort.  Die  Widerspruchsmarke  lautet  "SKINCODE",  die  angefochtene  Marke  "Swisscode".  Der  Umstand,  dass  die  Widerspruchsmarke  in 

B­2996/2011 Grossbuchstaben  gehalten  ist,  die  angefochtene  Marke  dagegen  in  Gross­ und Kleinbuchstaben, bleibt nicht nachhaltig im Gedächtnis haften  und vermag deshalb den Gesamteindruck nicht zu prägen (vgl. RKGE in  sic! 2001 S. 813 E. 4 ­ Viva / CoopViva [fig.]).  Die  Zeichen  stimmen  im  ersten  Buchstaben  "S"  und  im  zweiten  Wortbestandteil "Code" überein. In der Wortlänge unterscheiden sie sich  kaum,  umfasst  die  Widerspruchsmarke  doch  8  Buchstaben,  die  angefochtene  Marke  9  Buchstaben.  Im Weiteren  ist  die  Vokalfolge  bei  beiden  Zeichen  identisch  (I  –  O;  das  Schluss­E  wird  nicht  ausgesprochen).  Hinsichtlich  der  verwendeten  Konsonanten  im  ersten  Zeichenbestandteil  unterscheiden  sich  die  Vergleichszeichen  dagegen,  zumal die Widerspruchsmarke nach dem gemeinsamen  "S" ein  "K" und  ein "N" aufweist, die angefochtene Marke dagegen ein "W" und zwei "S".  Auf  Grund  dieses  Doppel­S  wird  die  angefochtene  Marke  schärfer  ausgesprochen  als  das  Widerspruchszeichen.  Dennoch  ist  von  einer  Zeichenähnlichkeit  in  klanglicher  und  schriftbildlicher  Hinsicht  auszugehen. 5.2.  Schliesslich  ist  festzustellen,  ob  sich  die  Zeichen  in  begrifflicher  Hinsicht  ähnlich  sind,  was  die  Beschwerdeführerin  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  verneint.  Eine  begriffliche  Ähnlichkeit  setzt  voraus, dass die konfligierenden Marken je einen für die massgebenden  Verkehrskreise erkennbaren Sinngehalt haben (JOLLER, a.a.O., Art. 3, N.  156). Wie  bereits  ausgeführt,  bedeutet  die  Widerspruchsmarke  auf  Deutsch  "Hautkode".  Das  angefochtene  Zeichen  verwendet  nebst  dem  gemeinsamen  Element  "Code"  das Wort  "Swiss",  welches  auf  Deutsch  mit "schweizerisch, Schweizer(in)" zu übersetzen ist (vgl. Langenscheidts  e­Handwörterbuch  Englisch­Deutsch  5.0)  und  zum  englischen  Grundwortschatz der schweizerischen Durchschnittskonsumenten gehört.  Die  angefochtene  Marke  wird  somit  im  Sinne  von  "Schweizerkode"  verstanden.  Da  die  angefochtene  Marke  keine  Aussage  über  den  Anwendungsbereich,  Verwendungszweck  oder  ähnliches,  sondern  über  die  geografische  Herkunft  enthält,  sind  die  Vergleichszeichen  im  Sinngehalt verschieden.  5.3.  Als  Zwischenergebnis  ist  festzuhalten,  dass  sich  die  Widerspruchsmarke und die angefochtene Marke trotz unterschiedlichem  Sinngehalt ähnlich sind (MARBACH, SIWR III/1, N. 875).

B­2996/2011 6.  Es  ist  nun  in  einem  wertenden  Gesamtblick  zu  entscheiden,  ob  eine  Verwechslungsgefahr besteht. 6.1. Wie bereits festgestellt, unterscheiden sich die Vergleichszeichen im  Sinngehalt.  Sowohl  in  der  Literatur  wie  in  der  Rechtsprechung  sind  die  Bedingungen, unter denen eine Verwechslungsgefahr bei verschiedenem  Sinngehalt  der Marken  entfällt,  streng  formuliert.  Es wird  verlangt,  dass  die Wahrnehmung einer Marke sofort  und unwillkürlich eine Assoziation  zu einem bestimmten Begriff bewirkt respektive dass sich die Sinngehalte  beim  Hören  und  beim  Lesen  dem  Bewusstsein  sogleich  aufdrängen.  Ausserdem  müssen  die  unterschiedlichen  Sinngehalte  in  allen  Landesteilen unmittelbar verständlich sein. Ferner ist zu berücksichtigen,  dass  die  klangliche  oder  visuelle  Ähnlichkeit  zwischen  zwei  Marken  so  gross sein kann, dass beim flüchtigen Hören oder Lesen die Gefahr des  Verhörens bzw. des Verlesens besteht und der verschiedene Sinngehalt  gar nicht zum Bewusstsein des Betrachters gelangt (Urteil des BVGer B­ 142/2009  vom  6. Mai  2009 E.  5.4  –  Pulcino  /  Dolcino, mit  Verweis  auf  RKGE in: sic! 1998 S. 50 E. 6 – Clinique / Unique frisch Kosmetik  [fig.];  BGE 121 III 377 E. 3c – Boss / Boks). Während die angesprochenen Verkehrskreise beim Widerspruchszeichen  sofort  erkennen,  dass  dieses  aus  einer  Kombination  von  Anwendungsbereich  der  beanspruchten  Waren  (Haut)  und  "Code"  besteht,  sehen  sie  in  der  angefochtenen  Marke  "Swiss  Code"  eine  Kombination  von  geografischer  Herkunftsangabe  (schweizerisch)  und  "Code". Durch den Umstand, dass die Vergleichszeichen aus englischen  Wörtern  des  Grundwortschatzes  zusammengesetzt  sind,  und  ein  englischer Grundwortschatz als allgemein bekannt vorausgesetzt werden  darf  (vgl.  MARBACH,  SIWR  III/1,  N.  286),  sind  die  Sinngehalte  in  allen  Landesteilen  unmittelbar  verständlich.  Bei  den  Elementen  "Skin"  und  "Swiss"  handelt  es  sich  zwar  um  schwache  respektive  gemeinfreie  Bestandteile.  Dennoch  beeinflussen  sie  angesichts  der  Schwäche  des  gemeinsamen  Worts  "Code"  den  Gesamteindruck  der  strittigen  Marke.  Somit  ist  ein  prägnanter  Unterschied  zwischen  den  Sinngehalten  der  Vergleichszeichen feststellbar. 6.2.  Hinzu  kommt,  dass  die  strittigen  Marken  zwar  im  zweiten  Wortelement  "Code"  identisch  sind,  sich  aber  im  ersten  Wortelement  ("Swiss"  respektive  "SKIN")  in  klanglicher  und  schriftbildlicher  Hinsicht  unterscheiden.  Dies  ist  insofern  von  Bedeutung,  als  Abweichungen  im  http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377 http://links.weblaw.ch/BGE-121-III-377

B­2996/2011 Wortanfang  oft  besonderes  Gewicht  haben  (JOLLER,  a.a.O.,  Art.  3,  N.  150). Trotz der festgestellten Warenidentität respektive –gleichartigkeit ist  daher eine unmittelbare Verwechslungsgefahr zu verneinen. 6.3.  Dagegen  ist  zu  prüfen,  ob  wegen  des  gemeinsamen  Bestandteils  "Code"  Fehlzurechnungen  und  damit  eine  mittelbare  Verwechslungsgefahr  zu  erwarten  seien.  Eine  mittelbare  Verwechslungsgefahr liegt vor, wenn das Publikum zwei Marken zwar zu  unterscheiden vermag, aber auf Grund eines gemeinsamen Bestandteils  einen wirtschaftlichen Zusammenhang vermutet. Eine solche Vermutung  setzt  voraus,  dass der  betreffende Bestandteil  der  jüngeren Marke eine  Gedankenverbindung  zu  der  älteren  Marke  auslöst.  Hat  dieser  Bestandteil keine oder nur eine schwache Kennzeichnungskraft, so wird  sich eine solche Gedankenverbindung nicht einstellen (Urteil des BVGer  B­1641/2007 E. 6.4 – Street Parade  / Summer Parade, mit Verweis auf  RKGE in sic! 2005 S. 199 E. 4 – Lipton Ice Tea Fusion / Nes Fusion).  Als  Begriff  des  allgemeinen  Sprachgebrauchs  ist  "Code"  nur  schwach  kennzeichnend. Es ist deshalb nicht anzunehmen, dass die Konsumenten  auf eine übereinstimmende Herkunft der entsprechend gekennzeichneten  Waren schliessen werden. Eine mittelbare Verwechslungsgefahr ist daher  zu verneinen. 7.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wird  die  Beschwerdegegnerin  kosten­  und  entschädigungspflichtig  (Art.  63  Abs.  1  und  Art.  64  Abs.  1  VwVG). 7.1.  Die  Gerichtsgebühr  ist  nach  Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  finanzieller  Lage  der  Parteien  festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2 Abs. 1 des Reglements vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  Beschwerdeverfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein  Streitwert  zu  veranschlagen  (Art. 4  VGKE).  Im  Widerspruchsverfahren  besteht  dieser  Streitwert  vor  allem  im  Schaden  der  widersprechenden  Partei im Fall einer Markenverletzung durch die angefochtene Marke. Es  würde  aber  zu  weit  führen  und  könnte  im  Verhältnis  zu  den  relativ  geringen Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens abschreckend wirken,  wenn  dafür  stets  konkrete  Aufwandsnachweise  im  Einzelfall  verlangt  würden. Mangels anderer streitwertrelevanter Angaben  ist der Streitwert 

B­2996/2011 darum  nach  Erfahrungswerten  auf  einen  Betrag  zwischen  Fr.  50'000.­  und Fr. 100'000.­ festzulegen (BGE 133 III 490 E. 3.3 – Turbinenfuss, mit  Hinweisen).  Von  diesem  Erfahrungswert  ist  auch  im  vorliegenden  Verfahren  auszugehen.  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten auf Fr. 4'000.­ festzulegen. Die  von  der  Beschwerdegegnerin  einbezahlte  Widerspruchsgebühr  (Fr. 800.­) verbleibt bei der Vorinstanz. 7.2.  Die  Beschwerdegegnerin  hat  der  Beschwerdeführerin  für  das  Beschwerdeverfahren  eine  angemessene  Parteientschädigung  zu  entrichten (Art. 64 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit Art. 7 Abs. 1 VGKE).  Ist wie  im  vorliegenden Fall  keine Kostennote  eingereicht worden,  setzt  das  Gericht  die  Entschädigung  für  die  notwendig  erwachsenen  Kosten  aufgrund der vorliegenden Akten nach Ermessen fest (Art. 14 Abs. 2 Satz  2  VGKE).  In  Würdigung  der  genannten  Faktoren  erscheint  vorliegend  eine  Parteientschädigung  von  Fr.  3'500.­  (inkl.  MWSt)  für  das  erstinstanzliche  Verfahren  und  das  Beschwerdeverfahren  als  angemessen. 8.  Gegen dieses Urteil steht keine Beschwerde an das Bundesgericht offen  (Art.  73  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). Es ist deshalb rechtskräftig. http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490 http://links.weblaw.ch/BGE-133-III-490

B­2996/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  gutgeheissen.  Ziffer  1  und  3  des  Entscheids  der  Vorinstanz  vom  12.  April  2011  im  Widerspruchsverfahren  Nr.  11214  werden aufgehoben. Die Vorinstanz wird angewiesen, der CH­Marke Nr. 599'585 "Swisscode"  für  die  beanspruchten  Waren  der  Klasse  3  den  Markenschutz  zu  gewähren. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  4'000.­  werden  der  Beschwerdegegnerin  auferlegt. Dieser Betrag  ist  innert  30 Tagen ab Eröffnung dieses Urteils  zu  Gunsten  der  Gerichtskasse  zu  überweisen.  Der  Beschwerdeführerin  ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 4'000.­ aus der Gerichtskasse  zurückzuerstatten. 3.  Die  Beschwerdegegnerin  hat  die  Beschwerdeführerin  für  das  Beschwerdeverfahren und das erstinstanzliche Verfahren mit Fr.  3'500.­  zu entschädigen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Akten  zurück,  Rückerstattungsformular) – die Beschwerdegegnerin (Einschreiben; Beilage: Einzahlungsschein) – die Vorinstanz  (Ref­Nr. Schweizer Marke Nr.  599'585; Einschreiben;  Beilagen: Vorakten zurück) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Maria Amgwerd Kathrin Bigler Schoch

B­2996/2011 Versand: 1. Februar 2012

B-2996/2011 — Bundesverwaltungsgericht 30.01.2012 B-2996/2011 — Swissrulings