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Bundesverwaltungsgericht 03.11.2011 D-5965/2011

3 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,183 mots·~6 min·3

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Papierlosigkeit) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Oktober 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5965/2011/sed Urteil   v om   3 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Pietro Angeli­Busi; Gerichtsschreiber Daniel Widmer. Parteien A.______, Nigeria,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 20. Oktober 2011 / (…).

D­5965/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  eigenen  Angaben  zufolge  Nigeria  (…)  verliess, nach B.______ und von dort  (…)  in ein  ihm unbekanntes Land  weiterreiste, von wo er am 1. August  2011 (…) in die Schweiz gelangte, dass  er  gleichentags  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  C.______  um  Asyl  nachsuchte  und,  da  er  bei  der  Meldung  des  Asylgesuchs zum Nachweis seiner  Identität keinerlei Dokumente abgab,  aufgefordert wurde,  innert 48 Stunden  rechtsgenügliche Ausweispapiere  nachzureichen,  verbunden  mit  der  Androhung,  im  Unterlassungsfall  werde auf das Asylgesuch nicht eingetreten, dass  er  am  (…)  im  EVZ D.______  summarisch  befragt  und  am  (…)  in  Anwendung  von  Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31) durch das Bundesamt zu den Asylgründen angehört  wurde (vgl. Akten BFM A4/11 und A10/10), dass er anlässlich der Anhörungen  im Wesentlichen geltend machte, er  stamme  aus  dem  Dorf  E.______,  wo  er  zusammen  mit  (…)  bis  (…)  gewohnt und auf (…) gearbeitet habe, dass  sie  an  einem  Tag  im  (…)  von  Einwohnern  eines  Nachbardorfs  gestört worden seien, welche den Boden für sich beansprucht hätten, dass,  noch  bevor  diese  Angelegenheit  habe  vor  den  Ältestenrat  habe  gebracht werden können, einige Männer nachts sein Haus überfallen und  dabei seinen Vater getötet hätten, dass ihm die Flucht zu F.______ gelungen sei, welcher ihm in der Folge  die Flucht nach Europa ermöglicht habe, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  20. Oktober  2011  –  eröffnet  am  24. Oktober  2011  –  gestützt  auf  Art. 32  Abs. 2  Bst. a  AsylG  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der Schweiz  anordnete, wobei  er  diese  am Tag  nach  Eintritt der Rechtskraft zu verlassen habe, dass  die  Vorinstanz  zur  Begründung  ihres  Entscheids  im Wesentlichen  ausführte,  der  Beschwerdeführer  habe  den  Asylbehörden  innerhalb  der  ihm dazu eingeräumten Frist von 48 Stunden ohne entschuldbare Gründe  keine rechtsgenüglichen Reise­ oder Identitätspapiere eingereicht,

D­5965/2011 dass  es  der  Beschwerdeführer,  obwohl  er  in  (…)  Kontakt  zu G.______  stehe,  unterlassen  habe,  auch  nur  den  Versuch  zu  unternehmen,  sich  durch  deren  Vermittlung  Identitätspapiere  in  die  Schweiz  schicken  zu  lassen, dass demnach keine entschuldbaren Gründe für die Nichteinreichung der  erforderlichen Dokumente vorliegen würden, dass  der  Beschwerdeführer  aufgrund  der  Anhörung  sowie  gestützt  auf  Art. 3 und 7 AsylG die Flüchtlingseigenschaft offensichtlich nicht erfülle, dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  zu  den  Umständen  der  Ermordung  seines  Vaters  widersprüchlich  ausgefallen  und  daher  als  unglaubhaft zu qualifizieren seien, dass der Beschwerdeführer Kontakte zu seinem Herkunftsort unterhalte,  weshalb  realitätsfremd  erscheine,  dass  er  keinerlei  Informationen  über  den weiteren Verbleib seiner Familie und den Fortgang der Geschehnisse  haben soll, dass  es  dem  Beschwerdeführer  selbst  unter  der  unwahrscheinlichen  Annahme einer  tatsächlichen Bedrohung offen gestanden hätte,  sich an  die  lokalen  Sicherheitsbehörden  zu  wenden  und  um  Schutz  nachzusuchen,  weshalb  dem  Staat  keine  mangelnder  Schutzwille  vorgeworfen werden könnte, dass  sich  mithin  seine  Verfolgungsvorbringen  als  offensichtlich  unglaubhaft  und  asylrechtlich  nicht  relevant  erwiesen,  weshalb  sich  zusätzliche Abklärungen zur Feststellung der Flüchtlingseigenschaft oder  eines Wegweisungsvollzugshindernisses erübrigten, dass der Vollzug der Wegweisung zulässig, zumutbar und möglich sei, dass  für  die  weitere  Begründung  auf  die  vorinstanzliche  Verfügung  zu  verweisen ist, dass  der  Beschwerdeführer mit  Eingabe  vom 31. Oktober  2011  (Datum  des  Poststempels)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  dabei  beantragte,  es  sei  der  angefochtene Entscheid  aufzuheben  und  das Verfahren  zwecks  materieller Prüfung an die Vorinstanz zurückzuweisen,

D­5965/2011 dass  er  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art. 65  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG, SR 172.021) beantragte und um Verzicht  auf die Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass die  vorinstanzlichen Akten am 1. November  2011  vollständig beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung: dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31­33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art. 108 AsylG  sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 48 Abs. 1 und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit mit Zustimmung eines zweiten Richters oder einer zweiten  Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e AsylG) und es sich vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2  AsylG),

D­5965/2011 dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  das  BFM  den  angefochtenen  Nichteintretensentscheid  auf  der  Grundlage von Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG getroffen hat, dass  bei  Beschwerden  gegen  solche  Nichteintretensentscheide  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  nicht eingetreten ist, wogegen die Vorinstanz die Frage der Wegweisung  und des Vollzugs materiell prüft, weshalb dem Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass  bei  Begründetheit  der  Beschwerde  die  angefochtene  Verfügung  aufzuheben  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückzuweisen  ist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr.  34  E.  2.1.  S. 240 f.), dass  gemäss  der  revidierten,  am  1.  Januar  2007  in  Kraft  getretenen  Bestimmung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  nicht  eingetreten wird, wenn Asylsuchende den Behörden nicht  innerhalb von  48 Stunden nach Einreichung des Gesuchs Reise­ oder Identitätspapiere  abgeben, dass  diese  Bestimmung  jedoch  keine  Anwendung  findet,  wenn  Asylsuchende  glaubhaft  machen  können,  sie  seien  dazu  aus  entschuldbaren Gründen nicht  in der Lage (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG),  oder wenn auf Grund der Anhörung sowie gestützt auf Art. 3 und 7 AsylG  die Flüchtlingseigenschaft  festgestellt wird  (Art.  32 Abs. 3 Bst.  b AsylG)  oder wenn sich auf Grund der Anhörung die Notwendigkeit  zusätzlicher  Abklärungen  zur  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  oder  eines  Wegweisungsvollzugshindernisses ergibt (Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG), dass  mithin  nach  erfolgter  Gesetzesrevision  seit  dem  1.  Januar  2007  auch  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  bildet,  wobei  im  Rahmen  der  summarischen  Prüfung das offenkundige Fehlen der Flüchtlingseigenschaft – sei es, weil  die  Vorbringen  offensichtlich  unglaubhaft  sind,  oder  sei  es,  weil  sie  offensichtlich  keine  flüchtlingsrechtliche  Relevanz  nach  Art.  3  AsylG  aufweisen  –  und  das  offenkundige  Fehlen  von 

D­5965/2011 Wegweisungsvollzugshindernissen zu beurteilen sind (vgl. BVGE 2007/8  E. 2.1), dass  sich  die  Beschwerde mit  keinem Wort  zu  den  nicht  eingereichten  Reise­  beziehungsweisen  Identitätspieren  und  dem  allfälligen  diesbezüglichen Vorliegen von entschuldbaren Gründen äussert, dass  die  entsprechenden  vorinstanzlichen  Erwägungen  nach  einer  Überprüfung  der  Akten  und  unter  Berücksichtigung  der  Beschwerdeeingabe  als  zutreffend  zu  erachten  sind  und  zwecks  Vermeidung von Wiederholungen darauf verwiesen werden kann, dass  der  Beschwerdeführer  somit  nicht  darzulegen  vermag,  dass  er  durch  nicht  selbst  zu  verantwortende  Umstände  an  der  unverzüglichen  Einreichung  von  Reise­  oder  Identitätspapieren  im  Sinne  von  Art.  32  Abs. 2 Bst. a AsylG gehindert worden ist (Art. 32 Abs. 3 Bst. a AsylG), dass  – wie  bereits  erwähnt  –  seit  dem  1.  Januar  2007  bei  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  die  Flüchtlingseigenschaft  Prozessgegenstand  des  Beschwerdeverfahrens  bildet  und  sich  die  Offensichtlichkeit deren Fehlens auch auf die Asylrelevanz beziehen kann  (vgl. BVGE 2007/8 E. 5.6.6), dass  die  Überprüfung  der  Akten  in  diesem  Kontext  ergibt,  dass  die  Vorinstanz  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  zu  Recht  als  offensichtlich  unglaubhaft  und  asylrechtlich  nicht  relevant  qualifizierte,  wobei  wiederum  auf  die  entsprechenden  Erwägungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann, dass  in  der  Beschwerde  eingewendet  wird,  zwar  sei  die  geltend  gemachte  Verfolgung  privater  Natur,  indes  sei  der  nigerianische  Staat  weder  fähig  noch  willens,  den  Beschwerdeführer  vor  dieser  Form  von  Verfolgung zu schützen, dass die Polizei aufgrund der grassierenden Korruption keine Hilfe  leiste  und ein faires Verfahren unter solchen Umständen gar nicht möglich sei,  da  es  gar  nicht  erst  zu  einer  Anzeige  und  entsprechender  Einleitung  eines  Strafverfahrens  kommen  könne,  und  zudem  die  Justizbehörden  korrumpierbar seien, dass die geltend gemachten Verfolgungsvorbringen durch die Vorinstanz  zu Recht  als  offensichtlich  unglaubhaft  qualifiziert  wurden  und  sich  aus 

D­5965/2011 den Ausführungen in der Beschwerdeschrift keine Erkenntnisse ergeben,  die  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Beurteilung  führen  könnten, dass überdies  in der Beschwerde zu Recht ausgeführt wird, die geltend  gemachte Verfolgung sei privater Natur, dass  mithin  die  vom  Beschwerdeführer  aus  nichtstaatlicher  Verfolgung  abgeleitete  Flüchtlingseigenschaft  bereits  mangels  asylrechtlich  relevanten  Umständen  zu  verneinen  wäre  beziehungsweise  nicht  ersichtlich  ist,  inwiefern  er  in  diesem Zusammenhang  aus  einem  der  in  Art.  3  AsylG  abschliessend  aufgeführten  Gründe  verfolgt  worden  sein  soll,  weshalb  die  Fragen  der  Schutzwilligkeit  und  Schutzfähigkeit  des  nigerianischen Staates offen gelassen werden können,  dass  unter  diesen  Umständen  von  zusätzlichen  Abklärungen  im  Sinne  von Art. 32 Abs. 3 Bst. c AsylG abgesehen werden konnte, dass das BFM demnach zu Recht gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. a AsylG  auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat, vorliegend der Beschwerdeführer weder  eine  Aufenthaltsbewilligung  besitzt  noch  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat, weshalb die verfügte Wegweisung im Einklang mit den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist  (Art.  44  Abs. 1  AsylG,  Art.  32  Bst. a  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), dass  zu  prüfen  bleibt,  ob  es  Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  im  Fall  eines  unzulässigen,  unzumutbaren  oder  unmöglichen  Vollzugs  das  Anwesenheitsverhältnis  nach  den  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  zu  regeln  ist  (Art. 44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  [AuG,  SR 142.20]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  Beachtung  der  massgeblichen  völker­  und  landesrechtlichen  Bestimmungen  zulässig  ist,  weil  keine  Hinweise auf Verfolgung vorliegen und insbesondere keine Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art.  3  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte 

D­5965/2011 und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  ersichtlich  sind,  die  dem  Beschwerdeführer  in  seinem Heimatstaat  drohen  könnte  (Art. 83  Abs. 3  AuG), dass  weder  die  im  Heimatstaat  herrschende  politische  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  dorthin sprechen, dass  auch  den Akten  keine Anhaltspunkte  zu  entnehmen  sind, wonach  der  Vollzug  der  Wegweisung  für  den  Beschwerdeführer  in  den  Heimatstaat unzumutbar wäre, dass (…) des Beschwerdeführers nach wie vor in Nigeria wohnhaft sind,  dieser  auch  mit  G.______  in  (…)  Kontakt  steht  und  mithin  in  seinem  Heimatstaat  ein  tragfähiges  familiäres  und  soziales  Beziehungsnetz  besitzt, dass  der  noch  relativ  junge  Beschwerdeführer,  welcher  in  Nigeria  erwerbstätig  war,  soweit  aktenkundig,  zudem  an  keinen  schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen leidet, dass  unter  den  gegebenen  Umständen  nicht  davon  auszugehen  ist,  er  würde bei einer Rückkehr  in eine existenzbedrohende Situation geraten,  die  als  konkrete  Gefährdung  im  Sinne  der  zu  beachtenden  Bestimmungen zu werten wäre (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  schliesslich  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  grundsätzlich  möglich  (Art.  83  Abs.  2  AuG)  erscheint,  da  es  Pflicht  des  Beschwerdeführers  ist,  sich  um  die  Beschaffung  der  für  die  Rückkehr  notwendigen  Reisepapiere  zu  bemühen  (vgl.  Art.   8  Abs. 4  AsylG  und  dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist,

D­5965/2011 dass der Antrag auf Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  durch das vorliegende Urteil gegenstandslos wird, weshalb darüber nicht  mehr zu befinden ist, dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  gemäss  Art. 65  Abs. 1  VwVG  –  ungeachtet  der  vom  Beschwerdeführer  nicht  nachgewiesenen  prozessualen  Bedürftigkeit –  abzuweisen  ist,  da  die  Beschwerdebegehren  –  wie  sich  aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  –  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  waren, weshalb die kumulativen Voraussetzungen für die Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege nicht erfüllt sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2])  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (Art. 63  Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5965/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  wird  abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Martin Zoller Daniel Widmer Versand:

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