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Bundesverwaltungsgericht 27.10.2011 E-129/2009

27 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,282 mots·~6 min·1

Résumé

Asyl (ohne Wegweisung) | Asyl; Verfügung des BFM vom 4. Dezember 2008 / N

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung V E­129/2009 Urteil   v om   2 7 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Richter Markus König (Vorsitz), Richterin Emilia Antonioni, Richterin Regula Schenker Senn,    Gerichtsschreiber Rudolf Bindschedler. Parteien A._______, Syrien, vertreten durch lic. iur. Serif Altunakar, (…), Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl; Verfügung des BFM vom 4. Dezember 2008 / N (…).

E­129/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  den  Heimatstaat  im  Juni  2008  verliess,  über  die  Türkei  und  ein  angeblich  unbekanntes  Land  am  4.  Juli  2008  illegal  in  die  Schweiz  einreiste,  wo  er  am  7.  Juli  2008 um Asyl nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum Kreuzlingen vom 22. Juli 2008 sowie der Anhörung zu  den  Asylgründen  vom  5.  November  2008  zur  Begründung  des  Asylgesuchs  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  sei  ein  staatenloser  Kurde  (Ajanib)  aus  der  Provinz  B._______  und  habe  deshalb  in  Syrien  weder Rechte noch berufliche Freiheiten, dass  er  (…)  der  Kurdisch Demokratischen Partei  (PYD)  beigetreten  sei  und unter anderem auch an Kundgebungen teilgenommen habe, dass  er  (…)  verhaftet,  einen Monat  lang  festgehalten  und  dann mit  der  Auflage  wieder  freigelassen  worden  sei,  an  keinen  weiteren  Kundgebungen teilzunehmen, dass er  trotzdem  im  (…) an einer Gedenkkundgebung  für den Aufstand  vom  (…)  teilgenommen  habe  und  danach  vom  politischen  Sicherheitsdienst mehrmals zu Hause gesucht worden sei, dass er deshalb in die Türkei gefahren sei, um von dort nach Westeuropa  weiterzureisen,  indessen  wegen  Geldmangels  wieder  nach  Syrien  zurückgekehrt sei, dass er (…) über genügend Geld verfügt habe und somit illegal über die  Türkei in die Schweiz habe reisen können, dass dem Beschwerdeführer anlässlich der Anhörung vom 5. November  2008 auch das rechtliche Gehör zu Abklärungen der Schweizer Botschaft  respektive einer entsprechenden Auskunft der Botschaft an das BFM vom  19. August 2009 gewährt wurde, dass  der  Beschwerdeführer  nach  seiner  Ankunft  in  der  Schweiz  an  verschiedenen politischen Kundgebungen teilgenommen hat,

E­129/2009 dass  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  mit  Verfügung  vom 4. Dezember 2008 – eröffnet am 9. Dezember 2008 – ablehnte und  die Wegweisung aus der Schweiz anordnete, dass das BFM zur Begründung  im Wesentlichen anführte,  aufgrund der  unsubstanziierten  Angaben  des  Beschwerdeführers  und  verschiedener  Ungereimtheiten  könnten  die  aktive  Teilnahme  an  den  Kundgebungen  (…) vom (…) und die angeblich darauf folgenden Verfolgungshandlungen  nicht geglaubt werden, weshalb diese Vorbringen den Anforderungen an  die Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  standhalten  würden  und  sich  diesbezüglich  auch eine Prüfung der asylrechtlichen Relevanz erübrige, dass  die  als  staatenloser  Kurde  in  Syrien  geltend  gemachten  Behelligungen  und  Diskriminierungen  keine  Verfolgung  im  flüchtlingsrechtlichen Sinn darstellen würden, dass  eine  allfällige  Bestrafung  wegen  illegaler  Ausreise  aus  Syrien,  welche  durch  das  Ergebnis  der  Nachforschungen  der  Schweizer  Botschaft  bestätigt  worden  sei,  mangels  einer  der  im  AsylG  abschliessend  genannten  Verfolgungsgründe  flüchtlingsrechtlich  ebenfalls nicht relevant wäre, dass  auch  die  vom  Beschwerdeführer  dokumentierte  Teilnahme  an  exilpolitischen  Aktivitäten  angesichts  des  geringen  Grads  seiner  Exponiertheit  keine  begründete  Furcht  vor  zukünftiger  Verfolgung  zu  schaffen vermöge, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  8.  Januar  2009  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  dabei  unter  anderem  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  die  Gewährung  von  Asyl  und  eventuell  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  sowie  Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  verbunden  mit  seiner vorläufigen Aufnahme beantragte, dass er zur Stützung seiner Vorbringen als Beweismittel sieben Beilagen  zum  Thema  der  Situation  der  Kurden  in  Syrien  (ein  fotokopierter,  undatierter  Artikel,  zwei  Internet­Ausdrucke,  die  Fotokopie  einer  Bestätigung  der  Kurdisch  Demokratischen  Partei/Syrien  sowie  Kopien  zweier parlamentarischer Interpellationen vom 15. und 16. Juni 2005) zu  den Akten reichte,

E­129/2009 dass  das  BFM  mit  Vernehmlassung  vom  23.  Januar  2009  –  dem  Beschwerdeführer  am  4.  Februar  2009  zur  Kenntnisnahme  zugestellt –  an seinen Erwägungen vollumfänglich festhielt und daher die Abweisung  der Beschwerde beantragte, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  29.  Januar  2009  das  Original  der  mit  dem  Rechtsmittel  eingereichten  Bestätigung  der  Kurdischen Demokratischen Partei/Syrien zu den Akten gab, dass  der  Instruktionsrichter  das  BFM  mit  Zwischenverfügung  vom  16.  Juni  2011  einlud,  angesichts  der  aktuellen  Verhältnisse  in  Syrien  eine  ergänzende Vernehmlassung zu den Akten zu reichen, dass das BFM mit Verfügung vom 28. Juni 2011 seinen Entscheid vom  4. Dezember  2008  teilweise  in  Wiedererwägung  zog,  dessen  Dispositivziffern  4  und  5  aufhob  und  den  Beschwerdeführer  wegen  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  in  der  Schweiz  aufnahm, dass  deshalb  dem  Beschwerdeführer  mit  Zwischenverfügung  vom  30. Juni 2011 Gelegenheit geboten wurde, seine Beschwerde innert Frist  ohne  Kostenfolge  zurückzuziehen,  und  dieser  auf  die  Verfügung  nicht  reagierte, und das Bundesverwaltungsgericht erwägt, dass  es  auf  dem Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des BFM entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG  richtet,  soweit  das  AsylG  nichts  anderes  bestimmt  (Art. 37  VGG  und  Art. 6 AsylG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise 

E­129/2009 Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG und Art. 52 VwVG), dass das BFM mit Verfügung vom 28. Juni 2011 wiedererwägungsweise  den am 4. Dezember 2008 verfügten Vollzug der Wegweisung aufschob  und  den  Beschwerdeführer  vorläufig  aufnahm,  weshalb  dessen  Beschwerde,  soweit  diese  den  Vollzug  der  Wegweisung  betrifft,  gegenstandslos geworden ist, dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass die Schweiz Flüchtlingen grundsätzlich Asyl  gewährt  (Art. 2 Abs. 1  AsylG), wobei Flüchtlinge Personen sind, die  in  ihrem Heimatstaat oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnten,  wegen  ihrer  Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft nachgewiesen oder zumindest glaubhaft  gemacht werden muss (Art. 7 AsylG), dass die Flüchtlingseigenschaft glaubhaft gemacht ist, wenn die Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält, dass  Vorbringen  insbesondere  dann  unglaubhaft  sind,  wenn  sie  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden, dass  die  dem  angefochtenen  Entscheid  zugrunde  liegenden  ausführlichen und differenzierten Erwägungen des BFM nach Prüfung der  Akten  als  überzeugend  und  praxiskonform  zu  bezeichnen  sind,  und  darauf  zwecks  Vermeidung  unnötiger Wiederholungen  vorab  verwiesen  werden kann,

E­129/2009 dass der angefochtene Entscheid somit zu bestätigen ist, dass  das  BFM  in  seinen  Erwägungen  überzeugend  aufgezeigt  hat,  weshalb  die  zentralen  Asylvorbringen  des  Beschwerdeführers  als  unglaubhaft  zu  qualifizieren  sind,  und  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  vorab  auf  die  angefochtene  Verfügung  (vgl.  S.  3  ff.)  verwiesen werden kann, dass  der  Beschwerdeführer  diesen  Erwägungen  in  seiner  Beschwerdeeingabe  (vgl.  S.  4  ff.)  insgesamt  keine  Argumente  entgegensetzt,  welche  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  umzustossen  vermöchten, dass  er  zunächst  in  seiner  Beschwerdebegründung  aus  seiner  Sicht  sowie in allgemeiner Form auf die Situation der Kurden in Syrien hinweist,  wie  sie  bereits  in  der  angefochtenen  Verfügung  erwähnt  wird  (vgl.  Beschwerde S. 3 f.), dass der Beschwerdeführer hierbei geltend macht, den ungefähr 200'000  Kurden  in  Syrien  sei  vom  Regime  die  Staatsbürgerschaft  aberkannt  worden  und  so  seien  sie  im  eigenen  Land  zu  Staatenlosen  (Ajanib)  geworden,  seien  entrechtet  und  bekämen  unter  anderem  auch  keinen  Reisepass (vgl. Beschwerde S. 4), dass  nach  der  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  für  die  Anerkennung einer asylrechtlich relevanten Furcht vor Verfolgung – oder  einer  vollzugsrechtlich  relevanten  Gefährdung  –  allein  die  fehlende  Staatsangehörigkeit  (selbst  bei  den  schlechter  gestellten  nicht  registrierten staatenlosen Kurden, so genannten Maktumin) nicht und das  Gleiche auch  für  eine allfällige Bestrafung wegen  illegaler Ausreise  aus  Syrien  gelten  würde  (vgl.  zum  Ganzen  etwa  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2002  Nr.  23  E. 4.d  S. 185  ff.;  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­7159/2010  vom  20. Januar  2011  E.  5,  E­ 5341/2006 vom 3. März 2011 E. 5.2, E­2757/2010 vom 17. März 2011 E.  3.3  und  E­3201/2009  vom  21. September  2011  E. 3,  je  mit  weiteren  Hinweisen), dass an dieser Feststellung auch die mit der Beschwerde eingereichten  Dokumentationen zum Thema der Situation der Kurden  in Syrien nichts  zu ändern vermögen,

E­129/2009 dass  der  Beschwerdeführer  geltend  macht,  seine  Vorbringen  zu  den  Kundgebungen  von  (…)  sowie  zu  seiner  Reise  in  die  Türkei  und  Rückreise  nach  Syrien  seien  nicht  unglaubhaft  und  realitätsfremd  (vgl.  Beschwerde S. 4  ff.), die entsprechenden Ausführungen und Argumente  indessen nicht zu überzeugen vermögen, dass das Bundesverwaltungsgericht sich einerseits der Feststellung des  BFM  anschliesst,  wonach  die  protokollierte  Schilderung  seiner  angeblichen  persönlichen  Rolle  während  (…)  so  oberflächlich  und  unsubstanziiert ausgefallen sind (vgl. Protokoll der Bundesanhörung S. 8  ff.), dass nicht von einer Darstellung von selbst Erlebtem auszugehen ist, dass  die  protokollierten Aussagen auch  sonst  von  einem Mangel  an  so  genannten Realitätskennzeichen geprägt sind, dass  diese  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  auch  deshalb  als  unglaubhaft einzustufen sind, weil er auf seiner Reise nach Westeuropa  angeblich  einzig  wegen  knapper  finanzieller  Mittel  (vgl.  Protokoll  der  Bundesanhörung  S.  7)  aus  der  Türkei  zurückkehrte  und  sich  wieder  in  den  Herrschaftsbereich  des  angeblichen  Verfolgerstaats  begab,  was  offensichtlich  nicht  mit  der  geltend  gemachten  Furcht  vor  Verfolgung  durch die syrischen Behörden in Einklang zu bringen ist, dass  dies  umso  weniger  gilt,  als  der  Beschwerdeführer  zu  diesem  Zeitpunkt eigenen Angaben zufolge Bekannte in der Türkei hatte, die ihn  rund  zwei  Wochen  lang  aufgenommen  hätten  (vgl.  EVZ­Protokoll  S.  2  und 8, Protokoll der Bundesanhörung S. 11, Beschwerde S. 5), dass die diesbezüglichen Erklärungsversuche des Beschwerdeführers für  seine Rückkehr  nach  Syrien  (vgl.  Beschwerde  S.  5)  nicht  überzeugend  erscheinen und auch an der Tatsache nichts zu ändern vermögen, dass  er  im  Fall  einer  konkreten  Gefährdung  naheliegenderweise  versucht  hätte,  sich  ohne  genügende  Mittel  nach  Europa  durchzuschlagen  oder  sich zumindest in der Türkei um Schutz zu bemühen, dass im Übrigen durch die Rückkehr des Beschwerdeführers nach Syrien  seine  Flüchtlingseigenschaft  unter  den  gegebenen  Umständen  grundsätzlich widerrufbar  geworden wäre, wenn er  diese  zum Zeitpunkt  der  ersten Ausreise  aufgewiesen  hätte  (vgl.  in  diesem, Zusammenhang  Art. 63 Abs.  1 Bst.  b AsylG  i.V.m. Art.  1 Bst. C Ziff.  4 des Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  [FK,  SR  0.142.30]),

E­129/2009 dass  das  mit  der  Beschwerde  eingereichte  angebliche  Schreiben  der  Kurdischen  Demokratischen  Partei/Syrien  weder  datiert  noch  unterzeichnet  ist  und  dem  Dokument  praktisch  sämtliche  bei  einer  Bestätigung  der  Parteimitgliedschaft  üblicherweise  zu  erwartende  Angaben  –  etwa  Datum  des  Parteibeitritts,  zuständige  Parteisektion,  Funktion  und  gegebenenfalls  besondere  Aufgaben  innerhalb  der  Organisation  –  fehlen  und  darin  auffälligerweise  die  Personalien  seiner  Mutter,  nicht  aber  diejenigen  seines  Vaters  aufgeführt  sind,  was  im  syrischen Kontext merkwürdig erscheint, dass  dieses  Dokument  unter  Würdigung  aller  Verfahrensumstände  die  Zugehörigkeit  des  Beschwerdeführers  zu  dieser  Partei  damit  nicht  glaubharft zu machen vermag, dass der Beschwerdeführer in Bezug auf seine Exilaktivitäten festhält, er  sei entgegen den Behauptungen des BFM sehr wohl exponiert gewesen,  da  das  syrische  Regime  unter  den  Exil­Kurden  Hunderte  Agenten  und  Informanten  eingeschleust  habe,  und  er  sei  auf  Fotografien,  (…),  klar  erkennbar abgebildet gewesen (vgl. Beschwerde S. 7), dass die bei den Akten  liegende Darstellung der exilpolitischen Tätigkeit  des Beschwerdeführers den Eindruck eines Mitläufers ohne individuelles  Engagement erweckt, was auch damit  zusammenhängen kann, dass er  seinen  Angaben  zufolge  bei  keiner  der  exilpolitischen  Organisationen  Mitglied sei (vgl. Protokoll der Anhörung zu den Asylgründen S. 3 f.), dass  der  Einschätzung  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  (vgl.  dort  S.  5)  zu  folgen  ist,  wonach  er  sich  offensichtlich  nicht  besonders  exponiert  habe  und  –  auch  angesichts  der  grossen  Zahl  von  syrischen  Staatsangehörigen, die erfahrungsgemäss  in der Schweiz an politischen  Kundgebungen  teilnehmen  –  auch  nicht  von  seiner  Identifikation  auszugehen sei, dass  es  dem  Beschwerdeführer  somit  nicht  gelingt,  die  Flüchtlingseigenschaft  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen,  weshalb  das  Bundesamt  das  Asylgesuch  zu  Recht  abgelehnt  hat, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung 

E­129/2009 einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  vorliegend  das  BFM  den  Beschwerdeführer  wegen Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs  vorläufig  aufgenommen  hat,  weshalb  sich  weitere Ausführungen zur Durchführbarkeit des Vollzugs erübrigen, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  beim  vorliegenden  Verfahrensausgang  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Rechtsbegehren  zur  Hälfte  durchgedrungen  ist,  das  Bundesverwaltungsgericht  in  diesem  Fall  praxisgemäss  von  einem  hälftigen Obsiegen ausgeht, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  hälftigen  Kosten,  ausmachend  Fr. 300.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]),  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG). dass  ganz  oder  teilweise  obsiegende  Partien  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung für die ihnen erwachsenen notwendigen Kosten (Art.  64 Abs. 1 VwVG; Art. 7 Abs. 1 VGKE) haben und dem Beschwerdeführer  eine reduzierte Parteientschädigung zuzusprechen ist, dass  vorliegend  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht  worden  ist,  weshalb  der  notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Akten  festzustellen  ist  (Art.  14  Abs.  2  VGKE),  und  die  von  der  Vorinstanz  auszurichtende  hälftige  Parteientschädigung  unter  Berücksichtigung  der 

E­129/2009 massgebenden  Berechnungsfaktoren  von  Amtes  wegen  auf  Fr.  700.–  (inklusive sämtlicher Auslagen) festzusetzen ist.

E­129/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  abgewiesen,  soweit  sie  nicht  gegenstandslos  geworden ist. 2.  Die  hälftigen  Verfahrenskosten  von  Fr. 300.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand des Urteils zugunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.   Das  BFM  wird  angewiesen,  dem  Beschwerdeführer  eine  reduzierte  Parteientschädigung von Fr. 700.– zu entrichten. 4.  Dieses Urteil geht an den Beschwerdeführer, das BFM und die kantonale  Migrationsbehörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Markus König Rudolf Bindschedler Versand:

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