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Bundesverwaltungsgericht 18.10.2011 B-2197/2011

18 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,560 parole·~13 min·1

Riassunto

Öffentliches Beschaffungswesen | Beschaffungswesen - Projekt Zürich HB, Durchmesserlinie, A 2, Fahrtreppen

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung II B­2197/2011 Urteil   v om   1 8 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Marc Steiner (Vorsitz), Richterin Vera Marantelli, Richter David Aschmann,   Gerichtsschreiberin Laura Melusine Baudenbacher. Parteien A._____, vertreten durch Dr. Andreas Güngerich und/oder Anita Buri,  Rechtsanwälte, Kellerhals Anwälte, Kapellenstrasse 14,  Postfach 6916, 3001 Bern, Beschwerdeführerin,  gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB,  Hochschulstrasse 6, 3000 Bern 65,  Infrastruktur­Projekte Durchmesserlinie,  Kasernenstrasse 95, 8021 Zürich,  Vergabestelle.  Gegenstand Beschaffungswesen ­ Projekt Zürich HB, Durchmesserlinie,  A 2, Fahrtreppen.

B­2197/2011 Sachverhalt: A.  A.a  Am  16.  Juli  2010  schrieb  die  Schweizerische  Bundesbahnen  AG,  Infrastruktur  –  Projekte  (im  Folgenden:  SBB  AG  oder  Vergabestelle),  einen  Auftrag  für  Lieferung,  Montage  und  Wartung  von  Verkehrs­ Fahrtreppen  im  Hauptbahnhof  (HB)  Zürich  auf  der  Internetseite  SIMAP.CH öffentlich aus (Meldungsnummer 512817). Für die detaillierten  Teilnahmebedingungen  und  technischen  Vorgaben  wurde  auf  die  Ausschreibungsunterlagen  verwiesen.  Bis  zum  Ende  der  Offerteingabefrist vom 1. September 2010 gingen drei Angebote bei der  Vergabestelle ein. A.b  Die  A._____,  reichte  keine  Offerte  ein,  äusserte  indessen  mit  Schreiben vom 2. September 2010 ihr Bedauern über den Umstand, dass  die  Ausschreibung  "versteckt  platziert"  gewesen  sei,  und  bemängelte  ausserdem  unnötige  technische  Vorgaben, mittels  welcher  die  A._____  faktisch  "von  einer  wettbewerbsfähigen  Teilnahme  an  der  Submission  ausgeschlossen" worden sei. A.c Auf das Schreiben der A._____ vom 2. September 2010 antwortete  die  Vergabestelle  am  9.  September  2010,  wobei  sie  die  Vorwürfe  der  A._____ vollumfänglich zurückwies.  A.d  Am  20.  Januar  2011  gelangte  die  A._____  erneut  an  die  Vergabestelle,  um  die  ihres  Erachtens  rechtswidrigen  Vorgaben  in  den  Ausschreibungsunterlagen  mit  Blick  auf  nicht  eingehaltene  sicherheitstechnische  Normen  und  diskriminierende  technische  Anforderungen  zu  rügen.  Sie  forderte  die  Vergabestelle  auf,  das  Verfahren  abzubrechen  und  die  Beschaffung  rechtskonform  neu  auszuschreiben.  A.e Mit Schreiben vom 28. Januar 2011 antwortete die Vergabestelle, es  bestehe aus ihrer Sicht keine Veranlassung, das Verfahren abzubrechen  und neu auszuschreiben. B.  Am 25. März 2011 publizierte die Vergabestelle die Zuschlagserteilung an  die B._____ (im Folgenden: Zuschlagsempfängerin) auf der Internetseite  SIMAP.CH (Meldungsnummer 612797).

B­2197/2011 C.  Gegen den Zuschlag an die B._____ erhob die A._____ (im Folgenden:  Beschwerdeführerin) mit Eingabe  vom 13. April  2011 Beschwerde beim  Bundesverwaltungsgericht. Sie beantragte zur Hauptsache, der Zuschlag  sei  aufzuheben  und  die  Vergabestelle  sei  anzuweisen,  bezüglich  der  Vergabe  "Zürich  HB,  Durchmesserlinie,  A  2,  Fahrtreppen"  ein  rechtskonformes  Vergabeverfahren  durchzuführen.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragte  sie,  der  Beschwerde  sei  –  zunächst  superprovisorisch  –  die  aufschiebende  Wirkung  zu  gewähren.  Im  Weiteren  sei  der  Beschwerdeführerin  nach  gewährter  Akteneinsicht  Gelegenheit zu geben, ihre Beschwerde zu ergänzen. D.  Mit  Verfügung  vom  14.  April  2011  wurde  der  Beschwerde  superprovisorisch  die  aufschiebende  Wirkung  erteilt  und  der  Vergabestelle  jegliche  Vollzugshandlungen,  namentlich  den  Vertragsschluss mit der Zuschlagsempfängerin, untersagt. E.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  2.  Mai  2011  brachte  die  Zuschlagsempfängerin  innert  erstreckter  Frist  vor,  der  Beschwerdeführerin könne bereits mangels Legitimation zur Beschwerde  keine Akteneinsicht gewährt werden. Zudem ersuchte sie um Ansetzung  einer Frist zwecks Erklärung, ob sie sich als Partei konstituieren wolle. F.  Gleichentags  reichte  die  Vergabestelle  ihre  Stellungnahme  zu  den  prozessualen Anträgen der Beschwerdeführerin ein. Sie beantragte,  auf  die Beschwerde  sei mangels  Legitimation  der Beschwerdeführerin  nicht  einzutreten  und  die  superprovisorische  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung sei zu widerrufen. Im Falle eines Eintretens auf die Beschwerde  sei  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  das  Gesuch  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  in  der  Hauptsache  die  Beschwerde  abzuweisen. Im Falle eines Eintretens sei zudem das Akteneinsichtsrecht  der Beschwerdeführerin insofern zu beschränken, als ihr keine Einsicht in  die Offertunterlagen der an der Ausschreibung beteiligten Anbieterinnen  und  in  den Vergabeantrag,  bzw.  nur  beschränkte Einsicht  in  die  für  die  vorliegende  Fragestellung  relevanten  Passagen  der  Verhandlungsprotokolle  (Auszug  der  relevanten  Fragen)  zu  gewähren  sei.  Zur  Begründung  des  Antrags  auf  Abweisung  des  Gesuchs  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  machte  die  Vergabestelle  namentlich die Dringlichkeit der in Frage stehenden Beschaffung geltend.

B­2197/2011 G.  Mit  Verfügung  vom  3.  Mai  2011  wurde  der  Beschwerdeführerin  einstweilen  Einsicht  gewährt  in  die  Aktenstücke  betreffend  die  oben  beschriebene Korrespondenz zwischen der Beschwerdeführerin und der  Vergabestelle. H.   Mit  Eingabe  vom  9.  Mai  2011  erklärte  die  Zuschlagsempfängerin  ihren  ausdrücklichen Verzicht auf eine Beteiligung am Verfahren als Partei und  führte  aus,  dass  die  bisher  erfolgten  Ausführungen  zur  Sache  lediglich  unter  dem  Blickwinkel  der  mangelnden  Legitimation  der  Beschwerdeführerin  –  und  damit  zur  Begründung,  weshalb  keine  Akteneinsicht gewährt werden könne – erfolgt seien. I.  Am  10.  Mai  2011  reichte  die  Beschwerdeführerin  eine  unaufgeforderte  Stellungnahme  zu  den  Ausführungen  der  Vergabestelle  und  der  Zuschlagsempfängerin  vom  2.  Mai  2011  ein,  mit  welcher  sie  geltend  machte,  kein  Anbieter  sei  in  der  Lage  gewesen,  ein  den  einschlägigen  Normen entsprechendes Angebot abzugeben. J.  Mit  Zwischenverfügung  vom  19.  Mai  2011  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  der  Beschwerdeführerin  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  mit  der  Begründung  ab,  der  Beschwerdeführerin  müsse  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  die  Beschwerdelegitimation  abgesprochen  werden.  Die  Akteneinsichtsbegehren  der  Beschwerdeführerin  wurden  vorerst  abgewiesen, soweit diesen nicht bereits entsprochen worden war.  K.  Mit  Verfügung  vom  26.  Mai  2011  beschränkte  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Schriftenwechsel  einstweilen  auf  die  Eintretensfrage. Zudem räumte das Gericht der Beschwerdeführerin Frist  bis  zum  24.  Juni  2011  ein,  um  ihre  Beschwerde  vom  13.  April  2011  hinsichtlich  der  Eintretensfrage  zu  ergänzen  und  diesbezügliche  Akteneinsichtsbegehren  zu  stellen  bzw.  die  gestellten  Akteneinsichtsbegehren zu substantiieren. L. Die Beschwerdeführerin hielt in ihrer Stellungnahme vom 21. Juni 2011  vollumfänglich  an  den  Rechtsbegehren  gemäss  Beschwerde  vom  13.  April  2011  fest. Zur Begründung bekräftigte  sie erneut,  sie  sei  aufgrund  diverser  technischer  Vorgaben  sowie  der  Nichteinhaltung  sicherheitsrelevanter Normen durch die Vergabestelle an einer Teilnahme 

B­2197/2011 gehindert  worden.  Zudem  habe  die  Beschwerdeführerin  nicht  auf  die  weitere  Teilnahme  am  Verfahren  verzichtet  und  sei  somit  beschwerdelegitimiert.  Ihre  ausführliche  Beanstandung  des  Vergabeverfahrens  könne  nur  als  Interesse  am  vorliegenden  Auftrag  gedeutet werden. Die Beschwerdeführerin verzichtete ausserdem darauf,  im Rahmen der Eintretensfrage neue Akteneinsichtsbegehren zu stellen  oder gestellte Begehren zu substanziieren. M.  Die  Vergabestelle  beantragte  in  ihrer  Stellungnahme  vom  14.  Juli  2011  auf  die  Beschwerde  sei  mangels  Legitimation  der  Beschwerdeführerin  nicht  einzutreten.  Eventualiter  sei  die  Beschwerde  vollumfänglich abzuweisen. An  ihrer Eingabe vom 2. Mai 2011 halte sie  vollumfänglich  fest.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  die  Beschwerdeführerin  sei  keineswegs  wegen  der  Unauffindbarkeit  der  Unterlagen  an  der  Marktteilnahme  gehindert  worden,  was  sich  nicht  zuletzt  daraus  ergebe,  dass  drei  Angebote  bei  der  Vergabestelle  eingegangen  seien.  Zudem  habe  die  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Schreiben  vom 2. September  2010  klar  auf  eine weitere Teilnahme am  Verfahren  verzichtet.  Somit  fehle  der  Beschwerdeführerin  offensichtlich  die  Legitimation.  Ansonsten  würde  eine  für  Vergabestellen  nicht  zumutbare Rechtsunsicherheit geschaffen. N.  In  ihrer  Stellungnahme  vom  16.  August  2011  hielt  die  Beschwerdeführerin  vollumfänglich  an  den  Rechtsbegehren  gemäss  Beschwerde  vom  13.  April  2011  fest.  Zur  Begründung  bekräftigte  sie  erneut,  sie  sei  aufgrund  diverser  technischer  Vorgaben  sowie  der  Nichteinhaltung sicherheitsrelevanter Normen durch die Vergabestelle an  einer  Teilnahme  gehindert  worden  und  habe  nicht  auf  die  weitere  Verfahrensteilnahme  verzichtet.  Ihr  Aufwand  in  der  Analyse  der  Ausschreibungsunterlagen lege als einzig möglichen Schluss nahe, dass  ihr  an  die Vergabestelle  gerichtetes Schreiben  vom 2. September  2010  so zu verstehen sei, dass sie nach wie vor am Zuschlag interessiert sei. O.    Mit  Verfügung  vom  17.  August  2011  wurde  die  Stellungnahme  der  Beschwerdeführerin der Vergabestelle zur Kenntnis zugestellt. P. Auf die Vorbringen der Verfahrensbeteiligten wird, soweit erforderlich,  in den Erwägungen eingegangen.

B­2197/2011 B­2197/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1 Ob  die  Prozessvoraussetzungen  erfüllt  sind  und  entsprechend  auf  die Beschwerde einzutreten  ist, prüft das Bundesverwaltungsgericht von  Amtes wegen und mit freier Kognition (BVGE 2007/6, E. 1 mit Hinweisen;  BVGE 2008/61, nicht publizierte E. 2.1). 1.2 Im  Anwendungsbereich  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  1994  über  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (BöB,  SR  172.056.1)  ist  gegen  einen  Zuschlag  im  Vergabeverfahren  die  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  zulässig  (Art.  29 Bst.  a  i.V.m.  Art.  27 Abs.  1  BöB;  vgl.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­1687/2010  vom  21. Juni 2011, E. 5.1 mit Hinweisen). 1.3 Dass die Vergabestelle  in casu dem BöB gemäss Art. 2 BöB  i.V.m.  Art. 2a Abs. 2 Bst. b der Verordnung vom 11. Dezember 1995 über das  öffentliche Beschaffungswesen  (VöB, SR 172.056.11)  unterstellt  ist  und  auch der für Bauaufträge geltende Schwellenwert von Art. 6 Abs. 1 Bst. c  BöB i.V.m. Art. 1 Bst. c der Verordnung des EVD über die Anpassung der  Schwellenwerte  im  öffentlichen  Beschaffungswesen  für  das  zweite  Semester  des  Jahres  2010  und  das  Jahr  2011  (SR  172.056.12)  überschritten  wird,  wurde  bereits  mit  Zwischenverfügung  vom  19.  Mai  2011  (E.  1.2)  festgestellt.  Die  in  Frage  stehende  Beschaffung  von  Fahrtreppen  fällt  damit  in  den  Anwendungsbereich  des  BöB,  womit  zugleich die Zuständigkeit des Bundesverwaltungsgerichts zu bejahen ist. 1.4 Das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  bestimmt  sich  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  soweit  das  BöB  und  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  vom 17. Juni  2005  (VGG, SR 173.32)  nichts  anderes bestimmen (Art. 26 Abs. 1 BöB und Art. 37 VGG). 2.   2.1 Das  vorliegende  Verfahren  ist  angesichts  des  Umstands,  dass  das  Gericht mit  Zwischenentscheid  vom  19. Mai  2011  erwogen  hat,  auf  die  Beschwerde  könne  prima  facie  aufgrund  mangelnder  Legitimation  der  Beschwerdeführerin  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  nicht  eingetreten  werden,  mit  Verfügung  vom  26.  Mai  2011  auf  die  Eintretensfrage  beschränkt  worden.  Gegenstand  des  vorliegenden  Entscheides  ist  demnach  die  Frage  der  Beschwerdelegitimation,  welche  mangels 

B­2197/2011 spezialgesetzlicher  Regelung  im  BöB  nach  dem  allgemeinen  Verfahrensrecht  zu  beurteilen  ist  (Art.  26  Abs.  1  BöB;  GALLI/MOSER/LANG/CLERC, a.a.O., Rz. 850). Gemäss Art. 48 Abs. 1 Bst. b  und  c  VwVG  wird  von  Konkurrenten,  soweit  ihnen  nicht  Anbietereigenschaft zukommt, ein genügend naher Bezug zur Streitsache  verlangt  (vgl.  in  Bezug  auf  die  Anfechtung  eines  Zuschlages  im  freihändigen Verfahren das Urteil B­3402/2009 vom 6. Juli 2009, insb. E.  3.2.2). Auch wer im offenen Verfahren ohne Einreichung einer Offerte wie  ein  Verfügungsadressat  behandelt  zu  werden  wünscht,  wie  dies  vorliegend auf  die Beschwerdeführerin  zutrifft, muss dieser Anforderung  genügen. Indessen ist im vorliegenden Fall unbestritten, dass es sich bei  der  Beschwerdeführerin  um  eine  etablierte  Anbieterin  von  Fahrtreppen  handelt,  welche  ohne  weiteres  in  der  Lage  ist,  Aufträge  wie  den  vorliegenden  auszuführen,  selbst  soweit  dies  die  Anpassung  von  Standardprodukten  im  Sinne  von  Einzelanfertigungen  bedeutet  (Stellungnahme der Vergabestelle vom 2. Mai 2011, insb. S. 8). 2.2 Nach  Art.  48  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  ist  zur  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht berechtigt, wer durch Teilnahme am Verfahren  vor der Vorinstanz formell beschwert ist (VERA MARANTELLI­SONANINI/SAID  HUBER,  in:  Bernhard  Waldmann/Philippe  Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  zum  VwVG,  Zürich/Basel/Genf  2009,  Art.  48  N.  22;  PETER GALLI/ANDRÉ MOSER/ELISABETH LANG/EVELYNE CLERC,  a.a.O.,  Rz.  850). Dabei sind auch die nicht berücksichtigten Mitbewerber  im offenen  Verfahren direkte Verfügungsadressaten (Entscheid der Eidgenössischen  Rekurskommission  für  das  öffentliche  Beschaffungswesen  (BRK)  vom  13. Juni  1997,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  (VPB) 62.16, E. 2b; ANDRÉ MOSER/MICHAEL BEUSCH/LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S.  50  f.,  Rz.  2.74).  HÄNER  spricht  insoweit  von  einem  "Verwaltungsakt  mit  kehrseitiger  Wirkung"  (ISABELLE  HÄNER,  Die  Beteiligten  im  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsprozess,  Zürich  2000,  S.  258  f.,  Rz.  539).  Beschwerdeberechtigt  ist  im  offenen  Verfahren  grundsätzlich  nur,  wer  sich  durch  Einreichung  eines  Angebots  am  Beschaffungsverfahren  beteiligt  hat  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­3402/2009  vom  6.  Juli  2010,  E.  3.1  mit  Hinweisen;  GALLI/MOSER/LANG/CLERC,  a.a.O.,  Rz.  854;  vgl.  dazu  ausführlich  E.  4  hiernach).  Das  Bundesverwaltungsgericht  geht  demgegenüber sowohl in Bezug auf die freihändige Vergabe als auch die  Anfechtung  einer  Ausschreibung  davon  aus,  dass  dem  Erfordernis  der  formellen  Beschwer  gemäss  Art.  48  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  keinerlei  Bedeutung  zukommt  (BVGE  2009/17  E.  2;  Urteile  des 

B­2197/2011 Bundesverwaltungsgerichts  B­1470/2010  vom  29.  September  2010,  E.  1.6  mit  Hinweisen,  und  B­3402/2009  vom  6.  Juli  2010,  E.  3.1  mit  Hinweisen). BEYELER spricht diesbezüglich von potentiellen Anbietern, die  aufgrund  einer  Vergaberechtswidrigkeit  zum  Verfahren  gar  nicht  erst  zugelassen  werden  (MARTIN  BEYELER,  Öffentliche  Beschaffung,  Vergaberecht  und  Schadenersatz,  Zürich/Basel/Genf  2004,  Rz.  400).  Dies entspricht auch der Zielsetzung des zweiten Halbsatzes von Art. 48  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  in  der  Fassung  des  Bundesverwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (AS 2006 2197,  insb.  S.  2224),  wonach  zur  Beschwerde  berechtigt  ist,  wer  keine  Möglichkeit zur Teilnahme (am Verfahren) erhalten hat (BGE 134 V 306,  E.  3.3.1  mit  Hinweisen;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  B­ 3402/2009  vom  6.  Juli  2010,  E.  3.1).  Im  Rahmen  der  Botschaft  zum  insoweit  gleichlautenden  Art.  89  BGG  (bzw.  Art.  83  VE  BGG)  wird  in  diesem  Zusammenhang  darauf  hingewiesen,  dass  der  Gesetzgeber  insbesondere  die  explizite  Verweigerung  von  Parteirechten  erfassen  wollte  (vgl.  Botschaft  zur  Totalrevision  der  Bundesrechtspflege  vom  28.  Februar  2001,  BBl  2001  4202,  insb.  S.  4329).  Auch  in  dieser  Situation  wird  aber  vom  Betroffenen  verlangt,  dass  er  sich  mit  angemessener  Diligenz  verhält.  So  rechtfertigt  es  sich  etwa,  im Falle  einer  zu Unrecht  unterlassenen  Beiladung  zu  verlangen,  dass  der  Betroffene  innert  nützlicher  Frist  nach  Kenntnis  des  Mangels  die  Eröffnung  des  Einspracheentscheids beantragt (BGE 134 V 306, E. 4.3). 2.3 Verzichtet  eine  an  sich  legitimierte  Partei  auf  die  Teilnahme  am  Verfahren, kann sie nach den Regeln des allgemeinen Verfahrensrechts  nicht  zu  einem  späteren  Zeitpunkt  das  Beteiligungsrecht  verlangen  (ISABELLE  HÄNER,  in:  Christoph  Auer/Markus  Müller/Benjamin  Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG],  Zürich  2008,  Art.  48  N.  8).  Dies  gilt  etwa  für  den  Fall,  dass  jemand vor der Vorinstanz auf eine Teilnahme verzichtet hat, weil andere,  welche  die  gleiche  Stossrichtung  verfolgen,  sich  dort  in  seinem  Sinne  (aber  nicht  in  seinem  Namen)  beteiligt  haben  (HANSJÖRG  SEILER,  in:  Hansjörg  Seiler/Nicolas  von  Werdt/Andreas  Güngerich,  Bundesgerichtsgesetz (BGG), Bern 2007, Rz. 14 zu Art. 89 BGG; ebenso  ALAIN  WÜRZBURGER,  in:  Bernard  Corboz/Alain  Würzburger/Pierre  Ferrari/Jean­Maurice  Frésard/Florence  Aubry  Girardin,  Commentaire  de  la LTF, Rz. 21 zu Art. 89 BGG). 

B­2197/2011 3.  3.1 Im vorliegenden Falle ist gestützt auf das in Erwägung 2 Gesagte zu  prüfen,  ob  das  an  die  Vergabestelle  gerichtete  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  2.  September  2010  als  Verzicht  zu  beurteilen  ist, welcher zum Verlust der Legitimation führt. In diesem Zusammenhang  ist  vorab  festzuhalten,  dass, wie  bereits  in  der  Zwischenverfügung  vom  19. Mai  2011 ausgeführt,  der Beschwerdeführerin  die  Legitimation nicht  per se deswegen abzusprechen ist, weil sie keine Offerte eingereicht hat  (vgl. Zwischenverfügung vom 19. Mai 2011, E. 4.4). Denn es kann einer  Anbieterin  tatsächlich  nicht  immer  zugemutet  werden,  ein  Angebot  einzureichen (vgl. Entscheid der BRK 1998­5 vom 4. August 1998, E. 2b).  In diesem Sinne wird etwa in Bezug auf das deutsche Recht festgehalten,  dass es Fälle gibt,  in welchen der Antragsteller vorträgt, dass er von der  Abgabe eines Angebotes gerade durch den gerügten Verstoss gehindert  worden  sei  (KLAUS  WILLENBRUCH/KRISTINA  WIEDDEKIND,  Kompaktkommentar  Vergaberecht,  2.  Auflage,  Köln  2011,  Rz.  27  zu  §  107 GWB mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). Derartige Ausnahmen  vom  Erfordernis,  dass  nur  die  Anbieterqualität  aufgrund  eingereichter  Offerte  zur  Beschwerde  berechtigt,  sind  indessen  nur  mit  grosser  Zurückhaltung  anzunehmen.  Im  vorliegenden  Fall  macht  die  Beschwerdeführerin  geltend,  sie  habe  aus  Diligenzgründen  auf  die  Einreichung  einer  Offerte  für  eine  solch  normwidrige,  gesundheitsgefährdende  Fahrtreppe  verzichtet  (Beschwerde,  S.  5;  vgl.  auch das Schreiben der Beschwerdeführerin vom 20. Januar 2011, S. 6).  Die  Vergabestelle  trägt  demgegenüber  vor,  im  Sinne  einer  massgeschneiderten  Lösung  seien  von  allen  Anbietern  Anpassungsleistungen zu erbringen gewesen. Sie führe den Verzicht auf  Einreichung  einer  Offerte  auf  die  mangelnde  Flexibilität  der  Beschwerdeführerin zurück (Stellungnahme der Vergabestelle vom 2. Mai  2011, S. 6). Wie es sich diesbezüglich verhält, kann indessen angesichts  der  nachfolgenden  Erwägungen  offen  bleiben.  Will  eine  potentielle  Anbieterin  ihre  Beschwerdelegitimation  wahren,  ohne  eine  Offerte  einzureichen, muss  sie  zumindest  ihr  Interesse  an  der  Ausführung  des  konkreten  Auftrags  erklären.  In  vergleichbarer  Weise  hat  etwa  das  Verwaltungsgericht  des  Kantons  Zürichs  entschieden,  ein  Anbieter,  welcher eine freihändige Vergabe angreife, soll nicht nur in der Lage sein,  einen  Auftrag  der  betreffenden  Art  zu  übernehmen  (vgl.  dazu  E.  2.1  hiervor), sondern müsse auch Interesse an der Ausführung des konkreten  Auftrags glaubhaft machen (Entscheid VB.2001.00166 vom 9. September  2011, E. 2c). In diesem Sinne hat ein Anbieter im offenen Verfahren, der  sich ausserstande  sieht  zu offerieren,  gegenüber  der Vergabestelle  klar 

B­2197/2011 zu  kommunizieren,  dass  er  so  behandelt  werden möchte,  wie  wenn  er  offeriert  hätte.  Denn  ist  das  Verhalten  eines  potentiellen  Anbieters  als  Verzicht  auf  die  Teilnahme  am  Verfahren  zu  interpretieren,  verliert  er  damit die Legitimation auch dann, wenn diese nicht schon aufgrund der  fehlenden  Offerte  zu  verneinen  ist  (vgl.  E.  2.3  hiervor  sowie  die  Zwischenverfügung vom 19. Mai 2011, E. 4.5).  3.2 Die Beschwerdeführerin bringt zur Frage der Beschwerdelegitimation  mit  Stellungnahme  vom  21.  Juni  2011  vor,  sie  habe  nicht  auf  die  Verfahrensteilnahme  verzichtet.  In  ihrem  Schreiben  vom  2.  September  2010  habe  sie  sich  vielmehr  detailliert  mit  der  Ausschreibung  auseinandergesetzt  und  die  Vergabestelle  auf  die  aus  ihrer  Sicht  vorliegenden  Probleme  in  der  Ausschreibung  aufmerksam  gemacht.  Damit habe sie ungeachtet der abgelaufenen Eingabefrist ihr Interesse an  der  vorliegenden  Submission  deutlich  gemacht.  Dies  gelte  umso mehr,  als  sich  die  Beschwerdeführerin  überdies  bereit  erklärt  habe,  weitere  problematische Punkte  im Gespräch mit  der Vergabestelle  zu erläutern.  Die  Vergabestelle  habe  somit  das  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  nicht anders verstehen dürfen, als dass sie nach wie vor  in die  laufende  Submission  habe  einbezogen  werden  wollen.  Schliesslich  hätte  die  Vergabestelle  die  Pflicht  gehabt,  aufgrund  der  Hinweise  der  Beschwerdeführerin  das  rechtsfehlerhafte  Verfahren  abzubrechen  und  dieses  erneut  und  rechtskonform  durchzuführen.  Die  Verletzung  dieser  Pflicht könne der Beschwerdeführerin nicht zum Nachteil gereichen.  3.3 Die Vergabestelle  führt  in  ihrer Eingabe vom 14.  Juli  2011 aus, die  Beschwerdeführerin  sei  nicht  an  der  Marktteilnahme  gehindert  worden.  Diese  habe  die  Ausschreibungsunterlagen  trotz  wiederholten  telefonischen  Hinweises  auf  die  Ausschreibung  erst  über  einen  Monat  nach  erfolgter  Ausschreibung  angefordert. Nach Ablauf  der Eingabefrist  habe sie in ihrem Schreiben vom 2. September 2010 mitgeteilt, dass sie  insbesondere  wegen  der  Unauffindbarkeit  der  Ausschreibung  keine  Offerte  eingereicht  habe  und  sich  demzufolge  freuen würde,  in  Zukunft  wieder mit der Vergabestelle zusammen arbeiten zu können. Damit liege  zweifelslos ein Verzicht auf Teilnahme am Ausschreibungsverfahren vor  bzw.  fehle  es  am  Nachweis  eines  Interesses  an  der  Ausführung  des  vorliegenden Auftrages. Entsprechend habe die Beschwerdeführerin mit  dem Betreff des Schreibens vom 2. September 2010 "Submission Zürich  HB, Durchmesserlinie – Abschnitt 2, BKP 262 ­ Fahrtreppen; Verzicht auf  Teilnahme  und  Information"  klar  zum  Ausdruck  gebracht,  dass  sie  am  Zuschlag  im  vorliegenden Vergabeverfahren  nicht mehr  interessiert  sei.  Der Vorwurf, diverse technische Vorgaben hätten die Beschwerdeführerin 

B­2197/2011 an  einer  Offerteinreichung  gehindert,  sei  nur  vorgeschoben  und  treffe  zudem  nicht  zu.  Alle  anderen  Anbieter  seien  in  der  Lage  gewesen,  fristgerecht  ein  rechtsgültiges  Angebot  einzureichen.  Der  wesentliche  Grund, warum die Beschwerdeführerin keine Offerte eingereicht habe, sei  die  nicht  zeitgerechte  Anforderung  der  Unterlagen,  was  seitens  der  Beschwerdeführerin  bis  heute  durch  Stillschweigen  ausgeklammert  werde. Ausserdem sei  von einem Abbruch und einer Wiederholung des  Verfahrens bis zum 20. Januar 2011 keine Rede gewesen. 3.4 Aufgrund  der  vorstehenden  Ausführungen  stellt  sich  die  Frage,  ob  das  Schreiben  der  Beschwerdeführerin  vom  2.  September  2010  als  Verzicht  auf  die  Teilnahme  am  Verfahren  zu  verstehen  ist.  Dabei  ist  vorauszusetzen, dass eine Verlautbarung einer Anbieterin gegenüber der  Vergabestelle  während  des  Beschaffungsverfahrens  wie  im  Privatrecht  nach  dem  Vertrauensprinzip  auszulegen  ist  (vgl.  dazu  in  Bezug  auf  verwaltungsrechtliche  Verträge  etwa  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2583/2007  vom  17.  Dezember  2007,  E.  5.4.3;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 1103). 3.5 Zunächst  ist  zum  relevanten  Sachverhalt  festzuhalten,  dass  im  vorliegenden  Fall  die  Ausschreibung  am  16.  Juli  2010  publiziert  wurde.  Die  Beschwerdeführerin  forderte  bei  der  Vergabestelle  am  19.  August  2010  die  Ausschreibungsunterlagen  an.  Am  2.  September  2010,  also  einen Tag nach Ablauf der Angebotsfrist am 1. September 2010, gelangte  die  Beschwerdeführerin  schriftlich  an  die  Vergabestelle  unter  der  Überschrift "Submission Zürich HB, Durchmesserlinie – Abschnitt 2, BKP  262  –  Fahrtreppen;  Verzicht  auf  Teilnahme  und  Information".  Sie  informierte  die  Vergabestelle  dahingehend,  dass  sie  darauf  verzichtet  habe, innert der gesetzten Frist am Vergabeverfahren teilzunehmen. Dies  begründete sie einerseits damit, dass die Ausschreibung nicht auffindbar  gewesen  sei. Andererseits  hätten die  restriktiven  technischen Vorgaben  eine  wettbewerbsfähige  Teilnahme  verunmöglicht.  Insbesondere  seien  etwa Massvorgaben  nach  ihrem  Dafürhalten  auf  einen Mitkonkurrenten  zugeschnitten.  Tatsache  sei,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  dieser  einengenden  und  ihres  Erachtens  unnötigen  Vorgaben  faktisch  von  einer  wettbewerbsfähigen  Teilnahme  an  der  Submission  ausgeschlossen  worden  sei.  Dies  sei  sicher  nicht  im  Sinne  des  Wettbewerbsrechts.  Ausserdem  sei  die  Frist  für  die  Anfechtung  der  Ausschreibung  bereits  abgelaufen.  Aus  diesem  Grund  habe  sie  sich  schliesslich dafür entscheiden müssen, auf die Teilnahme zu verzichten.  Sie  würde  sich  freuen,  in  Zukunft  wieder  mit  der  Vergabestelle 

B­2197/2011 zusammenzuarbeiten.  Dies  sei  ihr  jedoch  nur  möglich,  wenn  ihr  eine  tatsächliche,  echte  Chance  gegeben  werde,  an  den  Submissionen  der  Vergabestelle so  teilnehmen zu können, dass ein Zuschlag möglich sei.  Mit  Schreiben  vom  20.  Januar  2011 machte  die  (inzwischen  anwaltlich  vertretene) Beschwerdeführerin ergänzende Ausführungen bezüglich der  aus  ihrer  Sicht  diskriminierenden  technischen  Anforderungen  sowie  der  Nichteinhaltung sicherheitstechnischer Normen. Ausserdem  trug sie vor,  es gelte, das Verfahren abzubrechen und neu auszuschreiben. 3.6 Die Beschwerdeführerin ist mit Zwischenentscheid vom 19. Mai 2011  (E.  4.6)  darauf  hingewiesen  worden,  dass  ihre  Behauptung,  sie  habe  bereits mit Schreiben vom 2. September 2010 geltend gemacht, dass nur  eine  neue  Ausschreibung  den  Massgaben  des  Beschaffungsrechts  Rechnung  tragen  könne  (Beschwerde  vom  13.  April  2011,  S.  5),  aktenwidrig  sei.  Dieser  Umstand  wird  denn  auch  mit  den  im  Hauptverfahren erstatteten Stellungnahmen nicht bestritten. Das Gericht  hat  im  Rahmen  des  Zwischenentscheides  (ebenfalls  E.  4.6)  weiter  festgehalten, dass die Vergabestelle die Beschwerdeführerin bzw. deren  Eingabe vom 2. September 2010 prima facie nicht so verstehen musste,  dass sie  trotz unterlassener Einreichung einer Offerte weiterhin wie eine  Anbieterin  im  vorliegenden  Verfahren  behandelt  werden  möchte.  Dies  bestreitet  die  Beschwerdeführerin  im  Hauptverfahren  neu  mit  dem  Hinweis,  sie  habe mit  dem  in Frage  stehenden Schreiben  vielmehr  klar  dokumentiert,  dass  sie  sehr  an  der  in  Frage  stehenden  Submission  interessiert sei. Nur so lasse sich erklären, dass sie sich im Detail mit den  Ausschreibungsunterlagen befasst habe. Dies ergebe sich auch aus dem  Umstand, dass die Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 2. September  2011 ihre Bereitschaft bekundet habe, weitere problematische Punkte im  Gespräch mit der Vergabestelle zu erörtern (Stellungnahme vom 21. Juni  2011, S. 4). 3.7 Zu  den  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin  ist  zunächst  festzuhalten,  dass  bereits  die  Betreffzeile  des  Schreibens  vom  2.  September  2011  den  Begriff  "Verzicht  auf  Teilnahme  und  Information"  enthält.  Zwar  ist  der  Beschwerdeführerin  zuzugestehen,  dass  das  Schreiben  entgegen  der  Darstellung  der  Vergabestelle  nicht  nur  eine  Klage über die versteckte Platzierung der Ausschreibung, sondern auch  Rügen  betreffend  "restriktive  technische  Vorgaben"  und  die  dadurch  versuchte  "Behinderung  des Wettbewerbs"  enthalten  hat.  Entscheidend  ist  indessen,  dass  die  Anbieterin  darauf  hinweist,  dass  die  Frist  zur  Anfechtung der Ausschreibung "leider" abgelaufen ist. Demnach geht sie  am 2. September 2010 – zutreffend oder nicht – sinngemäss davon aus, 

B­2197/2011 sich  vor  Gericht  gegen  die  Ausschreibung  und  damit  wohl  auch  die  Ausschreibungsunterlagen  nicht mehr wehren  zu  können. Entscheidend  ist  aber  der  Satz,  wonach  sich  die  A._____  freuen  würde,  "in  Zukunft  wieder" mit  der Vergabestelle  zusammenarbeiten  zu  können. Dies  sei –  so die Beschwerdeführerin  –  "jedoch nur möglich", wenn  ihr  "auch eine  tatsächliche,  echte Chance  gegeben werde",  an  den  Submissionen  der  Vergabestelle "so teilnehmen zu können, dass ein Zuschlag möglich ist".  In  diesem  Sinne  wird  mit  Schreiben  vom  2.  September  2010  um  eine  Stellungnahme  innert  30  Tagen  ersucht. Wenn  die  Beschwerdeführerin  nun  mit  Stellungnahme  vom  21.  Juni  2011  behauptet,  ihre  Erklärung  könne  entgegen  den  mit  Zwischenentscheid  vom  19.  Mai  2011  getroffenen Feststellungen nur so verstanden werden, dass sie an der in  Frage  stehenden  Submission  interessiert  war,  so  könnte  das  allenfalls  unter der Prämisse stimmen, dass hier eine einzigartige Vergabe in Frage  steht,  mit  welcher  einmalig  eine  ganz  besondere  Leistung  nachgefragt  wird,  welche  sich  in  den  nächsten  Jahren  so  nicht  wiederholt.  Davon  gehen  indessen  weder  die  Beschwerdeführerin  noch  die  Vergabestelle  aus.  Vielmehr  sind  beide  Seiten  nach  übereinstimmender  Erklärung  langfristig  an  einer  Zusammenarbeit  in  Bezug  auf  kommende  Beschaffungen  von  Fahrtreppen  interessiert.  Damit  lässt  sich  aber  das  Schreiben vom 2. September 2010, was der Wortlaut bereits nahe  legt,  auch  aufgrund  der  tatsächlichen  Umstände  ohne  Weiteres  so  interpretieren,  dass  die  Beschwerdeführerin  für  die  Zukunft  an  einem  Verhalten  der  Vergabestelle  interessiert  ist,  welches  zu  möglichst  viel  Wettbewerb unter den Anbietern von Fahrtreppen führt. Dazu passt auch  die  Bemerkung  der  Beschwerdeführerin,  das  gerügte  Verhalten  der  Vergabestelle  sei  "sicher  nicht  im  Sinne  des Wettbewerbsrechts".  Eine  Zusammenarbeit sei jedoch nur möglich, wenn der Beschwerdeführerin –  meint: in Zukunft – auch eine "tatsächliche, echte Chance gegeben wird",  an  den  Submissionen  der  SBB  so  teilnehmen  zu  können,  dass  ein  Zuschlag  möglich  ist.  Auch  das  Ersuchen  um  eine  Stellungnahme  innerhalb 30 Tagen lässt sich ohne Weiteres so verstehen, dass man im  Sinne  eines  Debriefing  nach  Verzicht  noch  gewisse  Punkte  klären  möchte.  Dies  beispielsweise  um  vertiefte  Erkenntnisse  darüber  zu  gewinnen,  ob  die  Vergabestelle  versucht  hat,  bestimmte  Anbieter  zu  bevorzugen,  was  die  Vergabestelle  mit  Schreiben  vom  9.  September  2011  bestreitet  und  für  die  Vertrauensbasis  zwischen  Anbieterin  und  Vergabestelle  durchaus  bedeutungsvoll  sein  kann.  Auch  in  diesem  Zusammenhang  lässt  sich  der  seitens  der  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe vom 16. August 2011 noch einmal betonte Aufwand im Rahmen  der  Analyse  der  Ausschreibungsunterlagen  in  nahe  liegender  Weise  begründen. Demnach  führt die  tatsächliche Ausgangslage entgegen der 

B­2197/2011 Annahme  der  Beschwerdeführerin  nicht  dazu,  dass  die Würdigung  des  Erklärungsgehalts  des  Schreibens  vom  2. September  2010,  wie  sie mit  dem Zwischenentscheid vom 19. Mai 2011 vorgenommen worden  ist,  in  Frage zu stellen ist. Vielmehr ist  in diesem Schreiben ein klarer Verzicht  auf  den  Status  als  interessierte  und  zur  Anfechtung  des  Zuschlags  befugte Anbieterin  zu sehen. Diese Stellung  lässt  sich – wie bereits mit  Zwischenentscheid vom 19. Mai 2011 (E. 4.6)  festgehalten – nach einer  Verzichtserklärung  auch  nicht  wiederherstellen.  Demnach  hilft  es  der  Beschwerdeführerin  nichts, wenn  sie  später  nach Beizug  eines Anwalts  mit Schreiben vom 20. Januar 2011 ausgeführt hat, sie behalte sich die  Anfechtung des Zuschlags  vor  für  den Fall,  dass die Vergabestelle  ihre  Auffassung,  das  vorliegende  Verfahren  sei  abzubrechen,  nicht  teile.  Damit  wusste  der  Rechtsvertreter  aber  auch,  welche  Formulierungen  jedenfalls genügen würden, um das Interesse, weiterhin als  interessierte  Anbieterin  behandelt  zu  werden,  zu  bekunden.  Auch  vor  diesem  Hintergrund  überzeugen  die  Ausführungen  der  Beschwerdeführerin,  wonach das Gericht in nicht realitätsnaher Weise quasi wörtlich auf einer  Formulierung  beharre,  derzufolge  die  Beschwerdeführerin  "wie  ein  Offerent behandelt zu werden" wünsche, in keiner Weise (Stellungnahme  vom  21.  Juni  2011,  S.  5).  Klar  ist  indessen,  dass  auch  unter  Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  die  regelmässig  im  Beschaffungsmarkt  agierende  Anbieterin  nicht  anwaltlich  vertreten  war,  ein  blosser  Hinweis  auf  Mängel  des  Verfahrens,  etwa  diskriminierende  technische  Spezifikationen,  nicht  genügt.  Zusammenfassend  ergibt  sich  demnach, dass auf die Beschwerde bereits aufgrund der Auslegung der  an die Vergabestelle gerichteten Eingabe der Beschwerdeführerin vom 2.  September  2010  mangels  Beschwerdelegitimation  nicht  einzutreten  ist.  Demnach  kann  offen  bleiben,  ob  die  Beschwerdeführerin  nicht  ausserdem gehalten gewesen wäre, ihre Rügen bis zur Offerteingabefrist  vom 1. September 2010 vorzubringen.

B­2197/2011 4.  4.1 Gemäss Art. 63 Abs. 4bis VwVG i.V.m. Art. 2 Abs. 1 des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  richten  sich  die  Verfahrenskosten  nach  dem  Umfang  und  der  Schwierigkeit  der  Streitsache, der Art der Prozessführung sowie der  finanziellen Lage der  Parteien.  Angesichts  des  Vergabevolumens  von  ca.  Fr.  11'300'000.­  sowie der Verfahrenserledigung durch Nichteintreten (vgl. Entscheid des  Bundesverwaltungsgerichts B­2561/2009 vom 20. Juli 2009, E. 7) sind im  Sinne  von  Art. 4  VGKE  die  Verfahrenskosten  für  den  Entscheid  in  der  Hauptsache auf Fr. 10'000.­ festzusetzen. Damit ist auch der in Ziff. 5 des  Dispositivs  des  Zwischenentscheides  vom  19.  Mai  2011  vorbehaltene  Aufwand  des  Entscheides  betreffend  das  Begehren  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  mitumfasst.  Da  auf  die  Beschwerde  nicht  eingetreten wird, gilt die Beschwerdeführerin als unterliegende Partei und  es sind ihr die Verfahrenskosten aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). 4.2 Die  Beschwerdeführerin  hat  als  unterliegende  Partei  keinen  Anspruch  auf  Parteientschädigung  für  die  ihr  erwachsenen Kosten  (Art.  64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 Abs. 1 und 2 VGKE). Der Vergabestelle ist  aufgrund  von  Art.  7  Abs.  3  VGKE  ebenfalls  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen. Dasselbe  gilt  für  die  Zuschlagsempfängerin, welche  sich  nicht als Partei konstituiert hat.  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  10'000.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher  Höhe  verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen.

B­2197/2011 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Rechtsvertreter; Gerichtsurkunde) – die Vergabestelle (Ref­Nr. SIMAP 612797; Gerichtsurkunde) – die Zuschlagsempfängerin (Rechtsvertreter; Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Marc Steiner Laura Melusine Baudenbacher Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand: 20. Oktober 2011

B-2197/2011 — Bundesverwaltungsgericht 18.10.2011 B-2197/2011 — Swissrulings