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Bundesverwaltungsgericht 26.09.2011 E-2489/2011

26 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,338 mots·~7 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 26. April 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­2489/2011 Urteil   v om   2 6 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Gabriela Freihofer, mit Zustimmung von Richter Gérard Scherrer; Gerichtsschreiberin Chantal Schwizer. Parteien X._______, geboren am (…),  mit diversen Aliasnamen, Irak,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 26. April 2011 / N (…).

E­2489/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 19. Juli 2010 ein erstes Asylgesuch in der  Schweiz stellte, auf welches das BFM mit Verfügung vom 3. September  2010 gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. a des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  eintrat  und  die Wegweisung  aus  der Schweiz  sowie den Vollzug anordnete, dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 9. September 2010 gegen  diese  Verfügung  Beschwerde  erhob,  welche  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  16.  September  2010  abwies,  womit die vorinstanzliche Verfügung in Rechtskraft erwuchs, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  im  September  2010 mit dem Zug nach A._______ ausgereist sei, dass  er  während  der  Zugfahrt  von  der  (…)  Polizei  aufgegriffen,  in  B._______ inhaftiert und am 21. Oktober 2010 an die Schweiz überstellt  worden sei,  dass  er  kurz  darauf  die  Schweiz  erneut  verlassen  habe  und  über  C._______ nach D._______ gelangte, wo er am 1. Februar 2011 um Asyl  nachsuchte, dass  er  von  den  Schweizer  Behörden  –  in  Anwendung  der  EU­ Verordnung 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Feststellung  von Kriterien  und Verfahren  zur Bestimmung des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  Asylantrags  zuständig  ist,  den  ein  Staatsangehöriger  eines Drittlandes  in  einem Mitgliedstaat  gestellt  hat  (Dublin­II­VO)  –  am  28. März 2011 rückübernommen wurde,  dass  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______ ein weiteres Mal um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der Kurzbefragung  im EVZ E._______  vom 11. April  2011  und  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  vom  26.  April  2011  zur  Begründung seines zweiten Asylgesuchs in der Schweiz im Wesentlichen  geltend  machte,  die  bereits  im  Rahmen  des  ersten  Asylverfahrens  vorgebrachten Asylgründe bestünden weiterhin, dass er auf Anraten seines  in F._______ (Irak)  lebenden Vaters, wegen  seiner anlässlich des ersten Asylgesuchs vorgebrachten Probleme nicht 

E­2489/2011 mehr in den Irak zurückkehren solle, zumal er von irakischen Terroristen  gesucht werde und diese ihn umbringen wollten, dass sein Vater diese Informationen von seinen Freunden erhalten habe, dass das BFM mit Verfügung vom 26. April 2011 –  im Nachgang an die  Anhörung mündlich eröffnet – gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG auf  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,  dass  es  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  vermöge  keine  zwischenzeitlich  neu  eingetretenen  Ereignisse darzulegen, welche geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant seien, dass  er  zur Begründung  seines  zweiten Asylgesuchs  dieselben Gründe  geltend  mache,  welche  er  bereits  beim  ersten,  in  Rechtskraft  erwachsenen, Verfahren vorgebracht habe, dass  diese  Vorbringen  daher  auf  den  als  im  ersten  Asylverfahren  als  unglaubhaft qualifizierten Asylgründen beruhen würden und er sich seine  rechtskräftig  entschiedenen  Verfolgungsvorbringen  nunmehr  anrechnen  lassen müsse, dass sich sein Einwand, sein Vater habe ihm telefonisch mitgeteilt, dass  Terroristen  nach  ihm  suchten  und  er  von  diesen  umgebracht  werden  sollte,  als  Sachverhaltskonstrukt  erweise,  zumal  seine  diesbezüglichen  Schilderungen auffällig substanzarm ausgefallen seien, dass  der  Vollzug  des  Beschwerdeführers  in  sein  Heimatland  –  unter  Verweis  auf  die  diesbezüglichen,  detaillierten  Erwägungen  im  vorinstanzlichen  Entscheid  vom  3.  September  2010  und  in  jenem  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  16.  September  2010  –  zulässig,  zumutbar und möglich sei, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  2.  Mai  2011  –  Datum  Poststempel  –  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  gegen  die  vor­instanzliche  Verfügung  erhob  und  in  materieller  Hinsicht  –  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  –  beantragte,  die  vorinstanzliche  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Sache  sei  zur  erneuten  Prüfung  an  das BFM zurückzuweisen, 

E­2489/2011 dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  beantragte,  ihm  sei  die  unentgeltliche  Rechtspflege  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses sei zu verzichten, dass  der  Beschwerdeführer  am  29.  April  2011  beim  EVZ  E._______ – Eingang Bundesverwaltungsgericht: 5. Mai 2011 – die  im Rahmen der  Anhörung  vom  26.  April  2011  in  Aussicht  gestellte  Identitätskarte  im  Original nachreichte, dass  die  Instruktionsrichterin mit  Zwischenverfügung  vom  10. Mai  2011  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses verzichtete, das Gesuch um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  auf  einen  späteren  Zeitpunkt verlegte und die Akten dem BFM zur Stellungnahme überwies, dass  das  BFM  in  seiner  Vernehmlassung  vom  12.  Mai  2011  festhielt,  sollte  eine  Authentizitätsprüfung  der  ins  Recht  gelegten  Identitätskarte  keine objektiven Fälschungsmerkmale aufweisen, handle es sich bei  ihr  mit  Bestimmtheit  um  ein  nachträglich  erschlichenes  Dokument,  andernfalls der Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 26. April  2011  präzisere  Angaben  über  das  Ausstellungsdatum  zu  machen  gewusst hätte, dass die Vernehmlassung dem Beschwerdeführer am 10. Juni 2011 zur  Stellungnahme  gegeben  wurde  und  jener  sich  innert  Frist  nicht  dazu  vernehmen liess, dass  am  30. Mai  2011  beim BFM  ein  Polizeirapport  der  Kriminalpolizei  einging,  wonach  der  Beschwerdeführer  in  flagranti  bei  der  Begehung  einer  strafbaren  Handlung  gegen  die  sexuelle  Integrität  ertappt  worden  und deswegen vorläufig festgenommen worden sei,  dass  der  Beschwerdeführer  am  30.  Juni  2011  kommentarlos  ein  fremdsprachiges Dokument zu den Akten reichte,  dass  dieses  Dokument  von  Amtes  wegen  ins  Deutsche  übersetzt  und  analysiert  wurde  und  sich  aus  dessen  Inhalt  mehrere  Unregelmässigkeiten ergaben,  dass  auch  die  Identitätskarte  einer  internen  Untersuchung  unterzogen  wurde,  woraus  sich  ergab,  dass  objektive  Fälschungsmerkmale  vorhanden seien,

E­2489/2011 dass dem Beschwerdeführer mit Verfügung vom 8. August 2011 – unter  Androhung  erhöhter  Gerichtsgebühren  wegen  mutwilliger  Prozess­ führung  –  Gelegenheit  gegeben  wurde,  zu  den  Analyseergebnissen  Stellung zu nehmen,  dass er mit Schreiben vom 16. August 2011 innert der angesetzten Frist  eine Stellungnahme einreichte, und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  eine  solche  Ausnahme  im  Sinne  von  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  vorliegend nicht gegeben ist und das Bundesverwaltungsgericht demnach  endgültig entscheidet, dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 sowie Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1  VwVG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

E­2489/2011 dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  praxisgemäss  auf  die  Überprüfung  der  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  die Beurteilungszuständigkeit  der Beschwerdeinstanz  somit  darauf  beschränkt  ist,  bei  Begründetheit  des  Rechtsmittels  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz zurückgehen zu lassen (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen  der  ehemaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [ARK;  EMARK]  2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  demgegenüber  die  Frage  der  Wegweisung  sowie  deren  Vollzug  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht einzig diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  der  Schweiz  bereits  ein  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  oder  ihr  Gesuch  zurückgezogen  haben  oder  während  des  hängigen  Asylverfahrens in den Heimat­ oder Herkunftsstaat zurückgekehrt sind, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  die  Anhörung  Hinweise  auf  zwischenzeitlich  eingetretene  Ereignisse  ergibt,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  die  für  die Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind (Art. 32 Abs. 2  Bst. e AsylG), dass dabei ein Beweismassstab zur Anwendung kommt, welcher tiefer ist  als  der  für  die  Glaubhaftmachung  im  Sinne  von  Art.  7  AsylG  geltende,  und auf Asylgesuche eingetreten werden muss, wenn sich Hinweise auf  eine  relevante  Verfolgung  ergeben, welche  nicht  von  vornherein  haltlos  sind  (EMARK  2005  Nr.  2  E.  4.3  S.  16  f.  und  EMARK  1998  Nr.  1  betreffend Art. 16 Abs. 1 Bst. d aAsylG sowie EMARK 2000 Nr. 14 E. 2.d  S. 104 f.),

E­2489/2011 dass  der  Beschwerdeführer  unbestrittenermassen  ein  erstes  Asylverfahren erfolglos durchlaufen hat, dass  hinsichtlich  der  zur  Begründung  des  zweiten  Asylgesuchs  geltend  gemachten Vorbringen des Beschwerdeführers vorweg auf seine im EVZ  E._______  protokollierten  Aussagen  vom  11.  April  2011  sowie  auf  das  Protokoll  der  direkten Anhörung  durch  das BFM  vom 26.  April  2011  zu  verweisen ist, dass  gemäss  Würdigung  des  BFM  nach  Abschluss  des  ersten  Asylverfahrens  offensichtlich  keine  Ereignisse  eingetreten  sind,  welche  für  die  Flüchtlingseigenschaft  oder  für  die  Gewährung  des  vorübergehenden Schutzes relevant sein könnten, dass das Bundesverwaltungsgericht  die Ansicht der Vorinstanz  teilt  und  vorweg auf die diesbezüglich zutreffenden Erwägungen des BFM  in der  angefochtenen Verfügung vollumfänglich zu verweisen ist, dass  die  Behauptung  des  Beschwerdeführers  anlässlich  der  Befragung  respektive  der  Anhörung,  wonach  er  von  seinem  Vater  telefonisch  vernommen habe, dass er gesucht und bei einer allfälligen Rückkehr  in  den  Irak  von  Terroristen  umgebracht  werde,  als  nachgeschobene  Schutzbehauptung zu werten ist,  dass  ansonsten  die  unsubstanziierten  Ausführungen  in  der  Beschwerdeschrift  nicht  zu  einer  veränderten  Betrachtungsweise  zu  führen vermögen, zumal sie sich im Wesentlichen in einer Wiederholung  der Vorbringen erschöpfen, dass  auch  sein  Vorbringen,  er  habe  nun  seine  Identitätspapiere  abgegeben,  womit  sich  die  Grundlage  bezüglich  seines  ersten  Asylgesuchs  in  einem  anderen  Licht  präsentiere,  weshalb  auf  sein  zweites  Asylgesuch  einzutreten  sei,  nichts  an  der  Sachlage  zu  ändern  vermag, dass  nämlich  vorliegender  Entscheid  unter  dem  Blickwinkel  des  Nichteintretensgrundes nach Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG zu beurteilen ist  und insoweit die Frage der Papierlosigkeit nicht von Belang ist,  dass zudem bei der Beurteilung des Nichteintretens nach Art. 32 Abs. 2  Bst.  e  AsylG  sein  nachträglich  eingereichtes  Identitätspapier  eine  tatsächlich bestehende Verfolgungssituation nicht zu belegen vermag, 

E­2489/2011 dass sodann eine  interne Analyse der  Identitätskarte  vom 29.  Juli  2011  ergab, dass darin objektive Fälschungsmerkmale erkennbar sind,  dass  insbesondere  der  Stempelabdruck  auf  dem  Foto  sichtbare  Rechtschreibefehler  ausweist  und  der  Schriftträger  unter  Ultraviolettstrahlung leuchtet, dass  ferner  die  Seriennummer  auf  der  Identitätskarte  nicht  im  Hochdruckverfahren  reproduziert worden  ist  und darüber  hinaus  sowohl  der Provinzcode  (Buchstabe) als auch die Ortsbezeichnung nicht  lesbar  sind, dass  sodann  auch  das  nachträglich  eingereichte  Schriftstück,  bei  welchem es sich gemäss gerichtsintern vorgenommener Übersetzung um  einen Aufruf an den Emir für  islamische Operationen von Mosul handeln  soll, den Beschwerdeführer zu töten, nicht geeignet ist, eine asylrelevante  Verfolgung  glaubhaft  darzulegen,  zumal  sich  dieses  Dokument  gemäss  einer intern vorgenommenen Analyse ebenfalls als gefälscht erweist, dass  diesbezüglich  festzustellen  ist,  dass  die  Titelbezeichnung  im  Rubrum des Dokumentes nicht so verwendet würde und der schriftliche  Befehl einer solchen Tat unlogisch ist, dass  ferner  sowohl  die  Datierung  wie  auch  die  Art  der  Unterschrift  unüblich  ausgefallen  sind  und  sich  das  Sprachniveau  des  Textes  als  unrealistisch tief erweist, dass  dem Beschwerdeführer  zu  den Analyseergebnissen  das  rechtliche  Gehör  gewährt  wurde  und  er  in  seiner  Stellungnahme  vom  16.  August  2011  nichts  Konkretes  vorbringt  sondern  lediglich  erklärt,  bei  den  abgegebenen  Dokumenten  handle  es  sich  um  Originale  und  er  habe  einzig diese, dass  es  sich  erübrigt,  auf  die  Ausführungen  in  der  Beschwerde  noch  näher  einzugehen,  zumal  sie  an  den  zutreffenden  Schlussfolgerungen  der  Vorinstanz  nichts  zu  ändern  vermögen,  und  der  Beschwerdeführer  demgegenüber  auch  nichts  entgegenhält,  was  vorliegend  für  die  Beurteilung  des  Nichteintretens  nach  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  von  Belang sein könnte, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  aufgrund  der  Ergebnisse  der  Dokumentenanalyse  die  vom  Beschwerdeführer  eingereichten 

E­2489/2011 Dokumente  als  Fälschungen  qualifiziert  und  gestützt  auf  Art.  10 Abs.  4  AsylG einzieht, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG  zu  Recht  auf  das  zweite  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art.  44  Abs.  1  AsylG,  Art.  32  Bst.  a  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. EMARK 2001 Nr. 21), dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  der  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  da  der  Beschwerdeführer  keine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen oder glaubhaft zu machen vermochte, weshalb das in Art.  33  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (FK,  SR  0.142.30)  und  Art.  5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulements im vorliegenden Verfahren keine  Anwendung  findet  und  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige Behandlung  im Sinne von Art. 3 der Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK, SR 0.101) ersichtlich  sind, die  im Heimat­ oder  Herkunftsstaat droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass angesichts seiner unzureichend erfüllten Mitwirkungspflicht in Bezug  auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs, das BFM wie auch das 

E­2489/2011 Bundesverwaltungsgericht  im  ersten  Asylverfahren  zu  Recht  davon  ausgingen,  ein Wegweisungsvollzug,  beispielsweise  in  eine  der  drei  als  sicher  eingeschätzten  nordirakischen  Provinzen,  sei  zumutbar  (vgl.  Entscheid  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­6444/2010  vom  16.  September 2010 S. 10 f.), dass  der  Beschwerdeführer  dieser  Einschätzung  in  seiner  Beschwerdeschrift  nichts  entgegenhielt  und  seine  Identität  aufgrund der  vorstehenden Erwägungen bis heute nicht belegt ist,  dass  demnach  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimat­  bzw.  Herkunftsstaat des Beschwerdeführers noch individuelle Gründe auf eine  konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen lassen, weshalb  der Vollzug der Wegweisung zumutbar ist,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass die Begehren als aussichtslos zu bezeichnen sind, weshalb das mit  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), dass der Beschwerdeführer auf Beschwerdestufe gefälschte Dokumente  eingereicht  hat,  weshalb  es  sich  rechtfertigt,  die  Verfahrenskosten  gestützt  auf  Art.  2  Abs. 2  und  Art.  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2) – wie in der Verfügung 

E­2489/2011 vom 8 August 2011 angedroht – wegen Mutwilligkeit der Prozessführung  zu verdoppeln und mithin auf Fr. 1'200.­ festzusetzen. (Dispositiv nächste Seite)

E­2489/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  zwei  Dokumente  (Identitätskarte, Aufruf zur Tötung) werden als Fälschungen eingezogen. 3.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen. 4.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.1'200.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. Die Einzelrichterin: Die Gerichtsschreiberin: Gabriela Freihofer Chantal Schwizer Versand:

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