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Bundesverwaltungsgericht 06.10.2011 A-6614/2010

6 ottobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·5,375 parole·~27 min·1

Riassunto

Amtshilfe | Amtshilfe (DBA-USA)

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung I A­6614/2010 Urteil   v om   6 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Daniel Riedo (Vorsitz), Richter Michael Beusch, Richterin Salome Zimmermann,    Gerichtsschreiberin Claudia Zulauf. Parteien X._______ und Y._______, …,  vertreten durch …, Beschwerdeführende,  gegen Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV,  Amtshilfe USA, Eigerstrasse 65, 3003 Bern,    Vorinstanz A._______, …, B._______, …, beide vertreten durch …, Beigeladene, Gegenstand Amtshilfe (DBA­USA).

A­6614/2010 Sachverhalt: A.  Am  19. August  2009  schlossen  die  Schweizerische  Eidgenossenschaft  (Schweiz) und die Vereinigten Staaten von Amerika  (USA)  in englischer  Sprache ein Abkommen über ein Amtshilfegesuch des Internal Revenue  Service der USA betreffend UBS AG, einer nach schweizerischem Recht  errichteten  Aktiengesellschaft  (AS  2009  5669,  Abkommen 09).  Darin  verpflichtete  sich  die Schweiz,  anhand  im Anhang  festgelegter  Kriterien  und gestützt auf das geltende Abkommen vom 2. Oktober 1996 zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den  Vereinigten  Staaten  von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der  Steuern  vom  Einkommen  (SR  0.672.933.61,  DBA­USA 96)  ein  Amtshilfegesuch der USA zu bearbeiten. Die Schweiz  versprach weiter,  betreffend  die  unter  das  Amtshilfegesuch  fallenden  geschätzten  4'450  laufenden  oder  saldierten  Konten  mithilfe  einer  speziellen  Projektorganisation  sicherzustellen,  dass  innerhalb  von  90 Tagen  nach  Eingang des Gesuchs  in  den ersten  500 Fällen  und nach 360 Tagen  in  allen  übrigen  Fällen  eine  Schlussverfügung  über  die  Herausgabe  der  verlangten Informationen erlassen werden könne. B.  Unter  Berufung  auf  das  Abkommen 09  richtete  die  amerikanische  Einkommenssteuerbehörde  (Internal  Revenue  Service  [IRS]  in  Washington)  am  31. August  2009  ein  Ersuchen  um  Amtshilfe  an  die  Eidgenössische  Steuerverwaltung  (ESTV).  Das  Gesuch  stützte  sich  ausdrücklich  auf  Art. 26  DBA­USA 96,  das  dazugehörende  Protokoll  sowie  die  Verständigungsvereinbarung  vom  23. Januar  2003  zwischen  der ESTV und dem Department of  the Treasury der USA betreffend die  Anwendung  von Art. 26 DBA­USA 96  (Vereinbarung 03;  veröffentlicht  in  Pestalozzi/Lachenal/Patry  [Hrsg.]  [bearbeitet  von  Silvia  Zimmermann  unter  Mitarbeit  von  Marion  Vollenweider],  Rechtsbuch  der  schweizerischen Bundessteuern,  Therwil  [Nachtragssammlung],  Band 4,  Kennziffer  I  B  h  69,  Beilage 1;  die  deutsche  Fassung  befindet  sich  in  Beilage 4).  Der  IRS  ersuchte  um  Herausgabe  von  Informationen  über  amerikanische  Steuerpflichtige,  die  in  der  Zeit  zwischen  dem  1. Januar  2001  und  dem  31. Dezember  2008  die  Unterschriftsberechtigung  oder  eine andere Verfügungsbefugnis  über Bankkonten hatten,  die  von einer  Abteilung  der  UBS  AG  oder  einer  ihrer  Niederlassungen  oder  Tochtergesellschaften  in  der  Schweiz  (nachfolgend:  UBS AG)  geführt,  überwacht oder gepflegt wurden. Betroffen waren Konten, für welche die 

A­6614/2010 UBS AG  (1)  nicht  im  Besitz  eines  durch  den  Steuerpflichtigen  ausgefüllten  Formulars  «W­9» war  und  (2)  nicht  rechtzeitig  und  korrekt  mit dem Formular «1099» namens des  jeweiligen Steuerpflichtigen dem  amerikanischen  Fiskus  alle  Bezüge  dieser  Steuerpflichtigen  gemeldet  hatte. C.  Am  1. September  2009  erliess  die  ESTV  gegenüber  der  UBS AG  eine  Editionsverfügung  im  Sinn  von  Art. 20d  Abs. 2  der  Verordnung  vom  15. Juni  1998  zum  schweizerisch­amerikanischen  Doppelbesteuerungsabkommen  vom  2. Oktober  1996  (SR  672.933.61,  Vo DBA­USA). Darin verfügte sie die Einleitung des Amtshilfeverfahrens  und forderte die UBS AG auf, innerhalb der in Art. 4 des Abkommens 09  festgesetzten Fristen  insbesondere  die  vollständigen Dossiers  der  unter  die im Anhang zum Abkommen 09 fallenden Kunden herauszugeben. D.  Am  21. Januar  2010  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  A­7789/2009  (teilweise veröffentlicht  in BVGE 2010/7) eine Beschwerde  gegen  eine  Schlussverfügung  der  ESTV  gut,  welche  einen  Fall  der  Kategorie  2/A/b  betraf.  Dies  geschah  mit  der  Begründung,  das  Abkommen 09  sei  eine  Verständigungsvereinbarung  und  habe  sich  an  das  Stammabkommen  (DBA­USA 96)  zu  halten,  welches  Amtshilfe  nur  bei  Steuer­  oder  Abgabebetrug,  nicht  aber  bei  Steuerhinterziehung  vorsehe. Daraufhin  schloss der Bundesrat  nach weiteren Verhandlungen mit  den  USA am 31. März 2010 in englischer Sprache ein Protokoll zur Änderung  des Abkommens zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  über  ein  Amtshilfegesuch  des  Internal Revenue Service der Vereinigten Staaten von Amerika betreffend  UBS AG,  einer  nach  schweizerischem  Recht  errichteten  Aktiengesellschaft,  unterzeichnet  in  Washington  am  19. August  2009  (Änderungsprotokoll  Amtshilfeabkommen;  am  7. April  2010  im  ausserordentlichen  Verfahren  veröffentlicht,  mittlerweile  AS  2010  1459,  nachfolgend:  Protokoll 10). Gemäss Art. 3  Abs. 2 Protokoll 10  ist  dieses  ab  Unterzeichnung  und  damit  ab  dem  31. März  2010  vorläufig  anwendbar. E.  Das  Abkommen 09  und  das  Protokoll 10  wurden  von  der 

A­6614/2010 Bundesversammlung mit  Bundesbeschluss  vom  17. Juni  2010  über  die  Genehmigung  des  Abkommens  zwischen  der  Schweiz  und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  über  ein  Amtshilfegesuch  betreffend  UBS AG sowie des Änderungsprotokolls (AS 2010 2907) genehmigt und  der Bundesrat wurde ermächtigt, die beiden Verträge zu  ratifizieren  (die  konsolidierte  Version  des  Abkommens 09  und  des  Protokolls 10  findet  sich  in  SR  0.672.933.612  und  wird  nachfolgend  als  Staatsvertrag 10  bezeichnet;  die Originaltexte  sind  in  englischer Sprache). Der  genannte  Bundesbeschluss  wurde  nicht  dem  Staatsvertragsreferendum  gemäss  Art. 141 Abs. 1 Bst. d Ziff. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101) unterstellt. F.  Mit Urteil A­4013/2010 vom 15. Juli 2010 (auszugsweise veröffentlicht  in  BVGE  2010/40)  entschied  das  Bundesverwaltungsgericht  über  die  Gültigkeit des Staatsvertrags 10. G.  Das vorliegend betroffene Dossier  von X._______ und Y._______ hatte  die  UBS AG  der  ESTV  am  1. Mai  2010  übermittelt.  Diese  hatte  X._______  und  Y._______  am  26. Mai  2010  aufgefordert,  sie  bis  zum  30. Juni 2010 zu ermächtigen, beim IRS Kopien ihrer FBAR­Erklärungen  einzuholen. Innert Frist war keine solche Ermächtigung erteilt worden. In  ihrer  Schlussverfügung  vom  2. August  2010  gelangte  die  ESTV  (aus  näher dargelegten Gründen) zum Ergebnis, dass der Fall von X._______  und Y._______ als angeblich wirtschaftlich Berechtigte an der Z._______  SA  der  Kategorie  gemäss  Ziff. 2  Bst. B/b  des  Anhangs  zum  Staatsvertrag 10  (nachfolgend:  Kategorie 2/B/b)  zuzuordnen  sei  und  sämtliche Voraussetzungen erfüllt seien, um dem IRS Amtshilfe zu leisten  und die Unterlagen zu edieren. H.  Mit Eingabe vom 14. September 2010 liessen X._______ und Y._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführende)  gegen  die  erwähnte  Schlussverfügung  der  ESTV  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  beantragen,  die  Schlussverfügung  sei  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen  zulasten  der  ESTV  aufzuheben  und  die Amts­ und Rechtshilfe an den IRS zu verweigern; zudem sei die mit  der  Schlussverfügung  zusammen  anfechtbare  Editionsverfügung  vom  1. September 2009  in Bezug auf die Beschwerdeführenden aufzuheben.  Eventualiter  sei  die  ESTV  anzuweisen,  die  Hinweise  auf  unbeteiligte 

A­6614/2010 Dritte,  insbesondere  die  Beschwerdeführenden  aus  den  Akten  zu  entfernen  oder  zu  schwärzen.  Des  Weiteren  beantragten  die  Beschwerdeführenden  eventualiter,  die  Rechtsmittelbelehrung  sei  dergestalt  offen  zu  formulieren,  dass  gegen  den  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  innert  10  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht  Beschwerde  geführt  werden  könne,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  Art. 84  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005 über das Bundesgericht (BGG, SR 173.110) gegeben seien, und es  sei den Beschwerdeführenden das Urteil vorab per Fax und nicht später  als  der  ESTV  mitzuteilen,  damit  rechtzeitig  Beschwerde  beim  Bundesgericht  erhoben  und  eine  superprovisorische  Verfügung  zur  Sicherung der aufschiebenden Wirkung beantragt werden könne. I.  In  ihrer Vernehmlassung vom 19. November 2010 beantragte die ESTV  die  Abweisung  der  Beschwerde,  soweit  darauf  einzutreten  sei.  Zur  Begründung der wirtschaftlichen Berechtigung der Beschwerdeführenden  an  der  Z._______  SA  bzw.  am  fraglichen  Konto  reichte  sie  zudem  zusätzliche Dokumente ein und verwies auf ein weiteres, sich bereits  in  den Bankunterlagen befindliches Dokument.  In Bezug  auf  eine  allfällige  Beschwerde ans Bundesgericht erklärte sie zudem, nach Eröffnung des  Urteils des Bundesverwaltungsgerichts eine Sicherheitsfrist von 30 Tagen  einzuhalten, bevor die Akten an den IRS ausgeliefert würden. Sofern sie  – die ESTV  –  innert  dieser  Frist  sichere Kenntnis  einer Beschwerde  an  das  Bundesgericht  erhalte,  werde  sie  bis  zu  dessen  Entscheid  mit  der  Auslieferung der Daten zuwarten. Diese Zusicherung gelte, solange nicht  aus  anderen  Verfahren  feststehe,  dass  das  Bundesgericht  seine  Zuständigkeit verneine. J.  Am  6. Dezember  2010  reichten  die  Beschwerdeführenden  eine  Replik  ein. K.  Nachdem  die  ESTV  ihrerseits  Gelegenheit  zur  Stellungnahme  erhalten  hatte, reichte sie am 14. Dezember 2010 eine Duplik ein. L.  Darauf  erstatteten  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  21. Dezember 2010 eine Triplik.

A­6614/2010 M.  Am  17. Januar  2011  stellten  die  Beschwerdeführenden  ein  Gesuch  um  Sistierung  des  vorliegenden  Verfahrens,  bis  über  die  Zulässigkeit  bezüglich  der  Datenweitergabe  unbeteiligter  Dritter  letztinstanzlich  entschieden  worden  sei.  Namentlich  genannt  wurden  A._______  und  B._______.  Die  ESTV  verwies  nach  Zustellung  des  besagten  Gesuchs  durch das Bundesverwaltungsgericht zur freigestellten Stellungnahme am  21. Januar  2011  lediglich  auf  eine  (anderweitige)  Stellungnahme  vom  17. Januar  2011  in  einem  anderen  Verfahren  (A­6757/2010).  Hierzu  nahmen die Beschwerdeführenden am 2. Februar 2011 Stellung. N.  Am  2. Februar  2011  stellten  die  Beschwerdeführenden  ein  weiteres  Sistierungsgesuch bis zur Klärung der Frage der Beendigung des UBS­ Staatsvertrags  bzw.  bis  zur  Beweiserhebung  der  (diesbezüglich  in  der  Beschwerdeschrift  vom  1. September  2010  gestellten)  Beweisanträge  Nr. 1 bis 7. O.  Nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  beide  Sistierungsgesuche  mit  Zwischenverfügung vom 4. Februar 2011 abgewiesen hatte, beantragten  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  14. Februar  2011  insbesondere,  das  Dispositiv  dieser  Zwischenverfügung  zu  berichtigen  und  diese  in  Revision  zu  ziehen.  Am  15. Februar  2011  reichten  die  Beschwerdeführenden  sodann  die  Kopie  eines  Schreibens  an  den  Eidgenössischen  Datenschutz­  und  Öffentlichkeitsbeauftragten  (EDÖB)  zu  den  Akten.  Das  Bundesverwaltungsgericht  wies  die  am  14. Februar  2011  gestellten  Anträge  mit  Zwischenverfügung  vom  25. Februar  2011  ab, soweit es darauf eintrat. P.  Gegen die Zwischenverfügungen vom 4. und 25. Februar 2011 erhoben  A._______  und  B._______  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  ans Bundesgericht.  Sie  beantragten  insbesondere,  die  Zwischenverfügungen  seien  aufzuheben  und  ihnen  sei  vor  der  ESTV,  eventualiter  vor  Bundesverwaltungsgericht,  Parteistellung  einzuräumen.  Das  Bundesgericht  trat  mit  Urteil  vom  11. Mai  2011  (1C_129/2011)  mangels  Zuständigkeit  auf  die  Beschwerde  nicht  ein  und  überwies  das  Gesuch  um  Einräumung  der  Parteistellung  vor  der  Vorinstanz  an  das  Bundesverwaltungsgericht.

A­6614/2010 Q.  Mit  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gerichteter  Eingabe  vom  30. Mai  2011  beantragten  A._______  und  B._______  die  Aufhebung  der  Zwischenverfügungen  vom 4. und  25. Februar  2011,  die Anordnung  auf  Einräumung  der  Parteistellung  vor  der  ESTV  und  die  Behandlung  der  Datenschutzfragen durch dieselbe – wobei der EDÖB beizuziehen sei –,  die Sistierung des Verfahrens betreffend die Beschwerdeführenden sowie  die Rückerstattung  der  den Beschwerdeführenden  des Hauptverfahrens  unnötig  entstandenen  Gerichtskosten  und  die  Reduktion  der  Gerichtskosten  auf  das  bundesrechtlich  vorgeschriebene  Mass.  Eventualiter  beantragten sie,  es  seien die Datenschutzfragen durch das  Bundesverwaltungsgericht  direkt  materiell  zu  behandeln,  wobei  vor  Bundesverwaltungsgericht  ein  vollwertiges  Datenschutzverfahren  durchzuführen  sei;  die  ESTV  sei  aufzufordern,  die  Gründe  dafür  anzugeben, weshalb  sie  die Daten der  unbeteiligten Drittpersonen nicht  von  Amtes  wegen  gelöscht  habe,  und  den  Drittpersonen,  also  den  Beschwerdeführenden  –  genannt  werden  A._______  und  B._______ –  müsse das rechtliche Gehör eingeräumt werden; es sei in einem separat  anfechtbaren  Teilentscheid  über  diese  datenschutzrechtliche  Vorfrage  der  Behandlung  der  unbeteiligten  Drittpersonen  zu  entscheiden  und  vorab  der  EDÖB  zu  konsultieren;  dies  alles  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolgen zu Lasten der ESTV. R.  Mit  Verfügung  vom  8. Juni  2011  wurden  A._______  und  B._______  (nachfolgend:  Beigeladene)  zum  Verfahren  der  Beschwerdeführenden  beigeladen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  hielt  dabei  unter  anderem  fest, es bestehe kein Raum für einen ausgedehnten Schriftenwechsel, da  Amtshilfeverfahren generell und Verfahren im Zusammenhang mit den so  genannten  "UBS­Fällen"  im  Speziellen  von  der  Sache  her  eine  hohe  zeitliche  Dringlichkeit  eigen  sei,  sie  deshalb  besonders  beförderlich  behandelt werden müssten und zudem die Beigeladenen bereits zum von  den  Beschwerdeführenden  im  Hauptverfahren  gestellten  Antrag  auf  Schwärzung bzw. Löschung der sie betreffenden persönlichen Daten am  30. Mai 2011 Stellung genommen hätten. S.  Mit Eingabe vom 15. Juni 2011  liessen sich die Beigeladenen nochmals  vernehmen.

A­6614/2010 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.1.  Gemäss  Art. 31  des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Zu  den  beim  Bundesverwaltungsgericht  anfechtbaren  Verfügungen  gehört  auch  die  Schlussverfügung der ESTV im Bereich der internationalen Amtshilfe (Art.  32 VGG e contrario und Art. 20k Abs. 1 Vo DBA­USA). Die Zuständigkeit  des  Bundesverwaltungsgerichts  zur  Behandlung  der  Beschwerde  ist  somit gegeben. Dies gilt auch bezüglich der Behandlung von Fragen des  Datenschutzes,  die  sich  im  Zusammenhang  mit  dem  zur  Beurteilung  anstehenden  Amtshilfeverfahren  stellen  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_129/2011  vom  11.  Mai  2011  E.  1.2,  mit  Hinweisen  [Urteil  in  der  vorliegenden  Sache]).  Die  Beschwerdeführenden  erfüllen  die  Voraussetzungen  der  Beschwerdebefugnis  nach  Art. 48  Abs. 1  VwVG.  Auf  die  form­  und  fristgemäss  eingereichte  Beschwerde  ist  –  unter  Vorbehalt der Ausführungen in E. 1.2 – einzutreten. 1.2. Nicht einzutreten ist auf die Beschwerde, soweit sie sich direkt gegen  die  gestützt  auf  Art.  20d  Abs.  2  Vo  DBA­USA  ergangene  Editionsverfügung  vom 1.  September  2009  richtet,  worin  die Vorinstanz  die  Einleitung  eines  Amtshilfeverfahrens  anordnete  und  die  UBS  AG  aufforderte,  die  Dossiers  der  unter  die  im  Anhang  zum  Abkommen 09  fallenden Kunden herauszugeben. Gemäss Art. 20k Abs. 4 Vo DBA­USA  ist  jede  der  Schlussverfügung  vorangehende  Verfügung,  einschliesslich  einer Verfügung über Zwangsmassnahmen, sofort vollstreckbar und kann  nur  zusammen mit  der  Schlussverfügung  angefochten  werden.  Bei  der  Editionsverfügung  vom  1.  September  2009  handelt  es  sich  um  eine  solche  Verfügung  über  Zwangsmassnahmen.  Sie  kann  demnach  nur  zusammen  mit  der  Schlussverfügung  vom  9.  August  2010  und  nicht  separat  angefochten  werden  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­ 6933/2010 vom 17. März 2011 E. 1.4). 1.3.  Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Juni  2011  hiess  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Gesuch  zweier  Drittpersonen  um  Beiladung  im  Hauptverfahren  gut  (vgl.  Sachverhalt  Bst. R).  Die  Beigeladenen  stellen  in  eigenem  Namen  ein  Gesuch  um 

A­6614/2010 Verfahrenssistierung,  bis  die  ESTV  über  die  datenschutzrechtlichen  Fragen entschieden habe.  Mit  Zwischenverfügungen  vom  4. und  25. Februar  2011  wies  das  Bundesverwaltungsgericht  ein  mit  derselben  Begründung  gestelltes  Sistierungsgesuch  der  Beschwerdeführenden  ab,  da  es  der  ESTV  aufgrund  des  Devolutiveffekts  der  Beschwerde  verwehrt  ist,  ausserhalb  einer  Wiedererwägung  im  Sinn  von  Art. 58  VwVG  über  den  Streitgegenstand  zu  verfügen  (vgl.  Sachverhalt  Bst. O).  Auf  diese  auch  den Vertretern der Beigeladenen bekannten Verfügungen wird verwiesen  und  das  Gesuch  der  Beigeladenen  um  Sistierung  des  vorliegenden  Verfahrens  abgewiesen.  Unter  diesen  Umständen  ist  der  Antrag  der  Beigeladenen,  die  Vorinstanz  sei  anzuweisen,  ihnen  Parteistellung  einzuräumen  und  zum  Entscheid  in  der  Datenschutzfrage  den  EDÖB  beizuziehen, ebenfalls abzuweisen.  1.4. Auf den Antrag der Beigeladenen, den Beschwerdeführenden seien  die mit Verfügung vom 25. Februar 2011 auferlegten Gerichtskosten (vgl.  Sachverhalt  Bst.  O)  zurückzuerstatten  und  der  von  ihnen  geforderte  Kostenvorschuss  zu  reduzieren,  wird  mangels  Beschwer  nicht  eingetreten. 1.5.  Im  Übrigen  war  der  entsprechende  Antrag,  wie  auch  die  übrigen  Anträge,  von  den  Beigeladenen  bereits  vor  Bundesgericht  gestellt  und  den  Beschwerdeführenden  in  diesem  Verfahren  auch  zur  Kenntnis  gebracht worden. Diese konnten zudem vor Bundesgericht dazu Stellung  nehmen.  Die  Anträge  waren  somit  aktenkundig  und  den  Beschwerdeführenden bekannt. 1.6. Das Bundesverwaltungsgericht wendet das Recht von Amtes wegen  an. Es  ist demzufolge verpflichtet, auf den festgestellten Sachverhalt die  richtige Rechtsnorm und damit jenen Rechtssatz anzuwenden, den es als  den zutreffenden erachtet, und ihm jene Auslegung zu geben, von der es  überzeugt  ist  (ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008, Rz. 1.54,  unter  Verweis  auf  BGE 119 V 347 E. 1a).  Dies  hat  zur  Folge,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  als  Beschwerdeinstanz  an  die  rechtliche  Begründung der Begehren nicht gebunden ist (vgl. Art. 62 Abs. 4 VwVG)  und  eine  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  (teilweise)  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im 

A­6614/2010 Ergebnis  mit  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Begründung  bestätigen kann (vgl. BVGE 2007/41 E. 2, mit Hinweisen). 2.  2.1. Der Grundsatz der Gewährung des rechtlichen Gehörs  ist  in Art. 29  Abs. 2 BV  festgeschrieben. Danach haben Parteien ein Recht,  in einem  vor einer Verwaltungs­ oder  Justizbehörde geführten Verfahren sich vor  Erlass eines belastenden Entscheids zur Sache zu äussern, Begehren zu  stellen,  Einblick  in  die  Akten  zu  erhalten,  erhebliche  Beweise  beizubringen  und  mit  erheblichen  Beweisanträgen  gehört  zu  werden  (BGE  135  II  286 E. 5.1,  BGE  132  II  485 E. 3.2,  BGE 129  I  232 E. 3.2;  BVGE  2009/36  E. 7.1;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6873/2010  vom  7. März  2011  E. 4.2,  A­4034/2010  vom  11. Oktober  2010, je mit Hinweisen). Nach  der  Rechtsprechung  ist  die  Heilung  einer  nicht  besonders  schwerwiegenden Gehörsverletzung aber ausnahmsweise dann möglich,  wenn  die  betroffene  Person  die  Möglichkeit  erhält,  sich  vor  einer  Beschwerdeinstanz zu äussern, die sowohl den Sachverhalt als auch die  Rechtslage  frei  überprüfen  kann.  Selbst  bei  einer  schwerwiegenden  Verletzung des Gehörsanspruchs ist von der Rückweisung der Sache an  die Vorinstanz abzusehen, wenn und soweit die Rückweisung zu einem  formalistischen  Leerlauf  und  damit  zu  unnötigen  Verzögerungen  führen  würde,  die  mit  dem  Interesse  der  betroffenen  Partei  an  einer  beförderlichen Beurteilung  der Sache  nicht  zu  vereinbaren wären  (BGE  135 I 279 E. 2.6.1, BGE 133 I 201 E. 2.2, BGE 132 V 387 E. 5.1; BVGE  2009/36 E. 7.3; Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts A­4034/2010 vom  11. Oktober 2010). In Amtshilfeverfahren spricht zusätzlich das öffentliche  Interesse an einem besonders beförderlichen Verfahrensablauf gegen die  Rückweisung der Sache an die Vorinstanz (vgl. zum Ganzen: Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6242/2010  vom  11. Juli  2011  E. 2.1).  Demgegenüber ist eine Heilung dann ausgeschlossen, wenn es sich um  eine  besonders  schwerwiegende  Verletzung  der  Parteirechte  handelt  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­4034/2010 vom 11. Oktober  2010, mit Hinweisen). 2.2.  Die  Beigeladenen  rügen  eine  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör,  da  sie  nicht  bereits  von  der  Vorinstanz  beigeladen  worden seien. Damit  leiten sie aus dem Anspruch auf  rechtliches Gehör  ein  Anspruch  auf  Beiladung  im  vorinstanzlichen  Verfahren  ab.  Ob  ein  solcher  aus  dem  Gehörsanspruch  abgeleiteter  Anspruch  auf  Beiladung 

A­6614/2010 durch die ESTV bestand, kann im vorliegenden Rahmen offen bleiben, da  die Betroffenen vom Bundesverwaltungsgericht beigeladen wurden, sich  im vorliegenden Verfahren äussern konnten und eine allfällige Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  vor  Bundesverwaltungsgericht,  das  die  aufgeworfenen Datenschutzfragen mit  voller  Kognition  überprüft,  geheilt  werden könnte (vgl. E. 2.1. hiervor). 3.  3.1. Gemäss  Art. 2  Abs. 1  Bst. d  des  Bundesbeschlusses  vom  22. Juni  1951  über  die  Durchführung  von  zwischenstaatlichen  Abkommen  des  Bundes  zur  Vermeidung  der  Doppelbesteuerung  (SR 672.2)  ist  der  Bundesrat zuständig, das Verfahren zu regeln, das bei einem vertraglich  ausbedungenen Austausch von Meldungen zu befolgen ist. In Bezug auf  den Informationsaustausch mit den USA gestützt auf Art. 26 DBA­USA 96  hat  der  Bundesrat  diese  Aufgabe  mit  Erlass  der  Vo DBA­USA  wahrgenommen.  An  der  dort  festgeschriebenen  Verfahrensordnung  ändert der Staatsvertrag 10 grundsätzlich nichts (BVGE 2010/64 E. 1.4.2,  BVGE 2010/40  E. 6.2.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4013/2010 vom 15. Juli 2010 E. 2.1). Das Verfahren in Bezug auf den  Informationsaustausch mit den USA wird abgeschlossen mit dem Erlass  einer  begründeten  Schlussverfügung  der  ESTV  im  Sinn  von  Art. 20j  Abs. 1  Vo  DBA­USA.  Darin  hat  die  ESTV  darüber  zu  befinden,  ob  ein  begründeter  Tatverdacht  auf  ein  Betrugsdelikt  und  dergleichen  im  Sinn  der  einschlägigen  Normen  vorliegt,  ob  die  weiteren  Kriterien  zur  Gewährung  der  Amtshilfe  gemäss  Staatsvertrag 10  erfüllt  sind  und,  bejahendenfalls,  welche  Informationen  (Gegenstände,  Dokumente,  Unterlagen)  nach  schweizerischem  Recht  haben  bzw.  hätten  beschafft  werden  können  und  nun  an  die  zuständige  amerikanische  Behörde  übermittelt  werden  dürfen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4013/2010  vom  15. Juli  2010  E. 2.2).  Nach  der  Rechtsprechung  zum  Amtshilfeverfahren  genügt  es  für  die  Bejahung  des  Tatverdachts,  wenn  sich  hinreichende  Anhaltspunkte  dafür  ergeben,  dass  der  inkriminierte  Sachverhalt  erfüllt  sein  könnte.  Es  ist  nicht  Aufgabe  des  Amtshilfegerichts,  abschliessend  zu  beurteilen,  ob  eine  strafbare  Handlung  vorliegt.  Das  Bundesverwaltungsgericht  (als  Amtshilfegericht)  prüft  deshalb  nur,  ob  die  Schwelle  zur  berechtigten  Annahme  des  Tatverdachts  erreicht  ist  oder  ob  die  sachverhaltlichen  Annahmen  der  Vorinstanz  offensichtlich  fehler­  oder  lückenhaft  bzw.  widersprüchlich  erscheinen  (vgl.  BGE 129 II 484  E. 4.1,  BGE  128 II 407  E. 5.2.1,  BGE 127 II 142 E. 5a;  BVGE  2010/26 E. 5.1;  Urteil  des 

A­6614/2010 Bundesverwaltungsgerichts  A­6053/2010  vom  10. Januar  2011  E. 1.5  [auszugsweise publiziert in BVGE 2011/6]). In  der  Folge  obliegt  es  den  vom  Amtshilfeverfahren  Betroffenen,  den  begründeten  Tatverdacht  klarerweise  und  entscheidend  zu  entkräften.  Gelingt  ihnen  dies,  ist  die  Amtshilfe  zu  verweigern  (BGE 128 II 407  E. 5.2.3; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­4013/2010 vom 15. Juli  2010 E. 2.2; THOMAS COTTIER/RENÉ MATTEOTTI, Das Abkommen über ein  Amtshilfegesuch  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  den Vereinigten Staaten von Amerika vom 19. August 2009: Grundlagen  und  innerstaatliche  Anwendbarkeit,  Archiv  für  Schweizerisches  Abgaberecht [ASA] 78 S. 349 ff., S. 389). Dies setzt voraus, dass die vom  Amtshilfeverfahren Betroffenen unverzüglich und ohne Weiterungen den  Urkundenbeweis  erbringen,  dass  sie  zu  Unrecht  ins  Verfahren  einbezogen  worden  sind.  Das  Bundesverwaltungsgericht  nimmt  diesbezüglich  keine  Untersuchungshandlungen  vor  (BVGE  2010/64  E. 1.4.2;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6053/2010  vom  10. Januar 2011 E. 1.5). 3.2. Gemäss einem am 30. November 2010 ergangenen Grundsatzurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  (A­4911/2010,  auszugsweise  veröffentlicht  in BVGE 2010/64) gilt Analoges bezüglich der Feststellung  der  persönlichen  Identifikationsmerkmale  einer  vom  Amtshilfeverfahren  betroffenen  Person  (vorliegend:  zum  Erfordernis  der  wirtschaftlichen  Berechtigung  am  streitbetroffenen  Konto).  Es  reicht  aus,  wenn  die  Vorinstanz genügend konkrete Anhaltspunkte zu nennen vermag, die zur  Annahme berechtigen, der vom Amtshilfeverfahren Betroffene erfülle die  persönlichen  Identifikationsmerkmale  gemäss  Anhang  zum  Staatsvertrag 10. Das Bundesverwaltungsgericht  beschränkt  sich  darauf  zu  prüfen,  ob  diesbezüglich  genügend  Anhaltspunkte  vorliegen,  und  korrigiert die entsprechenden Sachverhaltsfeststellungen nur, wenn darin  offensichtlich  Fehler,  Lücken  oder  Widersprüche  auftreten  oder  aber  wenn der vom Amtshilfegesuch Betroffene die Annahme der Vorinstanz,  dass  die  Identifikationsmerkmale  gemäss Anhang  zum Staatsvertrag 10  gegeben seien, klarerweise und entscheidend entkräftet. 4.  4.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  fällte  –  wie  bereits  im  Sachverhalt  Bst. F erwähnt – am 15. Juli 2010 ein Piloturteil  (A­4013/2010,  teilweise  publiziert  in BVGE 2010/40) betreffend das Amtshilfegesuch der USA  in  Sachen UBS­Kunden. Darin entschied es, dass der Staatsvertrag 10  für 

A­6614/2010 die  schweizerischen  Behörden  verbindlich  ist.  Weder  innerstaatliches  Recht noch innerstaatliche Praxis können ihm entgegengehalten werden.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  Art. 190  BV  selbst  dann  gehalten,  Völkerrecht  anzuwenden,  wenn  dieses  gegen  die  Verfassung  verstösst.  Jedenfalls  ist  das  Völkerrecht  dann  nicht  auf  seine  Übereinstimmung  mit  Bundesrecht  zu  prüfen,  wenn  das  Völkerrecht  jünger  ist  (BVGE  2010/40 E. 3).  Das Bundesverwaltungsgericht  hielt  im  genannten Piloturteil insbesondere fest, dass gemäss Staatsvertrag 10 im  Amtshilfegesuch  der  USA  keine  Namen  genannt  werden  müssen,  sondern  die  Namensnennungen  durch  die  Umschreibung  bestimmter  Kriterien  ersetzt  werden  (Urteil  A­4013/2010  E. 7.2.3  und  E. 8.4).  Des  Weiteren  legt  der  Staatsvertrag 10  verbindlich  fest,  was  als  steuerbare  Einkünfte zu gelten hat. Dabei handelt es sich um das Bruttoeinkommen  (Zinsen  und  Dividenden)  und  um  Kapitalgewinne  (die  als  50%  der  Bruttoverkaufserlöse berechnet werden). Es besteht damit kein Raum für  den Nachweis der effektiven Gewinne bzw. Verluste (Urteil A­4013/2010  E. 8.3.3,  bestätigt  insbesondere  im  Urteil  A­6053/2010  vom  11.  Januar  2011  E.  2).  Auch  die  gegen  die  Anwendbarkeit  des  Staatsvertrags 10  gerichteten  Rügen  der  Verletzung  von  Grund­  und  Menschenrechten  sowie des Rückwirkungsverbots wurden  im Piloturteil  geprüft  und deren  Stichhaltigkeit  verworfen  (BVGE  2010/40  E. 5  und  6,  bestätigt  insbesondere im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­6874/2010 vom  20. Juni 2011 E. 3).  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  kein  Anlass,  auf  diese  Rechtsprechung zurückzukommen, die mittlerweile in vielen Entscheiden  bestätigt  wurde  (statt  vieler:  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6872/2010  vom  1.  September  2011  E.  4.1,  A­6605/2010  vom  23. August 2011 E. 4, A­6873/2010 vom 7. März 2011 E. 5, A­4904/2010  vom 11. Januar 2011 E. 4.1, A­4876/2010 vom 11. Oktober 2010 E. 3.1). 4.2.  Damit  stossen  folgende  Rügen  der  Beschwerdeführenden  von  vornherein  ins Leere: Der Staatsvertrag 10 sei nicht anwendbar, da das  Parlament  nicht  zu  seinem  Erlass  zuständig  gewesen  sei;  beim  Amtshilfegesuch  vom  31. August  2009  handle  es  sich  um  eine  unzulässige  "fishing  expedition"  bzw.  es  handle  sich  um  spontane  Amtshilfe;  die  Leistung  von  Amtshilfe  verstosse  gegen  das  Verhältnismässigkeitsprinzip; der Staatsvertrag verstosse gegen Art. 6 bis  Art. 8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101);  der  Staatsvertrag  beinhalte  eine  unzulässige  Rückwirkung;  die  Art  der 

A­6614/2010 Berechnung  der  Verkaufsgewinne  sei  nicht  mit  einem  "reasonable  suspicion"  vereinbar;  durch  die  Leistung  von  Amtshilfe  werde  das  Bundesgesetz  vom  20.  März  1981  über  internationale  Rechtshilfe  in  Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG) verletzt resp. umgangen. 5.  5.1. Die  Beschwerdeführenden  sind  der  Ansicht,  die  Editionsverfügung  der  ESTV  vom  1. September  2009  gegenüber  der  UBS AG  habe  sich  nicht auf eine genügende gesetzliche Grundlage abgestützt. 5.2. Mit Urteil A­7789/2009 vom 21. Januar 2010 (teilweise veröffentlicht  in  BVGE  2010/7)  qualifizierte  das  Bundesverwaltungsgericht  das  Abkommen 09 als Verständigungsvereinbarung und schloss daraus, dass  Amtshilfe gestützt auf das Abkommen 09 nur innerhalb der Grenzen des  DBA­USA 96,  das  heisst  bei  betrügerischem  Verhalten,  nicht  aber  bei  Steuerhinterziehung  geleistet  werden  darf  (E. 6.4 f.).  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  bleibt  das  Abkommen 09  im  Übrigen  aber  anwendbar  (Urteil  A­8462/2010  vom  2. März 2011 E. 3.1). Das Verfahren des Informationsaustauschs mit den USA richtet sich nach  der Vo DBA­USA (vgl. E. 3.1 hiervor). Die Verfahrensbestimmungen des  Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer  (DBG,  SR  642.11)  finden  keine  Anwendung  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­6262/2010 vom 8. April 2011 E. 4.1.2). Die Editionsverfügung der ESTV vom 1. September 2009 gegenüber der  UBS AG  besagt  nichts  zur  Frage,  ob  Amtshilfe  geleistet  werden muss.  Sie  stützt  sich  auf Art.  20d Abs.  2 Vo DBA­USA 96, wonach  die ESTV  (sofern der Informationsinhaber oder die betroffene Person der Übergabe  der  verlangten  Informationen  nicht  innerhalb  von  14  Tagen  zustimmt)  gegenüber  dem  Informationsinhaber  (hier  der UBS AG)  eine Verfügung  zu  erlassen  hat,  mit  der  sie  die  Herausgabe  der  im  amerikanischen  Ersuchen  bezeichneten  Informationen  verlangt.  Nach  der  Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts stellt das Abkommen 09  im Zusammenhang mit Art. 20d Abs. 2 Vo DBA­USA 96 eine genügende  rechtliche  Grundlage  dar,  auf  der  die  ESTV  die  genannte  Verfügung  abstützen durfte (Urteil A­8462/2010 vom 2. März 2011 E. 3.2). Ob nach  rein  innerstaatlichem  Recht  die  fraglichen  Auskünfte  beschafft  werden  könnten,  spielt  demzufolge  keine  Rolle  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts A­6262/2010 vom 8. April 2011, A­4013/2010 

A­6614/2010 vom  15. Juli  2010  [bzw.  BVGE  2010/40]  E. 6.7  und  8.3.1).  Als  nicht  stichhaltig  erweist  sich  damit  das  Argument  der  Beschwerdeführenden,  Erhebung und Herausgabe der Daten an die ESTV im Amtshilfeverfahren  seien unrechtmässig gewesen. Unbegründet  ist  sodann  der  beschwerdeführerische  Antrag,  es  werde  "bezüglich  der  Verfügung  vom  1.  September  2009  (…)  auch  die  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemacht,  weshalb  die  Verfügung  gegen  die  Beschwerdeführer  aufzuheben"  sei.  Es  ist  denn  angesichts  des  Vorerwähnten  auch  nicht  ersichtlich,  inwiefern  die  Beschwerdeführenden durch die Editionsverfügung in ihrem Anspruch auf  rechtliches Gehör verletzt worden sein könnten. 6.  6.1.  Die  Beschwerdeführenden  bringen  gegen  die  Anwendbarkeit  des  Staatsvertrags 10 des Weitern  vor,  die Schweiz habe den Staatsvertrag  erfüllt,  da  die  Prüfung  von  rund  4'450  UBS­Kundendossiers  abgeschlossen  sei.  Die  USA  habe  das  so  genannte  "John  Doe  Summons" (JDS) gegen die UBS AG folglich zurückgezogen. Die Geltung  des  Staatsvertrags  10  ende  mit  der  Notifizierung  der  Erfüllung  des  Vertrages durch die Vertragsparteien. Mangels Verfolgungsinteresses der  USA dürften keine weiteren Kundendaten herausgegeben werden. Die  Beschwerdeführenden  stellen  in  diesem  Zusammenhang  mehrere  Beweisanträge, mit denen festgestellt werden soll, wieviele Dossiers von  UBS­Kunden  im Amtshilfeverfahren  und  in  der  so  genannten  "voluntary  disclosure practice" dem IRS übermittelt wurden, ob die Schweiz oder die  USA erklärt hätten, ihre Verpflichtungen aus dem Staatsvertrag 10 erfüllt  zu haben, ob die USA die  "John Doe Summons" zurückgezogen hätten  und  ob  die  USA  eingeladen  worden  seien,  ihrer  Verpflichtung  zur  Bestätigung der Vertragserfüllung gemäss Art. 10  des Staatsvertrags 10  nachzukommen. 6.2. Art. 10  des  Staatsvertrags 10  hält  unter  der  Marginale  "Dauer  und  Beendigung"  fest,  das  Abkommen  bleibe  "in  Kraft,  bis  beide  Vertragsparteien  schriftlich  bestätigt  haben,  ihre  in  diesem  Abkommen  eingegangenen Verpflichtungen erfüllt zu haben". Dass derlei geschehen  wäre,  behaupten  die  Beschwerdeführenden  zu  Recht  nicht.  Schon  aus  diesem  Grund  bleibt  es  dabei,  dass  der  Staatsvertrag 10  auch  für  das  Bundesverwaltungsgericht  im bereits  dargelegten Sinn  verbindlich bleibt  (vgl. E. 4.1.  hiervor). Daran ändert  auch nichts,  dass der  IRS die  "John 

A­6614/2010 Doe  Summons"  gegen  die  UBS AG  zurückgezogen  hat  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6258/2010  vom  14. Februar  2011  E. 8.2).  Schliesslich  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  sich  aus  der  in  Art. 1  Abs. 1  Staatsvertrag  10  enthaltenen  Zahl  der  4'450  Konten  bzw.  der  in  öffentlichen Verlautbarungen genannten Anzahl der vom IRS erhaltenen  UBS­Kundendaten hinsichtlich der Erfüllung des Staatsvertrags 10 nichts  ableiten  lässt  (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts A­8467/2010  vom  10. Juni  2011  E. 4.1,  A­6932/2010  vom  27. April  2011  E. 2.4.2,  A­6705/2010 vom 18. April  2011 E. 2.3.2). Die Beschwerde erweist  sich  auch  in  diesem  Punkt  als  unbegründet.  Die  in  diesem  Zusammenhang  gestellten Beweisanträge sind, da unerheblich, abzuweisen. 7.  Die  Beschwerdeführenden  machen  schliesslich  geltend,  in  den  USA  würden  die  wegen  Steuerdelikten  verurteilten  Personen  nach  dem  "Prangerprinzip"  im  Internet  veröffentlicht.  Die  Beschwerdeführenden  ziehen  daraus  jedoch  keine  Schlussfolgerungen.  Zudem  hat  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  bereits  in  früheren  Entscheiden  mit  gleichartigen Vorbringen auseinandergesetzt und dabei kein Hindernis für  die  Leistung  von  Amtshilfe  gefunden  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6932/2010  vom  27. April  2011  E. 5,  A­6705/2010  vom 18. April  2011 E. 5). Auf das Vorbringen  ist  deshalb  nicht weiter einzugehen. 8.  8.1. Nach Ziff. 1 Bst. B  des Anhangs  zum Staatsvertrag 10  fallen  (unter  anderen) folgende Personen unter das Amtshilfeersuchen: US persons (irrespective of  their domicile) who beneficially owned "offshore  company  accounts"  that  have  been  established  or  maintained  during  the  period of years 2001 through 2008 and for which a reasonable suspicion of  "tax fraud or the like" can be demonstrated. Die  deutsche  (nicht  massgebliche  [vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4013/2010  vom  15. Juli  2010  E. 7])  Übersetzung lautet: US­Staatsangehörige  (ungeachtet  ihres  Wohnsitzes),  welche  an  "offshore  company accounts", die während des Zeitraums von 2001 bis 2008 eröffnet  oder geführt wurden, wirtschaftlich berechtigt waren, wenn diesbezüglich ein  begründeter Verdacht auf "Betrugsdelikte und dergleichen" dargelegt werden  kann.

A­6614/2010 8.2.  Gemäss  vertragsautonomer  Auslegung  nach  den  allgemeinen  Bestimmungen von Art. 31 ff. VRK erfasst der Begriff "US persons" nicht  nur US­Staatsangehörige, sondern alle Personen, welche in den USA in  der  vom  Abkommen  bestimmten  Zeitperiode  2001  bis  2008  subjektiv  steuerpflichtig  waren.  Gemäss  dem  amerikanischen  "Internal  Revenue  Code"  (IRC)  sind  neben  "US  citizens"  (US­Staatsangehörige)  auch  "resident  aliens"  in  den  USA  subjektiv  steuerpflichtig  (BVGE  2011/6  E. 7.1.1, BVGE 2010/64 E. 5.2; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­ 7452/2010 vom 15. September 2011 E. 3.2). 8.3. Des Weiteren müssen die "US persons" an sog. "offshore company  accounts"  wirtschaftlich  berechtigt  gewesen  sein,  die  während  des  Zeitraums von 2001 bis 2008 eröffnet und geführt wurden. Die Kriterien  im  Anhang  zum  Staatsvertrag 10  sollen  mithin  auch  dazu  dienen,  u.a.  diejenigen  US­Steuerpflichtigen  einzubeziehen,  die  Konten  auf  den  Namen von Offshore­Gesellschaften eröffnen  liessen, welche ermöglicht  haben,  die  steuerlichen  Offenlegungspflichten  gegenüber  den  USA  zu  umgehen.  Vor  diesem Hintergrund  sind  in  Anbetracht  des  nach  Art. 31  Abs. 1  VRK  einzubeziehenden  Ziels  und  Zwecks  des  Staatsvertrags 10  unter  dem  Begriff  "offshore  company  accounts"  Bankkonten  von  körperschaftlichen Gebilden  im erweiterten Sinn zu verstehen, d.h. auch  "offshore"­Gesellschaftsformen,  die  nach  Schweizer  oder  amerikanischem  Gesellschafts­  und/oder  Steuerrecht  nicht  als  eigenes  (Steuer­)Subjekt  anerkannt  würden.  Diese  Rechtseinheiten  bzw.  Einrichtungen müssen lediglich dafür geeignet und in der Lage sein, eine  dauerhafte  Kundenbeziehung  mit  einer  finanziellen  Institution  wie  einer  Bank zu führen bzw. "Eigentum zu halten" (BVGE 2011/6 E. 7.2.1). Im  vorliegenden  Verfahren,  in  dem  es  nur  um  den  Entscheid  geht,  ob  Amtshilfe  geleistet  wird  oder  nicht,  ist  unerheblich,  ob  es  sich  um  eine  steuerrechtlich selbständige juristische Person ("Non­US business entity")  handelt.  Entscheidend  ist  einzig,  ob  die  "offshore"­Gesellschaft  dafür  geeignet  ist,  eine  dauerhafte  Kundenbeziehung  mit  einer  finanziellen  Institution zu führen bzw. ob die Rechtseinheit über die Fähigkeit verfügt,  "Eigentum  zu  halten"  (BVGE  2011/6  E. 7.2.1  f.;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­6872/2010 vom 1. September 2011 E. 8.2). 8.4.    Zur Beurteilung,  ob  eine wirtschaftliche Berechtigung  ("beneficially  owned") an einem "offshore company account" vorliegt, ist entscheidend,  inwiefern  die  "US  person"  das  sich  auf  dem  UBS­Konto  der  "offshore  company" befindliche Vermögen und die daraus erzielten Einkünfte durch 

A­6614/2010 den formellen Rahmen der Gesellschaft hindurch weiterhin wirtschaftlich  kontrollieren  und  darüber  verfügen  konnte.  Hatte  die  fragliche  "US  person" die Entscheidungsbefugnis darüber, wie das Vermögen auf dem  UBS­Konto verwaltet wurde und/oder, ob und bejahendenfalls wie dieses  oder die daraus erzielten Einkünfte verwendet worden sind, hat sich diese  aus  wirtschaftlicher  Sicht  nicht  von  diesem  Vermögen  und  den  damit  erwirtschafteten Einkünften getrennt (KLAUS VOGEL, «On Double Taxation  Conventions», 3. Aufl., London/The Hague/Boston 1997, S. 562). Ob und  gegebenenfalls  in welchem Umfang die wirtschaftliche Verfügungsmacht  und  Kontrolle  über  das  sich  auf  dem UBS­Konto  befindliche  Vermögen  und  die  daraus  erzielten  Einkünfte  tatsächlich  in  der  relevanten  Zeitperiode von 2001 bis 2008 vorgelegen haben, ist im Einzelfall anhand  des  rein  Faktischen  zu  beurteilen.  Insbesondere  sind  die  heranzuziehenden Kriterien bzw.  Indizien auch davon abhängig, welche  (Rechts­)form  für  die  "offshore  company"  gewählt wurde  (BVGE 2011/6  E. 7.3.2). 8.5. Neben der Erfüllung der Identifikationskriterien gemäss Ziff. 1 Bst. B  des Anhangs zum Staatsvertrag 10 hat für die Kategorie 2/B/b zusätzlich  der begründete Verdacht auf "fortgesetzte und schwere Steuerdelikte" zu  bestehen,  damit  basierend  auf  dem  Anhang  zum  Staatsvertrag 10  Amtshilfe  geleistet  werden  kann.  Letzterer  ergibt  sich  bereits  daraus,  dass  eine  in  das  Amtshilfeverfahren  einbezogene  Person  –  trotz  (allfälliger) Aufforderung der ESTV – zu beweisen unterliess, dass sie  ihre  steuerrechtlichen Meldepflichten  in Bezug  auf  ihre  Interessen  an  der "offshore company" erfüllt hat, indem die ESTV ermächtigt worden  wäre,  beim  IRS  Kopien  der  FBAR­Erklärungen  (Reports  of  Foreign  Bank  and  Financial  Accounts)  für  die  relevanten  Jahre  einzuholen  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6053/2010  vom  10. Januar  2011 E. 2.3). 8.6.  Bezüglich  des  Kontos  wird  im  Staatsvertrag 10  verlangt,  dass  dieses  während  mindestens  drei  Jahren  –  einschliesslich  eines  vom  Ersuchen umfassten Jahres – bestand und dass darauf innerhalb einer  beliebigen  Dreijahresperiode,  welche  mindestens  ein  vom  Ersuchen  umfasstes Jahr einschliesst, jährliche Durchschnittseinkünfte von mehr  als  Fr. 100'000.–  erzielt  worden  sind.  Im  Sinn  des  Staatsvertrags 10  werden  für  die  Berechnung  der  Durchschnittseinkünfte  das  Bruttoeinkommen  (Zinsen  und  Dividenden)  und  die  Kapitalgewinne  (die  als  50 %  der  Bruttoverkaufserlöse  berechnet  werden)  herangezogen.  Der  Anhang  zum  Staatsvertrag  10  legt  fest,  wie  die 

A­6614/2010 Kapitalgewinne für den Zweck der Kontoanalyse berechnet werden. Es  besteht  kein  Raum  für  den  Nachweis  der  effektiven  Gewinne  bzw.  Verluste (vgl. E. 4.1 hiervor). 9.  9.1.  Die  ESTV  vertrat  in  der  angefochtenen  Schlussverfügung  die  Auffassung,  betreffend  die  Beschwerdeführenden  seien  sämtliche  Voraussetzungen der Kategorie 2/B/b erfüllt, weshalb Amtshilfe zu leisten  sei.  Dazu  führte  sie  aus,  gemäss  den  Bankunterlagen  hätten  die  Z._______ SA und das von ihr gehaltene Konto während mindestens drei  Jahren  zwischen  1999  und  2008  bestanden  ([…]).  Die  Beschwerdeführenden seien "US persons", da sie Wohnsitz  in den USA  hätten  ([…]). Sie  seien an der Z._______ SA und damit  auch an deren  Bankkonto  mit  der  Stammnummer  _______  wirtschaftlich  berechtigt  gewesen  ([…])  und hätten die ESTV nicht  ermächtigt,  beim  IRS Kopien  ihrer FBAR­Erklärungen einzuholen.  Im Jahr 2002 seien Kapitalgewinne  von mindestens Fr. _______.– erzielt worden ([…]) und damit im Rahmen  von  drei  aufeinander  folgenden  Jahren  mehr  als  durchschnittlich  Fr. 100'000.– pro Jahr.  Zur  Begründung  der  wirtschaftlichen  Berechtigung  der  Beschwerdeführenden  an  der  Z._______  SA  bzw.  am  fraglichen  Konto  reichte  die  ESTV  mit  ihrer  Vernehmlassung  vom  19. November  2010  zudem drei Bankformulare A ein, zwei datierend vom _______ 2000 und  eins vom _______ 1997 ([…]), und verwies auf ein weiteres, sich bereits  in den Bankunterlagen befindliches Dokument ([…]).  9.2.  Neben  den  bereits  abgehandelten  Einwänden  gegen  die  Anwendbarkeit  und  Gültigkeit  des  Staatsvertrags  an  sich,  machen  die  Beschwerdeführenden  insbesondere  geltend,  sie  hätten  keine  Pflicht  gehabt,  FBAR­Erklärungen  einzureichen  und  zudem  seien  sie  an  der  Z._______ SA nicht wirtschaftlich berechtigt gewesen. Auf die Vorbringen  ist nachfolgend im Einzelnen einzugehen. 9.3.  9.3.1. Die Beschwerdeführenden bringen vor, die Pflicht den Sachverhalt  darzulegen  und  damit  die  Beweislast  treffe  zunächst  die  das  Ersuchen  formulierende  Behörde,  was  hier  der  IRS  sei.  Da  dieses  fundamentale  Erfordernis  nicht  eingehalten  worden  sei,  treffe  nun  die  ESTV  die  Beweislast.  Sie  müsse  aufgrund  der  im  VwVG  geltenden  Untersuchungsmaxime  gleichermassen  nach  belastenden  und 

A­6614/2010 entlastenden  Sachverhaltselementen  suchen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  könne  den  von  der  ESTV  festgestellten  Sachverhalt  vollumfänglich  überprüfen,  da  die  Bindung  an  einen  durch  die  ausländische Behörden  im Sachverhalt  umschriebenen,  hinreichend  begründeten Verdacht wegfalle. Die  Beschwerdeführenden  führen  weiter  aus,  es  handle  sich  um  eine  unzulässige  Beweislastumkehr,  wenn  die  vom  Amtshilfeverfahren  betroffene Person  den Beweis  erbringen müsse,  die  FBAR­Erklärungen  eingereicht  zu  haben.  Dies  setzte  nämlich  die  Pflicht  voraus,  dass  ein  solches  FBAR­Formular  überhaupt  hätte  eingereicht  werden  müssen,  wofür der  IRS bzw. die ESTV beweisbelastet wären. Eine solche Pflicht  habe  hier  gerade  nicht  bestanden,  da  die  Z._______  SA  eine  steuerrechtlich selbständige juristische Person ("Non­US business entity")  sei. Es liege der Fall vor, in dem gemäss US­Steuerrecht aufgrund einer  "Lücke" im sog. "QI­System" keine FBAR­Erklärungen an den IRS hätten  übermittelt  werden  müssen.  Wesentlich  sei  ausserdem,  dass  keine  Hinweise  zu  finden  seien,  dass  nicht  stets  das  "Spiel  der  juristischen  Person" gespielt worden sei. 9.3.2.  Was  die  Sachverhaltsermittlung  betrifft,  ist  zunächst  auf  die  Ausführungen  in  E.  3  zu  verweisen.  Demgemäss  hat  die  ESTV  –  nur,  aber  immerhin  –  hinreichende  Anhaltspunkte  für  die  Bejahung  des  Tatverdachts  sowie  für  das  Vorliegen  der  weiteren  Identifikationsmerkmale  gemäss  Anhang  zum  Staatsvertrag  10  zu  nennen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  daraufhin,  ob  die  Schwelle  zur  berechtigten  Annahme  erreicht  ist  oder  ob  die  Sachverhaltsannahmen  der  Vorinstanz  offensichtlich  fehler­  oder  lückenhaft  bzw.  widersprüchlich  erscheinen.  Es  besteht  vorliegend  kein  Anlass,  von  dieser  Rechtsprechung  abzuweichen,  auch  wenn  vom  IRS  kein  konkreter  Sachverhalt  präsentiert  wird,  sondern  die  Amtshilfe  gestützt  auf  das Vorliegen bestimmter Kriterien geleistet wird  (vgl.  dazu  E. 4.1).  Der  Begriff  "reasonable  suspicion"  ist  sodann  staatsvertragsautonom  auszulegen  (vgl.  dazu  den  Pilotentscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts A­6159/2010 vom 28. Januar 2011 E. 3.4.1),  weshalb  die  von  den  Beschwerdeführenden  ebenfalls  angerufenen  Bestimmungen des schweizerischen  (Art. 190 des Bundesgesetzes vom  14. Dezember  1990  über  die  direkte  Bundessteuer  [DBG,  SR  642.11],  Art. 47 des Bankengesetzes vom 8. November 1934 [BankG, SR 952.0])  und  US­amerikanischen  Rechts  unbehelflich  sind  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­7016/2010 vom 1. September 2011 E. 9.2; 

A­6614/2010 vgl.  ferner auch Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­6262/2010 vom  8. April  2011  E. 4.1).  Bezüglich  der  Beweislast  ist  schliesslich  darauf  hinzuweisen, dass die ESTV lediglich zu überprüfen und darzulegen hat,  ob  die  im Anhang  zum Staatsvertrag  10  geforderten  Kriterien  vorliegen  oder nicht. Alle weitergehenden Fragen sind in diesem Verfahren nicht zu  behandeln, sondern wären  in einem allfälligen Verfahren  in den USA zu  klären.  Nichts zu ihren Gunsten abzuleiten vermögen die Beschwerdeführenden  vorliegend aus der inhaltlich nicht weiter zu prüfenden Aussage, wonach  für  sie  keine Meldepflichten  bestanden  hätten. Ob  der  Staatsvertrag  10  nämlich  an  das  sogenannte  QI­Verfahren  anknüpft  oder  nicht,  ist  irrelevant;  von  Bedeutung  ist  einzig  der  Inhalt  des  Staatsvertrags  10.  Dass die Beschwerdeführenden FBAR­Formulare eingereicht hätten, wird  nicht  behauptet.  Laut  Anhang  zum  Staatsvertrag 10  besteht  in  einem  solchen  Fall  der  begründete  Verdacht  auf  "fortgesetzte  und  schwere  Steuerdelikte",  da  die  Beschwerdeführenden  nicht  belegen,  dass  die  steuerlichen  Meldepflichten  erfüllt  worden  sind  (vgl.  vorstehend  E.  8.5;  Urteile des Bundesverwaltungsgerichts A­6242/2011 vom 11. Juli 2011 E.  9.4, A­6932/2010  vom 27. April  2011 E. 4.4,  A­6705/2010  vom 18. April  2011  E. 4.2).  Ein  von  der  ESTV  zu  erbringender  Nachweis  bezüglich  FBAR­Einreichungspflicht  –  wie  von  den  Beschwerdeführenden  vorgebracht – ist dagegen gerade nicht gefordert. 9.4.  9.4.1. Die Beschwerdeführenden stellen sich weiter auf den Standpunkt,  die Kriterien  der Kategorie  2/B/b  seien  vorliegend nicht  erfüllt,  da  sie  in  erster  Linie  nie  an  der  Z._______ SA wirtschaftlich  berechtigt  gewesen  seien.  9.4.2.  Die  Beschwerdeführenden  werden  auf  den  Bankformularen  A,  datierend  vom  _______  2000,  als  wirtschaftlich  Berechtigte  am  UBS­ Konto der Z._______ SA aufgeführt  ([…]). Damit hatte die ESTV bereits  einen  hinreichenden  Anhaltspunkt  für  die  Annahme,  die  Beschwerdeführenden seien am fraglichen Konto wirtschaftlich berechtigt  gewesen  (vgl. Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts A­6605/2010  vom  23. August  2011  E. 9.2.1,  A­7012/2010  vom  21. März  2011  E. 5.3.1 f.,  A­5974/2010  vom  14. Februar  2011  E. 4.2.1).  Unerheblich  ist  diesbezüglich,  dass  nicht  die  Beschwerdeführenden  die  Formulare  unterzeichnet  haben,  sondern  der  für  die  Z._______  SA  bzw.  für  das  fragliche  Konto  zeichnungsberechtigte  A._______  ([…]).  Das  von  der 

A­6614/2010 ESTV in ihrer Vernehmlassung vom 19. November 2010 weiter genannte  Dokument  ([…])  zeigt  sodann,  dass  im  Auftrag  von  X._______  eine  Transaktion  über  das Konto  der  Z._______ SA getätigt wurde.  Aus  der  von der ESTV  in der Schlussverfügung angeführten E­Mail  vom 9. April  2010  ([…])  kann  dagegen  inhaltlich  nicht  allzu  viel  abgeleitet  werden,  handelt  es  sich  dabei  doch  um  eine  bankinterne  E­Mail  betreffend  die  getätigten  "Nachforschungen". Dies ändert  jedoch nichts daran, dass  im  Einklang  mit  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  insgesamt genügende Anhaltspunkte für die wirtschaftliche Berechtigung  der Beschwerdeführenden am fraglichen Konto vorliegen.  Die Beschwerdeführenden  beantragen  in  ihrer Replik  vom 6. Dezember  2010  und  Triplik  vom  21. Dezember  2010,  die  Bankformulare A  ([…])  seien  aus  dem  Recht  zu  weisen.  Sie  machen  diesbezüglich  einerseits  geltend,  die  Schlussverfügung  vom  2. August  2010  sei  ohnehin  nichtig,  weil  im Zeitpunkt des Erlasses der Verfügung die Verfügungsadressaten  mangels Vorliegen der Formulare A noch gar nicht festgestanden hätten  und weil den aus dem Dossier  identifizierbaren Personen vor Erlass der  Verfügung  kein  Zugang  zu  allen  Beweismitteln  eingeräumt  worden  sei.  Andererseits  rügen  sie  –  zumindest  implizit  –  eine  Verletzung  des  rechtlichen Gehörs.  Von  Nichtigkeit  kann  vorliegend  nicht  gesprochen  werden.  Die  Verfügungsadressaten  werden  in  der  angefochtenen  Schlussverfügung  namentlich  genannt  und  standen  damit  im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  Verfügung  klarerweise  fest.  Ob  die  ESTV  nun  aber  bei  den  Verfügungsadressaten,  das  heisst  bei  den  Beschwerdeführenden  zu  Recht von einem genügenden Tatverdacht ausging,  ist Gegenstand des  vorliegenden Verfahrens. Davon zu unterscheiden ist der Umstand, dass  in  den  Bankunterlagen  fälschlicherweise  stand  "FORM  A  DOES  NOT  EXIST" ([…]) und dass die ESTV in der Schlussverfügung vom 2. August  2010  nicht  sämtliche  Beweismittel  nannte.  Aus  der  Schlussverfügung  geht  jedoch klar hervor,  dass die wirtschaftliche Berechtigung eines der  zu  erfüllenden  Kriterien  ist.  Zudem  ist  anzunehmen,  dass  die  Beschwerdeführenden  von  den  Bankformularen  A  vom  _______  2000  längstens Kenntnis hatten und wussten, dass sie darin als wirtschaftlich  Berechtigte  aufgeführt  werden.  Die  Beschwerdeführenden  hatten  überdies nach der Einreichung der Vernehmlassung vom 19. November  2010  ausreichend Gelegenheit,  sich  vor  dem Bundesverwaltungsgericht  zu  fraglichen  Dokumenten  zu  äussern,  wovon  sie  auch  ausgiebig  Gebrauch  gemacht  haben.  Der  Antrag,  die  Bankformulare  A  seien  aus 

A­6614/2010 dem Recht  zu weisen,  stellt  sich  damit  als  unbegründet  heraus  und  ist  abzuweisen.  9.4.3.  Nunmehr  liegt  es  an  den  Beschwerdeführenden,  die  Sachverhaltsannahme  der  Vorinstanz mittels  Urkunden  klarerweise  und  entscheidend zu entkräften (vgl. E. 3 hiervor). Die  Beschwerdeführenden  machen  geltend,  die  Z._______  SA  sei  Vertragspartnerin und am streitbetroffenen Konto wirtschaftlich berechtigt  gewesen bzw. allenfalls A._______. Sie verweisen dazu auf zwei sich bei  den  Bankunterlagen  befindliche  Aktenstücke  ([…]).  Das  Dokument  […]  trägt den Titel "VSB" und es geht darin um die Aktenkundigmachung des  wirtschaftlich  Berechtigten.  Das  Dokument  ist  auf  den  _______  1997  datiert. Gemäss den Beschwerdeführenden sei dort aufgeführt, dass die  Z._______  SA  am  fraglichen  Konto  wirtschaftlich  berechtigt  sei.  Dies  entspricht  jedoch nicht  den  tatsächlichen Gegebenheiten. Vielmehr  sind  die  Zeilen,  auf  welchen  die  Angaben  des  wirtschaftlich  Berechtigten  (Name,  Vorname  bzw.  Firma,  Strasse,  Ort)  angeführt  werden  sollten,  leer.  Die  Z._______  SA  wird  in  diesem  Dokument  lediglich  im  Zusammenhang mit den Kontoangaben aufgeführt. Konkret geht daraus  nur hervor, dass das streitbetroffene Konto auf die Firma der Z._______  SA  lautete.  Dies wird  jedoch  vorliegend  gar  nicht  bestritten.  Keinesfalls  lässt sich damit aber klarerweise und entscheidend entkräften, dass das  Identifikationsmerkmal der wirtschaftlichen Berechtigung in Bezug auf die  Beschwerdeführenden  erfüllt  ist.  Ebenso  wenig  können  die  Beschwerdeführenden  aus  dem  Umstand,  dass  sich  in  den  Bankunterlagen eine Kopie des Passes von A._______  findet  ([…]), der  für die Z._______ SA zeichnungsberechtigt ist (vgl. dazu E. 9.4.2 hiervor)  und  insbesondere  auch  die  genannten  Bankformulare  A  unterzeichnet  hat,  etwas  zu  ihren Gunsten  ableiten.  Selbst wenn  daraus  geschlossen  werden  möchte,  dass  A._______  am  fraglichen  Konto  ebenfalls  wirtschaftlich  berechtigt  gewesen  sei,  würde  dies  nicht  automatisch  gegen  die  wirtschaftliche  Berechtigung  der  Beschwerdeführenden  sprechen.  Der  bestehende  Tatverdacht  wird  dadurch  in  keiner  Weise  entkräftet.  Unerheblich  ist  sodann,  dass  C._______,  welche  gemäss  einem  Bankformular  A  vom  _______  1997  ([…])  ebenfalls  am  streitbetroffenen Konto wirtschaftlich berechtigt war,  in der bankinternen  E­Mail  vom  9. April  2010  betreffend  die  getätigten  "Nachforschungen"  und  in der Schlussverfügung nicht als wirtschaftlich Berechtigte bzw. als  Verfügungsadressatin  genannt  wird.  Offenbar  erfüllt  sie  die 

A­6614/2010 Identifikationskriterien  des  Staatsvertrags  10  nicht;  immerhin  wird  im  fraglichen Bankformular A als "Domicile" [Land, nicht USA] genannt.  Die Beschwerdeführenden stellen sodann den Beweisantrag, A._______  sei betreffend die wirtschaftliche Berechtigung am streitbetroffenen Konto  zu  befragen.  Sie  verkennen  damit,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  keine  Untersuchungshandlungen  vornimmt  und  daher  keine Zeugenbefragungen durchgeführt werden. Vielmehr  ist der Beweis  zur  klaren  und  entscheidenden  Entkräftung  des  Tatverdachts  unverzüglich  und  ohne Weiterungen  durch Urkunden  zu  erbringen  (vgl.  E. 3). Gleiches gilt  für den Antrag, A._______ sei  zu der von der ESTV  angeführten Transaktion  (vgl. dazu oben E. 9.4.2;  […]) zu befragen. Die  beiden Beweisanträge sind daher abzuweisen.  9.5.  Ferner  wenden  die  Beschwerdeführenden  betreffend  die  zu  erfüllenden  Kriterien  ein,  die  Bestimmung  der  Kapitalgewinne  gemäss  dem Staatsvertrag  10  sei  im  vorliegenden  Fall  besonders  stossend,  da  sie  "krass der wirtschaftlichen Realität" widersprechen würde. Auf  diese  Ausführungen  ist  jedoch  nicht  weiter  einzugehen,  da  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  diesen  Einwänden  bereits  mehrfach  auseinandergesetzt hat, worauf zu verweisen ist (vgl. E. 4.1 und E. 8.6). 9.6. Damit  ist  festzuhalten,  dass die Voraussetzungen  zur  Leistung  von  Amtshilfe  in  Bezug  auf  die  Beschwerdeführenden,  namentlich  die  Erfüllung  der  Identifikationskriterien  gemäss  Ziff.  1  Bst.  B  des  Anhangs  zum  Staatsvertrag  10  sowie  das  Vorliegen  des  begründeten  Verdachts  auf  "fortgesetzte  und  schwere  Steuerdelikte"  erfüllt  sind.  Bei  den  Beschwerdeführenden  handelt  es  sich  um  "US  persons",  da  sie  unbestrittenermassen  Wohnsitz  in  den  USA  hatten  bzw.  haben.  Die  Annahme, dass die Beschwerdeführenden am UBS­Konto der Z._______  SA wirtschaftlich berechtigt gewesen waren,  ist berechtigt. Das  fragliche  Konto  bestand  während  drei  Jahren  im  Zeitraum  von  2001  bis  2008.  Alleine  im  Jahr  2002  wurden  sodann  Erträge  von  über  Fr.  300'000.–  erzielt,  wodurch  die  durchschnittlichen  Einkünfte  im  Rahmen  von  drei  aufeinanderfolgenden  Jahren  bereits  höher  als  Fr. 100'000.–  pro  Jahr  gewesen  sind.  Zudem  ist  davon  auszugehen,  dass  die  Beschwerdeführenden ihre steuerlichen Meldepflichten verletzten, da sie  der ESTV keine Ermächtigung erteilten, beim  IRS Kopien seiner FBAR­ Erklärungen  einzuholen.  Die  Beschwerde  ist  damit  im  Hauptantrag  abzuweisen.

A­6614/2010 10.  10.1.  Die  Beschwerdeführenden  sowie  die  beigeladenen  Drittpersonen  machen  im  Wesentlichen  geltend,  sämtliche  Personen,  die  nicht  unter  eine  im  Anhang  zum  Staatsvertrag 10  aufgeführte  Personenkategorie  fallen, seien als unbeteiligte Dritte zu betrachten. Daten dieser Personen  dürften  nicht  übermittelt  werden.  Der  Begriff  des  "unbeteiligten  Dritten"  unterscheide sich im Rahmen der Anwendung des Staatsvertrags 10 von  demjenigen,  der  herkömmlicherweise  im  Bereich  der  Amts­  und  Rechtshilfe  verwendet  werde.  Es  sei  nicht  entscheidend,  ob  die  zu  übermittelnden  Informationen  für  den  IRS  potentiell  erheblich  seien,  sondern einzig, ob die Personen, deren Daten übermittelt werden sollten,  unter  eine  Kategorie  des  Anhangs  zum Staatsvertrag 10  fallen  würden.  Die Beschwerdeführenden und die Beigeladenen  rügen eine Verletzung  des Datenschutzgesetzes. Diese Frage ist  im Rahmen des vorliegenden  Amtshilfeverfahrens  zu  prüfen  (Urteil  des  Bundesgerichts  1C_129/2011  vom  11. Mai  2011  E. 1.2,  mit  Hinweisen;  vgl.  schon  oben  E. 1.1).  Der  Antrag,  es  sei  in  einem  separat  anfechtbaren  Teilentscheid  über  diese  datenschutzrechtliche  Vorfrage  der  Behandlung  der  unter  dem  UBS­ Amtshilfeabkommen  unbeteiligten  Drittpersonen  zu  entscheiden  und  vorab der EDÖB zu konsultieren, ist daher abzuweisen. 10.2. Das Bundesgesetz vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG,  SR  235.1)  gilt  generell  für  das  Bearbeiten  von  Daten  natürlicher  und  juristischer  Personen  durch  Bundesorgane  (Art. 2  Abs. 1  Bst. b  DSG),  wozu die ESTV gehört. Es  ist deshalb auf deren Tätigkeit  grundsätzlich  anwendbar,  soweit  datenschutzrechtliche  Fragen  zu  beurteilen  sind.  Keine  Anwendung  findet  das  Datenschutzgesetz  auf  hängige  Zivilprozesse,  Strafverfahren,  Verfahren  der  internationalen  Rechtshilfe  sowie  staats­  und  verwaltungsrechtliche  Verfahren  mit  Ausnahme  erstinstanzlicher Verwaltungsverfahren  (Art. 2 Abs. 2 Bst. c DSG). Diese  Sonderregelung  beruht  auf  der  Idee,  dass  der  Persönlichkeitsschutz  durch  spezialgesetzliche  Verfahrensnormen  hinreichend  gesichert  ist.  Nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  gilt  dies  für  den  Bereich  der  Amtshilfe  allerdings  nicht  im  gleichen  Masse.  Die  Amtshilfe  kann  diesbezüglich  deshalb  nicht  einfach  aus  Praktikabilitätsgründen  mit  der  internationalen Rechtshilfe in Zivil­ und Strafsachen gleichgesetzt werden  (BGE  126  II  126  E. 5a/aa  zur  Amtshilfe  im  Bereich  des  Börsenrechts).  Dies  gilt  auch  für  die  Amtshilfe  in  Steuersachen  zwischen  der  Schweiz  und  den  Vereinigten  Staaten  in  Sachen  UBS­Kunden.  Der  Staatsvertrag 10  enthält  keine  Bestimmungen  über  die  Lieferung 

A­6614/2010 persönlicher Daten von Drittpersonen. Aus der Vo DBA­USA, welche zur  Anwendung  kommt,  soweit  der  Staatsvertrag 10  keine  spezielleren  Bestimmungen  enthält  (BVGE  2010/40  E. 6.2.2),  kann  ebenfalls  keine  Regel  entnommen  werden.  Einen  Anspruch  auf  Durchführung  eines  Amtshilfeverfahrens  haben  nur  die  vom  Amtshilfegesuch  betroffenen  Personen,  nicht  aber  Drittpersonen,  die  in  den  zu  liefernden  Bankunterlagen  der  UBS­Kunden  zufällig  aufscheinen  (vgl.  Art. 20e  Vo  DBA­USA).  Daten  dieser Drittpersonen  stellen  ebenfalls  Personendaten  im  Sinn  des  Datenschutzgesetzes  dar  (vgl.  Art. 3  Bst. a  DSG).  Für  sie  besteht  im  Amtshilfeverfahren  aber  kein  weitreichender  Persönlichkeitsschutz  durch  spezialgesetzliche  Verfahrensregeln.  Aus  diesem  Grund  muss  das  Datenschutzgesetz  im  Bereich  der  Amtshilfe  grundsätzlich anwendbar sein (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  A­6242/2010 vom 11. Juli 2011 E. 10.2 ff., auch zum Folgenden). 10.3.  Das  Datenschutzgesetz  bezweckt  den  Schutz  der  Persönlichkeit  und  der  Grundrechte  von  Personen,  über  die  Daten  bearbeitet  werden  (Art. 1 DSG). Unter den Begriff des Bearbeitens  fällt unter anderem das  Bekanntgeben von Personendaten (Art. 3 Bst. e DSG). Die Bekanntgabe  von Personendaten durch Bundesorgane wird von Art. 19  in Verbindung  mit  Art. 17  DSG  geregelt.  Diese  dürfen  Personendaten  unter  anderem  bekannt geben, wenn dafür eine Rechtsgrundlage besteht  (Art. 19 DSG  in  Verbindung  mit  Art. 17  Abs. 1  DSG),  wobei  es  bei  besonders  schützenswerten  Daten  (vgl.  Art. 3  Bst. c  DSG)  sowie  Persönlichkeitsprofilen  (vgl.  Art. 3  Bst. d  DSG)  einer  ausdrücklichen  Grundlage in einem formellen Gesetz bedarf (Art. 19 DSG in Verbindung  mit  Art. 17  Abs. 2  DSG).  Ohne  eine  solche  Grundlage  ist  die  Bekanntgabe möglich,  wenn  die Daten  für  den Empfänger  im Einzelfall  zur  Erfüllung  seiner  gesetzlichen  Aufgabe  unentbehrlich  sind  (Art. 19  Abs. 1  Bst. a  DSG).  Als  Datenempfänger  kommen  auch  ausländische  Behörden  in  Frage  (YVONNE  JÖHRI,  in:  David  Rosenthal/Yvonne  Jöhri  [Hrsg.],  Handkommentar  zum  Datenschutzgesetz,  Zürich  2008  [nachfolgend:  Handkommentar],  Rz. 21  zu  Art. 19  DSG;  YVONNE  JÖHRI/MARCEL  STUDER,  in:  Urs  Maurer­Lambrou/Nedim  Peter  Vogt  [Hrsg.],  Datenschutzgesetz,  Basler  Kommentar,  2. Aufl.,  Basel  2006  [nachfolgend: BSK­DSG], Rz. 5 zu Art. 19 DSG). Fehlt  eine  abschliessende  spezialgesetzliche  Regelung  hinsichtlich  der  Verpflichtung zur Bekanntgabe von Personendaten, sind die allgemeinen  Grundsätze der Datenbearbeitung zu beachten (vgl. Art. 4 ff. DSG). Dazu  gehören der Grundsatz der Rechtmässigkeit der Datenbearbeitung (Art. 4 

A­6614/2010 Abs. 1 DSG), der Grundsatz von Treu und Glauben (Art. 4 Abs. 2 DSG),  das Verhältnismässigkeitsprinzip  (Art. 4 Abs. 2 DSG), die Zweckbindung  der Bearbeitung von Personendaten  (Art. 4 Abs. 3 DSG), die Richtigkeit  von Personendaten (Art. 5 DSG) sowie die Beachtung der Anforderungen  an  den  Persönlichkeitsschutz  bei  der  grenzüberschreitenden  Bekanntgabe,  wenn  im  Empfängerstaat  eine  Gesetzgebung  fehlt,  die  einen  angemessenen  Schutz  gewährleistet  (Art. 6  DSG).  Die  Bekanntgabe von Personendaten ist trotz fehlender Gesetzgebung unter  anderem  dann  möglich,  wenn  hinreichende  Garantien,  insbesondere  durch  Vertrag,  einen  angemessenen  Schutz  im  Ausland  garantieren  (Art. 6 Abs. 2 Bst. a DSG). Im vorliegenden Zusammenhang stehen das Verhältnismässigkeitsprinzip  und die Zweckbindung der Datenbearbeitung im Vordergrund. Im Bereich  des  Datenschutzgesetzes  muss  die  Massnahme  geeignet  sein,  das  angestrebte Ziel zu erreichen (Zwecktauglichkeit), und es muss diejenige  Massnahme  gewählt  werden,  welche  den  geringstmöglichen  Eingriff  darstellt. Auch müssen Ziel und Eingriff  in einem vernünftigen Verhältnis  stehen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7040/2009  vom  30. März  2011  E. 8.4;  PHILIPPE  MEIER,  Protection  des  données,  Fondaments, principes généraux et droit privé, Bern 2011, Rz. 665; DAVID  ROSENTHAL,  in:  Handkommentar,  Rz. 20 f.  zu  Art. 4  DSG;  MAURER­ LAMBROU/STEINER, in: BSK­DSG, Rz. 9 zu Art. 4 DSG). Der ebenfalls aus  dem  Verhältnismässigkeitsprinzip  ableitbare  Grundsatz  der  Zweckbindung verlangt, dass die erhaltenen Daten nicht zu einem Zweck  verwendet  werden,  der  mit  dem  ursprünglichen  Zweck  der  Datenbearbeitung unvereinbar ist oder über ihn hinausgehen (BGE 126 II  126  E. 5b/bb;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7040/2009  vom  30. März 2011 E. 8.3; MEIER, a.a.O., Rz. 722 ff.; JÖHRI, a.a.O., Rz. 15 und  24 zu Art. 19 DSG; MAURER­LAMBROU/STEINER, in: BSK­DSG, Rz. 13 f. zu  Art. 4 DSG; JÖHRI/STUDER, in: BSK­DSG, Rz. 36 zu Art. 19 DSG). 10.4. Die  im Datenschutzgesetz  genannten Grundsätze, welche  bei  der  Bekanntgabe  von  Personendaten  zu  beachten  sind,  korrelieren mit  der  bisherigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zur Lieferung  persönlicher  Daten  von  Drittpersonen  im  Rahmen  des  Amtshilfeverfahrens gegen UBS­Kunden. Das Bundesverwaltungsgericht  hat  sich  in  diesem  Zusammenhang  bereits  eingehend  mit  dem  Verhältnismässigkeitsprinzip  und  dem  Spezialitätsprinzip  (Zweckbindungsprinzip)  befasst.  Wie  sich  aus  den  nachfolgenden  Ausführungen ergibt, wird den Anforderungen des Datenschutzgesetzes 

A­6614/2010 an die Bekanntgabe persönlicher Daten von Drittpersonen damit Genüge  getan. 11.  11.1. Im Bereich der Amtshilfe bedeutet das Verhältnismässigkeitsprinzip  zum einen, dass die ersuchte Behörde nicht über das Amtshilfeersuchen  hinausgehen  darf  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6638/2010  vom  9. Mai  2011  E. 6.3,  mit  Hinweisen).  Zum  andern  müssen  die  angeordneten Massnahmen  für  das  ausländische Verfahren  erforderlich  erscheinen.  Die  Frage,  ob  die  ersuchten  Informationen  für  den  gesuchstellenden  Staat  erforderlich  oder  lediglich  nützlich  sind,  bestimmen  die  Behörden  dieses  Staates  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­6933/2010 vom 17. März 2011 E. 10.1, mit  Hinweisen).  Welche  Informationen  für  die  Untersuchung  der  mutmasslichen Steuerdelikte  letztendlich massgeblich sind,  ist  in diesem  Verfahrensstadium  in  der  Regel  noch  nicht  eindeutig  bestimmbar.  Die  schweizerischen  Behörden  dürfen  ihr  Ermessen  jedenfalls  nicht  an  die  Stelle  desjenigen  der  die  Untersuchung  führenden  ausländischen  Behörden  stellen.  Den  ausländischen  Behörden  sind  deshalb  grundsätzlich  diejenigen  Informationen  zu  übermitteln,  die  sich  möglicherweise auf  den  im Amtshilfeersuchen dargestellten Sachverhalt  beziehen können und aus diesem Grund für die weiteren Abklärungen als  unentbehrlich zu betrachten sind. Nicht zu übermitteln sind nur diejenigen  Akten, die  für das ausländische Verfahren mit Sicherheit nicht erheblich  sind  (Urteile  des Bundesverwaltungsgerichts A­6705/2010  vom 18. April  2011  E. 6.2.1,  A­6933/2010  vom  17. März  2011  E. 10.2,  je  mit  Hinweisen). Dies bedeutet, dass die Namen von Dritten, die offensichtlich  nichts mit  den  vorgeworfenen  Handlungen  zu  tun  haben  und  somit  als  unbeteiligte  Dritte  zu  gelten  haben,  im  Bereich  der  Amtshilfe  in  Steuersachen  nicht  an  den  IRS  übermittelt  werden  sollen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6933/2010  vom  17. März  2011  E. 10.2,  A­6705/2010 vom 18. April 2011 E. 6.2.1). 11.2. Zwar enthalten weder der Staatsvertrag 10 noch das DBA­USA 96  noch  die  Vo DBA­USA  explizite  Bestimmungen,  wer  als  "unbeteiligter  Dritter"  gilt.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  können  aber  diesbezüglich  die  einschlägigen  Grundsätze  über  die  internationale  Rechtshilfe auch beim  Informationsaustausch nach Art. 26 DBA­USA 96  herangezogen werden. Dies  entspricht  denn  auch  ständiger  Praxis  und  erscheint  angesichts  des  vergleichbaren  Zwecks  von  Amts­  und  Rechtshilfeverfahren als sachgerecht. Das Bundesverwaltungsgericht hat 

A­6614/2010 keinen  Anlass,  diese  Rechtsprechung  in  Frage  zu  stellen  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6705/2010  vom  18. April  2011  E. 6.2.2,  A­6176/2010 vom 18. Januar 2011 E. 2.4.1 f., A­4013/2010 vom 15. Juli  2010 E. 7.2.1). 11.3. Unbeteiligter Dritter  im Sinne von Art. 10 Ziff. 2 des Staatsvertrags  vom 25. Mai 1973 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  über  gegenseitige  Rechtshilfe  in  Strafsachen  (RVUS,  SR  0.351.933.6),  bei  welchem  Beweismittel  und  Auskünfte  nur  unter  den  in  Art. 10  Ziff. 2  Bst. a­c  aufgeführten  Bedingungen  übermittelt  werden,  ist  einzig,  wer  nach  dem Ersuchen  in  keiner Weise mit  der diesem zugrunde  liegenden Straftat  verbunden zu  sein scheint. Nach bundesgerichtlicher Rechtsprechung kann von einem  unbeteiligten Dritten dann nicht gesprochen werden, wenn eine wirkliche  und  unmittelbare  Beziehung  zwischen  einer  Person  und  einer  der  im  Ersuchen  geschilderten  Tatsachen  besteht,  welche  Merkmal  einer  Straftat ist. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Dritte als Teilnehmer  im strafrechtlichen Sinn anzusehen ist (BGE 120 Ib 251 E. 5b, BGE 112  Ib  462  E. 2b,  BGE 107  Ib  252  E. 2b;  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.430/2005  vom  12. April  2006  E. 6.1).  Mit  anderen  Worten  muss  es  sich  nicht  um  Personen  handeln,  die  als  Beteiligte  am  möglicherweise  begangenen  Delikt  zu  gelten  haben.  Der  Inhaber  eines  Bankkontos,  welches für verdächtige Transaktionen benutzt wurde, ist mithin nicht als  unbeteiligter  Dritter  zu  qualifizieren  (BGE  120  Ib  251  E. 5b).  Weiter  entschied  das  Bundesgericht,  dass  auch  eine  Gesellschaft,  welche  als  Mittlerin  benutzt  wurde,  um  einer  anderen  Gesellschaft  Gelder  zur  Verfügung zu stellen, die dazu bestimmt waren, die im Rechtshilfegesuch  erwähnte Straftat zu begehen oder zu ermöglichen, nicht als unbeteiligte  Dritte  betrachtet  werden  kann.  Das  Gleiche  gilt  für  die  eine  solche  Gesellschaft beherrschenden oder  leitenden natürlichen Personen (BGE  112  Ib  462  E. 2b,  BGE  107  Ib  258  E. 2c;  Urteil  des  Bundesgerichts  1A.60/2000  vom 22. Juni  2000 E. 4c;  vgl.  auch CHRISTOPH PETER,  Zum  Schicksal  des  echten  "unbeteiligten  Dritten"  in  der  Strafrechts­  und  Amtshilfe,  in: Rechtliche Rahmenbedingungen des Wirtschaftsstandortes  Schweiz,  Festschrift  25  Jahre  juristische  Abschlüsse  an  der  Universität  St.  Gallen  [HSG],  St. Gallen  2007,  S. 671).  Dies  muss  nach  dem  Ausgeführten  auch  für  die  Amtshilfe  gelten  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6684/2010  vom  4. Juli  2011  E. 2.4,  A­6797/2010  vom  17. Juni  2011  E. 7.3.3,  A­6932/2010  vom  27. April  2011  E. 6.2,  A­6930/2010  vom  9. März  2011  E. 6.1,  A­6176/2010  vom  18. Januar 2011 E. 2.4.3).

A­6614/2010 11.4. Das Prinzip der Spezialität besagt, dass der ersuchende Staat die  vom  ersuchten  Staat  erlangten  Informationen  einzig  in  Bezug  auf  Personen  oder  Handlungen  verwenden  darf,  für  welche  er  sie  verlangt  und der ersuchende Staat sie gewährt hat. Beruht die internationale Hilfe  auf  Vertrag,  ist  der  ersuchende  Staat  durch  die  Abkommensbestimmungen gebunden. Die Tragweite der Bindung für den  ersuchenden Staat muss aufgrund der in der Rechtshilfe zur Anwendung  gelangenden allgemeinen Grundsätze ergänzt werden,  soweit  sie durch  Verträge  nur  in  den  Grundzügen  umschrieben  ist  (vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.551/2001  vom  12. April  2002  E. 6a;  PETER  POPP,  Grundzüge  der  internationalen  Rechtshilfe  in  Strafsachen,  Basel  2001,  Rz. 287  und  326  ff.;  ROBERT  ZIMMERMANN,  La  coopération  judiciaire  internationale  en  matière  pénale,  Bern  2009,  Ziff. 726).  Im  Bereich  der  Amtshilfe  nach  dem  Doppelbesteuerungsabkommen  mit  den  USA  statuiert der auch vorliegend weiterhin anwendbare Art. 26 DBA­USA 96  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6053/2010  vom  10. Januar 2011 E. 4 und A­4911/2010 vom 30. November 2010 E. 3,  vgl.  auch  bereits  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4013/2010  vom 15. Juli 2010 E. 2.1  ff.) selbst,  für wen und zu welchem Gebrauch  die übermittelten Informationen ausschliesslich bestimmt sind: Sie dürfen "[...]  nur  Personen  oder  Behörden  (einschliesslich  der  Gerichte  und  Verwaltungsbehörden)  zugänglich  gemacht  werden,  die  mit  der  Veranlagung,  Erhebung  oder  Verwaltung,  der  Vollstreckung  oder  Strafverfolgung oder mit der Entscheidung von Rechtsmitteln hinsichtlich der  unter dieses Abkommen fallenden Steuern befasst sind." Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  wird  die  Einhaltung  des  Spezialitätsgrundsatzes durch Staaten, die mit der Schweiz durch einen  Rechtshilfevertrag  verbunden  sind,  nach  völkerrechtlichem  Vertrauensprinzip  als  selbstverständlich  vorausgesetzt,  ohne  dass  die  Einholung einer ausdrücklichen Zusicherung nötig wäre (BGE 107 Ib 264  E. 4b;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6872/2010  vom  1.  September 2011 E. 11.4, mit weiteren Hinweisen). 12.  12.1.  Gemäss  dem  vom  IRS  am  31. August  2009  gestellten  Amtshilfeersuchen  werden,  in  Papier­  oder  elektronischer  Form,  die  folgenden Dokumente verlangt: 1. Kontoinformationen  (einschliesslich  der  Angaben  über  die  Kontoeröffnung, Unterschriftenkarten, Kontostände, Dokumente über die  Organisation  von  Körperschaften,  wie  Gründungsdokumente  oder 

A­6614/2010 andere Unterlagen zum Nachweis der wirtschaftlichen Berechtigung) von  amerikanischen  UBS­Kunden  und  ihrer  verbundenen  juristischen  Personen; 2. Korrespondenzen  und  Mitteilungen  zwischen  der  UBS  AG  und  ihren  amerikanischen  Kunden  oder  zwischen  UBS­Kunden  untereinander  sowie, wenn vorhanden, deren verbundenen juristischen Personen; 3. interne  Daten  aus  dem  Managementinformationssystem  betreffend  amerikanische  UBS­Kunden  und,  wenn  vorhanden,  mit  ihnen  verbundene juristische Personen; 4. UBS­interne Mitteilungen  und  Notizen,  Berichte  und  Sitzungsprotokolle  (einschliesslich  der  "Client  Advisor Workbench  Information")  betreffend  Bank­  und  Wertpapierverkehr  mit  ihren  amerikanischen  Kunden  und,  wenn vorhanden, deren verbundenen juristischen Personen; 5.  sämtliche Registratureinträge  im Zusammenhang mit  dem betreffenden  Konto  und  sämtlichen  verbundenen  Konten,  soweit  diese  Information  nicht schon unter Ziff. 1 bis 4 hievor fällt. Wie sich aus diesem Amtshilfeersuchen unzweideutig ergibt, verlangt der  IRS  die  Übermittlung  sämtlicher  Bankunterlagen  betreffend  die  Errichtung,  Führung  und  Verwaltung  der  UBS­Konten  von  amerikanischen  Steuerpflichtigen  und  den  mit  ihnen  verbundenen  juristischen Personen. Die ersuchende Behörde will in der Lage sein, das  gesamte Dossier der betroffenen UBS­Konten überprüfen zu können (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6684/2010  vom  4. Juli  2011  E. 2.5, A­6638/2010 vom 9. Mai 2011 E. 6.4, A­6933/2010 vom 17. März  2011 E. 10.3). 12.2.  Wie  ausgeführt,  ist  gemäss  Rechtsprechung  einem  Antrag  auf  Anonymisierung  von  Namen  und  Angaben  von  Dritten  nur  dann  stattzugeben, wenn unbeteiligte Dritte betroffen sind. Als solche sind nur  anzusehen, wer mit dem in das Verfahren einbezogenen Konto in keiner  Weise  verbunden  zu  sein  scheint.  Folglich  kann  gerade  nicht  als  unbeteiligter  Dritter  angesehen  werden,  wer  für  das  Konto  zeichnungsberechtigt  ist bzw. war und/oder Vergütungen davon erhalten  hat  (vgl.  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6605/2010  vom  23.  August  2011  E. 12.2,  A­6684/2010  vom  4. Juli  2010  E.  4.2.1,  A­6302/2010  vom  28. März  2011  E.  9.3).  In  einem  solchen  Fall  ist  es  denn  auch  unbeachtlich,  ob  es  sich  bei  den  Dritten  um  sogenannte  "Drittbanken"  handelt,  deren  Konten  nicht  unter  Art.  1  Ziff.1  des  Staatsvertrags 10 fallen. 

A­6614/2010 12.3.  Wird  die  Anonymisierung  von  an  sich  vom  Amtshilfeverfahren  umfassten  Daten  verlangt,  so  genügt  es  grundsätzlich  nicht,  pauschal  vorzubringen,  bei  den  in  den  Kontounterlagen  auftauchenden  Namen  handle  es  sich  um  solche  unbeteiligte  Dritte.  Ist  nämlich  nicht  von  vornherein  zweifelsfrei  ersichtlich,  dass  die  Daten  nichts  mit  dem  Amtshilfeersuchen  zu  tun  haben,  müssen  die  Beschwerdeführenden  jedes  einzelne  Aktenstück,  das  nach  ihrer  Auffassung  von  der  Übermittlung auszuschliessen ist, bezeichnen und im Einzelnen darlegen,  weshalb  dieses  im  ausländischen  Verfahren  nicht  erheblich  sein  kann  (Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­7397/2010  vom  19.  August  2011 E. 6.5,  A­6932/2010  vom 27.  April  2011 E. 6.3,  A­6933/2010  vom  17. März 2011 E. 10.5, mit weiteren Hinweisen).  In  ihrer  Beschwerde  verlangen  die  Beschwerdeführenden  die  Schwärzung  sämtlicher  Daten  von  als  unbeteiligte  Dritte  zu  qualifizierenden  Personen.  Abgesehen  von  den  Beschwerdeführenden  selbst (und später von A._______ und B._______) werden keine Namen  genannt,  deren  Daten  zu  schwärzen  seien.  Auch  auf  die  Aufzählung  konkreter  Dokumente  wird  verzichtet.  Die  pauschale  Behauptung,  dass  als unbeteiligte Dritte alle Personen gelten würden, die nicht UBS­Kunden  respektive  "US­Kunden" seien, wurde bereits widerlegt  (vgl. E. 11.3 und  E. 12.2 hiervor). Die Beigeladenen A._______ und B._______ verlangen  sodann die Schwärzung sämtlicher  sie betreffenden Hinweise. Auch sie  verzichten  auf  die  Nennung  bestimmter  Dokumente  und  die  Darlegung  konkreter  Gründe,  weshalb  sie  nach  ihrer  Auffassung  von  der  Übermittlung  auszuschliessen  sind.  Nach  dem Gesagten  und  entgegen  der Ansicht der Beschwerdeführenden bzw. der Beigeladenen wären sie  jedoch  gehalten  gewesen,  bei  jedem  einzelnen  Aktenstück  genau  darzulegen, weshalb  dieses  im ausländischen Verfahren  nicht  erheblich  sein kann. Abgesehen davon, dass sich der Antrag auf Anonymisierung  dementsprechend  schon  aus  prozessualen  Gründen  als  unzureichend  erweist (vgl. E. 12.3 hiervor), ist auch inhaltlich nicht einzusehen, weshalb  die genannten Personen als unbeteiligte Dritte zu betrachten wären: Sowohl A._______ als auch B._______ sind  für die Z._______ SA bzw.  für das  fragliche Konto unterschriftsberechtigt  ([…]). Damit kann bei den  Beigeladenen  nicht  von  unbeteiligten  Dritten  gesprochen  werden.  Als  solche wäre nur anzusehen, wer mit dem in das Verfahren einbezogenen  Konto  in  keiner Weise  verbunden  zu  sein  schiene. Die Daten  stammen  jedoch  von  mit  dem  UBS­Konto  direkt  verbundenen  Personen  und  beziehen sich direkt und unmittelbar auf dieses Konto. Damit besteht ein 

A­6614/2010 offensichtlicher  Zusammenhang  mit  dem  vorliegenden  Amtshilfeverfahren. Hinzu kommt, dass die ersuchten Unterlagen für das  ausländische  Verfahren möglicherweise  erheblich  sein  können,  geht  es  dem  IRS  doch  gerade  darum,  die  Verschiebung  von  Vermögenswerten  auf das (mutmasslich nicht deklarierte) UBS­Konto überprüfen zu können.  Das  im  Datenschutzgesetz  und  im  Amtshilferecht  gleichermassen  geltende Verhältnismässigkeitsprinzip ist damit gewahrt. Schliesslich enthält die Schlussverfügung der ESTV vom 2. August 2010  eine Verwendungsbeschränkung, wie es sowohl das Datenschutzgesetz  als  auch  das  Amtshilferecht  verlangt.  Demgemäss  dürfen  die  im  Amtshilfeverfahren  erlangten  Unterlagen  von  den  US­amerikanischen  Behörden  nur  in  einem  allfälligen  Verfahren  gegen  die  Beschwerdeführenden  verwendet  werden.  Damit  ist  Art. 6  Abs. 2  Bst. a  DSG ebenfalls Genüge getan.  Die Beschwerde  erweist  sich  demnach  auch  bezüglich  des Antrags  auf  Löschung  der  Beigeladenen  aus  den  zu  übermittelnden  Akten  als  unbegründet. 13.  Nachdem  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Vorbringen  der  Beigeladenen  betreffend  das  Datenschutzgesetz  behandelt  hat,  ist  auf  die Rüge der Verletzung der Rechtsweggarantie nicht weiter einzugehen. 14.  Ausgangsgemäss haben die Beschwerdeführenden die Verfahrenskosten  zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Diese sind auf  insgesamt Fr. 22'000.–  festzulegen  (vgl.  Art.  2  Abs.  1  i.V.m.  Art.  4  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Mit  Zwischenverfügung  vom  25. Februar  2011  wurden  den  Beschwerdeführenden Verfahrenskosten von Fr. 2'000.– auferlegt und im  entsprechenden  Umfang  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  verrechnet.  Die  Beschwerdeführenden  wurden  in  derselben  Verfügung  aufgefordert, einen weiteren Kostenvorschuss von Fr. 2'000.– zu leisten.  Die  verbleibenden Verfahrenskosten  von Fr. 20'000.–  sind demnach mit  dem  restlichen  Kostenvorschuss  von  ebenfalls  Fr.  20'000.–  zu  verrechnen. Parteientschädigungen sind nicht zuzusprechen (vgl. Art. 64  Abs. 1 VwVG e contrario und Art. 7 Abs. 1 VGKE e contrario sowie Art. 7  Abs. 3 VGKE).

A­6614/2010 15.  Dieser  Entscheid  kann  nicht  mit  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten an das Bundesgericht weitergezogen werden (Art. 83  Bst. h BGG; Urteile des Bundesgerichts 1C_129/2011 vom 11. Mai 2011  E. 1.2, 1C_573/2010 vom 7. Januar 2011 E. 2). Der  Antrag  der  Beschwerdeführenden,  die  Rechtsmittelbelehrung  dergestalt  offen  zu  formulieren,  dass  gegen  den  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  innert  10  Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht  Beschwerde  geführt  werden  könne,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  Art.  84  BGG  gegeben  seien,  ist  damit  abzuweisen. Gleiches gilt  schliesslich  für die beantragte Voraberöffnung  per Fax; eine solche ist gesetzlich nicht ausdrücklich vorgesehen und es  besteht auf sie kein Anspruch (Art. 34 Abs. 1 VwVG).

A­6614/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Sämtliche Verfahrensanträge sowohl der Beschwerdeführenden als auch  der Beigeladenen werden abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  insgesamt  Fr.  22'000.–  werden  den  Beschwerdeführenden auferlegt (davon haben die Beschwerdeführenden  Fr. 2'000.– geleistet). Die verbleibenden Gerichtskosten von Fr. 20'000.–  werden  mit  dem  verbleibenden  Kostenvorschuss  von  Fr.  20'000.–  verrechnet. 4.  Es werden keine Parteientschädigungen zugesprochen. 5.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführenden  (Einschreiben;  Beilage:  Kopie  der  Eingaben  der  Beigeladenen  vom  30.  Mai  2011  und  vom  15.  Juni  2011) – die  Vorinstanz  (Ref­Nr.  _______;  Einschreiben;  Kopie  der  Eingabe  der Beigeladenen vom 15. Juni 2011) – die Beigeladenen (Einschreiben) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Daniel Riedo Claudia Zulauf Versand:

A-6614/2010 — Bundesverwaltungsgericht 06.10.2011 A-6614/2010 — Swissrulings