Skip to content

Luzern Kantonsgericht 1. Abteilung 23.06.2015 1C 15 18 (2015 I Nr. 10)

23 juin 2015·Deutsch·Lucerne·Kantonsgericht 1. Abteilung·HTML·351 mots·~2 min·3

Résumé

Die Schlichtungsbehörde Miete und Pacht kann für Entscheide, die sie gemäss Art. 212 ZPO fällt, Gerichtskosten erheben und gegebenenfalls Parteientschädigungen zusprechen. Das Beschwerdeverfahren gegen Entscheide der Schlichtungsbehörde Miete und Pacht, die nach Art. 212 ZPO ergehen, ist nicht kostenlos. | Art. 113 Abs. 1 ZPO, Art. 113 Abs. 2 lit. c ZPO, Art. 114 ZPO und Art. 212 ZPO. | Zivilprozessrecht

Texte intégral

Rechtsprechung Luzern

Instanz: Kantonsgericht Abteilung: 1. Abteilung Rechtsgebiet: Zivilprozessrecht Entscheiddatum: 23.06.2015 Fallnummer: 1C 15 18 LGVE: 2015 I Nr. 10 Gesetzesartikel: Art. 113 Abs. 1 ZPO, Art. 113 Abs. 2 lit. c ZPO, Art. 114 ZPO und Art. 212 ZPO. Leitsatz: Die Schlichtungsbehörde Miete und Pacht kann für Entscheide, die sie gemäss Art. 212 ZPO fällt, Gerichtskosten erheben und gegebenenfalls Parteientschädigungen zusprechen. Das Beschwerdeverfahren gegen Entscheide der Schlichtungsbehörde Miete und Pacht, die nach Art. 212 ZPO ergehen, ist nicht kostenlos. Rechtskraft: Dieser Entscheid ist rechtskräftig. Entscheid: Aus den Erwägungen: ​ 7.2. Im Schlichtungsverfahren werden unter anderem bei Streitigkeiten aus Miete und Pacht von Wohn- und Geschäftsräumen keine Parteientschädigungen und keine Gerichtskosten gesprochen (Art. 113 Abs. 1 und Abs. 2 lit. c ZPO). In der Aufzählung der Streitigkeiten, in denen im Entscheidverfahren keine Gerichtskosten gesprochen werden, figurieren miet- und pachtrechtliche Streitigkeiten nicht (vgl. Art. 114 lit. a-e ZPO). In der Lehre hat sich vor diesem Hintergrund in jüngster Zeit die Auffassung durchgesetzt, dass für miet- und pachtrechtliche Streitigkeiten nur das eigentliche Schlichtungsverfahren, nicht jedoch das spätere Entscheidverfahren kostenlos ist, dass also ein Entscheid der Schlichtungsbehörde in Streitigkeiten aus Miete und Pacht, den sie nach Art. 212 ZPO fällt, grundsätzlich kostenpflichtig ist (Rüegg, Basler Komm., 2. Aufl. 2013, Art. 113 ZPO N 4a; Gasser/Rickli, Schweizerische Zivilprozessordnung, Kurzkomm., 2. Aufl. 2014, Art. 113 ZPO N 4; Gloor/Umbricht Lukas, in: Kurzkomm. ZPO [Hrsg. Oberhammer/Domej/Haas], 2. Aufl. 2014, Art. 212 ZPO N 5; Honegger, in: Komm. zur Schweizerischen Zivilprozessordnung [Hrsg. Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger], 2. Aufl. 2013, Art. 212 ZPO N 5; Urwyler und Rickli, in: Schweizerische Zivilprozessordnung Komm. [Hrsg. Brunner/Gasser/Schwander], Zürich 2011, Art. 113 ZPO N 5 und Art. 212 ZPO N 18; anders nur noch Sterchi und Alvarez/Peter, Berner Komm., Bern 2012, Art. 113/114 ZPO N 7 und Art. 207 ZPO N 13, allerdings lediglich unter Berufung auf die frühere Regelung gemäss aArt. 274d Abs. 2 OR). Dem ist zuzustimmen.

Die Schlichtungsbehörde Miete und Pacht kann demnach für Entscheide, die sie gemäss Art. 212 ZPO fällt, Gerichtskosten erheben und gegebenenfalls Parteientschädigungen zusprechen. Das Beschwerdeverfahren gegen Entscheide der Schlichtungsbehörde Miete und Pacht, die nach Art. 212 ZPO ergehen, ist nicht kostenlos (vgl. Rüegg, a.a.O., Art. 113 ZPO N 6).

1C 15 18 — Luzern Kantonsgericht 1. Abteilung 23.06.2015 1C 15 18 (2015 I Nr. 10) — Swissrulings