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Bundesverwaltungsgericht 22.12.2011 A-4192/2011

22 dicembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,095 parole·~10 min·2

Riassunto

Radio- und Fernsehempfangsgebühren | Radio- und Fernsehempfangsgebühren

Testo integrale

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung I A­4192/2011 Urteil   v om   2 2 .   D e z embe r   2011 Besetzung Richterin Marianne Ryter Sauvant (Vorsitz), Richter Jérôme Candrian, Richter Beat Forster,    Gerichtsschreiber Andreas Meier. Parteien A._______ Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Kommunikation BAKOM, Abt. Aufsicht und  Funkkonzessionen, Zukunftstrasse 44, Postfach, 2501 Biel,    Vorinstanz,  Billag AG, av. de Tivoli 3, 1700 Freiburg,    Erstinstanz.  Gegenstand Radio­ und Fernsehempfangsgebühren.

A­4192/2011 Sachverhalt: A.  A._______ studierte seit Oktober 2005 an der Universität Z._______. Am  12. November 2006 meldete  er  der Billag AG per Formular  den Betrieb  von  Empfangsgeräten  in  seiner  Zweitresidenz  (Adresse).  In  einem  weiteren  Schreiben  fragte  er  sodann  nach,  ob  die  Anmeldung  eingegangen  sei.  Schliesslich  nahm  die  Billag  AG  am  5. März  2007  telefonisch  mit  A._______  Kontakt  auf.  Anlässlich  dieses  Telefongesprächs  wurde  die  Anmeldung  für  den  privaten  Radio­  und  Fernsehempfang ab 1. Oktober 2006 entgegen genommen. B.  Mit  Schreiben  vom  22. Dezember  2010  teilte  A._______  der  Billag  AG  mit,  es  sei  ihm  zur  Kenntnis  gekommen,  dass  er  als  Student  von  der  Gebührenpflicht  befreit  sei,  zumal  er  nicht  mehr  als  drei  Nächte  pro  Woche  in  Z._______  verbringe.  Da  er  somit  seit  Beginn  des  Studiums  keine  Gebühren  hätte  bezahlen  müssen,  fordere  er  den  Betrag  von  Fr. 1'501.50 zurück. C.  Am  26. Januar  2011  forderte  A._______  die  Billag  AG  erneut  auf,  die  offenen  Rechnungen  zu  stornieren  und  den  Betrag  von  Fr. 1'501.50  zurückzuerstatten. D.  In ihrer Verfügung vom 25. Februar 2011 stellte die Billag AG darauf fest,  dass  die  Gebührenpflicht  seit  dem  1. Oktober  2006  ununterbrochen  bestehe,  eine  rückwirkende  Abmeldung  verweigert  werden  müsse  und  die offenen Rechnungen zu begleichen seien. Zudem führte die Billag AG  aus, dass sie A._______ die Gebühren weiter in Rechnung stellen werde.  Zur  Begründung  verwies  die  Billag  AG  auf  ihre  Praxis,  wonach  Wochenaufenthalter  für  den  Betrieb  von  Empfangsgeräten  am  Zweitwohnsitz  der  Melde­  und  Gebührenpflicht  unterliegen,  sofern  sie  während mehr als der Hälfte der Nutzungsperiode drei oder mehr Nächte  pro Woche am Zweitwohnsitz verbringen und der Hauptwohnsitz während  dieser Zeit ebenfalls bewohnt ist. E.  A._______ erhob am 8. März 2011 beim Bundesamt  für Kommunikation  (BAKOM)  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  der  Billag  AG  und  führte  aus,  dass  er  sich maximal  24 Wochen  pro  Jahr  in  Z._______  aufhalte, 

A­4192/2011 wobei  er  auch  in  diesem  Zeitraum  nicht  drei  oder  mehr  Nächte  dort  verbringe. F.  Mit  Verfügung  vom  6. Juli  2011  wies  das  BAKOM  die  Beschwerde  ab.  A._______  habe  bis  am  22. Dezember  2010  nie  geltend  gemacht,  die  Anmeldung bei der Billag AG sei fälschlicherweise erfolgt. Weiter habe er  den  Nachweis  nicht  erbracht,  die  Voraussetzungen  für  die  Gebührenpflicht nicht zu erfüllen. G.  Am  24. Juli  2011  erhebt  A._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht. Er führt unter anderem aus,  er  habe  ab  2007  bei  der  B._______  in  X._______  ein  einjähriges  Praktikum  absolviert  und  sei  danach  im  September  2008  zu  einem  Pensum von 40% angestellt worden. Er habe ab letzterem Zeitpunkt zwei  Tage  pro  Woche  in  X._______  gearbeitet,  wohin  er  von  seinem  Hauptwohnsitz  in  Y._______  aus  gependelt  sei.  Zudem  macht  der  Beschwerdeführer  geltend,  seinem  Bruder  seien  die  seit  Beginn  des  Studiums bezahlten Gebühren zurück erstattet worden, nachdem dieser  aus demselben Grund an die Billag AG gelangt sei. H.  Am  24. August  2011  lässt  der  Beschwerdeführer  dem  Bundesverwaltungsgericht eine weitere Eingabe zukommen. I.  Die  Billag  AG  (nachfolgend:  Erstinstanz)  verlangt  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  28. September  2011  die  Abweisung  der  Beschwerde. Ebenfalls beantragt das BAKOM (nachfolgend: Vorinstanz)  in  seiner  Vernehmlassung  vom  3. Oktober  2011,  die  Beschwerde  sei  abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden könne.  J.  Der  Beschwerdeführer  lässt  dem  Bundesverwaltungsgericht  innert  Frist  keine Schlussbemerkungen zukommen.

A­4192/2011 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom  20. Dezember 1968 (VwVG, SR 172.021), sofern keine Ausnahme nach  Art. 32  VGG  vorliegt.  Vorinstanzen  sind  die  in  Art. 33  und  Art. 34  VGG  genannten Behörden. Als Verfügungen gelten nach Art. 5 Abs. 2 VwVG  auch Beschwerdeentscheide im Sinne von Art. 61 VwVG. 1.2. Der Beschwerdeentscheid  des BAKOM vom 6. Juli  2011  stellt  eine  Verfügung  im  Sinne  von  Art. 5  VwVG  dar  und  das  BAKOM  ist  nach  Art. 33  Bst. d  VGG  zulässige  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichtes.  Dieses  ist  demnach  zuständig  zur  Beurteilung der vorliegenden Beschwerde. 1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  Adressat  des  angefochtenen  Entscheids  und  wird  durch  diesen  beschwert.  Er  ist  damit  gemäss  Art. 48  Abs. 1  VwVG zur Beschwerde berechtigt. 1.4. Auf  die  im Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte Beschwerde  (Art. 50 und Art. 52 VwVG) ist einzutreten. 2.  2.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  überprüft  die  angefochtene  Verfügung  auf  Verletzung  von  Bundesrecht  –  einschliesslich  der  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  Sachverhaltes  und  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens  –  sowie  auf  Angemessenheit hin (Art. 49 VwVG). 2.2.  Vorliegend  rügt  der  Beschwerdeführer,  die  Vorinstanz  gehe  fälschlicherweise davon aus, dass er während mehr als 26 Wochen pro  Jahr  drei  oder  mehr  Nächte  an  seinem  Zweitwohnsitz  verbringe.  Entsprechend  werde  eine  Gebührenpflicht  zu  Unrecht  bejaht.  Zudem  macht  der  Beschwerdeführer  eine  Verletzung  des  Rechtsgleichheitsprinzips  geltend,  indem er  ausführt,  in  einem anderen,  gleich  gelagerten  Fall  habe  die  Erstinstanz  die  entrichteten  Gebühren  zurückerstattet.  Der  Beschwerdeführer  bezeichnet  den  Entscheid  der  Vorinstanz daher als willkürlich.

A­4192/2011 3.  Am 1. April 2007  sind das neue Bundesgesetz  vom 24. März 2006 über  Radio und Fernsehen  (RTVG, SR 784.40) und die dazugehörige Radio­  und Fernsehverordnung vom 9. März 2007  (RTVV, SR 784.401)  in Kraft  getreten. Sie lösten das Bundesgesetz vom 21. Juni 1991 über Radio und  Fernsehen  (aRTVG,  AS 1992 601  mit  weiteren  Änderungen)  und  die  Radio­  und  Fernsehverordnung  vom  6. Oktober 1997  (aRTVV,  AS 1997  2903  mit  weiteren  Änderungen)  ab.  Da  sich  der  hier  zu  beurteilende  Sachverhalt  (Gebührenpflicht ab dem 1. November 2006)  teilweise noch  unter dem bis zum 31. März 2007 geltenden Recht ereignet hat, ist für die  Beurteilung  der  sich  stellenden  Rechtsfragen  bis  zum  31. März 2007  noch das alte, ab dem 1. April 2007  jedoch das neue Recht anwendbar  (letztmals bestätigt im Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­3230/2011  vom  8. November  2011  E.  3;  vgl.  ANDRÉ  MOSER  /  MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel 2008, Rz. 2.202 mit Hinweisen). 4.  4.1.  Wer  Radio­  und  Fernsehprogramme  empfangen  will,  muss  dies  gemäss  Art. 55  Abs.  1  aRTVG  der  zuständigen  Behörde  vorgängig  melden und hat eine Empfangsgebühr zu entrichten. Die Gebührenpflicht  beginnt nach Art. 44 Abs. 2 aRTVV am ersten Tag des Monats nach der  Vorbereitung  oder  der  Inbetriebnahme  des Empfangsgerätes  und  endet  am  letzten  Tag  des  Monates,  in  dem  die  Einstellung  des  Betriebes  mitgeteilt  wird.  Art. 41  Abs. 2  aRTVG  (in  der  Fassung,  welche  am  1. August 2001  in Kraft getreten  ist  [AS 2001 1680])  legt hinsichtlich der  Empfangsgebühr  eine  Mitwirkungs­  und  Meldepflicht  fest:  Änderungen  des meldepflichtigen Sachverhalts  sind  in  schriftlicher  Form  zu melden.  Diesbezüglich  ist  nach  ständiger Praxis  nicht  zu  beanstanden,  dass die  Erstinstanz  diese  Mitwirkungspflicht  relativ  streng  handhabt  und  eine  deutliche Mitteilung verlangt, wenn die Gebührenpflicht abläuft, da es sich  beim  Inkasso  der  fraglichen  Gebühren  um  Massenverwaltung  handelt  (vgl.  Urteile  des  Bundesgerichts  2A.621/2004  vom  3. November  2004  E. 2.2 und 2C­629/2007 vom 13. März 2008 E 2.1). An dieser Rechtslage  hat  sich  mit  der  Totalrevision  des  Radio­  und  Fernsehgesetzes  nichts  geändert  (vgl.  Art. 68  RTVG;  Art. 60  Abs. 1  RTVV;  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts A­3230/2011 vom 8. November 2011 E. 4.1). 4.2.  Der  Beschwerdeführer  machte  in  seinem  Schreiben  vom  22. Dezember 2010 an die Erstinstanz geltend, als Student sei er von den 

A­4192/2011 Gebühren  befreit.  In  seiner  Beschwerdeschrift  ans  Bundesverwaltungsgericht erläutert er, dass er den "Befreiungstatbestand  des Wochenaufenthalters" erfüllt habe. Gemäss  Art. 43  und  Art.  45  Abs.  1  aRTVV  bzw.  Art. 63  RTVV  sind  gewisse  Kategorien  von  Personen  von  der Melde­  und Gebührenpflicht  befreit (z.B. Personen mit Wohnsitz im Ausland und Bewohnerinnen und  Bewohner von Pflegheimen, sofern jeweils gewisse weitere Bedingungen  erfüllt  sind).  Weiter  werden  Bezüger  von  Ergänzungsleistungen  zur  AHV/IV  nach  Art. 45  Abs. 2  aRTVV  bzw.  Art. 64  RTVV  auf  Gesuch  hin  von  der  Gebührenpflicht  befreit.  Wochenaufenthalter  oder  Studenten  fallen  allerdings  unter  keinen  dieser  Befreiungstatbestände  und  unterliegen  somit,  sofern  die  Voraussetzungen  erfüllt  sind,  der  Gebührenpflicht. 4.3. Vorliegend ist somit zu klären, ob der Beschwerdeführer hinsichtlich  des  Radio­  und  Fernsehempfangs  in  Z._______  melde­  und  gebührenpflichtig  ist, obschon sich sein Hauptwohnsitz bei seinen Eltern  in Y._______ befindet. Aus Art. 42 Abs. 1 aRTVV ergibt sich, dass für die meldende Person und  solche,  die  im  gleichen  Haushalt  leben,  sowie  deren  Gäste  die  Empfangsgebühr  nicht  mehrfach  zu  entrichten  ist  (vgl.  dazu  Urteil  des  Bundesgerichts  2A.528/2006  vom  6. Februar  2007  E.  5.3).  Deutlich  formuliert  dies  neu  Art. 68  Abs. 2  RTVG,  wonach  die  Empfangsgebühr  pro Haushalt  unabhängig  von  der  Zahl  der  Empfangsgeräte  nur  einmal  geschuldet ist. Leben mehrere Personen  im gleichen Haushalt, wobei eine Person sich  aber teilweise in einer Zweitresidenz aufhält, stellt sich die Frage, ob noch  von  einem  gemeinsamen Haushalt  ausgegangen werden  kann  bzw.  ob  vom  Bestehen  eines  separaten  Haushaltes  am  Zweitwohnsitz  auszugehen  ist.  Gesetz  und  Verordnung  enthalten  dazu  keine  ausdrückliche  Regelung.  Wie  die  Vorinstanzen  ausführen,  besteht  für  Wochenaufenthalter allerdings eine ständige Praxis. Danach besteht eine  Melde­  und  Gebührenpflicht  für  den  Radio­  und  Fernsehempfang  am  Zweitwohnsitz, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: – Am  Zweitwohnsitz  werden  Empfangsgeräte  betrieben  oder  zum  Betrieb bereitgehalten; – der Zweitwohnsitz besteht drei Monate oder länger;

A­4192/2011 – am  Zweitwohnsitz  werden  während  mehr  als  der  Hälfte  der  Nutzungsperiode drei oder mehr Nächte pro Woche verbracht; – die Hauptresidenz ist während dieser Zeit ebenfalls bewohnt. Unter Nutzungsperiode  ist dabei die Zeit zu verstehen, während der der  Zweitwohnsitz besteht. 4.4. Nach der bundesgerichtlichen Praxis  ist es zulässig, nicht mehr von  einem  gemeinsamen  Haushalt  auszugehen,  wenn  die  Zweitresidenz  mehr  als  sechs  Monate  pro  Jahr  benutzt  wird.  Denn  im  gemeinsamen  Haushalt leben bedeute zumindest, dauernd unter dem gleichen Dach zu  leben. Wohne  ein  Student  über  die  Hälfte  des  Jahres  auswärts,  sei  es  folgerichtig davon auszugehen, dass dieser einen eigenen Haushalt führe  (Urteil  des  Bundesgerichts  2A.528/2006  vom  6. Februar  2007  E 5.4;  in  anderem  Zusammenhang  bestätigt  in  Urteil  des  Bundesgerichts  2C.320/2009 vom 3. Februar 2010 E. 4.2). Gemäss der erwähnten Praxis  der  Vorinstanzen  wohnt  ein  Benutzer  von  Empfangsgeräten  dabei  in  jenen  Zeiträumen  auswärts,  in  denen  er  drei  oder  mehr  Nächte  pro  Woche am Zweitwohnsitz übernachtet. Dagegen ist nichts einzuwenden.  Die Praxis der Vorinstanzen ist daher gesetzeskonform. 4.5.  Der  Beschwerdeführer  bestreitet  nicht,  am  Zweitwohnsitz  Empfangsgeräte  zu  betreiben.  Weiter  besteht  der  Zweitwohnsitz  unbestritten  seit  mehr  als  drei  Monate.  Wie  die  Erstinstanz  in  ihrer  Stellungnahme ans Bundesverwaltungsgericht ausführt, ist zudem davon  auszugehen, dass der Hauptwohnsitz auch während der Abwesenheiten  des  Beschwerdeführers  von  den  Eltern  bewohnt  ist.  Unter  der  Voraussetzung, dass der Beschwerdeführer während mehr als der Hälfte  der Nutzungsperiode drei oder mehr Nächte am Zweitwohnsitz verbringt,  besteht  nach  der  erwähnten  Praxis  somit  eine  Melde­  und  Gebührenpflicht. In  seiner  Beschwerdeschrift  an  die  Vorinstanz  macht  der  Beschwerdeführer  diesbezüglich  geltend,  er  sei  während  maximal  24  Wochen  pro  Jahr  in  Z._______  (zwei  Studiensemester  à  12  Wochen  Kontaktstudium),  wobei  er  sich  aber  auch  dann  nicht  drei  oder  mehr  Nächte  dort  aufhalte.  Nach  Auffassung  der  Vorinstanzen  hat  der  Beschwerdeführer  den  entsprechenden  Nachweis  indes  nicht  erbringen  können;  die  Folgen  der  Beweislosigkeit  habe  der  Beschwerdeführer  zu  tragen.

A­4192/2011 4.6.  Im  Verwaltungsverfahren  gilt  grundsätzlich  der  Untersuchungsgrundsatz, d.h. die Behörden haben den Sachverhalt von  Amtes  wegen  abzuklären  und  sind  für  die  Beschaffung  der  Entscheidungsgrundlagen verantwortlich. Die Parteien tragen weder eine  Behauptungs­  noch  eine  Beweisführungslast.  Sie  haben  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  allerdings  mitzuwirken  (Art. 13  Abs. 1  VwVG).  Der  Untersuchungsgrundsatz  ändert  indes  nichts  an  der  Verteilung  der materiellen Beweislast,  d.h.  an  der Regelung  der  Folgen  der Beweislosigkeit. Kann ein Sachverhalt nicht bewiesen werden, muss  jeweils diejenige Partei die Folgen tragen, welche daraus Rechte ableiten  will  (analog  zu  Art. 8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuches  vom  10. Dezember 1907 [ZGB, SR 210]; vgl. ULRICH HÄFELIN / GEORG MÜLLER  /  FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. Aufl.,  Zürich  /  St. Gallen  2010,  Rz. 1623  mit  Hinweisen;  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­6559/2008  vom  8. Juni  2009  E. 5.2;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­4463/2011  vom  29. November 2011 E. 3.3). Die Behörden legen ihrem Entscheid denjenigen Sachverhalt zu Grunde,  wie  er  sich  im  Zeitpunkt  der  Entscheidung  darstellt.  Entsprechend  sind  selbst  verspätete  Parteivorbringen  zu  berücksichtigen,  wenn  sie  als  ausschlaggebend erscheinen (Art. 32 Abs. 2 VwVG). Dies bedeutet, dass  die  Parteien  auch  im  Beschwerdeverfahren  vor  Bundesverwaltungsgericht  noch  neue  Sachverhaltsumstände  und  Beweismittel  vorbringen  können  (vgl.  MOSER  /  BEUSCH  /  KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 2.204, 2.206 mit Hinweisen). 4.7.  Der  Beschwerdeführer  hat  sich  für  den  privaten  Radio­  und  Fernsehempfang  in  seiner  Zweitresidenz  angemeldet  und  die  darauf  in  Rechnung  gestellten  Empfangsgebühren  über  einen  längeren  Zeitraum  stets  beglichen.  Die  Erstinstanz  durfte  grundsätzlich  davon  ausgehen,  dass die Anmeldung zu Recht erfolgte und der Beschwerdeführer melde­  und  gebührenpflichtig  war.  Sie  trifft  in  dieser  Hinsicht  nur  eine  beschränkte Untersuchungspflicht. Man kann von ihr nicht verlangen, alle  von den Gerätebenutzern erhaltenen – oder nicht erhaltenen – Angaben  systematisch zu überprüfen. Dies gilt insbesondere für Informationen, von  welchen  die  Erstinstanz  ohne  unverhältnismässigen  Aufwand  keine  Kenntnis haben kann, da sie sich auf die persönlichen Verhältnisse des  Benutzers  beziehen  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  2168/2007 vom 18. November 2008 E 4.3, wonach die Erstinstanz aber  besonders dann zur Überprüfung der erhaltenen Angaben verpflichtet ist, 

A­4192/2011 wenn dies  anhand bereits  vorhandener Daten möglich  ist, wie  etwa bei  Doppelanmeldungen).  Wer  geltend  macht,  die  Anmeldung  sei  fälschlicherweise erfolgt, ist zudem beweisbelastet. Misslingt der Beweis,  darf grundsätzlich von der Gebührenpflicht ausgegangen werden. Ebenso  ist  eine  angemeldete  Person,  die  geltend  macht,  die  Voraussetzungen  der  Gebührenpflicht  seien  seit  der  Anmeldung  entfallen,  dafür  mit  dem  Beweis belastet.  4.8. Die Erstinstanz  hielt  in  ihrer Stellungnahme  an  die Vorinstanz  vom  13. April 2011 fest, es sei davon auszugehen, dass ein Student an einer  Universität bzw. Hochschule sich  in der Regel mehr als zwei Nächte die  Woche in seiner Zweitresidenz am Studienort aufhalte. Andernfalls stelle  sich  für  den  Studenten  nämlich  die  Frage,  ob  eine  Zweitresidenz  überhaupt  noch  lohnenswert  sei.  Weiter  dauere  ein  Studiensemester  nicht  selten  länger  als  zwölf  Wochen,  wobei  viele  Studenten  ihre  Zweitresidenz  auch  während  den  Prüfungsphasen  für  zwei  bis  drei  Wochen  weiterhin  benützten.  Die  Vorinstanz  führte  in  ihrem  Entscheid  sodann  aus,  ein Masterstudium  an  der  Hochschule  Z._______  enthalte  neben  dem  Kontakt­  auch  ein  Kontextstudium,  eine  Masterarbeit  und  verschiedene Prüfungen. Der Aufwand werde in ECTS­Credits berechnet,  wobei  ein  Vollzeitstudium  mit  60  Credits  pro  Jahr  veranschlagt  werde,  was  1'500  bis  1'800  Stunden  Aufwand  pro  akademischem  Jahr  entspreche. Bei 24 Wochen pro Jahr und drei Tagen pro Woche ergäben  sich  somit  mindestens  21  Stunden  pro  Tag.  Der  Beschwerdeführer  mache  auch  nicht  geltend,  ein  Teilzeitstudium  zu  absolvieren  oder  an  einem anderen Ort einer Arbeit nachzugehen.  Der  Beschwerdeführer  führt  in  seiner  Beschwerdeschrift  ans  Bundesverwaltungsgericht  nunmehr  aus,  dass  der  zeitgemässe Student  bereits  in  tieferen  Semestern  ersten  beruflichen  Herausforderungen  nachgehen  müsse.  Seit  dem  zweiten  Semester  sei  er  deshalb  verschiedenen  Studentenjobs  und  weiteren  Beschäftigungen  nachgegangen.  So  sei  er  zunächst  bei  einem  Sicherheitsdienst  beschäftigt  gewesen. Weiter habe er ab 2007 ein einjähriges Praktikum  bei der B._______  in X._______ absolviert. Während dieses einjährigen  Praktikums habe er  jeweils bei  seinen Eltern  in Y._______ übernachtet,  da  er  von  dort  wesentlich  schneller  nach  X._______  habe  gelangen  können  als  von  Z._______  aus.  Im  September  2008  sei  sein  Praktikumsvertrag in einen Teilarbeitsvertrag mit einem Pensum von 40%  umgewandelt  worden.  Ab  diesem  Zeitpunkt  habe  er  an  jeweils  zwei  Tagen pro Woche weiter  in X._______ gearbeitet und sei auch während 

A­4192/2011 dieser  Zeit  jeweils  von  Y._______  nach  X._______  gependelt.  Die  Wohnung  in  Z._______  habe  er  nur  noch  sporadisch  genutzt,  etwa  um  bereits  einen Tag vor dem strengen Universitätstag nach Z._______  zu  reisen.  Da  man  in  dieser  Wohnung  einer  erheblichen  Lärmbelastung  ausgesetzt  sei,  habe  er  sich  zudem  entschieden,  während  der  Lernphasen  nicht  dort  zu  lernen,  sondern  zuhause  bei  den  Eltern  in  Y._______. Für ihn sei auch die Bibliothek keine Alternative gewesen. Mit  der  Beschwerdeschrift  reicht  der  Beschwerdeführer  zunächst  einen  von  ihm  verfassten  Lebenslauf  ein,  aus  dem  hervorgeht,  dass  der  Beschwerdeführer  seit  Oktober 2005  an  der  Universität  Z._______  studiert und im Juli 2009 einen Bachelorabschluss bzw. im Februar 2011  einen  Masterabschluss  erreicht  hat.  Das  erwähnte  Praktikum  bei  der  B._______  dauerte  laut  Lebenslauf  von Oktober 2007  bis  August 2008,  wobei  unklar  ist,  ob  der  Beschwerdeführer  zu  einem  Voll­  oder  Teilzeitpensum  beschäftigt  war.  Die  Teilzeitbeschäftigung  bei  der  B._______ ab September 2008 ist ebenfalls aufgeführt. Weiter reicht der  Beschwerdeführer ein Arbeitszeugnis der B._______ ein, das über seine  Tätigkeit bis zum 30. Januar 2011 Auskunft gibt und aus dem hervorgeht,  dass  er  zuletzt  zu  einem  Pensum  von  40%  angestellt  war.  Ebenfalls  reicht  der  Beschwerdeführer  ein  Arbeitszeugnis  der  C._______  für  den  Zeitraum vom 1. Februar 2007 bis zum 31. März 2010 ein. 4.9. Es ist mit den Vorinstanzen einig zu gehen, dass man grundsätzlich  davon  ausgehen  kann,  eine  Studentin  oder  ein  Student  verbringe  während  des  Semesters  und  den  Prüfungsphasen  mindestens  drei  Nächte  pro  Woche  in  ihrer  bzw.  seiner  Zweitresidenz  am  Studienort.  Macht  eine  Studentin  oder  ein  Student  jedoch  konkrete  Umstände  geltend,  aufgrund  derer  sie  oder  er  sich  weniger  oft  am  Studienort  aufhalte, ist die Gebührenpflicht im Einzelfall zu prüfen. Vorliegend ist wie  erläutert  (vgl.  E 4.7  hiervor)  der  Beschwerdeführer  mit  dem  Beweis  belastet,  er  habe  sich  weniger  als  die  Hälfte  der  Nutzungsperiode  drei  oder mehr Nächte pro Woche in Z._______ aufgehalten. Der  Beschwerdeführer  erläutert  nicht,  welchen  Studentenjobs  und  weiteren  Beschäftigungen  er  im  Einzelnen  bereits  seit  dem  zweiten  Semester  nachgegangen  ist.  Aus  den Akten  geht  bloss  hervor,  dass  er  am 1. Februar 2007 die Teilzeitstelle bei der C._______ angetreten hat,  Arbeitspensum  und  ­ort  sind  allerdings  unklar.  Damit  wurde  nicht  dargelegt, weshalb der Beschwerdeführer  jeweils bloss zwei Nächte pro  Woche  in Z._______ verbracht haben sollte. Weiter herrscht hinsichtlich 

A­4192/2011 der  Behauptung  des  Beschwerdeführers,  er  habe  sich  ausserhalb  des  Kontaktstudiums  nicht  in  Z._______  aufgehalten,  Beweislosigkeit.  Zu  beachten ist  insbesondere, dass bereits das Kontaktstudium 24 Wochen  pro  Jahr  dauert,  und  sich  der  Beschwerdeführer  somit  nur  noch  drei  Wochen darüber hinaus  in Z._______ aufgehalten haben muss,  um die  Voraussetzungen  für  die  Gebührenpflicht  zu  erfüllen.  Auch  wenn  der  Beschwerdeführer sich während der Prüfungsphasen grundsätzlich nicht  in Z._______ aufgehalten haben will, so fanden dort doch die Prüfungen  selber statt. Überdies erscheint die Nähe zur Bibliothek zumindest beim  Verfassen von schriftlichen Arbeiten ein Vorteil. Entsprechend  ist  davon  auszugehen, dass die Voraussetzungen der Melde­ und Gebührenpflicht  für den Radio­ und Fernsehempfang am Zweitwohnsitz gegeben waren,  der  Beschwerdeführe  sich  daher  nicht  irrtümlich  bei  der  Erstinstanz  angemeldet hat und diese die Empfangsgebühren ab 1. November 2006  zu Recht in Rechnung gestellt hat. 4.10. Mit dem eingereichten Arbeitszeugnis belegt der Beschwerdeführer  dann immerhin, dass er ab September 2008 mit einem Pensum von 40%  bei  der  B._______  in  X._______  arbeitete.  Zudem  führt  er  aus,  er  sei  jeweils  von  Y._______  aus  nach  X._______  gependelt.  Die  Erstinstanz  wendet  in  ihrer Vernehmlassung ein, da der Beschwerdeführer während  zwei  Tagen  pro  Woche  in  X._______  gearbeitet  habe,  sei  davon  auszugehen, dass er fünf Tage pro Woche in Z._______ verbracht habe.  Jedoch hat auch die Erstinstanz zuvor nie  in Zweifel gezogen, dass der  Beschwerdeführer grundsätzlich noch bei seinen Eltern wohnt(e) und sich  als  Wochenaufenthalter,  und  damit  generell  nicht  am  Wochenende,  in  Z._______  aufgehalten  hat.  Vielmehr  kann  aufgrund  des  eingereichten  Arbeitszeugnisses  davon  ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer  habe sich an maximal drei Tagen pro Woche  in Z._______ aufgehalten.  Daraus kann aber nicht gefolgert werden, dass er weniger als drei Nächte  dort  verbracht  hat.  So  dürften  unter  Umständen  nicht  nur  die  Nächte  zwischen  zwei  Universitätstagen  am  Studienort  verbracht  werden,  sondern z.B. auch jede Nacht, welche einem Universitätstag vorausgeht.  Vorliegend  führt  der  Beschwerdeführer  sogar  selber  aus,  er  habe  die  Zweitwohnung  nur  noch  sporadisch  genutzt,  "um  bereits  einen  Tag  vor  dem strengen Universitätstag nach Z._______ zu  reisen". Entsprechend  hat  der  Beschwerdeführer  den  Nachweis  nicht  erbracht,  sich  während  des  Kontaktstudiums  weniger  als  drei  Nächte  pro  Woche  in  seiner  Zweitresidenz aufgehalten zu haben.

A­4192/2011 Ebenso bleibt die Behauptung unbewiesen, der Beschwerdeführer habe  sich  ausserhalb  des  Kontaktstudiums  nie  drei  Nächte  oder  mehr  pro  Woche  in  Z._______  aufgehalten.  Denn  nach  wie  vor  sind  hier  Anwesenheiten aufgrund von Prüfungsterminen und schriftlichen Arbeiten  in Betracht zu ziehen. Folglich ist auch für die Zeit ab September 2008 eine Gebührenpflicht zu  bejahen. 4.11. Soweit unklar und vom Beschwerdeführer nicht bewiesen ist, ob er  während  des  Praktikums  bei  der  B._______  von  Oktober 2007  bis  August 2008 zu einem Voll­ oder Teilzeitpensum beschäftigt war (vgl. E.  4.8),  ist  festzuhalten,  dass  dies  nicht  weiter  relevant  ist.  Sollte  sich  nämlich der Beschwerdeführer in diesem Zeitraum tatsächlich seltener in  Z._______  aufgehalten  haben,  ist  er  jedenfalls  seiner Meldepflicht  nicht  nachgekommen: Nachdem er sich bei der Erstinstanz angemeldet hatte  und  davon  auszugehen  ist,  dass  eine  Melde­  und  Gebührenpflicht  tatsächlich  bestand,  oblag  es  dem  Beschwerdeführer,  Änderungen  des  meldepflichtigen Sachverhalts schriftlich mitzuteilen (Art. 68 Abs. 3 RTVG  i.V.m.  Art. 60  Abs. 1  RTVV;  vgl.  E. 4.1).  Darunter  fallen  jegliche  Umstände,  welche  die  Gebührenpflicht  beenden  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­2550/2009  vom  16. Juni  2010  E. 4.3).  Sollte  sich  der  Beschwerdeführer  also  während  seines  Praktikums  weniger häufig  in seiner Zweitresidenz aufgehalten haben, hätte er dies  der  Erstinstanz  schriftlich  mitteilen  müssen,  um  die  Gebührenpflicht  zu  beenden.  Nur  wenn  bereits  die  Anmeldung  bei  der  Erstinstanz  fälschlicherweise erfolgt wäre  ­ was wie erwähnt nicht der Fall  ist  ­  und  eine Melde­ und Gebührenpflicht  somit gar nie begründet worden wäre,  würde es auf den Zeitpunkt der Mitteilung nicht ankommen. 5.  5.1.  Schliesslich  macht  der  Beschwerdeführer  in  seinen  Eingaben  ans  Bundesverwaltungsgericht  geltend,  die  Erstinstanz  habe  im  gleich  gelagerten Fall seines Bruders eine Rückerstattung der bereits bezahlten  Beträge vorgenommen. In einem Rechtsstaat müsse bei zwei oder mehr  identischen  Fällen  das  gleiche  Urteil  gesprochen  werden.  Der  Beschwerdeführer  beruft  sich  somit  auf  das  Rechtsgleichheitsprinzip:  Gemäss  Art. 8  Abs. 1  der  Bundesverfassung  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101) sind alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Dies bedeutet, dass  Gleiches  nach Massgabe  seiner Gleichheit  gleich  und Ungleiches  nach 

A­4192/2011 Massgabe  seiner  Ungleichheit  ungleich  zu  behandeln  ist  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN  /  WALTER  HALLER  /  HELEN  KELLER,  Schweizerisches  Bundesstaatsrecht, 7. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2008, Rz. 752, 765). Der  Beschwerdeführer  hat  nicht  substantiiert  dargelegt,  dass  der  vorliegende  Fall  und  der  Fall  seines  Bruder  im  rechtserheblichen  Sachverhalt  übereinstimmen.  Dies  ist  fraglich.  Hat  sich  der  Bruder  des  Beschwerdeführers  z.B.  bereits  fälschlicherweise  bei  der  Erstinstanz  angemeldet  und  konnte  er  dies  belegen,  so  stand  einer Rückerstattung  nichts  im  Weg  (vgl.  E. 4).  Ohnehin  aber  geht  der  Grundsatz  der  Rechtmässigkeit  der  Verwaltung  dem  Rechtsgleichheitsprinzip  in  der  Regel vor. Hat eine Behörde in einem Fall eine vom Gesetz abweichende  Entscheidung getroffen, so gibt dies dem Bürger, der sich in der gleichen  Lage  befindet,  grundsätzlich  keinen  Anspruch  darauf,  ebenfalls  abweichend  von  der  Norm  behandelt  zu  werden.  Ein  solcher  Anspruch  auf  "Gleichbehandlung  im  Unrecht"  wird  nach  der  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung  nur  in Ausnahmefällen  anerkannt,  nämlich  dann, wenn  eine rechtsanwendende Behörde eine gesetzeswidrige Praxis pflegt und  überdies  zu  erkennen  gib,  dass  sie  davon  auch  in  Zukunft  nicht  abweichen werde (BGE 122 II 446 E. 4a, BGE 132 II 485 E. 8.6; vgl. auch  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts A­5751/2009 vom 17. März 2011).  Hinsichtlich  der  Voraussetzungen  der  Gebührenpflicht  berufen  sich  die  Vorinstanzen  jedoch auf eine gesetzeskonforme Praxis  (vgl. E. 4.4) und  haben  vorliegend  auch  entsprechend  entschieden.  Ob  es  im  Einzelfall  des Bruders des Beschwerdeführers zu einem Abweichen von der Praxis  kam,  ist  nicht  relevant.  Auch  haben  die  Vorinstanzen  nicht  erkennen  lassen, dass sie in Zukunft Rückerstattungen vornehmen würden, obwohl  kein  Anspruch  darauf  besteht.  Entsprechend  muss  auch  nicht  geklärt  werden, ob es  im Fall  des Bruders des Beschwerdeführers allenfalls  zu  Unrecht zu einer Rückerstattung gekommen ist. 5.2. Die Rüge des Beschwerdeführers, der Entscheid der Vorinstanz sei  willkürlich, ist damit ebenfalls zurückzuweisen. 6.  Die  Vorinstanzen  sind  somit  zu  Recht  davon  ausgegangen,  dass  der  Beschwerdeführer seit November 2006 der Gebührenpflicht unterlag und  eine  solche  auch  weiterhin  bestand.  Die  Beschwerde  ist  daher  abzuweisen.

A­4192/2011 Sollte  der  Beschwerdeführer  die  Wohnung  in  Z._______  unterdessen  ganz aufgegeben haben, muss er dies der Erstinstanz schriftlich mitteilen,  um die Gebührenpflicht zu beenden  (Art. 68 Abs. 5 RTVG  i.V.m. Art. 60  Abs. 1 RTVV; vgl. dazu E. 4.1 und 4.11).

A­4192/2011 7.  7.1. Bei  diesem Ausgang  des Verfahrens  gilt  der Beschwerdeführer  als  unterliegende Partei, weshalb er in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 VwVG  die Verfahrenskosten zu tragen hat. Diese sind auf Fr. 500.– festzusetzen  (Art. 1  ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]) und mit dem in derselben Höhe geleisteten Kostenvorschuss  zu verrechnen. 7.2. Angesichts  seines Unterliegens  steht  dem Beschwerdeführer  keine  Parteientschädigung zu (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 VGKE).

A­4192/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 500.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung gesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]; Einschreiben) – das Generalsekretariat UVEK (Gerichtsurkunde) – die Erstinstanz (Gerichtsurkunde) Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Ryter Sauvant Andreas Meier

A­4192/2011 Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000 Lausanne 14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  Die  Frist steht still vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 Abs.  1 Bst. c BGG). Die Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und  hat  die Begehren,  deren Begründung mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid  und  die  Beweismittel  sind,  soweit  sie  der  Beschwerdeführer  in  Händen  hat,  beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

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