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Bundesverwaltungsgericht 05.08.2011 E-4227/2011

5 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,031 mots·~5 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 19. Juli 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­4227/2011 Urteil   v om     5 .   Augus t   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richterin Regula Schenker, Gerichtsschreiber Simon Thurnheer. Parteien A._______, geboren am (…), Libanon,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 19. Juli 2011 /  N (…).

E­4227/2011 Das Bundesverwaltungsgericht,  in Anwendung des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105), der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschen­ rechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101), des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO), der Verordnung  (EG) Nr.  1560/2003  der Kommission  vom 2.  September 2003  mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO (DVO Dublin), des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, SR 142.311), des Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17. Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32),

E­4227/2011 des Bundesgesetzes  vom 17. Juni  2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR 173.320.2), stellt fest, dass der Beschwerdeführer  eigenen Angaben  zufolge am 5. März 2011  von  Beirut  nach  Paris  flog,  sich  2  Monate  und  10  Tage  in  Frankreich  aufhielt,  ihm dort am 14. März 2011 seine Fingerabdrücke abgenommen  wurden,  er  aber  in  Frankreich  nie  ein  Asylgesuch  stellte  und  mit  der  Eisenbahn am 12. Mai 2011 in die Schweiz einreiste, wo er gleichentags  um Asyl nachsuchte, dass  das BFM am 20. Mai  2011  im Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  anlässlich  der  Kurzbefragung  die  Personalien  des  Beschwerdeführers erhob und  ihn summarisch zum Reiseweg sowie zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  seines  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaates  befragte, dass er dabei zur Begründung des Asylgesuchs im Wesentlichen geltend  machte, er werde entweder von Anhängern der sunnitischen Partei Tayar  Al­Musaqbal  oder  von  Anhängern  der  schiitischen  Amal­Bewegung  verfolgt, weil er von beiden Gruppierungen für einen Anhänger der jeweils  andern  gehalten  werde,  gleichzeitig  setzten  ihn  beide  Gruppierungen  unter Druck, sich ihnen anzuschliessen, diese Konstellation rühre daher,  dass sein Vater Sunnite und seine Mutter Schiitin sei, dass  auf  ihn  geschossen  worden  sei,  er  sich  dabei  (…)  verletzt  habe,  dass überdies sein Motorrad zerstört worden und ihm telefonisch gedroht  worden sei, dass  dem  Beschwerdeführer  anlässlich  der  genannten  Befragung  im  Hinblick auf eine allfällige Zuständigkeit Frankreichs für die Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  das  rechtliche  Gehör  gewährt  wurde,

E­4227/2011 dass  der  Beschwerdeführer  hierzu  geltend machte,  er  wolle  nicht  nach  Frankreich zurück, weil er befürchte, dass er von dort umgehend  in den  Libanon zurückgeführt würde, dass  ein  Abgleich  mit  der  europäischen  Fingerabdruck­Datenbank  (Zentraleinheit  EURODAC)  ergab,  dass  der  Beschwerdeführer  illegal  nach  Frankreich  eingereist  war,  wo  seine  Fingerabdrücke  am  14. März  2011 erfasst wurden, dass  die  französischen  Behörden  am  15. Juli  2011  dem  vom  BFM  am  22. Juni 2011 gestellten Gesuch um Übernahme des Beschwerdeführers  gestützt auf Art. 9  Abs. 4 Dublin­II­VO ausdrücklich zustimmten,  dass das BFM auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers mit Verfügung  vom  19.  Juli  2011  –  eröffnet  am  21.  Juli  2011  –  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung aus der Schweiz nach Frankreich anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  dass  die   staatsvertragliche  Zuständigkeit  Frankreichs  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  aufgrund  der  Aussagen  des  Beschwerdeführers  und  des  EURODAC­Treffers  feststehe  und  keine  Gründe vorlägen, die gegen die Wegweisung nach Frankreich sprechen  würden, insbesondere lägen keine konkreten Anhaltspunkte vor, dass die  zuständigen  französischen  Behörden  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführten oder die einschlägigen  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht  einhielten,  insbesondere  keinen  effektiven  Schutz  vor  Rückschiebung  (Non­Refoulement­Gebot)  gewähren würden, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 28. Juli 2011 (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  in  materieller  Hinsicht  beantragte,  der  Entscheid  der  Vorinstanz  sei  aufzuheben,  seine  Flüchtlingseigenschaft  sei  anzuerkennen, ihm sei Asyl zu gewähren,  dass  er  ferner  beantragte,  der  Wegweisungsvollzug  sei  als  undurchführbar  zu  bezeichnen  und  es  sei  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen, dass der Beschwerdeführer  in verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte,  es  sei  ihm  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten  und  die 

E­4227/2011 zuständigen  Behörden  seien  vorsorglich  anzuweisen,  keine  Personendaten an sein Herkunfts­ oder Heimatland weiterzuleiten, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am.  2.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG] i. V. m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb der Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art.  111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde,

E­4227/2011 dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das BFM ablehnt, das Asylgesuch auf seine Begründetheit hin zu über­ prüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerde­ instanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die Vorinstanz zu  Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensent­ scheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbstständigen  materiellen  Prüfung enthält,  die angefochtene Verfügung aufhebt  und die Sache zu  neuer Entscheidung an die Vorinstanz zurückweist (Entscheidungen und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  somit  die  Begehren,  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers sei anzuerkennen und es sei  ihm Asyl zu gewähren,  vom Bundesverwaltungsgericht  nicht  zu  prüfen  sind,  weshalb  auf  diese  nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  grundsätzlich  volle  Kognition  zukommt,  wobei  sich  diese  Fragen  –  namentlich  diejenigen  hinsichtlich  des  Bestehens  von  Vollzugshindernissen  (Durchführbarkeit  der  Überstellung  an  den  zuständigen  Staat)  –  in  den  Dublin­Verfahren  bereits  vor  Erlass  des  Nichteintretensentscheides stellen, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchfüh­  rung  des Asyl­  und Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  auf Grund  der  einschlägigen Staatsverträge  (DAA  sowie Dublin­II­ VO  und  DVO­Dublin)  Frankreich  als  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig  zu  erachten  ist,  was  auch  vom  Beschwerdeführer nicht bestritten wird,  dass  die  in  der  Schweiz  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in  Frankreich zu prüfen sein werden, dass der Beschwerdeführer nach Frankreich ausreisen kann, welches für  die  Prüfung  seines  Asylantrags,  allenfalls  seiner  Beschwerde,  staatsvertraglich zuständig ist,

E­4227/2011 dass  die  so  genannte  humanitäre  Klausel  (Art.  15  Abs.  1 Dublin­II­VO)  vorliegend nicht zur Anwendung kommt, da sie sich auf Fälle bezieht,  in  denen  ein  Signatarstaat,  welcher  nach  den  Kriterien  der  Dublin­II­VO  dafür  nicht  zuständig  ist,  auf  Ersuchen  des  zuständigen  Staates  ein  Asylgesuch aus humanitären Gründen prüft, um Familienmitglieder nicht  zu trennen bzw. zusammenzuführen, wenn die betroffene Person wegen  Schwangerschaft,  einer  schweren  Krankheit  oder  hohen  Alters  auf  die  Unterstützung einer anderen Person angewiesen ist,  dass  die  humanitäre  Klausel  den  Zweck  hat,  dass  die  Mitgliedstaaten  ihren  Verpflichtungen  nach  Art.  8  EMRK  zum  Schutz  der  Familie  nachkommen, dass in casu weder ein entsprechendes Gesuch des zuständigen Staates  vorliegt  noch  aus  den  Akten  ein  irgendwie  geartetes  Abhängigkeitsverhältnis  hervorgeht  noch  Familienangehörige  im  Sinne  von Art. 2 Bst. i Dublin­II­VO in der Schweiz leben, dass  der  Vorhalt  in  der  Beschwerdeschrift,  auf  Grund  der  humanitären  Klausel  sei  von der Wegweisung nach Frankreich abzusehen, demnach  unbehelflich ist, dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  Gründe  vorliegen,  die  das  BFM  hätten  veranlassen müssen, sein –  ihm gemäss Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin­II­ VO  auch  bei  Zuständigkeit  eines  anderen  Signatarstaates  zustehendes  –Selbsteintrittsrecht auszuüben, dass Frankreich unter anderem Signatarstaat des FK, der EMRK und der  FoK ist, dass  keine  konkreten  Hinweise  dafür  bestehen,  Frankreich  würde  sich  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen der EMRK halten, dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen eines Asylverfahrens  in Frankreich aufhalten, würden aufgrund  der  dortigen  Aufenthaltsbedingungen  in  eine  existenzielle  Notlage  versetzt, 

E­4227/2011 dass  auch  der  Beschwerdeführer  nicht  zu  substanziieren  vermochte,  inwiefern  ihm  durch  die Wegweisung  nach  Frankreich  die  Gefahr  einer  Rückschiebung drohe, dass  somit  für  das  Bundesverwaltungsgericht  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  die  das  BFM  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  der  Schweiz  (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) hätten veranlassen sollen, dass  in  der  Beschwerde  nichts  weiter  vorgebracht  wird,  das  zu  einer  anderen  Einschätzung  führen  würde,  weshalb  es  sich  erübrigt,  darauf  näher einzugehen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren  nach  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs bereits Voraussetzung  (und nicht  erst Regelfolge)  des Nichteintretensentscheides  und  deshalb  vorliegend  nicht zu prüfen ist, dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen  Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  AuG  stellt,  sondern  eine  entsprechende Prüfung,  soweit  notwendig,  vielmehr  bereits  im Rahmen  der Entscheidfindung hinsichtlich der Ausübung des Selbsteintrittsrechts  stattfinden muss  (vgl. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts D­645/2010  vom 1. März 2010 E. 8.2),  dass demnach auf den Antrag auf Anordnung der vorläufigen Aufnahme  nicht einzutreten ist, dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung nach Frankreich zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 

E­4227/2011 unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass mit  dem vorliegenden Direktentscheid  ohne  vorgängige  Instruktion  der  Antrag,  es  sei  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  zu  verzichten, gegenstandslos wird, dass sich die gestellten Rechtsbegehren gemäss obigen Erwägungen als  aussichtslos  erweisen,  weshalb  ­ unbesehen  der  allenfalls  bestehenden  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  ­  der  Antrag  auf  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  VwVG  abzuweisen und bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  VGKE)  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63 Abs. 1 VwVG). dass  der  Antrag,  die  Vollzugsbehörden  seien  gemäss  Art.  97  Abs.  1  AsylG  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat des Beschwerdeführers sowie jede Weitergabe von Daten  an  denselben  zu  unterlassen,  mit  vorliegendem  Direktentscheid  gegenstandslos geworden ist. (Dispositiv nächste Seite)

E­4227/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Gabriela Freihofer Simon Thurnheer Versand:

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