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Bundesverwaltungsgericht 08.02.2012 E-699/2012

8 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,096 mots·~5 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 1. Februar 2012

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­699/2012 Urteil   v om   8 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Bruno Huber, mit Zustimmung von Richter Walter Lang; Gerichtsschreiber Nicholas Swain. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka,  zur Zeit im Transit des Flughafens B._______,    Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 1. Februar 2012 / N _______.

E­699/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest,  dass der Beschwerdeführer am 14. Januar 2012 bei der Flughafenpolizei  B._______ ein Asylgesuch stellte, dass ihm mit Verfügung vom 14. Januar 2012 die Einreise in die Schweiz  vorläufig  verweigert  und  für  die  Dauer  von  maximal  60  Tagen  der  Transitbereich des Flughafens als Aufenthaltsort zugewiesen wurde, dass  ein  Fingerabdruckvergleich  mit  der  Eurodac­Zentraleinheit  ergab,  dass  er  in  Norwegen  ein  Asylgesuch  eingereicht  hatte  und  in  diesem  Zusammenhang erkennungsdienstlich erfasst worden war, dass  am  16.  Januar  2012  eine  summarische  Befragung  des  Beschwerdeführers stattfand und ihm dabei das rechtliche Gehör zu einer  mutmasslichen  Zuständigkeit  Norwegens  für  die  Durchführung  des  vorliegenden  Verfahren  und  zu  einer  allfälligen  Wegweisung  dorthin  gewährt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  vorbrachte,  sein  in  Norwegen  gestelltes  Asylgesuch sei vier Mal abgewiesen worden, und er befürchte, von den  norwegischen Behörden nach Sri Lanka zurückgeführt zu werden, wo ihm  eine politisch motivierte Verfolgung durch die Behörden drohe, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  1.  Februar  2012  –  eröffnet  am  2.  Februar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  dem  Transitbereich  des  Flughafens  B._______  nach  Norwegen  sowie  den  Vollzug anordnete, dass das Bundesamt  ihn aufforderte,  den Transitbereich  spätestens am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  den  Kanton  B._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  feststellte, eine allfällige Beschwerde gegen diese Verfügung habe keine  aufschiebende  Wirkung,  und  dem  Beschwerdeführer  die  editionspflichtigen Akten gemäss Aktenverzeichnis aushändigte, dass  es  zur  Begründung  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  nach  eigenen Angaben  in Norwegen  um Asyl  nachgesucht,  was  durch  einen  Eurodac­Treffer bestätigt werde,

E­699/2012 dass  die  norwegischen  Behörden  dem  Gesuch  um  Übernahme  des  Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art. 16  Abs.  1  Bst. e  der  Verordnung  (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung von  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung eines Asylantrags zuständig ist, den ein Staatsangehöriger eines  Drittlandes  in  einem Mitgliedstaat  gestellt  hat  (Dublin  II­VO)  zugestimmt  hätten, dass somit Norwegen gestützt auf das Abkommen vom 26. Oktober 2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]),  auf  das  Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17.  Dezember  2004,  SR 0.362.32)  und  in  Berücksichtigung  der  Dublin  II­VO  sowie  der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur  Dub­lin  II­VO  (Dublin­DVO)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig sei, dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  der  Frist  –  bis  spätestens  am  31.  Juli  2012  zu  erfolgen  habe, dass keine Hinweise auf eine mögliche Verletzung des Non­Refoulement­ Gebots  oder  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101)  im  Falle  einer  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach  Norwegen  bestehen und weder die dort herrschende Situation noch andere Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  der  Wegweisung  in  diesen  Staat  sprechen  würden, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Telefax­Eingabe  vom  7.  Februar  2012  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob und in materieller Hinsicht beantragte, die Verfügung des BFM sei  aufzuheben und es sei  ihm das Asyl respektive die vorläufige Aufnahme 

E­699/2012 wegen  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  und  Unmöglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs zu gewähren, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte,  dass  er  weiter  beantragte,  es  sei  jegliche  Datenweitergabe  an  die  Behörden  seines  Heimatstaates  zu  unterlassen,  und  er  sei  in  einer  separaten Verfügung über eine allenfalls bereits erfolgte Weitergabe von  Daten in Kenntnis zu setzen, dass  er  zum  Beleg  seiner  Vorbringen  eine  im  Internet  publizierte  Pressemitteilung  vom  September  1997,  Bestätigungsschreiben  der  (…)  (undatiert) sowie der Vorsteherin der  (…) Schule  in C._______ vom 27.  Januar  2012,  eine  Vorladung  vom  9.  September  2007  und  einen  Haftbefehl der Polizeibehörde in D._______ sowie einen Arztbericht vom  8. Juli 2010, alle in Kopie, zu den Akten reichte,  dass für den Inhalt der Beschwerde auf die Akten verwiesen und − soweit  entscheidwesentlich  −  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  darauf  eingegangen wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  7.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und erwägt, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet,

E­699/2012 dass  sich das Verfahren nach dem VwVG  richtet,  soweit  das VGG und  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 37 VGG und Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  vorbehältlich  der  nachstehenden  Erwägungen  einzutreten  ist  (Art. 108  Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111 Bst. e AsylG), und es sich, wie nachfolgend aufgezeigt, um eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  auf  einen  Schriftenwechsel  verzichtet wurde, dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat,  dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zur  neuen  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass die Vorinstanz die Frage der Wegweisung und des Vollzugs  indes  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von 

E­699/2012 Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheids stellen, dass  die  Verfügung  als  Anfechtungsgegenstand  in  der  Bundesverwaltungsrechtspflege  den  äusseren Rahmen  bildet,  innerhalb  welchem  die  Parteien  der  Rechtsmittelinstanz  ein  Rechtsverhältnis  zur  Beurteilung unterbreiten können, dass der durch die Parteibegehren definierte Streitgegenstand nicht über  den  Anfechtungsgegenstand  hinaus  reichen  darf,  Gegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  somit  grundsätzlich  nur  sein  kann,  was  Gegenstand  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  war  oder  nach  richtiger  Gesetzesauslegung  hätte  sein  sollen  (vgl.  ANDRÉ  MOSER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich 2008, Rz. 3 zu Art. 52; CHRISTOPH  AUER,  Streitgegen­  stand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen,  Bern  1997,  S.  63;  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, S. 149), dass  die  angefochtene  Verfügung  keine  Regelung  betreffend  Flüchtlingseigenschaft und Gewährung von Asyl enthält, dass mit dem in der Rechtsmitteleingabe gestellten Begehren, es sei dem  Beschwerdeführer  Asyl  zu  gewähren,  der  Streitgegenstand  in  unzulässiger Weise über den in der angefochtenen Verfügung geregelten  Anfechtungsgegenstand  hinaus  erweitert  wird  (vgl.  AUER,  a.a.O.,  S.  63;  BGE 110 V 51 E. 3c), weshalb darauf nicht einzutreten ist, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  nachweislich  und  unbestrittenermassen  in  Norwegen ein Asylgesuch gestellt hat, dass das BFM die norwegischen Behörden am 19. Januar 2012 gestützt  auf  Art.  16  Abs.  1  Bst.  e  Dublin  II­VO  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers ersuchte und diese dem Ersuchen mit Schreiben vom  31. Januar 2012 zustimmten, 

E­699/2012 dass  die  Vorinstanz  deshalb  zu  Recht  feststellte,  gestützt  auf  die  Dub­    lin II­Verordnung sei die Zuständigkeit auf dieses Land übergegangen, dass  der  Beschwerdeführer  somit  ohne  Weiteres  in  einen  Drittstaat  (vorliegend  Norwegen)  ausreisen  kann,  welcher  für  die  Prüfung  des  Asylantrages staatsvertraglich zuständig ist, dass,  auch wenn  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  in Norwegen  rechtskräftig abgewiesen worden sein sollte, dieses Land gemäss Art. 16  Abs.  2  Bst.  e  Dublin  II­VO  weiterhin  für  das  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers bis zu einem allfälligen Wegweisungsvollzug (Art. 16  Abs.  4  Dublin  II­VO;  vgl.  dazu  auch  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG,  Dublin­II­Verordnung,  3.,  überarb.  Aufl.,  Wien/Graz  2010,  K25  zu Art. 16 Abs. 4) zuständig ist, dass  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  nicht  geeignet  sind,  die diesbezüglichen Erwägungen der Vorinstanz in Frage zu stellen, dass  es  den  norwegischen  Behörden,  welche  −  wie  oben  dargelegt –  staatsvertraglich dafür zuständig sind, obliegt, die vom Beschwerdeführer  vorgebrachten Probleme mit den Behörden seines Heimatstaats und die  zu  deren  Beleg  beigebrachten  Dokumente  zu  prüfen,  und  die  auf  Beschwerdeebene  vorgebrachte  Gefährdung  im  Falle  seiner  erzwungenen  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  im  vorliegenden  Verfahren  demnach nicht gehört werden kann, dass  Norwegen  unter  anderem  Signatarstaat  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30),  der  EMRK  und  des  Übereinkommens  vom  10.  Dezember  1984  gegen  Folter  oder  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) ist, dass keine Hinweise dafür bestehen, wonach Norwegen sich nicht an die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, halten  würde,  dass aufgrund der Aktenlage  insbesondere nicht davon auszugehen  ist,  Norwegen werde den Beschwerdeführer  in Verletzung der vorgenannten  völkerrechtlichen Abkommen in sein Heimatland zurückschaffen,

E­699/2012 dass  eine  adäquate  medizinische  Behandlung  seiner  gesundheitlichen  Probleme in Norwegen gewährleistet ist, dass  insgesamt  keine  schwerwiegenden  humanitären Gründe  im  Sinne  von  Art.  29a  Abs.  3  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zu  erkennen  sind,  die  einer  Überstellung  des  Beschwerdeführers  nach  Norwegen  entgegenstehen  und  aus  diesem Grunde  einen Selbsteintritt  der  Schweiz  (Art.  3  Abs.  2  Dublin II­VO) als angezeigt erscheinen lassen würden, dass das BFM nach dem Gesagten zu Recht  in Anwendung von Art. 34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer [AuG, SR 142.20]) stellt, sondern vor  der  Prüfung  des  Nichteintretens  im  Rahmen  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Dublin II­VO) oder gegebenenfalls – wenn sich  Familienmitglieder  in verschiedenen Dublin­Mitgliedstaaten befinden und  zusammengeführt  werden  sollen  –  bei  der  Ausübung  der  sogenannten  Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  der  Beschwerdeführer  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, soweit darauf  einzutreten ist,  dass das Gesuch um vorsorgliche Massnahmen  im Zusammenhang mit  einer Datenweitergabe an den Heimatstaat durch den direkten Entscheid  in der Hauptsache gegenstandslos geworden ist, dass  aus  den  Akten  nicht  hervorgeht,  es  seien  bereits  Daten  an  den  Heimatstaat  übermittelt  worden,  weshalb  auf  das  Begehren  um  entsprechende Offenlegung nicht einzugehen ist,

E­699/2012 dass mit vorliegendem Direktentscheid ohne vorgängige Instruktion auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos geworden ist, dass  die  mit  der  Beschwerde  gestellten  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege und Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1  und  2  VwVG  abzuweisen  sind,  da  die  Begehren  –  wie  sich  aus  den  obenstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren, weshalb die kumulativen Voraussetzungen für die Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.­  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

E­699/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Verbeiständung gemäss Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  das  Migrationsamt des Kantons B._______. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Nicholas Swain Versand:

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