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Bundesverwaltungsgericht 16.01.2012 D-7087/2009

16 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,556 mots·~8 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­7087/2009 Urteil   v om   1 6 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Bendicht Tellenbach (Vorsitz), Richter Walter Lang, Richter Yanick Felley; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._____ geboren am (…) Sri Lanka, vertreten durch Gabriel Püntener, Rechtsanwalt,  (…) Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM  vom 6. Oktober 2009 / N________

D­7087/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass die Mutter des minderjährigen Beschwerdeführers – eine aus Jaffna  stammende  srilankische  Staatsangehörige  –  mit  Eingabe  in  englischer  Sprache vom 18. Januar 2008 an die B._______ um Asyl nachsuchte, dass sie im Rahmen der nachfolgenden schriftlichen Eingaben sowie der  Befragung durch die B._______ vom 1. Dezember 2008 zur Begründung  ihres  Asylgesuches  im Wesentlichen  geltend  machte,  ihr  Ehemann  sei  von 1990 bis 1995 ein aktives Mitglied der LTTE gewesen, dass er aufgrund seiner Heirat die LTTE habe verlassen dürfen und sie  nach C._______ gezogen und danach nach D._______ geflüchtet seien,  wo  ihr Ehemann  von  den LTTE  zum Training  von Zivilisten  gezwungen  worden sei, dass  sie  2002  während  des  Waffenstillstandes  nach  E._____  zurückgekehrt  seien  und  ihr  Ehemann  von  2006  bis  2007  Zivilisten  in  Gebiete  der  LTTE  gebracht  habe,  weshalb  er  von  den  LTTE  nicht  behelligt worden sei, dass  ihr  Ehemann  am  6.  Februar  2007  auf  der  Strasse  in  eine  Schiesserei  zwischen  Angehörigen  der  LTTE  und  der  srilankischen  Armee geraten und dabei festgenommen worden sei, dass eine Woche später in ihrer Abwesenheit Angehörige der Armee mit  ihrem  Ehemann  auf  ihr  Grundstück  gekommen  seien  und  versteckte  Waffen entdeckt hätten, dass ihr Ehemann verschwunden geblieben sei, dass drei Monate nach diesem Ereignis ein Freund ihres Ehemannes sie  Zuhause  besucht  habe,  worauf  ihr  Haus  von  der  srilankischen  Armee  umstellt und sie nach der Flucht des Freundes von Soldaten geschlagen  worden sei,  dass sie sich danach regelmässig  im Militärcamp habe melden müssen,  wobei sie oft sexuell belästigt worden sei, weshalb sie sich mit ihren drei  Kindern  mit  einem  durch  Bestechung  erlangtem  Reisedokument  nach  F._______ begeben habe,

D­7087/2009 dass  sie  indessen  auch  dort  von  den  Sicherheitsbehörden  behelligt  worden sei, weshalb sie nach nur zehntägigem Aufenthalt in F.______ zu  Verwandten nach G.________ gezogen sei,  dass sie befürchte, von den srilankischen Sicherheitsbehörden, sollte  ihr  Aufenthaltsort  den  Behörden  bekannt  werden, mit  ihren  Kindern  in  den  Norden deportiert zu werden,  dass im Weiteren in  jüngster Zeit auf  ihrem Mobiltelefon Drohanrufe von  Angehörigen  der  EPDP  eingegangen  seien,  welche  sie  zur  Rückkehr  nach Jaffna aufgefordert hätten, dass das BFM der Beschwerdeführerin mit Verfügung 23. April 2009 die  Einreise in die Schweiz verweigerte und ihr Asylgesuch ablehnte,  dass  es  dabei  unter  anderem  festhielt,  zwar  weise  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Tätigkeit  ihres  Ehemannes  für  die  LTTE  und  der  damit  vermuteten  Nähe  zu  den  LTTE  ihrerseits  ein  gewisses Gefährdungsprofil auf, indessen sei es der Beschwerdeführerin  nicht gelungen, ein akutes asylrechtlich  relevantes Verfolgungsinteresse  des srilankischen Staates an ihrer Person glaubhaft zu machen, dass  diese  Verfügung  in  der  Folge  unangefochten  in  Rechtskraft  erwuchs, dass  der  minderjährige  Beschwerdeführer  am  24.  Juli  2009  im  H.________ ein Asylgesuch stellte,  dass  am  24.  Juli  2009  im  Beisein  seines  in  der  Schweiz  mit  Aufenthaltsbewilligung  lebenden  Onkels  I.________  eine  summarische  und am 18. August 2009 im Beisein der beigeordneten Vertrauensperson  und  des  Rechtsvertreters  eine  einlässliche  Anhörung  des  Beschwerdeführers durch das BFM durchgeführt wurden,  dass er dabei unter anderem angab, nach der Entführung seines Vaters  vor  drei  Jahren  durch  die  srilankische  Armee  sei  ungefähr  drei Monate  später seine Mutter zuhause von Soldaten geschlagen und auch er selber  mit dem Tod bedroht worden, dass er und seine Mutter auch im Rahmen weiterer Hausdurchsuchungen  in F._______ von Angehörigen der srilankischen Armee bedroht worden  seien,

D­7087/2009 dass  er  im  Auftrag  seiner  Mutter  im  Juni  2009  in  Begleitung  einer  Schlepperin  per  Flugzeug  an  einen  ihm  unbekannten  Ort  gelangt  und  schliesslich  nach  einer  Autofahrt  seinem  in  Zürich  wohnhaften  Onkel  I.______ übergeben worden sei,  dass  das BFM mit  –  am 14. Oktober  2009  eröffneter  – Verfügung  vom  6. Oktober  2009  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  vom  24.  Juli  2009  ablehnte,  dessen  Wegweisung  anordnete  und  den  Vollzug  als  zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  seines  Rechtsvertreters  vom  13. November  2009  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Entscheid Beschwerde erhob, dass  in  der  Beschwerde  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  zur  Feststellung  des  richtigen  und  vollständigen Sachverhalts und Neubeurteilung an das BFM, eventualiter  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  Asylgewährung,  subeventualiter  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzugs und die vorläufige Aufnahme beantragt wurden, dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  23. November  2009  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  verzichtete und die Vorinstanz zur Vernehmlassung einlud,  dass  die  Vorinstanz  in  ihrer  Vernehmlassung  vom  2.  Dezember  2009  unter  Hinweis  auf  die  bisherigen  Erwägungen  die  Abweisung  der  Beschwerde beantragte, dass der Rechtsvertreter  in seiner Replik vom 21. Dezember 2009 unter  anderem  festhielt,  die Vorinstanz habe sich ganz offensichtlich nicht mit  der Argumentation in der Beschwerde auseinandergesetzt, dass er  im Weiteren mit Eingabe vom 21. März 2011 unter Einreichung  zahlreicher  Auszüge  aus  dem  Internet  zur  allgemeinen  Situation  in  Sri  Lanka  darauf  hinwies,  gemäss  den  Angaben  seines  Mandanten  habe  sich dessen Mutter nach der Ausreise des Beschwerdeführers nur noch  sechs Monate in F._______ aufgehalten und lebe heute wieder in Jaffna,  indessen  aus  Furcht  vor  behördliche  Behelligungen  nicht  an  ihrem  Herkunftsort, sondern bei Verwandten,

D­7087/2009 dass er schliesslich mit Eingaben vom 11. April und 18. Juli 2011 einen  Sozialbericht der Beiständin des Beschwerdeführers vom 30. März 2011,  Referenzschreiben  seiner Mitschüler  und  seiner  Lehrerin  vom  14. März  2011  und  ärztliche  Zeugnisse  vom  3.  Februar  2011  und  24.  Mai  2011  einreichte,  und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  den  Gebiet  des  Asyls  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art.105  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998  [AsylG, SR 142.31]  i.V.m. Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung hat und daher zur Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art.  108  Abs.  1  AsylG  sowie  Art.  105  AsylG i.V.m. Art. 37 VGG),  dass  daher  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG), dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs.  1  AsylG), dass  das  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  zur  Begründung  der  Ablehnung  des  Asylgesuches  festhielt,  bei  den  Vorbringen,  in  D.______ sei er und seine Familie nach der Entführung seines Vaters  mit  dem Tod bedroht worden,  handle es  sich  zum Einen um  regional  beschränkte  Verfolgungsmassnahmen,  denen  sich  der  Beschwerdeführer  durch  einen  Wegzug  in  einen  anderen  Teil  des 

D­7087/2009 Heimatstaates, beispielsweise  in die Grossregion Colombo, entziehen  könne,  dass  zum Anderen  die  weiteren  Vorbringen,  die  Sicherheitsbehörden  hätten  das  Haus  der  Familie  unter  der  Drohung,  sie  zu  inhaftieren,  mehrmals  durchsucht,  mangels  der  erforderlichen  Intensität  nicht  als  asylrelevant zu erachten seien, dass  schliesslich  die  Vorbringen,  auch  in  G.______  von  den  Sicherheitsbehörden  regelmässig  behelligt  worden  zu  sein,  als  überzeichnet dargestellt und damit nicht glaubhaft zu erachten seien,  dass nämlich die Mutter und die Geschwister des Beschwerdeführers  mit  Verwandten  in  G.______  in  einem Haus  zur Miete  leben  würden  und dort angemeldet seien und die Mutter lediglich den minderjährigen  Beschwerdeführer  in  die  Schweiz  geschickt  habe,  obwohl  davon  auszugehen  sei,  dass  sie  als  erwachsene  Person  am  ehesten  Verfolgungshandlungen  seitens  der  Sicherheitsbehörden  zu  befürchten hätte, dass  schliesslich  auf  den  Entscheid  des  BFM  vom  23.  April  2009  hinzuweisen  sei,  worin  der  Mutter  des  Beschwerdeführers  und  ihren  Kindern  mangels  akuter  Bedrohungslage  bereits  die  Einreise  in  die  Schweiz verweigert und deren Asylgesuche abgelehnt worden seien,  dass  im  Übrigen  der  Beschwerdeführer  die  anlässlich  der  Erstbefragung  geltend  gemachten  Vorbringen,  in  F._______ mit  dem  Tod  bedroht  worden  zu  sein,  im  Rahmen  der  Anhörung  vom  18.  August 2009 ohne erkennbaren Grund nicht mehr erwähnt habe,  dass das BFM im Weiteren in der angefochtenen Verfügung die Rückkehr  des  minderjährigen  Beschwerdeführers  an  seinen  in  Jaffna  gelegenen  Herkunftsort als nicht zumutbar erachtete,  indessen das Vorliegen einer  Aufenthaltsalternative  in G._______  und  damit  eine Rückkehr  zu  seiner  dort lebenden Familie bejahte,  dass  in  der Beschwerde geltend gemacht wurde,  das BFM habe  in  der  angefochtenen  Verfügung  nicht  berücksichtigt,  dass  nach  Beendigung  der Kämpfe zwischen den LTTE und den srilankischen Sicherheitskräften  Mitte  Mai  2009  der  Informationsfluss  zwischen  den  Lokalbehörden  im  Norden  Sri  Lankas  und  den  Zentralbehörden  in  F.______  nun  gewährleistet  sei,  weshalb  es  den  Sachverhalt  nicht  richtig  und 

D­7087/2009 vollständig  festgestellt  habe,  indem  es  auf  eine  lokal  und  regional  begrenzte Verfolgung geschlossen habe, dass im Weiteren die Mutter des Beschwerdeführers nicht, wie vom BFM  angenommen,  in  G._______  beziehungsweise  im Grossraum  F.______  korrekt  angemeldet  sei,  sondern  vielmehr  die  nach  dem  Ende  der  kriegerischen  Auseinandersetzungen  restriktiveren  Regeln  für  eine  Anmeldung  von  aus  dem  Norden  stammende  Tamilen  in  Colombo  aufgrund  ihrer  Nähe  zu  den  LTTE  nicht  erfülle  und  sich  deshalb  dort  illegal aufhalte,  dass  es  das  BFM  versäumt  habe,  über  die  Schweizer  Botschaft  in  F._______  den  Aufenthaltsstatus  der  Mutter  des  Beschwerdeführers  abzuklären,  weshalb  auch  in  dieser  Hinsicht  eine  unvollständige  Sachverhaltsfeststellung vorliege,  dass  im  Weiteren  davon  auszugehen  sei,  dass  der  minderjährige  Beschwerdeführer  bei  einer  Rückkehr  nach  Sri  Lanka  von  den  Grenzbehörden  nach  dem  Grund,  weshalb  er  alleine  reise,  und  damit  nach  dem  –illegalen  –  Aufenthaltsort  seiner  Familienmitglieder  gefragt  würde, was  aufgrund  der Nähe  zu  den  LTTE  eine  sofortige  Festnahme  der Mutter und  ihrer Familie und eine Deportation  in eines der Lager  im  Norden Sri Lankas zur Folge haben könnte, dass  die  Mutter  des  Beschwerdeführers  entgegen  der  nicht  näher  belegten  Annahme  des  BFM  nicht  über  die  finanziellen  Möglichkeiten  verfügt  habe,  zusammen  mit  dem  Beschwerdeführer  und  den  anderen  Kindern  auszureisen,  weshalb  die  Tatsache,  dass  die  Mutter  des  Beschwerdeführers  im Heimatstaat geblieben sei, nicht als Anhaltspunkt  für  eine  fehlende  begründete  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung  herangezogen werden könne, dass  es  im  Weiteren  zweifelhaft  sei,  aufgrund  einer  einzigen  widersprüchlichen  Aussage  des  minderjährigen  Beschwerdeführers  auf  die Unglaubhaftigkeit seiner Vorbringen zu schliessen, dass  somit  die  Flüchtlingseigenschaft  des  Beschwerdeführers  festzustellen und ihm Asyl zu gewähren sei, dass  im  Weiteren,  sollte  dem  Beschwerdeführer  die  Asylgewährung  verwehrt  werden,  die  Unzulässigkeit  beziehungsweise  Unzumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  festzustellen  sei,  bestünde  doch  die  Gefahr, 

D­7087/2009 bei  der  Einreise  zusammen  mit  seiner  Mutter  festgenommen  und  in  einem  Lager  interniert  zu  werden  und  halte  sich  die  Mutter  des  Beschwerdeführers  entgegen  der  Annahme  des  BFM  illegal  im  Grossraum F.________ auf und müsse jederzeit mit einer Deportation in  den Norden Sri Lankas rechnen, dass  der  Rechtsvertreter  schliesslich  mit  Eingabe  vom  21.  März  2011  darauf  hinwies,  gemäss  den  Angaben  seines  Mandanten  habe  sich  dessen Mutter nach seiner Ausreise nur noch sechs Monate in F.______  aufgehalten  und  lebe  heute  wieder  in  Jaffna,  indessen  aus  Furcht  vor  behördlichen  Behelligungen  nicht  an  ihrem  Herkunftsort,  sondern  bei  Verwandten, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober 2011 eine Beurteilung der aktuellen  Lage  in  Sri  Lanka  vorgenommen  und  dabei  festgehalten  hat,  gemäss  weitgehend  übereinstimmenden  Berichten  sei  insgesamt  von  einer  seit  Beendigung der militärischen Konflikts zwischen der srilankischen Armee  und den LTTE im Mai 2009 erheblich verbesserten Lage auszugehen, dass  die  LTTE  militärisch  als  vernichtet  gälten  und  sich  die  Sicherheitslage  in bedeutsamer Weise stabilisiert habe, auch wenn sich  das Land immer noch in einem Entwicklungsprozess befinde, dass  sich  indessen  gleichzeitig  die  Menschenrechtslage  namentlich  hinsichtlich  der  Meinungsäusserungs­  und  der  Pressefreiheit  weiter  verschlechtert habe, dass  es  aufgrund  der  aktuell  in  Sri  Lanka  herrschenden  allgemeinen  politischen,  sicherheits­  und  menschenrechtlichen  Situation  –  im  Sinne  von  Risikogruppen  –  Personenkreise  definiert  hat,  deren  Zugehörige  heute einer erhöhten Verfolgungsgefahr unterliegen, dass  auch  in  Berücksichtigung  der  Tatsache,  dass  der  Vater  des  Beschwerdeführers den LTTE angehört hat und nach seiner Festnahme  im  Jahre  2007  verschwunden  ist,  die  Zugehörigkeit  zu  einer  solchen  Risikogruppe nicht gegeben ist, dass  in  diesem  Zusammenhang  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  es  der  Mutter  des minderjährigen Beschwerdeführers, wie  vom BFM  in  seinem  ablehnenden  –  unangefochten  in Rechtskraft  erwachsenen  – Entscheid  vom 23. April 2009 zutreffend festgehalten, nicht gelungen ist, ein akutes 

D­7087/2009 asylrechtlich  relevantes  Verfolgungsinteresse  des  srilankischen  Staates  an ihrer Person glaubhaft zu machen, dass  hierzu  auf  die  diesbezüglichen  zutreffenden  Erwägungen  der  Vorinstanz verwiesen werden kann,  dass  insbesondere  die  Vorbringen,  auch  in  G._______  von  den  Sicherheitsbehörden  regelmässig  behelligt  worden  zu  sein,  als  überzeichnet dargestellt zu erachten sind,  dass  mangels  eigener  Tätigkeiten  der  Mutter  wie  auch  des  Beschwerdeführers  selbst  für  die  LTTE  und  aufgrund  der  veränderten  Situation  in  Sri  Lanka  keine  konkreten  Anhaltspunkte  darauf  bestehen,  dass diese auch nach Beendigung des Bürgerkrieges verdächtigt werden,  mit den LTTE in Verbindung zu stehen,  dass  angesichts  der  aktuell  fehlenden  begründeten  Furcht  vor  künftiger  Verfolgung die Frage, ob es sich bei den Vorbringen,  in C.______ nach  der Entführung des Vaters mit dem Tod bedroht worden zu sein, wie vom  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung  angenommen  und  in  der  Beschwerde  bestritten,  um  regional  beschränkte  Verfolgungsmassnahmen  gehandelt  hat,  nicht  abschliessend  beurteilt  werden  muss,  weshalb  die  Sachverhaltsfeststellungen  diesbezüglich  keiner Ergänzungen bedürfen und die entsprechende Rüge abzuweisen  ist, dass somit das BFM zu Recht das Asylgesuch abgelehnt hat,  dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilli­ gung  erteilt  hat  und  zudem  kein  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen  besteht  (BVGE  2009/50  E.9),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG;  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und  Ausländer [AuG, SR 142.20]),

D­7087/2009 dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art.  3  Abs.  1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr läuft, zur Ausreise in ein solches Land gezwungen zu werden (Art.  5 Abs. 1 AsylG; vgl. ebenso Art. 33 Abs. 1 des Abkommens vom 28. Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Betrachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil keine Hinweise auf Verfolgung vorliegen und keine Anhaltspunkte für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention vom 4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention  [EMRK,  SR  0.101])  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  in  Sri  Lanka  droht  (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  bei  der  völkerrechtskonformen  Beurteilung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  unbegleiteter  Minderjähriger  spezifische  Abklärungen  ihrer  persönlichen  Situation  unter  dem  Blickwinkel  des  Kindeswohls vorzunehmen sind (vgl. EMARK 2006 Nr. 24), dass  das  Bundesverwaltungsgericht  im  genannten  zur  Publikation  vorgesehenen  Urteil  E­6220/2006  vom  27.  Oktober  2011  eine  aktuelle  Einschätzung  vorgenommen  hat,  gemäss  welcher  unter  anderem  der  Wegweisungsvollzug  in  den  Distrikt  Jaffna  nicht  als  grundsätzlich  unzumutbar zu erachten ist, dass die Mutter des Beschwerdeführers, wie aus der erwähnten Eingabe  vom 21. März 2011 hervorgeht, sich nunmehr wieder in der Region Jaffna  aufhält, 

D­7087/2009 dass  bei  dieser  Sachlage  die  Rüge  in  der  Beschwerde,  die  Vorinstanz  habe  es  versäumt,  über  die  Schweizer  Botschaft  in  F._______  den  Aufenthaltsstatus der Mutter des Beschwerdeführers abzuklären, weshalb  in  dieser  Hinsicht  eine  unvollständige  Sachverhaltsfeststellung  vorliege,  mangels Relevanz abzuweisen ist,  dass  der  vierzehnjährige  Beschwerdeführer,  der  in  Jaffna  bis  zur  sechsten  Klasse  die  Schule  besucht  hat,  mit  seiner  Mutter  und  Geschwistern  und  weiteren  Verwandten  in  Jaffna  über  ein  tragfähiges  familiäres Beziehungsnetz verfügt, dass  im Weiteren  davon  auszugehen  ist  dass  der  Beschwerdeführer  in  Begleitung  oder  zumindest  mit  Unterstützung  seiner  in  der  Schweiz  lebenden  Verwandten  (Onkel,  Tanten)  nach  Sri  Lanka  zurückkehren  kann, dass  somit  weder  die  allgemeine  Lage  im  Heimatstaat  des  Beschwerdeführers  noch  individuelle  Gründe  auf  eine  konkrete  Gefährdung  im  Falle  einer  Rückkehr  schliessen  lassen,  weshalb  der  Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass  an  dieser  Einschätzung  das  eingereichte  ärztliche  Zeugnis  vom  24. Mai  2001  nichts  ändert,  ist  doch  daraus  ersichtlich,  dass  eine  Abklärung  einer  allfälligen  Wachstumsstörung  des  Beschwerdeführers  einen unauffälligen Befund ergeben hat, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen(Art. 83 Abs. 2 AuG), und es dem Beschwerdeführer obliegt, bei  der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (Art. 8 Abs. 4 AsylG), dass  somit  keine Wegweisungshindernisse  vorliegen und der  vom BFM  verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletze,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststelle oder  unangemessen  sei  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass ausnahmsweise und in Anwendung von Art. 63 Abs. 1 in fine VwVG  sowie Art. 6 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und 

D­7087/2009 Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2) auf die Auferlegung von Verfahrenskosten zu verzichten ist. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand:

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