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Bundesverwaltungsgericht 16.02.2012 D-753/2012

16 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,297 mots·~6 min·3

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 31. Januar 2012

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­753/2012 Urteil   v om   1 6 .   Februar   2012 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi; Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann. Parteien A._______, geboren (…), Eritrea,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 31. Januar 2012 /  N _______.

D­753/2012 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention, EMRK, SR 0.101), des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30), des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO), der Verordnung  (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September  2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO (DVO Dublin),

D­753/2012 des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2), stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  am  3.  November  2011  in  der  Schweiz  um  Asyl nachsuchte, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  31.  Januar  2012  –  eröffnet  am  2.  Februar 2012 –  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das  Asylgesuch nicht eintrat und den Beschwerdeführer nach Italien wegwies,  wobei  es  festhielt,  einer  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine aufschiebende Wirkung zu, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  9.  Februar  2012  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  beantragte, die Verfügung der Vorinstanz sei aufzuheben und zur neuen  Entscheidung  an  diese  zurückzuweisen,  es  sei  festzustellen,  dass  nicht  Italien  für  das  Asylverfahren  des  Beschwerdeführers  zuständig  sei,  sondern  die  Schweiz,  eventualiter  sei  festzustellen,  dass  der  Wegweisungsvollzug nach Italien unzulässig und unzumutbar sei, dass  er  in  prozessualer  Hinsicht  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG,  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  und  um  Erteilung  der  aufschiebenden Wirkung ersuchte, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13.  Februar  2012  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG),

D­753/2012 dass  kein  solches  Auslieferungsbegehren  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht vorliegend endgültig entscheidet, dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  rechtzeitig  und  auch  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen –  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.),  dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 AuG, dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  BVGE  2010/45 E. 10.2 S. 645),

D­753/2012 dass  dementsprechend  die  Anordnung  von  Ersatzmassnahmen  respektive  die  Feststellung  von  diesen  zugrundeliegenden  Vollzugshindernissen  auch  nicht  Gegenstand  des  vorliegenden  Beschwerdeverfahrens sein kann, dass  deshalb  auf  die  Beschwerde  nicht  einzutreten  ist,  soweit  darin  beantragt  wird,  es  sei  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges festzustellen, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  dem  Beschwerdeführer  gestützt  auf  die  Tatsache,  dass  er  am  26. August  2003  und  am  10.  März  2004  in  Italien  registriert  beziehungsweise  daktyloskopiert  worden  war  und  dort  um  Asyl  nachsuchte,  sowie den Umstand,  dass er  seine Rückkehr  von  Italien  in  den B._______ – mithin das Verlassen des Dublin­Raumes – nicht habe  glaubhaft  machen  können,  am  11.  November  2011  anlässlich  der  Befragung  durch  die  Vorinstanz  das  rechtliche  Gehör  zum  bevorstehenden Nichteintretensentscheid,  zur  Zuständigkeit  Italiens  und  zur Wegweisung nach Italien gewährt wurde, dass er dabei geltend machte, die Rechte des Einzelnen würden in Italien  nicht gewahrt und er habe dort in der Kälte schlafen müssen, dass in Italien mittels Fingerabdrücken erfasst zu sein, genau so schlimm  sei, als wäre man an Aids erkrankt,

D­753/2012 dass das BFM gestützt auf die Aussagen des Beschwerdeführers und die  oben  erwähnten  EURODAC­Treffer  am  16.  Januar  2012  an  Italien  ein  Ersuchen um Übernahme des Beschwerdeführers stellte, dass die  italienischen Behörden das Ersuchen der Schweizer Behörden  um  Rückübernahme  innert  Frist  nicht  beantwortet  haben,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens gemäss Dubliner Verfahrensregelung aufgrund der  so genannten Verfristung definitiv geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Bst. c  Dublin­II­VO), dass  die  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  ausführte,  weshalb  Italien  für  die  Durchführung  des  Asylverfahrens  zuständig ist, dass  der  Beschwerdeführer  in  seiner  Eingabe  vom  9.  Februar  2012  vorbringt, er sei im Februar 2010 in den B._______ gereist, habe diesen  Anfang November 2010 wieder verlassen und sei am 3. November 2010  in die Schweiz eingereist, dass er hier erneut um Asyl nachgesucht habe, weil  Italien nach seinem  Aufenthalt im B._______ nicht mehr für sein Asylgesuch zuständig sei, dass  er  sehr  bemüht  sein  werde,  so  bald  als  möglich  Beweismittel  betreffend  seinen  Aufenthalt  im  B._______  zu  beschaffen,  und  diese  unverzüglich nachreiche, dass  Italien zwar alle europa­ und menschenrechtlichen Standards zum  Flüchtlingsschutz  übernommen  habe,  sich  aber  die  Hinweise  mehrten,  dass  die  tatsächlichen  Umstände  von  diesen  Vorgaben  zum  Teil  erheblich abweichen würden, dass seit einigen Jahren über die bedenkliche Qualität der Asylverfahren  und  über  die  menschenrechtswidrige  Rückschiebungspraxis  berichtet  werde, dass  zudem  das  staatliche  Aufnahmesystem  zur  Unterbringung  von  Asylsuchenden (CARA, SPRAR) völlig überlastet sei, dass,  weil  kein  staatliches  Sozialsystem  existiere,  die  Flüchtlinge  sich  selbst überlassen blieben, unabhängig davon, ob  ihnen  in  Italien Schutz  gewährt werde oder nicht,

D­753/2012 dass die Aufnahmebedingungen für Asylsuchende in Italien europäischen  und menschenrechtlichen Mindeststandards nicht genügten, dass  darunter  insbesondere  Minderjährige,  Alleinerziehende  und  ihre  Kinder, Familien mit kleinen Kindern sowie kranke und ältere Menschen  litten, dass der Beschwerdeführer diesbezüglich auf eine Reihe von Berichten  (vgl. Beschwerdeeingabe vom 9. Februar 2012 S. 2), auf die er in seinen  nachfolgenden  Ausführungen  teilweise  Bezug  nahm,  und  auf  Urteile  deutscher Verwaltungsgerichte verwies, dass  Asylsuchende  in  Italien  bei  der  Unterkunft,  der  Arbeit  und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  erheblichen  Schwierigkeiten  ausgesetzt seien, dass  dies  für  besonders  verletzliche  Personen  zu  unmenschlichen  und  existenzbedrohenden  Situationen  führen  könne  und  insbesondere  auch  die im Rahmen der Dublin­II­VO nach Italien überstellten Personen treffe, dass  diese  betreffend  Unterbringung  nicht  mit  bevorzugter  Behandlung  rechnen  könnten,  sie  auch  keinen Anspruch  auf Wohnraum  hätten  und  ihre Lage aufgrund der langen Wartezeiten prekär sei, dass ein Grossteil der "Dublin­Rückkehrer"  in Italien der Obdachlosigkeit  überlassen werde, dass sie auch bei der Wiederbeschaffung von Aufenthaltspapieren in der  Regel  auf  sich  alleine  gestellt  seien,  und  deshalb  gerade  besonders  schützenswerte Personen nach ihrer Überstellung ohne Papiere blieben, dass demnach sowohl private wie auch kirchliche Initiativen im Flughafen  Fiumicino (Rom) nur wenigen "Dublin­Rückkehrern" helfen könnten, dass diese Institutionen zwar einen Teil des Nahrungsbedarfs abdeckten,  dies  aber  weniger  durchsetzungskräftigen  Menschen  wie  Kindern,  Jugendlichen oder Kranken nur bedingt helfe, dass die eben genannten besonders  verletzlichen  Individuen besonders  unter  der  Obdachlosigkeit,  dem  Leben  auf  der  Strasse  oder  in  behelfsmässigen Unterkünften, verlassenen Gebäuden oder Slum­artigen  Hüttenansammlungen litten,

D­753/2012 dass sich aus der Obdachlosigkeit der vielen tausend Flüchtlinge massive  Folgeprobleme  (wie  beispielsweise  erschwerter  Zugang  zum  Gesundheitssystem  und  zum  legalen  Arbeitsmarkt,  Probleme  bei  der  Sicherheit) ergeben würden, dass  die  aktuellen  Aufnahme­  und  Lebensbedingungen,  welche  die  überwiegende  Anzahl  der  Flüchtlinge  in  Italien  treffen  würden,  einen  Verstoss gegen Art. 3 EMRK (Verbot unmenschlicher und erniedrigender  Behandlung) sowie gegen die EU­Aufnahmerichtlinien darstellten, dass  Italien  die  materiellen  Aufnahmebedingungen  offensichtlich  nicht  erfülle, um die Gesundheit und den Lebensunterhalt der Asylsuchenden  mindestens in rudimentärster Weise zu sichern, dass  er  seit  seinen  beiden  Nervenzusammenbrüchen  in  ärztlicher  Behandlung  sei  und  seinen  Arzt  gebeten  habe,  möglichst  bald  einen  Arztbericht zu verfassen, dass  er  diesen  direkt  nach  Erhalt  nachreichen  werde  und  deshalb  die  Rechtsmittelinstanz  bitte,  über  die  vorliegende  Beschwerde  erst  nach  Erhalt des Arztberichtes zu entscheiden, dass  zusammenfassend  konkrete  Anhaltpunkte  dafür  vorlägen,  dass  Italien  zur  Zeit  nicht  in  der  Lage  sei,  die  menschen­  und  flüchtlingsrelevanten Minimalstandards für Schutzsuchende einzuhalten, dass  die  Vorinstanz  darauf  verzichtet  habe  abzuklären,  ob  im  vorliegenden Fall die adäquate Aufnahme gesichert wäre, dass  die  Rückschiebung  nach  Italien  mit  hoher  Wahrscheinlichkeit  zu  einer  existenziellen  Notlage  führen  würde  und  sich  als  unzulässig  erweise, dass  auf  die  vom  Beschwerdeführer  beschriebenen  persönlichen  Erlebnisse  anlässlich  seines  zweiten  Italienaufenthaltes  (vgl.  Beschwerdeeingabe vom 9. Februar 2012 S. 3) nicht näher eingegangen  wird,  da  die  entsprechenden  Schilderungen  diametral  im  Widerspruch  dazu stehen, dass er gemäss eigenen Angaben Anfang November 2011  den  B._______  wiederum  verlassen  habe,  um  dann  am  3.  November  2011 (gemäss Befragungsprotokoll am 2. November 2011 [vgl. A5, S. 7])  in  die  Schweiz  eingereist  zu  sein,  und  er  sich  somit  nicht  rund  drei 

D­753/2012 Wochen vor  seiner Einreise  in die Schweiz  in  Italien aufgehalten haben  kann, dass er zwar in der summarischen Befragung zu Protokoll gab, er sei am  15.  Oktober  2011  in  C._______  angekommen  (vgl.  A5,  S.  9),  dieser  Aussage  aber  im  Zusammenhang  mit  den  vom  BFM  zutreffend  als  unglaubhaft  qualifizierten  Angaben  zum  Verlassen  des  Dublin­Raumes  keine wesentliche Bedeutung zukommt, dass  sich  die  Rechtsmitteleingabe  des  Beschwerdeführers  in  weiten  Teilen  darin  erschöpft,  auf  die  Unzulänglichkeiten  im  italienischen  Asylverfahren  zu  verweisen  und  auf  die  Unzulässigkeit  und  Unzumutbarkeit  eines  Wegweisungsvollzuges  in  diesen  Drittstaat  verweist,  ohne  in  überzeugender  Weise  auf  die  Erwägungen  der  Vorinstanz einzugehen, dass er einen zwischenzeitlichen Aufenthalt im B._______ nicht glaubhaft  machen konnte und diesbezüglich auf die zutreffenden Ausführungen des  BFM in der angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  bei  dieser  Sachlage  sein  sinngemässes  Gesuch  um  Ansetzung  einer  Frist  zur  Nachreichung  von  entsprechenden  Beweismitteln  abgewiesen wird, dass  die  Vorbringen  im  Zusammenhang  mit  seinen  gesundheitlichen  Problemen als nachgeschoben angesehen werden müssen, da er diese  im vorinstanzlichen Verfahren mit keiner Silbe erwähnte, weshalb auf die  Aufforderung,  einen  entsprechenden  Arztbericht  nachzureichen,  verzichtet  wird,  und  überdies  der  entsprechende  Verfahrensantrag  um  Aufschub der Beschwerdeentscheidung abgewiesen wird, dass  in  diesem  Zusammenhang  zusätzlich  auf  das  gut  funktionierende  italienische  Gesundheitssystem  verwiesen  wird,  auf  welches  der  Beschwerdeführer bei Bedarf ebenfalls zugreifen kann, dass  die  Einwände  des Beschwerdeführers  gegen  den  vorinstanzlichen  Entscheid unbehelflich sind, da es gemäss den Zuständigkeitsregeln der  Dublin­II­VO  nunmehr  in  der  Verantwortung  von  Italien  liegt,  das  Asylverfahren  betreffend  den  Beschwerdeführer  nach  den  geltenden  völkerrechtlichen  Regeln  und  Standards  durchzuführen  und  dabei  eine  allfällige  für  die Flüchtlingseigenschaft  relevante oder  unter  dem Aspekt 

D­753/2012 des  Schutzes  der  Menschenrechte  zu  beachtende  Gefährdung  des  Beschwerdeführers zu prüfen, dass Asylsuchende in Italien zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt sein können, dass Italien aber sowohl Signatarstaat der Flüchtlingskonvention als auch  der Europäischen Menschenrechtskommission ist, dass keine konkreten Anhaltspunkte vorliegen, wonach sich  Italien nicht  an die daraus resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen hält, dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen  der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen, dass die Organisation  "Arci von Fraternità" seit dem 1. Januar 2009 die  Betreuung der Flüchtlinge im Flughafen Fiumicino (Rom) organisiert und  dort den Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung anbietet, dass  unter  diesen  Umständen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  der  Beschwerdeführer  würde  im  Falle  einer  Rückkehr  nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten, dass  in  der  Beschwerde  nichts  vorgebracht wird,  das  zu  einer  anderen  Einschätzung führen würde, dass  daher  keine  Veranlassung  besteht,  die  Bestimmung  über  das  Selbsteintrittsrecht im Sinne von Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO anzuwenden, dass  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  Erwägungen  der Vorinstanz  in  der  angefochtenen Verfügung  verwiesen  werden kann, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus  der  Schweiz  zur  Folge  hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der 

D­753/2012 Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733;  EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit  den gesetzlichen Bestimmungen steht und demnach vom Bundesamt zu  Recht angeordnet wurde, dass – wie bereits erwähnt – im Rahmen des Dublin­Verfahrens, bei dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für Ersatzmassnahmen  im Sinne  von Art.  44 Abs.  2 AsylG  i.V.m.  Art. 83 Abs. 1 AuG, dass eine entsprechende Prüfung – soweit notwendig – vielmehr bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen, BVGE 2010/45 E. 10.2 S. 645) dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG abzuweisen  ist, da die Begehren – wie  sich  aus  den  vorliegenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  sind,  weshalb  die  kumulativen  Voraussetzungen  für  die  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass diesfalls auf die Nachreichung einer Fürsorgebestätigung verzichtet  werden kann, dass  mit  dem  direkten  Entscheid  in  der  Hauptsache  die  Verfahrensanträge  auf  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  und  auf  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  gegenstandslos  geworden sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art. 16 Abs. 1 Bst. a VGG i.V.m. Art. 1­3 VGKE) dem Beschwerdeführer  aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG).

D­753/2012 (Dispositiv nächste Seite)

D­753/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Daniel Stadelmann Versand:

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