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Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 E-36/2008

30 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,855 mots·~9 min·1

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6. Dezember 2007

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­36/2008 Urteil   v om   3 0 .   No v embe r   2011 Besetzung Richter Daniel Willisegger (Vorsitz),  Richterin Claudia Cotting­Schalch, Richter Walter Stöckli,    Gerichtsschreiber Tobias Meyer. Parteien A._______, geboren (…),  B._______, geboren (…),   C._______, geboren (…),  Sri Lanka,   alle vertreten durch Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 6.  Dezember 2007 / N (…).

E­36/2008 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  ein  Staatsangehöriger  Sri Lankas  tamilischer  Ethnie,  reiste  im Mai  2005  über  den  Flughafen Colombo  aus Sri Lanka  aus  und  flog  nach  Singapur.  Die  Beschwerdeführerin,  ebenfalls  eine  Staatsangehörige  Sri Lankas  tamilischer  Ethnie,  reiste  Mitte  Oktober  2006  per  Flugzeug  nach  Singapur.  Am  30. November  2006  gelangten  beide per Flugzeug von Singapur in die Schweiz, wo sie am 1. Dezember  2006  je  um  Asyl  ersuchten.  Am  7. Dezember  2006  wurden  sie  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  Basel  zur  Person  befragt  und  am  17. Januar  2007  vom  Migrationsdienst  des  Kantons  (…)  zu  ihren  Asylgründen angehört. B.  Mit  Verfügung  vom  6. Dezember  2007  stellte  das  BFM  fest,  die  Beschwerdeführenden  erfüllten  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  und  lehnte  ihre  Asylgesuche  ab.  Gleichzeitig  wies  das  BFM  sie  aus  der  Schweiz  weg  und  beauftragte  den  Kanton  (…)  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung. C.  Mit  Eingabe  vom  3. Januar  2008  (Poststempel)  erhoben  die  Beschwerdeführenden gegen die Verfügung des BFM Beschwerde beim  Bundesverwaltungsgericht  mit  dem  Antrag,  die  Verfügung  sei  aufzuheben,  es  sei  ihre  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen  und  ihnen  Asyl  zu  gewähren.  Eventualiter  beantragten  sie  die  Gewährung  der  vorläufigen Aufnahme, weil der Vollzug der Wegweisung unzulässig und  unzumutbar  sei.  In  prozessualer  Hinsicht  ersuchten  sie  um Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  Verzicht  auf  einen  Kostenvorschuss. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Januar  2008  gewährte  das  Bundesverwaltungsgericht  die  unentgeltliche  Prozessführung  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Die  Beschwerdeführenden wurden aufgefordert, die in der Beschwerdeschrift  in  Aussicht  gestellten  Beweismittel  innert  30  Tagen  dem  Gericht  einzureichen. E.  Am  11. Februar  2008  ging  beim  Bundesverwaltungsgericht  ein  Telefax 

E­36/2008 der  Beschwerdeführenden  ein,  der  die  Kopie  eines  Haftbefehls  gegen  den  Beschwerdeführer  enthielt.  Mit  Schreiben  vom  27. Februar  2008  überwies  das  BFM  eine  Eingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  8. Februar 2008 an das Bundesverwaltungsgericht. Die Eingabe enthielt  ein  Gesuch  um  Fristverlängerung  zur  Einreichung  zusätzlicher  Beweismittel  und  Faxkopien  eines  Polizeirapports,  den  die  Beschwerdeführenden bereits  im erstinstanzlichen Verfahren eingereicht  hatten. Mit Schreiben vom 3. März 2008 überwies das BFM eine weitere  Eingabe  der  Beschwerdeführenden  vom  29. Februar  2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht,  die  einen  Haftbefehl,  Kopien  eines  Polizeirapports,  sowie  ein  Schreiben  eines  sri­lankischen  Anwaltes/Friedensrichters enthielt.  F.  Mit  Zwischenverfügung  vom  14. März  2008  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht mit, das Gesuch um Fristerstreckung dürfte in  Anbetracht  der  nachträglich  eingereichten  Dokumente  gegenstandslos  geworden sein, und forderte das BFM zur Stellungnahme auf. Das BFM  liess sich mit Eingabe vom 26. März 2008 vernehmen und beantragte die  Abweisung der Beschwerde.  G.  Mit  Eingabe  vom  11. April  2008  zeigten  die  Beschwerdeführenden  an,  dass  sie  mit  der  Interessenwahrung  einen  Anwalt  betraut  hatten,  und  beantragten,  es  sei  den  Beschwerdeführenden  in  dessen  Person  ein  unentgeltlicher Rechtsbeistand beizugeben.  H.  Mit  Zwischenverfügung  vom  30. April  2008  ordnete  das  Bundesverwaltungsgericht  in  der Person  des  erbetenen Anwaltes  einen  unentgeltlichen Rechtsvertreter bei und setzte Frist zur Stellungnahme im  Sinne  der  Erwägungen  an.  Mit  Eingabe  vom  15. Mai  2008  nahm  der  Rechtsvertreter  namens  der  Beschwerdeführenden  fristgerecht  zur  Vernehmlassung des BFM Stellung. I.  Am 26. Oktober 2008 wurde der Sohn der beiden Beschwerdeführenden,  C._______,  geboren;  er  wird  in  das  vorliegende Verfahren  einbezogen.  Am  30. Juni  2011  heirateten  die  Beschwerdeführenden.  Die  Beschwerdeführerin nahm den Namen des Beschwerdeführers an.

E­36/2008 Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der  Regel  –  wie  auch  vorliegend  –  endgültig  (vgl.  Art. 105  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83 Bst. d Ziff. 1  des Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Die Beschwerde ist frist­ und formgerecht eingereicht (Art. 108 Abs. 1  AsylG  und  Art. 52  VwVG).  Die  Beschwerdeführenden  haben  am  Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, sind durch die angefochtene  Verfügung besonders berührt und haben ein schutzwürdiges Interesse an  deren  Aufhebung  oder  Änderung,  weshalb  sie  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 48 Abs. 1  VwVG). Auf die Beschwerde  ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG).

E­36/2008 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.  4.1.  Der  Beschwerdeführer  machte  im  erstinstanzlichen  Verfahren  geltend, er werde in Sri Lanka von den Behörden aufgrund eines offenen  Haftbefehls  gesucht.  Im November  2004  sei  er  in  der  Nacht mit  einem  Tuk­Tuk­Taxi unterwegs gewesen. An einem Checkpoint in der Nähe von  Vavuniya  habe  der  Fahrer  ihn  gebeten,  den  Checkpoint  zu  Fuss  zu  überqueren und ein Paket mit  sich  zu nehmen, da Fussgänger weniger  kontrolliert  würden.  Er  sei  ausgestiegen  und  zu  Fuss  weitergegangen.  Plötzlich sei ein Soldat  von hinten gekommen und habe  ihn gepackt.  In  dem  Paket  seien  eine  Pistole  und  Patronen  gefunden  worden. Weil  er  keine  Identitätskarte  auf  sich  getragen  habe,  sei  er  auch  verdächtigt  worden,  Mitglied  der  Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam  (LTTE)  zu  sein.  Daraufhin seien er und der Fahrer des Tuk­Tuk­Taxis verhaftet worden.  In  der  Folge  habe  er  mehrmals  vor  Gericht  erscheinen  müssen.  Am  5. Mai  2005  sei  er  schliesslich  auf  Kaution  aus  der  Haft  entlassen  worden.  Noch  im  gleichen  Monat  habe  er  Sri Lanka  über  Colombo  verlassen  und  sei  nach  Singapur  geflogen.  Es  sei  auch  ein  Haftbefehl  gegen  ihn ausgestellt worden. Deshalb befürchte er, bei einer Rückkehr  nach  Sri Lanka  erschossen  zu  werden  oder  ins  Gefängnis  gehen  zu  müssen. Die  Beschwerdeführerin  machte  keine  eigenen  Verfolgungsgründe  geltend. 4.2.  Die  Vorinstanz  bezeichnete  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden in der angefochtenen Verfügung aus drei Gründen  als  unglaubhaft.  Erstens  stimmten  seine  Aussagen  bezüglich  der  Verhaftung  an  dem  Checkpoint  nicht  mit  der  Schilderung  des  Vorfalls  überein, die dem vom Beschwerdeführer eingereichten Polizeirapport zu  entnehmen  sei.  Auf  Vorhalt  habe  der  Beschwerdeführer  dafür  keine  plausible  Erklärung  liefern  können.  Zweitens  sei  der  Beschwerdeführer 

E­36/2008 mehrmals  aufgefordert  worden,  zusätzliche  Beweismittel  bezüglich  des  angeblich  gegen  ihn  vorliegenden  Haftbefehls  vorzulegen.  Dieser  Aufforderung sei er aber nicht nachgekommen und seine Rechtfertigung  dafür  vermöge  nicht  zu  überzeugen.  Drittens  behaupte  der  Beschwerdeführer,  er  sei  mit  seinem  eigenen  Pass  aus  Sri Lanka  ausgereist. Dies wäre aber kaum möglich gewesen, wenn tatsächlich ein  Haftbefehl gegen ihn vorgelegen hätte. 5.  5.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhaltes durch die Vorinstanz von Amtes wegen  (Art. 12 VwVG) und ohne Einschränkung überprüfen (vgl. Art. 106 Abs. 1  AsylG; ebenso Art. 49 VwVG). Es ist dazu in dem Masse verpflichtet, wie  die  Beschwerdeführenden  eine  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  Sachverhalts  rügen  und  sich  mit  der  Sachverhaltsfeststellung  und  der  ihr  zugrunde  liegenden  Beweiswürdigung  in  der  angefochtenen  Verfügung  sachbezogen  auseinandersetzen  (vgl.  CHRISTOPH  AUER,  Streitgegen­stand  und  Rügeprinzip  im  Spannungsfeld  der  verwaltungsrechtlichen  Prozessmaximen, Diss. Bern 1997, S. 79 f.). Die Beschwerdeführerenden  kritisieren die vorinstanzliche Beweiswürdigung und setzen sich damit im  Einzelnen auseinander, so dass der streitige Sachverhalt nachfolgend zu  prüfen ist.  5.2.  Die  Beschwerdeführenden  bringen  bezüglich  der  Widersprüche  zwischen  ihren  Aussagen  und  dem  Polizeirapport  Folgendes  vor:  Der  Polizeirapport enthalte die Sichtweise und Motivation der Polizei, weshalb  Widersprüche  nicht  bedeuten  würden,  dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  nicht  der  Wahrheit  entsprächen.  Die  Polizei  habe  falsche  Anschuldigungen  erhoben,  so  habe  sie  ihn  zum  Beispiel  fälschlicherweise verdächtigt, den LTTE anzugehören. Diese Vorbringen  vermögen  nicht  zu  überzeugen.  Der  Beschwerdeführer  hat  in  der  kantonalen Anhörung ausgesagt, er habe den Polizeibericht gelesen und  dieser gebe mehr oder weniger alles richtig wieder (Akte A10/22, S. 14).  Der  Polizeirapport  widerspricht  den  Ausführungen  des  Beschwerdeführers jedoch klar. So hält er fest, der Beschwerdeführer sei  bei  der  Kontrolle  am  Checkpoint  aus  dem  Tuk­Tuk­Taxi  gesprungen,  habe  zu  fliehen  versucht  und  die  Pistole  und  Patronen  seien  in  seiner  Hosentasche  gefunden  worden.  Es  ist  nicht  ersichtlich  und  wird  vom  Beschwerdeführer  auch mit  keinem Wort  dargelegt, weshalb  die Polizei 

E­36/2008 solche  Details  hätte  fälschen  sollen.  Der  Beschwerdeführer  kann  damit  die Widersprüche  zwischen  seinen Aussagen  und  den Ausführungen  in  dem von ihm eingereichten Polizeirapport nicht erklären. 5.3.  Im  Beschwerdeverfahren  wurden  im  Zusammenhang  mit  dem  Gerichtsverfahren  in Sri  Lanka neue Beweismittel  eingereicht.  Im Recht  liegen  ein  Haftbefehl,  eine  zweite  Kopie  des  Polizeirapports,  den  er  bereits  im  erstinstanzlichen  Verfahren  eingereicht  hatte,  sowie  eine  Bestätigung  eines  sri­lankischen  Anwaltes/Friedensrichters.  Vorab  ist  festzuhalten,  dass  bei  der  Einreichung  der  neuen  Dokumente  keinerlei  Angaben  gemacht  wurden,  wie  die  Beschwerdeführenden  diese  beschaffen  konnten,  obwohl  sie  zuvor  während  eines  Jahres  betont  hatten, es sei ihnen nicht möglich, Dokumente zu beschaffen, weil sie zu  den Verwandten und dem ehemaligen Anwalt in Sri Lanka keinen Kontakt  aufnehmen könnten. 5.3.1.  Was  den  Haftbefehl  anbelangt,  so  hält  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  fest,  nach  einer  internen  Untersuchung  habe  sich  der  Haftbefehl als Blankofälschung erwiesen, und es sei nicht ersichtlich, wie  der Beschwerdeführer  in den Besitz dieses  (Original)­Dokumentes hätte  gelangen  können.  Die  Beschwerdeführenden  bringen  in  ihrer  Eingabe  vom  11. April  2008  dagegen  vor,  für  die  Abänderung  seien  nicht  sie,  sondern  der  sri­lankische  Anwalt  verantwortlich,  der  den  Haftbefehl  beschafft habe. Wie er ihn beschafft habe, wüssten sie nicht.  Die  Zweifel  an  der  Echtheit  des  Haftbefehles  vermögen  die  Beschwerdeführenden damit nicht zu zerstreuen. Der Beschwerdeführer  selbst  hat  den  Haftbefehl  beim  Bundesverwaltungsgericht  als  Beweismittel  zur Unterstützung  seiner  Aussagen  eingereicht,  und  es  ist  nicht  glaubhaft,  dass  der  Anwalt  den  Haftbefehl  ohne  dessen  Wissen  gefälscht haben soll, wie dies die Beschwerdeführenden unterstellen. Der  Haftbefehl  enthält  als  Ausstellungsdatum  den  09/06/2006.  Das  Datum  wurde offensichtlich manipuliert und lautete ursprünglich: 06/06/2006. Die  Beschwerdeführenden räumten  in  ihrer Eingabe vom 15. Mai 2008 denn  auch  ein,  der  dem Bundesverwaltungsgericht  vorab  per  Fax  zugestellte  Haftbefehl  enthalte  das  Datum  06/06/2006,  welches  auf  dem  per  Post  zugestellten  Exemplar  offensichtlich  abgeändert  worden  sei.  In  Anbetracht  der  durch  die  Vorinstanz  getätigten  Untersuchung  ist  der  Haftbefehl somit als Fälschung zu qualifizieren. Demnach steht fest, dass  der  Beschwerdeführer  versucht  hat,  seine  Aussagen  durch  gefälschte  Beweismittel  zu unterstützen, was die Glaubhaftigkeit  seiner Vorbringen 

E­36/2008 zusätzlich  schwächt  und  seine  persönliche  Glaubwürdigkeit  vermindert  (Art. 7  Abs.  2  AslyG).  Der  Haftbefehl  wird  eingezogen  (Art. 10  Abs. 4  AsylG).  5.3.2. Was die Bestätigung des sri­lankischen Anwaltes/Friedensrichters  betrifft,  weist  die  Vorinstanz  darauf  hin,  dass  der  Stempel  praxisfremde  Zeichen aufweise und nicht der erwähnten Behörde entspreche. Zudem  sei die Beglaubigung durch einen Friedensrichter nicht praxiskonform. In  ihrer  Eingabe  vom  15. Mai  2008  brachten  die  Beschwerdeführenden  diesbezüglich  vor,  es  sei  in  der  angelsächsischen  Rechtstradition  durchaus  üblich,  dass  solche  Dokumente  in  dieser  Weise  bestätigt  würden, weshalb  aufgrund  einer  solchen Bestätigung  nicht  die Urkunde  selber in Zweifel gezogen werden könne.  Unabhängig  von  den  ernsthaften  Zweifeln  an  der  Echtheit  der  Bestätigung,  stellt  das  Bundesverwaltungsgericht  fest,  dass  dieses  Dokument  nichts  dazu  beiträgt,  den  Haftbefehl  als  echt  erscheinen  zu  lassen  oder  die  Glaubhaftigkeit  der  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu unterstützen. Die eingereichte Bestätigung  ist mit dem Stempel eines  Anwaltes  und  Friedensrichters  versehen  und  bestätigt,  dass  der  Beschwerdeführer  am 7. November  2004  verhaftet  und  am 5. Mai  2005  auf Kaution freigelassen worden sei. Bei dem Friedensrichter handelt es  sich  offenbar  gleichzeitig  um  den  (ehemaligen)  Anwalt  des  Beschwerdeführers,  da  er  angibt,  er  habe  den  Beschwerdeführer  vor  Gericht  vertreten.  Obwohl  das  Dokument  auf  die  gleiche  Fallnummer  verweist,  die  auch  auf  dem Haftbefehl  steht,  wird  der  Haftbefehl  in  der  Bestätigung  nicht  erwähnt.  Die  übrigen  Angaben  in  der  Bestätigung –  Datum der Verhaftung und der Freilassung des Beschwerdeführers – sind  zudem  äusserst  vage  und  vermögen  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden in keiner Art und Weise zu stützen.  5.3.3. Bei dieser Beweislage besteht kein Anlass, den Sachverhalt durch  einen  Vertrauensanwalt  der  Schweizerischen  Vertretung  in  Colombo –  wie  von den Beschwerdeführenden beantragt  – weiter  abzuklären. Zum  einen  ist  der  Antrag  zu  unbestimmt  und  objektiv  nicht  geeignet,  am  massgeblichen  Beweisergebnis  etwas  zu  ändern,  nachdem  feststeht,  dass  der  Haftbefehl  gefälscht  wurde  (E.  5.3.1).  Zum  anderen  ist  im  Hinblick  auf  die Mitwirkungspflicht  in  Art. 8  AsylG  festzuhalten,  dass  es  den  Beschwerdeführenden  obliegt,  die  Beweise  für  ihre  Vorbringen  zu  beschaffen,  soweit  ihnen  dies  zumutbar  ist.  Der  Antrag  auf  weitere 

E­36/2008 Sachverhaltsabklärungen  durch  einen  Vertrauensanwalt  in  Sri Lanka  ist  deshalb abzuweisen. 5.4.  In  der  Beschwerde  wird  schliesslich  im  Zusammenhang  mit  der  Ausreise  des Beschwerdeführers  vorgebracht,  er  habe  sein Heimatland  gegen  ein  Bestechungsgeld  von  circa  300  Dollar  verlassen,  ohne  verhaftet zu werden; hätten sie  ihn kontrolliert, dann hätten sie  ihn wohl  verhaftet. Das Geld habe er einem Agenten bezahlt. Das Vorbringen  ist  unbehelflich. Der Beschwerdeführer hatte in der kantonalen Anhörung auf  ausdrückliche  Nachfrage  hin  bestätigt,  dass  er  bei  der  Ausreise  am  Flughafen  ohne  Schwierigkeiten  durch  die  Kontrollen  gekommen  sei,  indem er seinen Pass gezeigt und angegeben habe, er gehe als Tourist  nach  Singapur.  Der  Beschwerdeführer  erwähnte  zudem  im  erstinstanzlichen Verfahren nie einen Agenten, der  ihm bei der Ausreise  aus  Sri Lanka  geholfen  habe.  Diese  Aussage  ist  nachgeschoben  und  damit als unglaubhaft zu qualifizieren.  5.5. Nach dem Gesagten ist die in der vorinstanzlichen Beweiswürdigung  festgestellte Unglaubhaftigkeit der Vorbringen der Beschwerdeführenden  zu bestätigen. Die Vorinstanz hat demnach die Flüchtlingseigenschaft der  Beschwerdeführenden  zu  Recht  verneint  und  deren  Asylgesuche  abgewiesen. 6.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit der Familie  (Art. 44  Abs. 1  AsylG).  Die  Beschwerdeführenden  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch auf Erteilung einer solchen. Die Wegweisung wurde demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der Schweizerischen Asylrekurskommission  [EMARK]  2001  Nr. 21). 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes 

E­36/2008 vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 7.2.  Nach  Art.  83  Abs.  3  AuG  ist  der  Vollzug  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen. So darf keine Person in irgendeiner Form zur  Ausreise in ein Land gezwungen werden, in dem ihr Leib, ihr Leben oder  ihre Freiheit aus einem Grund nach Art. 3 Abs. 1 AsylG gefährdet ist oder  in dem sie Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu  werden (Art. 5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR 0.142.30]).  Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. Die  Vorinstanz weist  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf  hin,  dass  das  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  nur  Personen  schützt,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  erfüllen.  Da  die  Beschwerdeführenden  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nicht  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen  vermögen,  kann  der  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren keine Anwendung finden. Sodann ergeben sich weder aus den  Aussagen der Beschwerdeführenden noch aus den Akten Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den Fall  einer Ausschaffung  in den Heimatstaat  dort  mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Nach  dem  Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­ als  auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 7.3. Nach Art. 83 Abs. 4 AuG  kann  der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer unzumutbar sein, wenn sie im Heimat­ oder Herkunftsstaat auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83  Abs. 7  AuG –  die vorläufige Aufnahme zu gewähren.

E­36/2008 7.3.1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  eine  umfassende Analyse der Situation in Sri Lanka vor. Danach hat sich seit  dem Ende des bewaffneten Konflikts zwischen der sri­lankischen Armee  und den LTTE  im Mai 2009 die Menschenrechts­ und Sicherheitslage  in  Sri Lanka wesentlich verbessert (E. 12). Die Lage präsentiert sich jedoch  nicht  in allen Landesteilen gleich. Unterschieden werden muss zwischen  der  Ostprovinz,  in  die  der Wegweisungsvollzug  grundsätzlich  zumutbar  ist,  und  zwei  verschiedenen Gebieten  innerhalb  der Nordprovinz,  in  die  der  Wegweisungsvollzug  nicht  oder  nur  unter  bestimmten  Voraussetzungen zumutbar ist: Der Wegweisungsvollzug ins sogenannte  Vanni­Gebiet ist unzumutbar, während der Vollzug in die übrigen Gebiete  der Nordprovinz nicht als generell unzumutbar eingestuft wird, sondern im  Einzelfall  eine  zurückhaltende  Beurteilung  der  individuellen  Zumutbarkeitskriterien vorgenommen werden muss. Die Rückkehr in alle  anderen  Landesteile,  insbesondere  in  den  Grossraum  Colombo,  ist  grundsätzlich zumutbar (E. 13). 7.3.2. Der Beschwerdeführer stammt eigenen Angaben zufolge aus dem  Dorf  (...),  im  Distrikt  Mannar,  welches  (…)  Kilometer  von  der  Stadt  D._______ entfernt  ist (Akte A2/10, S. 2). Das Dorf  liegt an der (…) und  damit auf der Grenze des Vanni­Gebietes (vgl. die Definition des Vanni­ Gebietes  in BVGE E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E. 13.2.2.1). Der  Wegweisungsvollzug  in  den Heimatort  des Beschwerdeführers  ist  damit  unzumutbar. 7.3.3. Die Beschwerdeführerin lebte nach eigenen Angaben bis zu ihrem  15. Lebensjahr  in Kilinochchi  im Vanni­Gebiet. Von 1996 bis 1999  lebte  sie in der Stadt D._______, anschliessend während vier Jahren in Indien  und schliesslich von 2003 bis 2006 in Colombo. Die Rückkehr ins Vanni­ Gebiet  ist, wie dargelegt, unzumutbar, weshalb ein Wegweisungsvollzug  nach Kilinochchi ausser Betracht fällt. Die Stadt D._______ liegt in der Nordprovinz, aber ausserhalb des Vanni­ Gebietes, womit der Wegweisungsvollzug dorthin unter Berücksichtigung  der  individuellen  Kriterien  zumutbar  ist  (vgl. BVGE  E­6220/2006  vom  27. Oktober  2011  E. 13.2.1.  und 13.2.2.1).  Die  Beschwerdeführerin  verfügt eigenen Angaben zufolge  in D._______ über Verwandte (Tanten  und Onkel;  vgl. Akte A3/9, S. 3), womit ein soziales Netz vorhanden  ist.  Allerdings stellen  in dieser Region  insbesondere der Wohnraum und die  wirtschaftliche  Situation  ein  Problem  dar  (vgl. BVGE  E­6220/2006  vom 

E­36/2008 27. Oktober  2011  E. 13.2.1),  so  dass  nicht  ohne  Weiteres  davon  ausgegangen  werden  kann,  die  Beschwerdeführerin  könnte  mit  ihrem  Ehemann  und  ihrem  Kleinkind  bei  Verwandten  unterkommen  und  sich  wirtschaftlich  integrieren.  Ob  den  Beschwerdeführenden  die  Rückkehr  nach  D._______  zuzumuten  ist,  kann  offen  bleiben,  wenn  sich  ergibt,  dass sie über eine innerstaatliche Aufenthaltsalternative verfügen.  7.3.4.  Die  Beschwerdeführerin  lebte  vor  ihrer  Ausreise  im  Jahre  2006  während  drei  Jahren  in  Colombo,  womit  davon  ausgegangen  werden  kann, dass sie dort über ein Beziehungsnetz verfügt. Zudem wohnt eine  Tante  der  Beschwerdeführerin  in  Colombo,  bei  der  die  Beschwerdeführerin  zumindest  teilweise  gewohnt  hatte.  Die  Beschwerdeführerin  besuchte  während  zehn  Jahren  die  Schule  und  absolvierte anschliessend eine Ausbildung als (...). Auch wenn sie bisher  über  keine  Arbeitserfahrung  verfügt,  wird  ihr  diese  Schulbildung  die  Arbeitssuche  erleichtern.  Auch  der  Beschwerdeführer  verfügt  über  elf  Jahre  Schulbildung  und  zudem  über  Erfahrung  im  (...)  seines  Vaters.  Schliesslich  verfügen  beide  Beschwerdeführenden  über  Verwandte,  die  sie  bereits  vor  ihrer Einreise  in  die Schweiz  finanziell  unterstützt  haben  und  sie wohl  auch  in  der  ersten  Zeit  nach  einer Rückkehr  unterstützen  können (Vater und Onkel der Beschwerdeführerin [Akte A12/16, S. 6] und  ein Onkel des Beschwerdeführers  [Akte A10/22 S. 2 f.]). Damit verfügen  die Beschwerdeführenden  im Grossraum Colombo über eine zumutbare  innerstaatliche  Aufenthaltsalternative,  weshalb  der  Vollzug  der  Wegeweisung sich als zumutbar erweist. 7.4.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführenden,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und  BVGE 2008/34  E. 12  S. 513 ­ 515),  womit  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG). 7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 ­ 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und 

E­36/2008 vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist abzuweisen. 9.  9.1. Bei diesem Verfahrensausgang hätten die Beschwerdeführenden die  die Kosten des vorliegenden Verfahrens zu tragen (Art. 63 Abs. 1 VwVG).  Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Januar  2008  hat  das  Bundesverwaltungsgericht  dem  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  stattgegeben.  Demzufolge  sind  die  Beschwerdeführerenden von der Bezahlung von Verfahrenskosten befreit  (Art. 65 Abs. 1 VwVG).  9.2. Nachdem mit Zwischenverfügung vom 30. April 2008 das Gesuch um  unentgeltlichen  Gewährung  der   Rechtsvertretung  per  11. April  2008  gutgeheissen  wurde  (Art. 65  Abs. 2  VwVG),  ist  dem  amtlich  bestellten  Anwalt  eine  Entschädigung  aus  der  Gerichtskasse  zuzusprechen.  Es  wurde keine Kostennote eingereicht. Der notwendige Vertretungsaufwand  lässt sich jedoch aufgrund der Akten zuverlässig abschätzen, weshalb auf  die Einholung einer solchen verzichtet wird (vgl. Art. 14 Abs. 2 in fine des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  In  Anwendung  der  genannten  Bestimmungen  und  unter  Berücksichtigung  der massgeblichen Bemessungsfaktoren  (vgl.  Art.  8  ff.  VGKE) wird  das  amtliche  Honorar  auf  pauschal  Fr. 900.–  (inkl.  Mehrwertsteuer  und  Spesen) festgesetzt. (Dispositiv nächste Seite)

E­36/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.  Der  amtliche  Rechtsvertreter  der  Beschwerdeführenden  wird  mit  Fr. 900.– aus der Gerichtskasse entschädigt. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Daniel Willisegger Tobias Meyer Versand:

E-36/2008 — Bundesverwaltungsgericht 30.11.2011 E-36/2008 — Swissrulings