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Bundesverwaltungsgericht 25.10.2011 D-5696/2011

25 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,490 mots·~7 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (erneutes Asylverfahren Schweiz) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 10. Oktober 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5696/2011 Urteil   v om   2 5 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;    Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, alias C._______, geboren D._______, alias E._______, geboren F._______, Äthiopien, vertreten durch lic. iur. Tarig Hassan, LL.M.,  G._______, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 10. Oktober 2011 / N_______.

D­5696/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  der  Beschwerdeführer  –  ein  Staatsangehöriger  von  Äthiopien,  eigenen  Angaben  zufolge  ein  ethnischer  Oromo  aus  H._______  –  am  29. März 2004 in der Schweiz ein erstes Gesuch um Asyl einreichte, dass  sich  nach  Erkenntnis  des  damaligen  Bundesamtes  für  Flüchtlinge  (BFF;  heute  Teil  des  BFM)  der  Beschwerdeführer  im  Jahre  2003  in  I._______  aufgehalten  und  dort  erfolglos  ein  Asylverfahren  durchlaufen  hatte, dass  das  BFF  namentlich  vor  diesem  Hintergrund  mit  Verfügung  vom  2. September  2004  –  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  f  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  –  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  dessen  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  anordnete, dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob,  worauf  das  Bundesverwaltungsgericht  die  vorgenannte  Verfügung  mit  Urteil  vom  28.  April  2008  aufhob  und  die  Sache  zur  materiellen  Behandlung des Asylgesuches ans BFM zurückwies, dass  das  BFM  in  der  Folge  mit  Verfügung  vom  17.  Oktober  2008  das  Asylgesuch  ablehnte  und  wiederum  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  aus  der  Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  anordnete,  und  dabei  die  geltend  gemachte  Furcht  vor  Verhaftung  als  offenkundig  unglaubhaft  erkannte,  da  sich  der  Beschwerdeführer  im  angeblich  ausreiserelevanten  Zeitraum  –  im  Jahr  2003  –  bereits  in  I._______ aufgehalten hatte, und die für das Jahr 2001 geltend gemachte  kurzzeitige Inhaftierung als nicht asylrelevant erklärte, dass der Beschwerdeführer gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob,  worauf das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 10. Dezember 2008  die Beschwerde als offensichtlich unbegründet abwies, dass der Beschwerdeführer am 14. Januar 2009 beim BFM sinngemäss  ein zweites Asylgesuch stellte, wobei er zur Begründung seines Gesuchs  zur  Hauptsache  auf  sein  exilpolitisches  Engagement  im  Kreise  der  Organisation  J._______  und  namentlich  die  Teilnahme  an  Demonstrationen,  das  Verfassen  von  Artikeln  und  das  Verteilen  von  Flugblättern geltend machte,

D­5696/2011 dass  das  BFM  mit  dem  Beschwerdeführer  eine  Anhörung  zu  seinen  neuen Gesuchsgründen durchführte, dass das BFM  in der Folge mit Verfügung vom 8. Juni 2009 das zweite  Asylgesuch ablehnte und erneut die Wegweisung des Beschwerdeführers  aus der Schweiz sowie den Wegweisungsvollzug anordnete, dass der Beschwerdeführer  gegen diesen Entscheid Beschwerde erhob  und  das  Bundesverwaltungsgericht  mit  Urteil  vom  7.  Juli  2009  die  Beschwerde als offensichtlich unbegründet abwies, dass  der  Beschwerdeführer  am  12.  August  2009  mit  einem  dritten  Asylgesuch ans BFM gelangte, wobei er sein Gesuch mit einem weiterhin  andauernden exilpolitischen Engagement, nunmehr namentlich im Kreise  der Oppositionsbewegung K._______ begründete, dass  das  BFM  auf  eine  neuerliche  Anhörung  des  Beschwerdeführers  verzichtete und mit Verfügung vom 27. Januar 2010 – in Anwendung von  Art. 32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  –  auf  das  dritte  Asylgesuch  nicht  eintrat,  wiederum  verbunden  mit  der  Anordnung  der  Wegweisung  aus  der  Schweiz und des Wegweisungsvollzuges, wobei dem Beschwerdeführer  ferner eine Gebühr von Fr. 600.– auferlegt wurde, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 8. Februar 2010 eine  dagegen erhobene Beschwerde als offensichtlich unbegründet abwies, dass  der  Beschwerdeführer  am  23.  Juli  2010  mit  einem  vierten  Asylgesuch  ans  BFM  gelangte,  wobei  er  sein  Gesuch  wiederum  mit  einem  weiterhin  andauernden  exilpolitischen  Engagement,  nunmehr  namentlich  im  Kreise  der  Gruppierungen  L._______  und  M._______  begründete,  wobei  er  als  Beweismittel  ein  Bestätigungsschreiben  der  L._______ vom 9. Juni 2010, ein Bestätigungsschreiben der M._______  vom 7. Juni 2010 und diverse Presseartikel zu den Akten reichte, dass  das  BFM  erneut  auf  eine  Anhörung  des  Beschwerdeführers  verzichtete  und  mit  Verfügung  vom  4.  August  2010  –  wiederum  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  –  auch  auf  das  vierte  Asylgesuch  nicht  eintrat,  abermals  verbunden  mit  der  Anordnung  der  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  des  Wegweisungsvollzugs  und  der  Auferlegung einer Gebühr von Fr. 600.–,

D­5696/2011 dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 16. August 2010 eine  dagegen erhobene Beschwerde ebenfalls als offensichtlich unbegründet  abwies, dass  der  Beschwerdeführer  am  16.  September  2011  schliesslich  sein  fünftes Asylgesuch einreichte und er unter Beilage von Beweismitteln  im  Wesentlichen  geltend  machte,  seit  1.  Mai  2011  aktives  Mitglied  der  N._______ und folglich immer noch exilpolitisch aktiv zu sein, er sich auf  der Website der O._______ geäussert habe und in Äthiopien seit August  2009  ein  Antiterrorgesetz  in  Kraft  sei,  welches  ihn  im  Falle  einer  Rückkehr in sein Heimatland konkret gefährde, dass  das BFM mit  Verfügung  vom 10. Oktober  2011  –  eröffnet  am  11.  Oktober 2011 –  in Anwendung von Art. 32 Abs. 2 Bst.  e AsylG auf das  Asylgesuch  nicht  eintrat,  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  sowie  den  Vollzug anordnete und dem Beschwerdeführer eine Gebühr von Fr. 600.–  auferlegte, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Eingabe  vom  14.  Oktober  2011 –  handelnd  durch  seinen Rechtsvertreter  –  gegen  diesen Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und er die Aufhebung der  angefochtenen  Verfügung  sowie  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz zwecks materieller Prüfung seines Asylgesuchs beantragte,  dass er  in prozessualer Hinsicht um die Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege und Rechtsverbeiständung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und  2  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  sowie  um  Verzicht  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses ersuchte, dass  zudem  der  Kanton  P._______  anzuweisen  sei,  umgehend  eine  ordentliche Bewilligung für Asylsuchende (N­Bewilligung) auszustellen, dass  mit  der  Rechtsmitteleingabe  neue  Beweismittel  zur  Bestärkung  seines  exilpolitischen  Profils  –  die  Kopie  eines  Bestätigungsschreibens  vom  13.  Oktober  2011  des  Executive  Director  of  Q._______  und  ein  Ausdruck der O._______ vom 3. September 2011 – eingereicht wurden, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  17.  Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),

D­5696/2011 dass das Bestätigungsschreiben der Q._______ am 19. Oktober 2011 im  Original beim Bundesverwaltungsgericht eintraf, und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), eine solche Ausnahme im Sinne von Art.  83  Bst.  d  Ziff.  1  BGG  in  casu  jedoch  nicht  vorliegt,  weshalb  das  Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass sich das Verfahren nach dem VwVG richtet, soweit das VGG oder  das AsylG nichts anderes bestimmen (Art. 6 und 105 AsylG sowie Art. 37  VGG), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass somit auf die frist­ und formgerecht eingereichte Beschwerde – mit  nachfolgender  Einschränkung  –  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 52 Abs. 1 VwVG), dass auf die Beschwerde, soweit der Beschwerdeführer darin beantragt,  es  sei  die  kantonale  Migrationsbehörde  anzuweisen,  ihm  einen  N­ Ausweis  auszustellen,  mangels  Zuständigkeit  nicht  einzutreten  ist  (vgl.  Art.  30  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999  über  Verfahrensfragen [AsylV 1, SR 142.311]) dass mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG),

D­5696/2011 dass  die  vorliegende  Beschwerde  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt –  offensichtlich  unbegründet  ist,  weshalb  darüber  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin zu entscheiden ist (Art. 111 Bst. e AsylG),  dass  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten  und  der  Entscheid  nur  summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 1 und 2 AsylG), dass die Beurteilung von Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide  gemäss Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG, mit denen es das BFM ablehnt, ein  erneutes  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen,  grundsätzlich auf die Frage beschränkt ist, ob die Vorinstanz zu Recht auf  das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  das  Bundesverwaltungsgericht  –  sofern  es  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt und die Sache zur neuen Entscheidung an das BFM zurückweist, dass  das  BFM  demgegenüber  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  geprüft  hat,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich volle Kognition zukommt, dass  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  auf  ein  Asylgesuch  unter  anderem dann nicht eingetreten wird, wenn die asylsuchende Person  in  der  Schweiz  bereits  ein Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  hat,  ausser  es gebe Hinweise,  in der Zwischenzeit seien Ereignisse eingetreten, die  geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft  zu begründen, oder die  für die  Gewährung vorübergehenden Schutzes relevant sind, dass  bei  der  Prüfung  eines  erneuten  Gesuches  nur  Ereignisse  als  relevant  zu  erkennen  sind,  welche  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art.  3  AsylG  zu  begründen  vermögen,  wobei  die  diesbezüglichen  Hinweise  jedoch  nur  einem  tiefen Beweismass  genügen müssen,  damit  ein  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG ausser Betracht fällt (vgl. dazu BVGE 2009/53 E. 4.2), dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  bereits  vier  Asylverfahren  erfolglos  durchlaufen  hat  und  er  sich  inzwischen  in  seinem  fünften  Asylverfahren befindet,

D­5696/2011 dass die Vorinstanz  im Wesentlichen ausführte, es hätten sich seit dem  rechtskräftigen  Abschluss  des  vorhergehenden  Asylverfahrens  keine  Hinweise  aus  den  Akten  ergeben,  welche  geeignet  seien,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen  oder  für  die  Gewährung  des  vorübergehenden Schutzes von Bedeutung sein könnten, dass  die  geltend  gemachten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  im  Wesentlichen  identisch  seien  mit  denjenigen,  die  er  bereits  in  seinem  zweiten, dritten und vierten Asylgesuch vorgebracht habe, dass  der  Beschwerdeführer  im  Rahmen  der  bisher  durchlaufenen  Asylverfahren keine politisch motivierte Verfolgung durch die äthiopischen  Behörden  habe  glaubhaft  machen  können  und  entsprechend  bereits  mehrfach  festgestellt worden sei, es bestehe kein Anlass zur Annahme,  er sei vor seiner Ausreise aus Äthiopien als regimefeindliche Person oder  als politischer Aktivist von den äthiopischen Behörden registriert worden, dass die  neuen Vorbringen  keine  veränderte Sichtweise des politischen  Profils  des  Beschwerdeführers  seit  dem  letzten  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  zu  bewirken  vermöchten,  zumal  keine  Hinweise  bestehen  würden,  die  darauf  schliessen  liessen,  die  äthiopischen  Behörden  wüssten  um  die  Mitgliedschaft  des  Beschwerdeführers  bei  der  N._______  und  hätten  gestützt  darauf  Massnahmen zu seinem Nachteil eingeleitet, dass der Beschwerdeführer in seiner Rechtsmitteleingabe unter anderem  ausführte,  in  seinem  neuen  Asylgesuch  Hinweise  geltend  zu  machen,  welche geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, weshalb  ein  Nichteintretensentscheid  gemäss  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  nicht  statthaft sei, dass  das  BFM  einen  Gebührenvorschuss  trotz  seiner  ausgewiesenen  Bedürftigkeit erhoben und  im Sinne einer antizipierten Beweiswürdigung  gefolgert  habe,  die  Art  des  geltend  gemachten  exilpolitischen  Engagements  sei  nicht  geeignet,  eine  asylrelevante  Gefährdung  zu  begründen,  dass  seine  Eingabe  vom  16.  September  2011  mit  subjektiven  Nachfluchtgründen  begründet  und  anhand  von  entsprechendem  Beweismaterial  belegt  worden  sei,  sich  im  Vergleich  zu  den  früher  eingereichten  Asylgesuchen  nicht  nur  eine  Intensivierung  seines  politischen  Engagements,  sondern  auch  eine  verstärkte  Gefahr  einer 

D­5696/2011 asylrelevanten  Verfolgung  aufgrund  der  Änderung  der  Rechtslage  in  Äthiopien  bestehe,  zumal  seit  August  2009  ein Antiterrorgesetz  in  Kraft  getreten sei, welches den Beschwerdeführer  im Falle einer Rückkehr  in  sein  Heimatland  konkret  gefährden  würde,  er  sich  auf  der Website  der  O._______ als Kommentator geäussert habe und angesichts der neuen  Antiterrorgesetzgebung  bei  seiner  Rückkehr  nach  Äthiopien  mit  einer  Inhaftierung seitens der äthiopischen Behörden rechnen müsse, dass  der  Beschwerdeführer  unzulässigerweise  nicht  durch  das  BFM  zu  seinen  Asylgründen  angehört  worden  sei,  eine  Anhörung  zur  Veranschaulichung der Tragweite  seines Agitationspotentials und seiner  politischen  Überzeugung  unerlässlich  sei  und  sodann  der  bis  anhin  ungerechtfertigte  Verzicht  des  BFM  auf  die  Durchführung  einer  vorgängigen  Anhörung  einer  Verletzung  des  Anspruchs  auf  die  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  gleichkomme  sowie  der  Praxis  der  Vorinstanz und des Bundesverwaltungsgerichts widerspreche, dass  die  beim  BFM  gestellten  Begehren  nicht  als  von  vornherein  aussichtslos  zu  qualifizieren  (gewesen)  seien,  weshalb  folgerichtig  das  Vorliegen  der  Grundlage  für  eine  Befreiung  der  Erhebung  eines  Gebührenvorschusses  gemäss  Art.  17b  Abs.  2  AsylG  festzustellen  sei,  zumal die Bedürftigkeit des Beschwerdeführers ausgewiesen worden sei, dass somit die geltend gemachten Begehren einer materiellen Würdigung  bedürfen  würden  und  die  Vorinstanz  zu  Unrecht  gestützt  auf  Art.  17b  Abs. 3 und 4 AsylG nicht auf das Asylgesuch eingetreten sei, dass – entgegen der Ansicht des Beschwerdeführers – das BFM keinen  Gebührenvorschuss in Anwendung von Art. 17b Abs. 3 AsylG erhob und  auch  nicht  mangels  dessen  Zahlung  einen  Nichteintretensentscheid  erliess, sondern seine Verfügung gestützt auf Art. 32 Abs. 2 Bst. e AsylG  traf, dass das Bundesverwaltungsgericht die Ansicht des BFM teilt, weshalb –  um Wiederholungen zu vermeiden – auf die zutreffenden Erwägungen in  der angefochtenen Verfügung der Vorinstanz zu verweisen ist, dass  sich  der  Beschwerdeführer  mittlerweile  in  seinem  fünften  Asylverfahren befindet, wobei er zum vierten Mal geltend macht, er erfülle  die Flüchtlingseigenschaft aufgrund exilpolitischer Aktivitäten,

D­5696/2011 dass  die  Vorinstanz  mit  zutreffender  Begründung  und  Hinweis  auf  die  Praxis des Bundesverwaltungsgerichts ohne nochmalige Gewährung des  rechtlichen Gehörs beziehungsweise ohne Durchführung einer Anhörung  direkt  einen  Nichteintretensentscheid  gestützt  auf  Art.  32  Abs.  2  Bst.  e  AsylG  gefällt  hat  (vgl.  BVGE  2009/53  E.  5  S.  769  ff.,  mit  weiteren  Hinweisen),  weshalb  auf  das  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  betreffend die Verletzung des rechtlichen Gehörs nicht weiter einzugehen  und der Sachverhalt als vollständig erstellt zu erachten ist, dass  die  erneuten  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  betreffend  sein  exilpolitisches  Engagement  bei  objektiver  Betrachtung  nicht  über  seine  Vorbringen  in  den  drei  vorangegangenen  Verfahren  hinausgehen  und  wiederholt  kein  weitergehender  Gehalt  erkennbar  ist,  woran  auch  die  vorgelegten Beweismittel nichts zu ändern vermögen, dass  insbesondere  betreffend  die  angeblich  vom  Beschwerdeführer  verfassten und im Internet platzierten Kommentare festzustellen ist, dass  seine Identität mangels abgegebener Papiere weiterhin nicht feststeht, dass  in  Bezug  auf  das  äthiopische  Antiterrorgesetz,  den  Parlamentsbeschluss  vom  Juni  2011,  wonach  oppositionelle  Gruppierungen  wie  K._______  und  die  R._______  als  terroristische  Organisationen  bezeichnet  worden  seien,  sowie  den  Umstand,  dass  in  der Folge Journalisten, die über oppositionelle Aktivitäten berichtet oder  Kommentare geschrieben hätten, inhaftiert worden seien, festzuhalten ist,  dass  die  angeblich  vom  Beschwerdeführer  verfassten  und  im  Internet  publizierten  Kommentare  nicht  auf  ein  exponiertes  politisches  Profil  hinweisen,  welches  das  Interesse  der  äthiopischen  Behörden  auf  ihn  gezogen hätte, dass sein geltend gemachtes exilpolitische Engagement – entgegen den  anders  lautenden  Beschwerdevorbringen  –  weiterhin  als  niedrig  einzustufen  ist,  mithin  auch  bei  wohlwollender  Betrachtung  keinerlei  Anlass zur Annahme besteht, beim Beschwerdeführer handle es sich um  ein  exponiertes  Mitglied  der  äthiopischen  Diaspora  und  sein  exilpolitisches  Betätigungsfeld  kaum  ein  asylrelevantes  Verfolgungsinteresse  von  Seiten  der  äthiopischen  Behörden  zu  begründen vermag und somit bei dieser Sachlage seine diesbezüglichen  Vorbringen  im Ergebnis als offensichtlich unbegründet zu erkennen sind  (vgl. dazu namentlich auch die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts D­

D­5696/2011 4072/2009 vom 7. Juli 2009, ab S. 7 Mitte, D­587/2010 vom 8. Februar  2010, ab S. 8 Mitte, und D­5712/2010 vom 16. August 2010, ab S. 6), dass zusammenfassend auch im vorliegenden Verfahren kein Anlass zur  Annahme  besteht,  es  seien  seit  dem  Abschluss  des  vierten  Asylverfahrens  Ereignisse  eingetreten,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant  wären,  und  das  Bundesverwaltungsgericht  nach  der  Prüfung  der  Akten  deshalb  zum  Schluss gelangt, dass die Vorinstanz in ihrer Verfügung vom 10. Oktober  2011 zu Recht das Vorliegen von Ereignissen im Sinne von Art. 32 Abs. 2  Bst. e AsylG verneint hat und demnach zu Recht auf das Asylgesuch des  Beschwerdeführers nicht eingetreten ist, dass  die Anordnung der Wegweisung  im Einklang mit  den gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  zu  bestätigen  ist,  da  der  Beschwerdeführer –  abgesehen  vom  bisherigen  Asylbewerberstatus  –  über  keine  Aufenthaltsbewilligung  verfügt  und  auch  keinen  Anspruch  auf  Erteilung  einer solchen hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG; vgl. BVGE 2009/50 E. 9 S. 733), dass  bei  dieser  Sachlage  zu  prüfen  bleibt,  ob  es Gründe  gibt,  die  dem  Vollzug  der  Wegweisung  entgegenstehen,  da  die  Vorinstanz  eine  vorläufige Aufnahme von Ausländern anzuordnen hat, wenn der Vollzug  der  Wegweisung  als  unzulässig,  unzumutbar  oder  unmöglich  zu  erkennen  ist  (Art.  44  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  83  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  im  Falle  des  Beschwerdeführers  –  wie  bereits  in  den  vorangegangenen Verfahren  festgestellt – keine Gründe ersichtlich sind,  die  in  rechtserheblicher  Weise  gegen  den  vom  BFM  angeordneten  Vollzug  der  Wegweisung  sprechen,  mithin  von  der  Zulässigkeit,  Zumutbarkeit und Möglichkeit des Wegweisungsvollzuges auszugehen ist  (vgl. dazu Art. 83 Abs. 2 ­ 4 AuG), dass  sich  namentlich  keine  Änderung  der  Verhältnisse  des  Beschwerdeführers ergeben hat, weshalb auf die bisherigen Erwägungen  zu  verweisen  ist  (vgl.  die  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  D­ 7185/2008 vom 10. Dezember 2008, ab S. 8 Mitte, D­4072/2009 vom 7.  Juli 2009, ab S. 11, D­587/2010 vom 8. Februar 2010, S. 9 Mitte, und D­ 5712/2010 vom 16. August 2010, ab S. 7 unten),

D­5696/2011 dass  bei  dieser  Sachlage  die  Anordnung  einer  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  fällt,  womit  der  Wegweisungsvollzug  zu  Recht  angeordnet wurde, dass  somit  die  Vorinstanz  –  entgegen  der  Auffassung  des  Beschwerdeführers  handelt  es  sich,  wie  erwähnt,  nicht  um  einen  Gebührenvorschuss für die Prüfung des neuen Asylgesuches in der Höhe  der mutmasslichen Verfahrenskosten im Sinne von Art. 17b Abs. 3 AsylG  – nach dem Nichteintreten auf das fünfte Gesuch des Beschwerdeführers  zu Recht eine Gebühr erhob (vgl. Art. 17b Abs. 1 und 4 AsylG),  dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen  und  die  eingereichte  Beschwerde  als  offensichtlich  unbegründet abzuweisen ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  mit  vorliegendem  Entscheid  das  Gesuch  um  Befreiung  von  der  Kostenvorschusspflicht (Art. 63 Abs. 4 VwVG) gegenstandslos wird, dass die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege und  Rechtsverbeiständung (im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG) – trotz  allfälliger  Bedürftigkeit  –  abzuweisen  sind,  da  sich  die  gestellten  Beschwerdebegehren von Anfang an als aussichtslos erwiesen haben, dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Kosten von Fr. 600.– dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  sind  (vgl.  dazu  Art.  63  Abs.  1  VwVG  sowie Art. 1 ­ 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). (Dispositiv nächste Seite)

D­5696/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2. Die  Gesuche  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  und  Rechtsverbeiständung werden abgewiesen. 3. Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4. Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde.  Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand:

D-5696/2011 — Bundesverwaltungsgericht 25.10.2011 D-5696/2011 — Swissrulings