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Bundesverwaltungsgericht 24.08.2011 E-5667/2010

24 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,219 mots·~6 min·1

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 18. Juni 2010

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­5667/2010 Urteil   v om   2 4 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Bruno Huber (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer,  Richter Jean­Pierre Monnet,    Gerichtsschreiber Jonas Tschan. Parteien A._______, geboren (…),  Türkei, durch Vermittlung der Schweizerischen Botschaft in Ankara, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 18. Juni 2010 / N (…).

E­5667/2010 Sachverhalt: A. Der  Beschwerdeführer  ersuchte  am  23.  März  2010  bei  der  Schweizerischen  Botschaft  in  Ankara  (in  der  Folge:  die  Botschaft)  um  Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Gewährung von Asyl. Am  1. April 2010 fand  in der Botschaft die Anhörung zu seinen Asylgründen  statt. Zur Begründung brachte der Beschwerdeführer  im Wesentlichen vor,  er  sei  kurz  davor,  verhaftet  zu  werden.  Er  sei  in  seinem  Leben  bereits  in  zahlreiche Gerichtsverfahren verwickelt gewesen. Im Moment seien noch  zwei  hängig;  die  anderen  hätten  jeweils  mit  Freisprüchen  oder  Verjährungen geendet. Derzeit sei er wegen Mitgliedschaft bei der MLKP  (Marxistisch­Leninistische Kommunistische Partei) angeklagt. Er habe an  Demonstrationen  teilgenommen,  welche  letztlich  zu  diesen  Verfahren  geführt  hätten.  Ein  erstinstanzliches Urteil  laute  auf  (…)  Jahre  und  (…)  Monate  Haft  und  sei  am  (…)  ergangen;  dieses  Verfahren  sei  vor  dem  Kassationshof  hängig.  Während  der  (…),  die  er  deswegen  bereits  im  Gefängnis  gewesen  sei,  sei  er  zwar  psychisch  unter  Druck  gesetzt  worden, physische Gewaltanwendung habe es aber nicht gegeben. B. Mit  Verfügung  vom  18.  Juni  2010  verweigerte  das  BFM  dem  Beschwerdeführer die Einreise in die Schweiz und wies sein Asylgesuch  ab.  C. Mit  Eingabe  vom  3.  August  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen Verfügung,  die Bewilligung  der Einreise  in  die Schweiz  und  die  Gewährung  von  Asyl.  Auf  die  Begründung  im  Einzelnen  wird,  soweit wesentlich, in den nachfolgenden Erwägungen eingegangen. D. Mit  Zwischenverfügung  vom  24.  August  2010  forderte  das  Gericht  den  Beschwerdeführer  auf,  die  in  türkischer  Sprache  eingereichten  Beweismittel innert Frist in eine Amtssprache des Bundes übersetzen zu  lassen. E. Mit  Eingabe  vom  20.  September  2010  (türkischer  Poststempel)  reichte 

E­5667/2010 der Beschwerdeführer die eingereichten Beweismittel übersetzt (Deutsch)  nach. F. Mit Verfügung vom 27. April 2011 forderte das Bundesverwaltungsgericht  die Vorinstanz auf mitzuteilen, wie das Verfahren angehoben worden sei,  was den Akten nicht entnommen werden könne. G. Mit  Vernehmlassung  vom  17.  Mai  2011  hielt  das  BFM  an  seinen  Erwägungen fest und beantragte die Abweisung der Beschwerde. H. Mit Verfügung vom 30. Mai 2011 forderte das Bundesverwaltungsgericht  die Vorinstanz nochmals auf mitzuteilen, wie es sich mit der Eingabe des  Beschwerdeführers vom 23. März 2010 genau verhalte. I. In  seiner  Vernehmlassung  vom  17.  Juni  2011  äusserte  sich  das  BFM  folgendermassen: Die Terminologie  "Eingabe" sei ein Standardausdruck  für  die  erste  Kontaktaufnahme  einer  gesuchstellenden  Person  mit  der  Botschaft,  die  in  der  Regel  telefonisch  erfolge.  Nur  selten  würden  gesuchstellende Personen persönlich vorsprechen oder direkt Unterlagen  einsenden.  Die  Botschaft  unterhalte  zu  diesem  Zweck  ein  internes  Aufzeichnungsformular,  in  welchem  die  Personal­  und  Adressangaben  festgehalten  würden.  Dieses  Formular  diene  lediglich  dem  internen  Gebrauch und werde dem BFM in der Regel nicht zugeschickt. J. Mit  Eingabe  vom  29.  Juni  2011  (türkischer  Poststempel)  reichte  der  Beschwerdeführer neue Beweismittel zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 1.1 Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM 

E­5667/2010 gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asyls  endgültig  (Art.  105  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  [AsylG,  SR  142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni  2005 [BGG, SR 173.110]).  1.2  Die  Beurteilung  des  Verfahrens  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG und dem BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37  VGG). Gemäss ständiger Praxis erstreckt sich sodann die Zuständigkeit  der Beschwerdeinstanz aufgrund des engen sachlichen Zusammenhangs  auch auf die Verweigerung der Einreisebewilligung  im Sinne von Art. 20  Abs.  2  AsylG  (vgl.  die  weiterhin  geltende  Rechtsprechung  in  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2000 Nr. 12). 1.3 Sowohl der Zeitpunkt der Eröffnung der angefochtenen Verfügung als  auch  jener  der  Einreichung  der  Beschwerde  zu  Handen  der  Schweizerischen  Behörden  sind  vorliegend  nicht  eruierbar.  Da  die  Beweislast  für  die  Zustellung  an  die  Partei  der  eröffnenden  Behörde  obliegt  (vgl.  ANDRÉ  MOSER/MICHAEL  BEUSCH/LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Handbücher  für  die  Anwaltspraxis, Band X, Basel  2008, Rz.  3.150, S.  166  f.)  ist  zugunsten  des Beschwerdeführers davon auszugehen, dass die Beschwerde vom 3.  August 2010 rechtzeitig erfolgt ist. Die  Beschwerde  ist  somit  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung; er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 108 AsylG sowie 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art.  48 Abs. 1, Art. 50 und 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2. Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.

E­5667/2010 3.1 Nach den Bestimmungen des Völkerrechts gilt eine Person dann als  Flüchtling, wenn sie das Land verlassen hat,  in dem sie eine Verfolgung  befürchtet.  Bei  Einreichung  eines  Asylgesuchs  im  als  Verfolgungsstaat  bezeichneten  Land  bleibt  somit  aus  diesem Grund  kein Anlass  für  eine  Prüfung  der  Flüchtlingseigenschaft.  Trotzdem  kann  das  BFM  gemäss     Art.  20  Abs.  2  AsylG  Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes  bewilligen, wenn  ihnen nicht  zugemutet werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Dabei  hat  die  asylsuchende  Person  eine  unmittelbare  Gefahr  für  Leib  und Leben oder  für  die Freiheit  aus  einem Grund nach  Art.  3 AsylG glaubhaft  zu machen  (Art.  7 AsylG). Ferner  kann das Asyl  verweigert  werden, wenn  es  ihr  zugemutet werden  kann,  sich  in  einem  Drittland um Aufnahme zu bemühen (Art. 52 Abs. 2 AsylG). 3.2  Beim  Entscheid  zur  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  sind  die  Voraussetzungen  grundsätzlich  restriktiv  zu  umschreiben,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG sind namentlich die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch einen anderen Staat, die Beziehungsnähe zu anderen Staaten, die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  die  Praxis  der  Schweizerische  Asylrekurskommission  [ARK]  in  EMARK  1997  Nr.  15,  insbesondere  S.  131  ff.,  welcher  angesichts  bloss  redaktioneller  Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor  Gültigkeit  hat).  Zusammenfassend  ist  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Personen  ausschlaggebend (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E. 2c       S. 130), mithin die  Prüfung  der  Fragen,  ob  eine  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  glaubhaft  gemacht  wird  und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann.  Eine  Verfolgungssituation muss überdies aktuell sein, um gemäss Art. 3 AsylG  als  asylrelevant  zu  gelten.  Dies  bedeutet,  dass  zwischen  dem  Ereignis  und  der  Flucht,  mithin  dem  Asylgesuch,  ein  zeitlicher  Kausalzusammenhang bestehen muss. 4. 4.1  Das  BFM  begründete  seinen  negativen  Entscheid  im Wesentlichen  damit,  dass  Gesuchsteller  nicht  schutzbedürftig  seien,  wenn  die  gegen 

E­5667/2010 sie  gerichteten  staatlichen  Massnahmen  rechtsstaatlich  legitim  seien.  Personen,  die  aufgrund  qualifizierter  Unterstützungstätigkeiten  für  eine  Organisation, welche die verfassungsmässige Ordnung  in der Türkei mit  gewalttätigen  Mitteln  bekämpfen  würden,  strafrechtliche  Massnahmen  erleiden würden oder zu befürchten hätten, seien nicht schutzbedürftig im  Sinne  des  Asylgesetzes.  Anders  verhalte  es  sich  dann,  wenn  die  strafrechtlichen  Massnahmen  mit  einem  Politmalus  behaftet  seien,  das  Strafverfahren  rechtsstaatlichen  Ansprüchen  klarerweise  nicht  zu  genügen  vermögen  oder  der  asylsuchenden  Person  eine  Verletzung  fundamentaler Menschenrechte drohen würden. Es sei allgemein bekannt, dass sich die im Jahre 1994 gegründete MLKP  mit  ihrem  Ziel,  die  bestehende  verfassungsrechtliche  Ordnung  der  Türkischen  Republik  mit  Waffengewalt  zu  stürzen,  bereits  schwerer  Straftaten  schuldig  gemacht  habe.  Unter  diesen  Voraussetzungen  sei  eine  strafrechtliche  Verfolgung  von  Mitgliedern  und  Unterstützern  der  MLKP  im  Kern  als  rechtsstaatlich  legitim  zu  beurteilen.  Es  sei  grundsätzlich  festzustellen,  dass  im  Rahmen  einer  rechtsstaatlich  legitimen Strafverfolgung  die Frage,  ob die  beschuldigte Person das  ihr  angelastete  Delikt  tatsächlich  begangen  habe,  keinen  Einfluss  auf  die  Frage der Schutzbedürftigkeit bei einem Einreise­ und Asylgesuch habe.  Im Fall des Beschwerdeführers könnten die  türkischen Behörden  jedoch  auf  eine  gute  Beweislage  zurückgreifen.  Gestützt  auf  die  bei  Hausdurchsuchungen  beschlagnahmten  Dokumente  und  Video­CDs  erscheine  es  erwiesen,  dass  er  Mitglied  der  SGD  (Sozialistischer  Jugendverein) und der ESP  (Sozialistische Plattform der Unterdrückten)  in  B._______  sei,  welche  von  der  MLKP  instruiert  würden.  Gegenüber  den  türkischen Behörden  habe  der Beschwerdeführer  auch  zugegeben,  Mitglied  dieser  Organisationen  zu  sein  und  an  deren  Veranstaltungen  teilzunehmen. Die eingereichten Gerichtsakten würden darauf hindeuten,  dass  er  im  Rahmen  der  Struktur  der  ESP  in  B._______  eine  Führungsfunktion  einnehme.  Mit  der  Mitgliedschaft  in  der  ESP  und  der  SGD und den damit verbundenen Aktivitäten würde er seine Identifikation  mit den Grundsätzen der MLKP offenbaren und einen konkreten Beitrag  zur  Erreichung  der  Parteiziele  liefern,  nämlich  die  Zerstörung  der  verfassungsmässigen  Ordnung  der  Türkischen  Republik  unter  Einsatz  von  Waffengewalt.  In  diesem  Sinne  sei  die  Anklage  und  Verurteilung  wegen MLKP­Mitgliedschaft  durch  die  türkischen Behörden  im Kern  als  rechtsstaatlich legitim einzustufen.

E­5667/2010 Daneben könne die erstinstanzliche Verurteilung zu einer Haftstrafe von  (…)  Jahren  und  (…) Monaten  im Rahmen  einer  Strafverfolgung  wegen  Mitgliedschaft  in  einer  mit  terroristischen  Mitteln  operierenden  Organisation  nicht  als  übertrieben  und  mit  einem  Politmalus  behaftet  eingeschätzt werden. 4.2 In seiner Rechtsmitteleingabe führt der Beschwerdeführer an, er lebe  derzeit  in  C._______  und  es  seien  gegen  ihn  bis  heute  mehrere  Verfahren eingeleitet worden, wobei er öfters freigesprochen worden sei.  Eines  der  Verfahren,  welches  noch  nicht  abgeschlossen  sei,  sei  jenes,  welches vom (…) Schwurgericht in Adana am (…) eingeleitet worden sei.  Er  sei  von  diesem  wegen  Mitgliedschaft  in  der  illegalen  Organisation  MLKP  zu  einer  Freiheitsstrafe  von  (…)  Jahren  und  (…)  Monaten  Haft  verurteilt  worden  und  deswegen  bereits  (…)  in  Untersuchungshaft  gewesen.  Das  Verfahren  sei  beim  Kassationshof  hängig.  In  einem  ähnlichen  Fall  sei  das  erstinstanzliche  Urteil  von  (…)  Jahren  und  (…)  Monaten Haft durch den Kassationshof bestätigt worden. Vom lokalen Gericht sei er verurteilt worden, weil er Mitglied der illegalen  Organisation  SGD  gewesen  sei  und  an  den  Aktivitäten  der  ESP  teilgenommen  habe.  Die  Generaldirektion  des  Polizeipräsidiums  habe  einen Ermittlungsbericht verfasst,  in welchem festgestellt werde, dass es  sich  bei  der  SGD  und  der  ESP  um  Unterorganisationen  der  MLKP  handle. Der Beschwerdeführer sei jedoch nicht Mitglied der MLKP. In den  Büros  der  SGD  und  der  ESP  in  B._______  sei  kein  entsprechender  Beweis  gefunden worden. Wenn man  den Untersuchungsbericht  genau  überprüfe,  werde  man  dies  feststellen.  Ausserdem  würden  die  Organisationen  keine  illegalen  Aktivitäten  durchführen.  Die  Menschen,  die  zu  diesen  hingehen  würden,  seien  keine  illegalen  Organisationsmitglieder,  und  bezeichne man  sie  als  solche,  so  sei  dies  gegen das Gesetz. Die  eingeleiteten  Verfahren  würden  die  Gesundheit  des  Beschwerdeführers  beeinträchtigen.  Er  stehe  seit  dem  Jahre  (…)  in  ärztlicher  Behandlung,  weil  er  an  einer  chronischen  (…)  leide.  Zu  Drittstaaten habe er keine nähere Beziehung. 5. Im  Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  das  BFM  zu  Recht  eine  unmittelbare  Gefahr im Sinne von Art. 20 Abs. 3 AsylG verneinte und die Einreise des  Beschwerdeführers in die Schweiz verweigerte.

E­5667/2010 5.1  Den Angaben  des Beschwerdeführers  und  den  im  erstinstanzlichen  sowie  im  Rechtsmittelverfahren  eingereichten  Beweismitteln  kann  entnommen werden, dass er mit Urteil vom (…) des (…) Schwurgerichts  in Adana zu (…) Jahren und (…) Monaten Gefängnis verurteilt worden ist.   Ausgehend von einer solchen Verurteilung ist in Übereinstimmung mit der  Vorinstanz  festzuhalten,  dass  die  Frage,  ob  diese  zu  Recht  erfolgt  ist,  nicht zu prüfen ist; es gibt aufgrund der Aktenlage keinerlei Hinweise auf  ein  unrechtmässiges  Handeln.  Zudem  erscheint  das  Strafmass  in  Anbetracht  der  dem  Beschwerdeführer  in  diesem  Strafverfahren  vorgeworfenen Straftaten nicht als unverhältnismässig streng.  5.2  Es  liegen  insgesamt  keine  Anhaltspunkte  dafür  vor,  dass  die  Verurteilung des Beschwerdeführers aus asylrechtlich relevanten Motiven  erfolgt wäre. Die strafrechtlichen Massnahmen sind daher, wie vom BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zu  Recht  festgestellt,  mit  keinem  Politmalus  behaftet.  Schliesslich  war  er  während  seiner  (…)  (Untersuchungs­)Haft  offensichtlich  keinen  eigentlichen Misshandlungen  ausgesetzt. Jedenfalls sagte er anlässlich der Anhörung in der Botschaft  vom  1.  April  2010,  es  habe  nichts  Besonderes  gegeben,  keine  Folter,  nichts  Physisches  (vgl.  Akten  BFM  A2/6  S.3).  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  weitergehend  ohne  Einschränkung  auf  die  zutreffenden  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwiesen  werden. 5.3  Nach  dem Gesagten  ist  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen,  eine  aktuelle  Gefährdung  aus  asylrechtlich  relevanten  Motiven  aufzuzeigen,  welche  die  Bewilligung  der  Einreise  in  die  Schweiz  rechtfertigen  würde.  Insgesamt  liegen  somit  keine  überwiegenden  Anhaltspunkte für eine Einreise in die Schweiz vor (vgl. EMARK 2005 Nr.  19,  mit  weiteren  Hinweisen).  Das  BFM  hat  folglich  die   Einreise  des  Beschwerdeführers  in  die  Schweiz  zu  Recht  nicht  bewilligt  und  das  Asylgesuch abgelehnt. 6. Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art.  106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 7. Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  dem 

E­5667/2010 Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG, Art. 1­3 des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  wird  indessen  auf  deren  Erhebung  verzichtet (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 6 Bst. b VGKE). (Dispositiv nächste Seite)

E­5667/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  an  das  BFM  und  an  die  Schweizerische Botschaft in Ankara. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bruno Huber Jonas Tschan Versand:

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