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Bundesverwaltungsgericht 13.10.2011 E-5395/2011

13 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,289 mots·~6 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. August 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung V E­5395/2011 Urteil   v om   1 3 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Markus König, mit Zustimmung von Richter Bruno Huber; Gerichtsschreiber Urs David. Parteien A._______, geboren am 7. Juni 1993, Pakistan,  (…),  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 25. August 2011 / N (…).

E­5395/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer eigenen Angaben zufolge seinen Heimatstaat  am  7.  November  2010  verliess  und  am  25.  April  2011  in  die  Schweiz  gelangte, wo er am folgenden Tag um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  16. Mai  2011  im Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  Basel  sowie  der  Anhörung  vom  19.  Juli  2011 zu den Asylgründen im Wesentlichen Folgendes geltend machte, dass  er  pakistanischer  Staatsangehöriger  paschtunischer  Ethnie  und  sunnitischen  Glaubens  sei,  väterlicherseits  afghanische  Wurzeln  habe,  am (…) in B._______ (Pakistan) geboren sei und mit seiner Familie stets  dort  gelebt,  die  Mittelschule  abgeschlossen  und  später  in  der  familieneigenen Landwirtschaft und als Händler auf dem Basar gearbeitet  habe,  dass  es  in  der  Region  seit  2007  zu  Auseinandersetzungen  zwischen  Sunniten und Schiiten gekommen sei und er, da er sich nicht immer habe  freikaufen  können,  sich  ab  und  zu  (waffenlos)  ebenfalls  "in  den  Schützengraben begeben" habe, dass  er  Anfang  November  2010  von  Dorfvertretern  zur  aktiven  Beteiligung an diesen Kämpfen gedrängt worden sei, dass er sich diesem Druck jedoch widersetzt und Beschimpfungen gegen  die Taliban, insbesondere deren Führer, ausgesprochen habe,  dass diese Reaktion Drohungen der Taliban gegen  ihn ausgelöst  habe,  welche ihn zwangsweise zum Kampf in ihren Reihen an der Front hätten  bewegen wollen, dass  die  örtlichen Behörden  und  vorab  die  Polizei  einer  Involvierung  in  diese Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen würden und daher ein  Schutzersuchen bei diesen unnütz sei, dass er deshalb seinen Heimatort aus Angst vor weiteren Problemen mit  den  Taliban  noch  in  der  gleichen  Nacht  beziehungsweise  drei  Tage  später  in Richtung C._______ verlassen und dort einige Tage bei einem  Freund verbracht habe, um in der Folge auszureisen und via Iran, Türkei,  Griechenland und Italien in die Schweiz zu gelangen,

E­5395/2011 dass  er  sich  der  Bedrohungslage  in  keiner  anderen  Landesregion  entziehen könne, da die Taliban im ganzen Land an der Macht seien, dass  im  Übrigen  sein  2004  verstorbener  Vater  früher  Feinde  in  Afghanistan  gehabt  habe  und  diese  womöglich  dereinst  auf  der  Suche  nach ihm nach Pakistan kommen könnten, dass  der  Beschwerdeführer  als  Beweismittel  ein  "Domicile  Certificate"  seiner  Heimatgemeinde,  jedoch  trotz  Aufforderungen  keine  Identitätsdokumente  zu  den  Akten  gab  und  hierzu  erklärte,  nie  einen  Reisepass oder eine Identitätskarte besessen oder beantragt und seinen  Schulausweis auf der Reise verloren zu haben, dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom  25.  August  2011  –  eröffnet  am  30.  August  2011  –  ablehnte  und  dessen Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete, dass  das  Bundesamt  seinen  ablehnenden  Asylentscheid  damit  begründete,  dass  die  Schilderungen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  von  Art.  3  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  an  die  flüchtlingsrechtliche  Beachtlichkeit  nicht  genügen  würden, und er mithin die Flüchtlingseigenschaft nicht erfülle, dass  es  sich  bei  den  Bedrohungen  und  Pressionen  durch Dorfvertreter  und  Taliban  um  Übergriffe  Dritter  handle,  die  den  pakistanischen  Behörden  nicht  angelastet  werden  könnten  und  bei  denen  der  Beschwerdeführer  somit  um  Schutz  hätte  nachsuchen  können,  was  er  indessen unterlassen habe, dass zudem die geltend gemachten Benachteiligungen beziehungsweise  Befürchtungen  lokal  oder  regional  beschränkt  seien  und  er  sich  diesen  durch  Wegzug  in  eine  andere  Provinz  entziehen  könne,  wo  er  keine  Sanktionen wegen seiner Weigerung, am Kampf zwischen Sunniten und  Schiiten teilzunehmen, zu befürchten habe und nicht mit Beschimpfungen  der Taliban rechnen müsse, dass  er  aufgrund  des  Subsidiaritätsprinzips  daher  nicht  auf  den Schutz  der Schweiz angewiesen sei, dass  es  sich  somit  erübrige,  auf  bestehende  Unglaubhaftigkeitsindizen  einzugehen,

E­5395/2011 dass die Wegweisung die Regelfolge eines ablehnenden Asylentscheides  darstelle  und  keine  zureichenden  Gründe  ersichtlich  seien,  die  auf  Unzulässigkeit,  Unzumutbarkeit  oder  Unmöglichkeit  eines  Wegweisungsvollzugs schliessen lassen würden, dass  mangels  Erfüllung  der  Flüchtlingseigenschaft  der  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung gemäss Art. 5 Abs. 1 AsylG keine Anwendung finde  und keine Anhaltspunkte für eine dem Beschwerdeführer mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  drohende,  durch  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Bestrafung  oder  Behandlung ersichtlich seien, dass  ferner  weder  die  politische  Situation  im  Heimatstaat  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  sprächen,  zumal  der  Beschwerdeführer  jung  und  gesund  sei  und  an  seinem  Herkunftsort über ein – insbesondere familiäres – Beziehungsnetz (Mutter  und (…) Geschwister) verfüge, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. September 2011 gegen  diese  Verfügung  vom  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  darin  die  Aufhebung  des  angefochtenen  Entscheids,  die Gewährung  von Asyl,  eventualiter  die Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  zur  Neubeurteilung,  subeventualiter  die  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  unter  Feststellung  der  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  sowie  in  prozessualer  Hinsicht  die  unentgeltliche  Prozessführung  für  die  Verfahrenskosten  unter  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragt,  dass  er  in  der Begründung  rügt,  das BFM verkenne die  seit  dem Urteil  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2006  Nr.  18  geltende  Schutztheorie,  wonach auch nichtstaatliche Verfolgung flüchtlingsrelevant sei, wenn der  Heimatstaat  oder  allenfalls  ein  Quasistaat  nicht  in  der  Lage  oder  nicht  willens sei, adäquat Schutz vor Verfolgung zu bieten, dass der pakistanische Staat vorliegend weder willens noch fähig sei, ihn  vor  den  terroristischen  Taliban  zu  schützen,  weshalb  er  auch  auf  eine  Anzeigeerhebung bei den Behörden verzichtet habe,

E­5395/2011 dass  diesbezüglich  die  Situation  vor  Ort  von  Amtes  wegen  vertieft  abzuklären sei, dass  er  auf  keinen  Fall  über  eine  innerstaatliche  Fluchtalternative  verfüge, da er ausserhalb der Provinz kein familiäres Netz habe und eine  Rückkehr nach Pakistan daher nicht zumutbar sei, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Zwischenverfügung  vom  30. September  2011  den  einstweilen  legalen  Aufenthalt  des  Beschwerdeführers  während  des  Beschwerdeverfahrens  feststellte  und  ein  Rückkommen  auf  die  Beschwerde  nach  Eingang  und  Prüfung  der  Akten in Aussicht stellte, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG),

E­5395/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art.  111  Bst.  e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass  die  vorliegenden  Akten  zahlreiche  augenfällige  Ungereimtheiten  (u.a.  chronologische,  inhaltliche  und  identitätsbezogene  Aussagewidersprüche,  Substanzarmut,  Unlogik)  enthalten,  welche  erhebliche  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers aufkommen lassen,  dass  sich  eine  vertiefte  Erörterung  dieser  Ungereimtheiten  vorliegend  jedoch  erübrigt,  weil  die  Vorinstanz  gemäss  den  nachfolgenden  Erwägungen gesetzes­ und praxiskonform erkannt hat, dass die geltend  gemachten  Benachteiligungen  und  Befürchtungen  den  Anforderungen  von Art. 3 AsylG an die flüchtlingsrechtliche Beachtlichkeit ohnehin nicht  genügen, dass zur Vermeidung von Wiederholungen vorab auf die Erwägungen in  der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  obenstehende  zusammenfassende Darstellung verwiesen werden kann,

E­5395/2011 dass  die  Beschwerdeschrift  offensichtlich  keine  zureichenden  Anhaltspunkte  für  eine  von  den  vorinstanzlichen  Erkenntnissen  abweichende Betrachtungsweise enthält,  dass sie sich  im Wesentlichen auf eine Bekräftigung der Asylvorbringen  und das Aufstellen blosser Gegenbehauptungen beschränkt,  dass  die  Rüge  einer  Missachtung  der  seit  dem  Jahre  2006  geltenden  Schutztheorie (Praxisänderung mittels Grundsatzentscheid EMARK 2006  Nr. 18) nicht begründet ist, dass  das  BFM  zwar  eine  angebliche  Verfolgung  durch Dritte  (statt  den  Staat)  erkannt  hat,  in  der  unmittelbaren  Folge  und  in  korrekter  Anwendung dieser Praxis (vgl. a.a.O. E. 10.1.) aber festgestellt hat, dass  der Beschwerdeführer bei den pakistanischen Behörden um Schutz hätte  nachsuchen  können,  wodurch  es  die  potenzielle  flüchtlingsrechtliche  Relevanz nichtstaatlicher Verfolgung durchaus anerkennt, dass  der  Einwand, wonach  der  pakistanische Staat weder willens  noch  fähig  sei,  seine  Bürger  vor  Benachteiligungen  und  Bedrohungen  durch  terroristische  Taliban  zu  schützen,  in  dieser  pauschalen  und  unsubstanziierten  Form  selbst  unter  Berücksichtigung  einer  verstärkten  Einflussnahme  terroristischer  Gruppierungen  in  Teilen  Pakistans  offensichtlich nicht verfängt,  dass  angesichts  der  Substanzarmut  dieser  Rüge  kein  Anlass  besteht,  diesbezüglich die "Situation vor Ort" von Amtes wegen vertieft abzuklären  und  die  angefochtene  Verfügung  aus  diesem  Grund  zu  kassieren  (Eventualantrag des Beschwerdeführers), dass  unbesehen  dessen  das  Bestehen  innerstaatlicher  Ausweichmöglichkeiten zu bestätigen ist,  dass die Behauptung einer  landesweiten Machtausübung der Taliban  in  Pakistan nicht den Tatsachen entspricht,  dass  auch  die  erklärte  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  möglichen  künftigen Übergriffen durch frühere Feinde seines Vaters in keiner Weise  konkretisiert, substanziiert und in einen zeitlichen Verwirklichungshorizont  gestellt wird und daher gänzlich unbegründet erscheint,

E­5395/2011 dass  der  vom  Beschwerdeführer  erhobene  Einwand  fehlender  persönlicher  Beziehungen  in  anderen  Landesteilen  nicht  das  Bestehen  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative  per  se  und  mithin  die  Flüchtlingseigenschaft  beschlägt,  sondern  im  Rahmen  der  Prüfung  des  Wegweisungsvollzuges  zu  erörtern  ist  (vgl.  den  Grundsatzentscheid  EMARK 1996 Nr. 1 [E. 5 c und d] und die seitherige Praxis, z.B. das Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts E­7433/2008 vom 24. Mai 2011 [E. 6.3]), dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  der  vormaligen  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist,  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG),

E­5395/2011 dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  weshalb das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  findet  und keine Anhaltspunkte für eine menschenrechtswidrige Behandlung im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105)  und der Praxis  zu Art. 3 EMRK ersichtlich  sind,  die  im  Heimat­ oder Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen,  dass  auch  diesbezüglich  vollumfänglich  auf  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  verwiesen  werden  kann  und  zudem  auf  die  für  den  Beschwerdeführer  begünstigenden  Zumutbarkeitselemente  insoweit  hinzuweisen  ist,  als  er  überdurchschnittlich  gut  gebildet  ist  sowie  über  berufliche Erfahrungen in der Landwirtschaft und im (…)handel verfügt,  dass angesichts dieser Umstände selbst unter hypothetischer Annahme,  er  wäre  auf  die  Inanspruchnahme  einer  innerstaatlichen  Ausweichmöglichkeit  ausserhalb  seiner  Herkunftsregion  angewiesen,  deren Zumutbarkeit zu bejahen wäre, dass der Vollzug der Wegweisung somit vorliegend zumutbar ist,

E­5395/2011 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer nach wie  vor  obliegt,  bei  der  Beschaffung  gültiger Reisepapiere mitzuwirken  (vgl.  Art. 8 Abs. 4 AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513­515), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG), dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der (bisher bloss behaupteten)  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  nach  dem  Gesagten  als  aussichtslos  zu  bezeichnen sind, dass  mit  dem  instruktionslosen  Direktentscheid  in  der  Hauptsache  das  Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses hinfällig  geworden ist. (Dispositiv nächste Seite)

E­5395/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  nach  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale  Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Urs David Versand:

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