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Bundesverwaltungsgericht 13.01.2012 D-6701/2010

13 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,976 mots·~10 min·3

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6701/2010 Urteil   v om   1 3 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Bendicht Tellenbach; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren am (…), Äthiopien, alias  B._______, geboren am (…), Eritrea, und deren Kind  C._______, geboren am (…), Äthiopien, alias  D._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL.M., Advokatur Kanonengasse,  Beschwerdeführerinnen,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 17. August 2010 / N _______.

D­6701/2010 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerin  und  ihre  Tochter  verliessen  eigenen  Angaben  zufolge  Äthiopien  im  Dezember  2001  und  gelangten  am  21.  Juni  2008  nach  Aufenthalten  im  Sudan,  Libyen,  Sizilien  und  Italien  illegal  in  die  Schweiz,  wo  die  Beschwerdeführerin  (Mutter)  am  selben  Tag  ein  Asylgesuch für sich und ihre Kinder stellte. Anlässlich der Befragung zur  Person  (BzP)  vom  3.  Juli  2008  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  E._______  machte  sie  unter  anderem  geltend,  sie  sei  als  eritreische  Staatsangehörige  in  F._______  (Äthiopien)  geboren  worden  und  habe  nie  in  Eritrea  gelebt.  Am  8.  Dezember  2008  wurde  die  Beschwerdeführerin direkt zu ihren Asylgründen angehört. B.  B.a. Zur Begründung ihres Asylgesuches machte die Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  geltend,  ihre  Eltern  hätten  vor  ihrer  Geburt  in  Eritrea  gelebt, wo ihr Vater für das "governement militaire éthiopien sous l'ancien  regime"  (DERG)  gearbeitet  habe. Auch  in Äthiopien  sei  er weiterhin  für  den  DERG  tätig  gewesen.  Deshalb  sei  er  im  Jahr  1991  von  den  äthiopischen  Behörden  (IHADIG)  festgenommen  worden.  Seither  sei  er  unbekannten Aufenthalts.  Im Jahr 1996 sei  ihre Mutter  krankheitshalber  verstorben.  Im  Dezember  2001  seien  sie  und  ihr  Bruder  von  der  äthiopischen  Polizei  festgenommen  worden.  Ihr  sei  die  Flucht  vom  Polizeiposten  gelungen,  währendem  ihr  Bruder  nach  Eritrea  deportiert  worden sei. Sie habe sich in den Sudan begeben. In Khartoum habe sie  gehört,  dass  ihr  Haus  in  F._______  von  Mitgliedern  der  IHADIG  beschlagnahmt worden sei. Während  ihres Aufenthaltes  im Sudan habe  sie einen eritreischen Staatsangehörigen geheiratet. Im Jahr 2006 sei sie  zusammen mit ihrem Ehemann nach Libyen gereist, wo sie im Mai 2006  von der libyschen Polizei festgenommen worden seien. Da sie schwanger  gewesen sei, sei sie  freigelassen worden, während  ihr Ehemann  in Haft  geblieben sei. Da sie  zweimal  von der Polizei wegen  fehlender Papiere  geschlagen worden sei, habe sie Libyen im Juni 2008 verlassen und sei  in die Schweiz gereist. B.b. Am 30. April 2010 ersuchte das BFM die schweizerische Vertretung  in  Addis  Abeba  um  weitere  Abklärungen.  Der  Botschaftsbericht  vom  10. Juni  2011  traf  am  25.  Juni  2011  beim  BFM  ein.  Gemäss  Botschaftsbericht  existiere die  von der Beschwerdeführerin  angegebene  (Wohn­) Adresse  in F._______. Dort  lebe  jedoch seit 30 Jahren ein und 

D­6701/2010 dieselbe Familie, die mit der Beschwerdeführerin nicht verwandt sei. Die  Beschwerdeführerin sei dieser Familie auch nicht bekannt. Entgegen den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  sei  das  Haus  nie  vom  IHADIG  beschlagnahmt worden.  B.c.  Am  19.  Juni  2010  wurde  der  Beschwerdeführerin  das  rechtliche  Gehör zum Ergebnis der Botschaftsabklärung gewährt.  B.d.  Am  9.  Juli  2010  liess  sich  die  Beschwerdeführerin  fristgerecht  vernehmen und stellte die Abklärungsergebnisse der Botschaft in Abrede.  Sie machte geltend, die Aussagen der Hausbewohner seien unglaubhaft  und  reichte  als  Beweismittel  drei  Schreiben  von  drei  angeblichen  ehemaligen Nachbarn ein. B.e.  Mit  Zwischenverfügung  vom  22.  Juli  2010  wurde  die  Beschwerdeführerin unter Hinweis auf die Säumnisfolge aufgefordert, die  drei Schreiben bis zum 2. August 2010 in eine Amtssprache des Bundes  übersetzen zu lassen. B.f. Die Beschwerdeführerin reichte die einverlangten Übersetzungen mit  Eingabe vom 31. Juli 2010 (Eingangsstempel BFM vom 4. August 2010)  zu den Akten. C.  C.a. Mit Verfügung vom 17. August 2010 – eröffnet am 18. August 2010 –  lehnte  das  BFM  die  Asylgesuche  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Kinder  ab,  weil  deren  Vorbringen  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  nicht  genügten,  und  ordnete  die  Wegweisung  der  Beschwerdeführerinnen aus der Schweiz an.  Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Einzelnen  aus,  die  Beschwerdeführerin  habe  die  Abklärungsergebnisse  der  Botschaft  in  Frage  gestellt  und  geltend  gemacht,  die  Aussagen  der  Hausbewohner  seien unglaubhaft. Als Beweismittel habe sie drei Bestätigungsschreiben  von drei  ehemaligen Nachbarn eingereicht, welche die Abklärungen der  Botschaft  ebenfalls  in  Abrede  gestellt  hätten.  Bei  diesen  Schreiben  handle  es  sich  jedoch  nicht  um  amtliche  Dokumente,  womit  die  Beweismittel  nicht  als  rechtsgenüglich  erachtet  werden  könnten.  Bei  diesen Beweismitteln handle es sich vielmehr um Gefälligkeitsschreiben  ohne  jeglichen  Beweiswert.  Es  müsse  deshalb  von  der  Richtigkeit  der 

D­6701/2010 Ergebnisse der Botschaftsabklärung ausgegangen werden sowie davon,  dass  es  sich  bei  der  Beschwerdeführerin  um  eine  äthiopische  Staatsangehörige  ohne  eritreische  Abstammung  handle.  Die  Tatsache,  dass die Beschwerdeführerin  keinerlei  rechtsgenügliche Ausweispapiere  eingereicht  habe,  erhärte  die  Annahme,  dass  es  sich  bei  ihr  um  eine  äthiopische  Staatsbürgerin  handle.  Überdies  habe  die  Beschwerdeführerin  unglaubhafte  Angaben  zur  geltend  gemachten  Verfolgungssituation  aufgrund  ihrer  angeblich  eritreischen  Staatsangehörigkeit gemacht. Sie  habe  bei  der  Anhörung  zu  den  Asylgründen  einerseits  geltend  gemacht,  ihre  Eltern  hätten  Verwandte  in  Äthiopien,  sie  wisse  jedoch  nicht, wo sich diese befänden und andererseits habe sie erklärt, sie habe  sich  nach  der  Flucht  vom  Polizeiposten  eine  Woche  lang  bei  diesen  Verwandten  aufgehalten  (Akten  der  Vorinstanz  A11/17  S.  6  f.)  Im  Weiteren habe die Beschwerdeführerin bei der BzP angegeben, sie habe  sich bis Oktober 2006 im Sudan aufgehalten (vgl. A4/11 S. 2). Zu einem  späteren Zeitpunkt habe sie behauptet, sie sei bis August 2006 im Sudan  geblieben  (vgl.  A4/11  S.  6).  Deshalb  könnten  diese  Vorbringen  nicht  geglaubt werden.  Die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  müssten  insgesamt  als  wenig  konkret bezeichnet werden. So habe sie keinerlei Angaben über Eritrea  machen  können,  obwohl  ihre  Eltern  ihren  Angaben  zufolge  aus  Eritrea  stammen  sollen  (vgl.  A11/  17 S.  8).  Ihre  diesbezügliche Erklärung,  ihre  Mutter  habe  nie  über  Eritrea  gesprochen,  könne  nicht  überzeugen  und  müsse als Schutzbehauptung gewertete werden.  Infolgedessen  müssten  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  als  unglaubhaft erachtet werden. Nach  dem  Gesagten  und  in  Würdigung  der  gesamten  Umstände  ihrer  Asylbegründung  könnte  der  Beschwerdeführerin  weder  die  ethnische  Herkunft aus Eritrea noch die behauptete eritreische Staatsangehörigkeit  geglaubt werden.  Die Vorbringen der Beschwerdeführerin hielten den Anforderungen an die  Glaubhaftigkeit  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht  stand,  so  dass  ihre  Asylrelevanz nicht geprüft werden müsse. D.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  vom  16.  September 

D­6701/2010 2010  liessen  die  Beschwerdeführerinnen  die  Aufhebung  der  angefochtenen Verfügung, die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft der  Beschwerdeführerinnen  und  die  Gewährung  von  Asyl  beantragen.  Eventualiter  sei  die  Unzulässigkeit  oder  zumindest  die  Unzumutbarkeit  des  Vollzuges  der  Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  sei  anzuordnen.  In  prozessualer  Hinsicht  liessen  die  Beschwerdeführerinnen  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragen. E.  E.a. Das Bundesverwaltungsgericht teilte den Beschwerdeführerinnen mit  Zwischenverfügung  vom  24.  September  2010  mit,  sie  könnten  den  Entscheid  in  der  Schweiz  abwarten.  Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) wurden abgewiesen und die  Beschwerdeführerinnen unter Hinweis auf die Säumnisfolge zur Leistung  eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 600.­­ bis zum 11. Oktober  2010 aufgefordert.  E.b.  Die  Beschwerdeführerinnen  leisteten  den  einverlangten  Kostenvorschuss innert Frist. F.  Mit Eingabe vom 27. Oktober 2010 liess die Beschwerdeführerin (Mutter)  zum Beweis ihrer geltend gemachten eritreischen Staatsangehörigkeit ein  Bestätigungsschreiben  des  angeblichen  Verwaltungsbüros  der  Provinz  G._______  in  Eritrea  mit  Übersetzung  vorlegen  sowie  eine  angeblich  sudanesische  Heiratsurkunde,  welche  belege,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Khartoum  einen  eritreischen  Staatsangehörigen  geheiratet habe. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­6701/2010 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerinnen  haben  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen, sind durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  haben  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  sind  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4. 

D­6701/2010 4.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder zumindest glaubhaft machen. Diese ist glaubhaft gemacht, wenn die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich auf gefälschte  oder verfälschte Beweismittel abgestützt werden (Art. 7 AsylG). 5.  5.1.  In  ihrer  Rechtsmitteleingabe  rügten  die  Beschwerdeführerinnen,  es  bestünden  erhebliche  Zweifel  an  der  Richtigkeit  der  Ergebnisse  der  Botschaftsabklärung.  Die  Abklärungsergebnisse  stützten  sich  auf  einseitige,  voreingenommene  und  für  die  Beschwerdeführerin  nicht  überprüfbare  Quellen.  Die  Beschwerdeführerin  verwies  in  diesem  Zusammenhang  auf  ihre  ausführliche  Stellungnahme  vom  9.  Juli  2010  (vgl.  A18/4)  sowie  auf  die  Erwägungen  des  Bundesverwaltungsgerichts  im  Urteil  D­796/2008  vom  13. April  2010,  in  welchem  bei  einer  Botschaftsabklärung  durch  einen  äthiopischen  Vertrauensanwalt  zahlreiche  Unzulänglichkeiten  und  Rechtsverletzungen  festgestellt  worden  seien.  Sowohl  im  zitieren  Urteil  als  auch  im  vorliegenden  Fall  liege  eine  Verletzung  von  Art.  97  Abs.  1  AsylG  vor,  zumal  im  vorliegenden  Fall  aus  dem  Bericht  über  die  Botschaftsabklärung  hervorgehe,  dass  der  Name  der  Beschwerdeführerin  gegenüber  Drittpersonen  (insbesondere  den  heutigen  Bewohnern  des  Hauses)  bekannt  gegeben  worden  sei,  was  eine  Gefährdung  der  Beschwerdeführerin  und  ihrer  Verwandten  im  Heimatland  zur  Folge  haben könnte. Die angefochtene Verfügung des BFM verletze bezüglich  der  Botschaftsabklärung  auch  mehrfach  den  Anspruch  der  Beschwerdeführerin  auf  rechtliches  Gehör,  da  aus  dem  Bericht  nicht 

D­6701/2010 hervor gehe, mit welchen konkreten Fragen das BFM an welche konkrete  Person  gelangt  sei  und  welche  konkreten  Antworten  es  erhalten  habe.  Indem das BFM sich auf derart unsubstanziierte Angaben gestützt habe,  verletzte es die Begründungspflicht. 5.2.  Im Rahmen der Botschaftsabklärung hat sich die Vorinstanz bei der  Anwendung  von  Art.  27  und  Art.  28  VwVG  an  den  durch  die  Rechtsprechung  festgelegten  Umfang  gehalten  (siehe  in  diesem  Zusammenhang das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­3583/2009  vom 28. September 2009 E.  4.5.3  s.  11; EMARK 1994 Nr.  26; EMARK  1994  Nr.  1).  Insbesondere  wurde  das  Erfordernis  von  Art.  28  VwVG  erfüllt,  wonach,  falls  einer  Partei  die  Einsichtnahme  in  ein  Aktenstück  verweigert  wird,  auf  dieses  nur  abgestellt  werden  darf,  wenn  ihr  die  Behörde  von  seinem  für  die  Sache  wesentlichen  Inhalt  mündlich  oder  schriftlich  Kenntnis  und  ausserdem  Gelegenheit  gegeben  hat,  sich  zu  äussern und Gegenbeweismittel  zu nennen.  Im vorliegenden Fall wurde  den Beschwerdeführerinnen mit Schreiben des BFM vom 19. Juni 2010  sowohl der wesentlichen Inhalt der Botschaftsanfrage vom 30. April 2010  mitgeteilt  als  auch  der  Inhalt  der  Abklärungsergebnisse  vom  10.  Juni  2010.  Dieses  Vorgehen  ist  durch  die  in  Art.  27  Abs.  1  Bst.  a  VwVG  genannten  Geheimhaltungsgründe  abgedeckt,  und  die  in  diesem  Zusammenhang  erhobene  Rügen  in  der  Beschwerdeschrift,  das  BFM  habe die Begründungspflicht verletzt, trifft ins Leere. 5.3. Darüber hinaus ist die Begründung in der angefochtenen Verfügung  einerseits  nachvollzieh­  und  damit  sachgerecht  anfechtbar,  was  noch  nichts  über  die Stimmigkeit  der Begründung aussagt.  Anderseits  tragen  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingabe  nichts  zur  Klärung  der  Unstimmigkeiten  zwischen  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  bezüglich  der  angeblichen  Enteignung  ihres  Hauses  durch  die  IHADIG  und  den  Abklärungen  der  Schweizer  Vertretung,  wonach  die  fragliche  Immobilie  seit  30  Jahren  von  einer  Familie  bewohnt werde,  die mit  der  Beschwerdeführerin  in  keinem  verwandtschaftlichen  Verhältnis  stehe.  Gelangt  die  Behörde  bei  pflichtgemässer  Beweiswürdigung  zur  Überzeugung,  der  zu  beweisende  Sachverhalt  sei  nicht  rechtserheblich  oder  der  angebotene  Beweis  nicht  geeignet,  weitere  Abklärungen  herbeizuführen, kann auf ein beantragtes Beweismittel verzichtet werden  (zur antizipierten Beweiswürdigung vgl. BGE 127 I 54 E. 2b S. 56, BGE  122 V 157 E. 1d S. 162, BGE 119 V 335 E. 2c S. 344). Gestützt auf die  Ergebnisse  der Botschaftsabklärung,  durfte  die Vorinstanz  von weiteren  Beweiserhebungen  absehen.  Das  BFM  hat  deshalb  zu  Recht 

D­6701/2010 diesbezüglich  auf  weitere  Abklärungen  verzichtet  sowie  auf  weitere  Ausführungen in der angefochtenen Verfügung verzichtet. 5.4. Bei dieser Sachlage führen zusätzliche Abklärungen im vorliegenden  Beschwerdeverfahren  nicht  zu  neuen  sachdienlichen  Erkenntnissen,  weshalb auf Beschwerdeebene auf weitere Beweiserhebungen verzichtet  wird. 6.  6.1. Auch die weiteren Vorbringen  in der Rechtsmitteleingabe sind nicht  geeignet  eine  Änderung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  zu  bewirken.  Weder  besteht  für  das  Bundesverwaltungsgericht  Veranlassung  an  der  Richtigkeit der Abklärungen der Schweizer Vertretung in Addis Abeba zu  zweifeln,  noch  nach  Überprüfung  der  Akten  die  Erwägungen  des  BFM  bezüglich  der  Unglaubhaftigkeit  der  geltend  gemachten  Verfolgungsvorbringen  zu  beanstanden.  Der  Schweizer  Vertretung  in  Addis  Abeba  ist  es  über  Verbindungsleute  möglich,  diskrete  Nachforschungen  anzustellen.  Dabei  ist  es  nicht  notwendig,  die  Verbindungsleute über den Kontext,  in dem die Fragen gestellt werden,  ins Bild zu setzen, weshalb eine Gefährdung von Personen, deren Daten  erhoben werden, weitestgehend ausgeschlossen werden kann.  6.2. Die auf Beschwerdeebenen erhobene pauschale Kritik, wonach den  Abklärungen im Auftrag der Schweizer Botschaft in Addis Abeba generell  der  Beweiswert  abgesprochen  wird,  ist  zurückzuweisen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sieht  keinen  Anlass,  an  der  Seriosität  der  Abklärungen  durch  die  von  der  Schweizer  Vertretung  beauftragten  Vertrauenspersonen  zu  zweifeln.  Selbst  wenn  sich  in  Einzelfällen  bestimmte  Informationen  als  unzutreffend  oder  ungenau  erweisen  mögen,  heisst  dies  keineswegs,  dass  derartige  Recherchen  von  vornherein als Beweismittel untauglich sind. Zudem ist der Sachverhalt im  vorliegenden  Fall  nicht  mit  demjenigen  im  zitierten  Urteil  des  Bundesverwaltungsgericht  D­796/2008  vom  13. April  2010  zu  vergleichen.  Im  vorliegenden  Fall  traten  die  Verbindungsleute  der  Schweizer  Vertretung  lediglich  zur  Abklärung  der Wohnverhältnisse  mit  Privatpersonen  in  Kontakt,  währendem  im  zitierten  Entscheid,  unter  anderem  nachgeforscht  werden  sollte,  ob  der  Telefonanschluss  dieses  Beschwerdeführers  tatsächlich  gesperrt  oder  ob  sein  Auto  tatsächlich  zerstört worden sei (vgl. a.a.O., E.4.1.3 S. 8). 

D­6701/2010 6.3.  Auch  die  mit  Eingabe  vom  27.  Oktober  2010  eingereichten  Unterlange vermögen zu keiner anderen Einschätzung zu  führen, zumal  im  Heimatland  der  Beschwerdeführerin  gegen  Bezahlung  nahezu  alle  möglichen Dokumente käuflich zu erhalten sind. 6.4. Bei dieser Sachlage erübrigt es sich, auf die weiteren Ausführungen  in der Beschwerde sowie die die eingereichten Beweismittel im Einzelnen  einzugehen,  da  diese  nicht  geeignet  sind,  zu  einer  anderen  rechtlichen  Würdigung  der  Aktenlage  zu  führen.  Unter  diesen Umständen  ist  somit  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerinnen  einen  flüchtlingsrechtlich  bedeutsamen Sachverhalt weder nachgewiesen noch glaubhaft gemacht  haben,  und  das  BFM  die  Asylgesuche  zu  Recht  und  mit  zutreffender  Begründung  abgelehnt  hat.  Es  ist  in  casu  von  der  äthiopischen  Staatsangehörigkeit der Beschwerdeführerinnen auszugehen. 7.  7.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 7.2.  Die  Beschwerdeführerinnen  verfügen  weder  über  eine  ausländerrechtliche Aufenthaltsbewilligung noch über einen Anspruch auf  Erteilung  einer  solchen.  Die  Wegweisung  wurde  demnach  zu  Recht  angeordnet  (Art. 44  Abs. 1  AsylG;  vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733  mit  weiteren Hinweisen). 8.  8.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl. 

D­6701/2010 WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 8.2. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen  (Art. 83  Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 8.3.  Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt, die die Flüchtlingseigenschaft erfüllen. Da es den  Beschwerdeführerinnen  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerinnen  nach  Äthiopien  ist  demnach  unter  dem  Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann  ergeben  sich  weder  aus  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerinnen  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für den Fall einer Ausschaffung nach Äthiopien dort mit beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wären.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müssten  die  Beschwerdeführerinnen 

D­6701/2010 eine  konkrete  Gefahr  ("real  risk")  nachweisen  oder  glaubhaft  machen,  dass  ihnen  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl.  EGMR  [Grosse  Kammer],  Saadi  gegen  Italien,  Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation in Äthiopien lässt den Wegweisungsvollzug zum  heutigen  Zeitpunkt  klarerweise  nicht  als  unzulässig  erscheinen.  Nach  dem Gesagten ist der Vollzug der Wegweisung sowohl im Sinne der asyl­  als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig. 8.4.    Gemäss  Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 8.5.  In  Äthiopien  herrscht  zurzeit  keine  Situation  allgemeiner  Gewalt,  weshalb  in  konstanter  Praxis  von  der  generellen  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  nach  Äthiopien  ausgegangen  wird  (vgl.  beispielsweise  D­4738/2010 vom 3. Februar 2011; bereits EMARK 1998 Nr. 22). Seit der  Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen Äthiopien und Eritrea  am 12. Dezember 2000 kontrollieren UNO­Soldaten die Grenze zwischen  den  beiden  Ländern.  Zwar  konnten  diese  ein  sporadisches  Wiederaufflackern des Grenzkonfliktes nicht verhindern. Eine landesweite  Situation  allgemeiner  Gewalt  ist  dadurch  aber  nicht  entstanden.  Entsprechend  muss  nicht  von  einer  konkreten  Gefährdung  der  Beschwerdeführenden ausgegangen werden. 8.6. Im Weiteren ist das Vorliegen individueller Wegweisungshindernisse  der  Beschwerdeführerinnen  zu  prüfen.  In  diesem  Zusammenhang  ist  jedoch vorweg  festzuhalten, dass die Asylbehörden – bei unglaubhaften  Angaben  zu  den  Lebensumständen  –  analog  den  Fällen,  in  denen  aufgrund  vom  Asylgesuchsteller  zu  verantwortenden  Umständen  nicht  feststeht, welches sein Herkunftsland beziehungsweise sein Herkunftsort  ist  (vgl.  EMARK  2005  Nr.  1  E.3.2.2.  S.  5  f.),  nicht  gehalten  sind,  nach  möglichen  Vollzugshindernissen  zu  suchen.  Der  Beschwerdeführerin  ist  es gelungen, von Äthiopien aus die Reise in die Schweiz zu organisieren  und  deren  Finanzierung  zu  regeln,  was  auf  ein  ausreichendes  dortiges  soziales  Beziehungsnetz  schliessen  lässt.  Die  junge  und  den  Akten 

D­6701/2010 zufolge  offensichtliche  gesunde  Beschwerdeführerin  verfügt  über  berufliche  Erfahrungen  als  Reinigungskraft.  Aufgrund  dieser  begünstigenden Faktoren ist nicht davon auszugehen, dass sie bei einer  Rückkehr nach Äthiopien  in eine existenzielle Notlage geraten wird. Der  Vollzug  der  Wegweisung  ist  daher  in  Würdigung  aller  Umstände  als  zumutbar bezeichnen. 8.7.  Schliesslich  obliegt  es  den  Beschwerdeführerinnen,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG). 8.8. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 9.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  den  Beschwerdeführerinnen  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  VwVG,  auf  insgesamt  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art. 1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  am  6.  Oktober  2010  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben  Höhe  zu  verrechnen. (Dispositiv nächste Seite)

D­6701/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 600.­­ werden den Beschwerdeführerinnen  auferlegt und mit dem am 6. Oktober 2010 geleisteten Kostenvorschuss  in derselben Höhe verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerinnen,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand:

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