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Bundesverwaltungsgericht 23.12.2011 D-6770/2011

23 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,313 mots·~7 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 21. November 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6770/2011/sps Urteil   v om   2 3 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richter Walter Lang;   Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … , Afghanistan,   vertreten durch Hansjörg Trüb, Asylbrücke Zug, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin);  Verfügung des BFM vom 21. November 2011 / N … .

D­6770/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  am  17.  September  2011  –  angeblich  von  Österreich kommend – in der Schweiz ein Asylgesuch einreichte, worauf  er vom BFM am 5. Oktober 2011 zu seiner Person, zu seinem Reiseweg  und summarisch zu seinen Gesuchsgründen befragt wurde (vgl. act. A7),  dass  er  dabei  zur  Hauptsache  geltend  machte,  er  sei  ein  Staatsangehöriger  von  Afghanistan  und  ethnischer  Paschtune,  er  stamme aus der Provinz X._______ und habe seine Heimat verlassen, da  ihm dort in Zusammenhang mit einer Erbstreitigkeit, welcher bereits seine  Brüder zum Opfer gefallen seien, der Tod drohe,  dass  er  zu  seinem  Reiseweg  angab,  er  habe  seine  Heimat  vor  zirka  einem Jahr verlassen und sei über Pakistan, den Iran und die Türkei nach  Griechenland gelangt, wo er sich acht Monate in Athen aufgehalten habe,  wo er jedoch keinen Asylantrag gestellt habe und von den Behörden auch  nicht registriert worden sei,  dass  er  danach  auf  dem  Landweg  über Mazedonien  und Serbien  nach  Österreich gereist  sei, wo er … einen Asylantrag gestellt  habe und  von  wo  er  in  die  Schweiz  weitergereist  sei,  und  zwar  ohne  den  österreichischen Asylentscheid abzuwarten, da es in Österreich viel Streit  unter den Arabern und Afrikanern gegeben habe,  dass  vom  BFM  aufgrund  einer  Abfrage  der  Eurodac­Datenbank  festgestellt worden war,  dass  sich der Beschwerdeführer  tatsächlich  als  Asylsuchender in Österreich aufgehalten hatte (Asylantrag … verzeichnet  per  12.  Juni  2011),  dass er  aber  zuvor  bereits  in  Italien  in Erscheinung  getreten war (illegaler Aufenthalt, verzeichnet … per 8. April 2011),  dass  sich  der  Beschwerdeführer  auf  entsprechende  Frage  des  BFM  gegen  eine  Rückkehr  nach  Griechenland  aussprach,  da  dort  die  Lage  schlecht sei und Griechenland kein Asyl gewähre,  dass  er  sich  demgegenüber  zu  einer  Rückkehr  nach  Österreich  bereit  erklärte,  sollte  seine  Rückkehr  dorthin  vom  Bundesamt  gewünscht  werden,  dass er auf Vorhalt des BFM betreffend seine Eurodac­Verzeichnung  in  Italien vorbrachte, er und andere seien bereits auf dem Wasser von den  Italienern erwischt worden, worauf man  ihnen noch auf dem Wasser die 

D­6770/2011 Fingerabdrücke  abgenommen  und  sie  direkt  anschliessend  nach  …  Griechenland zurückgeschickt habe,  dass  er  sich  gleichzeitig  gegen  eine  Rückkehr  nach  Italien  aussprach,  indem er geltend machte,  Italien habe  ihn nach Griechenland deportiert,  obwohl die Italiener dies nicht hätten machen dürfen,  dass  das  BFM  am  19.  Oktober  2011  –  nach  den  Bestimmungen  der  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18.  Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  –  ein  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers an Österreich richtete,  dass  dem  Bundesamt  jedoch  bereits  am  nächsten  Tag  vonseiten  Österreichs  mitgeteilt  wurde,  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  könne  nicht  zugestimmt  werden,  da  Österreich  im  Falle  des  Beschwerdeführers  bereits  ein  Übernahmeersuchen  an  Italien  gerichtet  habe,  welchem  von  italienischer  Seite  am  22.  Juli  2011  ausdrücklich  entsprochen worden sei,  dass die Überstellung nach Italien alleine wegen des Untertauchens des  Beschwerdeführers noch nicht vollzogen worden sei,  dass  das  BFM  vor  diesem  Hintergrund  am  20.  Oktober  2011  ein  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  an  Italien  richtete,  wobei  das  Bundesamt  ausdrücklich  auf  die  von  Italien  am  22.  Juli  2011  gegenüber  Österreich  abgegebene  Übernahmeerklärung  verwies,  dass  das  Ersuchen  des  Bundesamtes  innert  massgeblicher  Frist  von  Italien nicht beantwortet wurde,  dass  das  BFM  in  der  Folge  mit  Verfügung  vom  21.  November  2011 –  eröffnet  durch  die  kantonale  Behörde  am  9.  Dezember  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2  Bst. d  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht eintrat und dessen Wegweisung nach Italien anordnete,  dass  das  Bundesamt  dem  Beschwerdeführer  gleichzeitig  eine  Ausreisefrist auf den Tag nach Ablauf der Beschwerdefrist ansetzte, die 

D­6770/2011 zuständige  kantonale  Behörde  mit  dem  Vollzug  der  Wegweisung  beauftragte  und  abschliessend  festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen diesen Entscheid komme keine aufschiebende Wirkung zu,  dass  das  Bundesamt  in  seinem  Entscheid  –  unter  Verweis  auf  die  Bestimmungen  der  Dublin­II­VO,  die  Verzeichnung  des  Beschwerdeführers  in  Italien,  die  italienische  Übernahmeerklärung  vom  22. Juli 2011 und auf das an Italien gerichtete Gesuch vom 20. Oktober  2011  um  eine  Übernahme  (recte:  Wiederaufnahme)  des  Beschwerdeführers, welches  innert massgeblicher Frist  von  italienischer  Seite  nicht  beantwortet  wurde  –  auf  die  Zuständigkeit  Italiens  für  die  Behandlung  des  Asylgesuches  des  Beschwerdeführers  verwies  und  festhielt,  vom  Beschwerdeführer  seien  keine  relevanten  Gründe  gegen  eine Überstellung vorgebracht worden,  dass das Bundesamt  abschliessend den Vollzug der Wegweisung nach  Italien als zulässig, zumutbar und möglich erklärte, dass  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  am  16.  Dezember  2011 – handelnd durch seinen Rechtsvertreter – Beschwerde einreichte,  dass er  in  seiner Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung  [1],  die  Feststellung  der  Zuständigkeit  Griechenlands  [2]  und  daran  anschliessend  die  Feststellung  der  Unzulässigkeit  des  Wegweisungsvollzuges  nach  Griechenland  [3]  beantragt,  weshalb  das  BFM  anzuweisen  sei,  das  Asylverfahren  in  der  Schweiz  durchzuführen  [4],  dass  er  im  Weiteren  um  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde [5] sowie um Erlass der Verfahrenskosten und um Befreiung  von der Kostenvorschusspflicht [6] ersucht,  dass er in seiner Eingabe unter Vorlage von zehn Fotografien namentlich  geltend macht, er sei zwar erstmals  in  Italien  in der Eurodac­Datenbank  registriert  worden,  er  habe  sich  aber  tatsächlich  zuerst  in Griechenland  aufgehalten,  was  er  mit  den  jetzt  vorgelegten  Fotos  –  welche  ihn  vor  verschiedenen  griechischen  Sehenswürdigkeiten  und  Naherholungsgebieten zeigten – auch belegen könne,  dass  bei  dieser  Sachlage  unter  Beachtung  der  einschlägigen  Bestimmungen  der  Dublin­II­VO  nicht  Italien,  sondern  richtigerweise 

D­6770/2011 Griechenland  für  ihn  zuständig  sei,  woran  alleine  der  Umstand  seiner  Nichtregistrierung in diesem Staat nichts ändere,  dass aber gleichzeitig eine Wegweisung nach Griechenland aufgrund der  dort herrschenden Verhältnisse völkerrechtlich nicht zulässig sei, weshalb  das  BFM  anzuweisen  sei,  von  seinem  Selbsteintrittsrecht  nach  Art.  3  Abs. 2 Dublin­II­VO Gebrauch zu machen,  dass  nach  Eingang  der  Beschwerde  der  Vollzug  der Wegweisung  vom  Bundesverwaltungsgericht  mittels  Telefax  vom  20.  Dezember  2011  einstweilen  ausgesetzt  wurde  (vgl.  Art.  56  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR  172.021]),  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Dezember  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (vgl. Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  und  33   des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder  das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG; Art. 6 und 105 AsylG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  dass  auf  die  frist­  und  formgerechte  Eingabe  des  legitimierten  Beschwerdeführers  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  und  Art.  52  VwVG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass sich die vorliegende Beschwerde – wie nachfolgend aufgezeigt – als  offensichtlich unbegründet erweist, weshalb darüber  in einzelrichterlicher 

D­6770/2011 Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG), dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),  dass  aufgrund  der  Akten  zweifelsfrei  erstellt  ist,  dass  der  Beschwerdeführer  im  europäischen  Raum  erstmals  in  Italien  registriert  worden ist (am 8. April 2011 im kalabrischen Y._______), und Italien auf  entsprechendes  Ersuchen  vonseiten  Österreichs  einer  Übernahme  des  Beschwerdeführers  zwecks  Prüfung  seines  Asylantrages  bereits  ausdrücklich  zugestimmt  hat  (vgl.  die  Zustimmungserklärung  aus  Rom  vom 22. Juli 2011),  dass  bei  dieser  Sachlage  –  entsprechend  den  vom  BFM  angerufenen  Bestimmungen  zum  Dublin­Verfahren,  auf  welche  anstelle  einer  Wiederholung zu verweisen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG) –  Italien  für die  Prüfung  des  Asylantrages  des  Beschwerdeführers  zuständig  ist,  wurde  doch gleichzeitig von Italien das Ersuchen des BFM um Wiederaufnahme  des Beschwerdeführers (im Sinne von Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO)  innert  der  vorliegend  massgeblichen  Frist  von  einem  Monat  nicht  beantwortet,  womit  Italien  seine  Zuständigkeit  gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  sogenannten  Verfristung  auch  gegenüber der Schweiz akzeptiert hat (vgl. dazu Art. 20 Abs. 1 Bst. b und  c Dublin­II­VO), dass  damit  die  Grundlage  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne weiteres gegeben ist,  dass  der Beschwerdeführer  zwar  unter Verweis  auf  seinen  angeblichen  Reiseweg sowie unter Berufung auf die einschlägigen Bestimmungen der  Dublin­II­VO eine angeblich falsche Bestimmung des für ihn zuständigen  Staates  geltend  macht,  seine  diesbezüglichen  Vorbringen  jedoch  ins  Leere stossen,  dass  in  diesem  Zusammenhang  vorab  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  es  grundsätzlich nicht die Sache der asylsuchenden Person  ist,  den  für  ihr 

D­6770/2011 Asylverfahren  zuständigen  Staat  selber  zu  bestimmen,  sondern  die  Bestimmung  des  für  sie  zuständigen  Staates  alleine  den  beteiligten  Dublin­Vertragsstaaten  obliegt  (vgl.  dazu  CHRISTIAN  FILZWIESER/ANDREA  SPRUNG, Dublin II­Verordnung, 3. Aufl., Wien/Graz 2010, K10 zu Art. 19),  dass eine Verletzung der Zuständigkeitsbestimmungen nach der Dublin­ II­VO nur dann gerügt werden kann, wenn sich durch eine Überstellung in  einen  unzutreffend  bestimmten  Staat  aus  anderen  Gründen  eine  Verletzung der der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ergeben würde,  was im Falle von Italien – wie nachfolgend aufgezeigt – nicht der Fall ist,  dass  zudem  bei  vorliegender  Aktenlage  –  nachdem  der  Beschwerdeführer vor Österreich einzig noch in Italien registriert worden  ist – ohnehin kein Anlass zur Annahme einer unzutreffenden Bestimmung  des  zuständigen  Staates  besteht,  sondern  das  BFM  nach  Eingang  der  aus  Österreich  eingelangten  Ablehnungserklärung  zu  Recht  ein  Wiederaufnahmeersuchen an den nächstzuständigen Staat – also Italien  – gerichtet hat,  dass zudem der Vollständigkeit halber angemerkt werden kann, dass die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  betreffend  einen  angeblich  erstmaligen  Aufenthalt  im  europäischen  Raum  in  Griechenland mit  den  vorgelegten  Fotos  in  keiner  Weise  belegt  werden,  sondern  aufgrund  dieser  Beweismittel  vielmehr  Anlass  zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  sei  nach  einem  längeren  Aufenthalt  in  Italien  über  Griechenland  nach  Österreich  weitergereist,  wobei  er  sich  –  zwecks  Belegs  eines  angeblich  längeren  Aufenthalts  –  in  Griechenland  habe  fotografieren lassen,  dass er beispielsweise auf einem der Fotos aus Griechenland das T­Shirt  eines  italienischen  Baumarktes  trägt  (….),  welcher  seinen  Sitz  im  kalabrischen Z._______ hat, was durchaus für einen längeren Aufenthalt  in Italien spricht,  dass er zudem auf den Fotos durchwegs eine sehr gepflegte und saubere  Kleidung  trägt  und  er  sich  gleichzeitig  –  wie  von  ihm  selbst  erwähnt –  praktisch  durchwegs  vor  einem  touristischen  Hintergrund  hat  fotografieren lassen, was keinesfalls darauf schliessen lässt, er habe sich  während  Monaten  als  illegaler  Immigrant  in  Griechenland  aufgehalten,  leben  doch  gerade  die  in  Griechenland  befindlichen  Afghanen  in  aller 

D­6770/2011 Regel  in  sehr  erbärmlichen  Verhältnissen,  da  ihnen  in  Griechenland  zumeist  ein  Zugang  zu  Arbeit  und  angemessener  Unterkunft  verwehrt  bleibt,  dass  im  Übrigen  die  Dauer  des  tatsächlichen  Aufenthalts  des  Beschwerdeführers  im  europäischen  Raum  als  weitgehend  offen  erscheint,  da  er  zwar  eine  Ausreise  aus  seiner  Heimat  vor  einem  Jahr  geltend  gemacht  hat,  er  das  Jahr  seiner  Ausreise  aus  der  Heimat  hingegen nicht benennen konnte (vgl. act. A7 Ziff. 2.01),  dass er zudem in Europa bereits unter Angabe verschiedenster Namen,  unterschiedlichster  Altersangaben  und  gar  unter  Angabe  verschiedener  Nationalitäten aufgetreten ist (vgl. dazu u.a. die Ablehnungserklärung aus  Österreich  vom  20.  Oktober  2011  [act.  A15]),  was  seine  Angaben  überhaupt als sehr zweifelhaft erscheinen lässt,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  namentlich  im  Rahmen  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  gegen  eine  Rückkehr  nach  Italien  ausgesprochen hat, aufgrund der Akten  jedoch keine Gründe ersichtlich  sind, welche in rechtserheblicher Weise gegen die vom BFM angeordnete  Überstellung nach Italien sprechen würden,  dass  Italien  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge  (Flüchtlingskonvention,  SR  0.142.30)  als  auch  der  EMRK  ist  und  keine  konkreten Hinweise  darauf  bestehen,  Italien  würde  sich  im  Falle  des  Beschwerdeführers  nicht  an  seine völkerrechtlichen Verpflichtungen halten,  dass  der  Beschwerdeführer  im  erstinstanzlichen  Verfahren  zwar  sinngemäss  geltend  gemacht  hat,  er  befürchte  in  Italien  eine  Abschiebung nach Griechenland,  dass  nach  vorstehenden  Ausführungen  jedoch  keine  Anlass  zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  wäre  in  Italien  von  einer  Abschiebung nach Griechenland bedroht,  dass zwar Asylsuchende in Italien bei der Unterkunft, der Arbeit und dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme  des  italienischen Asylsystems  aufgrund  der  starken  Zunahme  von  Asylsuchenden  aus  dem  nordafrikanischen  Raum  akzentuiert haben dürften, 

D­6770/2011 dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass  zur  Annahme  besteht,  der  Beschwerdeführer  –  ein  junger  und  soweit  ersichtlich  gesunder  Mann  –  würde  im  Falle  einer  Rückführung  nach  Italien in eine existenzielle Notlage geraten,  dass  im Rahmen  der  Beschwerdeeingabe  nichts  vorgebracht  wird,  was  einen anderen Schluss zulassen würde,  dass  aufgrund  der  vorliegenden  Akten  ein  Selbsteintritt  auf  das  Asylgesuch  (im  Sinne  von  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  ausgeschlossen  bleibt,  womit  der  Nichteintretensentscheid  des  BFM  in  Anwendung  von  Art. 34 Abs. Bst. d AsylG zu bestätigen ist,  dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  entspricht  und  von  daher  im  Einklang  mit  der  Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Behandlung  des  Asylgesuches  zuständigen Staat handelt – systembedingt kein Raum bleibt für die vom  Beschwerdeführer  beantrage  Ersatzmassnahme  für  den  Wegweisungsvollzug  (im Sinne  von Art.  44 Abs.  2 AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR  142.20]),  mithin  eine  entsprechende  Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Nichteintretensentscheides  stattfinden  muss  (vgl.  vorstehende  Erwägungen),  dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,  dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist,  dass mit vorliegendem Endentscheid das Gesuch um ein Aussetzen des  Wegweisungsvollzuges  (nach  Art.  107a  AsylG)  und  das  Gesuch  um  Befreiung von der Kostenvorschusspflicht (gemäss Art. 63 Abs. 4 VwVG)  gegenstandslos werden,

D­6770/2011 dass das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten (im Sinne von Art. 65  Abs. 1 VwVG) abzuweisen ist, da sich die Beschwerde von Anfang an als  aussichtslos erwiesen hat,  dass  demnach  die  Kosten  des  Verfahrens  von  Fr.  600.–  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (vgl.  dazu  Art. 63  Abs.  1  VwVG  sowie  Art. 1­3  des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­6770/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Erlass der Verfahrenskosten wird abgewiesen.  3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Lorenz Mauerhofer Versand:

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