§ 65 EG KESR, § 67 EG KESR, Noven in der Beschwerde. In Sachen des Kindes- und Erwachsenenschutzes gilt generell kein Noven-Ausschluss. (aus einem Entscheid des Obergerichts:)
2.3 Weiter gelten aufgrund von § 67 EG KESR im Beschwerdeverfahren an sich Novenschranken, analog den Regeln des Art. 317 Abs. 1 ZPO. Indes kommen in den Belangen des Kindesschutzes sowohl die uneingeschränkte Untersuchungsmaxime als auch die Offizialmaxime zur Anwendung (vgl. § 65 EG KESR, Art. 446 Abs. 1 und 3 ZGB sowie Art. 296 Abs. 1 und 3 ZPO; vgl. auch BGer Urteil 5A_528/2015 vom 21. Januar 2016, E. 2, sowie BGE 144 III 349). Gemäss konstanter Praxis der Kammer gilt dasselbe bei Erwachsenenschutzbelangen, und zwar zum einen, weil weder das ZGB in Art. 446 noch das EG KESR bei der Regelung der Beschwerde für die Erwachsenenschutzbelangen von den Kindesschutzbelangen abweichende Regelungen aufstellen. Zum anderen ist die Offizialmaxime sachlich untrennbar mit der Untersuchungsmaxime verbunden (vgl. etwa STECK, a.a.O., Art. 446 N 8) und hat sie daher zwangsläufig auch im Beschwerdeverfahren zu gelten (gl. M. STECK, a.a.O., TUOR/SCHNYDER/JUNGO, ZGB, 14. A., Zürich 2015, S. 742, dort Rz. 21, MARANTA/AUER/MARTI, in: BSK ZGB I, 6. A., Basel 2018, Art. 446 N 40 f.). Im Übrigen gelten für Beschwerden i.S. der §§ 64 ff. EG KESR i.V.m. den Art. 450 - 450c ZGB die selben allgemeinen Prozessvoraussetzungen wie für die in der ZPO geregelten Rechtsmittel. Es sind daher insbesondere die Art. 59 f. ZPO zu beachten.
Obergericht, II. Zivilkammer Urteil vom 26. August 2019 Geschäfts-Nr.: PQ190050-O/U