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Bundesverwaltungsgericht 07.12.2011 B-2380/2010

7 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,562 parole·~23 min·1

Riassunto

Widerspruchssachen | Widerspruchsverfahren Nr. 10137 - Schweizer Marke Nr. 573717 "lawfinder" Nr. 577 659 / Schweizer Marke "LexFind.ch" (fig.)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­2380/2010 Urteil   v om   7 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Maria Amgwerd, Richterin Vera Marantelli,  Gerichtsschreiberin Sabine Büttler. Parteien Lawfinder GmbH, handelnd durch Herrn Boris Müller,  Postfach, 9001 St. Gallen,  Beschwerdeführerin,  gegen Universität Freiburg i.Ue.,  handelnd durch Institut für Föderalismus,  Englisberg 7, 1763 Granges­Paccot,  vertreten durch Rechtsanwälte Phyton & Peter,  Schweizerhof­Passage 7, 3001 Bern, Beschwerdegegnerin,  Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum IGE,  Stauffacherstrasse 65, 3003 Bern,  Vorinstanz.  Gegenstand Widerspruchsverfahren Nr. 10137 ­ Schweizer Marke  Nr. 573'717 "lawfinder" / Schweizer Marke Nr. 577'659  "LexFind.ch" (fig.).

B­2380/2010 Sachverhalt: A.  Die  Schweizer  Wort­/Bildmarke  Nr. 577'659  "LexFind.ch"  (fig.)  der  Beschwerdegegnerin  wurde  am  24. April  2008  vom  Institut  für  Föderalismus hinterlegt  und am 9. Oktober  2008 erstmals  veröffentlicht.  Die Marke sieht wie folgt aus und  beansprucht  Schutz  für  die  nachstehenden  Waren  und  Dienstleistungen:  Klasse 9: Wissenschaftliche, Schiffahrts­, Vermessungs­, fotografische, Film­  optische,  Wäge­,  Mess­,  Signal­,  Kontroll­,  Rettungs­  und  Unterrichtsapparate  und  ­instrumente;  Geräte  zur  Aufzeichnung,  Übertragung und Wiedergabe von Ton und Bild; Apparate und  Instrumente  für  die  Leitung,  die  Verteilung,  die  Umwandlung,  die  Speicherung,  die  Regulierung  oder  die  Steuerung  von  elektrischem  Strom;  Magnetaufzeichnungsträger;  Verkaufsautomaten  und  Mechaniken  für  geldbetätigte  Apparate;  Registrierkassen,  Rechenmaschinen,  Datenverarbeitungsgeräte  und  Computer;  Feuerlöschgeräte;  alle  vorgenannten Waren schweizerischer Herkunft; Schallplatten. Klasse 16: Papier, Pappe (Karton) und Waren aus diesen Materialien, soweit  sie in dieser Klasse enthalten sind; Druckereierzeugnisse; Buchbinderartikel;  Schreibwaren;  Klebstoffe  für  Papier­  und  Schreibwaren  oder  für  Haushaltszwecke;  Künstlerbedarfsartikel;  Pinsel;  Schreibmaschinen  und  Büroartikel  (ausgenommen  Möbel);  Lehr­  und  Unterrichtsmittel  (ausgenommen Apparate); Verpackungsmaterial aus Kunststoff, soweit es in  dieser  Klasse  enthalten  ist;  Drucklettern;  Druckstöcke;  alle  vorgenannten  Waren schweizerischer Herkunft; Fotografien. Klasse 38: Telekommunikation. Klasse  41:  Erziehung;  Ausbildung;  Unterhaltung;  sportliche  und  kulturelle  Aktivitäten. Klasse  42:  Wissenschaftliche  und  technologische  Dienstleistungen  und  Forschungsarbeiten  und  diesbezügliche  Designerdienstleistungen; 

B­2380/2010 industrielle  Analyse­  und  Forschungsdienstleistungen;  Entwurf  und  Entwicklung von Computerhardware und ­software. Klasse 45: Juristische Dienstleistungen. Das  in  der  Marke  enthaltene  Kreuz  wird  gemäss  ihrem  Farbanspruch  weder in Weiss auf rotem Grund noch in rot auf weissem Grund noch in  einer  anderen  zu  Verwechslungen  mit  dem  Schweizerkreuz  oder  dem  Zeichen des Roten Kreuzes führenden Farbe wiedergegeben.  B.  Am 22. Dezember 2008 erhob die Lawfinder GmbH gegen die Eintragung  dieser  Marke  in  den  Klassen  38  und  42  Widerspruch.  Sie  stützte  sich  dabei  auf  ihre  am  16.  Oktober  2007  hinterlegte  und  am  2.  Juli  2008  eingetragene  Schweizer  Wortmarke  Nr. 573'717  "lawfinder".  Sie  beansprucht Schutz für Dienstleistungen der Klassen 35, 38 und 42. Den  Widerspruch stützt sie auf die nachfolgenden Dienstleistungen: Klasse  38:  Dienstleistungen  im  Zusammenhang  mit  einer  Datenbank,  nämlich Übermitteln von Daten; Vermietung oder kostenloses Vermitteln von  Zugriffszeit  zu  Datenbanken;  Verschaffen  des  Zugriffs  auf  Suchmaschinen  und  Hyperverbindungen  zum  Erreichen  von  Daten  und  Informationen  über  globale  Netzwerke;  Datentransfer  (messaging);  Zur  Verfügung  stellen  von  elektronischer Post (Email).  Klasse  42:  Konstruktion  von  Datenbanken;  Entwurf  und  Entwicklung  von  Computersoftware;  Vermietung  oder  kostenloses  Vermitteln  von  Speicherplatz  zur Beherbergung  von Daten  für Dritte; Verschlüsselung und  Entschlüsselung von Daten; Konvertieren von Daten oder Dokumenten von  physischen auf elektronische Medien. Demgegenüber  wird  kein  Schutz  für  Dienstleistungen  der  Klasse  45  beansprucht.  Zur  Begründung  des  Widerspruchs  führte  die  Lawfinder  GmbH  im  Wesentlichen  aus,  die  von  der  angefochtenen  Marke  beanspruchten  Dienstleistungen der Klasse 38 und 42  seien  identisch bzw.  gleichartig.  Die  Verwechslungsgefahr  sei  daher  streng  zu  beurteilen.  Mangels  beschreibendem  Sinngehalt  bezüglich  den  in  Klassen  38  und  42  beanspruchten  Dienstleistungen  sei  die  Widerspruchsmarke  nicht  schwach  kennzeichnungskräftig.  Das  angefochtene  Zeichen  sei  mit  "LexFind"  im  Aufbau  und  Sinngehalt  praktisch  identisch  aufgebaut,  weshalb  sowohl  die  Zeichenähnlichkeit  als  auch  die  Verwechslungsgefahr  zu  bejahen  seien.  Die  weiteren  Markenelemente 

B­2380/2010 der  angefochtenen  Marke  reichten  nicht  aus,  um  eine  Verwechslungsgefahr zu bannen.  C.  In  seiner  Widerspruchsantwort  vom  26.  Februar  2009  beantragte  das  Institut für Föderalismus die kostenfällige Abweisung des Widerspruchs. Zunächst  bestritt  es  die  Gleichartigkeit  der  Dienstleistungen  und  wies  darauf  hin,  dass  die  Widerspruchsmarke  zu  den  schwachen  Marken  gehöre.  Dies  verdeutlichte  es  am  Beispiel  seines  ursprünglich  als  Wortmarke  angemeldeten  Zeichens  "LexFind.ch"  (fig.),  welchem  jedoch  von  der  Vorinstanz  aufgrund  seines  beschreibenden  Charakters  der  Markenschutz  gemäss Art. 2  lit. a MSchG  verweigert wurde. Aus  dieser  Rückweisung der Wortmarke schloss es, dass auch das ähnliche Zeichen  der  Beschwerdeführerin  beschreibend  sei.  Hinsichtlich  der  Zeichenähnlichkeit  unterstrich  es  die  Bedeutung  der  graphischen  Elemente, namentlich der Gestaltung des Schriftzugs und des stilisierten  Globus.  "Law"  und  "Lex"  seien  im  Klang  sehr  unterschiedlich.  Die  Widerspruchsmarke  verwende  nicht  die  schweizerische  Domain.  Die  Ähnlichkeit im Sinngehalt könne die Unterschiede in Klang und Schriftbild  nicht kompensieren, weswegen eine Verwechslungsgefahr zu verneinen  sei.  Ausserdem  wurde  behauptet,  dass  die  angefochtene  Marke  durch  Werbung  und  Internetpräsenz  eine  erhöhte Verkehrsbekanntheit  erlangt  habe, was gegen die Gefahr einer Verwechslung spreche. D.  Mit  Verfügung  vom  3.  März  2009  ersuchte  das  Institut  für  Geistiges  Eigentum (IGE) die Widersprechende,  in  ihrer Replik zu der vom Institut  für  Föderalismus  behaupteten  Kennzeichnungsschwäche  der  Widerspruchsmarke Stellung zu nehmen. E.  In  ihrer  Replik  vom  4.  Mai  2009  hielt  die  Widersprechende  im  Wesentlichen  an  ihren  Ausführungen  fest.  Sie  bestritt  die  erhöhte  Verkehrsbekanntheit  der  angefochtenen  Marke.  Die  tatsächlich  angebotenen  Dienstleistungen,  die  im  Übrigen  der  nicht  streitgegenständlichen  Klasse  45  zuzuordnen  seien,  würden  erst  seit  2007  unter  der  Bezeichnung  "lexfind"  angeboten,  während  das  Projekt  zuvor den Namen "LexGo" getragen habe.

B­2380/2010 F.  Die Widerspruchsgegnerin wandte in ihrer Duplik vom 3. Juli 2009 ein, sie  verwende  das  Zeichen  im  Rahmen  der  innerhalb  der  Klasse  38  beanspruchten  Telekommunikationsdienstleistungen  im  Sinne  von  "Zugang verschaffen zu einer Onlinedatenbank". Durch die Verwendung  dieses  umfassenden  und wenig  konkreten Oberbegriffs würden  die  von  der Widersprechenden  beanspruchten Dienstleistungen  entgegen  deren  Ansicht  in  keiner  Weise  gesperrt.  In  Klasse  42  überschnitten  sich  die  Dienstleistungen  nur  insoweit  als  "Entwurf  und  Entwicklung  von  Computersoftware"  betroffen  sei.  Alle  übrigen  Dienstleistungen  seien  verschieden.  Erneut  betonte  sie,  dass  zwischen  einer  Wort­  und  einer  Kombinationsmarke eine Verwechslungsgefahr nicht  in Betracht komme.  Sie  bestritt  die  Behauptungen  der  Widersprechenden  zur  fehlenden  Verkehrsbekanntheit der angefochtenen Marke. G.  Mit  Entscheid  vom  8.  März  2010  wies  das  IGE  den  Widerspruch  vollumfänglich ab.  Hinsichtlich der von beiden Marken beanspruchten Dienstleistungen ging  die Vorinstanz von Dienstleistungsidentität bzw. –gleichartigkeit aus. Sie  bejahte  die  Ähnlichkeit  der  Zeichen  aufgrund  des  gemeinsamen  Anfangsbuchstabens "L", des Wortstammes "find" und der sinngehaltlich  identischen Silben "law" und "lex". Hingegen verneinte sie mit Hinweis auf  die  Schutzverweigerung  der  Wortmarke  "lexfind.ch"  eine  Verwechslungsgefahr im vorliegenden Fall, denn die angefochtene Marke  sei nur aufgrund der Grafik eingetragen worden. Demzufolge ergebe sich  die Kennzeichnungskraft der angefochtenen Marke in erster Linie aus der  Kombination mit den grafischen Elementen, weshalb sich der Schutz der  Widerspruchsmarke  nicht  auf  den Wortbestandteil  "LexFind"  erstrecken  könne.  In  einem  solchen  Fall  entfalle  in  der  Regel  jegliche  Verwechslungsgefahr  mit  ähnlichen  Wortmarken.  Eine  erhöhte  Verkehrsbekanntheit beider Zeichen sei nicht nachgewiesen worden. H.  Gegen  diese  Verfügung  erhob  die  Lawfinder  GmbH  (im  Folgenden:  Beschwerdeführerin)  am  8.  April  2010  Beschwerde  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht. Die Rechtsbegehren lauten wie folgt:  "1. Der Entscheid der Vorinstanz im Widerspruchsverfahren Nr. 10137 ist  aufzuheben.

B­2380/2010 2.  Das  Widerspruchsbegehren  gemäss  Widerspruch  vom  22.  Oktober  2008  und  Replik  vom  4.  Mai  2009  ist  gutzuheissen,  eventuell  ist  die  Sache zur neuen Beurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen." Zur  Begründung  führt  sie  aus,  die  Vorinstanz  habe  ihren  Anspruch  auf  rechtliches Gehör  verletzt,  indem  sie  die  früher  getroffene  Feststellung,  die  Wortverbindung  "LexFind"  sei  eine  beschreibende  Angabe  für  sämtliche der beanspruchten Dienstleistungen in den Klassen 38 und 42,  auf die Widerspruchsmarke übertragen habe. Letztere sei für die Klassen  38 und 42  indessen nicht beschreibend und besitze daher eine erhöhte  Kennzeichnungskraft.  Sie  habe  diesen  Einwand  in  der  Widerspruchsbegründung vom 22. Dezember 2008  (Ziff. 2.2) und  in der  Replik  vom  4. Mai  2009  (Ziff.  1)  ausführlich  dargelegt.  Die  Vorinstanz  habe  sich  in  der Begründung  der  angefochtenen Verfügung mit  diesem  Argument  nicht  auseinandergesetzt  und  damit  ihren  Anspruch  auf  das  rechtliche  Gehör  verletzt.  Aus  der  in  Bezug  auf  die  Klasse  38  und  42  bestehenden  Kennzeichnungskraft  des  Zeichens  ergebe  sich,  dass  entgegen  der  Auffassung  der  Vorinstanz  den Wortbestandteilen  Schutz  zukomme  und  diese  miteinander  zu  vergleichen  seien.  Eine  erhöhte  Verkehrsbekanntheit  der  Widerspruchsmarke  habe  sie  zu  keinem  Zeitpunkt geltend gemacht. I.  In  ihrer Beschwerdeantwort  vom 26. Mai 2010 beantragt das  Institut  für  Föderalismus  (im  Folgenden:  Beschwerdegegnerin)  die  kostenfällige  Abweisung  der  Beschwerde.  Sie  bestreitet  eine  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs  und  teilt  die Auffassung  der Vorinstanz, wonach  die  Wortzeichen  in  Bezug  auf  die  beanspruchten  Dienstleistungen  beschreibender Natur sind. J.  Mit Eingabe vom 27. Mai 2010  liess sich die Vorinstanz vernehmen und  beantragte ebenfalls die Abweisung der Beschwerde. Sie bestreitet, das  rechtliche  Gehör  der  Beschwerdeführerin  verletzt  zu  haben  und  führt  ergänzend aus, die Begründung einer Behörde müsse sich nicht mit allen  Parteistandpunkten  einlässlich  auseinandersetzen und  jedes Vorbringen  ausdrücklich  widerlegen.  Vielmehr  dürfe  sie  sich  auf  die  wesentlichen  Punkte beschränken.  Im vorliegenden Fall sei sie mit dem Hinweis, das  Wortelement  sei  für  die  beanspruchten  Dienstleistungen  beschreibend,  ihrer  Begründungspflicht  nachgekommen.  Die  Vorinstanz  weist  ausserdem  darauf  hin,  dass  der  Kennzeichnungskraft  im 

B­2380/2010 Widerspruchsverfahren  nur  in  beschränktem Umfang  von Amtes wegen  nachgegangen werden könne. K.  Die  Beschwerdeführerin  replizierte  innert  erstreckter  Frist  mit  Eingabe  vom 14. Juli 2010 unter Aufrechterhaltung der gestellten Anträge. L.  Die Beschwerdegegnerin äusserte sich mit Duplik vom 13. August 2010.  Auch sie hielt an ihrem Antrag und dessen Begründung fest. M.  Die Beschwerdeführerin reichte am 26. August 2010 unaufgefordert eine  Triplik zu den Akten. N.  In  ihrer  Quadruplik  vom  6. September  2010  äusserte  sich  die  Beschwerdegegnerin  zum  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  26. August 2010. O.  Die  Parteien  verzichteten  stillschweigend  auf  die  Durchführung  einer  öffentlichen Parteiverhandlung. P.  Auf die weiteren Vorbringen der Parteien wird, soweit erforderlich, in den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Das Bundesverwaltungsgericht ist zur Beurteilung von Beschwerden  gegen  Entscheide  der  Vorinstanz  in  Widerspruchssachen  zuständig  (Art. 31  und  33  Bst. d  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005 [VGG, SR 173.32]).  1.2. Die Beschwerde wurde  innerhalb der gesetzlichen Frist  von Art. 50  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) am 8. April 2010 formgerecht 

B­2380/2010 eingereicht  (Art. 52  Abs. 1  VwVG)  und  der  verlangte  Kostenvorschuss  rechtzeitig geleistet (Art. 63 Abs. 4 VwVG). 1.3.  Als  Adressatin  der  angefochtenen  Verfügung  ist  die  Beschwerdeführerin beschwert und hat ein schutzwürdiges  Interesse an  ihrer  Aufhebung  oder  Änderung.  Sie  ist  somit  zur  Beschwerdeführung  legitimiert  (Art. 48  Abs. 1  VwVG).  Ebenso  liegen  die  übrigen  Sachurteilsvoraussetzungen gemäss Art. 48 ff. VwVG vor. Auf die Beschwerde ist daher einzutreten.  1.4. Das Bundesverwaltungsgericht hat zudem die Passivlegitimation des  Instituts  für  Förderalismus  der  Universität  Freiburg  i.Ue.  zu  prüfen.  Gemäss Art. 6 VwVG gelten als Parteien unter anderem Personen, deren  Rechte oder Pflichten die Verfügung betreffen soll. Zwar ist das Institut für  Föderalismus  Adressat  der  Widerspruchsverfügung,  indessen  fehlt  ihm  die  Rechtspersönlichkeit,  über  die  juristische  und  natürliche  Personen  verfügen, und welche gemäss Art. 28 Abs. 1 des Markenschutzgesetzes  vom  28. August  1992  (MSchG,  SR  232.11)  zur  Markenhinterlegung  erforderlich  ist  (vgl.  LARA  DORIGO,  in:  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern  2009,  Art. 28  N. 11  ff.).  Gemäss  den  Statuten  des  Instituts  für  Föderalismus vom 4. Februar 2004 handelt es sich beim Institut nicht um  eine  juristische  Person  des  öffentlichen  Rechts  (Systematische  Sammlung  der  Reglemente  und  Gesetze  der  Universität  Freiburg  i.Ue.  4.2.2.2.0,  [Institutsstatuten]).  Diesen  Status  besitzt  nur  die  Universität  Freiburg  i.Ue.  (Art.  3  des  Gesetzes  vom  19. November  1997  über  die  Universität, Systematische Sammlung der Reglemente und Gesetze der  Universität  Freiburg  1.0.1),  welche  jedoch  von  der  Rechtswissenschaftlichen  Fakultät  der  Universität  Freiburg  i.Ue.  und  diese wiederum vom Institut  für Föderalismus wirksam vertreten werden  kann (vgl. Art. 86 der Statuten der Universität Freiburg i.Ue. vom 31. März  2000,  Systematische  Sammlung  der  Reglemente  und  Gesetze  der  Universität  Freiburg  1.0.2).  Die  Vorinstanz  hat  indessen  bereits  in  der  Vergangenheit  die  Hinterlegung  durch  unselbständige  Verwaltungseinheiten  zugelassen  (vgl. DORIGO,  a.a.O., Art. 28 N. 14 mit  Hinweisen;  Richtlinien  in  Markensachen  vom  1.  Januar  2011,  Teil  1,  Ziff. 3.1.3).  Solche  Marken  wären  allenfalls  durch  Auslegung  der  parteifähigen  Trägerschaft,  hier  der  Universität  Freiburg  i.Ue.,  zuzuordnen (EUGEN MARBACH, in: Roland von Büren/Lucas David [Hrsg.],  Schweizerisches  Immaterialgüter­  und  Wettbewerbsrecht,  Bd. III/1, 

B­2380/2010 Markenrecht,  2. Aufl.,  Basel  2009,  [hiernach;  MARBACH,  SIWR  III/1  N. 1049 mit  Hinweisen).  Da  die  Beschwerdegegnerin  jedoch  bereits  im  Widerspruchsverfahren  von  der  Beschwerdeführerin  ins  Recht  gefasst  worden  ist,  kann  ihr  nicht  im  Rechtsmittelverfahren  die  Parteifähigkeit  abgesprochen  werden.  Die  Rechtskonsulentin  der  Beschwerdegegnerin  ist ordnungsgemäss durch den Direktor des  Instituts bevollmächtigt  (vgl.  Art. 10 Abs. 2 der Institutsstatuten; Stellungnahme zum Widerspruch vom  26. Februar 2009, Beilage 1), so dass die Passivlegitimation des Institus  für Föderalismus zu bejahen ist. 2.  2.1. Nach der Legaldefinition von Art. 1 Abs. 1 MSchG  ist die Marke ein  Zeichen  zur  Unterscheidung  von  Waren  oder  Dienstleistungen  verschiedener Unternehmen voneinander. Das Markenrecht entsteht mit  der  Eintragung  ins  Register  und  steht  demjenigen  zu,  der  die  Marke  zuerst  hinterlegt  (Art. 5 f.  MSchG).  Dem  Inhaber  verleiht  es  das  ausschliessliche  Recht,  die  Marke  zur  Kennzeichnung  der  Waren  und  Dienstleistungen,  für  die  sie  beansprucht  wird,  zu  gebrauchen  und  darüber zu verfügen (Art. 13 Abs. 1 MSchG).  Gestützt  auf  Art. 3  Abs. 1  MSchG  kann  der  Inhaber  der  älteren  Marke  Widerspruch gegen entsprechende jüngere Markeneintragungen erheben  (Art. 31  Abs. 1  MSchG).  Vorliegend  erhob  die  ältere  Schweizer  Marke  CH­Nr. 573'717  "lawfinder",  welche  am  16.  Oktober  2007  im  schweizerischen  Markenregister  hinterlegt  und  am  2.  Juli  2008  eingetragen wurde, Widerspruch gegen die am 24. April 2008 hinterlegte  und am 9. Oktober 2008 auf www.swissreg.ch veröffentlichte und damit  jüngere schweizerische Marke CH­Nr. 585'441 "LexFind.ch" (fig.). Der am  22.  Dezember  2008  erhobene  Widerspruch  erfolgte  rechtzeitig  (vgl.  Art. 31  Abs. 2 MSchG).  Erweist  sich  ein Widerspruch  als  begründet,  so  wird die Eintragung ganz oder  teilweise widerrufen, andernfalls wird der  Widerspruch abgewiesen (Art. 33 MSchG).  3.  In der Hauptsache beantragt die Beschwerdeführerin die Aufhebung des  Widerspruchsentscheides  sowie  die  Gutheissung  des  Widerspruchsbegehrens. Eventualiter beantragt sie die Rückweisung des  Verfahrens zur Neubeurteilung an die Vorinstanz.  3.1.  Die  Beschwerdeführerin  macht  vorab  geltend,  ihr  Anspruch  auf  Wahrung  des  rechtlichen  Gehörs  gemäss  Art. 29  Abs.  2  der 

B­2380/2010 Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101) sei verletzt worden. Der Widerspruch beschränke sich  auf  die  Dienstleistungsklassen  38  und  42.  Die  Vorinstanz  habe  beim  Erlass  der  Verfügung  nicht  berücksichtigt,  dass  sie  gerügt  habe,  die  Marke  "Lawfinder"  sei  für  die  Dienstleistungen  der  Klassen  38  und  42,  nicht  beschreibend  und  daher  normal  kennzeichnungskräftig.  Die  Vorinstanz  habe  sich  mit  diesem  Umstand  nicht  auseinandergesetzt,  sondern  ihre  (unangefochten  gebliebene)  Beurteilung  im  Eintragungsverfahren  betreffend  die  angefochtene  Marke  übernommen  und  sodann  wegen  des  gemeinfreien  Charakters  der  Wortelemente  beider Zeichen deren geringe Kennzeichnungskraft angenommen und mit  dieser Begründung die Verwechslungsgefahr ausgeschlossen. 3.2.  Der  verfassungsmässige  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art. 29  Abs. 2 BV) umfasst nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts  namentlich  das  Recht  auf  vorgängige  Anhörung  des  Rechtssuchenden  (BGE  135  I  279  E.  2.3  mit  Hinweisen)  und  wird  durch  Art. 30  VwVG  konkretisiert.  Im Verwaltungsverfahren besteht Anspruch auf vorgängige  Anhörung  in  Bezug  auf  die  rechtliche  Begründung  nur  dann,  wenn  die  Behörde  ihren  Entscheid  auf  einen  nicht  voraussehbaren  Rechtsgrund  stützen will (vgl. etwa PATRICK SUTTER, in: Auer/Müller/ Schindler [Hrsg.],  Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich 2008, Rz. 1 zu Art. 30 VwVG mit Hinweisen; vgl. auch Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5518/2007  vom  18. April  2008  E. 2.2  Peach Mallow mit Hinweisen).  3.3. Dem Anspruch auf vorherige Anhörung ist im vorliegenden Fall ohne  weiteres Genüge getan worden. Die Beschwerdegegnerin hat bereits mit  Stellungnahme vom 26. Februar 2009 auf die im Eintragungsverfahren für  die  angefochtene  Marke  festgestellte,  gemeingutbedingte  Kennzeichnungsschwäche  des Wortbestandteils  Bezug  genommen.  Die  Vorinstanz  hat  daraufhin  die  Beschwerdeführerin  mit  Schreiben  vom  3. März 2009 aufgefordert,  in  ihrer Replik zur Kennzeichnungsschwäche  Stellung  zu  nehmen,  was  diese  –  allerdings  nur  in  geringem Umfang –  auch  getan  hat  (Replik  im  Widerspruchsverfahren  vom  4. Mai  2009).  Demnach  kann  sich  die  Beschwerdeführerin  jedenfalls  nicht  auf  den  Standpunkt  stellen,  es  sei  aus  ihrer  Sicht  nicht  zu  erwarten  gewesen,  dass  die  Vorinstanz  aus  dem  Eintragungsverfahren  bezüglich  einer  Vorläuferin  der  angefochtenen  Marke  möglicherweise  auf  die  Kennzeichnungsschwäche  der  Wortelemente  beider  Marken  als 

B­2380/2010 Grundlage  für  die  Verneinung  der  Verwechslungsgefahr  schliessen  würde. 3.4. Des Weiteren rügt die Beschwerdeführerin, ihre Vorbringen seien im  Sinne der Verletzung der Begründungspflicht nicht berücksichtigt worden  (Beschwerde,  S.  1  f.).  Demnach  stellt  sich  die  Frage,  ob  die  Begründungsdichte  in Bezug auf die von der Vorinstanz erörterte Frage,  ob  die  Widerspruchsmarke  für  die  in  den  Klassen  38  und  42  beanspruchten  Dienstleistungen  beschreibend  sei,  dem  verfassungsrechtlichen Mindeststandard genügt. 3.5.  Der  verfassungsmässige  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art.  29  Abs. 2 BV) umfasst nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichts  nebst  dem  Recht  auf  vorgängige  Anhörung  auch  den  Anspruch  auf  Prüfung  des  Vorgetragenen;  die  Behörde  hat  die  Vorbringen  des  Rechtssuchenden in ihrer Entscheidfindung zu berücksichtigen (BGE 136  I  229  E.  5.2  S.  236  mit  Hinweisen).  Wesentlicher  Bestandteil  des  Anspruchs auf rechtliches Gehör ist demnach die Begründungspflicht. Die  Begründung  soll  insbesondere  dem  Betroffenen  ermöglichen,  die  Verfügung  gegebenenfalls  sachgerecht  anzufechten.  In  diesem  Sinn  müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen  sich  die  Behörde  hat  leiten  lassen  und  auf  welche  sich  ihr  Entscheid  stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder  Behauptung  zum  Sachverhalt  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  muss.  Vielmehr  kann  sie  sich  auf  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  (BGE  133  I  270  E. 3.1 mit Hinweisen).  3.6.  Zunächst  ist  in  Bezug  auf  den  Sachverhalt  festzustellen,  dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdegegnerin  im  Rahmen  eines  früheren  Eintragungsgesuchs  (Nr.  54821/2007)  mit  Schreiben  vom  19. Oktober  2007 darauf aufmerksam gemacht hat, dass die blosse Wortmarke "Lex­ Find"  "eine  beschreibende  Angabe  der  Art  und  der  Zweckbestimmung  eines  grossen  Teils  der  Dienstleistungen"  darstelle.  Auf  diese  Feststellung hat die Vorinstanz im Rahmen des Widerspruchsentscheids  zwar Bezug genommen (angefochtener Entscheid, S. 6). Indessen ist sie  auf den Hinweis der Beschwerdeführerin, wonach sich der Widerspruch  nur auf die Klassen 38 und 42 beziehe, für welche sie beide Zeichen (im  Unterschied  zur  Klasse  45)  als  nicht  beschreibend  ansehe,  nicht  näher  eingegangen.  Der  Beschwerdeführerin  ist  dahingehend  zuzustimmen,  dass  es  zu  begrüssen  gewesen  wäre,  wenn  das  IGE  sich  in  der 

B­2380/2010 Begründung  des  angefochtenen  Entscheides  mit  der  seitens  der  Beschwerdeführerin  aufgeworfenen  Frage  befasst  hätte.  Das  bedeutet  aber nicht, dass im Verzicht auf das entsprechende Begründungselement  eine  Unterschreitung  des  verfassungsrechtlichen  Mindeststandards  in  Bezug  auf  die  geforderte  Begründungsdichte  zu  sehen  wäre.  Ob  die  Vorinstanz die Widerspruchsmarke für die Klassen 38 und 42 zu Unrecht  als  beschreibend  bezeichnet  hat,  ist  Gegenstand  der  materiellen  Beurteilung  (vgl.  dazu  insb.  E.  7.2  hiernach).  Ein  verfassungsrechtlich  relevanter  Begründungsmangel  würde  demgegenüber  jedenfalls  vorliegen,  wenn  sich  die  Vorinstanz  trotz  festgestellter  Dienstleistungsgleichartigkeit  nicht  zum  Schutzumfang  der  auf  Verwechselbarkeit zu prüfenden Zeichen äussern würde, wovon indessen  vorliegend keine Rede sein kann. 3.7. Zusammenfassend ergibt sich, dass die Beschwerdeführerin mit ihrer  Rüge,  das  rechtliche  Gehör  sei  verletzt,  sowohl  in  Bezug  auf  die  Anhörung  im  vorinstanzlichen  Verfahren  als  auch  in  Bezug  auf  die  Mindestanforderungen  betreffend  die  Begründung  des  angefochtenen  Entscheids nicht durchdringt.  4.  Materiell  rügt  die  Beschwerdeführerin,  die  Vorinstanz  habe  die  Verwechslungsgefahr zu Unrecht verneint.  4.1. Zeichen sind gemäss Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG vom Markenschutz  ausgeschlossen,  wenn  sie  einer  älteren  Marke  ähnlich  und  für  gleiche  oder  gleichartige  Waren  oder  Dienstleistungen  registriert  sind,  so  dass  sich  daraus  eine  Verwechslungsgefahr  ergibt.  Die  Beurteilung  der  Verwechslungsgefahr  richtet  sich  nach  der  Ähnlichkeit  der  Zeichen  im  Erinnerungsbild  des  Letztabnehmers  (BGE  121  III  378  E.  2a –  BOSS/BOKS,  BGE  119  II  473  E.  2d  –  Radion/Radiomat;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7934/2007  vom  26.  August  2009  E.  2.1  Fructa/Fructaid,  B­3578/2007  vom  31.  Oktober  2007  E.  2  Focus/Pure  Focus, B­7492/2006 vom 12. Juli 2007 E. 3 Aromata/Aromathera; siehe  auch MARBACH, SIWR III/1, N. 867) und nach dem Mass an Gleichartigkeit  zwischen den geschützten Waren und Dienstleistungen. Zwischen diesen  beiden Elementen besteht eine Wechselwirkung: An die Verschiedenheit  der Zeichen sind umso höhere Anforderungen zu stellen, je ähnlicher die  Waren und/oder Dienstleistungen sind, und umgekehrt (LUCAS DAVID,  in:  Kommentar  zum  schweizerischen  Privatrecht, 

B­2380/2010 Markenschutzgesetz/Muster­  und  Modellgesetz,  2. Aufl.,  Basel  1999,  MSchG Art. 3 N. 8).  4.2. Für die Beurteilung der Verwechslungsgefahr gemäss Art. 3 Abs. 1  MSchG  ist  ausschlaggebend,  ob  aufgrund  der  Ähnlichkeit  Fehlzurechnungen  zu  befürchten  sind,  welche  das  besser  berechtigte  Zeichen in seiner Individualisierungsfunktion gefährden (BGE 127 III 166  E.  2a  –  Securitas).  Eine  Verwechslungsgefahr  ist  anzunehmen,  wenn  eines  der  zu  vergleichenden  Zeichen  für  das  andere  gehalten  wird  ("unmittelbare  Verwechslungsgefahr"),  aber  auch  dann,  wenn  die  massgeblichen  Verkehrskreise  die  Zeichen  zwar  auseinanderhalten,  dahinter  aber  unrichtige  wirtschaftliche  Zusammenhänge  vermuten  und  namentlich  annehmen,  dass  beide  gekennzeichneten  Angebote  aus  demselben  Unternehmen  stammen  ("mittelbare  Verwechslungsgefahr",  vgl.  BGE  128  III  97  f.  E.  2a  Orfina/Orfina,  BGE  127  III  166  E.  2a –  Securitas,  Entscheid  des  Bundesgerichts  4C.171/2001  vom  5.  Oktober  2001 E. 1b – Stoxx/StockX  [fig.],  veröffentlicht  in sic! 2002 S. 99  , BGE  122 III 382 ff. – Kamillosan).  4.3. Damit  eine  Verwechslungsgefahr  droht, müssen  aber  noch weitere  Faktoren  hinzukommen.  Zu  berücksichtigen  sind  im  Einzelfall  der  Aufmerksamkeitsgrad,  mit  dem  die  Abnehmer  bestimmte  Waren  oder  Dienstleistungen  nachfragen,  sowie  die  Kennzeichnungskraft,  da  diese  massgeblich  den Schutzumfang  einer Marke  bestimmt  (GALLUS  JOLLER,  in:  Michael  G.  Noth/Gregor  Bühler/Florent  Thouvenin  [Hrsg.],  Markenschutzgesetz  [MSchG],  Bern  2009,  Art. 3  N. 45;  siehe  auch  CHRISTOPH  WILLI,  in:  Markenschutzgesetz,  Kommentar  zum  schweizerischen  Markenrecht  unter  Berücksichtigung  des  europäischen  und  internationalen  Markenrechts,  Zürich  2002,  Art. 3,  N. 17 ff.).  Für  schwächere Marken ist der geschützte Ähnlichkeitsbereich kleiner als für  starke.  Bei  schwachen  Marken  genügen  daher  schon  bescheidenere  Abweichungen,  um  eine  hinreichende  Unterscheidbarkeit  zu  schaffen  (BGE  122  III  382  E.  2a  –  Kamillosan;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008  vom  3. November  2010 E.  3.3  R  Rothmans  [fig.]/Roseman  Crown  Agencies  KING  SIZE  [fig.],  B­ 2653/2008  vom  1. Dezember  2008 E.  3.3 monari  c./ANNA MOLINARI).  Als  schwach  gelten  insbesondere  Marken,  deren  wesentliche  Bestandteile sich eng an Sachbegriffe des allgemeinen Sprachgebrauchs  anlehnen  (BVGE  2010/32  E.  7.3  Pernaton/Pernadol  400,  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  5  Aromata/Aromathera).  Stark  sind  demgegenüber  Marken,  die  entweder 

B­2380/2010 aufgrund ihres fantasiehaften Gehalts auffallen oder aber sich im Verkehr  durchgesetzt haben (BGE 122 III 382 E. 2a – Kamillosan, mit Hinweisen;  Urteil  vom  Bundesgericht  4C.258/2004  vom  6.  Oktober  2004  E.  2.2 –  Yello;  MARBACH,  SIWR  III/1.,  N.  979  mit  Hinweis  auf  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts B­7475/2006  vom 20.  Juni  2007 E.  6 und 7  Converse All Stars [fig.]/Army tex [fig.] und Entscheid der Eidgenössische  Rekurskommission für Geistiges Eigentum [RKGE] vom 26. Oktober 2006  E. 7 Red Bull [fig.]/Red, Red Devil, veröffentlicht in sic! 2007 S. 531). Die  Verwechselbarkeit  zweier  Zeichen  ist  daher  nicht  aufgrund  eines  abstrakten  Zeichenvergleichs,  sondern  stets  vor  dem  Hintergrund  der  gesamten Umstände zu beurteilen (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  B­6046/2008 vom 3. November 2010 R Rothmans [fig] / Roseman Crown  Agencies KING SIZE [fig.]).  5.  Als erstes sind die massgeblichen Verkehrskreise für die im Widerspruch  stehenden  Dienstleistungen  zu  bestimmen  (EUGEN  MARBACH,  Die  Verkehrskreise  im  Markenrecht,  in:  sic!  2007,  [hiernach:  MARBACH,  Verkehrskreise], S.  1,  6  f.  und 11). Der Verkehrskreis  bestimmt sich  für  die Frage der Verwechslungsgefahr nach den mutmasslichen Abnehmern  der  Dienstleistungen  (MARBACH,  Verkehrskreise,  S.  5  f.).  Die  in  der  Klasse  38  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Telekommunikation  richten  sich  im  Falle  beider Marken  sowohl  an  Fachkreise  als  auch  an  Durchschnittskonsumenten  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 6665/2010  vom  21. Juli  2011 E. 6 HOME BOX OFFICE/BOX OFFICE).  Gleiches  gilt  auch  für  die  jeweils  in  Klasse  42  beanspruchten  Dienstleistungen:  Während  vor  allem  die  wissenschaftlichen  und  industriellen  Dienstleistungen  sich  vornehmlich  an  Fachkreise  richten,  werden Software­ und Hardware­Entwicklungsdienstleistungen auch von  Durchschnittskonsumenten  in  Anspruch  genommen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­6748/2008  vom  16.  Juli  2009  E. 8  XPERTSELECT).  Es  sind  daher  für  einen  Teil  der  beanspruchten  Dienstleistungen  in den Klassen 38 und 42 vornehmlich Fachkreise und  für den anderen Teil auch Durchschnittskonsumenten als massgebende  Verkehrskreise  anzusehen,  wobei  vorliegend  aufgrund  der  nachstehenden Erwägungen offen  bleiben  kann, wie  die  beanspruchten  Dienstleistungen zu differenzieren sind.  6.  Im  Folgenden  gilt  es  die  Gleichartigkeit  der  beanspruchten  Dienstleistungen zu überprüfen. 

B­2380/2010 6.1. Beschwerdeführerin  und Vorinstanz  gehen  übereinstimmend  davon  aus,  dass  die  für  die  konfligierenden  Zeichen  beanspruchten  Dienstleistungen  gleichartig  sind  (vgl.  Beschwerde,  S.  2;  Widerspruchsentscheid  III.B.2­4).  Die  Beschwerdegegnerin  ihrerseits  bestreitet  in  ihren  Ausführungen  die  Gleichartigkeit  der  betroffenen  Dienstleistungen  in den Klassen 38 und 42  (Beschwerdeantwort, Teil B,  Ziff. 1 und Duplik, Teil II/B, Ziff. 1 ff.). Mit Hinweis auf die Rechtsprechung  (Entscheid  der  RKGE  vom  6.  Mai  2003  E. 7  TNT  [fig.]/TNT  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2004  S. 231)  stellt  sie  in  Abrede,  dass  die  von  ihr  gewählten  Oberbegriffe  "Telekommunikation"  in  Klasse  38  und  "wissenschaftliche  und  technologische  Dienstleistungen  und  Forschungsarbeiten  und  diesbezügliche  Designerdienstleistungen;  industrielle  Analyse­  und  Forschungsdienstleistungen;  Entwurf  und  Entwicklung  von  Computerhardware  und  ­software"  in  Klasse  42  von  vornherein  alle  konkret  bezeichneten  Unterbegriffe  einer  Klasse  und  damit  die  von  der  Beschwerdeführerin  beanspruchten  Dienstleistungen  umfassen.  Diese  Rechtsprechung  bezog  sich  jedoch  darauf,  ob  Telekommunikationsdienstleistungen einerseits und Waren der Klasse 9  andererseits  gleichartig  sein  können.  Da  die  vorliegend  in  Streit  stehenden  Dienstleistungen  identischen  Dienstleistungsklassen  angehören,  kann nicht  gesagt werden,  diese hätten  im Sinne der  zuvor  zitierten Rechtsprechung nur entfernt etwas miteinander zu tun. 6.2.  Es  ist  entgegen  der  Meinung  der  Beschwerdegegnerin  darauf  zu  verweisen, dass Dienstleistungen gleichartig sind, wenn sie dem selben  Markt zuzurechnen sind (MARBACH, SIWR III/1, N. 851  f.). Entscheidend  ist,  ob der Abnehmer  sich  vorstellt,  dass die Dienstleistungen aus einer  Hand  als  sinnvolles  Leistungspaket  erbracht werden  können  (Entscheid  der  RKGE  vom  11. Dezember  2002  E. 4 Visart/Visarte,  veröffentlicht  in  sic!  2003  S.  343).  Verwendet  ein  Markeninhaber  dabei  Oberbegriffe,  erhöht er das Risiko eines Konflikts mit anderen Marken (DORIGO, a.a.O.,  Art. 28 N. 67; MARBACH, SIWR III/1, N. 803 mit Hinweis auf den Entscheid  der RKGE, veröffentlicht in sic! 2003 S. 34,1 E. 6 Montega [fig.]/Montego  bei dem eine Gleichartigkeit von Kleidern und Lederwaren angenommen  wurde,  da  die  unter  Lederwaren  fallenden  Handtaschen  und  Reisetaschen  als  den  Kleidern  gleichende  Waren  angesehen  wurden).  Insoweit  also  eine  Dienstleistung  unter  den  von  einer  Partei  beanspruchten Oberbegriff einer Dienstleistungsklasse subsumierbar  ist,  besteht  kein  Zweifel,  dass  die  Konsumenten  die  jeweils  beanspruchten  Dienstleistungen als gleichartig einordnen. 

B­2380/2010 6.3. Der Begriff  "Telekommunikation"  ist ein Sammelbegriff  für sämtliche  Formen der Informationsübertragung mit Anlagen der Nachrichtentechnik  wie  Datenfernübertragung,  Rundfunk,  Telefonie,  Telegrafie  (DER  BROCKHAUS  MULTIMEDIAL,  Mannheim  2008,  Eintrag  zu  "Telekommunikationsdienste"). Als  "Telekommunikationsdienste" werden  alle  Dienstleistungsangebote  im  Bereich  der  Telekommunikation,  insbesondere  die  Telefonie  und  Datenfernübertragung  wie  Internet,  bezeichnet  (F. A. Brockhaus,  2008).  Damit  fallen  die  von  der  Beschwerdeführerin  in  Klasse  38  beanspruchten  Dienstleistungen  "Dienstleistungen  im  Zusammenhang  mit  einer  Datenbank,  nämlich  Übermitteln  von  Daten;  Vermietung  oder  kostenloses  Vermitteln  von  Zugriffszeit  zu  Datenbanken;  Verschaffen  des  Zugriffs  auf  Suchmaschinen  und Hyperverbindungen  zum Erreichen  von Daten  und  Informationen  über  globale  Netzwerke;  Datentransfer  (messaging);  Zurverfügungstellen  von  elektronischer  Post  (Email)",  bei  welchen  die  Datenübertragung  im  Vordergrund  steht,  unter  den  Begriff  der  Telekommunikation.  Im  Einklang  mit  der  Vorinstanz  sind  die  von  der  Beschwerdeführerin  beanspruchten  Dienstleistungen  der  Klasse  38  als  mit  dem  von  der  Beschwerdegegnerin  beanspruchten  Obergbegriff  "Telekommunikation" gleichartig zu qualifizieren.  6.4.  Bezüglich  der  Klasse  42  ist  einzig  die  Identität  der  von  beiden  beanspruchten  Dienstleistung  "Entwurf  und  Entwicklung  von  Computersoftware"  sowie  die Gleichartigkeit  der Dienstleistung  "Entwurf  und  Entwicklung  von  Computerhardware"  mit  diesem  Oberbegriff  unbestritten. Entgegen der Ansicht der Beschwerdegegnerin (Duplik, Teil  II/B,  Ziff. 2 f.),  ist  hingegen  bei  der  Qualifikation  der  Dienstleistungen  "Konstruktion von Datenbanken; Vermietung oder kostenloses Vermitteln  von  Speicherplatz  zur  Beherbergung  von  Daten  für  Dritte;  Verschlüsselung  und  Entschlüsselung  von  Daten;  Konvertieren  von  Daten  oder  Dokumenten  von  physischen  auf  elektronische  Medien",  welche von der Beschwerdeführerin beansprucht werden, im Einklang mit  der  Vorinstanz  auf  eine  Gleichartigkeit  mit  den  von  der  Beschwerdegegnerin  beanspruchten  Oberbegriffen  "Wissenschaftliche  und  technologische  Dienstleistungen  und  Forschungsarbeiten  und  diesbezügliche  Designerdienstleistungen;  industrielle  Analyse­  und  Forschungsdienstleistungen"  zu  schliessen,  da  sie  im  Rahmen  von  wissenschaftlichen,  technologischen  und  Forschungsdienstleistungen  erbracht  werden.  Diese  Dienstleistungen  können  demnach  vom  selben  Anbieter  stammen, weshalb  eine Gleichartigkeit  zu  bejahen  ist  (JOLLER,  a.a.O., Art. 3 N. 287 f.). 

B­2380/2010 7.  Angesichts  der  Dienstleistungsgleichartigkeit  gilt  es  nun  zu  prüfen,  ob  vorliegend  eine  Zeichenähnlichkeit  besteht. Wird  eine  solche  bejaht,  so  ist  wie  unter  E. 4.2  hiervor  ausgeführt,  zu  klären,  welche  Kennzeichnungskraft  der  Widerspruchsmarke  zukommt  und  damit  wie  ähnlich die Marken sein dürfen, die jene neben sich zu dulden hat. 7.1.1. Entscheidend bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zweier Zeichen ist  der  Gesamteindruck,  den  die  Zeichen  bei  den  massgebenden  Verkehrskreisen  hinterlassen  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 864).  Beim  Zeichenvergleich  ist  von  den  Eintragungen  im  Register  auszugehen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5325/2007  vom  12. November  2007 E.  3 Adwista/ad­vista mit  Hinweisen;  siehe  auch MARBACH,  SIWR  III/1, N. 705),  doch  gilt  es  zu  berücksichtigen,  dass  das  angesprochene  Publikum die beiden Marken  in der Regel nicht gleichzeitig vor sich hat.  Deshalb  ist auf das Erinnerungsbild abzustellen, welches die Abnehmer  von den eingetragenen Marken bewahren (Entscheid der RKGE vom 27.  April  2006  E.  6  O  [fig.],  veröffentlicht  in  sic!  2006  S.  673  f.).  Diesem  Erinnerungsbild haftet zwangsläufig eine gewisse Verschwommenheit an  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 867 f.),  weshalb  es  wesentlich  durch  das  Erscheinungsbild  der  kennzeichnungskräftigen Markenelemente  geprägt  wird  (BGE 122  III  386 E. 2a – Kamillosan). Schwache oder gemeinfreie  Markenbestandteile  dürfen  jedoch  bei  der  Beurteilung  der  Markenähnlichkeit  nicht  einfach  ausgeblendet  werden  (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 866  mit  Hinweis  auf  BGE  122  III  382  E.  5b  – Kamillosan  und  WILLI, a.a.O., Art. 3, N. 65). Vielmehr ist  im Einzelfall zu entscheiden, ob  und  inwieweit  dieselben  das  Markenbild  ungeachtet  ihrer  Schwäche  beeinflussen (MARBACH, SIWR III/1, N. 865 mit Hinweis auf das Urteil des  Bundesverwaltungsgericht  B­1085/2008  vom  13.  November  2008  Red  Bull/Stierbräu).  Eine  Differenzierung  und  damit  eine  Gewichtung  der  Zeichenelemente  ist  zulässig  (MARBACH,  SIWR  III/1, N. 866 mit Hinweis  auf BGE 96 II 400 – Eden Club).  7.1.2.  Für  Kollisionsfälle  zwischen  komplexen  Marken,  beispielsweise  kombinierten Wort­/Bildmarken, können keine absoluten Regeln darüber  aufgestellt werden, welchem Zeichenelement auf der einen oder anderen  Seite die für den Gesamteindruck prägende Bedeutung zukommt. Enthält  eine Marke sowohl kennzeichnungskräftige Wort­ als auch Bildelemente,  können diese das Erinnerungsbild gleichermassen prägen. Entsprechend  kann bereits angesichts einer hohen Zeichenähnlichkeit in Bezug auf das  Wort­  oder  das  Bildelement  eine  Verwechslungsgefahr  resultieren 

B­2380/2010 (MARBACH,  SIWR  III/1,  N. 930 f.).  Sind  die  Bildelemente  einer  kombinierten Wort­/Bildmarke nur wenig kennzeichnungskräftig, treten sie  beim  Zeichenvergleich  in  den  Hintergrund  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­5390/2009  vom  17.  August  2010  E. 6  ORPHAN EUROPE (fig.)/ORPHAN INTERNATIONAL). 7.1.3.  Die  Wortelemente  von  Marken  sind  nach  folgenden  Kriterien  miteinander zu vergleichen: Zu beachten sind ihr Klang und ihr Schriftbild,  gegebenenfalls  auch  ihr  Sinngehalt.  Das  Silbenmass,  die  Aussprachekadenz  und  die  Aufeinanderfolge  der  Vokale  prägen  insbesondere  den  Klang,  während  das  Schriftbild  vor  allem  durch  die  Wortlänge  und  durch  die  Eigenheiten  der  verwendeten  Buchstaben  bestimmt  wird  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  4  Aromata/Aromathera  mit  Hinweisen).  Bei  reinen  Wortmarken  genügt  grundsätzlich  schon  eine  Übereinstimmung  unter  einem der drei genannten Gesichtspunkten, um die Zeichenähnlichkeit zu  bejahen.  Ein  klar  erkennbarer,  unterschiedlicher  Sinngehalt  im  Widerspruch  stehender  Marken  kann  eine  festgestellte  visuelle  oder  akustische Ähnlichkeit jedoch wettmachen. Dazu reicht es aber nicht aus,  dass  der  Sinngehalt  der  einen  Marke  demjenigen  der  anderen  nicht  entspricht,  sondern  es  ist  ein  Sinngehalt  erforderlich,  der  sich  den  Wahrnehmenden  sofort  und  unwillkürlich  aufdrängt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts B­7460/2006 vom 6. Juli 2007 E. 6 Adia/Aida  Jobs,  Aida  Personal,  Entscheid  der  RKGE  vom  10.  März  2006  E.  7  Minergie/Sinnergie  mit  weiteren  Hinweisen,  veröffentlicht  in  sic!  2006  S. 413).  Diese  Kriterien  sind  im  Folgenden  bezogen  auf  die  im  Streit  stehenden Marken zu untersuchen. 7.2.  Im  vorliegenden  Fall  stehen  sich  die  Zeichen  "lawfinder"  und  "LexFind.ch  (fig.)"  gegenüber.  Während  es  sich  bei  der  Widerspruchsmarke  "lawfinder"  um  eine  Wortmarke  handelt,  weist  die  angefochtene  Marke  "LexFind.ch  (fig)"  nebst  einer  Kursivschrift  auch  figurative  Elemente  auf.  Unter  dem Wortelement  kommen  nämlich  eine  Weltkugel, ein schräges  "F" mit  integriertem Schweizer Kreuz sowie ein  "S"  in  stilisierter  Ausgestaltung  zu  stehen.  Weiter  sind  bei  der  angefochtenen  Marke  im  zusammengeschriebenen  Wortelement  "LexFind"  die  beiden  Buchstaben  "L"  und  "F"  in  "LexFind"  in  Majuskel  geschrieben.  Diesem  Wortelement  ist  schliesslich  der  schweizerische  Top­Level­Domain  ".ch"  angehängt.  Das  gesamte  Zeichen  ist  hellgrau  unterlegt. 

B­2380/2010 7.3.  Beide  Marken  bestehen  in  ihren  Wortelementen  aus  dreisilbigen  Wortkombinationen, bei welchen die Betonung auf der ersten Silbe liegt.  Die  Vokalfolge  der  Widerspruchsmarke  lautet  A­I­E,  jene  der  angefochtenen  Marke  E­I.  Dagegen  stehen  sich  bei  der  Konsonantenfolge  L­W­F­N­D­R  und  L­X­F­N­D­C­H  gegenüber.  Gemeinsam  ist  beiden  Zeichen  der  Mittelteil  der  jeweiligen  Wortkombinationen,  nämlich  das  Element  "find­".  Eine  klangliche  Überstimmung besteht daher beim Anfangsbuchstaben "L", dem zweiten  Vokal  "i" sowie der Konsonantenfolge F­N­D  im Mittelteil. Die Endungen  "er" einerseits und ".ch" andererseits dürften kaum ins Gewicht fallen, da  sie  weder  betont  sind,  noch  in  anderer  Weise  vermöchten,  die  Aufmerksamkeit der Konsumenten auf sich zu ziehen (vgl. dazu JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  N. 153;  zur  geringen  Relevanz  sogar  identischer  Schlusssilben  vgl.  auch  BGE  112  II  362  E. 2  Seccolino/Escolino;  Entscheid  der  RKGE  vom  5.  August  2003  E. 4  Seropram/Citopram,  veröffentlicht  in  sic!  2003,  973 ff.).  Damit  ist  von  einer  Ähnlichkeit  im  Wortklang auszugehen.  7.4.    Weiter  weisen  die  Wortelemente  der  Marken  die  gleiche  Zeichenanzahl  auf,  nämlich  9.  Identisch  sind  bei  beiden  Zeichen  wie  vorstehend ausgeführt, die Anfangsbuchstaben sowie der Mittelteil  "find"  der  Wortkombinationen.  Hingegen  sind  die  Marken,  wie  unter  E. 7.2  ausgeführt,  verschieden  gestaltet:  während  die  Marke  der  Beschwerdeführerin  als  Wortmarke  angemeldet  ist,  setzt  sich  die  angefochtene  Marke  aus  verschiedenen  Markenbestandteilen  zusammen. So prägen die grafischen Elemente den Gesamteindruck der  angefochtenen Marke trotz ihrer dekorativer Natur mit. Es bestehen daher  Unterschiede im Schriftbild beider Zeichen. 7.5.  Die  Marken  "lawfinder"  und  "LexFind.ch  (fig.)"  sind  in  ihrem  Sinngehalt ähnlich. Zwar ist zu berücksichtigen, dass das englische "law"  anders als das  lateinische "Lex" nicht nur  für das Gesetz, sondern auch  für  Recht  und  Rechtswissenschaften  steht  (Langenscheidts  Grosswörterbuch Lateinisch, Teil  1,  Lateinisch­Deutsch,  25. Aufl., Berlin  1996,  S. 434;  Wörterbuch  für  Recht,  Wirtschaft  und  Politik,  Teil  1  Englisch­Deutsch,  Clara­Erika  Dietl/Egon  Lorenz  [Hrsg.],  5.  Aufl.,  München  1990,  S.  452).  Es  kann  indessen  offen  bleiben,  inwiefern  der  Durchschnittskonsument  im vorliegenden Zusammenhang diese Nuance  in Bezug auf den Sinngehalt erkennt und  reflektiert. Denn  insbesondere  in Kombination mit dem Wortstamm "find­" erscheint die Bedeutung des  Gesetzes  für  den  Bestandteil  "law"  in  Bezug  auf  die  beantragten 

B­2380/2010 Dienstleistungen  jedenfalls  naheliegend.  Die  der  angefochtenen  Marke  hinzugefügten  grafischen  Elemente  führen  nicht  zu  einer  geänderten  Bedeutung  des  im  Vordergrund  stehenden Wortelementes.  Die Marken  lassen  sich  daher  als  "Gesetzesfinder"  (lawfinder)  und  "Gesetzefinden"  (LexFind.ch)  übersetzen  und  sind  damit  als  im  Sinngehalt  ähnlich  anzusehen. 7.6.  Besteht  wie  im  vorliegenden  Fall  bereits  eine  Zeichenähnlichkeit  aufgrund des Wortklanges, so  führt die zusätzliche Übereinstimmung  im  Sinngehalt  zu einer Verstärkung der Zeichenähnlichkeit  (JOLLER,  a.a.O.,  Art.  3,  N.  159  f.  mit  Hinweisen).  Die  figurativen  Elemente  der  angefochtenen  Marke  prägen  deren  Gesamteindruck  in  der  Erinnerung  angesichts  ihrer  dekorativen  Funktion  nicht  in  einem  so  hohen  Masse,  dass sie die Zeichenähnlichkeit zu beseitigen vermögen. Es  ist daher  in  Übereinstimmung  mit  allen  Verfahrensbeteiligten  (vgl.  insbesondere  Beschwerde, II. 2.) von einer Zeichenähnlichkeit auszugehen.  8.  Schliesslich ist in einem wertenden Gesamtblick zu entscheiden, ob eine  Verwechslungsgefahr  im Sinne von Art. 3 Abs. 1 Bst. c MSchG besteht.  Dazu  ist  zunächst  der  Schutzumfang  der  Widerspruchsmarke  zu  bestimmen.  Dieser  bemisst  sich  nach  deren  Kennzeichnungskraft.  Der  geschützte  Ähnlichkeitsbereich  für  schwache  Marken  ist  kleiner  als  für  starke.  Bei  schwachen  Marken  genügen  daher  schon  bescheidenere  Abweichungen,  um  eine  ausreichende  Unterscheidbarkeit  zu  bewirken  (BGE  122  III  385  E.  2a  Kamillosan/Kamillon,  Kamillan;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5440/2008  vom  24.  Juli  2009  E.  4  jump  [fig.]/JUMPMAN,  B­1427/2007  vom  28.  Februar  2008  E. 6.1  Kremlyovskaya/Kremlyevka  mit  Hinweisen,  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E. 6  Aromata/Aromathera).  Stark  sind  Marken,  die  entweder  aufgrund ihres fantasiehaften Gehalts auffallen oder aber sich im Verkehr  durchgesetzt  haben  (BGE  122  III  385  E.  2a  Kamillosan/Kamillon,  Kamillan  mit  Hinweisen;  MARBACH,  SIWR  III/1,  N.  979  mit  Hinweis  auf  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­7475/2006  vom  20.  Juni  2007  E. 6  und  7  Converse  All  Stars  [fig.]/Army  tex  [fig.]  und  Entscheid  der  RKGE  vom  26. Oktober  2006  E.  7  Red  Bull  [fig.]/Red,  Red  Devil,  veröffentlicht  in  sic!  2007  S.  531).  Als  schwach  gelten  demgegenüber  Marken, die sich eng an Sachbegriffe des allgemeinen Sprachgebrauchs  anlehnen oder durch eine allgemein gebräuchlichen Bezeichnung für die  in Frage stehenden Waren und Dienstleistungen geprägt werden (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­5440/2008  vom  24.  Juli  2009  E.  6.2 

B­2380/2010 jump  [fig.]/JUMPMAN,  B­5477/2007  vom  28.  Februar  2008  E. 6  Regulat/H2O3  pH/Regulat  [fig.],  B­8320/2007  vom  iBond/HY­Bond  Resiglass,  B­7492/2006  vom  12.  Juli  2007  E.  6  Aromata/Aromathera;  MARBACH, SIWR III/1, N. 976 ff.; JOLLER, a.a.O., Art. 3 N. 86 ff.).  8.1.  Die  Vorinstanz  hat  den  Widerspruch  der  Beschwerdeführerin  abgewiesen,  weil  sie  trotz  Dienstleistungsgleichartigkeit  und  Zeichenähnlichkeit  der  Auffassung  ist,  dass  sich  der  Schutz  der  angefochtenen  Marke  "LexFind.ch"  auf  deren  grafische  Elemente  beschränke,  da  die  Wortelemente  dem  Gemeingut  zuzurechnen  seien  (mit  Hinweis  auf  Urteil  des  Kantonsgerichts  Wallis  vom  18. Mai  2005  Wine  City.ch,  veröffentlicht  in  sic!  2007  S.108;  DAVID,  a.a.O.,  Art.  2  MSchG N. 37)  und  somit  die Gefahr  einer Verwechslung nicht  bestehe.  Die  Beschwerdegegnerin  ist  ebenfalls  dieser  Ansicht.  Die  Beschwerdeführerin  bestreitet,  dass  ihr  Zeichen  (und  das  angefochtene  Zeichen)  in  Bezug  auf  die  beanspruchten  Dienstleistungen  in  den  Klassen 38 und 42 beschreibend sei (zur formellen Rüge der Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  in  diesem  Punkt  vgl.  E. 3  hiervor).  Sie  ist  der  Ansicht,  dass  die  Beurteilung  der  Unterscheidungskraft  in  ihrem  Sinne  dazu  führe,  dass  der  Widerspruchsmarke  ein  durchschnittlicher  Schutzumfang  mit  der  Folge  der  Bejahung  der  Verwechslungsgefahr  zuzubilligen  sei.  Daher  wird  im  Folgenden  zu  prüfen  sein,  ob  die  Widerspruchsmarke  für  die  beanspruchten  Dienstleistungen  beschreibend  ist,  sowie,  ob  und  wie  sich  dies  auf  ihren  Schutzumfang  und die Beurteilung der Verwechslungsgefahr auswirkt. 8.2. Grundlage  für  die  Argumentation  der  Vorinstanz  ist  der  Umstand,  dass  sie  bei  der   Prüfung  einer  Vorform  der  angefochtenen  Marke,  nämlich der Wortmarke "LexFind", zum Schluss kam, es handle sich um  eine  beschreibende  Angabe  hinsichtlich  der  Art  und  der  Zweckbestimmung  eines  grossen  Teils  der  beanspruchten  Waren  und  Dienstleistungen,  weshalb  das  Zeichen  aufgrund  seiner  Zugehörigkeit  zum Gemeingut zurückzuweisen sei  (vgl. Schreiben der Vorinstanz vom  19. Oktober 2007, Beilage 1 zur Beschwerdeantwort). Daraufhin änderte  die  Hinterlegerin  ihr  Zeichen  und  fügte  dem  Wortelement  grafische  Elemente  und  den  nationalen  Top­Level­Domain  ".ch"  hinzu.  Die  Argumentation, wonach die Verkehrskreise das Zeichen als Hinweis auf  die Möglichkeit Gesetze in einer Datenbank abzurufen bzw. mittels einer  Software  zu  finden  verstünden,  übertrug  die  Vorinstanz  auf  die  Widerspruchsmarke "lawfinder", der sie folglich ebenfalls eine nur geringe 

B­2380/2010 Kennzeichnungskraft  zubilligte.  Inwiefern  dies  zu  Recht  geschah,  wird  nachfolgend geprüft.  8.2.1. Fraglich ist zuerst, ob die Widerspruchsmarke "lawfinder" für die in  Klasse  38  beanspruchten  Dienstleistungen  "Dienstleistungen  im  Zusammenhang  mit  einer  Datenbank,  nämlich  Übermitteln  von  Daten;  Vermietung oder kostenloses Vermitteln von Zugriffszeit zu Datenbanken;  Verschaffen  des  Zugriffs  auf  Suchmaschinen  und  Hyperverbindungen  zum  Erreichen  von  Daten  und  Informationen  über  globale  Netzwerke;  Datentransfer (messaging); Zur Verfügung stellen von elektronischer Post  (Email)" unmittelbar beschreibend ist. Dabei ist, wie hiervor unter E. 7.1.1  festgehalten,  auf  den  konkreten  Registereintrag  abzustellen.  Für  die  Prüfung  ist  das  Waren­  und  Dienstleistungsverzeichnis  entsprechend  auszulegen  (vgl.  Urteile  des  Bundesgericht  4A.6/2003  vom  14. Januar  2004 E. 2.3 BahnCard,  veröffentlicht  in sic! 6/2004 500, 4A.5/2003 vom  22. Dezember  2003  E. 3.3  Discovery  Travel  &  Adventure  Channel,  veröffentlicht  in  sic!  2004  S. 400).  Wird  das  Waren­  und  Dienstleistungsverzeichnis mit abstrakten Oberbegriffen  formuliert, so  ist  namentlich  bei  der  Prüfung  von  sämtlichen  denkbaren  Waren  oder  Dienstleistungen  auszugehen,  welche  hierunter  subsumiert  werden  können.  Erweist  sich  das  Zeichen  dabei  auch  nur  für  einen  dieser  Unterbegriffe  als  schwach,  so  trifft  dies  auch  auf  den  Oberbegriff  zu  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­2125/2008  vom  15.  Mai  2009  E. 5.2.1  Total  Trader;  Entscheid  der  RKGE  vom  30.  April  1998  E. 2c  Sourcesafe,  veröffentlicht  in  sic!  5/1998  477; MARBACH,  SIWR  III/1,  N.  213; vgl. auch E. 6 hiervor). 8.2.2.  Dienstleistungen  der  Klasse  38,  wie  sie  die  Beschwerdeführerin  beansprucht,  sind  in  den  erläuternden  Anmerkungen  zur  Nizza  Klassifikation,  Teil  I  (Internationale  Klassifikation  von  Waren  und  Dienstleistungen  für  die  Eintragung  von  Marken  in  alphabetischer  Reihenfolge, 9. Ausgabe, gültig ab 1. Januar 2007, Deutsches Patent und  Markenamt,  München  2006,  [hiernach:  Nizza  Klassifikation,  Ausgabe,  Teil]) als solche bezeichnet,  "die  es  zumindest  einer  Person  ermöglichen,  mit  einer  anderen  durch  ein  sinnesmässig  wahrnehmbares  Mittel  in  Verbindung  zu  treten,  (1)  welche  einer  Person  gestatten,  mit  einer  anderen  zu  sprechen,  (2)  welche  Botschaften  von  einer  Person  an  andere  übermitteln  und  (3)  welche  akustische  oder  visuelle  Übermittlungen  von  einer  Person  an  eine  andere  gestatten (Rundfunk und Fernsehen)".

B­2380/2010 Klasse  38  erfasst  damit  jedenfalls  die  Telefonie,  das Telegrammwesen,  E­Mail­Dienste  und  die  klassischen  Medien  Rundfunk  und  Fernsehen.  Dies  spricht  dafür,  dass  in  dieser  Klasse  inhaltsneutral  lediglich  jene  Dienstleistungen  erfasst  werden,  welche  die  technische  Übertragung  betreffen. Dementsprechend stellt die Vorinstanz in ihren Richtlinien klar,  dass die Dienstleistungen der Klasse 38 nur den technischen Aspekt der  Übertragung  betreffen  und  somit  weder  Thema  noch  Inhalt  aufweisen  (Richtlinien  in  Markensachen  vom  1. Januar  2011,  Teil  1,  Ziff.  4.7;  vgl.  dazu  insbesondere  Urteil  des  Bundesgerichts  4A.5/2003  vom  22. Dezember  2003  E. 3.3  Discovery  Travel  &  Adventure  Channel,  veröffentlicht in sic! 2004 S. 400). Da Dienstleistungen in Klasse 38 nach  diesem Konzept allein die  technische Übermittlung nicht aber den  Inhalt  der  Suche  zum  Gegenstand  haben,  kann  eine  Bezeichnung  wie  "lawfinder",  die  sich  durch  den  prägenderen  Wortbestandteil  "law"  in  erster Linie auf den Inhalt der übermittelten Daten bezieht – entgegen der  Meinung  der  Vorinstanz,  wohl  aber  in  Übereinstimmung  mit  ihren  Richtlinien –  für die beanspruchten Dienstleistungen der Klasse 38 nicht  direkt  beschreibend  sein.  Dies  gilt  auch  im  Zusammenhang  mit  der  Dienstleistung  "Verschaffen  des  Zugriffs  auf  Suchmaschinen  und  Hyperverbindungen  zum  Erreichen  von  Daten  und  Informationen  über  globale  Netzwerke",  denn  beansprucht  ist  in  Klasse  38  nicht  die  Suchmaschine  selbst,  sondern  die  Verschaffung  des  Zugriffs  auf  eine  Suchmaschine,  sodass  selbst  wenn  "Suchen"  und  "Finden"  als  Begriffspaar  angesehen  werden  kann,  in  "lawfinder"  keine  direkte  Beschreibung der Zugangsverschaffung erkannt wird.  Da  sich  die  Widerspruchsmarke  "Lawfinder"  in  Klasse  38  für  die  beanspruchten Dienstleistungen als nicht beschreibend und damit normal  kennzeichnungskräftig  erweist,  vermag  sie  insoweit  gegenüber  der  in  Klasse  38  für  "Telekommunikation"  registrierten  angefochtenen  Marke  ihren Schutzbereich zu behaupten.  8.2.3.  Demgegenüber  ergibt  die  Beurteilung  des  Zeichens  im  Zusammenhang  mit  den  in  Klasse  42  beanspruchten  Dienstleistungen  "Konstruktion  von  Datenbanken;  Entwurf  und  Entwicklung  von  Computersoftware;  Vermietung  oder  kostenloses  Vermitteln  von  Speicherplatz  zur  Beherbergung  von  Daten  für  Dritte;  Verschlüsselung  und  Entschlüsselung  von  Daten;  Konvertieren  von  Daten  oder  Dokumenten von physischen auf elektronische Medien" Folgendes: 

B­2380/2010 Anders  als  in  Klasse  38  beschränken  sich  die  in  Klasse  42  zusammengefassten  Dienstleistungen  nicht  auf  einen  technischen  Aspekt.  So  geht  aus  den  erläuternden  Anmerkungen  der  Nizza  Klassifikation hervor, dass dieser Klasse zugeteilte Dienstleistungen sich  auf  "theoretische  und  praktische  Aspekte  komplexer  Gebiete"  beziehen  und somit nicht "inhaltslos" sind (Nizza Klassifikation, 9. Ausgabe, Teil  I,  S.  32).  Insbesondere  Forschungs­  und  Entwicklungsdienstleistungen,  welche  dieser  Klasse  angehören,  haben  einen  Inhalt  und  eine  Zweckbestimmung.  Daraus  folgt,  dass  der  inhaltliche  Bezug  in  der  Widerspruchsmarke  deren  beschreibenden  Charakter  für  Dienstleistungen  der  Klasse  42  auch  unter  Berücksichtigung  dessen,  dass  juristische Dienstleistungen wie  z.B. Rechtsberatungen der Klasse  45  angehören  (Nizza  Klassifikation,  9.  Ausgabe,  Teil  I,  S.  32  und  34),  nicht ausschliesst. Beansprucht werden in casu nämlich Dienstleistungen,  welche  juristische  Dienstleistungen  wie  z.B.  das  Auffinden  eines  Gesetzes,  unterstützen  bzw.  diese  Handlung  zum  Zwecke  haben.  Namentlich  die  Entwicklung  einer  Software  bzw.  Programmierung  einer  Datenbank  können  dem  Auffinden  eines  Gesetzes  dienen  und  als  "lawfinder"  (vgl.  E. 7.5  hiervor)  bezeichnet  werden.  So  sind  gerade  im  Bereich der juristischen Forschung spezielle Softwares und Datenbanken  denkbar,  welche  an  die  Anforderungen  einer  juristischen  Recherche  angepasst sind. Die Widerspruchsmarke "lawfinder" beschreibt daher die  Zweckbestimmung  und  den  Inhalt  der  in  Klasse  42  beanspruchten  Dienstleistungen.  Daraus  folgt,  dass  die  Kennzeichnungskraft  der  Widerspruchsmarke  im  Zusammenhang  mit  diesen  Dienstleistungen  schwach ist.  8.3.  Die  Beschwerdeführerin  machte  ausserdem  eine  erhöhte  Kennzeichnungskraft  der  Widerspruchsmarke  geltend,  die  im  Rahmen  des  Widerspruchsverfahren  eben  damit  begründet  wurde,  dass  das  Zeichen  in  Bezug  auf  die  in  Klasse  38  und  42  beanspruchten  Dienstleistungen nicht dem Gemeingut zuzuordnen sei (vgl. Widerspruch  Ziff. 2.2  und  Replik  im Widerspruchsverfahren  Ziff.  1.4;  vgl.  ausserdem  die  Auseinandersetzung  mit  dieser  Argumentation  hiervor).  Die  Vorinstanz  verstand  diese  Ausführungen  als  Hinweis  auf  eine  erhöhte  Verkehrsbekanntheit,  welche  die  Beschwerdeführerin  nach  eigenem  Bekunden  gar  nicht  geltend machen  wollte  (vgl.  Beschwerde,  Ziff.  1  in  fine,  Replik  Ziff.  7).  Eine  Prüfung  der  Verkehrsbekanntheit  der  Widerspruchsmarke erübrigt sich demnach. 

B­2380/2010 8.4.  Die  Beschwerdegegnerin  ihrerseits  hat  indessen  eine  erhöhte  Verkehrsbekanntheit  der  angefochtenen  Marke  durch  Werbemassnahmen geltend gemacht. Die Beschwerdeführerin bestreitet  diese.  Zum  Nachweis  der  Werbemassnahmen  hat  die  Beschwerdegegnerin  einen  Flyer  eingereicht  (Beilage AB  11  zur Replik  im Widerspruchsverfahren). Es kann offen bleiben, welche Wirkung eine  einmalige Werbemassnahme entfalten muss. Zum Nachweis des  für die  erhöhte Verkehrsbekanntheit  im Allgemeinen  in  der Schweiz  verlangten  langjährigen  Gebrauchs  (JOLLER,  a.a.O.,  Art. 3  N. 98 f.)  und  der  intensiven Werbung  ist  der  Flyer  jedenfalls  nicht  ausreichend.  Auf  eine  erhöhte Verkehrsbekanntheit der angefochtenen Marke kann zudem auch  nicht  schon  aus  der  Anzahl  der  "Treffer"  bei  einer  Suche  im  Internet  geschlossen  werden  (vgl.  insoweit  Stellungnahme  im  Widerspruchsverfahren vom 26. Februar 2009, S.  6). 8.5.  8.5.1.  Nach  dem  Gesagten  ist  festzuhalten,  dass  einerseits  die  Widerspruchsmarke  in  Bezug  auf  die  im  Streit  stehenden  Dienstleistungsklassen  38  eine  durchschnittliche  Kennzeichnungskraft  aufweist  und  andererseits  eine  Verkehrsbekanntheit  der  angefochtenen  Marke nicht festgestellt werden konnte. Bei dieser Ausgangslage reichen,  anders  als  bei  einer  schwachen  Marke,  nicht  schon  geringfügige  Unterschiede  um  die  Verwechslungsgefahr  zu  bannen.  Angesichts  der  bestehenden Dienstleistungsgleichartigkeit  und Zeichenähnlichkeit  bleibt  zu  prüfen,  ob  und  wie  es  sich  auswirkt,  dass  die  angefochtene  Marke  über ein Bildelement verfügt. Im Falle von Konflikten komplexer Zeichen,  hier Wortmarke und Wortbildmarke, wird  in der Regel dem Wortelement  die  prägende Bedeutung  zugemessen  (MARBACH,  SIWR  III/1, N.  929  ff.  mit Hinweisen). Vorliegend sind die  streitbefangenen Marken sowohl  im  Sinngehalt als auch im Klang ähnlich (vgl. E. 7.6), sodass die Grafik der  angefochtenen  Marke,  welche  dieser  weder  einen  anderen  Sinngehalt  verleiht  noch  die  Wortelemente  verdrängt,  zwar  als  Dekoration  wahrgenommen  wird,  doch  bezüglich  den  in  Klasse  38  beanspruchten  Dienstleistungen eine Verwechslungsgefahr nicht zu bannen vermag. Die  Beschwerde  ist daher  in Bezug auf die  in der Klasse 38 beanspruchten  Dienstleistungen im Hauptantrag gutzuheissen.

B­2380/2010 8.5.2.  Die  Schwäche  des  Zeichens  im  Hinblick  auf  die  in  Klasse  42  registrierten  Dienstleistungen  bewirkt  hingegen,  dass  die  Widerspruchsmarke  insoweit  nur  einen  geringen  Schutzumfang  beanspruchen  kann,  aus  dem  sie  ähnliche  Marken  als  verwechselbar  abwehren kann. Aufgrund des ähnlichen Sinngehaltes ist daher auch das  Wortelement "LexFind" im angefochtenen Zeichen im Zusammenhang mit  den  in  Klasse  42  beanspruchten  Dienstleistungen  zweckbeschreibend.  Die streitbefangenen Zeichen stimmen somit bezüglich der Klasse 42  in  einem  schwachen  Zeichenbestandteil  überein,  sodass  die  festgestellten  Unterschiede,  namentlich  die  grafischen  Elemente  der  angefochtenen  Marke,  die  Verwechslungsgefahr  zu  bannen  vermögen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  B­5390/2009  vom  17.  August  2010  E. 6.3  ORPHAN EUROPE  (fig.)/ORPHAN  INTERNATIONAL). Die Beschwerde  ist  daher  im Einklang mit  dem Antrag der Beschwerdegegnerin und der  Vorinstanz in Bezug auf die in Klasse 42 beanspruchten Dienstleistungen  abzuweisen.  9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Verfahrenskosten  den  Parteien je zur Hälfte aufzuerlegen. Die Gerichtsgebühr ist nach Umfang  und  Schwierigkeit  der  Streitsache,  Art  der  Prozessführung  und  der  finanziellen Lage der Parteien festzulegen (Art. 63 Abs. 4bis VwVG, Art. 2  Abs.  1  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Im Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  ist  dafür  ein  Streitwert  zu  veranschlagen  (Art.  4  VGKE),  wobei  im  Widerspruchsbeschwerdeverfahren das Interesse der Widersprechenden  an  der  Löschung,  beziehungsweise  der  Widerspruchsgegnerin  am  Bestand  der  angefochtenen  Marke  zu  veranschlagen  ist.  Es  würde  allerdings  zu  weit  führen,  wenn  dafür  im  Einzelfall  stets  konkrete  Aufwandsnachweise  verlangt würden. Bei  eher  unbedeutenden Zeichen  darf  von  einem  Streitwert  zwischen  Fr. 50'000.–  und  Fr. 100'000.–  ausgegangen  werden  (BGE  133  III  492  E.  3.3  Turbinenfuss  mit  Hinweisen). Dieser Erfahrungswert ist auch im vorliegenden Verfahren zu  Grunde  zu  legen.  Nach  dem  Gesagten  rechtfertigt  es  sich,  die  Verfahrenskosten  insgesamt  auf  Fr. 4'000.–  festzulegen.  Der  Beschwerdeführerin ist der geleistete Kostenvorschuss von Fr. 5'000.– im  Umfang von Fr. 3'000.– zurückzuerstatten. Im  vorinstanzlichen  Verfahren  ist  die  Beschwerdeführerin  unterlegen.  Aufgrund des Verfahrensausgangs vor Bundesverwaltungsgericht hat sie 

B­2380/2010 indessen mit Bezug auf die vorinstanzlichen Kosten als hälftig obsiegend  zu gelten, weshalb die Beschwerdegegnerin anzuweisen ist, ihr die Hälfte  der  gemäss  Ziffer  2  der  angefochtenen  Verfügung  beim  IGE  verbleibenden  Widerspruchsgebühren  von  Fr. 800.­  im  Umfang  von  Fr. 400.– zu erstatten.  10.  Gemäss Art. 34 MSchG bestimmt die Vorinstanz  in welchem Masse die  Kosten der obsiegenden Partei von der unterliegenden zu ersetzen sind.  Die Vorinstanz hatte der Beschwerdegegnerin als der im vorinstanzlichen  Verfahren  obsiegenden  Partei  eine  Entschädigung  in  Höhe  von  Fr. 2'000.–  zulasten  der  Beschwerdeführerin  zugesprochen  (Ziffer  3  der  angefochtenen Verfügung). Angesichts des Verfahrensausgangs vor dem  Bundesverwaltungsgericht  ist  Ziffer  3  der  vorinstanzlichen  Verfügung  aufzuheben.  Im  vorliegenden  Fall  waren  beide  Parteien  im  Widerspruchsverfahren  anwaltlich  vertreten,  wobei  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführerin  gleichzeitig  als  deren  Geschäftsführerin  amtet.  Da  es  sich  bei  der  Geschäftsführerschaft  wohl  um  eine  Nebentätigkeit  handelt  (vgl.  Replik  vom  14.  Juli  2010  S.  4),  dürfte  die  anwaltliche  Tätigkeit der Prozessvertreterin im Vordergrund gestanden haben. Ein die  Zusprache  einer  Parteientschädigung  ausschliessendes Prozessieren  in  eigener  Sache  läge  daher  wohl  nicht  vor  (vgl.  ANDRÉ MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht, Basel 2008, S. 219, Rz. 4.77). Angesichts des  Verfahrensausgangs  sind  die  Parteikosten  jedenfalls  wettzuschlagen.  Dies  gilt  auch  für  die  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  erwachsenen  Kosten  (Art. 64  Abs. 1  VwVG  in  Verbindung  mit  Art. 7  Abs. 1  VKGE).  Demnach  ist  keiner  Partei  eine  Entschädigung  zuzusprechen.  11.  Das Gesetz sieht gegen dieses Urteil  kein Rechtsmittel  vor  (Art. 73 des  Bundesgesetzes  über  das  Bundesgericht  vom  17. Juni  2005  [Bundesgerichtsgesetz, BGG, SR 173.110]). Es ist deshalb endgültig und  wird mit Eröffnung rechtskräftig.

B­2380/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen.  Die  Ziffern  1  und  3  der  Verfügung  der  Vorinstanz  im  Widerspruchsverfahren  Nr. 10137  vom  8. März  2010  werden  aufgehoben  und  der  Widerspruch  teilweise  gutgeheissen.  Die  Vorinstanz  wird  angewiesen,  die  Schweizer  Marke  Nr. 577'659  LexFind.ch  (fig.)  für  die  in  der  Klasse  38  beanspruchten  Dienstleistungen zu löschen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 4'000.–  werden  von  den  Parteien  je  zur  Hälfte  getragen.  Der  Beschwerdeführerin  ist  der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  5'000.–  im  Umfang  von  Fr. 3'000.–  zurückzuerstatten.  Die  Beschwerdegegnerin  hat  Verfahrenskosten  in  Höhe von Fr. 2'000.–  innert 30 Tagen nach Zustellung dieses Urteils an  die Gerichtskasse zu bezahlen. 3.  Die Beschwerdegegnerin hat der Beschwerdeführerin die Hälfte der von  dieser geleisteten Widerspruchsgebühr, d.h. Fr. 400.–, zu erstatten. 4. Für  das  vorinstanzliche  und  das  Beschwerdeverfahren  werden  keine  Parteientschädigungen zugesprochen. 5. Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Einschreiben;  Beilagen:  Rückerstattungsformular, Beschwerdebeilagen zurück) – die  Beschwerdegegnerin  (Rechtsvertreterin;  Einschreiben;  Beilagen:  Einzahlungsschein, Akten zurück) – die  Vorinstanz  (Widerspruchsverfahren  Nr.°10137;  Einschreiben;  Beilage: Vorakten zurück) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Sabine Büttler

B­2380/2010 Versand: 9. Dezember 2011

B-2380/2010 — Bundesverwaltungsgericht 07.12.2011 B-2380/2010 — Swissrulings