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Bundesverwaltungsgericht 11.07.2011 A-734/2011

11 luglio 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,767 parole·~14 min·1

Riassunto

Auflösung des Arbeitsverhältnisses | Kündigung

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­734/2011 Urteil   v om   1 1 .   Juli   2011 Besetzung Richter Christoph Bandli (Vorsitz), Richter Alain Chablais, Richter Lorenz Kneubühler,  Richterin Kathrin Dietrich, Richter André Moser   Gerichtsschreiberin Beatrix Schibli. Parteien A._______,   vertreten durch Fürsprecher Dr. iur. Dino Degiorgi,  Schwanengasse 9, Postfach 5064, 3001 Bern, Beschwerdeführer,  gegen Eidgenössisches Finanzdepartement EFD,  Generalsekretariat, Bundesgasse 3, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Kündigung.

A­734/2011 Sachverhalt: A.  A._______, geboren …, arbeitet seit Februar 1983 in diversen Stellungen  bei der B._______, seit Juli 1999 im Bereich X._______. Dort wurde er im  Zusammenhang mit der Neuorganisation von Organisationsstrukturen der  B._______ im August 2006 mit der Funktion des X._______­koordinators  betraut.  B.  Nachdem  bereits  im  Zuge  von  Reorganisationen  im  Laufe  des  Jahres  2008  Aufgaben  von  A._______  weggefallen  waren,  teilte  ihm  der  Vorgesetzte  im  Juli 2009  mit,  dass  auch  die  verbleibenden  Aufgaben  aufgrund  von  Reorganisationen  wegfallen  bzw.  auf  andere  Personen  umverteilt werden und seine bisherige Stelle Koordinator X._______ per  1. September 2009 aufgehoben werden müsse. Dementsprechend wurde  ihm im Dezember 2009 eine Vereinbarung im Sinne von Art. 4 Abs. 2 der  Verordnung  vom  10. Juni 2004  über  die  Stellen­  und  Personalbewirtschaftung  im  Rahmen  von  Entlastungsprogrammen  und  Reorganisationen  (Reorganisationsverordnung,  SR 172.220.111.5)  zugestellt und von diesem am 7. Dezember 2009 unterzeichnet. C.    Am 15. Juni 2010 händigte die B._______ dem Beschwerdeführer einen  Entwurf  der  Verfügung  "Auflösung  Arbeitsverhältnis"  aus  und  gewährte  ihm  das  rechtliche  Gehör.  Mit  am  30. Juni 2010  persönlich  ausgehändigter  Verfügung  vom  29. Juni 2010  löste  die  B._______  schliesslich  das  Arbeitsverhältnis  auf  den  31. Dezember 2010  auf.  Die  B._______  begründete  dies  damit,  dass  aufgrund  betrieblicher  und  wirtschaftlicher  Gründe  seine  Stelle  aufgehoben  worden  sei  und  ihm  sowohl B._______­ als auch bundesintern keine andere zumutbare Stelle  angeboten werden könne.  D.  Mit  Eingaben  vom  20. Juli 2010  machte  A._______  einerseits  bei  der  B._______  die  Nichtigkeit  der  Kündigungsverfügung  vom  29. Juni 2010  geltend  und  erhob  andererseits  dagegen  beim  Eidgenössischen  Finanzdepartement (EFD) Beschwerde.  E.  Das EFD wies  am  20. Dezember 2010  die  Beschwerde  von A._______ 

A­734/2011 ab, stellte die Gültigkeit der Kündigung der B._______ vom 29. Juni 2010  fest und entzog einer allfälligen Beschwerde die aufschiebende Wirkung. F.  Gegen  diesen  Entscheid  erhebt  A._______  (nachfolgend  Beschwerdeführer) mit Eingabe  vom 27. Januar 2011 Beschwerde beim  Bundesverwaltungsgericht  und  beantragt  dessen  Aufhebung  sowie  sinngemäss  die  Feststellung  der  Nichtigkeit  der  Kündigung.  Verfahrensrechtlich  beantragte  er  die  Wiederherstellung  der  aufschiebenden Wirkung der Beschwerde.  Den  Antrag  in  der  Sache  begründet  er  im  Wesentlichen  damit,  dass  entgegen  der  Darstellungen  des  EFD  (Vorinstanz)  die  Kündigung  nicht  wegen  der  Umorganisation  der  B._______,  sondern  in  Folge  von  zwischenmenschlichen  Differenzen  zwischen  ihm  und  dem  heutigen  stellvertretenden  Direktor,  C._______,  erfolgt  sei.  Die  Vorinstanz  habe  den Sachverhalt unvollständig dargestellt. Es sei Art. 12 Abs. 6 Bst. e des  Bundespersonalgesetzes  vom  24. März 2000  (BPG,  SR 172.220.1)  und  der  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  sowie unangemessen und willkürlich gehandelt worden. G.  Mit Eingabe vom 14. Februar 2011 stellte die Vorinstanz den Antrag, der  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  sei  die  aufschiebende  Wirkung nicht zu erteilen. H.  In ihrer Vernehmlassung vom 28. Februar 2011 beantragt die Vorinstanz,  die Beschwerde des Beschwerdeführers sei abzuweisen. I.  Mit  Zwischenverfügung  vom  3. März 2011  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  des  Beschwerdeführers  um  Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung der Beschwerde gut. J.  In  seinen  Schlussbemerkungen  vom  25. März 2011  hält  der  Beschwerdeführer an seinen Ausführungen fest. K.  Auf  die  übrigen  Ausführungen  in  den  Rechtsschriften  wird  –  soweit 

A­734/2011 entscheidrelevant  –  im  Rahmen  der  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Gemäss Art. 36  Abs. 1 BPG können Beschwerdeentscheide der internen  Beschwerdeinstanz  (Art. 35 Abs. 1 BPG)  betreffend  Streitigkeiten  aus  dem  Arbeitsverhältnis  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden. Die Verfügung der B._______  (vgl. Art. 34 Abs.1 BPG) unterlag  vorliegend  der Beschwerde  an  das EFD  als  interne Beschwerdeinstanz  (Art. 110 Bst. a  der  Bundespersonalverordnung  vom  3. Juli 2001  [BPV,  SR 172.220.111.3]).  Mit  dem  Beschwerdeentscheid  des  EFD  vom  20. Dezember 2010 liegt demnach ein zulässiges Anfechtungsobjekt vor,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht  zur  Beurteilung  vorliegender  Beschwerde zuständig ist.  Nach Art. 37 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (VGG,  SR 173.32) richtet sich das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20. Dezember 1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), soweit dieses Gesetz nichts  anderes bestimmt.  2.  Zur  Beschwerde  ist  nach  Art. 48 Abs. 1 VwVG  berechtigt,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  vorinstanzlichen  Verfahren  mit  seinen  Anträgen  nur  teilweise  durchgedrungen,  durch  den  angefochtenen  Entscheid  auch  materiell  beschwert  und  deshalb  zur  Beschwerde befugt. 3.  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  (Art. 50  und  52 VwVG) ist einzutreten. 4.  Das  Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  grundsätzlich  mit  uneingeschränkter  Kognition.  Es  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf Rechtsverletzungen – einschliesslich unrichtiger oder unvollständiger 

A­734/2011 Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und Rechtsfehler bei der  Ausübung des Ermessens – sowie auf Angemessenheit (Art. 49 VwVG). 5.  Vorliegend  ist  in  erster  Linie  strittig,  ob  der  Kündigung  der  B._______  vom  29. Juni 2010  ein  rechtlich  zulässiger  Kündigungsgrund  zugrunde  liegt. Es  ist zu prüfen, ob die Vorinstanz zu Recht die Voraussetzungen  einer  Kündigung  wegen  schwer  wiegenden  wirtschaftlichen  oder  betrieblichen Gründen als gegeben erachtet hat. 5.1.  Ein  unbefristetes  Arbeitsverhältnis  kann  von  jeder  Vertragspartei  gekündigt  werden  (Art. 12 Abs. 1 BPG).  Will  der  Arbeitgeber  das  Arbeitsverhältnis  nach  Ablauf  der  Probezeit  einseitig  ohne  das  Einvernehmen mit  der  betroffenen Person  ordentlich  kündigen,  so  kann  er  das  nur  aus  einem  der  in  Art. 12 Abs. 6 Bst. a­f BPG  abschliessend  aufgezählten  Kündigungsgründe  tun  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.495/2006  vom  30. April 2007 E. 2,  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­1785/2006 vom 16. April 2007 E. 3.1 sowie  A­6609/2007 vom 17. Dezember 2007 E. 4.1).  Gemäss  Art. 12 Abs. 6  Bst. e BPG  ist  eine  ordentliche  Kündigung  zulässig  wegen  schwer  wiegenden  wirtschaftlichen  oder  betrieblichen  Gründen,  sofern  der  Arbeitgeber  der   betroffenen  Person  keine  zumutbare  Arbeit  anbieten  kann.  Nach  konstanter  Praxis  der  früheren  Eidgenössischen  Personalrekurskommission  (PRK)  und  des  Bundesverwaltungsgerichts können schwer wiegende wirtschaftliche oder  betriebliche  Gründe  im  Sinne  von  Art. 12 Abs. 6 Bst. e BPG  nur  Reorganisationen  oder  Restrukturierungen  grösseren  Ausmasses  sein  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5455/2007  vom  11. Juni 2008 E. 3.1,   A­2737/2007  vom  25. September 2007  E. 3.1;  Entscheide  der  PRK  vom  24. Januar 2006,  veröffentlicht  in  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB] 70.53  E. 3b  sowie  vom  28. November 2005,  veröffentlicht  in  VPB 70.52 E. 4b  mit  Hinweisen;  HARRY  NÖTZLI,  Die  Beendigung  von  Arbeitsverhältnissen  im  Bundespersonalrecht, Bern 2005, Rz. 211).  Die Frage, ob ein Amt bzw. eine bestimmte Stelle noch gebraucht wird,  d.h.  ob  eine  Reorganisation  angebracht  ist,  ist  eine  Frage  der  Verwaltungsorganisation.  Obwohl  das  Bundesverwaltungsgericht  grundsätzlich mit voller Kognition entscheidet  (vgl. vorne E. 4), auferlegt  es sich bei der Prüfung der Angemessenheit eine gewisse Zurückhaltung, 

A­734/2011 soweit es um verwaltungsorganisatorische Fragen geht. Es entfernt sich  im  Zweifel  nicht  von  der  Auffassung  der  Vorinstanz  und  setzt  sein  eigenes  Ermessen  nicht  an  die  Stelle  desjenigen  der  Vorinstanz.  Eigentliche Reorganisationsmassnahmen werden nur daraufhin überprüft,  ob  sie  auf  ernstlichen  Überlegungen  beruhen  und  nicht  lediglich  vorgeschoben  sind,  um  auf  diese  Weise  auf  ein  bestimmtes  Dienstverhältnis  Einfluss  zu  nehmen.  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­1764/2010  vom 14. Oktober 2010 E. 2, A­ 3551/2009 vom 22. April 2010 E. 5 mit weiteren Hinweisen, A­5455/2007  vom 11. Juni 2008 E. 3.1,   A­2737/2007 vom 25. September 2007 E. 3.1;  Entscheide  der  PRK  vom  24. Januar 2006,  veröffentlicht  in  VPB 70.53  E. 3b  sowie  vom  28. November 2005,  veröffentlicht  in  VPB 70.52 E. 4b  mit Hinweisen; ANDRÉ MOSER  / MICHAEL BEUSCH  / LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 2008,  Rz. 2.160). 5.2.  Zur  Umstrukturierung  der  B._______  führt  die  Vorinstanz  aus,  die  seit  Jahren  erfolgende  Umstrukturierung  der  B._______  habe  zu  einer  Reduktion von Aufgaben geführt und damit auch Auswirkungen auf den  Personalbestand  gehabt.  So  habe  sich  dieser  seit  dem  Geschäftsjahr 1997/98  von  total  300  auf  rund  150 Stellen  im  Geschäftsjahr 2009 reduziert.  5.3.  Wie  den  Akten  zu  entnehmen  ist,  hat  zwar  keine  lineare  Restrukturierung  stattgefunden  in  dem  Sinne,  dass  im  Zeitraum  von  1997/98  bis  2009  kontinuierlich  immer  gleich  viele  Stellen  abgebaut  wurden. So  fielen  im hier  interessierenden Zeitraum, also zwischen den  Jahren 2006  und  2009,  weniger  als  25 Stellen  dahin  (act. 185).  Das  heisst  jedoch  nicht,  dass  deswegen  für  diesen  Zeitraum  keine  Reorganisation grösseren Ausmasses angenommen werden könnte (vgl.  auch VPB 70.52 E. 5a). So ist unbestritten, dass die B._______ im Zuge  von  verschiedenen  Reorganisationsprojekten  auch  zwischen  2006  und  2009  grosse  strukturelle  Änderungen  erfahren  hat  (vgl.  Organigramme  act. 67  ff.).  Es  wurden  bereits  im  August 2006  neue  Organisationseinheiten  wie  die  Organisationseinheit  Y._______  im  Zusammenhang  mit  dem  Projekt  …  geschaffen  und  Einheiten  neu  anderen  Einheiten  unterstellt.  Der  Bundesrat  fasste  sodann  im  Januar 2008 den Entschluss, die Strukturen der B._______ grundlegend  zu  prüfen  (act. 186)  und  im  Laufe  des  Jahres 2008  wurde  in  der  Organisationseinheit  Z._______  eine  zentrale  Fachkanzlei  mit  neuen  Zuständigkeiten aufgebaut.

A­734/2011 Eine  Restrukturierung  diesen  Ausmasses  kann  im  Lichte  der  oben  dargestellten  Rechtsprechung  ohne  weiteres  unter  Art. 12 Abs. 6 Bst. e BPG  subsumiert  werden,  womit  dieses  Erfordernis  grundsätzlich erfüllt ist. Es ist nachfolgend jedoch weiter zu prüfen, ob die  Stelle  des  Beschwerdeführers  tatsächlich  im  Rahmen  der  Restrukturierung  aufgehoben  worden  ist  bzw.  ob  diese  Reorganisation  der  tatsächliche  Grund  für  die  gegen  den  Beschwerdeführer  ausgesprochene Kündigung ist. 5.4.  Der  Beschwerdeführer  bestreitet,  dass  ihm  wegen  der  Reorganisation  gekündigt  worden  ist.  Er  bringt  vor,  die  Projekte  Reorganisation X._______, …, Reorganisation Fachkanzlei und – neu –  die  Totalrevision  der  Alkoholgesetzgebung  hätten  nichts  mit  der  Aufhebung seiner Stelle zu tun. Der Kausalzusammenhang zwischen der  konkreten Reorganisationsmassnahme und dem Wegfall seiner Stelle sei  nicht  belegt.  Die  Fachkanzlei,  die  offenbar  um  die  Person  von  Frau  E._______  aufgebaut  worden  sei,  sei  mittlerweile  wieder  aufgelöst  worden.  Es  sei  fraglich,  ob  solch  kurzfristige  Umstrukturierungen  wirtschaftlich und betrieblich veranlasst seien und wie weit nicht vielmehr  persönliche Gründe dahinter stünden. Wirklicher  Kündigungsgrund  seien  die  Differenzen,  die  auf  der  zwischenmenschlichen  Ebene  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seinem Vorgesetzten C._______ bestanden hätten und im Sommer 2009  eskaliert seien. Diese Tatsache werde auch durch die zeitlichen Abläufe  der  Stellenbesetzung  für  die  Funktion  des  Leiters  Y._______  gestützt.  C._______, der heutige Vizedirektor der B._______, habe verschiedene  Entscheide  in  der  Phase  April 2009  bis  Ende  Juni 2009  in  die  Zuständigkeit  des  neuen  Leiters  Y._______,  Herr  D._______  gestellt.  Dieser habe diese Funktion am 1. Juni 2009 angetreten. Herr D._______,  welcher  zuerst  vor  allem  an  Ausbildungsveranstaltungen  und  in  den  Ferien war, könne folglich die nötigen Entscheide unmöglich in den ersten  7 Wochen seiner Tätigkeit schon getroffen haben, weswegen er auch  in  den  Protokollen  zur  behaupteten  Stellenaufhebung  nicht  erscheine.  Im  Folgenden  seien  im  Juli 2009  die  Aufgaben  dem  Beschwerdeführer  weggenommen  und  auf  andere  Organisationseinheiten  verteilt  worden,  ohne  dass  dafür  eine  organisatorische  Notwendigkeit  bestanden  hätte.  Die  Vorinstanz  verkenne  den  Unterschied  zwischen  dem  anstehenden  Wegfall  einer  Stelle  und  dem  bevorstehenden  Wegfall  von  Aufgaben  eines Mitarbeiters. 

A­734/2011 5.5. Die Vorinstanz hält dem entgegen, aus den Vorakten sei ersichtlich,  dass der Beschluss  des Bundesrats,  die Strukturen  der B._______ und  die  Privatisierung  der  F._______  im  Rahmen  der  Totalrevision  des  Alkoholgesetzes  zu  prüfen,  zwingend  einen  Einfluss  auf  den  Personalbestand  der  B._______  gehabt  habe.  Sie  verkenne  auch  nicht  den Unterschied zwischen dem Wegfall einer Stelle und dem Wegfall von  Aufgaben.  Würden  –  wie  im  Fall  des  Beschwerdeführers  –  Aufgaben  wegfallen und  könnten diese nicht  durch andere Aufgaben aufgefangen  werden, könne demzufolge eine Stelle dahinfallen. Die Behauptung, dass  die  Kündigung  infolge  der  zwischenmenschlichen  Differenzen  zwischen  ihm und seinem Vorgesetzten erfolgt sei, sei nicht nachvollziehbar. Selbst  wenn  das  Verhältnis  zwischen  dem  Beschwerdeführer  und  seinem  Vorgesetzen  gespannt  gewesen  sein  sollte,  hätte  dies  keine  Auswirkungen  auf  die  Zulässigkeit  der  Kündigung  aus  wirtschaftlichen  und betrieblichen Gründen.  5.6. Wie  bereits  dargelegt,  wurden  im  Zuge  der  Reorganisationen  der  B._______  neue  Organisationseinheiten  geschaffen  und  Organisationseinheiten  wurden  neu  anderen  Einheiten  unterstellt  (vgl.  dazu oben E. 5.3). Davon war auch der Bereich des Beschwerdeführers  (Bereich X._______)  betroffen,  der  in  die  im  August  2006  neu  geschaffene  Organisationseinheit  Y._______  integriert  wurde  (vgl.  Organigramme act. 67 ff.; vgl. Personaldossier Änderungskündigung vom  4. Dezember 2006). Der Beschwerdeführer erhielt dabei die Funktion des  X._______­koordinators. Im Laufe des Jahres 2008 wurde  in der Organisationseinheit Z._______  eine Fachkanzlei geschaffen mit dem Ziel, die personellen Ressourcen zu  konsolidieren/konzentrieren  und  die  Arbeitsabläufe  zu  optimieren.  Die  Kanzlei  sollte  professionelle  Dienstleistungen  bezüglich  Versänden,  Spesenabrechnung,  Spesenbudgetierung  und  –überwachung  sowie  Kursmanagement  etc.  auch  zugunsten  des  X._______  erbringen  (vgl  act. 78 ff. und act. 82 ff.). Die Schaffung dieser Fachkanzlei  führte dazu,  dass  beim Beschwerdeführer,  dessen Aufgaben  unter  anderem auch  in  administrativen  Tätigkeiten  wie  beispielsweise  der  Rechnungsstellung  und  der Organisation  von Grund­  und Weiterbildungskursen  bestanden,  unbestrittenermassen  Aufgaben in erheblichem Ausmass wegfielen (vgl.  act. 76,  193,  Meilensteingespräch  vom  10. Juli 2009  act. 195  ff.,  Zielvereinbarungsgespräch  vom  20. Februar 2009 act. 36,  Personaldossier Zwischenzeugnis vom 30. Mai 2008).

A­734/2011 Im  Zuge  der Reorganisationen wurden  zudem mehrere  leitende Stellen  vorübergehend  oder  definitiv  nicht  mehr  besetzt.  So  wurde  bereits  am  1. November 2007  die  frei  gewordene  Stelle  des  Leiters  Y._______  aufgrund der andauernden Reorganisation nicht  neu vergeben,  sondern  dem  Leiter  der  damaligen  Organisationseinheit  W._______  unterstellt.  Auch  die  Stelle  des  stellvertretenden  Leiters  der  B._______  wurde  vorübergehend  offen  behalten,  als  der  Bundesrat  im  Januar 2008  den  Entschluss  fasste,  die  Strukturen  der  B._______  grundlegend  zu  überprüfen (act. 186). Ebenfalls wurden bereits anfangs Januar 2008 die  Stellen  des  Leiters  und  des  stellvertretenden  Leiters  X._______  –  für  Letztere  der  Beschwerdeführer  vom  Leiter  W._______  anfangs  2008  vorgeschlagen war – von der Direktion B._______ nicht definitiv besetzt,  um  den  Abschluss  der  Reorganisation  in  der  neu  bezeichneten  Organisationseinheit  Z._______  nicht  zu  präjudizieren.  Im  Juli 2009  schliesslich  fielen  diese  beiden  Stellen  definitiv  weg,  weil  die  Aufgaben  des Leiters X._______ in Personalunion durch einen anderen Sektorleiter  und  die  wenigen  dem  Beschwerdeführer  noch  verbleibenden  Aufgaben  durch  den  Leiter  Y._______  selber  übernommen  werden  konnten  (vgl.  act. 159 ff.).  Die  Aufgaben  des  Beschwerdeführers  fielen  somit  zuerst  im  Laufe  des  Jahres 2008  durch  die  Schaffung  der  Fachkanzlei  und  nachher  in  der  weiteren  Phase  der Reorganisation weg.  Entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  kann  eine  Stelle  anlässlich  einer  Reorganisation  durchaus  dadurch  wegfallen,  dass  die  Aufgaben  des  Stelleninhabers  überflüssig werden oder auf  andere Einheiten/Personen  verteilt werden.  Durch  die  Umverteilung  der  Aufgaben wird  gerade  ersichtlich,  dass  die  Stelle  des  Beschwerdeführers  nicht  weitergeführt  wurde.  Auch  der  vom  Beschwerdeführer  angeführte  Umstand,  dass  die  Fachkanzlei  bereits  wieder aufgelöst sein soll, spricht nicht gegen den Kausalzusammenhang  zwischen  der  Reorganisationsmassnahme  des  Aufbaus  einer  Fachkanzlei  und  dem  Wegfall  der  Stelle  des  Beschwerdeführers.  Die  Organisationsstruktur der B._______ befindet sich seit Jahren im Wandel.  Dabei  ist es nicht ungewöhnlich, dass geänderte Strukturen nach kurzer  Zeit wieder geändert werden. Im Übrigen kann dem Beschwerdeführer nicht darin gefolgt werden, dass  die Kündigung wegen Differenzen zwischen ihm und seinen Vorgesetzten  unrechtmässig  sein  soll.  Erstens  vermögen  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  zu  den  zeitlichen Abläufen  der Stellenbesetzung  für  die  Funktion  des  Leiters  Y._______  durch  Herrn  D._______  nicht  zu 

A­734/2011 belegen,  dass  Differenzen  der  wahre  Grund  der  Kündigung  gewesen  sind.  Zweitens  ist  zu  berücksichtigen,  dass  in  einer  Situation  wie  der  vorliegenden,  in  der  sich  übrigens  beide  Parteien  fair  und  korrekt  verhalten haben, gewöhnlich Unstimmigkeiten auftreten. Das allein macht  jedoch  eine  aus  wirtschaftlichen  oder  betrieblichen  Gründen  erfolgte  Kündigung nicht unrechtmässig.  Zum  vom  Beschwerdeführer  bestrittenen  Kausalzusammenhang  zwischen den Reorganisationen der B._______ und dem Wegfall seiner  Stelle ist daher Folgendes festzuhalten: Es ist zwar wünschenswert, dass  bei  einer  Reorganisation,  anders  als  im  vorliegenden  Fall,  allen  betroffenen  Arbeitnehmern  von  Anfang  an  das  Reorganisationskonzept  kommuniziert wird, woraus  für den Arbeitnehmer ersichtlich  ist, wie sich  die Reorganisation auf die eigene Stelle auswirken wird. Auf diese Weise  wäre  der  Kausalzusammenhang  zwischen  Reorganisation  und  Wegfall  einer  Stelle  auch  für  den Arbeitnehmer  von Anfang  an  nachvollziehbar.  Dies  ist  zwar  im  vorliegenden  Fall  nicht  zuletzt  auch  wegen  der  Unmöglichkeit  der  voraussehbaren  Entwicklungen  im  Falle  von  vielen  aufeinander  folgenden  Reorganisationsprojekten  nicht  geschehen.  Dies  ändert  jedoch  nichts  daran,  dass  hier  tatsächlich  ein  Kausalzusammenhang zwischen den Reorganisationen und dem Wegfall  der  Aufgaben  bzw.  der  Stelle  des  Beschwerdeführers  gegeben  ist.  Die  Voraussetzung  von  Art. 12  Abs. 6  Bst. E  BPG,  erster  Satzteil,  ist  demnach erfüllt. 6.  Es ist  folglich weiter zu prüfen, ob die zweite Voraussetzung von Art. 12  Abs. 6 Bst. e BPG  –  die  fehlende  Möglichkeit,  dem  Beschwerdeführer  eine  zumutbare  Arbeit  anzubieten  –  erfüllt  ist.  Dabei  sind  verschiedene  Rechtsnormen zu beachten. 6.1. Art. 19 Abs. 1 BPG  sieht  vor,  dass  die Arbeitgeberin  alle  sinnvollen  Möglichkeiten einer zumutbaren Weiterbeschäftigung auszuschöpfen hat,  bevor  sie  Angestellten  ohne  deren  Verschulden  kündigt.  Nach  Art. 31 Abs. 3 BPG können die Ausführungsbestimmungen Massnahmen  und Leistungen zur Milderung der Folgen sozialer Härten vorsehen. In Art. 104 BPV hat der Bundesrat Massnahmen für die sozialverträgliche  Umsetzung  von Umstrukturierungen  definiert. Gegenüber  der Auflösung  des  Arbeitsverhältnisses  haben  nach  dieser  Bestimmung  folgende  Massnahmen  Vorrang  (Art. 104 Abs. 2 BPV):  Die  Weiterbeschäftigung 

A­734/2011 der  Angestellten  auf  einer  anderen  Stelle  bei  einem  Arbeitgeber  nach  Art. 3 BPG  (Bst. a),  die  Vermittlung  von  Stellen  ausserhalb  der  Bundesverwaltung  an  von  der Entlassung  bedrohte Angestellte  (Bst. b),  die  Umschulung  und  Weiterbildung  (Bst. c)  sowie  die  vorzeitige  Pensionierung  (Bst. d).  Die  Angestellten  unterstützen  die  Bemühungen  der  Arbeitgeberin.  Sie  arbeiten  aktiv  an  den  eingeleiteten Massnahmen  mit und entwickeln Eigeninitiative, insbesondere bei der Suche nach einer  neuen Anstellung (Art. 104 Abs. 4 BPV). Gemäss dem Sozialplan der Bundesverwaltung (Stand: 1. Februar 2005,  www.epa.admin.ch, nachfolgend Sozialplan) sind die Bundeskanzlei und  die Departemente  gehalten,  zur Durchsetzung der  in Artikel  104 Abs.  1  und  2  BPV  festgehaltenen  Grundsätze  bei  der  Besetzung  vakanter  Stellen  geeigneten  internen  Bewerbern  und  Bewerberinnen  aus  der  Bundesverwaltung den Vorzug zu geben (Ziff. 4.1 des Sozialplans). Bei  einem  Stellenabbau  in  der  Bundesverwaltung  im  Rahmen  von  Entlastungsprogrammen  und  Reorganisationen  findet  auch  die  Reorganisationsverordnung  Anwendung  (vgl.  Art. 1 Abs. 1  und  2  der  Reorganisationsverordnung).  Gemäss  Art. 4 Abs. 1  dieser  Verordnung  müssen  Angestellte,  die  voraussichtlich  nicht  mehr  in  der  Verwaltungseinheit beschäftigt werden können, spätestens sechs Monate  vor  einer  allfälligen Kündigung  schriftlich  darüber  informiert werden. Die  Verwaltungseinheit  schliesst  mit  der  angestellten  Person  eine  Vereinbarung ab. Darin verpflichtet sich die angestellte Person, aktiv an  der  Suche  nach  einer  Stelle  mitzuwirken  und  eine  zumutbare  andere  Arbeit anzunehmen. Der Arbeitgeber verpflichtet sich, das Möglichste zu  tun,  um  der  angestellten  Person  innerhalb  oder  gegebenenfalls  ausserhalb  der  Bundesverwaltung  eine  zumutbare  andere  Arbeit  zu  vermitteln und wenn möglich eine Kündigung zu vermeiden (Art. 4 Abs. 2  der Reorganisationsverordnung). Nach Abschluss der Vereinbarung wird  die angestellte Person in einer Job­Datenbank erfasst. Die Arbeitgeberin,  unterstützt durch das Job­Center (Art. 6 der Reorganisationsverordnung),  und  die  angestellte  Person  suchen  intensiv  nach  einer  internen  oder  externen  Stelle  (Art. 4 Abs. 4  der  Reorganisationsverordnung).  Gemäss  Art. 4 Abs. 7  der  Reorganisationsverordnung  wird  das  Arbeitsverhältnis  aus  Gründen  nach  Art. 12 Abs. 6  Bst. e BPG  aufgelöst,  wenn  innerhalb  von sechs Monaten nach Unterzeichnung der Vereinbarung keine andere  zumutbare Stelle gefunden werden konnte.

A­734/2011 6.2. Der Beschwerdeführer bestreitet, dass die Vorinstanz das Möglichste  getan  hat,  um  ihm  inner­  oder  ausserhalb  der  Bundesverwaltung  eine  zumutbare andere Arbeit zu vermitteln. Er macht geltend, die B._______  habe neue – und für den Beschwerdeführer zumutbare – Stellen an neue  Mitarbeitende  vergeben,  ohne  sie  vorher  dem  Beschwerdeführer  anzubieten. So hätte dem Beschwerdeführer mit seiner kaufmännischen  Ausbildung  ohne  weiteres  eine  Stelle  in  der  neuen  Fachkanzlei  angeboten  werden  können.  Die  B._______  habe  keine  Weiterbeschäftigung  nach  Art. 104  Abs. 2 Bst. a BPV  offeriert,  sondern  die Massnahme nach Art. 104 Abs. 2 Bst. b eingeleitet. Dabei hätten die  Verantwortlichen  der  B._______  wissen  müssen,  dass  ein  solches  Unterfangen  bei  einem  58­jährigen  Mann  auf  dem  freien  Arbeitsmarkt  hoffnungslos  sein würde.  Einer Umschulung  oder Weiterbildung  (Bst. c)  im  Rahmen  der  möglichen Weiterbeschäftigung  hätte  es  gar  nicht  erst  bedurft.  Deshalb  sei  auch  diese  Massnahme  einfach  unterschlagen  worden.  Die  B._______  habe  somit  aus  der  Anzahl  der  Massnahmen  nach Art. 104 BPV einzig und allein jene ausgewählt, die von vornherein  aussichtslos gewesen sei (nämlich Bst. b).  6.3. Die  Vorinstanz  hält  dem  entgegen,  wie  aus  den  Vorakten  und  der  angefochtenen Verfügung hervorgehe, hätten  für den Beschwerdeführer  keine  Aufgaben  gefunden  werden  können.  Die  B._______  habe  immer  wieder  versucht,  neue  Aufgabenbereiche  für  den  Beschwerdeführer  zu  suchen  und  habe  demzufolge  die  Stellenbeschriebe  immer  wieder  angepasst. Dass für den Beschwerdeführer keine Aufgaben mehr hätten  gefunden werden  können,  habe  sich  erst Mitte 2009  gezeigt.  Bezüglich  der Fachkanzlei, welche im Laufe des Jahres 2008 aufgebaut worden sei,  sei  darauf  hinzuweisen,  dass  der  Beschwerdeführer  aktiv  in  die  Reorganisation  einbezogen  worden  sei.  Zu  diesem  Zeitpunkt  seien  mit  dem Beschwerdeführer  andere  Aufgaben  geprüft  worden,  weshalb  kein  Anlass bestanden habe, ihn in die Fachkanzlei zu versetzen. Dass in der  Fachkanzlei  eine  vakante  Stelle  bestanden  haben  soll,  sei  zudem  nie  geltend gemacht worden.  In  der  Tatsache,  dass  die  B._______  dem  Beschwerdeführer  während  der  vereinbarten  sechsmonatigen  Frist  keine  Stelle  angeboten  hat,  ist  keine  Verletzung  der  Arbeitgeberverpflichtungen  zu  sehen.  Die  Pflicht,  dass der öffentliche Arbeitgeber dem Angestellten eine zumutbare Arbeit  anbieten muss, besteht nur insoweit, als eine geeignete Stelle überhaupt  existiert.  Der  Beschwerdeführer  hat  keinen  Anspruch  darauf,  dass  eine  frei gewordene Stelle automatisch durch  ihn besetzt wird. Vielmehr  liegt 

A­734/2011 die Beantwortung der Frage, ob jemand für eine offene Stelle geeignet ist  oder  nicht,  im Ermessen  des  (potentiellen)  Arbeitgebers  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_361/2007  vom  17. Juni 2008 E.  5,  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­2737/2007 vom 25. September 2007 E. 4.3  und  A­5455/2007  vom  11. Juni 2008  E. 5.4).  Bei  der  Überprüfung  derartiger  Ermessensfragen  auferlegen  sich  die  Beschwerdeinstanzen  regelmässig  Zurückhaltung.  Sie  entfernen  sich  im Zweifel  nicht  von  der  Auffassung  der  Vorinstanz  und  setzen  ihr  eigenes  Ermessen  nicht  an  Stelle desjenigen der Vorinstanz, soweit es um die Leistungsbeurteilung  von  Bediensteten  des  Bundes,  um  verwaltungsorganisatorische  Fragen  oder  um  Probleme  der  betriebsinternen  Zusammenarbeit  und  des  Vertrauensverhältnisses  geht  (vgl.  hierzu  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5455/2007  vom  11. Juni 2008  E. 5.4,  A­2737/2007  vom  25. September 2007 E. 4.3  sowie  A­1782/2006  vom  24. Mai 2007 E. 2.4.5; vgl. auch oben E. 5.1). Der  Beschwerdeführer  war  seit  1999  im  X._______  tätig.  Gerade  aufgrund dieser Tatsache war die B._______  in der Lage, das Potential  und  die  Fähigkeiten  des  Beschwerdeführers  einzuschätzen  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­5455/2007  vom  11. Juni 2008 E. 5.4  und  A­2737/2007  vom  25. September 2007  E. 4.3).  Aus  den  Akten  ergeben  sich  keine  Hinweise  auf  eine  offensichtlich  fehlerhafte  Ermessensausübung der Vorinstanz bzw. der B._______.  Zur  Fachkanzlei  im  Besonderen  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer zur Zeit ihres Aufbaus im Laufe des Jahres 2008 noch  immer  für  den  X._______  vorgesehen  war,  weswegen  keine  Veranlassung  bestand,  ihm  damals  eine  Stelle  in  der  Fachkanzlei  anzubieten (vgl. act. 135 ff.). 6.4.  Wie  oben  ausgeführt,  präzisieren  die  BPV  und  die  Reorganisationsverordnung  in  Umsetzung  der  Ermächtigung  von  Art. 31 Abs. 3 BPG und  in Konkretisierung von Art. 12 Abs. 6 Bst. e BPG  und  Art. 19 BPG  die  Massnahmen,  die  vom  Arbeitgeber  vor  jeder  Auflösung des Arbeitsverhältnisses getroffen werden müssen. Die Art und  Weise  der  sowohl  vom  Arbeitgeber  als  auch  vom  Arbeitnehmer  geforderten Mitwirkungspflicht wird  jedoch weder  vom Gesetz  noch  von  den Verordnungen präzise umschrieben. Vielmehr wird nur festgehalten,  beide Parteien sollten  ihr Möglichstes dazu beitragen, die Kündigung zu  vermeiden  resp.  eine  geeignete  (andere)  Stelle  zu  finden  (Urteile  des 

A­734/2011 Bundesverwaltungsgerichts   A­5455/2007  vom  11. Juni 2008 E. 5.5  und  A­2737/2007 vom 25. September 2007 E. 4.5). Den  Beweis,  sich  genügend  um  eine  zumutbare  Stelle  für  den  Beschwerdeführer bemüht zu haben, hat die Arbeitgeberin dann erbracht,  wenn  das  Bundesverwaltungsgericht  gestützt  auf  die  Beweiswürdigung  nach objektiven Gesichtspunkten zur Überzeugung gelangt, dass sich der  rechtserhebliche Sachumstand verwirklicht hat. Absolute Gewissheit kann  dabei nicht verlangt werden. Es genügt, wenn das Gericht am Vorliegen  der  behaupteten  Tatsache  keine  ernsthaften  Zweifel  mehr  hat  oder  allenfalls  verbleibende Zweifel als  leicht erscheinen. Bleiben genügende  Bemühungen  der  Arbeitgeberin  unbewiesen,  trägt  sie  die  Folgen  der  Beweislosigkeit (Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­4006/2010 vom  23. November 2010  E. 2.4;  MOSER/BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz. 3.141 und 3.149). Als Nachweis der genügenden Bemühungen, eine  andere  zumutbare  Stelle  zu  vermitteln,  genügt  es  nicht,  lediglich  die  Erfassung  des  Arbeitnehmers  in  der  Job­Datenbank  in  den  Akten  nachzuweisen.  Vielmehr  muss  belegt  sein,  dass  die  Arbeitgeberin  mit  einer  beschränkten  Anzahl  von  anderen  Arbeitgebern  nach  Art. 3 BPG  Kontakt aufgenommen hat, um nach Möglichkeit eine andere zumutbare  Stelle für den Arbeitnehmer zu finden.   6.5. Wie sich aus den Akten ergibt,  traf die Arbeitgeberin  in diesem Fall  die  folgenden  Massnahmen:  Bereits  im  April 2009  wurden  für  den  Beschwerdeführer  neue  Aufgaben  gesucht  (Mailverkehr  act. 39 ff.).  Anlässlich  des  Gesprächs  vom  17. Juli 2009  zwischen  der  B._______  und dem Beschwerdeführer wurde dieser darüber  informiert, dass seine  Stelle  aufgrund  der  Reorganisationen  im  Bereich  Y._______  per  1. September 2009  aufgehoben  werden muss  (act.  293 ff.).  Schliesslich  schloss  die  B._______  mit  dem  Beschwerdeführer  6  Monate  vor  der  Kündigung,  nämlich  im  Dezember 2009,  eine  Vereinbarung  gemäss  Art. 4 Abs. 2  Reorganisationsverordnung  ab  (act. 276)  und  der  Beschwerdeführer wurde, wie in Art. 4 Abs. 4 Reorganisationsverordnung  vorgeschrieben,  unbestrittenermassen  korrekt  in  der  Job­Datenbank der  Bundesverwaltung  erfasst.  Ausserdem  unterzeichnete  die  B._______  im Januar 2010  einen  Outplacement­Vertrag  bei  der  Firma  G._______  (act. 208),  um  dem  Beschwerdeführer  auch  ausserhalb  der  Bundesverwaltung  bei  der  Jobsuche  behilflich  zu  sein.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  zudem  gemäss  der  Vereinbarung  vom  Dezember 2009  ein  Kurs  "Kollegiales  Coaching"  finanziert.  Darüber  hinaus  gibt  es  jedoch  keinerlei  Hinweis  in  den  Akten,  dass  die 

A­734/2011 Arbeitgeberin  mit  anderen  Arbeitgebern  nach  Art. 3 BPG  Kontakt  aufgenommen hat, um für den Beschwerdeführer eine andere zumutbare  Stelle zu finden.  6.6.  Angesichts  dieser  Umstände  ist  festzuhalten,  dass  zwar  die  Arbeitgeberin  konkrete  in  der  Reorganisationsverordnung  vorgesehene  Massnahmen  wie  beispielsweise  die  Aufnahme  in  der  Job­Datenbank  getroffen  hat.  Es  ist  aber  nirgends  belegt,  dass  sie  Kontakt mit  andern  Arbeitgebern  zwecks Stellenvermittlung  aufgenommen  hat.  Sie  hat  also  den  Nachweis,  dass  sie  das  Möglichste  getan  hat,  um  dem  Beschwerdeführer  eine  andere  zumutbare  Arbeit  zu  vermitteln,  nicht  ausreichend  erbracht.  Es  ist  somit  nicht  erwiesen,  dass  dem  Beschwerdeführer  keine  zumutbare  andere  Arbeit  hätte  angeboten  werden können. Folglich sind nicht alle Tatbestandsvoraussetzungen von  Art. 12 Abs. 6  Bst. e BPG  belegt  und  der  entsprechende  Kündigungsgrund  nicht  erfüllt.  Die  Kündigung  ist  daher  nach  Art. 12 Abs. 6 BPG  nicht  begründet  und  nichtig  im  Sinne  von  Art. 14 Abs.1 Bst. b BPG.  7.  7.1. Bei der nichtigen Kündigung nach Art. 14 Abs. 1 BPG handelt es sich  dem  Wesen  nach  um  eine  anfechtbare  Kündigung  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8111/2010  vom  15. April 2011 E. 5,  A­ 5849/2009 vom 1. Juli 2010 E. 4.1 und A­621/2009 vom 20. August 2009  E. 4.1,  je  mit  Hinweisen).  Eine  Kündigung,  die  von  der  Beschwerdeinstanz  als  in  diesem  Sinne  nichtig  beurteilt  wird,  beendet  das Arbeitsverhältnis grundsätzlich nicht. Das Bundespersonalrecht sieht  primär  die  Weiterbeschäftigung  mit  der  bisherigen  oder  einer  anderen  zumutbaren  Arbeit  vor  (Art. 14 Abs. 1 und  2 BPG).  Nur  subsidiär  zur  Weiterbeschäftigung  wird  eine  Entschädigung  vorbehalten,  nämlich  für  den  Fall,  dass  die  von  der  nichtigen  Kündigung  betroffene  Person  aus  Gründen, die nicht sie zu vertreten hat, nicht bei einem Arbeitgeber nach  Art. 3 BPG  weiterbeschäftigt  wird  (Art. 14 Abs. 5 BPG  i.V.m.  Art. 19 Abs. 3 BPG;  BVGE 2009/58  E. 6.2  mit  Hinweisen;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8111/2010  vom  15. April 2011 E. 5.1,  A­ 7826/2009 vom 23. August 2010 E. 7.4 mit Hinweisen).

A­734/2011 7.2.  Von  einer  Weiterbeschäftigung  kann  im  Einzelfall  abgesehen  werden,  wenn  sich  eine  Fortsetzung  des  Arbeitsverhältnisses  als  unmöglich oder praktisch nicht sinnvoll erweist oder die Anordnung einer  Weiterbeschäftigung  aus  anderen  Gründen  nicht  als  angemessen  erscheint  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_277/2007  vom  30. Juni 2008  E. 7,  BVGE 2009/58  E. 6.2  f.  mit  Hinweisen;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­8111/2010  vom  15. April 2011 E. 5.2,  A­ 4006/2010 vom 23. November 2010 E. 2.3 mit Hinweisen). 7.3.  Das  BPG  regelt  nicht  näher,  welche  Umstände  eine  Weiterbeschäftigung verunmöglichen könnten. Auch in der Botschaft vom  14. Dezember 1998  zum  BPG  finden  sich  dazu  keine  Hinweise  (BBl 1999 1618  f.). Weil  die Weiterbeschäftigung  nach  der  gesetzlichen  Regelung  den  Grundsatz  und  die  Auflösung  des  Arbeitsverhältnisses  gegen  Entschädigung  die  Ausnahme  darstellt,  darf  indes  nicht  leichthin  von der Unmöglichkeit  einer Weiterbeschäftigung ausgegangen werden.  Insbesondere  hängt  die  Beantwortung  der  Frage,  ob  eine  Weiterbeschäftigung  im  konkreten  Fall  möglich  ist,  nicht  allein  von  der  Bereitschaft  des  Arbeitgebers  ab,  die  betroffene  Person  weiterzubeschäftigen,  denn  dem  Arbeitgeber  kommt  diesbezüglich  kein  Wahlrecht  zu.  Andererseits  soll  ein  Arbeitgeber  nicht  entgegen  allen  Schwierigkeiten, welche sich durch eine Weiterbeschäftigung für ihn unter  Umständen  ergeben  könnten,  zur  Weiterbeschäftigung  verpflichtet  werden (NÖTZLI, a.a.O., Rz. 384; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­ 8111/2010  vom  15. April 2011  E. 5.3;  in  diesem  Sinne  auch  Urteil  des  Bundesgerichts  1C_277/2007  vom  30. Juni 2008  E. 7).  So  können  die  rechtlichen  Rahmenbedingungen  oder  organisatorische  Schwierigkeiten  eine  Weiterbeschäftigung  verunmöglichen.  Weiter  können  sich  auch  persönliche Differenzen  zwischen  einer  zu Unrecht  gekündigten Person  sowie  ihren  Vorgesetzten  als  derart  gravierend  erweisen,  dass  das  Vertrauensverhältnis  zwischen  diesen  Personen  endgültig  zerstört  und  eine  Weiterbeschäftigung  faktisch  gar  nicht  mehr  möglich  ist  (zum  Ganzen BVGE 2009/58 E. 9.2  f.; Urteile des Bundesverwaltungsgerichts  A­8111/2010  vom  15. April 2011 E. 5.3,  A­4006/2010  vom  23. November 2010 E. 2.3 und A­5849/2009 vom 1. Juli 2010 E. 4.3). 7.4. Da vorliegend die Vorinstanz gerade nicht  nachgewiesen hat,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  an  einer  anderen  zumutbaren  Stelle  hätte  beschäftigt  werden  können  und  sie  auch  nicht  persönliche  Differenzen  geltend  macht,  weswegen  eine  Weiterbeschäftigung  grundsätzlich 

A­734/2011 unmöglich  sei,  besteht  gemäss  dem  Grundsatz  von  Art. 14 BPG  das  Arbeitsverhältnis fort. 8.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass vorliegend die Voraussetzungen  von Art. 12 Abs. 6 Bst. e BPG nicht vollständig erfüllt sind, die Kündigung  nach Art. 12 Abs. 6 BPG demnach nicht begründet und nichtig  im Sinne  von   Art. 14 Abs. 1 Bst. b BPG  ist  und  das  Arbeitsverhältnis  fortbesteht.  Die  Beschwerde  ist  gutzuheissen  und  der  vorinstanzliche  Entscheid  aufzuheben.  Auf  die  Fragen  der  vorzeitigen  Pensionierung,  des  rechtlichen  Gehörs  und  des  Vertrauensschutzes  braucht  entsprechend  nicht mehr eingegangen zu werden. 9.  Gemäss  Art. 34 Abs. 2 BPG  sind  das  erstinstanzliche  Verfahren  sowie  das  Beschwerdeverfahren  nach  den  Art. 35  und  36 BPG  kostenlos.  Es  sind demnach keine Verfahrenskosten aufzuerlegen.  10.  Nach Art. 64 Abs. 1 VwVG ist der ganz oder teilweise obsiegenden Partei  von  Amtes  wegen  oder  auf  Antrag  hin  eine  Entschädigung  für  ihr  erwachsene  und  verhältnismässig  hohe  Kosten  zuzusprechen.  Wird  keine  Kostennote  eingereicht,  setzt  das  Gericht  die  Entschädigung  auf  Grund  der  Akten  fest  (Art. 14 Abs. 2  des  Reglements  vom  21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). War  der  obsiegende  Beschwerdeführer  bereits  im  vorinstanzlichen  Beschwerdeverfahren  vertreten,  ist  auch  der  in  jenem  Verfahren  entstandene  Aufwand  zu  entschädigen  (vgl.  MOSER/  BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  Rz.  4.87).  Zudem  ist  der  Aufwand  im  Zusammenhang  mit  der  vorsorglichen  Massnahme  zu  berücksichtigen.  Das  Anwaltshonorar  wird  dabei  nach  dem  notwendigen  Zeitaufwand  bemessen  (Art. 7 ff. VGKE).  Gemäss  Art. 10 Abs. 2 VGKE beträgt der Stundenansatz  für anwaltliche Vertreter  mindestens  Fr. 200.­  und  höchstens  Fr. 400.­.  Da  sich  das  Verfahren  insgesamt weder als besonders schwierig noch umfangreich erwies, wird  die Parteientschädigung auf Fr. 6'000.­ (inkl. Mehrwertsteuer) festgesetzt  und  der Vorinstanz  zur Bezahlung  auferlegt  (Art. 64 Abs. 2 VwVG  i.v.m.  Art. 10  und  14 VGKE).  Mit  diesem  Ansatz  gelten  sowohl  die  üblichen  Auslagen  als  auch  der  Aufwand  für  das  vorinstanzliche  Verfahren  als  abgegolten.

A­734/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  im  Sinne  der  Erwägungen  gutgeheissen,  der  angefochtene  Entscheid  vom  20. Dezember 2010  aufgehoben  und  die  Nichtigkeit  der  Kündigung  vom 29. Juni 2010  im Sinne  von Art. 14 BPG  festgestellt. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Die  Vorinstanz  hat  dem  Beschwerdeführer  für  das  vorinstanzliche  Verfahren  sowie  für  das  Verfahren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Entscheids  eine  Parteientschädigung  von  insgesamt  Fr. 6'000.­  (inkl.  Auslagen  und  Mehrwertsteuer) zu bezahlen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Christoph Bandli Beatrix Schibli

A­734/2011 Rechtsmittelbelehrung: Entscheide  des  Bundesverwaltungsgerichts  auf  dem  Gebiet  der  öffentlich­rechtlichen  Arbeitsverhältnisse  können  mit  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht  angefochten  werden,  sofern  es  um  eine  vermögensrechtliche  Angelegenheit  geht,  bei  welcher  der  Streitwert  mindestens  15'000  Franken  beträgt  oder  bei  der  sich  eine  Rechtsfrage  von grundsätzlicher Bedeutung stellt (vgl. Art. 85 Abs. 1 Bst. b und Abs.2  des Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni2005  [BGG, SR173.110]). Bei  einer  nicht  vermögensrechtlichen Angelegenheit  ist  die Beschwerde nur  zulässig,  wenn  sie  die  Gleichstellung  der  Geschlechter  betrifft  (vgl.  Art. 83 Bst. g BGG). Steht die Beschwerde in öffentlich­rechtlichen Angelegenheiten offen, so  ist sie innert 30 Tagen seit der Ausfertigung des angefochtenen Urteils zu  erheben.  Die  Frist  steht  still  vom  15. Juli 2011  bis  und  mit  dem  15. August 2011. Die Rechtsschrift  ist  in  einer Amtssprache abzufassen  und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Sie muss  spätestens  am  letzten  Tag  der  Frist  beim  Bundesgericht  (Schweizerhofquai 6,  6004 Luzern)  eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer  schweizerischen  diplomatischen  oder  konsularischen  Vertretung  übergeben werden (vgl. Art. 42, 46, 48, 54 und 100 BGG). Versand:

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