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Bundesverwaltungsgericht 24.11.2011 D-5811/2011

24 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,403 mots·~7 min·3

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 17. August 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5811/2011/sps Urteil   v om   2 4 .   No v embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richter Thomas Wespi; Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren am (…), Sri Lanka,  c/o schweizerische Vertretung in Colombo, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 17. August 2011 / N (…).

D­5811/2011 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer  ersuchte mit  an  die  schweizerische  Botschaft  in  Colombo  gerichteter  Eingabe  vom  26.  Mai  2009  (Eingang  Botschaft)  sinngemäss  um  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  in  die  Schweiz  und  um  Asylgewährung.  In  seiner  Eingabe machte  er  im Wesentlichen  geltend,  er  sei  srilankischer  Staatsangehöriger,  tamilischer  Ethnie  und  stamme aus  Jaffna. Er  sei  verheiratet  und  lebe  in Colombo. Nach  dem  Studienabschluss habe er aktiv in einem Tsunamiprogramm mitgeholfen.  Seine Aufgabe habe darin bestanden, Leute in den betroffenen Gebieten  im  Norden  und  Osten  zu  besuchen  und  ihnen  humanitäre  Hilfe  zu  gewähren.  Er  habe  Einschüchterungen  und  Drohungen  von  Leuten  erhalten,  die  gegenüber  diesem  dem  Projekt  gegensätzlich  eingestellt  gewesen seien. Er habe sich deswegen verstecken müssen. Er könne so  nicht mehr leben und müsse Sri Lanka so schnell als möglich verlassen.  Die  schweizerische  Botschaft  forderte  den  Beschwerdeführer  mit  Schreiben vom 3.  Juni 2009 unter Fristansetzung auf,  seine Vorbringen  schriftlich  und  detailliert  vorzutragen,  insbesondere  unter  dem  Gesichtspunkt  von  explizit  aufgelisteten  Fragen  respektive  Fragekomplexen (Ziff. 1 bis 4). Ferner seien allfällige weitere seinen Fall  betreffende  Beweismittel  sowie  Kopien  von  Identitätspapieren  einzureichen.  Der  Beschwerdeführer  präzisierte  gegenüber  der  schweizerischen  Botschaft  am  15.  Juli  2009  (Eingang  Botschaft)  seine  Vorbringen  und  führte aus, seit 1994 in Colombo zu leben und zusammen mit seiner Frau  für  die  B._______  gearbeitet  zu  haben.  Da  die  B._______  von  der  srilankischen Regierung verdächtigt worden sei, die Liberations Tigers of  Tamil  Eelam  (LTTE)  zu  unterstützen,  hätten  eines  Tages  Leute  des  Criminal  Investigation  Departements  (CID)  in  ihrem  Büro  eine  Razzia  durchgeführt.  In  der  Folge  sei  das  Büro  geschlossen  worden.  Im  April  2009 hätten vier unbekannte Männer sich zu Hause nach ihm erkundigt.  Aus Angst habe er fortan nicht mehr zu Hause gewohnt. Am 26. Mai 2009  sei  seine  Frau  von Unbekannten  auf  der  Strasse  bedroht worden. Man  habe seinen Aufenthaltsort in Erfahrung bringen wollen. Am 1. 2009 Juni  hätten  sich  dieselben  Männer  seiner  Frau  gegenüber  als  CID­Leute  ausgegeben,  sie  bedroht  und  die  Herausgabe  seines  (des  Beschwerdeführers)  Passes  verlangt.  Den  Verlust  des  Passes  habe  er  der  Polizei  gemeldet,  indes  aus  Angst  die  Drohungen  durch  CID­Leute 

D­5811/2011 nicht  erwähnt.  Er  lebe  weiterhin  versteckt  und  getrennt  von  Frau  und  Kind.  Er  habe  überhaupt  keinen  Schutz  und  auch  keine Möglichkeit,  in  einem anderen Teil Sri Lankas zu leben. Als Beweismittel fanden diverse Unterlagen in Kopie Eingang in die Akten  (u.a.  Identitätskarte,  Geburtsurkunde,  Polizeirapport,  zwei  Bestätigungsschreiben). B.  Am 14. Oktober 2009 sowie am 30. April, 28. Juli und 21. Dezember 2010  (Eingang Botschaft) reichte der Beschwerdeführer weitere sein Verfahren  betreffende Schreiben zu den Akten. C.  Im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  wurde  dem  Beschwerdeführer  mit  Schreiben des BFM vom 17. Februar 2011 mitgeteilt, dass das BFM den  rechtserheblichen  Sachverhalt  in  seiner  Angelegenheit  als  erstellt  erachte,  weshalb  eine  Anhörung  in  der  Botschaft  nicht  als  notwendig  erscheine.  Ferner  führte  es  aus,  dass  es  in  Beachtung  sämtlicher  entscheidender  Faktoren  im  Zusammenhang  mit  Auslandsgesuchen  sowie gestützt  auf  seinen Sachvortrag das Asylgesuch abzuweisen und  ihm die Einreise in die Schweiz zu verweigern, da er insbesondere keines  Schutzes  im  Sinne  des  Asylgesetzes  bedürfe.  Unter  Fristansetzung  wurde  dem  Beschwerdeführer  die  Gelegenheit  eingeräumt,  sich  hierzu  schriftlich zu äussern. Am 21. März 2011 (Eingang Botschaft) reichte der  Beschwerdeführer die Stellungnahme ein. D.  Mit  Verfügung  vom  17.  August  2011  wies  das  BFM  das  Einreise­  und  Asylgesuch  ab.  Im  Wesentlichen  stützte  es  seinen  Entscheid  auf  eine  fehlende,  einreise­  und  asylrelevante  Gefährdungssituation  des  Beschwerdeführers  in  seinem  Heimatland.  Mit  dem  Verweis  auf  die  Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts in BVGE 2007/30 wurde  ausgeführt,  dass  aufgrund  der  schriftlichen  Eingaben  und  in  Berücksichtigung der Stellungnahme im Rahmen des rechtlichen Gehörs  der Sachverhalt als rechtsgenüglich erstellt zu betrachten sei und deshalb  auf  eine  Anhörung  habe  verzichtet  werden  können.  Unter  Darlegung  eines zeitgeschichtlichen Abrisses hinsichtlich der Situation  in Sri Lanka  wurde  alsdann  zur  Begründung  ausgeführt,  seine  Vorbringen  bezüglich  einer  Verfolgung  durch  die  srilankischen  Behörden  seien  nicht  einreiserelevant  (gemäss  eigenen  Angaben  sei  er  nie  bei  den  LTTE 

D­5811/2011 involviert gewesen; mehrere Jahre zurückliegende Aktivitäten zugunsten  der  B._______  und  sofortige  Einstellung  diesbezüglicher  Aktivitäten  als  man  das  Büro  der  B._______  wegen  des  Verdachts  der  Unterstützung  der  LTTE  verboten  habe;  geringes  politisches  Profil  des  Beschwerdeführers;  keine  konkret  geltend  gemachten  Verfolgungsmassnahmen seitens der srilankischen Behörden wegen des  Verdachts,  Kontakte  zur  LTTE  zu  unterhalten;  Vorgehensweise  des  srilankischen Staates  im Falle eines ernsthaften Verdachts). Die geltend  gemachte Verfolgung und Drohungen durch unbekannte Männer, welche  sich  einmal  als  CID­Leute  ausgegeben  hätten,  seien  Übergriffe  Dritter.  Der  Beschwerdeführer  habe  die  Möglichkeit,  sich  an  die  lokalen  zuständigen Behörden  zu wenden,  um Schutz  zu  ersuchen. Den Akten  könnten  keine Hinweise  entnommen werden, welche  in  seinem Fall  auf  eine grundsätzliche Schutzunwilligkeit des Staates hindeuten würden. Die  eingereichten  Dokumente  vermöchten  daran  nichts  zu  ändern,  da  sich  diese  lediglich  auf  seine  Vorbringen  stützen  würden.  Auch  könne  bei  offensichtlich fehlender Schutzbedürftigkeit darauf verzichtet werden, auf  allfällige  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Asylvorbringen  einzugehen.  Zusammenfassend  sei  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  nicht  schutzbedürftig  im Sinne des Asylgesetzes sei, weshalb das Asylgesuch  abzulehnen und die Einreise in die Schweiz nicht zu bewilligen sei. Die  schweizerische  Botschaft  in  Colombo  stellte  dem  BFM  am  1.  November  2011  den  Rückschein  zu,  aus  dem  hervorgeht,  dass   die  Verfügung  vom  17.  August  2011  dem  Beschwerdeführer  am  10.  September 2011 eröffnet worden ist. E.  Mit  in  Englisch  verfasster  Beschwerde  vom  7.  Oktober  2011  (Eingang  Botschaft)  beantragte  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht sinngemäss die Aufhebung der angefochtenen  Verfügung.  Unter  Beilage  bereits  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichter  Schreiben  und  Dokumente  wiederholte  er  grundsätzlich  nochmals den geltend gemachten Sachverhalt und führte unter anderem  aus,  im  Falle  einer  Anhörung  könne  er  die  gegenwärtige  Situation  klar  erklären. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1. 

D­5811/2011 1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden Beschwerde und entscheidet auf dem Gebiet des Asyls  in  der  Regel  endgültig  (Art. 105  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  [AsylG,  SR 142.31];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes  abgefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  entsprechenden  Beschwerdeverbesserung im Sinne von Art. 52 VwVG kann jedoch aus  prozessökonomischen  Gründen  verzichtet  werden,  da  die  englischsprachige Beschwerdeeingabe  verständlich  ist,  so  dass  ohne  weiteres  darüber  befunden  werden  kann.  Der  vorliegende  Entscheid  ergeht  indessen  in  deutscher  Sprache  (Art.  33a  Abs.  2  VwVG  i.V.m.  Art. 6 AsylG) 1.4.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise Änderung. Er ist daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  (Art. 105  und  Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde  ist  einzutreten.Die  Beschwerde  ist  frist­  und  grundsätzlich  –  abgesehen  vom  sprachlichen  Mangel –  formgerecht eingereicht.  2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  Über offensichtlich unbegründete Beschwerden wird in einzelrichterlicher 

D­5811/2011 Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten  Richterin  entschieden  (Art. 111  Bst. e  AsylG).  Wie  nachstehend  aufgezeigt,  handelt  es  sich  vorliegend  um  eine  solche,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG). Gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  wurde  vorliegend  auf  die  Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 4.  4.1. Ein Asylgesuch kann gemäss Art. 19 AsylG  im Ausland bei einer  schweizerischen Vertretung gestellt werden,  die  es mit  einem Bericht  an  das  Bundesamt  überweist  (Art. 20  Abs. 1  AsylG).  Hinsichtlich  des  Verfahrens  bei  der  schweizerischen  Vertretung  im  Ausland  sieht  Art. 10  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1,  SR  142.311)  vor,  dass  diese  mit  der  asylsuchenden Person in der Regel eine Befragung durchführt (Art. 10  Abs. 1  AsylV 1).  Ist  dies  nicht  möglich,  so  wird  die  asylsuchende  Person  von  der  Vertretung  aufgefordert,  ihre  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  (Art.  10  Abs. 2  AsylV  1).  Das  Bundesverwaltungsgericht  hat  in  Auslegung  dieser  Bestimmungen  in  BVGE  2007/30  erkannt,  dass  sich  die  Unmöglichkeit  einer  Befragung  aus  organisatorischen  oder  kapazitätsmässigen  Gründen  bei  der  jeweiligen  Vertretung,  aus  faktischen  Hindernissen  im  betreffenden  Land  oder  aus  bei  der  asylsuchenden Person liegenden persönlichen Gründen ergeben kann  (vgl.  BVGE  a.a.O.  E.  5.2  und  5.3).  Da  die  Anhörung  der  Sachverhaltserstellung  sowie  der Gewährung  des  rechtlichen Gehörs  dient  (vgl.  BVGE  a.a.O.  E.  5.5),  ist  die  asylsuchende  Person  bei  gegebener  Unmöglichkeit  einer  Anhörung  unter  Hinweis  auf  ihre  Mitwirkungspflicht  in  einem  individualisierten  Schreiben  mittels  konkreter Fragen aufzufordern, ihre Asylgründe schriftlich festzuhalten;  ein standardisiertes Schreiben vermag diesen Anforderungen damit  in  aller  Regel  nicht  zu  genügen  (vgl.  BVGE  a.a.O.  E.  5.4).  Allerdings  kann  sich  eine  Befragung  beziehungsweise  eine  schriftliche  Sachverhaltsabklärung  erübrigen,  wenn  der  Sachverhalt  bereits  aufgrund  des  eingereichten  Asylgesuchs  als  entscheidreif  erstellt  erscheint;  der  asylsuchenden  Person  ist  aber  diesfalls  immerhin  im  Sinne des rechtlichen Gehörs die Gelegenheit zu geben, sich zu einem  abzusehenden  negativen  Entscheid  zumindest  schriftlich  zu  äussern  (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.7). Schliesslich ist das Bundesamt in jedem Fall 

D­5811/2011 gehalten, das Absehen von einer Befragung in der Verfügung über das  Asylgesuch zu begründen (vgl. BVGE a.a.O. E. 5.6 sowie 5.7). 4.2.  Im  vorliegenden  Fall  wurde  der  Beschwerdeführer  von  der  schweizerischen Botschaft in Colombo zu seinem Asylgesuch vom 26.  Mai  2009  (Eingang  Botschaft)  nicht  angehört.  Indes  wurde  er  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  mittels  Schreiben  vom  17.  Februar  2011 zur weiteren Konkretisierung seiner Asylgründe aufgefordert (vgl.  Bst.  C  hiervor).  In  Verbindung mit  den  bereits  vorgängig  enthaltenen  Fragestellungen  sowie  den  entsprechenden  Antworten  des  Beschwerdeführers dazu (vgl. Bst. A Abschnitt 2 und 3 hiervor) konnte  das BFM  letztlich  ohne weiteres  davon ausgehen,  dass  sämtliche  für  die  Beurteilung  des  Asylgesuches  aus  dem  Ausland  notwendigen  Aspekte  abgedeckt  waren,  namentlich  die  genauen  Personalien  der  asylsuchenden  Person,  die  detaillierten  Asylvorbringen,  die  unternommenen  Massnahmen  zur  Schutzsuche  oder  die  Möglichkeit  einer  innerstaatlichen  Fluchtalternative.  Der    Beschwerdeführer  beantwortete  die  ihm  gestellten  Fragen  jeweils    ausführlich  und  unterlegte  seine  Angaben  aufforderungsgemäss  mit  entsprechenden  Beweismitteln  unterlegt.  Dabei  ist  festzustellen,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  in  sämtlichen  seiner  Eingaben  (Bst.  A,  B,  und  C  hiervor)  grundsätzlich auf  den gleichen Sachverhalt  berief. Bei  dieser  Sachlage  ist  festzuhalten,  dass  im  vorliegenden  Verfahren  dem  Anspruch  des  Beschwerdeführers  auf  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs Rechnung getragen und der entscheidwesentliche Sachverhalt  in genügender Weise und umfassend abgeklärt wurde. 4.3.  Die  Vorinstanz  hat  sodann  in  der  angefochtenen  Verfügung  begründet,  weshalb  auf  eine  persönliche  Anhörung  verzichtet  wurde.  Damit ist sie ihrer diesbezüglichen Begründungspflicht nachgekommen  (II/ Ziff. 1 der angefochtenen Verfügung). 5.  5.1.  Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen,  wenn  die  asylsuchenden  Personen  keine  Verfolgung  glaubhaft machen können oder ihnen die Aufnahme in einem Drittstaat  zugemutet werden kann. Glaubhaft machen heisst, wenn die Behörde  ihr Vorhandensein mit  überwiegender Wahrscheinlichkeit  für gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen,  die  in  wesentlichen  Punkten  zu  wenig  begründet  oder  in  sich  widersprüchlich  sind,  den  Tatsachen  nicht  entsprechen  oder  massgeblich  auf  gefälschte  oder 

D­5811/2011 verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (vgl.  Art.  3,  Art.  7  und  Art. 52 Abs. 2 AsylG). 5.2. Gemäss  Art.  20  Abs.  2  AsylG  bewilligt  das  BFM Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhaltes,  wenn  ihnen  nicht  zugemutet  werden  kann,  im  Wohnsitz­  oder  Aufenthaltsstaat  zu  bleiben  oder  in  ein  anderes  Land  auszureisen.  Gestützt  auf  Art.  20  Abs. 3 AsylG kann das eidgenössische Justiz­ und Polizeidepartement  (EJPD) schweizerische Vertretungen ermächtigen, Asylsuchenden die  Einreise  zu  bewilligen,  die  glaubhaft machen,  dass  eine  unmittelbare  Gefahr für Leib und Leben oder für die Freiheit aus einem Grund nach  Art. 3 Abs. 1 AsylG bestehe. 5.3. Bei  diesem  Entscheid  gelten  restriktive  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen Gefährdung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  sind  namentlich  die  Beziehungsnähe  zur  Schweiz,  die  Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  Möglichkeit und objektive Zumutbarkeit zur anderweitigen Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen (vgl. Entscheidungen  und Mitteilungen der Schweizerischen Asylrekurskommission [EMARK]  1997 Nr.  15 E. 2.e­g S. 131  ff.;  die dort  akzentuierte Praxis hat  nach  bloss  redaktionellen  Änderungen  bei  der  letzten  Totalrevision  des  Asylgesetzes nach wie vor Gültigkeit). 6.  Mit  der  Vorinstanz  ist  festzuhalten,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers weder einreise­ noch asylrelevant  sind. Die von  ihm  geschilderte  Verfolgungssituation  durch  die  srilankischen  Behörden  vermag  nicht  zu  überzeugen.  Den  im  Zusammenhang  mit  seinem  Sachvortrag  eingereichten  Beweismitteln  ist  keine  weitere  Bedeutung  beizumessen,  da  in  casu  den  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  die  asylrechtlicher  Relevanz  abzusprechen  ist.  Zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  kann  daher  vollumfänglich  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  der  Vorinstanz  in  der  angefochtenen  Verfügung verwiesen werden. Ihnen ist nichts mehr hinzuzufügen. Die  Vorbringen  in  der  Rechtsmitteleingabe  sind  nicht  geeignet,  eine  Änderung  der  angefochtenen  Verfügung  zu  bewirken.  Der  Sachverhalt  bleibt unverändert. Der Beschwerdeführer begnügt sich damit, nochmals 

D­5811/2011 eine  Kopie  seiner  Eingabe  vom  15.  Juli  2009  und  Kopien  von  bereits  eingereichten Dokumenten (vgl. vgl. Bst. A Abschnitt 3 und 4 hiervor) der  Beschwerde  beizulegen.  Eine  Auseinandersetzung  mit  der  vorinstanzlichen  Argumentation  unterbleibt  jedoch.  Auch  mit  den  nicht  über  Allgemeinplätze  hinausgehenden  Ausführungen  wird  noch  keine  individuelle Betroffenheit  im Sinne  des Asylgesetzes  dargetan,  vielmehr  ist  festzustellen, dass nähere Hinweise oder Aufschlüsse für eine (asyl­)  relevante  Gefährdungssituation  des  Beschwerdeführers  fehlen.  Angesichts  dieser  eindeutigen  Sachlage  erübrigen  sich  weitere  Erörterungen. 7.  Zusammenfassend  ist  festzustellen,  dass  der  Beschwerdeführer  keine  Verfolgung  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  glaubhaft  machen  konnte.  Das  BFM  hat  demnach  zu  Recht  die  Einreise  in  die  Schweiz  nicht  bewilligt  und das Asylgesuch abgelehnt. 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art.  63  Abs. 1  VwVG).  Aus  verwaltungsökonomischen  Gründen  sowie  in  Anwendung  von  Art. 63  Abs. 1  in  fine  VwVG  und  Art.  2  und  6  Bst. b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2)  ist  vorliegend  jedoch  auf die Erhebung von Verfahrenskosten zu verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­5811/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten auferlegt.  3.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  die  schweizerische  Botschaft in Colombo und an das BFM. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand:

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