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Bundesverwaltungsgericht 27.02.2012 D-997/2012

27 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,275 mots·~6 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 9. Februar 2012

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­997/2012 Urteil   v om   2 7 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch, mit Zustimmung von Richter Markus König;  Gerichtsschreiberin Corinne Krüger. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren);  Verfügung des BFM vom 9. Februar 2012 / N (…).

D­997/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer,  ein  nigerianischer  Staatsangehöriger  aus  B._______,  seinen Heimatstaat  eigenen Angaben zufolge  im April  2007  verliess  und  via  Niger  und  Libyen  im  September  2007  nach  Italien  gelangte, dass  ein  Abgleich  der  Fingerabdrücke  des  Beschwerdeführers  mit  der  Eurodac­Datenbank  ergab,  dass  dieser  am  24.  September  2007  in  C._______  von  den  italienischen  Behörden  anlässlich  der  Einreichung  eines Asylgesuchs daktyloskopisch erfasst worden war, dass  der  Beschwerdeführer  von  Italien  her  kommend  am  2.  Dezember  2011 illegal in die Schweiz einreiste und gleichentags im Empfangs­ und  Verfahrenszentrum (EVZ) D._______ um Asyl ersuchte, dass  das  BFM  am  13.  Dezember  2011  im  EVZ  D._______  die  Personalien  des  Beschwerdeführers  erhob  und  ihn  summarisch  zum  Reiseweg  und  zu  den  Gründen  für  das  Verlassen  des  Heimatlandes  befragte,  dass das BFM dem Beschwerdeführer gleichentags das rechtliche Gehör  zu einem allfälligen Nichteintretensentscheid  gestützt  auf Art.  34 Abs.  2  Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) sowie zu  einer allfälligen Wegweisung nach Italien gewährte, dass  der  Beschwerdeführer  zur  Begründung  seines  Asylgesuchs  im  Wesentlichen vorbrachte, am 14. April  2007 sei  sein Vater,  der Mitglied  der  Oppositionspartei  AC  gewesen  sei,  von  einem  Mitglied  der  PDP  getötet worden, dass gleichentags das Haus seiner Familie niedergebrannt worden sei, dass er gehört habe, er werde von der PDP gesucht, weil diese die ganze  Familie seines Vaters töten wolle, dass  seine  Mutter  auch  verstorben  sei,  er  in  seinem  Heimatland  niemanden mehr gehabt habe, der sich um ihn gekümmert habe, und er  ausserdem eine Ausbildung habe machen wollen, 

D­997/2012 dass er aus diesen Gründen seinen Heimatstaat im April 2007 verlassen  habe  und  via  Niger  und  Libyen  im  September  2007  nach  E._______  (Italien) gelangt sei, dass er nach drei Tagen  in E._______ vom Schlepper nach C._______  verwiesen worden sei, wo er ein Asylgesuch gestellt habe, dass  auch  aus  der  Akten  hervorgeht,  dass  der  Beschwerdeführer  am  24. September  2007  in  Italien  registriert  wurde  und  ein  Asylgesuch  eingereicht hat, dass  er  weiter  erklärte,  daraufhin  für  sechs  Monate  eine  Aufenthaltsbewilligung  erhalten  zu  haben,  diese  im  März  2008  aber  abgelaufen sei, dass  er  in  C._______  erst  drei  Monate  lang  in  einem  Lager  und  dann  noch weitere neun Monate bei einem Freund gelebt habe, dass  er  anschliessend  in  F._______  eine  Arbeit  in  der  Landwirtschaft  gefunden habe und dort bis Januar 2010 geblieben sei, dass  er  sich  danach  sechs  Monate  in  G._______  aufgehalten  habe,  bevor er dort festgenommen worden sei, dass  er  wegen  Drogenhandels  zu  zwei  Jahren,  acht  Monaten  und  zwanzig Tagen Haft verurteilt worden sei, dass  er  ein  Jahr  und  einen  Monat  lang  in  G._______  im  Gefängnis  inhaftiert  gewesen  sei  und  danach  in  den  Gefängnissen  in  H._______,  E._______ und I._______, dass er im August 2011 freigelassen worden sei und bei einem Freund in  J._______ bis am 11. November 2011 Hausarrest bekommen habe, dass er dort bis am 15. November 2011 geblieben sei und anschliessend  via K._______, L._______ und M._______ am 2. Dezember 2011 illegal  in die Schweiz eingereist sei, dass der Beschwerdeführer im Rahmen des rechtlichen Gehörs zu einer  allfälligen  Rückschaffung  nach  Italien  vorbrachte,  er  wolle  nicht  nach  Italien zurückkehren, weil er zur Schule gehen möchte, was ihn dort aber  verwehrt worden sei,

D­997/2012 dass  er  hier  in  der  Schweiz  ein  besseres  Leben  haben möchte  und  in  Italien keine Zukunft hätte, dass  für  den  weiteren  Inhalt  der  Aussagen  auf  das  Protokoll  bei  den  Akten zu verweisen ist, dass  das  BFM  am  18.  Januar  2012  an  Italien  ein  Ersuchen  um  Übernahme des Beschwerdeführers  im Sinne  von Art.  16 Abs.  1 Bst.  c  der Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO) stellte, dass  die  italienischen  Behörden  dieses  Ersuchen  innerhalb  von  zwei  Wochen (bis am 2. Februar 2012) nicht beantwortet haben,  dass das BFM in der Folge mit Verfügung vom 9. Februar 2012 – eröffnet  am 15. Februar 2012 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat  und  den  Beschwerdeführer  nach  Italien  wegwies, dass  es  den  Beschwerdeführer  gleichzeitig  aufforderte,  die  Schweiz  spätestens  am Tag  nach Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  und  feststellte,  einer  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende Wirkung zu, dass das BFM zur Begründung seiner Verfügung anführte, der Abgleich  der Fingerabdrücke mit der Zentraleinheit Eurodac weise nach, dass der  Beschwerdeführer  am  24.  September  2007  in  Italien  ein  Asylgesuch  eingereicht habe, dass der Beschwerdeführer anlässlich der summarischen Befragung vom  13. Dezember 2011 bestätigt habe,  in  Italien ein Asylgesuch eingereicht  zu haben, dass  er  erklärt  habe,  sein  Asylgesuch  in  Italien  sei  abschlägig  entschieden worden, ein von ihm eingeleiteter Rekurs sei noch hängig, dass er im Weiteren angegeben habe, von September 2007 bis zu seiner  Einreise in die Schweiz in Italien gewesen zu sein,

D­997/2012 dass  die  italienischen  Behörden  zum  Übernahmeersuchen  des  BFM  innerhalb der  festgelegten Frist keine Stellung genommen hätten, womit  gemäss  dem  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der Schweiz gestellten Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen, SR  0.142.392.689) und unter Anwendung von Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­ VO  die  Zuständigkeit,  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren  durchzuführen, am 2. Februar 2012 an Italien übergegangen sei, dass  das  BFM  am  13.  Dezember  2011  dem  Beschwerdeführer  das  rechtliche  Gehör  zur  Zuständigkeit  Italiens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  gemäss  Dublin­II­VO  zum  Nichteintretensentscheid  gemäss Art.  34 Abs.  2 Bst.  d AsylG  sowie  zur  Wegweisung nach Italien gewährt habe, dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  keine  Einwände  geltend  gemacht  habe,  welche  die  Zuständigkeit  Italiens  zur  Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens in Frage stelle, dass auf das Asylgesuch somit nicht eingetreten werde,  dass  die  Überstellung  an  Italien  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung oder Verlängerung (Art. 19f Dublin­II­VO) – bis spätestens  am 2. August 2012 zu erfolgen habe, dass  die  Folge  eines  Nichteintretensentscheides  in  der  Regel  die  Wegweisung aus der Schweiz sei, dass das BFM in Bezug auf die Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs  nach  Italien  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  geltend  gemacht,  eine  Rückkehr  dorthin  sei  wider  seinen Willen, dass er erklärt habe, er möchte in der Schweiz ein besseres Leben haben  und eine Schule besuchen und  ihm  in  Italien der Schulbesuch verwehrt  worden sei, dass  er  zudem  in  Italien  zu  Unrecht  wegen  Drogenhandels  zu  zwei  Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen Haft verurteilt worden sei, und  er verhindern wolle, erneut inhaftiert zu werden,

D­997/2012 dass  das  BFM  diesen  Vorbringen  entgegenhielt,  der  Wunsch  des  Beschwerdeführers nach einem besseren Leben vermöge nichts an der  Zuständigkeit  Italiens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens zu ändern, dass  der Beschwerdeführer  aufgrund  seiner Volljährigkeit  zudem weder  in  Italien  noch  in  der  Schweiz  Anspruch  auf  eine  Schul­  oder  Berufsausbildung habe, dass  Italien  als  Mitgliedsstaat  der  Europäischen  Union  als  Rechtsstaat  einzustufen sei und die Äusserung des Beschwerdeführers,  in  Italien zu  Unrecht  verurteilt  und  inhaftiert  worden  zu  sein,  die  Qualität  einer  Behauptung nicht zu überschreiten vermöge, dass eine von den italienischen Behörden ausgesprochene Haftstrafe auf  einem  rechtsstaatlichen  Verfahren mit  Rekursmöglichkeiten  beruhe  und  somit als legitim zu erachten sei, dass im vorliegenden Fall somit keine Gründe festgestellt würden, welche  eine  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Italien  zu  begründen vermöchten, dass  das  BFM  den  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  zulässig  und  möglich erachtete, dass für den weiteren Inhalt der vorinstanzlichen Verfügung auf die Akten  zu verweisen ist, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  mit  Eingabe  vom  21. Februar 2012 (Datum des Poststempels) Beschwerde erhob, wobei er  dem  wesentlichen  Sinngehalt  nach  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  die  Rückweisung  der  Sache  an  das  BFM  zwecks  Behandlung seines Asylgesuchs in der Schweiz beantragte, dass  auf  die  Beschwerdebegründung  –  soweit  erforderlich  –  in  den  nachfolgenden Erwägungen einzugehen ist, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  22.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­997/2012 D­997/2012 und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass im vorliegenden Verfahren einzig zu prüfen ist, ob das BFM gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers zu Recht nicht eingetreten  ist und  infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die 

D­997/2012 Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass ein Fingerabdruckvergleich mit der Eurodac­Datenbank ergab, dass  der  Beschwerdeführer  am  24.  September  2007  in  C._______  von  den  italienischen  Behörden  anlässlich  der  Einreichung  eines  Asylgesuchs  daktyloskopisch erfasst worden war, dass der Beschwerdeführer selber angab, sich von September 2007 bis  am 2. Dezember 2011 in Italien aufgehalten zu haben, dass  das  BFM  am  18.  Januar  2012  an  Italien  ein  Ersuchen  um  Übernahme des Beschwerdeführers  im Sinne  von Art.  16 Abs.  1 Bst.  c  Dublin­II­VO stellte, dass  die  italienischen  Behörden  dieses  Ersuchen  innerhalb  von  zwei  Wochen  (bis  am  2.  Februar  2012)  nicht  beantwortet  haben,  weshalb  davon  ausgegangen wird,  die Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  werde akzeptiert (Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO),  dass  somit  Italien  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  betreffend  den  Beschwerdeführer  zuständig  ist  (vgl. die einschlägigen Staatsverträge, namentlich das DAA, die Dublin­II­ VO  und  die  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2.  September  2003 mit Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung  [EG]  Nr. 343/2003 des Rates [DVO Dublin]), dass  damit  die  Grundlage  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne weiteres gegeben ist, dass  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  keine  Gründe  ersichtlich  sind,  welche  in  rechtserheblicher  Weise  gegen  die  vom  BFM  angeordnete  Überstellung nach Italien sprechen würden, dass  der  Inhalt  der  Beschwerde  offensichtlich  zu  keiner  anderen  Einschätzung führt, zumal die Zuständigkeit Italiens zur Durchführung des  Asylverfahrens vom Beschwerdeführer im Grundsatz nicht bestritten wird, dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die Rechtsstellung der Flüchtlinge  (FK, SR 0.142.30)  als  auch der  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ist,

D­997/2012 dass  kein Anlass  zur Annahme besteht,  Italien würde  sich  im Falle  des  Beschwerdeführers  nicht  an  seine  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  halten, dass  der  vom  Beschwerdeführer  geäusserte  Wunsch  nach  einem  weiteren Verbleib in der Schweiz als unbeachtlich zu erkennen ist, da es  grundsätzlich  nicht  Sache  der  asylsuchenden  Person  ist,  den  für  ihr  Asylverfahren  zuständigen  Staat  selber  zu  bestimmen,  sondern  die  Bestimmung des für sie zuständigen Staates allein den beteiligten Dublin­ Vertragsstaaten obliegt, dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  Gründe  vorliegen,  die  das  BFM  hätten  veranlassen müssen, sein –  ihm gemäss Art. 3 Abs. 2 Satz 1 Dublin­II­ VO auch bei Zuständigkeit eines anderen Signatarstaates zustehenden –  Selbsteintrittsrecht auszuüben, dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe  geltend  macht,  das  italienische  Strafverfahren  bezüglich  seines  angeblichen  Drogenhandels sei nicht fair gewesen, dass  er  beim Prozess  einen  italienischen Zeugen gehabt  habe,  der  vor  Gericht seine Unschuld bezeugt habe, dass das Gericht diese Aussage  jedoch nicht angehört habe und er als  Grund  dafür  die  Tatsache  vermute,  dass  er  Ausländer  mit  dunkler  Hautfarbe sei, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  ausserdem  noch einmal geltend macht, er möchte in der Schweiz Deutsch lernen, die  Schule besuchen und eine Ausbildung machen, dass  er  diese  Möglichkeiten  in  Italien  nicht  gehabt  habe  und  aufgrund  dieser unfairen Behandlung nicht dorthin zurückkehren möchte, dass bereits das BFM in seiner Verfügung vom 9. Februar 2012 erklärte,  Italien  sei  als  Mitgliedsstaat  der  Europäischen  Union  als  Rechtsstaat  einzustufen,  eine  von  den  italienischen  Behörden  ausgesprochene  Haftstrafe  beruhe  auf  einem  rechtstaatlichen  Verfahren  mit  Rekursmöglichkeiten und sei somit als legitim zu erachten, dass das Bundesverwaltungsgericht  in diesem Punkt mit der Vorinstanz  einig geht,

D­997/2012 dass nämlich  keine Hinweise  vorliegen,  das Strafverfahren  in  Italien  sei  rechtsstaatlich nicht legitim gewesen,  dass  diesbezüglich  anzumerken  ist,  dass  Verstösse  gegen  das  Betäubungsmittelgesetz  auch  in  der  Schweiz  strafrechtlich  geahndet  werden,  dass  der  Beschwerdeführer  in  dieser  Sache  auch  keine  weitere  Inhaftierung  in  Italien  zu  befürchten  hat,  da  er  seine  Haftstrafe  abgesessen hat bzw. von den italienischen Behörden freigelassen wurde  (vgl. A6/10. S. 6), dass darüber hinaus festgestellt wird, der Beschwerdeführer könne, wenn  er mit  dem Verfahren nicht  einverstanden war,  dagegen  in  Italien einen  entsprechenden Rekurs einreichen, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Rechtsmitteleingabe  im  Übrigen  nichts  Neues  vorbringt,  was  zu  einer  anderen  Einschätzung  als  derjenigen der Vorinstanz führen würde, weshalb es sich erübrigt, darauf  näher einzugehen, dass der Beschwerdeführer somit weder im Rahmen des ihm gewährten  rechtlichen Gehörs  noch  auf  Beschwerdeebene  hinreichend  berechtigte  Vorbehalte  gegen  eine  Rückkehr  nach  Italien  geltend machte,  weshalb  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  dass  er  im  Falle  einer Rückkehr nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten würde, dass  entgegen  den  sinngemässen  Beschwerdevorbringen  somit  keine  Veranlassung  besteht,  vom  Selbsteintrittsrecht  gemäss  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO  Gebrauch  zu  machen,  weshalb  darauf  verzichtet  werden  kann, auf die entsprechenden Bedingungen näher einzugehen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.  9),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde,

D­997/2012 dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), dass eine entsprechende Prüfung – soweit notwendig – vielmehr bereits  im Rahmen des Nichteintretensentscheides stattfinden muss, dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnet hat, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen  ist  (Art. 106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  als  offensichtlich unbegründet abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­997/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Corinne Krüger Versand:

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