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Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-6079/2006

21 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,978 mots·~15 min·3

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. Juli 2006

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­6079/2006 Urteil   v om   2 1 .   D e z embe r   2011   Besetzung Richter Walter Stöckli (Vorsitz), Richter Kurt Gysi, Richterin Gabriela Freihofer; Gerichtsschreiberin Esther Karpathakis. Parteien A._______ Sri Lanka, vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,  Regensbergstrasse 3, Postfach 153, 8157 Dielsdorf, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 25. Juli 2006  / N_______.

E­6079/2006 Sachverhalt: A.   Der Beschwerdeführer,  ein Angehöriger  der  tamilischen Ethnie,  verliess  Sri  Lanka  laut  seinen  Angaben  am  30.  Juni  2006  mit  Hilfe  eines  gefälschten Passes und gelangte mit dem Flugzeug von Colombo nach  Rom. Von dort  habe  ihn  ein Schlepper  per Auto  am 3.  Juli  2006  in  die  Schweiz gefahren. Im Empfangszentrum (EVZ) Kreuzlingen suchte er am  selben  Tag  um Asyl  nach.  Am  5.  Juli  2006  fand  dort  die  summarische  Befragung zu den Personalien und dem Reiseweg (Protokoll: A1) und am  20. Juli 2006 die Anhörung zu den Asylgründen (Protokoll: A12) statt. B.   B.a    Zu  seinen  Lebensumständen  im  Heimatland  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  er  sei  in  B._______,  Jaffna,  geboren,  habe  aber  seit  Kleinkindesalter  und  bis  zur  Ausreise  in  Trincomalee  (Ostprovinz)  gelebt.  Von  Beruf  sei  er  (…).  In  Trincomalee  habe  er  (…)  zurückgelassen. B.b  Der  Beschwerdeführer  machte  zu  seinen  Asylgründen  geltend,  er  habe in den Jahren 1996 bis 2000 in einem von den Liberation Tigers of  Tamil  Eelam  (LTTE)  kontrollierten  Gebiet  (Muthur)  für  die  Organisation  Traktor  gefahren  und  andere Arbeiten  verrichtet,  sei  aber  nicht Mitglied  der  Organisation  gewesen.  1996  habe  ihn  die  Armee  einmal  festgenommen, geschlagen und am selben Tag wieder freigelassen. Von Mai 2000 bis am 13. April 2006 habe er  für (…) als (…) gearbeitet.  Für die Organisation Tamil Peravai habe er, ohne dort Mitglied gewesen  zu sein, Fotokopien angefertigt und bei Streiks mitgeholfen.  Im Rahmen  seiner  Tätigkeit(…)  habe  er  in  von  den  LTTE  kontrollierte  Gebiete,  beispielsweise  nach  C._______,  fahren  müssen.  Manchmal  sei  er  von  den  LTTE  gezwungen  worden,  Pakete  mitzuführen.  Im  Februar  2005  habe er im Auftrag der LTTE drei Personen nach D._______ mitnehmen  müssen. Am folgenden Tag sei er  in Trincomalee von der sri­lankischen  Armee verhaftet worden. Er  sei  zum  (…) Camp  in E._______ gebracht,  befragt  und  geschlagen  worden.  Man  habe  wissen  wollen,  wen  er  ins  LTTE­Gebiet geführt habe, ob er auch Waren dorthin transportiere und ob  er  in  der  Gegenrichtung  Personen  aus  dem  LTTE­Gebiet  nach  Trincomalee bringe. Nachdem sich sein Arbeitgeber, der Projekt­Direktor,  beim Kommandanten der Armee für ihn eingesetzt habe, sei er nach zwei  Tagen, am 22. Februar 2005, freigelassen worden.

E­6079/2006 Schliesslich  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  im  Februar  2006  habe F._______,  ein Mitglied  der  LTTE,  ihn  gezwungen,  ein Paket  von  G._______  nach  H._______  zu  überbringen.  Am  7.  April  2006  sei  I._______,  ein  Mann  für  den  er  im  Büro  jeweils  Fotokopien  angefertigt  habe,  in  (…)  erschossen  worden.  Am  (…)  2006  sei  in  K._______  eine  Bombe  explodiert;  in  diesem  Zusammenhang  sei  ein  Mann,  der  manchmal in Begleitung von I._______ ins Büro gekommen sei, verhaftet  worden. Am (…) April 2006 sei der Beschwerdeführer abends zu Hause  von  zwei Armeeangehörigen  in  Zivil  verhaftet worden. Sie  hätten  ihn  in  ein  Camp  namens  (…),  einige  Kilometer  von  K._______  entfernt,  gebracht. Während  der  ersten  drei  Tage  sei  er  in  einem  kleinen Raum  festgehalten,  immer  wieder  befragt  und  geschlagen  worden;  nur  zum  Essen sei er  jeweils  in den Essensraum der Soldaten gebracht worden.  Jeder,  der  ihn  dort  gesehen  habe,  habe  ihn  beschimpft  und  als  LTTE­ Angehörigen  bezeichnet.  Am  ersten  Tag  sei  er  in  Ohnmacht  gefallen,  nachdem man  ihn auf Kopf und Nacken geschlagen habe. Auch an den  folgenden  zwei  Tagen  sei  er  mit  einem  Stock  auf  Rücken  und  Arme  geschlagen  worden;  man  habe  ihm  den  Stock  auch  in  den  Bauch  gestossen  und  die  Arme  verdreht.  Sie  hätten  ihm  gesagt,  sie  wüssten,  dass er für die LTTE Dinge transportiere. Sie hätten auch wissen wollen,  mit wem er zu  tun gehabt habe  im Zusammenhang mit den Fotokopien,  die  er  angefertigt  habe. Nachdem er  von Personen  befragt worden  sei,  die nur singhalesisch oder schlecht tamilisch gesprochen hätten, habe ihn  am dritten Tag  jemand verhört, der einigermassen verständlich  tamilisch  gesprochen habe.  Ihm gegenüber  habe er  dann eingestanden,  dass es  I._______  gewesen  sei,  der  jeweils  ins  Büro  gekommen  sei  und  ihn  gebeten  habe,  Fotokopien  zu  machen.  Auch  von  der  Übergabe  des  Paketes  in  H._______  habe  er  erzählt  und  die  Soldaten  an  den  betreffenden  Ort  geführt.  Sonst  habe  er  nie  etwas  gestanden,  sondern  stets gesagt, nichts mit den LTTE zu tun zu haben. Nach dem dritten Tag  in  Haft  habe  er  jeweils  in  einem  Raum  geschlafen,  wie  ihn  auch  die  Soldaten  zur  Verfügung  gehabt  hätten,  und  er  habe  im  Camp  Putzarbeiten verrichten müssen, wobei er weiterhin beschimpft und auch  geschlagen worden sei, beispielsweise wenn er gesagt habe, er sei fertig  mit  den  Putzarbeiten.  Am  (…)  2006  habe  es  ein  Bombenattentat  auf  einen  Major  in  L._______  gegeben.  Die  Armee  habe  darauf  vom  (…)  Camp  aus  die  Gegend  von  Muthur  bombardiert.  In  jener  Nacht  sei  er  zusammen mit  zwei weiteren Häftlingen,  die  als  Folge  von Schlägen  in  einem  sehr  schlechten  gesundheitlichen  Zustand  gewesen  seien,  in  einem  Jeep mitgenommen worden. Man  habe  sie  erschiessen wollen –  das habe er  den Gesprächen der Begleitpersonen entnommen. Bei  der 

E­6079/2006 Einfahrt  in die Stadt sei er kurzentschlossen aus dem Jeep gesprungen  und habe sich dabei am Fuss verletzt. Er sei zu einem Freund der Familie  gegangen,  der  alles  Weitere  organisiert  habe.  Zuerst  habe  er  sich  im  Haus  eines  Singhalesen  aufgehalten  und  sei  dann  nach Negombo  und  schliesslich  L._______  gelangt.  Auch  seine  Frau  habe  sein Weggehen  gewollt; sie sei im Rahmen der kriegerischen Auseinandersetzungen (…)  angeschossen worden, ihre (…) seien damals ums Leben gekommen. Er  gehe  davon  aus,  dass  er  wegen  seiner  Flucht  von  der  sri­lankischen  Armee gesucht werde. Dass auch die LTTE ihn suchen, habe er kurz vor  seiner Ausreise erfahren, da sie  ihm eine Aufforderung, sich zu melden,  zugestellt haben.  Der  Beschwerdeführer  reichte  seine  Identitätskarte,  seinen  Geburtsschein  und  diverse  Fotos  im  Original  sowie  Führerschein,  Heiratsurkunde,  Arbeitsausweise,  Zeugnisse  und Bestätigungsschreiben  in Kopie ein. C.  Mit Verfügung vom 25. Juli 2006 – eröffnet am selben Tag – stellte das  BFM  fest,  der Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft  nicht,  wies  sein Asylgesuch  ab,  verfügte  seine Wegweisung  aus  der  Schweiz  und ordnete den Wegweisungsvollzug an. Die  Abweisung  wurde  namentlich  damit  begründet,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  im Zusammenhang mit  der  geltend  gemachten Haft  im  April  2006  seien  unglaubhaft,  weil  sie  in  wesentlichen  Punkten  Widersprüche enthielten oder der allgemeinen Erfahrung oder Logik des  Handelns  widersprächen. Was  er  zu  den  Ereignissen  im  Februar  2005  und  in  den  Neunzigerjahren  sage,  sei  mangels  zeitlich  und  sachlich  genügenden  Kausalzusammenhangs  zwischen  Verfolgung  und  Flucht  nicht  asylrelevant.  Der  Vollzug  der Wegweisung  sei  zulässig,  zumutbar  und möglich. D.  Mit Beschwerde vom 24. August 2006 gelangte der Beschwerdeführer an  die damals zuständige Schweizerische Asylrekurskommission (ARK) und  beantragte die Aufhebung der BFM­Verfügung und die Rückweisung der  Angelegenheit  an  die Vorinstanz,  eventualiter  die Gewährung  von Asyl,  subeventualiter die Anordnung der vorläufigen Aufnahme.

E­6079/2006 Zur  Begründung  des  Hauptantrages  führte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  aus,  soweit  das  BFM  ihm  Widersprüche  in  seinen  Vorbringen  vorhalte,  basierten  diese  auf  einer  falschen,  teilweise  aktenwidrigen  Feststellung  des  Sachverhalts.  Auch  die  übrigen  Argumente,  die  das  BFM  für  die  fehlende  Glaubwürdigkeit  des  Beschwerdeführers  anführe,  seien  nicht  geeignet.  Die  Beweismittel  vermöchten  zumindest  zu  belegen,  dass  der  Beschwerdeführer  seitens  der  LTTE  gesucht  werde.  Dass  er  in  den  Neunzigerjahren  in  einem  Armeecamp  verprügelt  worden  sei,  sei  in  der  Tat  wohl  nicht  mehr  asylrelevant. Das gelte aber nicht  für die Verhaftung vom Februar 2005,  weil  der  sachliche  und  zeitliche  Zusammenhang  zur  ein  Jahr  später  erfolgten  Verhaftung  gegeben  sei.  Der  Beschwerdeführer  sei  bereits  zweimal  staatlicher  Verfolgung  ausgesetzt  gewesen.  Nachdem  er  anlässlich  der  zweiten  Verhaftung  eingestanden  habe,  Fotokopien  angefertigt und ein Paket für die LTTE überbracht zu haben, sei evident,  dass die sri­lankischen Behörden ihn suchten und er bei einer Rückkehr  nach Sri Lanka in asylrelevanter Weise gefährdet wäre. Auch seitens der  LTTE drohe ihm Verfolgung; dafür spreche die ihm zugestellte Vorladung  sowie  der  Umstand,  dass  seine  Familienmitglieder  auch  nach  seiner  Ausreise von unbekannten Personen bedroht worden seien.  Eventualiter sei zu kassieren, da das BFM wegen falscher Annahme der  Unglaubhaftigkeit die Asylrelevanz gar nicht geprüft habe. Wegen  der  Verschlechterung  der  Situation  in  Sri  Lanka  sei  subeventualiter ein Wegweisungsvollzug jedenfalls unzumutbar, was sich  allein schon daraus ergebe, dass der Beschwerdeführer aus dem Norden  Sri Lankas stamme und seit Kindesalter in Trincomalee gelebt habe. Der  Beschwerdeführer  reichte  je  einen  Brief  (…)  und  (…)  im  Original  samt  Übersetzung  ins  Deutsche  ein.  Darin  wird  im  Wesentlichen  ausgeführt,  die  allgemeine  Situation  sei  gewaltbeladen,  es  hätten  sich  unbekannte  Personen  nach  dem  Beschwerdeführer  erkundigt  und  die  Familie werde bedroht. Ein Nachbar bestätigt in seinem in Kopie und mit  Übersetzung  vorliegenden  Brief,  er  sei  Zeuge  der  Festnahme  des  Beschwerdeführers im April 2006 gewesen. Gemäss einem fotokopierten,  aber  original  unterschriebenem  Brief  des  Tamil  Eelam  Administrative  Service vom  (…) wurde der Beschwerdeführer auf den  (…) vorgeladen,  unter  der  Androhung  rechtlicher  Massnahmen  für  den  Fall  des  Nichterscheinens. 

E­6079/2006 E.  Der mit Zwischenverfügung der ARK vom 28. August 2006 eingeforderte  Vorschuss an die Verfahrenskosten  im Betrag von Fr. 600.− wurde vom  Beschwerdeführer fristgerecht geleistet. F.  Mit  Eingabe  vom  6.  November  2006  machte  der  Beschwerdeführer  geltend,  seine  in  Sri  Lanka  verbliebene  Familie  habe  inzwischen  ihren  Aufenthaltsort  in  das  Flüchtlingscamp  (…)  verlegen  müssen.  Die  Kriegshandlungen  zwischen  der  sri­lankischen  Armee  und  den  LTTE  beträfen die Gegend von Muthur und Trincomalee besonders stark. Der  Eingabe wurde eine in die englische Sprache übersetzte Bestätigung (…)  beigelegt, wonach die Familie des Beschwerdeführers sich seit dem (…)  dort aufhalte.  G.  Mit  Schreiben  vom  November  2006  teilte  der  zuständige  Instruktionsrichter  der  ARK  dem  Beschwerdeführer  mit,  das  Beschwerdeverfahren  werde  ab  1.  Januar  2007  vom  Bundesverwaltungsgericht weitergeführt. H.  H.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  März  2008  lud  der  zuständige  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  das  BFM  zum  ergänzenden Schriftenwechsel ein und verwies explizit auf ein kurz zuvor  ergangenes Urteil des Bundesverwaltungsgerichts (BVGE 2008/2). H.b.  Mit  Vernehmlassung  vom  18.  März  2008  hob  das  BFM  die  angefochtene  Verfügung  vom  25.  Juli  2006  betreffend  den  Vollzug  der  Wegweisung (Ziffern 4 und 5 des Dispositivs) wiedererwägungsweise auf  und  ordnete  aufgrund  des  als  unzumutbar  erkannten  Wegweisungsvollzugs  die  vorläufige  Aufnahme  des  Beschwerdeführers  an. I.  I.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  28.  März  2008  forderte  der  Instruktionsrichter  den  Beschwerdeführer  zur  Einreichung  einer  Kostennote auf.  I.b. In seiner Kostennote vom 31. März 2008 machte der Rechtsvertreter  des Beschwerdeführers Kosten von insgesamt Fr. 1901.47 geltend.

E­6079/2006 J.  J.a.  Mit  Zwischenverfügung  vom  27.  Oktober  2011  lud  das  Bundesverwaltungsgericht  das  BFM  zur  Vernehmlassung  ein.  Es  führte  dazu  aus,  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  habe  (…)  geltend  gemacht, dass am (…) mehrere Polizisten sie zu Hause aufgesucht und  nach ihrem Ehemann gefragt hätten, worauf sie sich an die (…) gewendet  habe. Die  (…) habe die  betreffende Polizeistation  kontaktiert.  Als Folge  davon  hätten  sich  wiederum  Polizisten  bei  der  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  beschwert  und  sie  beschimpft.  Das  Bundesverwaltungsgericht  verwies  in  der  Verfügung  auf  ein  Schreiben  der (…), welches diese Aussagen stütze. J.b. In seiner Vernehmlassung vom 14. November 2011 führte das BFM  unter  anderem  aus,  die  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  habe  sich  seit  Beendigung  des  militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­lankischen  Armee und den LTTE im Mai 2009 erheblich gebessert. Dabei seien die  LTTE  vernichtend  geschlagen  worden,  weshalb  von  ihnen  keine  Verfolgung  mehr  ausgehe.  Die  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Probleme  mit  den  sri­lankischen  Sicherheitskräften  lägen  inzwischen über  fünfeinhalb  Jahre  zurück und  fielen  in  eine Zeit,  in  der  sich die politische Situation wieder verschlechtert habe und der staatliche  Sicherheitsapparat,  insbesondere  in  der  Herkunftsregion  des  Beschwerdeführers,  seine  Repressionsmassnahmen  rigoros  verschärft  habe;  inzwischen  sei  die  Situation  völlig  verändert.  Selbst  bei  Glaubhaftigkeit der Vorbringen des Beschwerdeführers wäre heute davon  auszugehen, dass er über kein ausreichendes Profil verfügen würde, das  zur Annahme  führen könnte,  er wäre mit  erheblicher Wahrscheinlichkeit  von  asylrelevanten  Schwierigkeiten  betroffen.  Er  sei  nicht  Mitglied  der  LTTE  gewesen,  und  die  angeblichen  kurzzeitigen  Überprüfungen  oder  Festnahmen hätten nicht zu Strafverfahren geführt, so dass heute keine  Verdachtsmomente gegen  ihn mehr bestünden. An dieser Einschätzung  vermöchten auch die Vorbringen der Ehefrau des Beschwerdeführers  in  ihrem Verfahren nichts zu ändern. J.c. In seiner Replik vom 1. Dezember 2011 macht der Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  geltend,  an  der  Verfolgungshaltung  der  sri­lankischen  Regierung  gegenüber  der  tamilischen  Minderheit  habe  sich  auch  nach  der Zerschlagung der LTTE wenig geändert. Er sei mehrfach seitens der  sri­lankischen  Sicherheitskräfte  verdächtigt  worden,  die  LTTE  zu  unterstützen, und deswegen auch festgenommen worden. Also gehöre er  einer Risikogruppe an. Für seine Gefährdung spreche auch der Umstand, 

E­6079/2006 dass  seine  Ehefrau  immer  wieder,  auch  kürzlich,  von  Sicherheitsangehörigen  nach  seinem  Verbleib  gefragt  werde.  Abschliessend  verweist  der  Beschwerdeführer  in  seinem  Schreiben  auf  seinen  fünfeinhalbjährigen  Aufenthalt  in  der  Schweiz,  seinen  guten  Leumund und seine stabilen Lebensverhältnisse hier – insbesondere lebe  er ohne Unterstützung durch die öffentliche Hand – und macht geltend,  jedenfalls  sei  auch  heute  noch  von  der  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs auszugehen. Zusammen  mit  der  Eingabe  reichte  der  Beschwerdeführer  zwei  Schreiben  in  englischer  Sprache  vom  27.  und  28.  November  2011  (in  Kopie) ein. Die Verfasser, ein Rechtsanwalt und ein Friedensrichter aus  Trincomalee,  führen  darin  aus,  die  Ehefrau  des  Beschwerdeführers  werde auch heute noch von unbekannten Personen und Angehörigen der  Sicherheitskräfte  aufgesucht  und  nach  dem  Verbleib  ihres  Ehemannes  gefragt. Dieser sei in Sri Lanka zweifellos an Leib und Leben gefährdet. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  (Art. 105  des Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das Bundesverwaltungsgericht hat am 1. Januar 2007 die Beurteilung  der  bei  der  ARK  hängigen  Rechtsmittel  übernommen.  Das  neue  Verfahrensrecht ist anwendbar (vgl. Art. 53 Abs. 2 VGG). 1.3. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  dem VwVG, soweit das VGG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG).

E­6079/2006 1.4.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG und Art. 50 VwVG, Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf  die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Mit der wiedererwägungsweisen Aufhebung der Dispositivziffern 4 und 5  der  angefochtenen  Verfügung  vom  25.  Juli  2006  und  gleichzeitigen   Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  durch  die  BFM­Verfügung  vom         18.  März  2008,  erweist  sich  die  vorliegende  Beschwerde  betreffend  Vollzug  der  Wegweisung  als  gegenstandslos  und  ist  als  solche  abzuschreiben.  Verfahrensgegenstand  bilden  demzufolge  nur  noch  die  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft,  Verweigerung  des  Asyls  und  Wegweisung.  4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich Asyl. Flüchtlinge im Sinne von Art. 3 AsylG sind Personen,  die  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen Nachteilen ausgesetzt zu werden. Als ernsthafte Nachteile gelten  namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Nach  Lehre  und  Rechtsprechung  erfüllt  eine  asylsuchende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG,  wenn  sie  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  und  in  absehbarer  Zukunft  mit  gutem  Grund  Nachteile  von  bestimmter  Intensität  befürchten  muss,  die  ihr  gezielt  und aufgrund bestimmter Verfolgungsmotive zugefügt  zu werden  drohen  und  vor  denen  sie  keinen  ausreichenden  staatlichen  Schutz 

E­6079/2006 erwarten kann (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.2 f., BVGE 2008/4 E. 5.2, jeweils  mit weiteren Hinweisen). 4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). Grundsätzlich  sind  Vorbringen  dann  glaubhaft,  wenn  sie  genügend  substanziiert, in sich schlüssig und plausibel sind; sie dürfen sich nicht in  vagen  Schilderungen  erschöpfen,  in  wesentlichen  Punkten  nicht  widersprüchlich  sein  oder  der  inneren  Logik  entbehren  und  auch  nicht  den  Tatsachen  oder  der  allgemeinen  Erfahrung  widersprechen.  Die  asylsuchende  Person  muss  persönlich  glaubwürdig  erscheinen,  was  insbesondere  dann  nicht  der  Fall  ist,  wenn  sie  ihre  Vorbringen  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abstützt,  wenn  sie  wichtige  Tatsachen  unterdrückt  oder  bewusst  falsch  darstellt,  im  Laufe  des  Verfahrens  Vorbringen  auswechselt  oder  unbegründet  nachschiebt,  mangelndes  Interesse  am  Verfahren  zeigt  oder  die  nötige  Mitwirkung  verweigert.  Glaubhaftmachung  impliziert  ferner  –  im  Gegensatz  zum  strikten Beweis – ein reduziertes Beweismass und lässt durchaus Raum  für gewisse Einwände und Zweifel an den Vorbringen des asylsuchende  Person.  Eine  Behauptung  gilt  bereits  als  glaubhaft  gemacht,  wenn  der  Richter oder die Richterin von ihrer Wahrheit nicht völlig überzeugt ist, sie  aber überwiegend  für wahr hält, obwohl nicht alle Zweifel beseitigt sind.  Für die Glaubhaftmachung reicht es demgegenüber nicht aus, wenn der  Inhalt der Vorbringen zwar möglich ist, aber  in Würdigung der gesamten  Aspekte  wesentliche  und  überwiegende  Umstände  gegen  die  vorgebrachte  Darstellung  des  Sachverhalts  sprechen.  Entscheidend  ist  im  Sinne  einer  Gesamtwürdigung,  ob  die  für  die  Richtigkeit  des  dargelegten  Sachverhalts  sprechenden  Gründe  überwiegen  oder  nicht;  dabei ist auf eine objektivierte Sichtweise abzustellen. 5.  Der  Beschwerdeführer  moniert  zu  Recht,  die  vom  BFM  gegen  seine  Glaubwürdigkeit  verwendeten  Argumente  basierten  auf  einem  unrichtig  festgestellten Sachverhalt. Das BFM hält ihm im Zusammenhang mit den 

E­6079/2006 Umständen  der  Haft  im  (…)  Camp  vor,  er  habe  anlässlich  der  Bundesanhörung  wiederholt  angegeben,  von  den  sri­lankischen  Behörden  regelmässig  verpflegt  worden  zu  sein,  während  er  anlässlich  der  summarischen  Befragung  explizit  erklärt  habe,  in  den  ersten  drei  Tagen  keine Nahrung  erhalten  zu  haben. Der  vom BFM  zitierten Stelle  des  Protokolls  der  summarischen  Befragung  (A1  S.  6)  lässt  sich  aber  diesbezüglich  einzig  der  Satz  entnehmen:  "Sie  gaben  mir  nichts  zu  essen". Aus dem Kontext ergibt  sich ohne Weiteres, dass er sich dabei  auf  den  ersten  Tag  bezogen  hat.  Dasselbe  ergibt  sich  aus  dem  Anhörungsprotokoll (A12 S. 9), wo er angibt, die Zelle, in der er die ersten  drei Tage verbracht habe, erstmals am zweiten Tag verlassen zu haben;  sie  hätten  ihn  zum  Essen  gebracht.  Auch  der  zweite  dem  Beschwerdeführer  in Zusammenhang mit dieser Haft entgegengehaltene  Widerspruch – der Beschwerdeführer habe erst  im weiteren Verlauf der  Bundesanhörung  plötzlich  vorgebracht,  er  habe  gegenüber  den  sri­ lankischen  Behörden  auch  eingestanden,  erzwungenermassen  Pakete  für  die  LTTE  transportiert  zu  haben,  nachdem  er  vorerst  angegeben  habe,  lediglich Fotokopien angefertigt zu haben –  lässt sich so nicht auf  die  Akten  gründen.  Der  Beschwerdeführer  hatte  zum  einen  nämlich  bereits  anlässlich  der  summarischen  Befragung  ausgesagt,  er  habe  im  (…) Camp von sich aus von dem Paket erzählt, und die Soldaten hätten  ihn zum Übergabeort beim Schulhaus geführt (A1 S.7). Er hat aber nicht,  wie  vom  BFM  behauptet,  im  Verlauf  der  Bundesanhörung  "plötzlich"  (nämlich  auf  S.  10  von  A12)  vorgebracht,  dass  er  gegenüber  den  sri­ lankischen  Soldaten  auch  eingestanden  habe,  Pakete  für  die  LTTE  zwangsweise  transportiert  zu  haben,  sondern  er  hatte  bereits  zuvor,  unmittelbar nach seiner Aussage, er habe am dritten Tag ein Geständnis  bezüglich  der  Kopien  abgegeben,  zu  Protokoll  gegeben,  er  habe  dann  erzählt über dieses Paket, das er nach H._______  im Februar gebracht  habe,  und  er  habe  ihnen  den Ort  (…)  gezeigt,  wo  er  das  Paket  einem  Mann übergeben habe (A12 S. 4). Nachdem  das  BFM  sich  im  Rahmen  seiner  Vernehmlassung  vom  14.  November  2011  zur  Asylrelevanz  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten Verfolgung unter der Prämisse der Glaubhaftigkeit geäussert  und  der  Beschwerdeführer  Gelegenheit  zur  Replik  erhalten  hat,  ist  der  Hauptantrag auf Rückweisung der Sache ans BFM abzuweisen. 6.  Das  BFM  erachtet  das  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachte  Kernvorbringen  seines  Asylgesuches,  nämlich  die  Festnahme  am  (…) 

E­6079/2006 2006 und die darauffolgende Haft – Umstände, die schliesslich zu seiner  Ausreise geführt hätten – als unglaubhaft. Das Bundesverwaltungsgericht  kommt zu einem anderen Schluss: 6.1. Soweit das BFM dem Beschwerdeführer Widersprüche bezüglich der  Verweigerung  oder  Abgabe  von  Essen  während  des  ersten  Tages  beziehungsweise  der  ersten  drei  Tage  und  dem  Umfang  seines  Geständnisses  entgegenhält,  kann  auf  das  unter  Erwägung  5  Gesagte  verwiesen  werden;  die  beiden  angeblichen  Widersprüche  sind  geklärt.  Auch  die  übrigen  Angaben  des  Beschwerdeführers  zu  dieser  Haft  sind  substanziiert, in sich stimmig ausgefallen und enthalten eine Vielzahl von  Realzeichen.  Ein  solches  ist  etwa  darin  zu  sehen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  seinen  Vorbringen  nebensächliche  Einzelheiten  schildert,  welche  für  das  Kerngeschehen  in  der  Aussage  unnötig  sind.  Das  tut  er  beispielsweise  dort,  wo  er  umschreibt,  wie  er  zunächst  von  einer  Person  befragt  worden  sei,  die  nur  die  singhalesische  Sprache  gesprochen  habe,  am  Morgen  darauf  von  einer  gebrochen  tamilisch  sprechenden  Person  und  erst  am  dritten  Tag  von  jemandem,  der  einigermassen verständlich tamilisch gesprochen habe (vgl. A1 S. 5; A12  S. 3 f. und 8 f.) oder wenn er auf die Frage, wann er aus der Ohnmacht  aufgewacht  sei,  antwortet,  er  wisse  die  Zeit  nicht,  er  sei  in  einer  Ecke  gewesen und habe geweint. Er  habe  zu Gott  gebetet  und geweint  (vgl.  A12 S. 7 f.).  6.2.  Soweit  das  BFM  dem  Beschwerdeführer  entgegenhält,  die  Vorbringen  zu  seiner  Flucht  seien  realitätsfremd, weil  die  sri­lankischen  Behörden  im  Umgang  mit  Kollaborateuren  der  LTTE  höhere  Sicherheitsmassnahmen  träfen,  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer nie geltend gemacht hatte, ein Kollaborateur der LTTE  gewesen zu sein oder diese – ohne Zwang – unterstützt zu haben; er hat  vielmehr  ausgesagt,  abgesehen  vom  gelegentlichen  Anfertigen  von  Kopien  und  der  gelegentlichen  Überbringung  von  Waren  für  die  LTTE  nichts mit der Organisation zu tun gehabt zu haben (vgl. A12 S. 4 f.). Die  Art und Weise, wie der Beschwerdeführer festgenommen wurde, und der  Umgang mit  ihm während der Haft  lässt darauf schliessen, dass die sri­ lankischen Behörden ihrerseits den Beschwerdeführer nicht ernsthaft der  eigentlichen  Kollaboration  mit  den  LTTE  verdächtigt  hatten,  sondern  vielmehr  davon  ausgingen,  er  könne  ihnen  aufgrund  seiner  beruflichen  Tätigkeit  Informationen  liefern.  Für  diese Einschätzung  spricht  etwa  der  Umstand, dass sie anlässlich der Festnahme gesagt hätten,  sie würden  ihn nur für ein Verhör mitnehmen und wieder freilassen (vgl. A1 S. 5; A12 

E­6079/2006 S. 3), dass sie ihm anlässlich der Befragungen gesagt hätten, sie würden  ihm  nichts  tun,  wenn  er  über  Personen,  die  er  kenne,  erzählen  würde  (vgl.  A12  S.  5  und  10),  dass  er  ab  dem  vierten  Tag  bessere  Haftbedingungen gehabt habe, nämlich  in einen Raum gebracht worden  sei, wo auch Armeeleute lebten, und ein Bett erhalten habe, wie es auch  Soldaten benutzten, sowie für seine Notdurft eine Toilette habe benutzen  können  (A12  S.  11  f.).  Schliesslich  sagt  der  Beschwerdeführer  auf  die  Frage, weshalb er nicht gefesselt worden sei, selbst aus, möglicherweise  hätten die Soldaten ihn einfach normal auf dem Jeep mitnehmen wollen;  er  habe  ja  nur  aus  der  Art,  wie  sie  untereinander  gesprochen  hätten,  geschlossen,  dass  er  und  die  beiden  anderen Häftlinge möglicherweise  erschossen werden sollten, er habe Angst gehabt, seit er im Camp Lärm  gehört habe (A12 S. 6 f.). Auch zu dieser Flucht sind seine Aussagen im  Übrigen stimmig ausgefallen und enthalten Realzeichen, so in der Art und  Weise,  wie  er  die  Vorkommnisse  umschreibt,  etwa  den  Zustand  der  anderen  Häftlinge,  oder  wie  sein  Entschluss  gefallen  sei,  vom  Jeep  zu  springen,  und  er  sich  den  Fuss  verletzt  habe  (A12  S.  5,  14  f.).  Schliesslich  sprechen auch seine Narbe am Fuss und die  tatsächlichen  Gegebenheiten  im  Osten  Sri  Lankas  im  Zeitraum  der  vom  Beschwerdeführer geltenden Haft und späteren Flucht aus dem Camp für  seine  Glaubwürdigkeit.  Die  Situation  im  betreffenden  Gebiet  verschlechterte  sich  seit  dem  Sommer  2005  kontinuierlich  (vgl.  BVGE  2008/2 E. 7.2.1). Die Erschiessung von I._______, dem Präsidenten des  (…),  der  Bombenanschlag  in  K._______  vom  (…)  2006,  der  Selbstmordanschlag  in  L._______  am  (…)  sowie  die  unmittelbar  darauf  folgenden Angriffe der sri­lankischen Armee auf Stellungen der Rebellen  im Distrikt Trincomalee sind durch öffentlich zugängliche Quellen belegt.  Die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  lassen  sich  ohne  weiteres  mit  diesen tatsächlichen Begebenheiten vereinbaren.  6.3.  Insgesamt  überwiegen  die  für  die  Richtigkeit  des  vom  Beschwerdeführer  dargelegten  Sachverhalts  sprechenden  Gründe  deutlich, weshalb  der  folgenden Würdigung  der  unter  den Buchstabe B  dargelegte Sachverhalt zu Grunde zu legen ist.  7.   7.1.    Es  ist  davon  auszugehen,  dass  die  sri­lankischen  Behörden  jedenfalls  bis  zum Ereignis  im April  2006,  das  schliesslich  zur Ausreise  des  Beschwerdeführers  geführt  hat,  kein  asylrechtlich  relevantes  Interesse  an  ihm  hatten.  Das  ergibt  sich  schon  daraus,  dass  er  in  der  Lage  war,  sich  2000  oder  2001  auf  legalem Weg  einen  authentischen 

E­6079/2006 Reisepass mit  einer  fünfjährigen Gültigkeitsdauer  zu beschaffen,  den er  bis  ins  Jahr  2008  habe  verlängern  lassen  und  mit  dem  er  2005  nach  Hong Kong und wieder zurück gereist sei (vgl. A1 S.3). 7.2.    Was  die  geltend  gemachte  Festnahme  am  (…)  2006  und  die  anschliessende  zweiwöchige  Haft  betrifft,  so  dürfte  es  –  ohne  die  Übergriffe  verharmlosen  zu  wollen  –  den  geltend  gemachten  Schlägen  und  Demütigungen  an  der  Intensität  mangeln,  um  sie  als  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  von  Art.  3  zu  qualifizieren.  Soweit  der  Beschwerdeführer geltend macht, es habe ihm die Erschiessung gedroht,  handelt  es  sich  um  eine  blosse  Vermutung.  Es  kann  zwar  nicht  ausgeschlossen werden, dass die Soldaten damals vor dem Hintergrund  der  eskalierten  Situation  tatsächlich  die  Erschiessung  der  drei  Gefangenen beabsichtigten. Gerade so gut denkbar  ist aber auch, dass  der Beschwerdeführer sie angesichts der singhalesischen Sprache, die er  nach  eigener Beschreibung  nur wenig  versteht,  falsch  verstanden  hatte  oder  dass  die  Soldaten  den  Häftlingen  mit  ihren  Äusserungen  Angst  einflössen  wollten  oder  dass  sich  die  Äusserung  nur  auf  die  zwei  Mitgefangenen,  welche  ja  im  Unterschied  zu  ihm  übel  zugerichtet  und  wohl  auch  schwerwiegender  Taten  verdächtigt  worden  waren,  bezogen  hatten. Wie bereits  in anderem Zusammenhang ausgeführt  (vgl. E. 6.1),  lassen  die  gesamten  Umstände  darauf  schliessen,  dass  die  sri­ lankischen Behörden den Beschwerdeführer am (…) 2006 nicht aufgrund  seiner  tatsächlichen  oder  vermuteten  politischen  Haltung  oder  wegen  seiner  Ethnie  –  also  aus  einem  asylrechtlich  relevanten  Motiv –  festgenommen  haben,  sondern  um  von  ihm  Informationen  zum  Umfeld  von  I._______  beziehungsweise  zu  Personen  zu  erhalten,  die  ihn  gezwungen  hatten,  im  Rahmen  seiner  Tätigkeit  (…)  Waren  oder  Personen für die LTTE zu transportieren. Letztlich kann die Frage, ob der  Beschwerdeführer  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  die  Voraussetzungen  von  Art.  3  AsylG  erfüllte,  offen  bleiben,  weil  für  die  Beurteilung  der  Flüchtlingseigenschaft  nicht  die  Situation  im  Zeitpunkt  der  Ausreise  massgebend  ist,  sondern  vielmehr  die  Frage  entscheidend  ist,  ob  die  Furcht  vor  Verfolgung  aktuell  noch  begründet  erscheint.  Dabei  sind  allfällige Veränderungen der objektiven Situation  im Heimatland seit  der  Ausreise zu berücksichtigen (vgl. BVGE 2007/31 E. 5.3 mit Hinweisen).  7.3.  Als der Beschwerdeführer im Frühjahr 2006 festgenommen worden  war,  hatte  sich  die  Sicherheitslage  in  Sri  Lanka  wieder  erheblich  verschlechtert.  Bereits  im  August  2005  wurden  die  Emergency  Regulations (Prevention of Terrorism Act; PTA)  reaktiviert, nachdem der 

E­6079/2006 damalige  Aussenminister  Kadirgamar  ermordet  worden  war.  Beide  Konfliktparteien  verstiessen  wiederholt  gegen  die  Waffenstillstandsvereinbarung.  Besonders  betroffen  vom  daraus  resultierenden  Anstieg  von  schweren  Menschenrechtsverletzungen  waren die von Tamilen und Muslimen bewohnten Gegenden  im Norden  und  Osten  Sri  Lankas,  darunter  die  Distrikte  Kilinochchi,  Vavuniya  und  Trincomalee (vgl. BVGE 2008/2 E. 7.2.1). Demgegenüber  stellt  sich  die  Situation  im  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  heute  wesentlich  anders  dar.  Am  19.  Mai  2009  verkündete  die  Regierung  Sri  Lankas  offiziell  den  Sieg  der  Regierungstruppen über die LTTE, und Präsident Rajapakse erklärte den  seit  26  Jahren  andauernden  Krieg  für  beendet.  Das  Bundesverwaltungsgericht hat vor kurzem im Rahmen eines Urteils eine  umfassende Analyse der Lage in Sri Lanka vorgenommen. Darin geht es  von  einer  seit  Beendigung  des militärischen  Konflikts  zwischen  der  sri­ lankischen Armee und den LTTE erheblich verbesserten Lage aus, selbst  wenn sich das Land  immer noch  in einem Entwicklungsprozess befinde.  Insbesondere  die  Sicherheitslage  habe  sich  nach  der  militärischen  Vernichtung  der  LTTE  in  bedeutsamer Weise  stabilisiert  (vgl.  BVGE E­ 6220/2006 vom 27. Oktober 2011). 7.4.    Eine  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  wird  nicht  schon  begründet  durch  Vorkommnisse  oder  Umstände,  die  sich  früher  oder  später  möglicherweise  ereignen  könnten,  sondern  erst, wenn  konkreter  Anlass  zur  Annahme  besteht,  die  Verfolgung  werde  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  in  absehbarer  Zeit  geschehen.  Eine  solchermassen  begründete Furcht ist vorliegend nicht anzunehmen.  7.4.1.  Die  LTTE  gelten,  wie  erwähnt,  im  gesamten  Staatsgebiet  Sri  Lankas  als  militärisch  vernichtet  (vgl.  a.a.O.,  E.9.1.1).  Soweit  der  Beschwerdeführer eine Verfolgung durch die LTTE geltend macht, kann  demnach,  wie  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  14.  November  2011  zutreffend  festhält,  im  heutigen  Zeitpunkt  eine  solche  ausgeschlossen werden. 7.4.2. Was eine allfällige Verfolgung seitens der sri­lankischen Behörden  anbelangt,  so  ist  zwar  auch  heute  noch  davon  auszugehen,  dass  Personen,  denen  Verbindungen  zu  den  LTTE  unterstellt  werden,  einer  erhöhten Gefahr unterliegen (vgl. a.a.O., E. 8.1). 

E­6079/2006 Die sri­lankischen Behörden wussten spätestens  im Februar 2005, dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  (…)  gewisse  Gefälligkeitsdienste  für  die  LTTE  übernahm.  Dennoch  ist  er  nach  der  Fürsprache  seines  Vorgesetzten  wieder  freigelassen  worden  und  konnte  seine  Chauffeurtätigkeit  fortsetzen. Dabei  dürfte  auch mitgespielt  haben,  dass  sich  (…)  in  dieser  Region  unterwegs  ist,  eine  gewisse  Tätigkeit  für  die  LTTE gar nicht verhindern liess, was den Behörden zweifelsohne bekannt  war.  Auch  dass  er  nach  diesem  Ereignis  auf  legalem  Wege  einen  Reisepass  erlangen  und  damit  aus­  und  auch wieder  einreisen  konnte,  bestätigt  die  Annahme,  dass  er  von  den  sri­lankischen  Behörden  nicht  verdächtigt worden war,  in engerer Verbindung zu den LTTE zu stehen.  Die vom Beschwerdeführer geltend gemachten Ereignisse rund um seine  Festnahme  am  (…)  2006  und  die  anschliessende  Haft  lassen  darauf  schliessen, dass auch damals das  Interesse der Behörden vorab darauf  gerichtet war, Informationen von ihm zu erlangen, zumal er (…) in LTTE­ Gebieten unterwegs war und I._______ im Büro (…) verkehrte.  Vor  diesem  Hintergrund  und  angesichts  der  aktuellen  Situation  in  Sri  Lanka  ist  nicht  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer  im  heutigen Zeitpunkt von den sri­lankischen Behörden gesucht wird und mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  dort  ernsthafte  Nachteile  im  Sinne  des  Asylgesetzes  zu  befürchten  hätte.  Daran  vermögen  die  kürzlich  eingereichten  Bestätigungsschreiben,  die  im  Übrigen  nur  in  Kopie  vorliegen, für sich alleine nichts zu ändern. Bemerkenswert ist in diesem  Zusammenhang der Umstand, dass die Familie  des Beschwerdeführers  inzwischen wieder an der ursprünglichen Wohnadresse in (…) lebt. Nach  Einschätzung  des  Bundesverwaltungsgerichts  ist  auch  nicht  generell  davon auszugehen, dass abgewiesene tamilische Asylsuchende, die aus  der Schweiz nach Sri Lanka zurückkehren, seitens der dortigen Behörden  aufgrund  ihrer  langen  Landesabwesenheit  respektive  ihrem  langen  Aufenthalt  in  der  Schweiz  als  Oppositionelle  wahrgenommen  werden.  Dass  die  sri­lankischen  Behörden  gerade  den  Beschwerdeführer  verdächtigen  sollten,  während  seines  Aufenthalts  in  der  Schweiz  mit  führenden LTTE­Kadern Kontakte gepflegt zu haben – was gemäss dem  wiederholt  zitierten  Urteil  (a.a.O.,  E.  8.4.3.)  allenfalls  eine  konkrete  Gefährdung  bei  der  Wiedereinreise  bedeuten  könnte  –  ist  nicht  anzunehmen,  nachdem  sie  dies  vor  seiner  Ausreise  und  nach  seinem  Geständnis bezüglich der Gefälligkeiten für die LTTE nicht getan hatten. Insgesamt  besteht  kein  konkreter  Anlass  zur  Annahme,  nach  einer  allfälligen  Wiedereinreise  in  Sri  Lanka  wäre  der  Beschwerdeführer  mit 

E­6079/2006 beachtlicher Wahrscheinlichkeit in absehbarer Zeit ernsthalten Nachteilen  im Sinne von Art. 3 AsylG ausgesetzt. 8.  Auf  die  weiteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  und  den  Stellungnahmen  sowie  auf  die  eingereichten  Beweismittel  einzugehen  erübrigt  sich,  weil  sie  am  Ergebnis  nichts  zu  ändern  vermögen.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es dem Beschwerdeführer nicht  gelungen  ist,  eine  asylrelevante  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  darzutun.  Das  BFM  hat  demzufolge  zu  Recht  die  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft verweigert und das Asylgesuch abgewiesen. 9.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44 Abs. 1 AsylG). Der  Beschwerdeführer  ist  nicht  im  Besitz  einer  ausländerrechtlichen  Aufenthaltsbewilligung  und  hat  auch  keinen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen (vgl. Art. 32 Bst. a Asylverordnung 1 über Verfahrensfragen  vom  11.  August  1999  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Die Wegweisung  wurde  demnach zu Recht angeordnet. 10.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde  ist  demzufolge  bezüglich  der  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  der  Gewährung  von  Asyl  und  der  Wegweisung  abzuweisen. 11.  Nachdem  die  Beschwerde  betreffend  Wegweisungsvollzug  als  gegenstandslos abgeschrieben und im Übrigen abgewiesen wird, ist über  die  Kosten  und  allfälligen  Entschädigungen  zu  befinden.  Bei  der  vorliegenden  Sachlage  –  die  wiedererwägungsweise  erfolgte  vorläufige  Aufnahme  durch  das  BFM  im  Vernehmlassungsverfahren  ist  verfahrensmässig als Obsiegen zu werten – ist praxisgemäss von einem  hälftigen Obsiegen des Beschwerdeführers auszugehen.

E­6079/2006 11.1. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Kosten zur Hälfte, das  heisst  im  Umfang  von  Fr.  300.−,  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63 Abs. 1 VwVG; Art. 3 und 5 des Reglements vom 21. Februar 2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Sie sind mit dem am  9.  September  2006  geleisteten  Kostenvorschusses  von  Fr.  600.–  zu  verrechnen; Fr. 300.– sind zurückzuerstatten. Dem  teilweise  obsiegenden  Beschwerdeführer  ist  eine  reduzierte  Parteientschädigung  für  die  ihm  erwachsenen  notwendigen  Kosten  zuzusprechen  (Art.  7 Abs.1  und  2 VGKE). Die  vom Rechtsvertreter  am  31.  März  2008  eingereichte  Kostennote  erscheint  hinsichtlich  des  ausgewiesenen  Zeitaufwandes,  dem geltend  gemachten Stundenansatz  und  den  Barauslagen  im  Betrag  von  Fr.  1901.50  (inkl.  Mehrwertsteueranteil)  als  angemessen.  Der  seither  aufgelaufene  Zeitaufwand wird auf zwei Stunden geschätzt  (Replik vom 1. Dezember  2011)  und  ist  zu  einem  Ansatz  von      Fr.  220.−,  zusätzlich  8%  Mehrwertsteueranteil, mithin Fr. 475.20, in Anschlag zu bringen. Die vom  BFM  zu  entrichtende,  auf  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung  ist  nach dem Gesagten auf Fr. 1188.35 festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite) 

E­6079/2006 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Der  Antrag  auf  Rückweisung  der  Angelegenheit  an  die  Vorinstanz  wird  abgewiesen. 2.  Die  Beschwerde wird  betreffend  Verneinung  der  Flüchtlingseigenschaft,  Ablehnung  des  Asylgesuches  und  Wegweisung  aus  der  Schweiz  (Dispositiv Ziff. 1 ­ 3 der angefochtenen Verfügung) abgewiesen. 3.  Das  Beschwerdeverfahren  wird  als  durch Wiedererwägung  seitens  des  BFM  gegenstandslos  geworden  abgeschrieben,  soweit  es  den  Wegweisungsvollzug (Dispositiv Ziff. 4 ­ 5 der angefochtenen Verfügung)  betrifft. 4.  Die  Verfahrenskosten  werden  im  Umfang  von  Fr.  300.–  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Nach  Verrechnung  mit  dem  am  9.  September  2011  geleisteten  Kostenvorschusses  sind  ihm  Fr.  300.–  zurückzuerstatten. 5.  Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  reduzierte  Parteientschädigung von Fr. 1188.35 auszurichten. 6.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Walter Stöckli Esther Karpathakis

E­6079/2006 Versand:

E­6079/2006 Zustellung erfolgt an: – den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  (Einschreiben,  Beilage:  Formular "Zahladresse") – das BFM, Asyl und Rückkehr, Zentrale Verfahren und Rückkehr (die  Akten  N_______  verbleiben  aufgrund  des  hängigen  Beschwerdeverfahrens  (…)  beim  Bundesverwaltungsgericht  (per  Kurier; in Kopie) – die kantonale Migrationsbehörde (in Kopie)

E-6079/2006 — Bundesverwaltungsgericht 21.12.2011 E-6079/2006 — Swissrulings