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Bundesverwaltungsgericht 21.11.2011 D-7175/2010

21 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,151 mots·~11 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. September 2010

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­7175/2010 Urteil   v om   2 1 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Fulvio Haefeli;    Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien 1. A._______, geboren am (…), und deren Tochter  2. B._______, geboren am (…), Äthiopien / Eritrea,  (…),   Beschwerdeführerinnen,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 10. September 2010 / N (…).

D­7175/2010 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerinnen  suchten  am  22. November  2008  in  der  Schweiz um Asyl nach. A.a Im Rahmen der Erstbefragung im Empfangs­ und Verfahrenszentrum  (EVZ)  C._______  vom  27. November  2008  und  der  Anhörung  nach  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  durch  das  BFM  vom  8. Mai  2009  sowie  einer  ergänzenden  Anhörung  durch das BFM vom 20. Januar 2010 brachte die Beschwerdeführerin 1  im  Wesentlichen  vor,  sie  stamme  aus  Eritrea,  habe  jedoch  seit  ihrem  fünften  Lebensjahr  in  Äthiopien  gelebt.  Als  sie  fünfzehn  oder  sechzehn  Jahre  alt  gewesen  sei,  habe  sie  in  D._______  einen  äthiopischen  Staatsangehörigen  geheiratet;  sie  seien  Eltern  von  (…)  Kindern.  Nachdem  sich  Eritrea  von  Äthiopien  abgespalten  habe,  habe  sie  die  eritreische  Staatsangehörigkeit  beantragt.  Die  am  (…)  ausgestellte  eritreische  Identitätskarte  habe  30.– Nafka  gekostet.  Ihre  Kinder  seien  wie ihr Ehemann äthiopische Staatsangehörige. Sie habe die äthiopische  Staatsangehörigkeit  jedoch  nicht  beantragt.  Im  Jahr  1998  seien  alle  in  Äthiopien lebenden Eritreer aufgefordert worden, das Land zu verlassen,  und  auch  sie  sei  ausgeschafft  worden.  An  den  genauen  Ablauf  der  Deportation  könne  sie  sich  indes  nicht  mehr  erinnern,  dazu  sei  das  Ereignis zu schmerzhaft gewesen. Da es zwischen Eritrea und Äthiopien  keine  telefonische Verbindung gebe, habe sie keine Möglichkeit gehabt,  den  Kontakt  mit  ihren  Kindern  in  Äthiopien  aufrechtzuerhalten.  Sie  sei  deshalb  sehr  deprimiert  gewesen.  In  dieser  schwierigen  Situation  habe  ihr die Pfingstgemeinde Trost gespendet. Sie sei dieser Gemeinschaft  in  E._______  beigetreten  und  auch  entsprechend  getauft  worden.  Ihre  Glaubensschwestern  und  ­brüder  hätten  ihr  Unterkunft  gewährt  und  sie  auch  finanziell  unterstützt.  Den  Glauben  hätten  sie  nur  heimlich  praktizieren  können,  da  es  immer  wieder  Verhaftungen  und  Kontrollen  von  Angehörigen  dieser  Kirche  durch  Sicherheitsleute  der  Regierung  gegeben habe. Als sie erfahren habe, dass auch sie bedroht sein könnte,  da  sie  und  ihre  Glaubensschwestern  und  ­brüder  von  Unbekannten  verraten  worden  seien,  habe  sie  Eritrea  etwa  im Mai  2006  in  Richtung  F._______ verlassen, von wo aus sie nach G._______ weitergereist sei.  Von  G._______  aus  habe  sie  mit  ihrer  Familie  in  Äthiopien  telefonisch  Kontakt  aufgenommen.  Im  Oktober  2008  sei  ihre  jüngste  Tochter  (die  Beschwerdeführerin 2)  zu  ihr  nach  G._______  gekommen.  Zusammen  seien sie via H._______  in die Schweiz gereist.  Ihre Familie  lebe  immer 

D­7175/2010 noch  in  D._______,  wobei  ihre  Tochter  I._______  zurzeit  in  J._______  behandelt  werde,  da  sie  erkrankt  sei.  Auch  sie  (die  Beschwerdeführerin 1) habe gesundheitliche Beschwerden. A.b  Die  Beschwerdeführerin 2  machte  ihrerseits  anlässlich  der  Erstbefragung  im  EVZ  C._______  vom  27. November  2008  und  der  Anhörung  durch  das  BFM  vom  8. Mai  2009  sowie  der  ergänzenden  Anhörung  vom  20. Januar  2010  im  Wesentlichen  geltend,  sie  sei  äthiopische Staatsangehörige, da sich die Staatsangehörigkeit von ihrem  Vater,  der  Äthiopier  sei,  ableite.  Sie  habe  mit  ihrem  Vater  und  den  Geschwistern  in D._______ gelebt und dort keine Probleme gehabt. Sie  habe  ihr Heimatland  im Oktober 2008 einzig deshalb verlassen, weil sie  ihre Mutter (die Beschwerdeführerin 1) vermisst habe. Ein Onkel habe sie  zur  Beschwerdeführerin 1  nach  K._______  gebracht.  Nachdem  ihr  die  Beschwerdeführerin 1  von  der  Pfingstgemeinde  erzählt  habe,  sei  sie  dieser  Glaubensgemeinschaft  ebenfalls  beigetreten.  Sie  sei  aber  noch  nicht  getauft  worden.  Ihre  Schwester  I._______  sei  krank  und  werde  zurzeit  in  L._______  behandelt;  die  Beschwerdeführerin 1  habe  L._______ mit J._______ verwechselt. A.c Bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des rechtserheblichen Sachverhalts wird auf die Protokolle bei den Akten  verwiesen (vgl. Vorakten A4, A5, A10, A11, A14 und A15).  B.  B.a Mit Verfügung vom 10. September 2010 – eröffnet am 14. September  2010  –  stellte  das  BFM  fest,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  die  Flüchtlingseigenschaft nicht erfüllten. Es  lehnte die Asylgesuche ab und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug an. Gleichzeitig verfügte es die Einziehung der als  Fälschung  erkannten  eritreischen  Identitätskarte  der  Beschwerdeführerin 1.  B.b  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  die  Vorbringen  der Beschwerdeführerin 1  hielten  den Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art. 7  AsylG  nicht  stand.  Sie  habe  sich  zu  wesentlichen Punkten nur unsubstanziiert geäussert. So habe sie weder  zu ihrer Deportation nach Eritrea und ihrem dortigen Leben noch zu den  Gründen  für  die  Flucht  aus  Eritrea  konkrete  Angaben machen  können.  Ihre  diesbezüglichen  Angaben  liessen  jegliche  subjektiv  geprägte  Wahrnehmung vermissen. Zwar sei es durchaus möglich, dass Personen, 

D­7175/2010 die  über  zurückliegende  Ereignisse  berichten  sollen,  sich  nicht  an  alle  Details  erinnern  können.  Jedoch  könnten  solche  Personen  erfahrungsgemäss  durchaus  erlebnisgeprägt  und  chronologisch  zusammenhängend  berichten.  Unsicherheiten  über  den  genauen  Ereignisablauf  oder  andere  Details,  die  in  ihrer  Erinnerung  verblasst  seien,  würden  dabei  stets  durch  detaillierte  und  authentische  Ausführungen aufgewogen. Umgekehrt  entspreche es einem bekannten  Aussageverhalten,  generelle  Erinnerungslücken  vorzuschieben,  wenn  über nicht selbst Erlebtes berichtet werde. Ein solches Aussageverhalten  sei  wenig  glaubhaft.  Die  Beschwerdeführerin 1  habe  sich  zudem  realitätsfremd geäussert, indem sie angegeben habe, sie sei in nur einem  Tag  von  E._______  in  das  970 km  entfernte  M._______  gefahren.  Realitätsfremd  sei  auch  die  Angabe,  sie  habe  für  die  eritreische  Identitätskarte  im Jahr 1992 30.– Nafka bezahlt. Diese Währung sei erst  1997  eingeführt  worden.  Zudem  weise  die  Identitätskarte  wesentliche  Fälschungsmerkmale  auf:  Papier  und  Format  entsprächen  nicht  echten  Identitätskarten,  das  Foto  sei  falsch  aufgeklebt  und  die  üblichen  Sicherheitsmerkmale  würden  fehlen.  Die  als  gefälscht  erkannte  Identitätskarte  sei  in  Anwendung  von Art. 10 Abs. 4  AsylG  einzuziehen.  Es  widerspreche  erfahrungsgemäss  dem  Verhalten  einer  tatsächlich  verfolgten  Person,  ein  gefälschtes  Dokument  einzureichen.  Der  Beschwerdeführerin 1  könnten  daher  weder  die  geltend  gemachte  eritreische Staatsangehörigkeit noch die daraus abgeleiteten Probleme in  Äthiopien  und  Eritrea  geglaubt  werden.  Es  erübrige  sich,  auf  weitere  Ungereimtheiten  einzugehen,  zumal  keine  Hinweise  auf  eine  gezielt  gegen  sie  gerichtete  Verfolgung  vorlägen.  Die  Beschwerdeführerin 2  habe  keine  eigenen  Fluchtgründe  geltend  gemacht.  Die  Beschwerdeführerinnen  erfüllten  damit  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  weshalb die Asylgesuche abzulehnen und die Wegweisung anzuordnen  sei. Es sei davon auszugehen, dass auch die Beschwerdeführerin 1 mit  hoher Wahrscheinlichkeit Staatsangehörige von Äthiopien sei. Zwar seien  auch  andere  Heimat­  oder  Herkunftsländer  denkbar,  jedoch  sei  es  bei  fehlenden  entsprechenden  Hinweisen  nicht  Sache  der  Asylbehörden,  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  in  hypothetischen  Herkunftsländern  zu  forschen.  Der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerinnen  nach  Äthiopien  sei  zulässig,  zumutbar  und  möglich.  Sie  verfügten  in  D._______  über  ein  verwandtschaftliches  Beziehungsnetz  und  es  sei  ihnen  zuzumuten,  sich  dort  mit  Hilfe  ihrer  Angehörigen  wieder  einzugliedern.  Die  gesundheitlichen  Probleme  der  Beschwerdeführerin 1  –  (Aufzählung  Beschwerden)  –  seien  auch  in  Äthiopien  behandelbar.  Ihrer  Familie  dürfte  es  möglich  sein,  allfällige 

D­7175/2010 diesbezügliche Kosten zu decken, zumal sie auch  in der Lage gewesen  sei, eine kranke Tochter in L._______ behandeln zu lassen. C.  C.a  Mit  Eingabe  vom  4. Oktober  2010  erhoben  die  Beschwerdeführerinnen  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde,  worin um Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung und um Gewährung  des Asyls, eventualiter um Gewährung der vorläufigen Aufnahme ersucht  wurde.  In  formeller  Hinsicht  wurde  zudem  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  und  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht,  wobei  diesbezüglich  mit  Eingabe vom 8. Oktober 2010 zwei Fürsorgeabhängigkeitsbestätigungen  vom 4. Oktober 2010 nachgereicht wurden.  C.b Zur Begründung brachte die Beschwerdeführerin 1  im Wesentlichen  vor,  ihr  sei  im  Jahr  1998  die  Ausübung  des  (Berufs)  in  Äthiopien  untersagt  worden,  da  alle  Eritreer  das  Land  hätten  verlassen  müssen.  Nach  ihrer  Ausweisung  habe  sie  keine  Möglichkeit  gehabt,  mit  den  Kindern  in  Kontakt  zu  bleiben,  worunter  sie  sehr  gelitten  habe.  In  E._______ habe ihr die Pfingstgemeinde Unterkunft und spirituellen Halt  gegeben.  Die  Kirchenmitglieder  hätten  sich  jeweils  im  Geheimen  versammelt.  Im  März  oder  April  2006  sei  sie  von  den  Sicherheitsbehörden  gewarnt  worden,  dass  sie  wegen  ihrer  religiösen  Aktivitäten  ins Gefängnis  kommen  könnte.  Aus  diesem Grund  habe  sie  Eritrea verlassen. Im Jahr 2008 sei die Beschwerdeführerin 2 zu ihr nach  G._______ gekommen und gemeinsam seien sie in die Schweiz gereist.  Ihre Familie habe  in Äthiopien auch Probleme gehabt. Die Kinder  seien  wegen  ihrer  eritreischen Mutter  benachteiligt worden.  Zudem hätten  die  Behörden  das  neu  gebaute  Haus  zerstört.  Ein  Sohn  habe  deswegen  psychische  Probleme.  Vor  einem  Monat  sei  eine  weitere  Tochter –  I._______ – in die Schweiz gekommen; sie habe (Krankheit) und befinde  sich im Spital.  Das BFM habe den Sachverhalt nicht vollständig und  richtig erfasst. So  treffe  die  Ausführung  in  der  angefochtenen  Verfügung,  sie  habe  in  E._______  bei  Geschwistern  gewohnt,  nicht  zu;  sie  habe  dort  bei  Glaubensschwestern  und  ­brüdern  gelebt.  Unerwähnt  geblieben  seien 

D­7175/2010 nicht  nur  ihre  gesundheitlichen  Probleme,  sondern  auch  die  Tatsache,  dass  sie  bei  der  Deportation  nach  Eritrea  die  Kinder  in  Äthiopien  habe  zurücklassen müssen  und  fortan  keine Kontaktmöglichkeit mehr  gehabt  habe,  und  dass  sich  die  Pfingstgemeindemitglieder  heimlich  getroffen  hätten.  Die  Sache  sei  deshalb  zur  Neubeurteilung  an  das  BFM  zurückzuweisen.  Eventualiter  seien  die  übersehenen  Punkte  durch  das  Bundesverwaltungsgericht  zu  berücksichtigen.  Zwar  treffe  es  zu,  dass  ihre Angaben  teils nicht detailliert seien, aber dafür  lägen entschuldbare  Gründe  vor.  Sie  leide  seit  der  Trennung  von  den  Kindern  an  einer  Depression und verdränge alle Ereignisse, die mit der Ausschaffung aus  Äthiopien zusammenhängen würden. Sie habe aber genügend Hinweise  gegeben,  um  festzustellen,  dass  sie  tatsächlich  in  E._______  gelebt  habe. Die Reise von E._______ nach M._______ habe effektiv viel länger  gedauert  als  von  ihr  angegeben.  Sie  beabsichtige,  Beweise  zum  Gesagten – Bestätigungen der (…) in Äthiopien und der Pfingstgemeinde,  Arztzeugnisse – nachzureichen. Die Beschwerdeführerin 2 habe bei den  Anhörungen aus Angst nicht von den Problemen der Familie in Äthiopien  gesprochen. Das Haus in D._______ sei einzig deshalb zerstört worden,  weil  sie  (die  Beschwerdeführerin 1)  Eritreerin  sei.  Es  mute  zynisch  an,  wenn  gesagt  werde,  sie  könne  nach  Äthiopien,  von  wo  sie  vertrieben  worden  sei,  zurückkehren.  Nach  Eritrea  könne  sie  aufgrund  der  geschilderten Probleme indes auch nicht zurück. Eine Trennung von der  Beschwerdeführerin 2  würde  gegen  Art. 8  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verstossen. D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  12. Oktober  2010  stellte  der  Instruktionsrichter  fest,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  den  Ausgang  des  Verfahrens  in  der  Schweiz  abwarten  können.  Den  Entscheid  über  das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege verwies er  auf  einen  späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Schliesslich  räumte  er  den  Beschwerdeführerinnen  eine  Frist  von  dreissig  Tagen  zur  Einreichung  allfälliger  weiterer  Beweismittel  ein,  verbunden  mit  dem  Hinweis,  dass  das  Beschwerdeverfahren  bei  ungenutztem  Fristablauf  aufgrund  der  Aktenlage weitergeführt werde.  E.  Mit Eingabe  vom 15. Oktober  2010  reichten  die Beschwerdeführerinnen  hinsichtlich  der  Erkrankung  von  I._______  ein  ärztliches  Zeugnis  des 

D­7175/2010 (Spitals)  vom  (…)  ein  (Diagnose:  […]).  Zudem  reichten  sie  drei  äthiopische  Arztberichte  ein,  die  den  schlechten  psychischen  Zustand  des Sohnes N._______ belegen würden.  F.  Am  8. November  2010  ging  ein  Bericht  des  (Spitals)  vom  (…)  ein,  wonach  I._______ aufgrund der nicht  heilbaren Erkrankung zunehmend  auf  Pflege  angewiesen  sei;  sie  werde  täglich  von  der  Beschwerdeführerin 1 besucht, die die Pflege teilweise übernehme.  G.  Mit  Eingabe  vom  20. November  2010  (Datum  Poststempel;  Schreiben  datiert  vom  19. November  2010)  reichten  die  Beschwerdeführerinnen  eine  weitere  Beschwerdeergänzung  ein.  Unter  Verweis  auf  zwei  die  Beschwerdeführerin 1  betreffende  ärztliche Berichte  von  (Arzt)  vom  (…)  (bereits  aktenkundig;  vgl.  A19)  und  vom  (…)  brachten  sie  im  Wesentlichen  vor,  die  Beschwerdeführerin 1  leide  an  (Aufzählung  Beschwerden).  Bei  der  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  werde  um Berücksichtigung  des  Krankheitsbildes  ersucht.  H.  In seiner Vernehmlassung vom 22. Februar 2011 beantragte das BFM die  Abweisung  der  Beschwerde.  Diese  enthalte  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel,  die  eine  Änderung  seines  Standpunkts  rechtfertigen könnten. Die Tochter, die Ende August 2010 in der Schweiz  um  Asyl  nachgesucht  habe  (I._______),  leide  an  (Krankheit).  Diesbezüglich  sei  festzustellen,  dass  (Krankheit)  auch  in  D._______  behandelbar  sei.  Zudem  sei  es  der  wohlhabenden  Familie  zuzumuten,  die Tochter im Ausland behandeln zu lassen. Die Krankheit bilde deshalb  kein  Hindernis  für  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführerinnen  nach  Äthiopien.  I.  In ihrer Replik vom 8. März 2011 brachten die Beschwerdeführerinnen im  Wesentlichen vor, das BFM nehme einzig zum gesundheitlichen Zustand  von  I.________  Stellung,  äussere  sich  jedoch  nicht  zu  den  übrigen  Beschwerdevorbringen,  weshalb  von  der  Richtigkeit  der  geltend  gemachten Einwände auszugehen sei. Das BFM sehe in der Erkrankung  von I._______ kein Wegweisungshindernis. Diesbezüglich müsse jedoch  der  Ausgang  des  Asylverfahrens  von  I._______  abgewartet  werden. 

D­7175/2010 Solange  keine  rechtskräftige  Wegweisung  von  I._______  vorliege,  sei  angesichts  deren  Pflegebedürftigkeit  vom  Bestehen  eines  Wegweisungshindernisses auszugehen. Der Beschwerdeführerin 1 sei es  auch nicht zuzumuten, ihr krankes Kind zurückzulassen.  J.  Mit Eingabe vom 28. Oktober 2011 erklärte die Beschwerdeführerin 1 den  Rückzug  der  Beschwerde,  da  sie  mit  dem  Leichnam  ihrer  zwischenzeitlich  verstorbenen  Tochter  I._______  nach  Äthiopien  zurückkehren wolle. K.  Mit  Zwischenverfügung  vom  1. November  2011  forderte  der  Instruktionsrichter  die  Beschwerdeführerin 2  auf,  bis  zum  11. November  2011  mitzuteilen,  ob  die  Beschwerderückzugserklärung  der  Beschwerdeführerin 1 vom 28. Oktober 2011 auch für sie gelte.  L.  Mit Eingabe vom 8. November 2011  teilte die Beschwerdeführerin 2 mit,  dass sie an ihrer Beschwerde festhalte.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]).  1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerinnen  haben  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt 

D­7175/2010 und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 108 Abs. 1 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m.  Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde  ist somit einzutreten.  2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG).  3.  3.1.  Die  Beschwerdeführerin 1  hat  am  28. Oktober  2011  den  Rückzug  ihrer  Beschwerde  gegen  die  Verfügung  des  BFM  vom  10. September  2010  erklärt.  Das  sie  betreffende  Beschwerdeverfahren  ist  daher  im  einzelrichterlichen  Verfahren  als  gegenstandslos  geworden  abzuschreiben (Art. 111 Bst. a AsylG).  3.2.  Indes  bleibt  die  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2  zu  prüfen.  Aus prozessökonomischen Gründen rechtfertigt es sich, keine Trennung  der  beiden  Verfahren  vorzunehmen,  sondern  in  einem  Entscheid  abzuhandeln.  Das  die  Beschwerdeführerin 2  betreffende  Beschwerdeverfahren  ist  dabei  im  summarischen  Verfahren  gemäss  Art. 111  Bst. e  i.V.m.  Art. 111a  Abs. 2  AsylG  weiterzuführen.  Über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  wird  nämlich  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden (Art. 111 Bst. e AsylG). Wie nachstehend aufgezeigt, handelt  es  sich  bei  der  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG).  4.  4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck 

D­7175/2010 bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen  (Art. 3 AsylG).  4.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG).  Entscheidend  ist,  ob  eine  Gesamtwürdigung  der  Vorbringen  ergibt,  dass  die  Gründe,  die  für  die  Richtigkeit  der  Sachverhaltsdarstellung  des  Gesuchstellers  sprechen,  überwiegen  oder  nicht  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 1  E. 5  S. 4  ff.).  5.  Die Beschwerdeführerin 2 brachte keine Fluchtgründe im Sinne von Art. 3  AsylG vor. Vielmehr bestätigte sie im Rahmen der Anhörungen, dass sie  in Äthiopien keine Probleme gehabt habe, sondern ihr Heimatland einzig  deshalb  verlassen  habe,  da  sie  ihre  Mutter  (die  Beschwerdeführerin 1)  vermisst  habe.  Damit  erfüllt  die  Beschwerdeführerin 2  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht.  Das  BFM  hat  ihr  Asylgesuch  daher  zu  Recht  abgelehnt.  Der  Einwand  der  Beschwerdeführerin 1  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  4. Oktober  2010,  die  Familie  habe  in  D._______  sehr  wohl  Probleme  gehabt  (Benachteiligung  der  Kinder  und  Zerstörung  des  neuen  Hauses  wegen  der  eritreischen  Staatsangehörigkeit  der  Beschwerdeführerin 1),  welche  die Beschwerdeführerin 2 aus Angst  jedoch nicht erwähnt habe, vermag  an  dieser  Einschätzung  nichts  zu  ändern.  Die  betreffenden  Vorbringen  sind  grundsätzlich  als  nachgeschoben  und  damit  als  unglaubhaft  zu  betrachten,  zumal  sich  die  Beschwerdeführerin 1  in  ihrer  Beschwerderückzugserklärung  vom  28. Oktober  2010  nunmehr  als  äthiopische  Staatsangehörige  bezeichnete  und  damit  der  Grundangabe  für  die  angeblichen  Probleme  in  D._______  selbst  widersprach.  Im  Übrigen  vermöchten  die  geltend  gemachten  Probleme  auch  die  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  zu erfüllen. 

D­7175/2010 6.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz (Art. 44 Abs. 1  AsylG).  Die  Beschwerdeführerin 2  verfügt  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  daher  zu  Recht  angeordnet (vgl. BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510; EMARK 2001 Nr. 21).  7.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht  möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]).  7.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  Abs. 3 AuG).  7.1.1. Keine  Person  darf  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive  Art. 1A FK erfüllen.  Da  die  Beschwerdeführerin 2  die  Flüchtlingseigenschaft  gemäss  Art. 3  AsylG  nicht  erfüllt,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug  der Wegweisung  nach  Äthiopien  ist  demnach unter dem Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig.  7.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe 

D­7175/2010 (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu Art. 3  EMRK  darf  niemand  in  einen  Staat  ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art  unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.  Weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin 2 noch aus den Akten  ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  die  Beschwerdeführerin 2  eine  konkrete  Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass  ihr  im  Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde (vgl. EMARK 2001 Nr. 16 S. 122, mit weiteren Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  in  Äthiopien  lässt  den  Wegweisungsvollzug  nicht als unzulässig erscheinen.  7.1.3. Der  Vollzug  der Wegweisung  der  Beschwerdeführerin 2  ist  damit  sowohl  im Sinne der asyl­ als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen  zulässig.  7.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE  2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, BBl 2002 3818).  7.2.1.  In Äthiopien herrscht keine Situation allgemeiner Gewalt,  so dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  dorthin  grundsätzlich  als  zumutbar  erscheint. 7.2.2. In den Akten finden sich auch keine konkreten Anhaltspunkte dafür,  dass  die  Beschwerdeführerin 2  aus  individuellen  Gründen  wirtschaftlicher,  sozialer  oder gesundheitlicher Natur  bei  einer Rückkehr  in  ihr Heimatland  in eine existenzbedrohende Situation geraten würden.  Die  soweit  aktenkundig  gesunde  Beschwerdeführerin 2  hat  bis  zu  ihrer 

D­7175/2010 Ausreise aus Äthiopien  immer  in D._______ gelebt  und dort  die Schule  besucht. Sie ist somit mit den dortigen Verhältnissen bestens vertraut. Mit  ihrem  Vater,  den  Geschwistern  und  der  mittlerweile  dorthin  zurückgekehrten  Mutter  (der  Beschwerdeführerin 1)  verfügt  sie  in  D._______ über ein enges  familiäres Beziehungsnetz. Sie kann zu  ihrer  Familie zurückkehren, die  ihr bei der Wiedereingliederung unterstützend  zur Seite  stehen  können wird,  so  dass  nicht  davon  auszugehen  ist,  sie  würde  bei  einer  Rückkehr  in  eine  ihre  Existenz  vernichtende  Situation  geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG).  7.2.3. Der Vollzug der Wegweisung erweist sich daher  in genereller und  individueller Hinsicht als zumutbar.  7.3.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin 2,  bei  der  Beschaffung allenfalls benötigter Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4  AsylG;  vgl.  dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2 AuG).  7.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu  bestätigen  und  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  der  Beschwerdeführerin 2 fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).  8.  Aus  diesen Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  die Beschwerdeführerin 2  betreffende Verfügung  des BFM  vom  10. September  2010 Bundesrecht  nicht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  richtig  und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde  der  Beschwerdeführerin 2 ist somit abzuweisen.  9.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären dessen Kosten grundsätzlich  den  Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG;  Art. 5  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]).  Da  die  Beschwerde  jedoch  nicht  als  aussichtslos  betrachtet  werden  konnte  und  die  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerinnen  belegt  ist,  ist  in  Gutheissung  des  in  der  Beschwerdeeingabe  vom  4. Oktober  2010  gestellten  Gesuchs  um 

D­7175/2010 Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG von der Kostenerhebung abzusehen.  (Dispositiv nächste Seite)

D­7175/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das die Beschwerdeführerin 1 betreffende Beschwerdeverfahren wird als  durch  Rückzug  der  sie  betreffenden  Beschwerde  vom  4. Oktober  2010  gegenstandslos geworden abgeschrieben. 2.  Die Beschwerde der Beschwerdeführerin 2 wird abgewiesen.  3.  Das  Gesuch  der  Beschwerdeführerinnen  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  wird  gutgeheissen.  4.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 5.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

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