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Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-6525/2011

10 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,879 mots·~9 min·2

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 1. November 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­6525/2011 Urteil   v om   1 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli mit Zustimmung von Richter Hans Schürch; Gerichtsschreiberin Ulrike Raemy. Parteien A._______, geboren am (…), Eritrea, vertreten durch lic. iur. Dominique Wetli,  c/o Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 1. November 2011 / N _______.

D­6525/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  liess,  vertreten  durch  seinen  in  der  Schweiz  lebenden Cousin, erstmals mit Eingabe vom 28. April 2011 beim BFM ein  schriftliches  Asylgesuch  aus  dem  Ausland  einreichen  und  um  Erteilung  einer Einreisebewilligung in die Schweiz ersuchen. B.  B.a. Mit Zwischenverfügung vom 1. September 2011 teilte das BFM dem  Vertreter des Beschwerdeführers mit, die Schweizer Vertretung  in Tunis  sei  aufgrund  des  begrenzten  Personalbestandes  sowie  fehlender  Voraussetzungen im sicherheitstechnischen und räumlichen Bereich nicht  in der Lage, Befragungen von Asylbewerbern durchzuführen. Im Weiteren  erwäge es unter Berücksichtigung der konkreten Umstände – namentlich  Fragen  der  Assimilationsmöglichkeiten,  aktuelle  Gefährdung  im  Heimatstaat,  Möglichkeit  der  Schutzsuche  in  einem  anderen  Staat,  öffentliches  Interesse  der  Schweiz  –  und  aufgrund  der  vorliegenden  Akten,  das Asylgesuch  abzulehnen  und  die Einreise  zu  verweigern. Da  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  aus  dem  Ausland  einige  entscheidrelevante Fragen offen gelassen habe, wurde dessen Vertreter  ersucht,  zur  Vervollständigung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  eine  ergänzende  Stellungnahme  zu  verschiedenen  Punkten  bis  zum  6.  Oktober 2011 einzureichen. B.b.  Der  Vertreter  des  Beschwerdeführers  liess  sich  mit  Eingabe  vom  8. September 2011 (Eingangstempel BFM) fristgerecht vernehmen. Dabei  führte  er  unter  anderem  aus,  der  Beschwerdeführer  habe  in  Eritrea  ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen  Behörden  gehabt. C.  Mit Verfügung vom 1. November 2011 – eröffnet am 2. November 2011 –  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  ab  und  verweigerte dessen Einreise in die Schweiz. Zur  Begründung  führte  das  BFM  im  Wesentlichen  aus,  der  Beschwerdeführer,  ein  ethnischer  Bilen  römisch­katholischen Glaubens,  sei  am  25. Dezember  2007  in  der  zehnten  Klasse  zwangsrekrutiert  worden.  Kurz  danach  habe  er  desertiert  und  sei  am  2.  Februar  2008  illegal  in  den  Sudan  gereist.  Über  Khartum  sei  er  nach  Libyen 

D­6525/2011 weitergereist, wo er während mehrerer Monate inhaftiert worden sei. Auf  Grund des Bürgerkrieges sei er schliesslich nach Tunesien geflüchtet und  habe sich im Flüchtlingslager B._______ registrieren lassen, wo er keinen  sicheren Unterhalt habe. Ausserdem besitze er keine Papiere. Gemäss Art. 20 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31)  bewillige das Bundesamt Asylsuchenden die Einreise in die Schweiz zur  Abklärung des Sachverhalts, wenn ihnen nicht zugemutet werden könne,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein anderes Land  auszureisen.  Art.  20  AsylG  halte  fest,  dass  einem  Gesuchsteller  die  Einreise  bewilligt  werden  könne,  wenn  er  glaubhaft  mache,  dass  eine  unmittelbare Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit aus einem Grund nach  Art 3 AsylG bestehe.  Die  Abklärung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  erfordere  vorliegend  nicht  die  Anwesenheit  des  Beschwerdeführers  in  der  Schweiz.  Wie  nachfolgend  darzulegen  sei,  könne  aufgrund  des  vollständig  erstellten  Sachverhalts  davon  ausgegangen  werden,  dass  keine  unmittelbare  Gefährdung vorliege, die eine sofortige Einreise des Beschwerdeführers  als notwendig erscheinen liesse. Die Erteilung einer Einreisebewilligung nach Art. 20 Abs. 2 und 3  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sei  grundsätzlich  an  restriktive  Voraussetzungen  geknüpft.  Den  Asylbehörden  komme  dabei  ein  weiter  Ermessensspielraum  zu.  Neben der erforderlichen Gefährdung  im Sinne von Art. 3 AsylG sei mit  Blick auf den Ausschlussgrund von Art. 52 Abs. 2 AsylG namentlich die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz  und  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit einer anderweitigen Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  sei  mit  anderen Worten  die  Schutzbedürftigkeit  der  betreffenden Personen,  d.h. die Beantwortung der Frage, ob eine Gefährdung im Sinne von Art. 3  AsylG  glaubhaft  erscheine  und  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  könne,  beziehungsweise ob den betreffenden Personen – ohne näherer Prüfung  einer allfälligen Gefährdung im Sinne von Art. 3 AsylG – zuzumuten sei,  sich  in einem anderen Staat um Aufnahme zu bemühen  (vgl. Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­1561/2008  unter  Hinweis  auf  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15  E. 2.f  S. 131  f.,  EMARK 

D­6525/2011 2004 Nr. 20 E. 3 S. 130 F., EMARK 2004 Nr. 21 E. 2 S. 136 f.; EMARK  2005 Nr. 19 E. 4 S. 174 f.).  Hielten  sich  Asylgesuchsteller  in  einem  Drittstaat  auf,  werde  im  Sinne  einer Regelvermutung davon ausgegangen, dass die betreffende Person  in diesem Drittstaat anderweitig Schutz gefunden habe, was in der Regel  zur  Ablehnung  des  Asylgesuches  und  der  Verweigerung  der  Einreisebewilligung  führe  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­ 7996/2008 Vom 10. Dezember 2009 E. 2.2). Es seien jedoch die Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesen  Drittstaat  als  zumutbar  erscheinen liessen, und diese seien mit einer allfälligen Beziehungsnähe  zur  Schweiz  abzuwägen.  Es  gelte  also  zu  prüfen,  ob  es  aufgrund  der  gesamten Umstände geboten erscheine, dass es gerade die Schweiz sei,  die einer Person den erforderlichen Schutz gewähren solle (vgl. EMARK  2004 Nr. 21, E. 4, EMARK 1997 Nr. 15 E. 2.f). Die  Ausführungen  in  der  Stellungnahme  vom  8.  September  2011  (Eingangsstempel  BFM)  liessen  darauf  schliessen,  dass  der  Beschwerdeführer  in  Eritrea  ernstzunehmende  Schwierigkeiten  mit  den  heimatlichen Behörden gehabt habe. Es  bleibe  demnach  im  Folgenden  zu  prüfen,  ob  einer  Asylgewährung  durch  die  Schweiz  der  Ausschlussgrund  von  Art.  52  Abs.  2  AsylG  entgegenstehe. Danach könne einer Person das Asyl verweigert werden,  wenn es  ihr  zugemutet werden  könne,  sich  in einem anderen Staat  um  Aufnahme zu bemühen. Der Beschwerdeführer habe sich seit mehreren  Monaten  in  Tunesien  aufgehalten  und  sich  im  Flüchtlingscamp  B._______ beim UNHCR registrieren  lassen. Die  tunesischen Behörden  hätten ihm damit Schutz und Aufenthalt gewährt. In der oben erwähnten Stellungnahme sei diesbezüglich lediglich geltend  gemacht worden, der Beschwerdeführer habe im Flüchtlingslager keinen  sicheren Unterhalt und verfüge über keine Papiere.  Gemäss  gesicherten  Kenntnissen  des  BFM  befänden  sich  noch  immer  zahlreiche Flüchtlinge in B._______ in Tunesien. Vor diesem Hintergrund  sei nicht zu verkennen, dass die Lage vor Ort  für diese Menschen nicht  einfach  sei.  Dennoch  bestünden  keine  konkreten  Anhaltspunkte  für  die  Annahme,  ein  weiterer  Verbleib  in  Tunesien  sei  für  den  Beschwerdeführer schlechterdings nicht zumutbar oder nicht möglich. 

D­6525/2011 Nach  dem  Gesagten  benötige  der  Beschwerdeführer  den  zusätzlichen  subsidiären Schutz der Schweiz nicht (Art. 52 Abs. 2 AsylG). Vielmehr sei  es ihm zuzumuten, vorderhand in Tunesien zu verbleiben.  Wenn  die  Einreise  gestützt  auf  die  oben  erwähnten  Bestimmungen  (Art. 20  AsylG  i.V.m.  Art.  3  AsylG  sowie  Art.  52  Abs.  2  AsylG)  nicht  bewilligt  werde,  bleibe  gemäss  ständiger  Praxis  des  BFM  in  einem  zweiten  Schritt  zu  prüfen,  ob  aufgrund  von  Beziehungen  zu  in  der  Schweiz  lebenden  Familienangehörigen  allenfalls  die  Voraussetzungen  für einen Familiennachzug erfüllt seien (Art. 51 AsylG). Eine Beurteilung  des  vorliegenden  Gesuches  im  Rahmen  des  Familiennachzuges  führe  indessen zu keinem anderen Ergebnis.  Die Frage der Familienzusammenführung werde in erster Linie in Art. 51  AsylG unter  der Rubrik  "Familienasyl"  geregelt. Dabei  richteten  sich die  Voraussetzungen  zur  Gewährung  des  Familienasyls  nach  dem  Aufenthaltsstatus  derjenigen  Person,  die  sich  bereits  in  der  Schweiz  befänden.  Gemäss  Art.  51  Abs.  1  und  4  AsylG  sei  Ehegatten  und  minderjährigen  Kindern  von  in  der  Schweiz  lebenden  Flüchtlingen  die  Einreise zu bewilligen, sofern sie durch die Flucht voneinander getrennt  worden seien und sich diese Familienangehörigen im Ausland befänden.  Nach Art. 51. Abs. 2 AsylG könnten andere nahe Angehörige (als die  in  Abs. 2 erwähnten Mitglieder der Kernfamilie) Familienasyl erhalten, wenn  besondere Umstände für die Familienvereinigung sprechen würden.  Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung fielen unter den Begriff der  "anderen  nahen  Angehörigen"  beispielsweise  die  Geschwister,  die  Grosseltern und Pflegekinder  (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts  D­395/2009 vom 12. Mai 2009 S. 7).  Im zitierten Entscheid komme das  Bundesverwaltungsgericht  ferner  zum  Schluss,  dass  auch  unter  nahen  Verwandten  auf  das  zusätzliche  Erfordernis  der  "engen  Beziehungen"  nicht  verzichtet  werden  könne  (a.a.O.  S.  16).  Innerhalb  der  Kernfamilie  (Ehegatten,  eingetragene  Partnerinnen  oder  Partner  und  ihre  minderjährigen Kinder) bestehe aufgrund er zwischen solchen Personen  oftmals  vorhandenen  Abhängigkeiten  sowie  der  in  der  Regel  beabsichtigten  Zweckgemeinschaft  die  Vermutung,  dass  eine  enge  Beziehung  vorliege.  Besondere  Umstände  könnten  diese  Vermutung  jedoch  beseitigen,  so  dass  auch  innerhalb  der  Kernfamilie  nicht  immer  von  einer  engen Beziehung  auszugehen  sei. Dies  beispielsweise  dann,  wenn Ehegatten seit Jahren getrennt lebten und kaum Kontakt pflegten.

D­6525/2011 Ausserhalb  dieser  Kernfamilie,  so  auch  zwischen  den  übrigen  nahen  Angehörigen, bestehe eine solche Vermutung jedoch nicht mehr, weil bei  diesen Verhältnissen  in  der Regel  keine  Abhängigkeiten mehr  vorlägen  und keine Zweckgemeinschaft beabsichtigt sei. In diesen Fällen müssten  deshalb besondere Umstände gegeben sein, die dazu führten, dass von  einer engen Beziehung zwischen der Asyl suchenden Person und der in  der  Schweiz  lebenden  Person  auszugehen  sei.  Zu  denken  sei  dabei  beispielsweise  an  eine  besondere  Abhängigkeit  einer  Person  aufgrund  einer  schweren  Krankheit,  welche  die  Fürsorge  einer  anderen  Person  erfordere beziehungsweise wünschbar mache, oder an nachgewiesenen  regelmässigen  und  intensiven  Kontakten.  Ob  eine  solche  enge  Beziehung vorliege,  sei aufgrund der konkreten Vorbringen  im Einzelfall  zu prüfen (vgl. a.a.O. S. 17 f.).  Gemäss  den  Ausführungen  gehöre  der  Beschwerdeführer  nicht  zur  Kernfamilie  seines  in  der  Schweiz  lebenden  Cousins.  Aus  den  Akten  seien  auch  keine  besonderen  Umstände  ersichtlich,  die  dazu  führen  würden, dass ausnahmsweise von einer engen Beziehung zwischen dem  Beschwerdeführer  und  seinem  Cousin  ausgegangen  werden  könne.  Damit  seien  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  für  eine  Familienzusammenführung gemäss Art. 51 Abs. 2 AsylG im vorliegenden  Fall nicht erfüllt. Nach  dem  Gesagten  sei  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz zu verweigern und das Asylgesuch abzulehnen. D.  Mit  Beschwerde  vom  2.  Dezember  2011  liess  der  Beschwerdeführer  beziehungsweise  dessen  Cousin  durch  den  neuen  Vertreter  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  beantragen.  Es  sei  die  Vorinstanz  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  die  Einreise  in  die  Schweiz zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft zu bewilligen. Es sei  dem  Beschwerdeführer  die  unentgeltliche  Prozessführung  zu  bewilligen  und es sei von der Erhebung eines Kostenvorschusses abzusehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­6525/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 2 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet.

D­6525/2011 4.  Vorab  wird  in  der  Beschwerde  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  gerügt. Den Erwägungen der Vorinstanz lasse sich keine praxiskonforme  Prüfung  der Gründe  für  die  Bewilligung  der  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhalts  finden. Zudem liessen die Erwägungen zum Vorliegen des  Asylausschlussgrundes gemäss Art.  52 Abs.  2 AsylG offen,  ob und wie  es  dem  Beschwerdeführer  zuzumuten  sei,  sich  in  einem  Drittstaat  um  Aufnahme zu bemühen.  Die  erforderliche Begründungsdichte  richtet  sich  im Einzelfall  nach  dem  Verfügungsgegenstand,  den  Verfahrensumständen  und  den  Interessen  des Betroffenen. Je grösser der Spielraum, welcher der Behörde  infolge  Ermessen und unbestimmter Rechtsbegriffe eingeräumt ist, und je stärker  ein Entscheid in die individuellen Rechts des Betroffenen eingreift, desto  höhere  Anforderungen  sind  an  die  Begründung  einer  Verfügung  zu  stellen.  Auch wenn  sich  die  verfügende  Behörde  nicht  ausdrücklich mit  jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand  auseinandersetzen  muss,  sondern  sich  auf  die  wesentlichen  Gesichtspunkte  beschränken  darf  (vgl.  BGE  126  I  97  E.  2b),  hat  sie  wenigstens kurz die Überlegungen zu nennen, von welchen sie sich leiten  liess und auf welche sich ihr Entscheid stützt (vgl. BVGE 2008/47 E. 3.2  mit  Hinweisen).  Diesen  Anforderungen  hat  das  BFM  im  angefochtenen  Entscheid Genüge getan. Dass das BFM eine andere Schlussfolgerung  zog  als  der  Beschwerdeführer,  stellt  jedenfalls  keine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  dar,  weshalb  die  entsprechende  Rüge  nicht  gehört  werden kann. 5.  5.1. Die Prüfung, ob ein Gesuchsteller die Flüchtlingseigenschaft originär,  aufgrund  einer  eigenen  persönlichen  Gefährdung,  erfüllt,  geht  der  Prüfung  eines  allfälligen  derivativen  Anspruchs  auf  Anerkennung  als  Flüchtling  vor.  Die  Prüfung  des  derivativen  Einbezugs  von  Familienangehörigen  und  eingetragenen  Partnern  in  die  vorläufige  Aufnahme von vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen erfolgt erst, wenn  in Anwendung von Art. 5 der Asylverordnung 1 vom 11. August 1999 über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  zuvor  festgestellt  wurde,  dass  die  einzubeziehende  Person  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht 

D­6525/2011 selbstständig nach Art. 3 AsylG erfüllt (vgl. Art. 37 AsylV1, Art. 17 Abs. 2  AsylG; vgl. hierzu auch BVGE 2007/19 E. 3).  5.2.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden (Art. 3 Abs. 1 AsylG). Als ernsthafte Nachteile gelten namentlich  die  Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck bewirken. Den  frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 5.3.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  eingereichtes  Asylgesuch  ablehnen, wenn die gesuchstellende Person keine Verfolgung glaubhaft  machen  oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann (Art. 3, Art. 7 und Art. 52 Abs. 2 AsylG). Umgekehrt führt es (noch)  nicht zur Anerkennung als Flüchtling und zur Gewährung von Asyl durch  die  Schweiz,  wenn  die  bei  einer  Vertretung  im  Ausland  um  Asyl  nachsuchende  Person  glaubhaft  zu  machen  vermag,  dass  für  sie  eine  unmittelbare Gefahr  für Leib und Leben oder  für die Freiheit  aus einem  Grund  nach  Art.  3  AsylG  besteht.  Diesfalls  kann  dem  Asylsuchenden  lediglich  von  der  durch  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  dazu  ermächtigten  schweizerischen  Vertretung die Einreise  in die Schweiz  im Hinblick auf  die Zuerkennung  der Flüchtlingseigenschaft  und die Asylgewährung bewilligt werden  (Art.  20 Abs. 3 AsylG). Die Einreise in die Schweiz wird einer  im Ausland um  Asyl  nachsuchenden  Person  ausserdem  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes bewilligt, wobei die Bewilligung durch das Bundesamt und  nur  unter  der  Bedingung  erteilt  wird,  dass  der  Person  nicht  zugemutet  werden kann,  im Wohnsitz­ oder Aufenthaltsstaat zu bleiben oder  in ein  anderes Land auszureisen  (Art. 20 Abs. 2 AsylG). Beim Entscheid über  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  grundsätzlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in 

D­6525/2011 Betracht  zu  ziehen.  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit  der  betroffenen  Personen, mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung  im Sinne  von Art. 3 AsylG glaubhaft gemacht wird und ob eine effektive Möglichkeit  anderweitiger Schutzsuche besteht, mithin der Verbleib am Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann.  Im  Weiteren gilt es zu berücksichtigen, dass gemäss einem völkerrechtlichen  Grundsatz  eine  Person,  die  eine  Staatsangehörigkeit  besitzt,  die  Flüchtlingseigenschaft nur dann erlangen kann, wenn sie sich ausserhalb  des  Staates  aufhält,  dem  sie  angehört.  Befindet  sich  die  um  Asyl  nachsuchende Person noch in ihrem Heimatstaat, stellt sich mit anderen  Worten die Frage der  formellen Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft  nicht.  Folgerichtig  ist  bei  einem  Verbleib  im  Heimatstaat  nicht  über  die  Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft und der Gewährung von Asyl zu  befinden,  auch  dann  nicht,  wenn  eine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  glaubhaft  gemacht  ist  (vgl.  EMARK  2005 Nr.  19  E.  4  S.  174  ff.,  EMARK 2004 Nr. 20 E. 3b S. 130  f. und Nr. 21 E. 2 S. 136  f., EMARK  1997 Nr.  15 E.  2.e­g S.  130  ff., welcher  angesichts  bloss  redaktioneller  Änderungen bei der  letzten Totalrevision des Asylgesetzes nach wie vor  Gültigkeit hat). 5.4. Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht  Art. 10 Abs.  1  AsylV 1  vor,  dass  diese  mit  der  asylsuchenden Person  in  der Regel  eine Befragung  durchführt.  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art. 10  Abs. 2 AsylV 1;  vgl.  hierzu  auch  BVGE  2007/30  E. 5.2).  Eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  kann  sich  auch  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  scheint.  Bei  Anhörungsverzicht  ist  jedoch  das  rechtliche  Gehör  zu  gewähren  (vgl.  BVGE  2007/30  E.  5.7),  was  vorliegend erfolgt ist (vgl. Erwägung B.a vorstehend). Ausserdem hat das  BFM den Verzicht auf eine Befragung zu begründen (vgl. BVGE 2007/30  E. 5.6 f.), was das Bundesamt in casu getan hat. 5.5. Hält  sich  die Person,  die  ein Asylgesuch aus dem Ausland gestellt  hat,  in  einem  Drittstaat  auf,  bedeutet  dies  nicht  zwingend,  dass  es  ihr  auch  zuzumuten  ist,  sich  dort  um Aufnahme  zu  bemühen  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  21  E.  4).  In  einem  solchen  Falle  ist  aber  im  Sinne  einer  Regelvermutung  davon  auszugehen,  die  betreffende  Person  habe  in  diesem Drittstaat bereits anderweitig Schutz gefunden, was in der Regel 

D­6525/2011 zur  Ablehnung  des  Asylgesuchs  und  der  Verweigerung  der  Einreisebewilligung  führt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  E­ 7996/2008  vom  10. Dezember  2009  E.  2.2).  In  jedem  Falle  sind  die  Kriterien  zu  prüfen,  welche  die  Zufluchtnahme  in  diesem  Drittstaat  als  zumutbar  erscheinen  lassen,  und  diese  sind  mit  einer  allfälligen  Beziehungsnähe  zur Schweiz  abzuwägen. Es gilt  also  zu prüfen,  ob es  aufgrund der gesamten Umstände geboten erscheint, dass es gerade die  Schweiz  ist,  die  einer  Person  den  erforderlichen  Schutz  gewähren  soll  (vgl.  EMARK  2004  Nr.  21  E. 4;  EMARK  1997  Nr.  15  E.  2  f.  sowie  die  vorstehenden Ausführungen unter Erwägung C. S. 4 oben). 6.  6.1. Den Akten zufolge befindet sich der Beschwerdeführer seit mehreren  Monaten  in  Tunesien  und  hat  sich  dort  im  Flüchtlingslager  B._______  beim UNHCR  registrieren  lassen. Die  tunesischen Behörden haben  ihm  damit  Schutz  und Aufenthalt  gewährt  und  er  ist  demnach  nicht mit  den  Schwierigkeiten illegaler Flüchtlinge konfrontiert und hat völkerrechtlichen  Schutz  in  einem  Drittland  gefunden.  Das  Bundesverwaltungsgericht  verkennt zwar nicht, dass die Lebensumstände anerkannter Flüchtlinge in  Tunesien  schwierig  sind,  indes  stellen  sie  die  Zufluchtnahme  in  diesem  Drittstaat  nicht  grundsätzlich  in  Frage.  Somit  erscheint  der  weitere  Aufenthalt des Beschwerdeführers in Tunesien als zumutbar. 6.2. Es ist somit dem Beschwerdeführer nicht gelungen, eine Verfolgung  im Sinne  von  Art.  3   AsylG  nachzuweisen  oder  zumindest  glaubhaft  zu  machen.  Die  Schutzbedürftigkeit  des  Beschwerdeführers  im  Sinne  von  Art.  20  i.V.m. Art.  3 AsylG  ist mithin  als  nicht  gegeben  zu  qualifizieren,  und es liegen auch keine anderen Gründe vor, welche die Erteilung einer  Einreisebewilligung  indizieren  würden.  Die  Vorinstanz  hat  folglich  das  Auslandsgesuch im Ergebnis zu Recht abgewiesen. 7.  7.1. Ehegatten, eingetragene Partnerinnen und Partner von Flüchtlingen  und  ihre  minderjährigen  Kinder  werden  als  Flüchtlinge  anerkannt  und  erhalten Asyl, wenn keine besonderen Umstände dagegen sprechen (Art.  51 Abs. 1 AsylG). Andere nahe Angehörige von in der Schweiz lebenden  Flüchtlingen  können  in  das  Familienasyl  eingeschlossen  werden,  wenn  besondere Gründe  für die Familienvereinigung sprechen  (Art. 51 Abs. 2  AsylG). Andere nahe Angehörige im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG sind 

D­6525/2011 insbesondere dann zu berücksichtigen, wenn sie behindert sind oder aus  einem anderen Grund auf die Hilfe einer Person, die in der Schweiz lebt,  angewiesen  sind  (Art.  38  der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  [AsylV  1,  SR  142.311]).  Wurden  die  anspruchsberechtigten Personen nach Art. 51 Abs. 1 und 2 AsylG durch  die Flucht getrennt und befinden sie sich im Ausland, so ist ihre Einreise  auf Gesuch hin zu bewilligen (Art. 51 Abs. 4 AsylG). 7.2. In allgemeiner Hinsicht wird bei der Gewährung von Familienasyl im  Sinne  von  Art.  51  Abs.  2  AsylG  vorausgesetzt,  dass  die  betreffende  Person mit  dem  in  der  Schweiz  anerkannten  Flüchtling  im Moment  der  Flucht  in  einem  gemeinsamen  Haushalt  gelebt  hat,  eine  Wiederherstellung  dieser  Gemeinschaft  unentbehrlich  ist  und  in  der  Schweiz auch tatsächlich angestrebt wird (vgl. EMARK 2001 Nr. 24 E. 3  S. 191, EMARK 2000 Nr. 11). 7.3. Besondere Gründe,  die  für  eine  Familienvereinigung  im  Sinne  von  Art.  51  Abs.  2  AsylG  sprechen,  liegen  nach  der  Praxis  vor,  wenn  die  einzubeziehenden  nahen  Angehörigen  einer  besonderen  Unterstützung  im Sinne einer  persönlichen Fürsorge – nicht  lediglich einer  finanziellen  Unterstützung  –  bedürfen,  die  nur  die  in  der  Schweiz  lebenden,  asylberechtigten Familienangehörigen zu erbringen in der Lage sind (vgl.  EMARK 2001 Nr. 24 E. 3, EMARK 2000 Nr. 27 E. 5 f., EMARK 2000 Nr.  21 E. 6.c). Besondere Gründe können – in atypischen Einzelfällen – auch  dann  vorliegen,  wenn  die  in  der  Schweiz  lebenden,  asylberechtigten  Familienangehörigen  selbst  einer  solchen  persönlichen  Fürsorge  durch  die einzubeziehende Person bedürfen (vgl. EMARK 2000 Nr. 4 S. 42). 8.  8.1.  In  der  angefochtenen  Verfügung  führte  die  Vorinstanz  aus,  dass  ausserhalb  der  Kernfamilie,  also  auch  zwischen  den  übrigen  nahen  Angehörigen,  die  Vermutung,  dass  eine  enge  Beziehung  vorliegt,  nicht  mehr  besteht,  weil  bei  diesen  Verhältnissen  in  der  Regel  keine  Abhängigkeiten  mehr  vorliegen  und  keine  Zweckgemeinschaft  beabsichtigt  ist.  In diesen Fällen müssten deshalb besondere Umstände  gegeben  sein,  die  dazu  führten,  dass  von  einer  engen  Beziehung  zwischen der Asyl  suchenden Person und der  in der Schweiz  lebenden  Person auszugehen sei. Aus diesen Ausführungen gehe hervor, dass der  Cousin des Beschwerdeführers nicht zu dessen Kernfamilie gehöre. Aus  den Akten seien auch keine besonderen Umstände ersichtlich, die dazu 

D­6525/2011 führen würden, dass ausnahmeweise von einer engen Bindung zwischen  den  beiden  ausgegangen  werden  könne.  Dieser  Einschätzung  ist  beizupflichten.  Auch  die  Ausführungen  in  der  Beschwerdeeingaben  vermögen zu keiner anderen Beurteilung zu führen. 8.2. Aufgrund der geschilderten Lebensumstände des Beschwerdeführers  in  seinem Heimatstaat  ergeben  sich  keine  besonderen Gründe,  welche  für die Familienvereinigung im Sinne von Art. 51 Abs. 2 AsylG sprechen  würden.  9.  Zusammenfassend ist festzuhalten, dass weder die Voraussetzungen für  die Anerkennung als Flüchtling  im Sinne von Art.  3 AsylG noch  für den  Einschluss  des  Beschwerdeführers  in  das  Familienasyl  gemäss  Art.  51  Abs.  2  AsylG  erfüllt  sind.  Das  BFM  hat  somit  das  Asylgesuch  mit  Verfügung vom 1. November 2011 zu Recht abgelehnt. 10.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 11.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  ist  abzuweisen,  da  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erscheint.  Das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusse  ist  angesichts  des  Entscheides in der Hauptsache gegenstandslos geworden. 12.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  Kosten  dem  Beschwerdeführer aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 und 5 VwVG) und auf Fr.  600.– festzusetzen (Art. 1­3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­6525/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  wird  abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  schweizerische Vertretung in Tunis. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Fulvio Haefeli Ulrike Raemy Versand:

D-6525/2011 — Bundesverwaltungsgericht 10.01.2012 D-6525/2011 — Swissrulings