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Bundesverwaltungsgericht 06.01.2012 E-7003/2011

6 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,144 mots·~6 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 22. Dezember 2011 /

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­7003/2011 E­7005/2011 Urteil   v om   6 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi;   Gerichtsschreiber Tobias Meyer. Parteien A._______, geboren am (…),  Beschwerdeführerin, und ihre Söhne  B._______, geboren am (…),  Beschwerdeführer 1, und  C._______, geboren am (…),  Beschwerdeführer 2, alle Russland,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügungen des BFM vom 22. Dezember 2011 / N (…)  (Beschwerdeführerin und Beschwerdeführer 2; E­7003/2011)  und N (…) (Beschwerdeführer 1; E­7005/2011).

E­7003/2011 E­7005/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Beschwerdeführenden eigenen Angaben zufolge ihr Heimatland  am  18. August  2011  verliessen  und  am  21.  August  2011  über  ihnen  unbekannte Transitländer  in die Schweiz gelangten, wo sie am gleichen  Tag um Asyl nachsuchten, dass die Beschwerdeführerin am 9. September 2011 zur Person befragt  und am 17. November 2011 zu ihren Fluchtgründen angehört wurde, dass der Beschwerdeführer 1 am 19. September 2011 zur Person befragt  und am 23. November 2011 zu seinen Fluchtgründen angehört wurde, dass der Beschwerdeführer 2 am 9. September 2011 zur Person befragt  und am 23. November 2011 zu seinen Fluchtgründen angehört wurde, dass  die Beschwerdeführenden  dabei  im Wesentlichen  vorbrachten,  sie  hätten am 27. Juni 2011 einem jungen, ihnen unbekannten Mann für zwei  Nächte bei sich zu Hause Obdach gewährt, dass  sie  am darauf  folgenden Tag  nach  einer Schiesserei  im Hof  ihres  Hauses  von  uniformierten  Militärs  in  ihrer  Wohnung  verhaftet  worden  seien,  der  junge  Mann,  der  bei  der  Schiesserei  einen  Militär  schwer  verletzt habe, aber wohl habe fliehen können, dass sie in der Haft zur Identität des jungen Mannes befragt, geschlagen  und beschuldigt worden seien, Aufständische zu sein, jedoch am gleichen  Tag  (Beschwerdeführerin)  respektive  zwei  Tage  später  (Beschwerdeführer  1  und  2,  nach  Bezahlung  von  300'000  Rubel)  frei  gelassen worden seien, dass  anschliessend  mehrmals  wöchentlich  Uniformierte  zu  ihnen  nach  Hause  gekommen  seien  und  sie  über  dem  jungen  Mann  ausgefragt  hätten, dass  es  sich  bei  dem  jungen  Mann  wohl  um  einen  Boevik  (Kämpfer)  gehandelt habe, dass  schliesslich  am  10. August  2011  andere  Uniformierte  aufgetaucht  seien und sie mit dem Tod bedroht hätten, wenn sie nicht bis Ende Monat  über den jungen Mann Auskunft gäben,

E­7003/2011 E­7005/2011 dass sie daraufhin ihre Ausreise organisiert und Russland am 18. August  2011 verlassen hätten, dass  das  BFM  mit  drei  separaten  Verfügungen  alle  datiert  vom  22. Dezember  2011  –  der  Beschwerdeführerin  und  dem  Beschwerdeführer 2 am 23. Dezember 2011 und dem Beschwerdeführer  1  am  27. Dezember  2011  eröffnet  –  in  Anwendung  von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG, SR 142.31) auf  ihre  Asylgesuche nicht eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz verfügte und  den Vollzug der Wegweisung anordnete, dass  das  BFM  in  allen  drei  Verfügungen  zur  Begründung  im  Wesentlichen anführte, die Beschwerdeführenden hätten innert der ihnen  gesetzten Frist von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe keine Reise­  oder Identitätspapiere abgegeben, dass die Vorbringen zu ihren Fluchtgründen ebenso wie ihre Angaben zur  Reise in die Schweiz unglaubhaft seien, dass  die  Beschwerdeführenden  die  Flüchtlingseigenschaft  damit  nicht  erfüllten,  zusätzliche  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  aufgrund der Aktenlage nicht erforderlich seien und sich der Vollzug der  Wegweisung als zulässig, zumutbar und möglich erweise, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  29.  Dezember  2011  (Poststempel)  in  einem  Schriftstück  gegen  alle  drei  Verfügungen  des  BFM  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhoben  und  dabei  beantragten, die Verfügungen des BFM seien aufzuheben und die Sache  sei zur materiellen Beurteilung an das BFM zurückzuweisen, dass  sie  in  prozessualer  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragten, dass sie zur Begründung ihrer Beschwerde im Wesentlichen vorbringen,  sie  hätten  den  Asylbehörden  verschiedene  Dokumente  abgegeben,  die  ihre  Identität  zweifelsfrei  bestätigten,  das  BFM  verkenne  die  tschetschenische  Wirklichkeit  und  die  Beschwerdeführerin  sei  offensichtlich gesundheitlich angeschlagen und am Ende ihrer Kräfte,

E­7003/2011 E­7005/2011 dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  3. Januar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht, was vorliegend nicht der Fall  ist  (Art. 105 AsylG  i. V. m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen haben,  durch  die  angefochtenen Verfügungen  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  aufgrund  des  engen  sachlichen  und  persönlichen  Zusammenhanges sowie aus prozessökonomischen Gründen die beiden  Verfahren E­7003/2011 und E­7005/2011 vereinigt werden und  in einem  Urteil  über  die  alle  drei  Verfügungen  des  BFM  betreffende  Beschwerdeeingabe vom 29. Dezember 2011 entschieden wird, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  respektive  einer  zweiten  Richterin  entschieden wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine solche handelt, weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a  Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde,

E­7003/2011 E­7005/2011 dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, die das BFM in  Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. a i.V.m. Art. 32 Abs. 3 AsylG getroffen  hat, die Beurteilungskompetenz des Bundesverwaltungsgerichts nicht auf  die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch  nicht  eingetreten  ist,  sondern  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand bildet, wobei über deren Bestehen beziehungsweise  Nichtbestehen abschliessend materiell zu entscheiden ist, soweit dies im  Rahmen einer summarischen Prüfung möglich  ist  (vgl. BVGE 2007/8 E.  2.1 und 5.6.5 mit Hinweisen), dass das BFM die Frage der Wegweisung und des Wegweisungsvollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  den  Behörden  nicht  innert  48  Stunden  nach  Einreichung  des  Gesuchs  Reise­  oder  Identitätspapiere  abgeben, dass  die  Beschwerdeführenden  bei  der  Befragung  zur  Person  einen  Führerschein  der  Beschwerdeführerin,  einen  Führerschein  und  einen  Studentenausweis  des  Beschwerdeführers  1  und  einen  Studentenausweis des Beschwerdeführers 2 einreichten, dass es sich dabei nicht um Reise­ oder  Identitätspapiere  im Sinne von  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  handelt  (vgl.  BVGE  2007/7)  und  die  Beschwerdeführenden damit  innerhalb der  ihnen eingeräumten Frist von  48  Stunden  keine  rechtsgenüglichen  Reise­  oder  Identitätspapiere  abgegeben haben, dass die Regel von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG keine Anwendung findet,  wenn Asylsuchende glaubhaft machen können, sie seien zur Einreichung  rechtsgenüglicher  Reise­  oder  Identitätspapiere  aus  entschuldbaren  Gründen  nicht  in  der  Lage,  oder  wenn  aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft festgestellt wird  oder  sich  aufgrund  der  Anhörung  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt  (Art.  32  Abs.  3  Bst.  a  –  c  AsylG),

E­7003/2011 E­7005/2011 dass  das  BFM  zu  Recht  davon  ausging,  die  Beschwerdeführenden  führten keine entschuldbaren Gründe an, aufgrund deren sie nicht in der  Lage gewesen wären, Reise­ oder Identitätspapiere abzugeben, dass  die  Aussagen  der  Beschwerdeführenden,  sie  seien  nur  mit  ihren  Inlandpässen  in  einem  Camion  versteckt  in  vier  Tagen  von  Tschetschenien  in  die  Schweiz  gefahren,  ohne  kontrolliert  worden  zu  sein,  und  hätten  dann  in  der  Schweiz  aufgrund  ihrer  Erschöpfung  vergessen,  vom  Chauffeur  ihre  Inlandpässe  zurückzuverlangen,  unsubstantiiert sowie unplausibel und damit unglaubhaft sind, dass  die  Beschwerdeführerin  zudem  während  ihrer  Anhörung  plötzlich  aussagte,  sie  habe  ihren  Inlandpass  in  ihrem  Haus  in  Tschetschenien  gelassen,  diesen  dann  aber  innert  der  ihr  schriftlich  vom  BFM  angesetzten Frist nicht einreichte, dass das BFM damit zu Recht davon ausging, es sei unglaubhaft, dass  die  Beschwerdeführenden  in  der  beschriebenen  Art  und  Weise  ohne  Reisepapiere in die Schweiz gelangt seien und es bestünden damit keine  entschuldbaren  Gründe  für  die  Nichteinreichung  rechtsgenüglicher  Papiere, dass  damit  zu  prüfen  bleibt,  ob  aufgrund  der  Akten  die  Flüchtlingseigenschaft  festgestellt  werden  kann  oder  ob  sich  die  Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses  ergibt, dass  das  BFM  zu  Recht  davon  ausging,  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden seien in ihrer Gesamtheit unglaubhaft,  dass  es  insbesondere  unplausibel  ist,  dass  die  Beschwerdeführenden  von dem Mann, den sie bei sich hätten übernachten  lassen, nur gerade  den Vornamen  kennen wollen  und  angeben, weder  seinen Nachnamen  zu  kennen,  noch  zu  wissen  woher  er  gekommen  oder  wieso  er  in  der  Stadt sei, dass  ihre  Ausführungen  zu  der  angeblichen  Schiesserei  im  Hof  ihres  Hauses  vage  und  unsubstantiiert  sind  und  sie  insbesondere  nicht  angeben  können,  wo  sich  der  junge  Mann  zu  dieser  Zeit  aufgehalten  habe,  ob  er  an  der  Schiesserei  beteiligt  gewesen  sei  oder wie  er  habe  entkommen können,

E­7003/2011 E­7005/2011 dass  die  Darstellungen  der  Beschwerdeführenden  bezüglich  der  Uniformierten, die sie angeblich regelmässig aufgesucht hätten, ebenfalls  vage und schematisch ausfallen und insbesondere ihre Ausführungen zu  den  Vorkommnissen  am  10. August  2011  unbestimmt  und  teilweise  widersprüchlich sind, dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  deshalb  insgesamt  als  nicht  glaubhaft  im Sinne  von Art.  7  AsylG  zu  bezeichnen  sind  und  das  BFM  ihre Flüchtlingseigenschaft  zu Recht  als nicht  gegeben ansah und  zusätzliche  Abklärungen  diesbezüglich  oder  bezüglich  allfälliger  Wegweisungshindernisse als nicht notwendig erachtete, dass das BFM mithin zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  nicht auf die Asylgesuche der Beschwerdeführenden eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK] 2001 Nr. 21), weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet  wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden 

E­7003/2011 E­7005/2011 (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  den  Beschwerdeführenden  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  ersichtlich  sind,  die  den  Beschwerdeführenden im Heimatland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass,  obwohl  die  Sicherheitslage  angespannt  und  die  wirtschaftliche  Situation schwierig  ist, auf dem Gebiet der Tschetschenischen Republik  nicht  mehr  von  einer  Situation  wie  Krieg,  Bürgerkrieg  oder  allgemeiner  Gewalt ausgegangen werden muss (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.5), dass die Beschwerdeführenden keiner der  in Tschetschenien besonders  gefährdeten Gruppe angehören (vgl. BVGE 2009/52 E. 10.2.3), dass  die  Beschwerdeführerin  vor  ihrer  Ausreise  in  Tschetschenien  als  ausgebildete  (…)  arbeitete,  die  beiden  Beschwerdeführer  ein  Studium  absolvierten und die Familie über eine Eigentumswohnung verfügte, dass die Beschwerdeführenden in Tschetschenien auch über ein intaktes  soziales  Netz  verfügen  und  die  geltend  gemachte  gesundheitliche  Angeschlagenheit der Beschwerdeführerin – die nach der Angst und der  Flucht  am  Ende  ihrer  Kräfte  sei  –  nichts  an  der  Zumutbarkeit  einer  Rückkehr in ihr Heimatland ändert,

E­7003/2011 E­7005/2011 dass  es  somit  keinen  Grund  für  die  Annahme  gibt,  die  Beschwerdeführenden  würden  nach  einer  Rückkehr  in  ihr  Heimatland  einer  existenziellen  Not  und  somit  einer  konkreten  Gefährdung  ausgesetzt,  und  sich  der  Wegweisungsvollzug  damit  als  zumutbar  erweist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  den  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtenen  Verfügungen  Bundesrecht  verletzen,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellen  oder  unangemessen  sind  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass  die  Beschwerdebegehren  sich  als  aussichtslos  erwiesen  haben,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  (Art.  65  Abs.  1  VwVG)  abzuweisen  ist  und  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 ff.  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2))  den  Beschwerdeführenden aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG), dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses mit dem vorliegenden Urteil gegenstandslos wird. (Dispositiv nächste Seite)

E­7003/2011 E­7005/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird betreffend die Beschwerdeführerin und die beiden  Beschwerdeführer abgewiesen. 2.  Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  den  Beschwerdeführenden  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Tobias Meyer Versand:

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