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Bundesverwaltungsgericht 24.02.2012 D-6445/2011

24 février 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·556 mots·~3 min·2

Résumé

Asylverfahren (Übriges) | Asylverfahren (Übriges); Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­6445/2011 Urteil   v om   2 4 .   Februar   2012 Besetzung Richter Fulvio Haefeli (Vorsitz), Richter Walter Stöckli, Richter Robert Galliker, Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), Laos, vertreten durch Ernst Reber, Rechtsanwalt, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist (Asyl und Wegweisung); Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 / N .

D­6445/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die Beschwerdeführerin  am 21. November 1991  im Rahmen einer  Sonderaktion  in  der  Schweiz  als  Flüchtling  anerkannt  und  ihr  Asyl  gewährt wurde, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  31.  Januar  2005  das  der  Beschwerdeführerin  gewährte  Asyl  in  Anbetracht  einer  Verurteilung  zu  einer sechsjährigen Zuchthausstrafe widerrief, dass  die  Flughafenpolizei  M._______  in  einem  Bericht  vom  30.  Januar  2011  feststellte,  die  Beschwerdeführerin  sei,  wie  sich  auf  Grund  der  Visumseinträge  und  Stempel  in  ihrem  schweizerischen  Flüchtlingspass  ergebe,  zwischen  dem  11.  und  28.  Januar  2011  mehrmals  in  ihr  Heimatland Laos gereist, dass  das  BFM  in  der  Folge  mit  Verfügung  vom  26.  Mai  2011  der  Beschwerdeführerin die Flüchtlingseigenschaft aberkannte, dass  die  Beschwerdeführerin  durch  ihren  am  1. November  2011  mandatierten  Rechtsvertreter  mit  Eingabe  vom  28.  November  2011  ein  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist  stellen  sowie  die  Aufhebung der Verfügung des BFM vom 26. Mai 2011 beantragen liess, dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  die  Beschwerdeführerin  mit  Zwischenverfügung  vom  2.  Dezember  2011  aufforderte, bis zum 19. Dezember 2011 einen Kostenvorschuss von Fr.  600.– zu Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen, dass  die  Beschwerdeführerin mit  Eingabe  vom  19.  Dezember  2011  ein  Gesuch um Erstreckung der Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses  bis zum 5. Januar 2012 stellen liess, dass  der  Instruktionsrichter  des  Bundesverwaltungsgerichts  dieses  Gesuch mit Zwischenverfügung vom 22. Dezember 2011 abwies und der  Beschwerdeführerin  eine  Nachfrist  von  drei  Tagen  ab  Erhalt  dieser  Verfügung  zur  Bezahlung  des  ausstehenden  Kostenvorschusses  ansetzte, dass  diese  Verfügung  der  Beschwerdeführerin  am  23.  Dezember  2011  eröffnet und der Kostenvorschuss noch gleichentags geleistet wurde,

D­6445/2011 dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31]  i. V. m.  Art. 31 ­ 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG, SR 173.110]), dass  die  Verfügung  des  BFM  vom  26.  Mai  2011  mit  eingeschriebener  Post  versendet  und  der  Beschwerdeführerin  gemäss  Rückschein  am  27. Mai 2011 eröffnet wurde, dass  die  Beschwerde  innerhalb  von  30  Tagen  seit  Eröffnung  der  Verfügung einzureichen ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdefrist nach dem Gesagten am 27. Juni 2011 ablief, dass  die Wiederherstellung  einer  Frist  gewährt  werden  kann,  wenn  der  Gesuchsteller  oder  sein  Vertreter  unverschuldeterweise  abgehalten  worden ist, binnen Frist zu handeln, sofern er unter Angabe des Grundes  innert  30 Tagen  nach  Wegfall  des  Hindernisses  um  Wiederherstellung  ersucht  und  die  versäumte  Rechtshandlung  nachholt  (Art. 24  Abs. 1  VwVG),  dass  ein  Versäumnis,  binnen  Frist  zu  handeln,  unverschuldet  im  Sinne  von Art. 24 Abs. 1 VwVG ist, wenn dafür objektive Gründe vorliegen und  der  Partei  beziehungsweise  der  Vertretung  keine  Nachlässigkeit  vorgeworfen  werden  kann  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 15), dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Gesuchs  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist  im Wesentlichen  geltend  macht,  sie  sei  von  der  Person,  die  in  dieser  Angelegenheit  ihr  Vertrauen  genossen  habe,  insoweit  schlecht  beraten worden,  als  diese  nach  dem  Erhalt  der  Verfügung  vom  26.  Mai  2011  des  BFM  keinen  Handlungsbedarf erkannt habe,

D­6445/2011 dass  der Handlungsbedarf  erst  erkannt worden  sei,  nachdem das BFM  mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 – eröffnet am 28. Oktober 2011 –  der  Beschwerdeführerin  den  Reiseausweis  für  anerkannte  Flüchtlinge  Nr. N0031524  entzogen  und  sie  aufgefordert  habe,  den  Ausweis  innert  30 Tagen ab Eröffnung dieser Verfügung zurückzugeben, dass diese Vorbringen in der Eingabe vom 28. November 2011 indessen  nicht zu einer veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen, dass die Vertrauensperson bereits  in  regen Schriftverkehr mit dem BFM  trat  (vgl.  C5/2,  C7/2,  C8/5,  C10/6,  C11/1),  nachdem  dieses  der  Beschwerdeführerin mit Schreiben vom 23. Februar 2011 das  rechtliche  Gehör  zur  beabsichtigten  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  gewährt  hatte,  weshalb  in  dieser  Phase  offensichtlich  kein  objektives  Hindernis vorlag, dass darüber hinaus aber auch für die Zeit nach dem 27. Mai 2011, d.h.  während  der  laufenden  Beschwerdefrist,  kein  objektives  Hindernis  erkennbar  ist,  welches  die  Beschwerdeführerin  hätte  abhalten  können,  Beschwerde gegen die Verfügung vom 26. Mai 2011 anheben zu lassen,  falls sie dies hätte tun wollen, dass  in  der  Beschwerde  somit  keine  objektiven  Gründe  für  das  Versäumnis, binnen Frist zu handeln, geltend gemacht wurden, zumal es  zu den Obliegenheiten eines jeden Verfügungsadressaten gehört, bei der  Auswahl  einer  Vertrauensperson  oder  eines  Rechtsvertreters  ein  Minimum an Sorgfalt walten zu lassen, dass  die  Beschwerdeführerin  die  Folgen,  die  sich  aus  einer  allenfalls  unzulänglichen  Beratung  durch  ihre  Vertrauensperson  ergaben,  ihrem  eigenen Verhalten zuzuschreiben hat, dass  demnach  das  Gesuch  um  Wiederherstellung  der  Beschwerdefrist  abzuweisen ist (Art. 24 Abs. 1 VwVG),  dass  die  Beschwerde  vom  28.  November  2011  folglich  verspätet  und  daher offensichtlich unzulässig ist, weshalb auf diese nicht einzutreten ist,  dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 ­ 3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1 

D­6445/2011 VwVG) und mit dem am 23. Dezember 2011 geleisteten Kostenvorschuss  zu verrechnen sind. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Das Gesuch um Wiederherstellung der Beschwerdefrist wird abgewiesen. 2.  Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und  mit  dem  am  23.  Dezember  2011  in  gleicher  Höhe  geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand: