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Bundesverwaltungsgericht 09.02.2012 A-699/2011

9 febbraio 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,629 parole·~18 min·1

Riassunto

Bahninfrastruktur | Aufhebung eines privaten Bahnübergangs

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­699/2011 Urteil   v om   9 .   Februar   2012 Besetzung Richter Lorenz Kneubühler (Vorsitz), Richterin Claudia Pasqualetto Péquignot, Richterin Kathrin  Dietrich,    Gerichtsschreiber Lars Birgelen. Parteien Rechtsanwalt lic. iur. A._______, Beschwerdeführer,  gegen Schweizerische Bundesbahnen SBB, Infrastruktur, Recht,  Kasernenstrasse 95/97, Postfach, 8021 Zürich,   Beschwerdegegnerin,  Bundesamt für Verkehr BAV, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Aufhebung eines privaten Bahnübergangs.

A­699/2011 Sachverhalt: A.  Mit  Verfügung  vom  7. Dezember  2010  genehmigte  das  Bundesamt  für  Verkehr  (BAV)  die  Planvorlage  der  Schweizerischen  Bundesbahnen  (SBB)  vom  22. Oktober  2009  unter  Auflagen  im  vereinfachten  eisenbahnrechtlichen  Verfahren.  Das  Projekt  sieht  aus  Sicherheitsgründen die ersatzlose Aufhebung eines momentan bloss mit  Andreaskreuzen  gesicherten  privaten  Fussgängerüberganges  bei  Bahnkilometer (…) in der Gemeinde (…) auf der Bahnstrecke (…) sowie  die  Errichtung  eines  einfachen  Zaunes  auf  der  einen  Seite  des  Bahntrasses  vor.  Der  Bahnübergang  verbindet  die  beiden  Parzellen  Nr. xx sowie Nr. yy und ist im Grundbuch als Wegrecht („[…]“) zugunsten  der  beiden  Grundstücke  eingetragen,  wobei  nur  die  Parzelle  Nr. xx  zusätzlich über ein dinglich gesichertes Wegrecht über die Parzelle Nr. yy  verfügt. Auf der einzig durch einen Uferweg und die Parzelle Nr. (…) vom  (…)  getrennten  Parzelle  Nr. xx  befindet  sich  die  B._______,  eine  unter  Denkmalschutz  stehende  Schlossanlage  aus  dem  16. Jahrhundert,  auf  der  weiter  oben  gelegenen  Parzelle  Nr. yy  ein  kürzlich  erbautes  Mehrfamilienhaus  mit  einer  Autoeinstellhalle.  Die  Parzelle  Nr. xx  sowie  die daran angrenzenden Parzellen Nr. (…), (…), (…), (…) sowie (…) sind  im  Alleineigentum  von  Rechtsanwalt  A._______,  während  die  21  Wohneinheiten (inkl. dazugehörige Einstellhallenplätze und Kellerabteile)  im  von  ihm  errichteten  Mehrfamilienhaus  –  abgesehen  von  für  die  Bewohner der B._______ vorgesehene acht Garagenplätze und drei bis  vier Kellerräume – zwischenzeitlich mehrheitlich ins Eigentum von Dritten  übergegangen sind. Mit der Aufhebung des privaten Bahnüberganges ist  auch  eine  Löschung  des  zugunsten  der  Parzelle  Nr. xx  bestehenden  Wegrechtes  verbunden.  Da  die  Verhandlungen  zwischen  den  SBB  und  A._______ über einen  freihändigen Erwerb erfolglos  verlaufen sind,  soll  das Wegrecht enteignet werden. B.  Mit  Eingabe  vom  24. Januar  2011  führt  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BAV  (nachfolgend:  Vorinstanz)  vom  7. Dezember  2010. Er beantragt, es sei das Plangenehmigungsgesuch der SBB nicht  zu  bewilligen  und  diese  seien  zu  verpflichten,  beim  streitbetroffenen  Bahnübergang  den  ursprünglichen  Zustand  durch  Wiedereinbau  der  Holzbohlen bzw. einer anderen geeigneten Weghilfe wiederherzustellen,  eventualiter  seien  die  Akten  zur  Prüfung  von  alternativen 

A­699/2011 Sicherungsmassnahmen  an  die  SBB  zurückzuweisen.  Subeventuell  sei  ihm  eine  Entschädigung  für  das  enteignete  Wegrecht  zugunsten  der  Parzelle  Nr. xx  im  Umfang  von  Fr. 1'260'000.­  zuzusprechen.  Zur  Begründung bringt  er  im Wesentlichen vor,  die Vorinstanz habe bei  der  Prüfung  von  alternativen  Sicherungsmassnahmen  das  für  ihn  im  Vordergrund  stehende  Interesse  am  Schutz  der  mit  dem  Bau  der  Einstellhallenplätze auf der Parzelle Nr. yy getätigten Investitionen und an  der Erhaltung des Verkehrswertes der Parzelle Nr. xx dank der (direkten)  Wegverbindung zu den Garagenplätzen nicht berücksichtigt. Weder habe  sie  eine  eingehende  Prüfung  der  Kosten  von  (milderen)  Alternativmassnahmen  vorgenommen,  noch  einen  allfälligen  Kostenbeitrag von ihm sowie die Höhe der von den SBB mutmasslich an  ihn  auszurichtenden  Enteignungsentschädigung  in  ihre  Interessenabwägung  einfliessen  lassen.  Seines  Erachtens  kämen  durchaus weniger einschneidende Massnahmen wie die Errichtung einer  Bedarfsschranke  oder  einer  automatisch  gesteuerten  Toranlage,  das  Anbringen von Spiegeln und ev.  von Videokameras  (in Kombination mit  Toren) oder der Bau einer Unterführung in Frage. C.  In ihrer Vernehmlassung vom 30. März 2011 schliesst die Vorinstanz auf  Abweisung der Beschwerde,  soweit darauf einzutreten sei.  Ihren Antrag  begründet  sie  damit,  dass  die  Höhe  der  auszurichtenden  Enteignungsentschädigung  für  die  Beurteilung  der  Verhältnismässigkeit  der  verschiedenen  Sanierungsmöglichkeiten  nicht  massgebend  sei  und  von ihr daher auch nicht vorfrageweise habe geprüft werden müssen. Sie  habe  in  ihrer  Variantenstudie  das  Interesse  des  Beschwerdeführers  an  der  optimalen  Erschliessung  seiner  Liegenschaft  berücksichtigt  und  die  vorhandenen Parkierungsmöglichkeiten auf der Parzelle Nr. xx aufgrund  der nur teilweisen Bewohnbarkeit und der nicht ganzjährigen Nutzung der  B._______  als  ausreichend  bzw.  die  Verfügbarkeit  von  zusätzlichen  Einstellhallenplätzen als nicht notwendig erachtet. D.  Die  SBB  (nachfolgend:  Beschwerdegegnerin)  beantragen  in  ihrer  Beschwerdeantwort  vom  4. Mai  2011  ebenfalls  die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten  sei.  Die  Frage  einer  allfälligen  Entschädigung sowie derer Höhe sei nicht Gegenstand des vorliegenden  Verfahrens.  Die  Parzelle  Nr. xx  sei  zu  Fuss  und  mit  Fahrzeugen  auch  ohne  den  privaten  Bahnübergang  ohne  Schwierigkeiten  erreichbar  und  der  mit  dessen  Schliessung  einhergehende  Mehrweg  bis  zur  nächsten 

A­699/2011 Bushaltestelle zumutbar. Zudem habe es in der Schlossanlage genügend  private Abstellmöglichkeiten für Fahrzeuge und sei bereits der Zugang zu  den Einstellhallenplätzen  über  den  privaten Bahnübergang  umständlich,  so  dass  daraus  kein  erheblicher  Mehrwert  für  die  Parzelle  Nr. xx  resultiere.  Andreaskreuze  mit  und  ohne  Spiegel  oder  Videokameras,  Lichtsignale  ohne  Schlagbäume  (sog.  MICRO­Anlage),  manuelle  Bedarfsschranken  oder  automatisch  gesicherte  Tore  entfielen  aufgrund  der  ungenügenden  Sichtverhältnisse  als  Sicherungsmassnahmen,  während  die  Installation  einer  automatischen  Bedarfsschranke  oder  der  Bau  einer  Personenunterführung  aufgrund  der  (auch  bei  einer  Kostenbeteiligung  des  Beschwerdeführers)  unverhältnismässig  hohen  Kosten nicht in Frage kämen. E.  Am  29. Juni  2011  führte  das  Bundesverwaltungsgericht  in  Anwesenheit  der Parteien eine Begehung vor Ort durch. Die Beschwerdegegnerin und  der Beschwerdeführer  reichten  am 14. Juli  bzw.  am 2. September  2011  Ergänzungen zum angefertigten Protokoll ein. Die Vorinstanz verzichtete  mit Schreiben  vom 14. Juli  2011 auf  die Einreichung  von Bemerkungen  zum  Protokoll  und  nahm  einzig  zu  den  vom  Beschwerdeführer  nachgereichten Unterlagen Stellung. F.  In  seinen  Schlussbemerkungen  vom  2. September  2011  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Anträgen  und  deren  Begründung  fest.  Ergänzend  macht  er  unter  anderem  geltend,  dass  gemäss  einer  Ausnahmeklausel  in der Verordnung vom 23. November 1983 über Bau  und  Betrieb  der  Eisenbahnen  (EBV,  SR  742.141.1)  auch  eine  nicht  regelkonforme Sicherungsmassnahme zulässig sei, sofern durch sie kein  inakzeptables Risiko entstehe. Dies sei bei der allenfalls mit Spiegeln zu  ergänzenden  Torlösung  der  Fall.  Im  Übrigen  sei  der  Einsatz  einer  MICRO­Anlage nicht nur bei genügenden Sichtverhältnissen zulässig. G.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  der  Parteien  und  die  sich  bei  den  Akten  befindlichen  Schriftstücke  wird,  soweit  entscheidrelevant,  in  den  nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

A­699/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  beurteilt  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Die  Aufhebung  von  Bahnübergängen  wird  im  eisenbahnrechtlichen  Plangenehmigungsverfahren  (Art. 18  ff.  des  Eisenbahngesetzes  vom  20. Dezember  1957  [EBG,  SR  742.101])  angeordnet. Eine solche Plangenehmigung stellt eine Verfügung im Sinne  von  Art. 5  VwVG  dar.  Das  BAV  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  Bst. d  VGG  und  ist  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichtes.  Eine  Ausnahme,  was  das  Sachgebiet  angeht,  ist  nicht  gegeben  (vgl.  Art. 32  VGG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  demnach  zur  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig. 1.2. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 1.3. Zur Beschwerde ist nach Art. 48 Abs. 1 VwVG berechtigt, wer vor der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  oder  keine  Möglichkeit  zur  Teilnahme  erhalten  hat  (Bst. a),  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist (Bst. b) und ein schutzwürdiges Interesse an deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat  (Bst.  c).  Der  Beschwerdeführer  ist  als  Alleineigentümer der Parzelle Nr. xx, zu deren Gunsten im Grundbuch ein  Wegrecht  zu  Lasten  der  Parzelle  Nr. zz  der  Beschwerdegegnerin  eingetragen  ist,  mit  seiner  Einsprache  gegen  die  geplante  ersatzlose  Aufhebung  seines  privaten  Bahnüberganges  im  vorinstanzlichen  Plangenehmigungsverfahren  unterlegen.  Er  ist  insoweit  durch  die  angefochtene  Verfügung  der  Vorinstanz  formell  beschwert,  in  seinen  schutzwürdigen  Interessen  berührt  und  demnach  zur  Beschwerde  legitimiert. 1.4.  Zwar  sind  sämtliche  enteignungsrechtlichen  Einwände  sowie  Begehren um Entschädigung oder Sachleistung bereits  im Rahmen des  eisenbahnrechtlichen  Plangenehmigungsverfahrens  geltend  zu  machen  (Art. 18f  Abs. 2  EBG);  die  Festsetzung  der  Entschädigungshöhe  erfolgt  jedoch  –  soweit  erforderlich  –  erst  im  daran  anschliessenden  Schätzungsverfahren  vor  der  Eidgenössischen  Schätzungskommission  nach  den  Bestimmungen  des  Bundesgesetzes  vom  20. Juni  1930  über 

A­699/2011 die  Enteignung  (EntG,  SR  711;  vgl.  Art. 18k  Abs. 1  EBG).  Soweit  der  Beschwerdeführer infolgedessen das Subeventualbegehren stellt, ihm für  das  enteignete  Wegrecht  eine  Entschädigung  von  Fr. 1'260'000.­  zuzusprechen,  ist  auf  seine  Beschwerde  nicht  einzutreten  (zur  vorfrageweisen  Prüfung  der  Entschädigungshöhe  im  Rahmen  der  Beurteilung der Verhältnismässigkeit vgl. E. 9.2.2.2 nachfolgend). 1.5. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art. 50 und 52 VwVG) ist folglich – vorbehältlich E. 1.4 – einzutreten. 2.  Das Bundesverwaltungsgericht überprüft die angefochtene Verfügung auf  Verletzungen  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder  unvollständigen Feststellung des Sachverhaltes und Überschreitung oder  Missbrauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit  hin  (Art. 49  VwVG). 3.  Der  Beschwerdeführer macht  geltend,  er  habe  sich  im  Zusammenhang  mit dem geplanten Bau des Mehrfamilienhauses und der Autoeinstellhalle  auf der Parzelle Nr. yy am 24. Februar 2004 bei der Beschwerdegegnerin  nach  den  Kosten  und  Bedingungen  für  die  Errichtung  einer  Bahnunterführung erkundigt und bei dieser Gelegenheit ausdrücklich auf  das  bestehende  Wegrecht  über  die  Parzelle  Nr. zz  hingewiesen.  Die  Beschwerdegegnerin  habe  ihn  in  der  Folge  in  ihrem  Antwortschreiben  vom 15. März  2004  jedoch  nicht  darauf  aufmerksam gemacht,  dass  sie  den  Niveauübergang  aufzuheben  gedenke;  vielmehr  sei  aus  dem  Schreiben  zweifelsfrei  hervorgegangen,  dass  eine  Aufhebung  des  Wegrechtes  nur  im  Falle  des  Baues  der  Unterführung  erfolge.  Ihr  Verhalten sei insofern treuwidrig gewesen, als sie ihn im Glauben an die  Beständigkeit  des  Wegrechtes  erhebliche  Investitionen  in  zusätzliche  Parkplätze  in  der  Autoeinstellhalle  auf  der  Parzelle  Nr. yy  habe  tätigen  lassen. 3.1.  Gemäss  dem  Gebot  von  Treu  und  Glauben  (Art. 9  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 [BV, SR 101]) und dessen Teilgehalten dürfen sich Privatpersonen  auf  behördliche  Handlungen,  welche  berechtigterweise  bestimmte  verhaltenswirksame  Erwartungen  wecken,  auch  dann  verlassen,  wenn  diese unrichtig waren oder gar nicht hätten umgesetzt werden dürfen (vgl.  PIERRE  TSCHANNEN/ULRICH  ZIMMERLI/MARKUS  MÜLLER,  Allgemeines 

A­699/2011 Verwaltungsrecht,  3. Aufl.,  Bern  2009,  § 22  Rz. 3;  zur  grundsätzlichen  Grundrechtsbindung der SBB vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes  A­7454/2009 vom 29. März 2011 E. 6). Die Beschwerdegegnerin hat dem  Architekten  des  Beschwerdeführers  auf  dessen  Anfrage  hin  mit  Schreiben  vom  15. März  2004  eine  (kostenpflichtige)  Begleitung  seines  Bauprojektes  anerboten,  welche  unter  anderem  eine  Auflistung  der  bahnseitigen  Leistungen  und  eine  Kostenschätzung  beinhalte,  und  ihn  auf die Notwendigkeit hingewiesen, vor Aufnahme der Bauarbeiten eine  Vereinbarung  abzuschliessen,  welche  die  Modalitäten  der  geplanten  Unterführung  regle.  Weiter  führte  sie  aus:  „Per  la  stipulazione  del  contratto  sarà  necessario  considerare  anche  l’aspetto  citato  nella  sua  lettera del 24 febbraio riguardante il diritto di passo. Soluzioni alternative  come  quella  proposta  sono  compatibili  con  la  nostra  intenzione  di  sopprimere, laddove possibile, simili passaggi a livello. Partiamo così dal  presupposto che, in caso di realizzazione del progetto, il diritto di passo a  carico  del mappale  (…)  possa  essere  cancellato  dal  registro  fondiario”.  Daraus  lassen  sich  indes  keinerlei  Zusicherungen  an  die  Adresse  des  Beschwerdeführers  herleiten.  Im Gegenteil: Mit  dem Verweis,  dass  sich  alternative Sanierungslösungen wie die vorgeschlagene Unterführung mit  ihren  Bestrebungen  deckten,  wo  immer  möglich  derartige  Niveauübergänge  stillzulegen,  hat  die  Beschwerdegegnerin  zum  Ausdruck  gebracht,  dass  sie  eine  Aufhebung  des  streitbetroffenen  privaten  Bahnüberganges  als  grundsätzlich  angezeigt  erachte.  Aus  der  Aussage  wiederum,  bei  Realisierung  des  vom  Beschwerdeführer  geplanten Sanierungsprojektes sei das Wegrecht zu Lasten der Parzelle  Nr. zz  im Grundbuch  zu  löschen,  kann  bei  objektiver  Betrachtung  nicht  der Umkehrschluss gezogen werden, eine solche drohe in allen anderen  Fällen nicht. Der Beschwerdeführer hat demnach seine Dispositionen  in  erkennbar  falschem  und  unberechtigtem  Vertrauen  in  eine  Aufrechterhaltung des Bahnüberganges getroffen. 3.2. Zu prüfen bleibt, ob die Beschwerdegegnerin den Beschwerdeführer  in  ihrem  Schreiben  vom  15. März  2004  allenfalls  ausdrücklich  hätte  darauf aufmerksam machen müssen, dass sie früher oder später bei der  Vorinstanz  die  (ersatzlose)  Aufhebung  des  strittigen  Bahnüberganges  beantragen  werde  (vgl.  TSCHANNEN/ZIMMERLI/MÜLLER,  a.a.O.,  § 22  Rz. 17).  Dies  ist  ebenfalls  zu  verneinen:  Der  Architekt  des  Beschwerdeführers  war  mit  seinem  Schreiben  vom  24. Februar  2004  einzig  an  die  Beschwerdegegnerin  herangetreten,  um  die  Machbarkeit  der  geplanten  Unterführung  abklären  zu  lassen.  Letztere  durfte  ihre  Auskunftserteilung daher mit Recht auf die ihr unterbreitete Fragestellung 

A­699/2011 beschränken. Dies gilt umso mehr, als dieser Antrag – wie sich erwiesen  hat – noch mehr als fünfeinhalb Jahre auf sich warten liess und von einer  rechtskundigen Person wie dem Beschwerdeführer erwartet werden darf,  dass  er  die  einschlägigen  Rechtsbestimmungen  (wie  etwa  den  am  14. Dezember  2003  in  Kraft  getretenen  Art. 37f  Abs. 1  EBV,  welcher  ausdrücklich  die  Aufhebung  oder  Anpassung  von  Bahnübergangen,  welche  der  EBV  nicht  entsprechen,  bis  spätestens  31. Dezember  2014  anordnet)  kennt  bzw.  diese  in  Erfahrung  bringt  und  daraus  für  sich  die  richtigen Schlüsse zieht. 4.  Die Vorinstanz hat mit  ihrem Entscheid  vom 7. Dezember 2010 die  von  der Beschwerdegegnerin  beantragte  ersatzlose Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges genehmigt, was die formelle Enteignung des zugunsten  der  Parzelle  Nr. xx  bzw.  zulasten  der  Parzelle  Nr. zz  bestehenden  Wegrechtes  erforderlich  macht.  Eine  formelle  Enteignung  bildet  einen  Eingriff in die verfassungsrechtlich geschützte Eigentumsgarantie (Art. 26  BV) und setzt daher ein durch Gesetz anerkanntes öffentliches Interesse  voraus.  Zudem  darf  die  formelle  Enteignung  nach  dem  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  im konkreten Fall nicht weiter gehen, als es  für die  Realisierung  eines  öffentlichen  Werkes  notwendig  ist  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­3386/2008  vom  6. Februar  2009  E. 6.2  mit weiteren Hinweisen). 5.  Nach  Art. 1  Abs. 1  EntG  kann  das  Enteignungsrecht  geltend  gemacht  werden  für  Werke,  die  im  Interesse  der  Eidgenossenschaft  oder  eines  grossen  Teils  des  Landes  liegen,  sowie  für  andere  im  öffentlichen  Interesse liegende Zwecke, sofern sie durch ein Bundesgesetz anerkannt  sind. Die SBB nehmen grundsätzlich staatliche Aufgaben wahr (vgl. Art. 3  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. März  1998  über  die  Schweizerischen Bundesbahnen  [SBBG, SR 742.31])  und  ihnen  steht –  nach  erfolglosen  Bemühungen  um  einen  freihändigen  Erwerb  der  erforderlichen Rechte  oder  um  eine  Landumlegung  (Art. 3  Abs. 2  EBG)  und  soweit  notwendig  (Art. 1  Abs. 2  EntG)  –  das  Enteignungsrecht  gemäss der Bundesgesetzgebung zu (vgl. Art. 3 Abs. 2 Bst. b EntG sowie  Art. 3  Abs. 1  EBG  i.V.m.  der  Übergangsbestimmung  des  EBG  zur  Änderung  vom  20. März  2009;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­3386/2008  vom  6. Februar  2009  E. 6.3).  Gegenstand  des  Enteignungsrechtes  können  grundsätzlich  alle  Rechte  sein, die durch die Eigentumsgarantie geschützt werden, d.h. sowohl das 

A­699/2011 private  Grundeigentum  wie  auch  beschränkte  dingliche  Rechte,  Nachbarrechte,  obligatorische  Rechte  oder  wohlerworbene  Rechte  des  öffentlichen  Rechtes  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 2082  ff.).  Es muss daher  auf  die  vom Beschwerdeführer  aufgeworfene Frage  der rechtlichen Qualifikation des der Parzelle Nr. xx eingeräumten und im  Grundbuch  eingetragenen Wegrechtes  über  die Parzelle Nr. zz  und  der  Umstände  seiner Entstehung  nicht weiter  eingegangen werden,  können  doch alle diese Rechte –  falls die erforderlichen Voraussetzungen dafür  gegeben  sind  (vgl.  E. 4  hiervor  und  E. 9  ff.  nachfolgend)  –  durch  Enteignung und gegen entsprechende Entschädigung entzogen werden. 6.  Die  Grundsätze  der  Planung,  des  Baues  und  des  Betriebes  von  Eisenbahnen  sind  in  den  Art. 17  ff.  EBG  verankert.  Gemäss  Art. 17  Abs. 4  EBG  sind  die  Bahnunternehmen  für  den  sicheren  Betrieb  der  Bahnanlagen und Fahrzeuge verantwortlich. Sie sind nach Art. 19 Abs. 1  EBG verpflichtet, die Vorkehren zu  treffen, die gemäss den Vorschriften  des  Bundesrates  und  den  mit  den  genehmigten  Plänen  verbundenen  Auflagen  zur  Sicherheit  des  Baues  und  Betriebes  der  Bahn  sowie  zur  Vermeidung  der  Gefahr  für  Personen  und  Sachen  notwendig  sind.  Die  ausführlichen  Sicherheitsvorschriften  finden  sich  in  der  gestützt  auf  Art. 17 Abs. 2 EBG erlassenen EBV, die Regeln über die Sicherung und  Signalisation von Bahnübergängen im Besonderen in den Art. 37 ff. EBV.  Nach  Art. 37b  Abs. 1  EBV  sind  bestehende  Bahnübergänge  entsprechend der Verkehrsbelastung und der Gefahrensituation entweder  aufzuheben  oder  so  mit  Signalen  oder  Anlagen  auszurüsten,  dass  sie  sicher  befahren  und  betreten  werden  können.  Die  Modalitäten  der  Signalisation  von  Bahnübergängen  sowie  die  gesetzlich  vorgesehenen  Sicherungsmassnahmen (Schranken­ oder Halbschrankenanlage,  [Blink­ ] Lichtsignalanlage,  Bedarfsschrankenanlage,  MICRO­Anlage,  Andreaskreuze)  sind  in  Art. 37c  EBV  aufgeführt.  Zudem  hat  das  Eidgenössische  Departement  für  Umwelt,  Verkehr,  Energie  und  Kommunikation  (UVEK)  gestützt  auf  Art. 81  EBV  Ausführungsbestimmungen  zur  Eisenbahnverordnung  (AB­EBV,  SR  742.141.11, nicht amtlich publiziert, abrufbar unter: www.bav.admin.ch >  Grundlagen  > Vorschriften  > Ausführungsbestimmungen EBV  [Ausgabe  vom 1. Juli 2010], besucht am 25. Januar 2012) erlassen. 7.  Die  Verordnungsbestimmungen  von  Art. 37b  und  Art. 37c  EBV  räumen 

A­699/2011 dem  für  die  Sanierung  verantwortlichen  Bahnunternehmen  bzw.  der  Vorinstanz  als  Genehmigungsbehörde  einen  weiten  Entscheidungsspielraum  in  der  Rechtsanwendung  ein,  sowohl  was  die  Beurteilung  der  unbestimmten  Rechtsbegriffe  "Verkehrsbelastung"  und  "Gefahrensituation"  (sog.  Tatbestandsermessen)  anbelangt,  als  auch  hinsichtlich  der Wahl  zwischen  verschiedenen  Sicherungsmassnahmen,  d.h.  den  verschiedenen  Signalisierungen  und  der  Aufhebung  des  Bahnüberganges  (sog.  Auswahlermessen;  vgl.  zum  Ganzen:  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 434 ff.).  Darüber  hinaus  verfügt  das  Bundesverwaltungsgericht  zwar  über  volle  Kognition  (vgl.  E. 2  hiervor),  auferlegt  sich  aber  eine  gewisse  Zurückhaltung,  soweit  sich  Fragen  der  Zweckmässigkeit  einer  Anordnung  stellen.  Dies  gilt  namentlich  dann,  wenn  technische  Fragen  zur  Diskussion  stehen.  In  solchen  Fällen  ist  der  Vorinstanz  als  Fachbehörde  auch  unter  diesem  Blickwinkel  ein  gewisser  Handlungsspielraum  zu  belassen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  folglich  in  erster  Linie  zu  klären,  ob  alle  berührten  Interessen  ermittelt  und  beurteilt  sowie  die  möglichen  Auswirkungen  des  Projektes  bei  der  Entscheidfindung  berücksichtigt  worden  sind.  Es  untersucht  lediglich,  ob  sich  die  Vorinstanz  von  sachgerechten  Erwägungen  hat  leiten  lassen  und  weicht  nicht  leichthin  von  deren  Auffassung  ab  (vgl.  zum  Ganzen:  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes A­1844/2009 vom 17. Dezember 2009 E. 5  mit  weiteren  Hinweisen  auf  Rechtsprechung  und  Lehre;  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  S. 74  ff.  Rz. 2.153  ff.).  Demgegenüber  besteht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  kein  Anlass,  sich  bei  der  Prüfung  von  Fragen,  die  eine  Würdigung  der  örtlichen  Verhältnisse  voraussetzen,  besondere  Zurückhaltung  aufzuerlegen,  hat  sich  doch  eine  Delegation  des  Gerichts  anlässlich  eines  Augenscheins  umfassende  Kenntnisse  der  örtlichen  Gegebenheiten  verschafft  (BGE  115 Ib 311 E. 4a; vgl. auch BGE 119 Ib 254 E. 8b). 8.  8.1. Die Vorinstanz hat in ihrer Plangenehmigung vom 7. Dezember 2010  den momentan bloss mit Andreaskreuzen gesicherten Bahnübergang mit  Verweis auf die unzureichende Sichtzeit von rund 2.3 Sekunden und die  bahnseitig  gefahrene Höchstgeschwindigkeit  von  80  km/h  als  gefährlich  eingestuft.  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  keine  Veranlassung, diese Einschätzung in Zweifel zu ziehen: Dem technischen  Bericht  der  Beschwerdegegnerin  vom  22. Oktober  2009  lässt  sich 

A­699/2011 entnehmen, dass die Sichtdistanz für die Benutzer des Bahnüberganges  bei  guten  Witterungs­  und  Lichtverhältnissen  ungenügend  und  die  (rechtzeitige)  Räumung  des  Bahnüberganges  bei  einer  Sichtzeit  von  bloss 2.3 Sekunden nicht gewährleistet ist. Anlässlich des Augenscheins  vom  29. Juni  2011  hat  sich  schliesslich  bestätigt,  dass  die  Sichtverhältnisse vom seeseitigen Zugang her sowohl in Richtung (…) als  auch  in  Richtung  (…)  schlecht  sind  (vgl.  Protokoll,  S. 6  sowie  Fotos  Nr. 19  und  Nr. 20).  Darüber  hinaus  räumt  selbst  der  Beschwerdeführer  ein,  dass  die  Züge  die  fragliche  Bahnstrecke  in  der  Regel  mit  über  50  km/h  (nach  eigenen  Messungen  im  Rahmen  des  vorinstanzlichen  Verfahrens  sogar  mit  ca.  70­72  km/h)  befahren,  so  dass  es  sich  nicht  mehr um langsamen Schienenverkehr handelt (vgl. AB­EBV Blatt Nr. 1 zu  Art. 37b, Ziff. 1.2). 8.2.  Der  Beschwerdeführer  scheint  die  Gefährlichkeit  des  Bahnüberganges aufgrund der örtlichen Begebenheiten (mit Recht) nicht  grundsätzlich  in  Abrede  zu  stellen.  Er  ist  jedoch  der  Meinung,  dass  private  Bahnübergänge,  welche  einzig  dem  Fussgängerverkehr  dienen,  aufgrund von Erfahrungswerten objektiv nicht als besonders gefährlich zu  gelten haben. Das  Bundesgericht  hat  in  seinem  Urteil  1A.117/2003  vom  31. Oktober  2003, E. 4.1,  festgehalten, dass es  für die Sanierungsbedürftigkeit eines  Bahnüberganges  genüge,  wenn  dessen  Gefährlichkeit  aufgrund  objektiver  Umstände  erstellt  sei;  in  diesem  Fall  müssten  Sicherungsmassnahmen  zur  Verhütung  künftiger  Unfälle  ergriffen  werden,  selbst wenn es bisher  zu keinen oder nur  zu wenigen Unfällen  gekommen  sei.  Es  ist  somit  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  nicht  massgebend,  dass  sich  auf  dem  streitbetroffenen  Bahnübergang  seit  dessen  Bestehen  kein  Unfall  ereignet  hat  und  Fussgänger  gemäss  den  Unfallstatistiken  aus  den  Jahren  2009  und  2010  im  Gegensatz  zu  Motorfahrzeuglenkern  von  Kollisionen  auf  Bahnübergängen  weitgehend  verschont  geblieben  sind.  Entscheidend  ist  vielmehr,  dass  –  wie  der  gerichtliche  Augenschein  deutlich  gezeigt  hat  –  selbst  in  Beachtung  eines  eingeschränkten  Benutzerkreises  und  einer  unbestrittenermassen  zumindest  schwachen  Frequentierung  des  Bahnüberganges  durch  Fussgänger  (vgl.  AB­EBV  Blatt  Nr. 1  zu  Art. 37b,  Ziff. 1.1)  aufgrund  der  mangelhaften  Sichtverhältnisse  ein  beträchtliches  Unfallrisiko  besteht.  Ausserdem  ist  bei einer Zuggeschwindigkeit von mit Sicherheit mehr als 50 km/h sowie  bei  bis  zu  zehn  Zugdurchfahrten  pro  Stunde  die  bahnseitige 

A­699/2011 Verkehrsbelastung  (welche  zwar  in  Art. 37b  Abs. 1  EBV  als  eigenständige  Voraussetzung  erscheint,  die  Einschätzung  der  Gefahrensituation  aber  zweifellos  zusätzlich  beeinflusst)  als  erheblich  einzustufen. 9.  Der  Beschwerdeführer  führt  weiter  an,  die  Aufhebung  des  Bahnüberganges  sei  unverhältnismässig.  Verhältnismässig  ist  eine  Massnahme  dann,  wenn  sie  zur  Verwirklichung  des  im  öffentlichen  Interesse liegenden Ziels geeignet und notwendig ist und der angestrebte  Zweck  in  einem  vernünftigen  Verhältnis  zu  den  Belastungen  steht,  die  den  Privaten  auferlegt  werden  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 581 mit Hinweisen auf die Rechtsprechung). 9.1.  Die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges  stellt  zweifelsohne  ein  geeignetes  Mittel  dar,  um  das  öffentliche  Interesse  an  der  Sicherheit  im  Bahnverkehr,  welches  den  Bestimmungen  von EBG  und EBV  zugrunde  liegt,  zu  verwirklichen  und  das Unfallrisiko zu beseitigen. Nachfolgend ist  jedoch zu prüfen, ob eine  Aufhebung mit Blick auf die Unfallverhütung auch erforderlich ist. Dies ist  dann  zu  verneinen,  wenn  eine  gleich  geeignete,  aber  mildere  Massnahme  für  den  angestrebten  Erfolg  ausreichen  würde  (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 591).  Eine  Beibehaltung  des  Ist­ Zustandes  (Andreaskreuze  als  einziges  Signal)  vermag  den  Sicherheitsanforderungen  aufgrund  der  (dauerhaft)  ungenügenden  Sichtverhältnisse  unbestrittenermassen  nicht  zu  genügen  (vgl.  Art. 37c  Abs. 3  Bst. c  Ziff. 1  EBV).  Zur  Diskussion  stehen  demgegenüber  die  Errichtung  einer  manuell  verschliessbaren  oder  automatisch  schliessenden  Bedarfsschranke  bzw.  Toranlage,  das  Anbringen  von  Spiegeln  und/oder  von  Videokameras  (in  Kombination  mit  Toren),  die  Installation  einer MICRO­Anlage  oder  einer  Blinklichtsignalanlage  sowie  der Bau einer Unterführung. 9.1.1.  Art. 37c  Abs. 3  Bst. b  EBV  sieht  als  Sicherungsmassnahme  an  Bahnübergängen mit schwachem Strassenverkehr  (zu dessen Vorliegen  vgl.  bereits  E. 8.2  hiervor)  eine  Blinklichtsignal­  oder  eine  Bedarfsschrankenanlage  vor. Diese  sind  –  soweit  automatisiert  –  in  die  Bahnsicherungsanlagen  integriert  und  demnach  als  ebenso  geeignet  anzusehen  wie  die  Aufhebung  des  Bahnüberganges.  Gleiches  hat  grundsätzlich auch für eine automatisch gesteuerte, in der Grundstellung  geschlossene  Toranlage  zu  gelten,  sofern  auch  hier  –  analog  einer 

A­699/2011 automatischen  Bedarfsschranke  –  eine  Warnung  vor  den  automatisch  schliessenden Toren mittels Blinklicht und akustischem Signal erfolgt (vgl.  AB­EBV,  Blatt  Nr. 7  zu  Art. 37c,  Ziff. 2.4;  Regelwerk  Technik  der  schweizerischen  Eisenbahnen  „Bahnübergänge“  des  Verbandes  öffentlicher  Verkehr  [VÖV]  vom 20. Juli  2010  [R RTE  25031],  Ziff. 7.1.2  [zu dessen Beachtlichkeit als in der Regel Ausdruck des Wissens und der  Erfahrung bewährter Fachstellen vgl. Art. 2 Abs. 1 EBV sowie Urteil des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­7569/2007  vom  19. November  2008  E. 6.6.4  mit  weiteren  Hinweisen  auf  die  bundesgerichtliche  Rechtsprechung]). Anders verhält es sich mit einer manuell betriebenen,  in  der  Grundstellung  ebenfalls  geschlossenen  Bedarfsschranke  bzw.  einer  dieser  gleichgestellten,  manuell  abschliessbaren  Toranlage:  Bei  diesen  Sicherheitsvorrichtungen  haben  die  Benutzer  des  Bahnüberganges  vor  jeder  Öffnung  der  Schlagbäume  bzw.  Tore  und  anschliessenden  Begehung  der  Gleise  bei  der  zuständigen  Bahnbetriebsleitstelle  eine  temporäre  Streckensperrung  zu  beantragen  (vgl. R RTE 25031,  Ziff. 5.4.1  sowie Ziff. 7.1.3;  vgl.  auch AB­EBV, Blatt  Nr. 8  zu  Art. 37c,  Ziff. 2.6).  Ein  solches  (zeitaufwändiges)  Prozedere  dürfte  jedoch  weder  im  Interesse  der  Beschwerdegegnerin  noch  des  Beschwerdeführers liegen. 9.1.2. Gemäss  Art. 37c  Abs. 3  Bst. bbis  EBV  kann  an  Bahnübergängen  über  eingleisige  Strecken  mit  sehr  schwachem  Strassenverkehr  und  genügenden  Sichtverhältnissen  eine  Lichtsignalanlage  ohne  Schlagbäume mit  fehlersicherer  Sperrung  des  Strassenverkehrs  erstellt  werden.  Bei  dieser  sogenannten MICRO­Anlage  sind  die Warnlichter  in  ihrer Grundstellung ausgeschalten,  blinken vor und nach der Durchfahrt  eines  Zuges  einige  Sekunden  gelb  auf  und  leuchten  während  der  Durchfahrt rot (begleitet von einem akustischen Signal; vgl. AB­EBV, Blatt  Nr. 4 zu Art. 37c, Ziff. 3.6). Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie nicht  in  die  Bahnsicherungsanlagen  integriert  ist,  sondern  ihre  Signale  durch  das  herannahende  Schienenfahrzeug  ausgelöst  werden  (vgl.  R  RTE  25031,  Ziff. 4).  Da  –  wie  die  Beschwerdegegnerin  anlässlich  des  Augenscheins  nachvollziehbar  ausgeführt  hat  –  bei  einem  technischen  Totalausfall der Lokführer nicht automatisch benachrichtigt wird und sich  die Benutzer des Bahnüberganges aufgrund der auf Dunkel geschalteten  Lichtsignale  in  falscher  Sicherheit  wiegen  können,  sind  bei  dieser  Sicherungsmassnahme entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers  ausreichende  Sichtverhältnisse  unabdingbar.  Fehlt  es  wie  vorliegend  daran, scheidet diese Signalisierungsart von vornherein als Variante aus.

A­699/2011 9.1.3.  Der  Beschwerdeführer  schlägt  –  obwohl  gesetzlich  nicht  vorgesehen  (vgl. Art. 37c  EBV sowie E. 6  hiervor)  –  eine Toranlage mit  Spiegeln und/oder Videokameras (inkl. einer an einen Bewegungsmelder  gekoppelten  Schliessvorrichtung  bzw.  Licht­  und/oder  akustischen  Signalanlage)  vor.  Art. 5  Abs. 2  EBV  sieht  zwar  vor,  dass  das  BAV  in  Einzelfällen  Abweichungen  von  der  EBV  und  den  AB­EBV  bewilligen  kann,  wenn  der  Gesuchsteller  nachweist,  dass  der  gleiche  Grad  an  Sicherheit  gewährleistet  ist  (Bst. a)  oder  kein  inakzeptables  Risiko  entsteht  und  alle  verhältnismässigen  risikoreduzierenden  Massnahmen  ergriffen werden  (Bst. b). Bei dieser Bestimmung handelt es sich  jedoch  um  eine  Kann­Vorschrift,  welche  der  Vorinstanz  als  Fachbehörde  (vgl.  E. 7  hiervor)  beim  Entscheid,  ob  eine  nicht  regelkonforme  Sicherungsmassnahme  zuzulassen  sei  oder  nicht,  einen  Spielraum  einräumt (sog. Entschliessungsermessen; vgl. HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 431)  und  welche  nur  von  den  Bahnen  als  "Gesuchsteller"  angerufen werden kann (vgl. auch Merkblatt des BAV vom 30. März 2010  zur  Weiterentwicklung  von  technischen  Eisenbahnbestimmungen  [EBV  und  AB­EBV],  Ziff. 1.1).  Darüber  hinaus  erfüllen  die  vom  Beschwerdeführer  eingebrachten  Sicherungsvarianten  aber  auch  die  materiellen Voraussetzungen  von Art. 5 Abs. 2 EBV nicht: Denn  sowohl  eine  Spiegel­  wie  auch  eine  Kameravorrichtung  können  –  ganz  abgesehen  von  der  Störungsanfälligkeit  von  Videoanlagen  und  der  allgemein erschwerten Distanzabschätzung mittels technischer Hilfsmittel  – bei  schlechten  Witterungsverhältnissen  (Schnee,  Regen,  Nebel)  aufgrund  einer  dadurch  bedingten  Trübung  der  Kameralinse  oder  der  Spiegeloberfläche  ihre  Aufgabe  (Kompensation  der  örtlich  bedingten  schlechten Sichtverhältnisse) nicht ausreichend wahrnehmen. Es besteht  daher  sowohl  im  Vergleich  zu  den  in  die  Bahnsicherung  integrierten  Sicherungsanlagen  als  auch  im Vergleich  zu  den Anlagen,  bei welchen  die erforderliche Sichtweite ohne technische Unterstützung erreicht wird,  ein  erheblich  höheres  Unfallrisiko,  welches  –  selbst  bei  schwacher  Frequentierung  des  Bahnüberganges  und  einem  eingeschränkten  Benutzerkreis – nicht hinzunehmen ist. 9.1.4.  Der  Bau  einer  Unterführung  würde  ohne  Frage  gleich  wie  die  Schliessung des Bahnüberganges die Sicherheit  erheblich  erhöhen und  das  Risiko  von  Unfällen  nahezu  ausschliessen.  Er  kann  demnach  als  gleich  geeignete  und  aus  Sicht  des  Beschwerdeführers  mildere  Massnahme betrachtet werden.

A­699/2011 9.1.5.  Zusammenfassend  kann  somit  festgehalten  werden,  dass  nebst  der  Aufhebung  des  Bahnüberganges  die  Errichtung  einer  Blinklichtsignalanlage,  die  Installation  einer  automatischen  Bedarfsschranke bzw. einer automatisch gesteuerten Toranlage oder der  Bau  einer  Unterführung  als  gleich  geeignete  Sicherungsmassnahmen  anzusehen sind. Im Rahmen der nachfolgenden Interessenabwägung hat  sich nun zu erweisen, welche dieser Varianten zumutbar erscheint. 9.2.  Eine  Sicherungsmassnahme  ist  nur  dann  für  einen  Privaten  zumutbar,  wenn  diese  durch  ein  das  private  Interesse  überwiegendes  öffentliches Interesse gerechtfertigt ist (HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN, a.a.O.,  Rz. 615).  Es  sind  daher  in  einem  nächsten  Schritt  die  verschiedenen  Interessen  zu  ermitteln  und  zu  bewerten  und  anschliessend  gegeneinander abzuwägen. 9.2.1.  Die  Beschwerdegegnerin  und  die  Öffentlichkeit  haben  ein  erhebliches  Interesse  an  einem  sicheren  und  möglichst  ungestörten  Bahnbetrieb  sowie  an  der  Vermeidung  von  Unfällen  bzw.  der  Verminderung des Unfallrisikos auf  (gefährlichen) Bahnübergängen  (vgl.  auch Art. 19 Abs. 1 EBG). Unfälle führen bei der Beschwerdegegnerin zu  Betriebsunterbrüchen  und  verursachen  weitere  Umtriebe  und  Kosten;  zudem  werden  im  Falle  einer  Notbremsung  auch  die  Zugspassagiere  gefährdet  (vgl.  BGE  113  Ib  327  E. 2).  Darüber  hinaus  hat  die  Beschwerdegegnerin  aber  auch  ein  berechtigtes  Interesse  an  finanziell  tragbaren Sanierungslösungen, kann sie sich doch angesichts der (nach  wie  vor)  grossen  Anzahl  von  Bahnübergängen  auf  ihrem  Streckennetz  nicht bei jedem Bahnübergang eine Luxusvariante leisten (vgl. Urteil des  Bundesgerichtes  1A.117/2003  vom  31. Oktober  2003  E. 5.4).  Es  sind  daher vorab die ungefähren Kosten der (zulässigen) Sicherungsvarianten  zu  bestimmen,  um  diese  in  der  Folge  in  Relation  zu  den  konkreten  Umständen zu setzen: 9.2.1.1 Die  teuerste  Variante  wäre  unbestrittenermassen  der  Bau  einer  Fussgängerunterführung.  Der  Beschwerdeführer  beziffert  die  Kosten  einer  einfachen  Ausführung  (ohne  Lift)  gestützt  auf  eine  von  ihm  im  Rahmen des Beschwerdeverfahrens in Auftrag gegebene Studie mit rund  Fr. 650'000.­  (allerdings ohne die Kosten  für die Bahnstreckensicherung  während  der  Bauphase)  und  erklärt  sich  bereit,  diese  hälftig  zu  übernehmen. Die Beschwerdegegnerin ihrerseits veranschlagt die Kosten  aufgrund  der  bahnseitig  erforderlichen  Sicherheitsmassnahmen,  der  erschwerten  Zufahrt  zur  Baustelle  sowie  des  schwierigen  Terrains  auf 

A­699/2011 über  Fr. 1'000'000.­.  Für  eine  automatische  Bedarfsschrankenanlage  gehen  die  Beschwerdegegnerin  und  die  Vorinstanz  aufgrund  von  Erfahrungswerten  von  Kosten  analog  derjenigen  für  eine  Schrankenanlage  im  Umfang  von  ca.  Fr. 500'000.­  aus,  für  eine  Blinklichtsignalanlage  berechnet  die  Vorinstanz  immerhin  noch  Kosten  von mind. Fr. 200'000.­. 9.2.1.2  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  angesichts  des  besonderen Fachwissens von Vorinstanz und Beschwerdegegnerin keine  Veranlassung, die von diesen für die einzelnen Sicherungsmassnahmen  errechneten  Kosten  in  Frage  zu  stellen  (zur  eingeschränkten  Kognition  vgl.  bereits  E. 7  hiervor  sowie  im  Besonderen  MOSER/  BEUSCH/KNEUBÜHLER,  a.a.O.,  S. 74 f.  Rz. 2.154).  Soweit  der  Beschwerdeführer  in  Abrede  stellt,  dass  eine  automatische  Bedarfsschrankenanlage  etwas  gleich  viel  koste  wie  eine  normale  Schrankenanlage,  ist  ihm entgegenzuhalten,  dass die Einbindung  in die  Bahnsicherungsanlage  in  beiden Fällen  der  treibende Kostenfaktor  sein  dürfte. Dieselbe Überlegung hat grundsätzlich auch für eine automatisch  gesteuerte  Toranlage  zu  gelten.  Die  von  der  Vorinstanz  ermittelten  Kosten  für  die  Blinklichtsignalanlage wiederum  erscheinen mit  Blick  auf  veranschlagte  Kosten  von  rund  Fr. 180'000.­  für  eine  nicht  in  die  Bahnsicherung integrierte MICRO­Anlage (vgl. E. 9.1.2) nicht als zu hoch  angesetzt. Was schliesslich die Kosten für eine Fussgängerunterführung  anbelangt, kann letztlich offenbleiben, ob sich diese eher bei Fr. 650'000.­  oder  bei  Fr. 1'000'000.­  bewegen,  handelt  es  sich  doch  in  jedem  Fall –  auch  unter  Berücksichtigung  einer  hälftigen  Beteiligung  des  Beschwerdeführers – nicht um die günstigste Variante. 9.2.2.  Den  öffentlichen  Interessen  stehen  die  privaten  Interessen  des  Beschwerdeführers entgegen. Dieser macht geltend, mit  der Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges  verliere  die  Parzelle  Nr. xx  den  direkten  Zugang  zu  den  für  sie  vorgesehenen  acht  Parkplätzen  in  der  Autoeinstellhalle auf der Parzelle Nr. yy. In den nächsten Jahren stünden  grössere  Renovationsarbeiten  an  und  es  sei  bereits  heute  absehbar,  dass  die  B._______  dereinst  in  vier  Wohneinheiten  aufgeteilt  werden  müsse,  um  eine  finanziell  einigermassen  tragbare  Nutzung  zu  ermöglichen.  Die  potentiellen  Kaufinteressenten  würden  sich  aus  dem  Hochpreissegment  rekrutieren  und  nach  gedeckten  und  bequem  erreichbaren  Parkplätzen  verlangen.  Sein  Interesse  bestehe  mithin  sowohl  im Schutz  seiner  baulichen  Investitionen  auf  der Parzelle Nr. yy  wie  auch  in  der  Erhaltung  des  Verkehrswertes  der  Parzelle  Nr. xx. 

A­699/2011 Weniger  ins Gewicht  falle  der mit  der  Aufhebung  des  Bahnüberganges  verbundene Umweg von ca. 210 Meter zur ohnehin nur wenig bedienten  Bushaltestelle an der (…). 9.2.2.1  Vorliegend  ist  unbestritten,  dass  die  Parzelle  Nr. xx  genügend  erschlossen  und  sowohl mit  dem  Fahrzeug wie  auch  zu  Fuss  über  die  (…) von zwei Richtungen her erreichbar ist. Aber auch das Interesse des  Beschwerdeführers  an  einem  direkten  Zugang  zu  den  Autoeinstellhallenplätzen auf der Parzelle Nr. yy muss relativiert werden:  Wie  er  selber  ausführt, wird  die B._______  von  ihm und  seiner  Familie  nur  während  etwa  drei  bis  vier  Monaten  im  Jahr  als  Ferienresidenz  genutzt. Das Bundesverwaltungsgericht hat sich anlässlich der Begehung  vor Ort selber davon überzeugen können, dass auf dem Kiesvorplatz vor  der  B._______  sowohl  ein  Parkieren  von  zwei  Autos  wie  auch  ein  Wegfahren problemlos möglich  ist (vgl. Protokoll des Augenscheins vom  29. Juni  2011,  Fotos  Nr. 3­5).  Zudem  befindet  sich  auf  der  Höhe  der  Einfahrt  zur  Schlossanlage  auf  der  an  den  (…)  angrenzenden  Parzelle  Nr. (…) entlang der  (…) eine Einbuchtung, auf welcher  (ungeachtet des  gegenüber  jeder  anderen  öffentlichen  Strasse  ohnehin  nicht  erhöhten  Risikos  von  Vandalismus  und  wenngleich  ursprünglich  offenbar  als  Kehrplatz  vorgesehen)  zwei  zusätzliche  Fahrzeuge  abgestellt  werden  können  (vgl.  Foto  Nr. 2).  Unter  diesen  Umständen  ist  jedoch  nicht  ersichtlich,  inwiefern  der  Beschwerdeführer  zwingend  auf  die  Einstellhallenplätze  auf  der Parzelle Nr. yy  angewiesen  und  ein Umweg  von  (zu  seinen Gunsten  eher  grosszügig  bemessenen)  600 Meter  über  die  öffentliche  Unterführung  an  der  (…)  –  angesichts  der  alternativen  Parkierungsmöglichkeiten  –  für  ihn  und  seine  Gäste  unzumutbar  sein  sollte. Dies gilt umso mehr, als die Wegstrecke von der B._______ über  den  privaten  Bahnübergang  bis  zur  Einstellhalle  ebenfalls  einen  etwas  längeren  Fussmarsch  in  ansteigendem  Gelände  bedingt  (vgl.  Fotos  Nr. 17­18 sowie Nr. 27­35), die Bushaltestelle auch bei einer Aufhebung  des  Bahnüberganges  noch  in  Gehdistanz  erreichbar  ist  und  die  im  Bereich  des  Bahnüberganges  auf  der  Bergseite  weitgehend  unberührte  Böschung  (vgl.  Fotos  Nr. 25  und  26)  anlässlich  des  Augenscheins  den  Eindruck erweckt hat, als ob der Bahnübergang (Stand: Ende Juni 2011)  nur sehr selten benutzt würde. 9.2.2.2 Ein vom Beschwerdeführer in Auftrag gegebenes Parteigutachten  beziffert den Wertverlust der Parzellen Nr. xx, (…), (…) und (…) in Folge  einer  Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges  mit  mehreren  Millionen  Franken. Die Festsetzung der Enteignungsentschädigung  für die mit der 

A­699/2011 Aufhebung des Wegrechtes  verbundene Entwertung  der Parzelle Nr. xx  bzw.  für  die  dadurch  beim  Beschwerdeführer  eintretenden  Vermögenseinbussen  wird  Sache  der  Eidgenössischen  Schätzungskommission sein (vgl. E. 1.4). Diesbezüglich können daher an  dieser  Stelle  bloss  unpräjudiziell  Erwägungen  angestellt  werden  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichtes  1E.10/2004  vom  3. Dezember  2004  E. 5.1).  Gewisse Überlegungen zu den möglichen Entschädigungsfolgen im Falle  der Aufhebung  des Bahnüberganges  sind  freilich  unerlässlich,  denn  sie  beeinflussen die Frage der Zumutbarkeit dieser Massnahme (zu den vom  Beschwerdeführer  getätigten  Investitionen  in  zusätzliche  Autoeinstellhallenplätze vgl. bereits E. 3 ff. hiervor). Der  Schaden,  welcher  die  aus  einer  Grunddienstbarkeit  berechtigte  Person  erleidet,  kann  sich  vorab  in  einer  Verkehrswerteinbusse  der  berechtigten  Liegenschaft  äussern,  wobei  sich  deren  Minderwert  in  analoger  Anwendung  der  Regeln  über  die  Teilexpropriation  gemäss  Art. 19  Bst. b  EntG  aus  einer  Gegenüberstellung  ihres  Verkehrswertes  vor  und  nach  dem  Entzug  der  Dienstbarkeit  ergibt  (sog.  Differenzmethode); daneben sind aber auch allfällige weitere Nachteile zu  ersetzen, die sich nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge als Folge der  Enteignung  voraussehen  lassen  (sog.  Inkonvenienzentschädigung  [Art. 19  Bst. c  EntG];  vgl.  zum  Ganzen:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­8465/2010  vom  10. Juni  2011  E. 4.1  sowie  A­5570/2009  vom  24. März  2010  E. 7.3,  je  mit  weiteren  Hinweisen).  Vorliegend  ist  der  Wert  des  im  Grundbuch  eingetragenen  Wegrechtes  („[…]“)  für  den  Beschwerdeführer  als  Eigentümer  der  berechtigten  Parzelle  Nr. xx  –  wenn  denn  eine  solche  Nutzung  davon  erfasst wird – vor allem mit der Möglichkeit des  (direkten) Zuganges zu  den acht Autoeinstellhallenplätze auf der Parzelle Nr. yy verknüpft. Dieser  besteht jedoch – nun zwar nicht mehr direkt, sondern über einen Umweg  von rund 600 m – auch nach einer Enteignung des Wegrechtes weiterhin.  In  Bezug  auf  die  Berücksichtigung  künftiger  besserer  Verwendungsmöglichkeiten – vorliegend der Bau von vier Wohneinheiten  in  der  B._______  –  ist  zudem  darauf  hinzuweisen,  dass  im  Enteignungsverfahren  nur  diejenigen  möglichen  Nutzungsänderungen  von  Belang  sind,  welche  den  Verkehrswert  zu  beeinflussen  vermögen  und  für  die  nächste  Zukunft  feststehen  oder  mit  einiger  Wahrscheinlichkeit  zu  erwarten  sind,  also  nicht  bloss  auf  theoretischen  Überlegungen  oder  spekulativen  Hoffnungen  (wie  etwa  derjenigen  auf  eine  noch  ungewisse Erteilung  einer  behördlichen Bewilligung)  beruhen  (HEINZ HESS/HEINRICH WEIBEL, Das Enteignungsrecht des Bundes, Band 

A­699/2011 I,  Bern  1986,  N. 58  zu  Art. 19;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichtes  A­8465/2010  vom  10. Juni  2011  E. 6.2.4).  Der  Beschwerdeführer  hat  anlässlich  des  Augenscheins  selber  eingeräumt,  dass  erst  eine  Grobplanung für eine Aufteilung der B._______ in vier Wohneinheiten  in  Arbeit sei. Zudem befindet sich die Parzelle Nr. xx (neben den Parzellen  Nr. […],  […],  […] und  […])  in einer  speziellen Schutzzone  ([…]), welche  einem ständigen Bauverbot  unterworfen  ist  und Renovationsarbeiten an  den kantonal schützenswerten Gebäuden nur  in strenger Beachtung der  geltenden Bestimmungen des Denkmal­ und Landschaftschutzes zulässt  (vgl. Zonenplan der Gemeinde  (…) vom Mai 2010 sowie Art. 25, Art. 27  und  insbesondere  Art. 35  der  dazugehörigen  Ausführungsbestimmungen).  Das  Umbauprojekt  (für  welches  die  acht  Parkplätze  namentlich  vorgesehen  sind)  ist  daher  noch weit  von  einem  konkreten Bauvorhaben und einer behördlichen Bewilligung entfernt und  es  erscheint  zweifelhaft,  ob  dem  Beschwerdeführer  unter  diesem  Titel  überhaupt ein von der Beschwerdegegnerin zu verantwortender Schaden  entsteht.  Schliesslich  dürfte  sich  auch  eine  allenfalls  auszurichtende  Inkonvenienzentschädigung  für  die  mit  dem  Umweg  verbundenen  Nachteile  (zuzüglich  der  für  den  Rückbau  des  Bahnüberganges  veranschlagten  Kosten  von  rund  Fr. 10'000.­)  in  einem  Rahmen  bewegen,  welcher  die  durch  die  Beschwerdegegnerin  zu  tragenden  Kosten von mind. Fr. 200'000.­ für eine Blinklichtsignalanlage als billigste  alternative  Sicherungsmassnahme  nicht  ohne  weiteres  als  zumutbarer  Aufwand  erscheinen  liesse.  Dies  gilt  selbst  dann,  wenn  sich  der  Beschwerdeführer – obwohl er sich dazu nicht eindeutig geäussert hat –  auch bei dieser Variante zur Hälfte an den Kosten beteiligen würde. 9.2.2.3  Anzufügen  bleibt,  dass  der  Beschwerdeführer  auch  nach  Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges  –  wenn  er  denn  den  zukünftigen Käufern einer Wohnung in der B._______ einen Umweg von  rund  600  m  nicht  zumuten  kann  und  will  –  die  Parkplatzsituation  zumindest  aus  rechtlicher  Sicht  nach  wie  vor  verbessern  kann:  Zwar  dürften  eine  Erweiterung  der  bestehenden  Parkfläche  auf  dem  Kiesvorplatz  vor  der  B._______  oder  die  Errichtung  von  neuen  Parkplätzen  auf  dem  östlich  gelegenen  Grünstreifen  entlang  der  (…)  (Parzellen  Nr. xx  und  […]  [mit  oder  ohne  Unterstand])  resp.  auf  der  westlich  an  die  B._______  angrenzenden,  nach  dem  Zonenplan  der  Gemeinde (…) der "(…)" zugeordneten Grünanlage (Parzelle Nr. […]) aus  denkmalschützerischen bzw. bau­ und planungsrechtlichen Gründen wohl  unzulässig  sein  (vgl.  Art. 33  und  Art. 35  der  Ausführungsbestimmungen  zum Zonenplan der Gemeinde  […] vom Mai 2010). Gleichwohl  ist – wie 

A­699/2011 vom Beschwerdeführer selber eingeräumt – der Bau einer unterirdischen  Autoeinstellhalle  auf  der  Parzelle  Nr. (…)  nicht  grundsätzlich  ausgeschlossen. 9.2.3. Aus den vorstehenden Überlegungen folgt, dass das Interesse der  Öffentlichkeit  an  der  Sicherheit  im  Bahnverkehr  und  die  finanziellen  Interessen  der  Beschwerdegegnerin  die  Interessen  des  Beschwerdeführers  überwiegen.  Die  von  der  Vorinstanz  angeordnete  ersatzlose  Aufhebung  des  privaten  Bahnüberganges  erweist  sich  somit  für den Beschwerdeführer auch als zumutbar. 10.  Abschliessend beanstandet der Beschwerdeführer noch, der im Falle der  Aufhebung des Bahnüberganges beim seeseitigen Zugang vorgesehene  rund vierzehn Meter  lange Zaun mit  an beiden Enden zur Bahnlinie hin  offenen Durchlässen von ca. fünf Meter sei von vornherein untauglich, um  den  gewünschten  Sicherungseffekt  zu  erzielen.  Dem  kann  nicht  gefolgt  werden: Wie die Beschwerdegegnerin mit Recht  einwendet,  besteht  die  Aufgabe  des  Zauns  nicht  darin,  eine  Gleisquerung  in  jedem  Fall  zu  unterbinden.  Vielmehr  hat  dieser  (neben  den  bereits  entfernten  Holzbohlen)  bloss  optisch  aufzuzeigen,  dass  der  bis  anhin  bestehende  Bahnübergang nun aufgehoben und ein Betreten des Gleises nicht mehr  zulässig  ist.  Im  Übrigen  wird  mit  der  von  der  Vorinstanz  angeordneten  Auflage,  der  Beschwerdeführer  sei  in  die  Planung  und  Gestaltung  des  Zaunes  einzubeziehen,  auch  dem  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  Rechnung  getragen,  wird  doch  dem  Beschwerdeführer  damit  unter  anderem  ein  Mitspracherecht  bezüglich  der  Wahl  des  Materials  (bspw.  Errichtung eines Steinmäuerchens anstelle eines Zaunes) eingeräumt. 11.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Verfügung  vom  7. Dezember  2010  nicht  rechtsfehlerhaft  ist.  Die  Beschwerde  ist  daher  abzuweisen,  soweit auf sie einzutreten ist. 12.  12.1.  Der  Beschwerdeführer  ist  im  Beschwerdeverfahren  mit  keinem  seiner Anträge durchgedrungen; er gilt somit als unterliegende Partei und  hat  gemäss  Art. 63  Abs. 1  VwVG  grundsätzlich  die  gesamten  Verfahrenskosten zu  tragen. Vorliegend wurde  jedoch  im Rahmen eines  Plangenehmigungsverfahrens  unter  anderem  auch  über  eine 

A­699/2011 enteignungsrechtliche  Einsprache  entschieden.  In  solchen  kombinierten  Verfahren  richtet  sich  die  Kosten­  und  Entschädigungsregelung  gegenüber  den  Verfahrensbeteiligten,  denen  eine  Enteignung  droht,  gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  nach  den  Spezialbestimmungen  des  EntG  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichtes  1E.16/2005  vom 14. Februar  2006 E. 6  sowie 1E.5/2005  vom 9. August  2005 E. 7, je mit Verweisen). Danach trägt der Enteigner die Kosten des  Verfahrens  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  einschliesslich  einer  Parteientschädigung  an  den  Enteigneten.  Werden  die  Begehren  des  Enteigneten  ganz  oder  zum  grösseren  Teil  abgewiesen,  so  können  die  Kosten auch anders verteilt werden. Unnötige Kosten trägt in jedem Fall,  wer sie verursacht hat (Art. 116 Abs. 1 EntG). Da der Beschwerdeführer  keine  offensichtlich  missbräuchlichen  Rechtsbegehren  gestellt  hat  (vgl.  Art. 114  Abs. 2  EntG),  sind  die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 3'000.­ der Beschwerdegegnerin als Enteignerin aufzuerlegen. 12.2.  Von  einer  Parteientschädigung  an  den  Beschwerdeführer  ist  angesichts  des  Ausgangs  des  Verfahrens  abzusehen  (Art. 116  Abs. 1  EntG;  vgl.  auch Urteil  des Bundesgerichts  1E.16/2005 vom 14. Februar  2006 E. 6). Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist. 2.  Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 3'000.­  werden  der  Beschwerdegegnerin auferlegt. 3.  Der vom Beschwerdeführer geleistete Kostenvorschuss  in der Höhe von  Fr. 2'000.­  wird  diesem  nach  Eintritt  der  Rechtskraft  des  vorliegenden  Urteils  zurückerstattet.  Hierzu  hat  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht seine Kontonummer anzugeben. 4.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. http://links.weblaw.ch/1E.16/2005 http://links.weblaw.ch/1E.5/2005 http://links.weblaw.ch/1E.16/2005

A­699/2011 5.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Beschwerdegegnerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Lorenz Kneubühler Lars Birgelen Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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