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Bundesverwaltungsgericht 15.07.2011 A-7810/2010

15 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,622 parole·~18 min·1

Riassunto

Strassenwesen (Übriges) | Ausführungsprojekt Nationalstrasse N5, Umfahrung Twann, Tunnel-Ostportal und Anschlussbauwerk

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­7810/2010 Urteil   v om   1 5 .   Juli   2011 Besetzung Richter Beat Forster (Vorsitz), Richterin Kathrin Dietrich, Richter Jérôme Candrian,  Gerichtsschreiber Christian Kindler. Parteien 1. Schweizer Heimatschutz (SHS), Seefeldstrasse 5a,  Postfach, 8032 Zürich,   vertreten durch den Berner Heimatschutz, Kantonale  Geschäftsstelle, Kramgasse 12, 3011 Bern, 2. Stiftung Landschaftsschutz Schweiz,  Schwarzenburgstrasse 11, 3007 Bern,   beide vertreten durch Peter Huber, Fürsprecher,  Belpstrasse 16, Postfach 6626, 3001 Bern,  Beschwerdeführende,  gegen Kanton Bern, 3000 Bern,   handelnd durch das Tiefbauamt des Kantons Bern,  Reiterstrasse 11, 3011 Bern, Beschwerdegegner,  Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr,  Energie und Kommunikation UVEK, Bundeshaus Nord,  3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Ausführungsprojekt Nationalstrasse N5, Umfahrung Twann,  Tunnel­Ostportal und Anschlussbauwerk.

A­7810/2010 Sachverhalt: A.  Die  Ortschaft  Twann  am  Bielersee  soll  mittels  einer  Umfahrung  vom  Durchgangsverkehr entlastet werden. Das vom Kanton Bern am 2. März  2007  beim Eidgenössischen Departement  für Umwelt,  Verkehr,  Energie  und  Kommunikation  (UVEK)  eingereichte  Ausführungsprojekt  sieht  vor,  dass  der  seit  1991  in  Betrieb  stehende,  2'510  m  lange  und  der  Umfahrung  Ligerz  dienende  zweispurige  Tunnel  der Nationalstrasse N5  (bzw. A5 Luterbach  ­ Biel  ­ Neuenburg  ­ Yverdon)  in  östlicher Richtung  hinter Twann um 1'822 m verlängert werden soll. Weiter soll die heutige  N5 zwischen dem aufzuhebenden Ostportal  des Ligerztunnels und dem  neuen  Tunnelportal  östlich  von  Twann  zurückgebaut  und  umgestaltet  werden. Das Bauvorhaben und insbesondere das Ostportal Twanntunnel  liegen im Gebiet "linkes Bielerseeufer", das als Schutzobjekt Nr. 1001 im  Bundesinventar  Landschaften  und  Naturdenkmäler  von  nationaler  Bedeutung (BLN) enthalten ist. Im Bereich des Ostportals  ist vorgesehen, dass die von Biel her entlang  dem  nördlichen  Bielerseeufer  und  der  SBB­Linie  Biel  ­  Neuenburg  führende zweispurige Nationalstrasse weg vom See in einem rund 150 m  langen  offenen Einschnitt  in  den  unteren Bereich  des mit Rebterrassen  angelegten  Jurasüdhanges  führt  und  im  Umfahrungstunnel  mündet  (Oberkante  Fahrbahn  rund  9  m  über  dem  Normalwasserstand  des  Bielersees). Zusätzlich soll vor dem Portalbereich ein rund 340 m langes  Anschlussbauwerk erstellt werden. Die bestehende Strasse soll westlich  des Tunnelportals  in zwei Fahrbahnen aufgeteilt werden. Eine Fahrbahn  dient als Einfahrt in die N5 in Richtung Luterbach. Sie soll von Twann her  entlang dem See verlaufen und rund 200 m östlich des Tunnelportals  in  die  Nationalstrasse  einmünden.  Die  andere  Fahrbahn  dient  dem  Lokalverkehr  in  Richtung  Twann.  Sie  soll  zusammen  mit  einem  Fahrstreifen  für  den  Langsamverkehr  (kombinierter  Rad­/Gehweg)  von  der N5 bergwärts  abzweigen,  in  einer  rund  120 m  langen Unterführung  bzw.  Tunnel  unter  dem  Portalbereich  der  N5  hindurchführen  und  sich  anschliessend westlich vom Portal mit der Einfahrtstrasse N5 vereinigen.  Die  Stützkonstruktionen  des  Tunnelportals  und  des  Anschlussbauwerks  sollen  als  Rebmauern  mit  Natursteinverkleidungen  ausgeführt  werden.  Weiter  ist  als  Abgrenzung  zur  tiefer  liegenden  Eisenbahnlinie  eine  insgesamt  712 m  lange  Lärmschutzwand  vorgesehen,  die  eine  Höhe  zwischen 2,10 und 2,70 m (ab Oberkante Fahrbahn) bzw. zwischen 1,20  und 2,00 m ab Oberkante bestehende Mauer aufweisen soll. 

A­7810/2010 B.  Im  Anschluss  an  eine  öffentliche  Planauflage  im  April  2007,  nach  Anhörung  der  betroffenen  Fachämter  des  Bundes,  gestützt  auf  Projektergänzungen durch den Kanton Bern und nach Einreichung eines  Gutachtens  der  Eidgenössischen  Natur­  und  Heimatschutzkommission  (ENHK)  vom  23. Februar  2009  genehmigte  das  UVEK  das  Ausführungsprojekt am 4. Oktober 2010 mit zahlreichen Auflagen.  C.  Gegen  diese  Plangenehmigung  reichten  der  Schweizer  Heimatschutz,  vertreten  durch  den  Berner  Heimatschutz,  und  die  Stiftung  Landschaftsschutz  Schweiz  (Beschwerdeführende)  am  4.  November  2010 gemeinsam eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein.  Sie verlangen deren Aufhebung und die Rückweisung an die Vorinstanz  zur  Planung  einer  landschaftsschonenden  Überarbeitung  im  Bereich  Ostportal  Twanntunnel  samt  Anschlussbauwerk  und  Lärmschutzmassnahmen unter erneutem Einbezug der ENHK.  Die Beschwerdeführenden bringen im Wesentlichen vor, das genehmigte  Projekt  schone  die  geschützte  BLN­Landschaft  nicht  grösstmöglich,  sondern  bewirke  enorme  und  weitgehend  irreversible  Eingriffe.  Sie  schlagen  vor,  die  nötige  Entflechtung  des  Langsamverkehrs  vor  dem  Tunnel sei mit einer Lichtsignalanlage zu gewährleisten, mit welcher auch  der nur geringfügige Lokalverkehr nach Twann als Linksabbiegerverkehr  zu regeln sei. Eine andere Möglichkeit bestehe darin, die Nationalstrasse  in ein tieferliegendes Tunnelportal abzusenken und den Langsamverkehr  über  diesen  Zufahrtsgraben  zu  führen.  Denkbar  seien  auch  Mischvarianten  mit  ampelgesteuertem  Linksabbiegen  des  motorisierten  Langsamverkehrs nach Twann und separatem Radweg. Diese Varianten  würden wesentlich  geringere  Terrainflächen  beanspruchen  und  kleinere  Eingriffe  in  die  Substanz  und  das  Erscheinungsbild  der  geschützten  Landschaft  bewirken.  Zudem  würde  eine  in  den  Hang  abfallende  Tunnelzufahrt  die Lärmimmissionen verringern,  so dass der Lärmschutz  kleiner  dimensioniert  werden  könnte  und  landschaftsverträglicher  wäre.  Der  Nachweis,  dass  eine  landschaftsschonendere  Linienführung  nicht  machbar  sei,  sei  nicht  ansatzweise  erbracht  worden.  Die  der  Detailprojektierung  vorbehaltene  Optimierung  stelle  nur  noch  Kosmetik  dar. Unverständlich  sei,  dass die ENHK  trotz grosser Vorbehalte gegen  die projektierte Linienführung die Leitbehörde nicht aufgefordert habe, zu  Alternativen vergleichend Stellung nehmen zu können. 

A­7810/2010 D.  Das  UVEK  (Vorinstanz)  beantragt  in  seiner  Vernehmlassung  vom  17. Januar  2011  die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten sei. Dass das Projekt einschneidende Auswirkungen auf die  geschützte Landschaft habe, sei unbestritten. Es sei bereits 1991 initiiert,  mehrfach überarbeitet und 2007 zum 3. Mal aufgelegt worden.  In einem  ergänzenden Bericht vom September 2008 habe der Kanton Bern erneut  ausführlich den Standort, die technische Lösung des Ostportals und den  Verzicht auf eine Lösung mit separatem Radweg begründet. Es sei nicht  Aufgabe  der  Plangenehmigungsbehörde,  zusätzlich  Alternativen  zu  prüfen,  nachdem  sich  das  ausgearbeitete  Projekt  als  beste  Variante  erwiesen  habe,  damit  alle  gesetzlichen  Vorgaben  eingehalten  werden  könnten  und  insbesondere  die  Umweltfachbehörde  Bundesamt  für  Umwelt  (BAFU)  sowie  die  ENHK  dem Projekt  unter  gewissen  Auflagen  zugestimmt  hätten.  Die  jetzt  vorgeschlagenen  drei  Lösungsvarianten  würden erstmals im Beschwerdeverfahren vorgebracht, weshalb sich das  UVEK  nicht  veranlasst  sehe,  zu  diesen  neuen  Begehren  Stellung  zu  nehmen.  E.  Der  Kanton  Bern  (Beschwerdegegner)  beantragt  in  seiner  Beschwerdeantwort  vom  17.  Januar  2011  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Das  genehmigte  Projekt  sei  aus  einem  mehrjährigen  Projektentwicklungsprozess mit Prüfung verschiedener Lösungsvarianten  hervorgegangen  und  es  habe  sich  als  die  gesamthaft  beste  Lösung  erwiesen.  Die  von  den  Beschwerdeführenden  vorgeschlagenen  Alternativen würden in allgemeiner Form beschrieben und es lägen keine  Ideenskizzen  vor.  Ein  direkter  Vergleich  mit  dem  Ausführungsprojekt  könne  deshalb  nicht  gemacht  werden.  Dennoch  könne  den  Varianten  entgegen  gehalten  werden,  dass  eine  Verkehrssteuerung  mittels  Lichtsignalanlagen  beim  Tunnelportal  einschlägigen  Normen  widerspreche  und  deshalb  kaum  genehmigungsfähig  sei.  Eine  Absenkung der Nationalstrasse wäre weniger landschaftsverträglich, weil  die  Ausfahrtsrampe  mit  einer  Brückenkonstruktion  über  die  N5  geführt  werden  müsste.  Eine  separate  Führung  des  Veloverkehrs  über  das  Tunnelportal  sei  vor  zwei  Jahren  zusammen mit  der ENHK geprüft  und  verworfen worden. Die Lärmschutzwand schliesslich sei Bestandteil  des  bereits genehmigten Sanierungsprojekts Twann ­ Gauchette (Wingreis) ­  Tüscherz. Sie müsste auf Grund der heutigen Situation unabhängig vom  Projekt  Twanntunnel  realisiert  werden.  Im  Rahmen  des  hier  strittigen  Ausführungsprojekts  werde  diese Wand  örtlich  um  0,5 m  erhöht,  damit 

A­7810/2010 die  aus dem Projekt  resultierenden höheren Planungswerte  eingehalten  würden.  F.  Das  Bundesamt  für  Strassen  (ASTRA)  beantragt  am  28.  Februar  2011  ebenfalls  die  Beschwerdeabweisung.  Ergänzend  zu  den  Ausführungen  des  Kantons  Bern  hielt  es  fest,  dass  die  Verkehrssteuerung  mit  Lichtsignalanlage die Gefahr von Rückstaus bis in den Tunnel beinhalte,  was  aus  Sicherheitsgründen  unbedingt  zu  vermeiden  sei.  Eine  Absenkung  der  Nationalstrasse  würde  das  Landschaftsbild  nur  geringfügig  besser  schonen,  hätte  aber  insbesondere  wegen  den  erforderlichen Wasserhaltungsarbeiten unter dem Seespiegel Mehrkosten  von 5 bis 10 Prozent zur Folge. G.  Das Bundesamt  für Raumplanung  (ARE) weist  in  seiner Stellungnahme  vom 2. März 2011 darauf hin, dass die Beschwerdeführenden erstmals im  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  drei  neue  Lösungsvorschläge  einbringen  würden,  obwohl  im  Laufe  des  seit  1991  dauernden  Verfahrens  bereits  früher  mehrfach  die  Gelegenheit  dazu  bestanden hätte. Es stelle sich die Frage des Eintretens auf diese neuen  Varianten.  Das  Vorhaben  sei  Bestandteil  des  Sachplans  Verkehr,  sei  bezüglich  des  Rückbaus  und  der  Umgestaltung  der  bestehenden  Strassen  von  grosser  Bedeutung  und  bringe  entscheidende  Verbesserungen für den Veloverkehr. Vorinstanz und Beschwerdegegner  hätten  im  Beschwerdeverfahren  überzeugend  dargelegt,  weshalb  die  vorgeschlagenen  Alternativlösungen  keinen  Vorteil  bringen  würden.  Ergänzende Ausführungen würden sich deshalb erübrigen. H.  Die  ENHK  verzichtete  am  16.  Februar  2011  auf  die  Abgabe  einer  Stellungnahme  und  verweist  bezüglich  der  materiellen  Beurteilung  auf  das  im  Verfahren  abgegebene  Gutachten.  Offene  Fragen  im  Beschwerdeverfahren  könnten  im  Rahmen  eines  ergänzenden  Gutachtens beantwortet werden. I.  Das BAFU hielt am 3. März 2011  fest, der Plangenehmigungsentscheid  berücksichtige  den  gesetzlichen  Schonungsgrundsatz.  Es  werde  die  bestmögliche  Redimensionierung  der  Einschnitte  und  Flächenbeanspruchung durch das Tunnelportal und die Lärmschutzwand 

A­7810/2010 erzielt. Letztere sei  in der genehmigten Dimensionierung notwendig, um  die massgebenden Lärm­Belastungsgrenzwerte einzuhalten. Die von den  Beschwerdeführenden vorgeschlagene neue Variante der Absenkung der  Nationalstrasse, ein  tiefer  liegendes Tunnelportal und eine Querung des  Langsamverkehrs am tiefsten Punkt hätte eine geringere Beanspruchung  von  Terrainflächen  zur  Folge,  was  einen  geringeren  Eingriff  in  das  geschützte Landschaftsbild des BLN­Objekts bedeuten würde. Damit eine  aussagekräftige  Beurteilung  einer  solchen  Alternativlösung  bzw.  eine  Gegenüberstellung mit der genehmigten Lösung möglich wäre, müssten  über  lediglich  skizzenhafte  Beschreibungen  hinaus  gehende,  minimale  planerische  Grundlagen  vorhanden  sein.  Insbesondere  die  optisch­ landschaftlichen  Auswirkungen  seien  ohne  konkrete  Projektskizze  nicht  beurteilbar.  Im  Grossen  und  Ganzen  seien  aber  die  Einwände  des  Kantons  Bern  gegen  den  Variantenvorschlag  zutreffend.  Zu  erwarten  wäre,  dass  insbesondere  die  Brückenkonstruktion  ebenfalls  erhebliche  landschaftliche Beeinträchtigungen zur Folge hätte. Da keine detaillierten  Lärmberechnungen  vorlägen,  könne  ebenso wenig  beurteilt  werden,  ob  die  Alternativvariante  eine  erhebliche  Verminderung  der  Lärmimmissionen  bewirken  würde,  was  ohnehin  zu  bezweifeln  sei.  Für  die  genehmigte  Lärmschutzwand  seien  diverse  Gestaltungsmöglichkeiten,  insbesondere  durch  die  Wahl  des  Baumaterials  und  die  Ausgestaltung  des  Längenprofils  der  Wand,  denkbar.  J.  Die  Beschwerdeführenden  halten  am  18.  Mai  2011  an  ihren  Anträgen  fest.  Unzulässig  sei  es,  die  von  der  ENHK  festgestellte  schwere  Beeinträchtigung  des  BLN­Objektes  zu  einer  insgesamt  leichten  Beeinträchtigung  herabzustufen,  indem  die  Vorzüge  der  Tunnelvariante  für  das  Ortsbild  Twann  kompensatorisch  berücksichtigt  würden.  Entscheidend sei, ob mit einer anderen Lösung eine bessere Schonung  der beeinträchtigten Landschaft  im Portalbereich erreicht werden könne.  Die  ENHK  habe  sich  mit  der  Variante  Tieferlegung  nie  auseinandergesetzt. Das BAFU räume ein, dass diese Variante mangels  gestalterischer Grundlagen gar nie vergleichsweise habe geprüft werden  können. Als Folge davon habe die ENHK  ihren Auftrag nicht  erfüllt  und  das  gesetzliche  Gebot  der  grösstmöglichen  Schonung  sei  verletzt.  Die  Stellungnahme  des  ASTRA  zeige,  dass  die  Variante  machbar  sei  und  Vorteile  für den Landschaftsschutz aufweise. Selbst wenn diese Lösung  Mehrkosten verursachen würde, würden diese durch die geringere Höhe  der  Lärmschutzwand  und  die  bessere  Schonung  des  BLN­Objektes 

A­7810/2010 kompensiert.  Entgegen  der  Behauptung  des  ARE  hätten  sich  Schutzorganisationen seit 1991 für die Anliegen des Landschaftsschutzes  eingesetzt,  auf  ihre  Anliegen  sei  jedoch  wiederholt  nicht  eingetreten  worden. Erst  im Rahmen der Planauflage  im März 2007 und damit nach  Abschluss  der  bloss  unter  verkehrstechnischen  Gesichtspunkten  durchgeführten  Projektierungsphase  hätten  sie  zum  Projekt  Stellung  nehmen können.  In den Einsprachen sei  dann auch gerügt worden, die  Portalzone Twann Ost sei nicht landschaftsverträglich. Die federführende  Interessengemeinschaft Bielersee habe  in  ihrer Einsprache ausdrücklich  verlangt, es sei zu prüfen, ob das Anschlussbauwerk Portal Ost nicht auf  den  Kopf  gestellt  werden  könne,  indem  die  Lokalstrasse Nord  über  die  abtauchende  N5  geführt  werde.  Eine  alternative  Trasseeführung  sei  jedoch  bloss  unter  der  Prämisse  des  geplanten,  hochliegenden  Tunnelportals  geprüft  worden.  Auch  im Ergänzungsbericht  des Kantons  Bern  seien  landschaftsschonendere  Ausführungen  der  Portalzone  Ost  und  insbesondere  eine  Tieferlegung  der  N5  nicht  dargestellt  worden.  Deshalb  werde  beantragt,  dass  die  Projektleitung  Skizzen  und  Visualisierungen mit einem tiefliegenden Tunnelportal und einer Überfahrt  für  den  Langsamverkehr  auf  der  Höhenkote  der  bestehenden  Strasse  und ohne Brücke vorlegen müsse, die anschliessend von der ENHK zu  begutachten seien. Weil bei dieser Variante auf zwei der drei geplanten  Tunnelportale  verzichtet  werden  könne  und  kleinere  Landschaftseinschnitte  erforderlich  seien,  sei  der  Standpunkt  des  Kantons  Bern,  wonach  die  Tieferlegung  grössere  Eingriffe  nach  sich  zöge,  unhaltbar.  Bei  einer  Mischvariante  bestehe  die  Gefahr  eines  Rückstaus  in  den  Tunnel  dann  nicht,  wenn  die  Lichtsignalanlage  in  grösserer  östlicher  Entfernung  zum  Tunnelportal  erstellt  werde  und  der  Abzweigerverkehr  nach  Twann  nur  mit  kurzen  Grünphasen  gesteuert  werde.  Dies  gelte  umso  mehr,  wenn  nur  der  Fahrrad­  und  Fussgängerverkehr  abgesondert  und  über  die  N5  geführt  werde.  Das  Gebot  der  grösstmöglichen  Landschaftsschonung  gelte  auch  bei  der  Verkehrsführung. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden 

A­7810/2010 gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), sofern keine  Ausnahme nach Art.  32 VGG vorliegt  und  eine Vorinstanz  gemäss  den  Art. 33  oder  34  VGG  entschieden  hat.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  hier  nicht  gegeben  und  das  UVEK  ist  eine  Vorinstanz  im  Sinne  von  Art.  33  Bst.  d  VGG.  Demnach  ist  das  Bundesverwaltungsgericht für die Beurteilung der Beschwerde zuständig. 2.  Zur  Beschwerde  ist  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist und ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung oder Änderung  hat  (Art. 48  Abs.  1  VwVG).  Beschwerdebefugt  sind  zudem  Personen,  Organisationen  und  Behörden,  denen  ein  Bundesgesetz  dieses  Recht  einräumt  (Art. 48  Abs.  2  VwVG).  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen,  indem  sie  im  Sinne  von  Art. 27d  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  8.  März  1960  über  die  Nationalstrassen (NSG, SR 725.11) Einsprachen erhoben haben, welche  von  der  Vorinstanz  zumindest  teilweise  abgewiesen  worden  sind.  Bei  beiden Beschwerdeführenden handelt es sich um Organisationen, denen  bei  Beteiligung  am  Einspracheverfahren  von  Gesetzes  wegen  die  Beschwerdebefugnis  zusteht  (Art.  12  und  Art.  12c  Abs.  2  des  Bundesgesetzes  vom  1.  Juli  1966  über  den  Natur­  und  Heimatschutz  [NHG,  SR  451]  i.V.m.  Ziff.  5  und  Ziff. 13  des  Anhangs  der  Verordnung  vom  27.  Juni  1990  über  die  Bezeichnung  der  im  Bereich  des  Umweltschutzes  sowie  des  Natur­  und  Heimatschutzes  beschwerdeberechtigten  Organisationen  [VBO,  SR 814.076]).  Sie  sind  damit  zur  Beschwerde  legitimiert.  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  erhobene  Beschwerde  (Art.  50  und  Art. 52  VwVG)  ist  mit  nachfolgender Einschränkung einzutreten. 3.  Im  bundesrechtlichen  Plangenehmigungsverfahren  müssen  sämtliche  Einwände  gegen  ein  Projekt  innerhalb  der  Auflagefrist  erhoben  (vgl.  Art. 27d  NSG)  und  können  im  Beschwerdeverfahren  nicht  mehr  nachgetragen  werden.  Damit  ist  gewährleistet,  dass  im  Interesse  der  Konzentration  des  Entscheidverfahrens  alle  Einwände  gesamthaft  von  der Leitbehörde geprüft werden und  in den Plangenehmigungsentscheid  einfliessen  können  (vgl.  Botschaft  vom  25.  Februar  1998  zu  einem  Bundesgesetz  über  die  Koordination  und  Vereinfachung  der  Plangenehmigungsverfahren,  BBl  1998  2591,  S.  2620  und  2634). 

A­7810/2010 Bestehen  bezüglich  des  Auflageprojekts  Änderungswünsche  oder  Alternativvorschläge,  so  sind  diese  ebenfalls  im  erstinstanzlichen  Verfahren  möglichst  genau  und  umfassend  einzubringen.  Es  ist  dann  Aufgabe  der  Plangenehmigungsbehörde,  die  verschiedenen  Einwände  gegen  das  Projekt  und  alle  zur  Diskussion  gestellten  Varianten  zu  beurteilen.  Von  ihr  kann  jedoch  nicht  verlangt  werden,  alle  denkbaren,  ausserhalb  des  üblichen  Rahmens  liegenden  Massnahmen  zu  prüfen.  Die auf Beschwerde hin  tätigen Gerichte haben anschliessend nur noch  das Genehmigungsprojekt auf seine Rechtmässigkeit hin zu untersuchen.  In  diese  gerichtliche  Überprüfung  sind  soweit  notwendig  auch  die  im  Plangenehmigungsverfahren  diskutierten  Varianten  einzubeziehen.  Es  geht  jedoch  nicht  an,  erst  im  Beschwerdeverfahren  neue  bis  anhin  unbekannte  Varianten  einzubringen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­594/2009 vom 10. November 2009 E. 1.4.2  f. und A­5466/2008 vom 3. Juni 2009 E. 1.3.2 f. mit Hinweisen).  3.1.  Die  Beschwerdeführenden  schlagen  unter  anderem  vor,  der  Langsamverkehr und/oder Lokalverkehr  in Richtung Twann sei  vor dem  östlichen Tunnelportal nicht  in einer Unterführung unter der N5, sondern  im  Sinne  einer  höhengleichen  Kreuzung  als  Linksabbiegerverkehr  mit  einer Lichtsignalanlage zu führen. Diese Variante zielt auf eine komplette  Änderung  des  Anschlussbauwerks  ab.  Die  höhengleiche  Verkehrssteuerung vor dem Ostportal mit einer Lichtsignalanlage bildete  jedoch  nicht  Gegenstand  des  Plangenehmigungsverfahrens,  obwohl  es  den  Beschwerdeführenden  möglich  gewesen  wäre,  einen  entsprechenden  Vorschlag  einzubringen.  Ihr  Antrag,  den  Anschlussverkehr  im  Bereich  des  Ostportals  höhengleich  mit  einer  Lichtsignalanlage zu regeln, stellt damit eine unzulässige Ausweitung des  Streitgegenstandes dar, weshalb darauf nicht einzutreten ist. 3.2.  Hauptsächlich  bezwecken  die  Beschwerdeführenden  eine  Tieferlegung  der  Tunnelzufahrt  und  des  Portals  der  N5  verbunden  mit  einer Überführung des Lokal­  und Langsamverkehrs auf  der Höhenkote  der  heutigen  Strasse.  Dies  hätte  ebenfalls  eine  neue  Gestaltung  des  Portalbereichs  und  des  Anschlussbauwerkes,  allenfalls  verbunden  mit  einer  Redimensionierung  der  geplanten  Lärmschutzwand,  zur  Folge.  Entgegen  den  Behauptungen  der  Vorinstanz  und  des  ARE  war  diese  Variante bereits Gegenstand des erstinstanzlichen Verfahrens. Denn die  Interessengemeinschaft  Bielersee  verlangte  in  ihrer  Einsprache  vom  28. April  2007  in  Ziffer  3,  es  sei  im  Falle  eines  Verzichts  auf  eine  Tunnelverlängerung  über  Wingreis  hinaus  zu  prüfen,  "ob  das 

A­7810/2010 Anschlussbauwerk  Portal  Ost  nicht  sinnvoller  und  umweltgerechter  "auf  den  Kopf  gestellt"  werden  kann,  indem  die  Lokalstrasse  Nord  über  die  abtauchende  A5  geführt  wird".  Die  Vorinstanz  hat  diesen  Antrag  in  der  angefochtenen  Verfügung  wörtlich  wiedergegeben  und  abgewiesen  (Plangenehmigung  S.  58  f.).  Die  Beschwerdeführenden  haben  zwar  diesen  konkreten  Alternativvorschlag  nicht  zum  Gegenstand  ihrer  Einsprachen  gemacht,  jedoch  im  Einspracheverfahren  ebenfalls  eine  Verschiebung  oder  bauliche  Umgestaltung  des  Ostportals  samt  Anschlussbauwerk  verlangt.  Indem  sie  diesen  im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingebrachten  Variantenvorschlag  in  ihrer  Beschwerde  aufnehmen, konkretisieren sie ihre Vorbringen und machen nicht eine bis  anhin  unbekannte  Alternative  zum  Streitgegenstand.  Auf  den  Tieferlegungsantrag ist deshalb einzutreten. 4.  Die  Beschwerdeführenden  machen  im  Wesentlichen  geltend,  das  Vorhaben verstosse im Bereich des Ostportals gegen Art. 6 NHG, indem  für  das  Tunnelportal,  das  Anschlussbauwerk  und  die  Lärmschutzmassnahme  eine  Lösung  gewählt  worden  sei,  die  das  vom  Projekt  betroffene  BLN­Objekt  nicht  grösstmöglich  schone.  Mit  der  Variante  Tieferlegung  könne  eine  weitergehende  Landschaftsschonung  erreicht werden. Allerdings sei es unterlassen worden, für diese Variante  im  Hinblick  auf  einen  Vergleich  mit  dem  Ausführungsprojekt  Projektskizzen  und  Visualisierungen  auszuarbeiten  und  eine  vergleichende Stellungnahme der ENHK einzuholen. Die  Kritik  der  Beschwerdeführenden  wirft  die  Frage  auf,  unter  welchen  Umständen  und  in  welchem  Umfang  die  Plangenehmigungsbehörde  Projektvarianten  zu  prüfen  hat.  Geltend  gemacht  wird  letztlich  eine  unvollständige  Sachverhaltsabklärung  und  gestützt  darauf  eine  fehlerhafte  Interessenabwägung  im Lichte von Art. 6 NHG. Nachfolgend  ist somit vorab die Pflicht der Vorinstanz zur Variantenprüfung zu erörtern  und anschliessend auf die Anforderungen von Art. 6 NHG einzugehen. 4.1.  Die  Plangenehmigungsbehörde  hat  in  ihrem  Entscheid  eine  umfassende  Interessenabwägung  vorzunehmen,  indem  sie  alle  im  konkreten  Fall  relevanten  Interessen  ermittelt,  bewertet  und  gegeneinander  abwägt,  um  sodann  zu  entscheiden,  welcher  der  möglichen  Varianten  der  Vorzug  zu  geben  ist.  Der  Vergleich  verschiedener  Lösungen  ist  dann  angezeigt,  wenn  die  Varianten,  die  einander  gegenübergestellt  werden,  echte  Alternativen  sind,  d.h.  sie 

A­7810/2010 müssen  realistisch  und  einigermassen  ausgereift  sein.  Zudem  sind  nur  dort  Varianten  zu  prüfen,  wo  tatsächlich  auch  ein  Konflikt  mit  den  einschlägigen  Vorschriften  zu  erkennen  ist.  Nicht  verlangt  werden  kann  hingegen, dass alle in Betracht fallenden Alternativen im Detail projektiert  werden.  So  dürfen  insbesondere  Varianten,  die  mit  erheblichen  Nachteilen belastet sind, schon nach einer ersten summarischen Prüfung  aus  dem  Auswahlverfahren  ausscheiden.  Zudem  muss  nicht  jede  möglicherweise  auch  bundesrechtskonforme  Lösung  dem  vorgelegten  Projekt gegenübergestellt werden. Der Entscheid, welche von mehreren  rechtskonformen  und  zweckmässigen  Varianten  umgesetzt  wird,  liegt  grundsätzlich  im  Ermessen  der  Planungsbehörde.  Diese  kann  mit  der  Feststellung,  dass  ein  eingereichtes  Projektgesuch  alle  Genehmigungsvoraussetzungen erfüllt und bundesrechtskonform  ist, die  Prüfung  anderer  Varianten  ausschliessen.  Denn  die  Einhaltung  des  einschlägigen  Bundesrechts  impliziert,  dass  den  berührten  Interessen  genügend  Rechnung  getragen  worden  ist.  Erweist  sich  ein  Planungsentscheid  als  zweckmässig,  ist  er  im Rechtsmittelverfahren  zu  schützen,  unabhängig  davon,  ob  sich  weitere,  ebenso  zweckmässige  Lösungen  erkennen  lassen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 817/2010 vom 16. Februar 2011 E. 6.2.1, A­594/2009 vom 10. November  2009  E.  4.2  mit  Hinweisen;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_52/2008 vom 2. Juni 2008 E. 4.4; BGE 127 II 238 E. 3b/aa). 4.2.  Gestützt  auf  Art.  78  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18.  April  1999  (BV,  SR  101)  nimmt  der  Bund  bei  der  Erfüllung  seiner  Aufgaben  Rücksicht  auf  die  Anliegen  des  Natur­  und  Heimatschutzes.  Er  schont  Landschaften,  Ortsbilder,  geschichtliche  Stätten  sowie  Natur­  und  Kulturdenkmäler;  er  erhält sie ungeschmälert, wenn das öffentliche Interesse es gebietet. Als  Erfüllung  einer  Bundesaufgabe  gilt  unter  anderem  die  Planung  einer  Nationalstrasse  (Art.  2  Abs.  1  Bst.  a  NHG).  Beim  heimatlichen  Landschafts­ und Ortsbild, den geschichtlichen Stätten sowie den Natur­  und Kulturdenkmälern sind Objekte von nationaler Bedeutung sowie von  regionaler und lokaler Bedeutung zu unterscheiden (Art. 4 Abs. 1 NHG).  Die  Objekte  von  nationaler  Bedeutung  sind  in  Inventaren  des  Bundes  aufgeführt.  4.2.1. Durch die Aufnahme eines Objekts von nationaler Bedeutung in ein  Inventar  des Bundes wird  dargetan,  dass  es  in  besonderem Masse  die  ungeschmälerte  Erhaltung,  jedenfalls  aber  unter  Einbezug  von  Wiederherstellungs­  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  die 

A­7810/2010 grösstmögliche Schonung  verdient  (Art.  6 Abs.  1 NHG). Ein Abweichen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  im  Sinne  der  Inventare  darf  bei  Erfüllung einer Bundesaufgabe nur  in Erwägung gezogen werden, wenn  ihr  bestimmte  gleich­  oder  höherwertige  Interessen  von  ebenfalls  nationaler  Bedeutung  entgegenstehen  (Art.  6  Abs.  2  NHG).  Der  Begriff  der  "ungeschmälerten  Erhaltung"  ist  so  zu  verstehen,  "dass  der  im  Inventar  angestrebte  Schutz  vollumfänglich  zur  Geltung  gelangen  und  allfälligen  Bedrohungen  begegnet  werden  soll.  Die  Aufnahme  eines  Objektes  in  ein  Verzeichnis  bedeutet  andererseits  nicht,  dass  sich  am  bestehenden  Zustand  überhaupt  nichts mehr  ändern  darf.  Der  Zustand  des  Objektes  soll  aber  gesamthaft  betrachtet  unter  dem Gesichtspunkt  des  Natur­  und  Heimatschutzes  nicht  verschlechtert  werden.  Allfällige  geringfügige  Nachteile  einer  Veränderung  müssen  durch  anderweitige  Vorteile  mindestens  ausgeglichen  werden"  (Botschaft  des  Bundesrates  vom  12. November  1965  zum  Entwurf  eines  Bundesgesetzes  über  den  Natur­  und  Heimatschutz  [BBl  1965  III  89,  S.  103]).  Ungeschmälerte  Erhaltung  verdient  in  besonderem  Masse  das,  was  die  Objekte  so  einzigartig  oder  typisch  macht  (Urteil  des  Bundesgerichts  1A.122/2004  vom 30. Mai 2005 E. 2.6; BGE 115  Ib 131 E. 5ha). Zur Beurteilung der  Problematik  der  ungeschmälerten  Erhaltung  eines  BLN­Objekts  ist  von  der  jeweiligen  Umschreibung  des  Schutzgehalts  auszugehen,  d.h.  die  möglichen  Beeinträchtigungen  sind  an  den  verschiedenen  Schutzzielen  zu messen, die in den gesondert veröffentlichten Beschreibungen zu den  Gebieten  des  Inventars  umschrieben  sind  (Urteil  des  Bundesgerichts  1A.185/2006 vom 5. März 2007 E. 6.3 mit Hinweisen; BGE 127 II 273 E.  4c  mit  Hinweisen;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 438/2009  vom  8. März  2011  E. 19.5.2).  Es  müssen  somit  alle  bedeutsamen  Interessen  ermittelt,  beurteilt,  gewichtet  und  im Entscheid  möglichst  umfassend  berücksichtigt  werden  (JÖRG  LEIMBACHER,  in:  Kommentar NHG, Zürich 1997, Rz. 22 f. zu Art. 6 NHG). 4.2.2. Bei Objekten, die in einem Bundesinventar aufgenommen sind, ist  nicht nur der Eingriffsspielraum enger, sondern auch eine Begutachtung  durch die ENHK obligatorisch, wenn die Erfüllung einer Bundesaufgabe  nach  Art. 2  NHG  in  Frage  steht.  In  ihrem  Gutachten  zuhanden  der  Entscheidbehörde  gibt  die  ENHK  an,  ob  das  Objekt  ungeschmälert  zu  erhalten  oder  wie  es  zu  schonen  ist  (Art.  7  Abs.  2  NHG).  Mit  der  obligatorischen Begutachtung wird gewährleistet, dass ein unabhängiges  Fachorgan bei der Beurteilung eines Projekts auf die Anliegen des Natur­  und Heimatschutzes speziell achtet und dass die zuständigen  Instanzen  diesbezüglich  über  zuverlässige  Unterlagen  verfügen  (LEIMBACHER, 

A­7810/2010 a.a.O.,  N. 13  zu  Art.  7).  Dem  Gutachten  der  ENHK  kommt  dementsprechend  grosses Gewicht  zu  und  es  kann  nicht  durch  private  Gutachten ersetzt werden. Vom Ergebnis der Begutachtung darf nur aus  triftigen  Gründen  abgewichen  werden,  auch  wenn  der  entscheidenden  Behörde eine  freie Beweiswürdigung zusteht. Dies  trifft namentlich auch  für  die  ihr  zugrunde  liegenden  tatsächlichen  Feststellungen  zu.  In  der  Erfüllung  ihrer  Aufgabe  ist  der  ENHK  ein  gewisses  Ermessen  zuzuerkennen.  Sie  darf  sich  auf  das  für  den  Entscheid  Wesentliche  beschränken.  Dazu  gehört  die  Beantwortung  der  Frage,  ob  und  wie  schwer  das  betreffende  Projekt  das  geschützte  Objekt  beeinträchtigen  und  auf  welche  Weise  es  ungeschmälert  erhalten  werden  kann.  Allerdings  muss  sie  nicht  zu  jedem  Projekt  umfassende  Alternativen  aufzeigen. Sie soll mit Blick auf die Schutzziele namentlich darlegen, ob  das  Ausmass  und  das  Gewicht  der  Beeinträchtigung  minimiert  werden  könnten,  wobei  sie  für  den  Fall  der  Realisierung  soweit  nötig  Auflagen  vorschlagen kann und soll  (LEIMBACHER, a.a.O., N. 15 ff.  zu Art. 7; Urteil  des Bundesgerichts  1A.185/2006  vom 5. März  2007 E. 6.1;  BGE  127  II  273 E. 4b, BGE 125 II 591 E. 7a f. je mit Hinweisen).  4.3. Das Dorf Twann  ist  im  Inventar der schützenswerten Ortsbilder von  nationaler Bedeutung der Schweiz (ISOS) aufgenommen. Darin wird der  Ort  als  stattliches  Weinbauerndorf  in  malerischer,  vom  linken  Bielerseeufer  leicht  zurückversetzter  Lage  am  Fuss  eines  prächtigen  Rebhangs beschrieben. Weiter liegt das Vorhaben und insbesondere das  geplante  Tunnelportal  samt  Anschlussbauwerk  im  Perimeter  des  BLN­ Objektes  1001  "linkes  Bielerseeufer",  das  sich  von  La  Neuveville  bis  Tüscherz erstreckt. Dessen Bedeutung ist wie folgt festgelegt: "In  mehrfacher  Hinsicht  bemerkenswerte  Landschaft.  Eichenwälder,  Trockenwiesen und vor allem sehr gute Beispiele von Felsheiden, Flora  und Kleintierwelt. Twannbachschlucht eine der schönsten Schluchten  im  Jura.  Erratische  Blöcke  des  Rhonegletschers  als  Zeugen  der  Eiszeit.  Über  dem  See  alte  Kulturlandschaft  mit  zusammenhängenden  Rebbergen und gut erhaltenen Winzerdörfern." 4.3.1. Die ENHK hat gestützt auf die Umschreibungen in BLN und ISOS  im  Gutachten  vom  23.  Februar  2009  für  die  Beurteilung  des  Projektes  folgende Schutzziele formuliert:  Ungeschmälerte Erhaltung der reich strukturierten Rebberglandschaft.

A­7810/2010  Ungeschmälerte  Erhaltung  der  gross­  und  kleinflächigen  naturnahen  Standorte  (Felsentreppen  und  Trockenrasen,  Nahtstellen  zwischen  Natur­  und  Kulturlandschaft,  Flaumeichenwälder,  schluchtspezifische  Lebensräume,  Erosionsformen, erratische Blöcke).  Ungeschmälerte  Erhaltung  und  Förderung  der  Lebensräume  der  artenreichen  Flora und Fauna.  Ungeschmälerte  Erhaltung  der  Schönheit,  der  ästhetischen  Werte  und  des  Erholungswerts der Landschaft.  Ungeschmälerte  Erhaltung  der  wertvollen  und  prägenden  Kulturlandschaftselemente am und über dem See.  Aufwertung der Umgebung "Strandboden" von Twann. Anschliessend klärte die ENHK die Auswirkung des Projektes unterteilt in  die einzelnen geplanten Massnahmen ab.  4.3.1.1 Hinsichtlich der Rückbaumassnahmen kam die Fachbehörde zum  Ergebnis,  dass die Redimensionierung des bestehenden Ostportals des  Ligerztunnels  eine  erhebliche  Verbesserung  gegenüber  dem  heutigen  Zustand ergebe. Der Rückbau der Nationalstrasse im Gebiet des Dorfes  Twann  stelle  eine  erhebliche  Aufwertung  dieses  Gebietes  dar.  Sowohl  das  Ortsbild  wie  auch  die  Landschaft  würden  durch  die  Rückbaumassnahmen  ganz  im  Sinne  der  Schutzziele  eine  erhebliche  Aufwertung erfahren. 4.3.1.2  Dem  ständen  Eingriffe  im  Bereich  des  neuen  Ostportals  des  Twanntunnels  gegenüber.  Die  insgesamt  drei  neuen  Tunnelportale  und  die  Zufahrtsstrecken  benötigten  eine  grosse  Fläche  und  prägten  die  Landschaft  im  unmittelbaren  Nahbereich.  Das  Projekt  bedinge  einen  massiven  Materialabtrag  und  eine  grundlegende  Veränderung  der  Struktur  der  Rebterrassen.  Die  Strassenflächen  würden  teilweise  aus  dem  Hang  und  von  den  Wanderrouten  oberhalb  des  Bauwerks  wahrgenommen.  Vom  See  her  gesehen  würden  die  neuen  Einschnitte  hingegen  kaum  einsehbar  sein.  Störend  in  Erscheinung  treten  werde  hingegen die rund 700 m lange und bis zu 2,70 m hohe Lärmschutzwand.  Vom See her werde die Mauer noch höher in Erscheinung treten, da die  angrenzende  SBB­Linie  2­3 m  tiefer  liege  als  die  Strasse.  Wie  die  Visualisierungen zeigten, werde die Mauer das Gebiet stark prägen. Sie  verstärke  die  Wahrnehmung  der  das  Landschaftsbild  störenden  Zäsur 

A­7810/2010 zwischen  dem  Uferbereich  und  dem  oberhalb  der  Verkehrslinien  liegenden  Rebgebiet  erheblich.  Die  geplante  Lärmschutzwand  stelle  deshalb  eine  schwere  zusätzliche  Beeinträchtigung  des  BLN­Objektes  dar.  Ob  die  negativen  Auswirkungen  der  Lärmschutzwand  mit  gestalterischen  Massnahmen  erheblich  verringert  werden  könnten,  sei  offen.  Die  Länge  der  Lärmschutzmauer  weit  über  den  Abzweiger  der  neuen Nationalstrasse  vom  heutigen  Trassee  sei  nicht  nachvollziehbar.  Durch  das  Bauvorhaben  im  Ostportalbereich  würden  sowohl  Elemente  der  Kulturlandschaft  wie  auch  ökologisch  wertvolle  Kleinstrukturen  zerstört. Es handle sich um einen massiven Eingriff  in eine hochwertige  Kulturlandschaft  von  hohem  Alter  und  einen  Lebensraum  kritisch  bedrohter Arten. Gemessen an den Schutzzielen sei die Beeinträchtigung  des BLN­Objektes als schwer zu beurteilen.  4.3.1.3  Die  schweren  Beeinträchtigungen  im  Portalbereich  Ost  würden  allerdings  durch  die  positiven  Auswirkungen  der  Rückbaumassnahmen  sowie  durch  die  Entlastung  von  Lärm­  und  weiteren  schädlichen  Immissionen teilweise aufgewogen. Insgesamt sei deshalb das Vorhaben  als  leichte  Beeinträchtigung  der  geschützten  Landschaft  und  des  Ortsbildes  einzustufen.  Die  von  Art.  6  NHG  geforderte  grösstmögliche  Schonung sei jedoch nur dann gegeben, wenn im Bereich des Portal Ost  die  Einschnitte  und  die  beanspruchten  Flächen  auf  das  absolute  Minimum  beschränkt  würden.  Weiter  müsse  die  geplante  Lärmschutzwand  auf  ihre  Notwendigkeit  und Dimensionierung  überprüft  werden.  Sofern  das  Bauwerk  tatsächlich  notwendig  sei,  seien  die  negativen  Auswirkungen  mit  einer  an  die  empfindliche  Landschaft  angepassten  Gestaltung  zu  minimieren.  Zudem  seien  bei  der  Detailplanung  Fachleute  in  einem  wettbewerbsähnlichen  Verfahren  beizuziehen  und  es  seien  sämtliche  im Ergänzungsbericht  aufgelisteten  Natur­ und Landschaftsschutzmassnahmen umzusetzen. 4.4. Bei der Frage der Landschaftsverträglichkeit des Vorhabens hat sich  die  Vorinstanz  im  angefochtenen  Entscheid  im  Wesentlichen  auf  das  Gutachten  der  ENHK  abgestützt  und  deren  Beurteilung  übernommen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  eine  angefochtene  Verfügung  grundsätzlich  mit  voller  Kognition  (Art.  49  VwVG),  auferlegt  sich  aber  praxisgemäss  dann  eine  gewisse  Zurückhaltung,  wenn  technische  Fragen zu prüfen sind und die Vorinstanz ihren Entscheid gestützt auf die  Berichte  von  Fachbehörden  gefällt  hat.  In  diesen  Fällen  hat  das  Bundesverwaltungsgericht primär zu klären, ob alle berührten Interessen  ermittelt und beurteilt sowie ob die möglichen Auswirkungen des Projekts 

A­7810/2010 bei  der  Entscheidfindung  berücksichtigt  wurden.  Es  untersucht  daher  lediglich,  ob  sich  die  Vorinstanz  von  sachgerechten  Erwägungen  hat  leiten  lassen  und  weicht  nicht  ohne  Not  von  deren  Auffassung  ab.  Voraussetzung  für  diese  Zurückhaltung  ist  allerdings,  dass  es  im  konkreten  Fall  keine  Anhaltspunkte  für  eine  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  Sachverhalts  gibt  und  davon  ausgegangen  werden  kann,  dass  die  Vorinstanz  die  für  den  Entscheid  wesentlichen Gesichtspunkte geprüft und die erforderlichen Abklärungen  sorgfältig  und  umfassend  vorgenommen  hat  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­438/2009  vom  1. März  2011 E. 19.7  mit  Hinweisen, A­6594/2010 vom 29. April 2011 E. 2; vgl. auch BGE 133 II 35  E. 3;  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht, 6. Auflage, Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 446c f.).  Hinzu  kommt,  dass  dem  ENHK­Bericht  ein  grosses  Gewicht  zukommt  und  nur  aus  triftigen  Gründen  vom  Ergebnis  der  Begutachtung  abgewichen werden  darf,  auch wenn der  entscheidenden Behörde  eine  freie Beweiswürdigung zusteht (vorne E. 4.2.2).  4.4.1.  Bezogen  auf  das  Ausführungsprojekt  kann  dem  Gutachten  eine  umfassende,  differenzierte  und  nachvollziehbare  Beurteilung  der  Auswirkungen  auf  die  geschützten  Objekte  und  der  nötigen  Auflagen  entnommen  werden.  Im  Bereich  des  Ostportals  würde  das  Projekt  zu  nicht  wieder  rückgängig  zu  machenden,  schwerwiegenden  Beeinträchtigungen  der  Kulturlandschaft  und  ökologisch  wertvoller  Kleinstrukturen  führen,  die  ein  Abweichen  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  im  Sinne  des  Inventars  zur  Folge  hätte.  Die  ENHK  hat  das  Projekt  in diesem Bereich denn auch als  schweren Eingriff  in das BLN­ Objekt  beurteilt.  Dass  das  Eingriffsinteresse  –  der  Bau  einer  Nationalstrasse  –  auf  ein  gleich­  oder  höherwertiges  Interesse  von  ebenfalls  nationaler  Bedeutung  zurückgeht,  wird  vorliegend  von  keiner  Seite in Frage gestellt, weshalb ein Abweichen von der ungeschmälerten  Erhaltung grundsätzlich zulässig  ist  (vgl. dazu Urteil des Bundesgerichts  1A.185/2006 E. 7.1 mit Hinweisen). Als Folge davon hat die ENHK eine  Prüfung  im  Hinblick  auf  eine  grösstmögliche  Schonung  unter  Einbezug  von  Wiederherstellungs­  oder  angemessenen  Ersatzmassnahmen  vorgenommen.  Dass  die  ENHK  dabei  eine  räumlich  differenzierte  und  anschliessend  vergleichende  Betrachtung  vorgenommen  und  positive  Auswirkungen des Projekts durch die Rückbaumassnahmen dem Eingriff  im Portalbereich  gegenübergestellt  hat,  ist  an  sich  zulässig,  soweit  das  Schutzgebot  für  das  BLN­Objekt  in  seiner Gesamtheit  nicht  unterlaufen 

A­7810/2010 wird (Urteil des Bundesgerichts 1A.185/2006 vom 5. März 2007 E. 6.6 mit  Hinweis; vgl. vorne E. 4.2.1). Bezüglich des Gebots der grösstmöglichen  Schonung  des Gebiets  im Bereich  des  östlichen Tunnelportals  und  des  Anschlussbauwerks  deutet  das  Gutachten  aber  darauf  hin,  dass  die  ENHK  dem  Vorhaben  kritisch  gegenübersteht.  Sie  äussert  Bedenken  gegen die Eingriffe und verlangt, die erforderlichen Einschnitte und die zu  beanspruchenden Flächen  seien  nach Möglichkeit weiter  zu minimieren  und  die  Notwendigkeit  und  die  Dimensionierung  der  geplanten  Lärmschutzwand  sei  grundsätzlich  noch  einmal  zu  prüfen.  Solche  Umstände erlauben eine freiere Prüfung der Begutachtung (vgl. Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts A­438/2009 vom 8. März 2011 E. 19.7).  4.4.2.  Darüber  hinaus  stellt  sich  die  grundsätzliche  Frage  nach  der  Bedeutung des Gutachtens. Denn darin hat sich die ENHK lediglich zum  Ausführungsprojekt  und  nicht  zu  der  möglichen  Variante  einer  Tieferlegung  der  N5  geäussert.  Vom  Ergebnis  des  Gutachtens  dürfte  somit  abgewichen  werden,  wenn  sich  herausstellen  sollte,  dass  eine  womöglich landschaftsschonendere Variante ausser Acht gelassen wurde  und  demzufolge  begründete  Zweifel  an  der  vorinstanzlichen  Sachverhaltsfeststellung  bestehen  sollten  (vgl.  BGE  125  II  591  E.  7d).  Zwar  verfügt  die  Vorinstanz  beim  Entscheid,  welche  von  mehreren  rechtskonformen  und  zweckmässigen Varianten  umgesetzt  werden  soll,  über  einen Ermessensspielraum  (vorne E.  4.1).  Im Anwendungsbereich  von  Art. 6  Abs. 1  NHG  geht  es  jedoch  darum,  im  Falle  einer  unumgänglichen  Abweichung  von  der  ungeschmälerten  Erhaltung  unter  mehreren möglichen Varianten jener den Vorzug zu geben, die mit Blick  auf  die  Schutzziele  die  grösstmögliche  Schonung  des  BLN­Objekts  gewährleistet.  Dadurch  ist  nicht  nur  der  Eingriffs­,  sondern  auch  der  Ermessensspielraum der Entscheidbehörde wesentlich enger. 4.4.2.1  Vorliegend  haben  die  ENHK  und  das  BAFU  am  29.  Mai  bzw.  11. Juni  2008  Zusatzabklärungen  beantragt.  Die  ENHK  verlangte  unter  anderem,  die  Wahl  der  technischen  Lösung  und  des  Standortes  des  Ostportals  seien  zu  begründen.  Weiter  sei  nachzuweisen,  dass  an  diesem  Standort  die  geringsten  Auswirkungen  auf  das  BLN­Objekt  zu  erwarten  seien.  Es  sei  zu  prüfen,  ob  mit  einer  alternativen  Trasseeführung  für  die  Fussgänger  und/oder  den  ganzen  Langsamverkehr  im  Portalbereich  eine  Verringerung  der  Auswirkungen  der Bauwerke erreicht werden  könne. Zudem seien Visualisierungen  zu  erarbeiten,  die  Gestaltung  der  Portalbereiche  und  der  Anschlüsse  zu  konkretisieren sowie Ersatzmassnahmen vorzuschlagen. 

A­7810/2010 4.4.2.2 Auf  Aufforderung  der  Vorinstanz  reichte  der  Beschwerdegegner  am  29. September  2008  einen  Ergänzungsbericht  zum  Ausführungsprojekt  sowie  einen  Zusatzbericht  Natur­  und  Landschaftsschutz  ein.  Im  Ergänzungsbericht  (S.  7  f.)  nahm  der  Beschwerdegegner  zur  alternativen  Trasseeführung  Stellung.  Er  hielt  fest, dass die Langsamverkehrsführung gemäss Auflageprojekt die beste  Lösung  darstelle.  Die  Unterführung  gewährleiste  für  Fussgänger  und  Velofahrende  eine  direkte,  schnelle  und  sichere  Verbindung.  Dem  Langsamverkehr  stehe  mit  dem  Uferweg  eine  attraktive  Alternative  zur  Verfügung.  Die  gewählte  Lösung  könne  mit  den  im  Zusatzbericht  aufgeführten  gestalterischen  Massnahmen  landschaftsverträglich  umgesetzt werden. Eine anlässlich der Begehung vom 23. Mai 2008  ins  Auge gefasste alternative Langsamverkehrsführung um das Tunnelportal  herum  wäre  keine  gute  Lösung,  weil  sie  starke  Steigungen  für  Velofahrende  zur  Folge  hätte  und  wegen  der  Topografie  zusätzliche  Bauwerke (Stützmauern) notwendig wären, was aus gestalterischer Sicht  nicht  anzustreben  sei.  Im  Zusatzbericht  (S.  34)  wird  festgehalten,  das  Ostportal würde visuell und durch den Verlust von ökologisch wertvollen  Kleinstrukturen  und  Lebensräumen  eine  massive  Veränderung  der  wertvollen  und  geschützten  Reblandschaft  bewirken.  Die  Linienführung  erscheine  möglich,  wenn  die  Einschnitte  möglichst  gering  gehalten  würden.  Die  heutige  Qualität  und  das  heutige  Potential  von  fein  strukturierten  Lebensräumen müssten  soweit möglich wieder  hergestellt  werden.  Ziel  sei  es,  dass  das  Bauwerk  nach  seiner  Realisierung  mindestens  vom  See  her  gesehen  als  fein,  zurückhaltend  und  gut  gestalteter Eingriff zu erleben sei und sich der Verlust des ökologischen  Potentials  und  die  Störung  der  wertvollen  Kulturlandschaft  in  Grenzen  halte  (Zusatzbericht  S. 35).  Mit  den  vorgeschlagenen  Projektoptimierungen  im  ökologischen  Bereich  und  dem  Gestaltungskonzept  "Ökologie  und  Landschaftsarchitektur"  würden  die  negativen Auswirkungen erheblich minimiert (Zusatzbericht S. 36). 4.4.2.3 Die Vorinstanz hat sich dieser Argumentation angeschlossen, das  Ausführungsprojekt mit  den  von der ENHK und  vom BAFU gestützt  auf  die Ergänzungen  des Beschwerdegegners  beantragten Ausgleichs­  und  Ersatzmassnahmen  genehmigt  bzw.  die  bestmögliche  Abstimmung  des  Projekts mit  Flora, Fauna und Landschaftsbild  in  die Detailprojektierung  verwiesen und eine alternative Linienführung  im Portalbereich abgelehnt  (Plangenehmigung  S. 10, 44, 48 und 58 f.).

A­7810/2010 4.4.2.4  Im  vorinstanzlichen  Verfahren  ist  somit  eine  eingehende  Auseinandersetzung  mit  dem  eingereichten  Ausführungsprojekt  des  Beschwerdegegners  erfolgt  und  es  wurden  Optimierungsmöglichkeiten  geprüft  und  angeordnet. Weiter  wurde  eine  alternative  Verkehrsführung  für den Langsam­ bzw. Veloverkehr im Sinne einer Überführung über die  geplante  Tunnelzufahrt  der  N5  geprüft  und  verworfen.  Auf  die  im  Einspracheverfahren  aufgeworfene  Frage,  ob  es  nicht  sinnvoller  und  umweltgerechter  sei,  das  Anschlussbauwerk  "auf  den  Kopf"  zu  stellen,  indem  die  Lokalstrasse  Nord  über  die  abtauchende  N5  geführt  werde,  wurde  hingegen  überhaupt  nicht  oder  zumindest  nicht  aktenkundig  eingegangen. Gemessen an den Schutzzielen des BLN­Objekts (vorne E.  4.3.1)  und  unter  Berücksichtigung  der  erheblichen  Beeinträchtigungen  durch  das  Auflageprojekt  im  Bereich  des  Ostportals  des  Twanntunnels  (vgl. vorne E. 4.3.1.2 und 4.4.2.2) stellt sich die Frage, ob mit der von den  Beschwerdeführenden  vorgeschlagenen  Variante  die  erforderlichen  Einschnitte und die zu beanspruchenden Flächen kleiner wären als beim  Ausführungsprojekt,  die  Lärmschutzmassnahmen  geringer  dimensioniert  werden müssten und als Folge davon insgesamt eine bessere Schonung  des BLN­Objekts erfolgen könnte. Zumindest das BAFU und das ASTRA  lassen  im  Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  durchblicken,  dass  die  Variante  landschaftsschonender  sei  bzw.  sein  könnte.  Auch  für  das  Bundesverwaltungsgericht  lassen  sich  die  diesbezüglichen  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  nicht  einfach  von  der  Hand  weisen.  Weiter  wurden  bisher  keine  grundsätzlichen  Einwände  gegen  die  Machbarkeit  der Tieferlegungsvariante vorgebracht und die Einwände, die gegen die  im  Ergänzungsbericht  geprüfte  Alternative  vorgebracht  wurden,  lassen  sich  nicht  auf  die  hier  strittige  Variante  übertragen.  Unter  diesen  Umständen  ist  es  für  das  Bundesverwaltungsgericht  nicht  nachvollziehbar,  weshalb  die  Vorinstanz  die  Tieferlegungsvariante  nicht  prüfen liess. Ihr  ist deshalb bei der Prüfung, welcher möglichen Variante  mit  Blick  auf  das  Gebot  von  Art.  6  Abs. 1  NHG  der  grösstmöglichen  Schonung  des  BLN­Objekts  im  Portalbereich  der  Vorzug  zu  geben  ist,  eine unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  eine fehlerhafte Interessenabwägung vorzuwerfen.  4.5.  Weil  im  Hinblick  auf  eine  vergleichende  Beurteilung  der  vorgeschlagenen  Variante  mit  dem  Ausführungsobjekt  vertiefte  Abklärungen  erforderlich  sind,  erweist  sich  die  Streitsache  als  nicht  spruchreif.  Da  die  Sachverhaltsvervollständigung  und  anschliessend  erneute  Interessenabwägung  am  besten  durch  die  Vorinstanz  unter  Beizug der entsprechenden Fachbehörden erfolgt, rechtfertigt es sich, die 

A­7810/2010 Angelegenheit  ausnahmsweise  an  diese  zurückzuweisen  (Art. 61 Abs. 1 VwVG;  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 6594/2010 vom 29. April 2011 E. 8.2.3 mit Hinweisen). 4.6.  Als  Folge  vorstehender  Erwägungen  ist  die  Beschwerde  gutzuheissen, soweit darauf einzutreten ist und die Plangenehmigung ist  bezüglich  des  Ostportals  Twanntunnel  samt  Anschlussbauwerk  und  Lärmschutzwand  aufzuheben.  Die  Sache  ist  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen,  damit  diese  die  Machbarkeit  und  Landschaftsverträglichkeit  der  von  den  Beschwerdeführenden  vorgeschlagenen  Variante  –  Tieferlegung  der  Tunnelzufahrt  Ostportal  Twann  und  Überführung  des  Lokal­  und  Langsamverkehrs  auf  der  Höhenkote  der  heutigen  Strasse  –  prüft.  Hierzu  hat  die  Vorinstanz  im  Hinblick  auf  einen  Vergleich  mit  dem  Ausführungsprojekt  vom  Beschwerdegegner  eine  Machbarkeitsstudie  mit  Kostenschätzung  samt  Projektskizzen  und  Visualisierungen  ausarbeiten  und  die  Dimensionierung  der  Lärmschutzwand  überprüfen  zu  lassen,  und  bezüglich der Frage, welche Variante die grösstmögliche Schonung des  BLN­Objekts  ermöglicht,  ein  ergänzendes  Gutachten  von  der  ENHK  einzuholen. Den Beschwerdeführenden und allenfalls neu Betroffenen ist  das rechtliche Gehör zu gewähren und die einschlägigen Fachbehörden  des Bundes sind beizuziehen. Anschliessend hat die Vorinstanz neu über  das Ostportal Twanntunnel, das Anschlussbauwerk und die notwendigen  Lärmschutzmassnahmen zu entscheiden. 5.  Die  auf  Fr.  2'000.­  festzusetzenden  Verfahrenskosten  sind  dem  unterliegenden  Beschwerdegegner  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs.  1  und  2  VwVG).  Den  obsiegenden  Beschwerdeführenden  ist  der  geleistete  Kostenvorschuss zurückzuerstatten. 6.  Der  unterliegende  Beschwerdegegner  hat  den  Beschwerdeführenden  eine  von  Amtes  wegen  auf  Fr.  6'000.­  festzusetzende  Parteientschädigung zu bezahlen (Art. 64 Abs. 1 und 2 VwVG i.V.m. Art.  7  ff. und Art. 14 Abs. 2 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht [VGKE,  SR 173.320.2]).  Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht:

A­7810/2010 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit darauf einzutreten ist und die  Plangenehmigung  wird  bezüglich  des  Ostportals  Twanntunnel  samt  Anschlussbauwerk und Lärmschutzwand aufgehoben. Die Sache wird im  Sinne der Erwägungen an das UVEK zurückgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 2'000.­ werden dem Kanton Bern auferlegt.  Dieser Betrag ist dem Gericht mit beiliegendem Einzahlungsschein innert  30 Tagen  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zu  überweisen.  Der  von  den  Beschwerdeführenden  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 3'000.­ ist ihnen nach Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils  aus der Gerichtskasse zurückzuerstatten. Hierzu haben sie dem Gericht  ihre Kontonummer bekannt zu geben. 3.  Der  Kanton  Bern  hat  den  Beschwerdeführenden  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 6'000.­ (inklusive Auslagen und Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführenden (Gerichtsurkunde) – den  Beschwerdegegner  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Einzahlungs­ schein) – die Vorinstanz (Ref­Nr._________; Gerichtsurkunde) – das ARE – das ASTRA – das BAFU – die ENHK Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber:

A­7810/2010 Beat Forster Christian Kindler Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsmittelfrist steht still vom 15. Juli bis und mit dem 15. August 2011  (Art. 46  Abs. 1  Bst. b  BGG).  Die  Rechtsschrift  ist  in  einer  Amtssprache  abzufassen  und  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG).  Versand: 4. August 2011

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