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Zivilprozessrecht - Rechtsmittel - Berufungsanträge – KGE (I. Zivilrechtliche Abteilung) vom 2. Dezember 2012, X. c. Y. - TCV C1 12 8 Berufung ZPO: Anträge - Die Berufung muss auch im Anwendungsbereich der Offizialmaxime bestimmte und bei Geldforderungen bezifferte Anträge enthalten (Art. 84 Abs. 2, 311 Abs. 1 und 315 Abs. 1 ZPO; E. 2.1, 2.2. und 2.3). - Trotz formell mangelhaften Rechtsbegehren ist auf die Berufung einzutreten, wenn sich aus der Begründung in Verbindung mit dem angefochtenen Entscheid klar ergibt, was der Berufungskläger verlangt (E. 2.4 und 2.5). Appel du CPC : conclusions - Même en cas d’application de la maxime d’office, l’appel doit contenir des conclusions précises, lesquelles seront chiffrées lorsqu’il s’agit de prétentions pécuniaires (art. 84 al. 2, 311 al. 1 et 315 al. 1 CPC ; consid. 2.1, 2.2 et 2.3). - Malgré des conclusions lacunaires quant à la forme, il y a lieu d’entrer en matière sur l’appel, si l’argumentation en relation avec la décision attaquée permet de déterminer clairement ce que l’appelant requiert (consid. 2.4 et 2.5).
Aus den Erwägungen
2. Vorab gilt es zu überprüfen, ob die Berufungsanträge genügen, um auf die Berufung eintreten zu können. 2.1 Ein Rechtsbegehren muss nämlich so bestimmt sein, dass es im Falle der Gutheissung der Klage unverändert zum Urteil erhoben werden kann (Kummer, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. A., Bern 1984, S. 107; zur Berufung ausdrücklich Hungerbühler, in: Brunner/ Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung [ZPO] Kommentar, Zürich/St. Gallen 2011, N. 14 zu Art. 311 ZPO; Bundesgerichtsurteil 5A_384/2007 vom 3. Oktober 2007 E. 1.3, in: FamPra.ch 2008 S. 226). Aus diesem Prozessgrundsatz folgt demnach für das vorliegende Verfahren, dass der Berufungskläger, weil er mit der Zahlung von Unterhaltsbeiträgen an seine unmündige Tochter einverstanden ist, seine Berufungsanträge zu beziffern hat (vgl. Seiler, Die Berufung nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung, Diss. Basel 2011, N. 883 f.; Trezzini, in: Commentario al Codice di diritto processuale civile svizzero, Lugano 2011, S. 1368 f.; Reetz/Theiler, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.],
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Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [ZPO], Zürich 2010, N. 34 zu Art. 311 ZPO), wobei in der Lehre das Erfordernis der Bezifferung der Berufungsanträge teilweise auch aus Art. 84 Abs. 2 ZPO abgeleitet wird. Dasselbe ergibt sich im Übrigen aus Art. 315 Abs. 1 ZPO, wonach die Berufung die Rechtskraft und die Vollstreckbarkeit des angefochtenen Entscheids im Umfang der Anträge hemmt. Sodann bestätigt die Berufungsinstanz den angefochtenen Entscheid oder entscheidet neu; eine Rückweisung an die erste Instanz hat die Ausnahme zu bleiben (Art. 318 Abs. 1 ZPO; Botschaft ZPO, S. 7376 Ziff.5.23.1). Schliesslich ermöglichen erst klare und im Falle von Geldforderungen bezifferte Anträge der Gegenpartei, sich in der Berufungsantwort zu verteidigen (Art. 312 ZPO) und darüber zu entscheiden, ob sie - soweit dies möglich ist - Anschlussberufung erheben will (Art. 313 f. ZPO; BGE 137 III 617 E. 4.3). 2.2 Das Erfordernis der Bezifferung der Berufungseingabe gilt auch für die Festlegung des Kindesunterhaltes, wo die Offizialmaxime anwendbar ist. Nach Art. 296 Abs. 3 ZPO entscheidet das Gericht bei Kinderbelangen in familienrechtlichen Angelegenheiten ohne Bindung an die Parteianträge (vgl. dazu Botschaft ZPO, S. 7366 f. Ziff. 5.21; allgemein zur Offizialmaxime: Art. 58 Abs. 2 ZPO). Die Offizialmaxime gilt in diesen Angelegenheiten auch vor der kantonalen Rechtsmittelinstanz (Botschaft ZPO, BBl 2006 S. 7375 Ziff. 5.23.1; Hohl, Procédure civile, Tome II, Bern 2010, N. 2252). Die Einleitung des Rechtsmittelverfahrens setzt auch unter der Offizialmaxime voraus, dass eine Partei ein form- und fristgerechtes Rechtsschutzersuchen an die Rechtsmittelinstanz richtet (vgl. Seiler, a.a.O., N. 891 und N. 1632; Sutter, Auf dem Weg zur Rechtseinheit im schweizerischen Zivilprozessrecht, Zürich 1998, N. 332; ähnlich wohl Steck, Basler Kommentar, N. 38 zu Art. 296 ZPO; a.M. Killer, in: Kommentar zur aargauischen Zivilprozessordnung, 2. A., Aarau 1998, N. 7 zu Art. 223 ZPO/AG). 2.3 Damit sind im vorliegend zu behandelnden Berufungsverfahren auch für den Kindesunterhalt Anträge erforderlich, die den aufgezeigten Anforderungen an die Bezifferung genügen müssen (Seiler, a.a.O., N. 891; Jeandin, in: Code de procédure civile commenté, Basel 2011, N. 4 zu Art. 311 ZPO; wohl auch Trezzini, a.a.O., S. 1369 und Reetz/Theiler, a.a.O., N. 35 zu Art. 311 ZPO; BGE 137 III 617 E. 4.5.3).