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Bundesverwaltungsgericht 21.10.2011 D-5661/2011

21 octobre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,075 mots·~5 min·3

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 7. Oktober 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­5661/2011 Urteil   v om   2 1 .   O k t ob e r   2011 Besetzung Einzelrichter Martin Zoller, mit Zustimmung von Richter Walter Stöckli;   Gerichtsschreiberin Susanne Burgherr. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien,  (…),   Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 7. Oktober 2011 / N (…).

D­5661/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass der Beschwerdeführer am 16. August 2011 in der Schweiz um Asyl  nachsuchte, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum B._______ vom 24. August 2011 (vgl. Vorakten A5/9)  im  Wesentlichen  geltend  machte,  er  habe  in  seinem  Heimatort  C._______ an Demonstrationen teilgenommen,  dass er  letztmals am 22. Juli 2011 demonstriert habe und am folgenden  Tag  nach  D._______  gefahren  sei,  von  wo  aus  ihn  ein  Schlepper  am  5. August 2011 in den Libanon gebracht habe, dass  er  von  dort  aus  am  12. August  2011  in  ein  ihm  unbekanntes  europäisches Land geflogen sei,  dass  der  Beschwerdeführer  auf  Vorhalt  des  Eurodac­Treffers  vom  5. August  2011  (Asylgesuchseinreichung  in  Rom­Fiumicino)  einräumte,  dass  der  geschilderte  Reiseweg  nicht  der  Wahrheit  entspreche  (vgl.  A6/3),  dass er vielmehr am 29. Juli 2011 von D._______ nach E._______ und  von dort aus am 31. Juli 2011 nach Rom geflogen sei, wo ihn die Polizei  im Transitbereich des Flughafens Fiumicino aufgegriffen habe,  dass  er  daktyloskopisch  erfasst  worden  sei  und  ein  Schreiben  erhalten  habe,  dessen  Inhalt  er  nicht  genau  verstanden  habe,  er  aber  davon  ausgehe, dass es eine Aufforderung gewesen sei, Italien zu verlassen,  dass er nicht nach  Italien zurückkehren wolle, da er befürchte,  von dort  nach Syrien ausgeschafft zu werden, und zudem einige Freunde von den  italienischen Behörden zusammengeschlagen worden seien, dass bezüglich der weiteren Aussagen beziehungsweise der Einzelheiten  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten  verwiesen wird (vgl. Akten Vorinstanz A5 und A6),  dass  das  BFM  aufgrund  der  Daktyloskopierung  (Eurodac)  des  Beschwerdeführers  in  Italien  vom  5. August  2011  (Asylgesuchseinreichung  in Rom­Fiumicino) am 19. September 2011 ein  Übernahmeersuchen  an  die  italienischen  Behörden  stellte,  welches  unbeantwortet blieb, 

D­5661/2011 dass das BFM in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes  vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch mit Verfügung  vom 7. Oktober 2011 – eröffnet am 12. Oktober 2011 – nicht eintrat, die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Italien  und  den  Wegweisungsvollzug  anordnete  und  gleichzeitig  feststellte,  dass  einer  allfälligen Beschwerde keine aufschiebende Wirkung zukomme,  dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  Italien  sei  gestützt  auf  das  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA],  SR 0.142.392.689)  und  das Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft,  der  Republik  Island und dem Königreich Norwegen über die Umsetzung, Anwendung  und Entwicklung des Schengen­Besitzstands und über die Kriterien und  Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die Prüfung eines  in  der  Schweiz,  in  Island  oder  in  Norwegen  gestellten  Asylantrags  (Übereinkommen  vom  17. Dezember  2004,  SR 0.362.32)  für  die  Durchführung des Asylverfahrens zuständig,  dass  angesichts  dessen,  dass  Italien  innert  Frist  keine  Antwort  erteilt  habe, die Zuständigkeit gestützt auf Art. 20 Abs. 1 Bst. c der Verordnung  [EG] Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur Festlegung der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO),  auf  Italien  übergegangen sei,  dass die Rückführung – vorbehältlich einer allfälligen Unterbrechung oder  Verlängerung  gemäss  Art. 19  f.  Dublin­II­VO  –  bis  am  4. April  2012  zu  erfolgen habe, dass daher auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht einzutreten  und dessen Wegweisung aus der Schweiz anzuordnen sei,  dass  der  Beschwerdeführer  in  einen  Drittstaat  reisen  könne,  in  dem  er  Schutz  vor  Rückschiebung  im  Sinne  von  Art. 5  Abs. 1  AsylG  fände,  weshalb  das  Non­Refoulement­Gebot  bezüglich  des  Heimat­  oder  Herkunftsstaats  nicht  zu  prüfen  sei,  und  ferner  für  den  Fall  einer  Rückkehr nach Italien keine Hinweise auf eine Verletzung von Art. 3 der 

D­5661/2011 Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) bestehen würden, dass hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geäusserten Furcht vor einer  Rückschiebung  von  Italien  nach  Syrien  festzuhalten  sei,  dass  Italien  Signatarstaat des Abkommens vom 28. Juli 1951 über die Rechtsstellung  der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30), der EMRK und des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  sei,  und  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorlägen,  wonach  Italien  sich  nicht  an  die  daraus  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot,  halten  würde, dass weder die  in  Italien herrschende allgemeine Situation noch andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diesen  Staat sprechen würden,  dass  bezüglich  des  Einwands  des  Beschwerdeführers,  Freunde  seien  von  den  italienischen  Behörden  zusammengeschlagen  worden,  festzuhalten sei, dass keine konkreten Hinweise dafür vorlägen, wonach  die  italienischen Behörden  systematisch  oder  in  grober Weise  geltende  Normen verletzen würden, sondern grundsätzlich davon auszugehen sei,  dass diese korrekt handeln würden,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  bei  allfälligen  Vorfällen  an  die  zuständigen juristischen Instanzen wenden könne,  dass  der  Wegweisungsvollzug  zudem  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar sei, dass der Beschwerdeführer dagegen mit Eingabe vom 13. Oktober 2011  beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob, worin um Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  um  Anweisung  des  BFM,  auf  das  Asylgesuch einzutreten, eventualiter um Anweisung des BFM, sein Recht  zum Selbsteintritt  auszuüben und  sich  für  das Asylgesuch  zuständig  zu  erklären, ersucht wurde, dass  in  prozessualer  Hinsicht  beantragt  wurde,  der  Beschwerde  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  die  aufschiebende  Wirkung  zuzuerkennen, 

D­5661/2011 dass  zudem um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968  über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) und um Verzicht auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  ersucht  wurde,  wobei  die  Nachreichung  einer  Fürsorgeabhängigkeitsbestätigung  in  Aussicht  gestellt wurde,  dass  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  befürchte,  von  Italien  nach  Syrien,  dessen  politische  Situation  hinlänglich  bekannt  sei, ausgeschafft zu werden,  dass  die  Existenzbedingungen  für  Asylsuchende  und  anerkannte  Flüchtlinge  in  Italien  unzumutbar  seien  und  das  dortige  Asylverfahren  nicht den Anforderungen der EMRK entspreche,  dass  er  sich  zudem  auf  den  Grundsatz  der  Familieneinheit  berufe,  da  seine (Verwandte) in der Schweiz lebe,  dass  auf  die  weitere  Begründung  der  Beschwerde  –  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich  –  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  einzugehen  ist,  dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  17. Oktober  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG),  und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i. V. m. Art. 31­33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung hat und daher zur Einreichung der Beschwerde  legitimiert  ist,  weshalb  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37  VGG und Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG), 

D­5661/2011 dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  entschieden  wird  (Art. 111  Bst. e  AsylG),  und  es  sich  vorliegend  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt – um eine solche handelt, weshalb der Beschwerdeentscheid  nur summarisch zu begründen ist (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  auf  einen  Schriftwechsel  verzichtet wurde,  dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,  dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  der  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  sich  die  vorinstanzlichen  Erwägungen  aufgrund  der  Akten  als  zutreffend erweisen, weshalb zur Vermeidung von Wiederholungen vorab  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen Verfügung verwiesen werden kann,  dass  der  vorgängige  Aufenthalt  in  Italien  und  die  stillschweigende  Zustimmung  Italiens  zur  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers  aufgrund der Aktenlage feststehen,  dass  die  geltend  gemachten  Asylgründe  daher  in  Italien,  das  staatsvertraglich  für  das  vorliegende  Verfahren  zuständig  ist,  zu  prüfen  sein werden,  dass  das  BFM  hinsichtlich  der  geäusserten  Furcht  des  Beschwerdeführers  vor  einer  Rückschiebung  von  Italien  nach  Syrien  zutreffend  festgehalten  hat,  dass  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  vorliegen, dass sich  Italien nicht an die aus der FK, der EMRK und der  FoK  resultierenden  völkerrechtlichen  Verpflichtungen,  insbesondere  an  das Rückschiebungsverbot, halten würde, 

D­5661/2011 dass  auch  kein  Grund  zur  Annahme  besteht,  Personen,  die  sich  im  Rahmen  eines Asylverfahrens  in  Italien  aufhalten, würden  aufgrund  der  dortigen Aufenthaltsbedingungen in eine existenzielle Notlage versetzt,  dass  Italien  wie  jeder  Dublin­Staat  die  Verfahrens­  und  Aufnahmerichtlinien  in  Landesrecht  umgesetzt  hat,  und  davon  ausgegangen werden darf, dass der Beschwerdeführer dort grundsätzlich  adäquate  Betreuung  und  ein  rechtsstaatlich  konformes  Asylverfahren  findet,  dass  Dublin­Rückkehrende  zudem  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden,  und  sich  –  neben  den staatlichen Strukturen – auch zahlreiche private Hilfsorganisationen  der Betreuung von Asylsuchenden und Flüchtlingen annehmen,  dass  sich  der  Beschwerdeführer  mit  diesbezüglichen  Klagen  oder  bei  allfälligen  Übergriffen  an  die  zuständigen  Behörden  vor  Ort  zu  wenden  hat,  dass  bezüglich  des  Einwands  des  Beschwerdeführers,  in  der  Schweiz  über eine Verwandte zu verfügen, festzuhalten ist, dass es sich bei einer  (Verwandten) nicht um eine Familienangehörige im Sinne von Art. 2 Bst. i  Dublin­II­VO  (Ehegatten,  minderjährige  Kinder)  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeführer  aus  Art. 7  Dublin­II­VO  nichts  zu  seinen  Gunsten  abzuleiten vermag,  dass  gemäss  Art. 8  EMRK  auch  über  die  Kernfamilie  hinausgehende  verwandtschaftliche  Bande  unter  den  Schutz  der  Einheit  der  Familie  fallen,  sofern  eine  nahe,  echte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung  zwischen den Angehörigen besteht (vgl. BVGE 2008/47 E. 4.1.1),  dass die Berufung auf den Grundsatz der Familieneinheit bei Verwandten  ausserhalb  der  Kernfamilie  jedoch  nicht  nur  eine  nahe,  echte  und  tatsächlich  gelebte  Beziehung,  sondern  ein  darüber  hinausgehendes  besonderes Abhängigkeitsverhältnis voraussetzt (vgl. BGE 129 II 11 E. 2  S. 14),  dass zwischen dem – soweit aktenkundig – gesunden Beschwerdeführer  und  der  (Verwandten)  in  der  Schweiz  keine  derartige,  durch  ein  besonderes  Abhängigkeitsverhältnis  gekennzeichnete  Beziehung  ersichtlich ist, 

D­5661/2011 dass somit entgegen der Beschwerdevorbringen nicht davon auszugehen  ist,  das  BFM  hätte  Veranlassung  zu  einem  Selbsteintritt  (Art. 3  Abs. 2  Dublin­II­VO) gehabt,  dass das BFM demnach zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  AsylG auf das Asylgesuch des Beschwerdeführers nicht eingetreten ist,  dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  –  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuchs  zuständigen  Staat  handelt –  entspricht und im Einklang mit der Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG  steht, wobei in Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG die Frage nach  der Zulässigkeit  und Möglichkeit  des Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheids ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist,  dass sich auch die Frage der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  einem  Dublin­Verfahren  nicht  unter  dem  Aspekt  der  vorläufigen  Aufnahme  gemäss  Art. 83  Abs. 1  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  16. Dezember  2005  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR 142.20)  stellt,  sondern  eine  entsprechende  Prüfung,  soweit  notwendig,  bereits  im  Rahmen  der  Entscheidfindung  hinsichtlich  der  Ausübung des Selbsteintrittsrechts stattfinden muss,  dass  vorliegend  –  wie  aufgezeigt  –  kein  Anlass  zur  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts (Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO) besteht, weshalb der vom  BFM verfügte Vollzug der Wegweisung zu bestätigen ist,  dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist,  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass sich sowohl das Gesuch um Erlass vorsorglicher Massnahmen als  auch  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses mit  vorliegendem Urteil  ohne  vorgängige  Instruktion  als gegenstandslos erweisen,  dass  die  Beschwerde  aufgrund  obiger  Erwägungen  als  aussichtslos  zu  qualifizieren  ist  und  daher  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG – 

D­5661/2011 ungeachtet  der  allfälligen  Bedürftigkeit  des  Beschwerdeführers –  abzuweisen ist,  dass bei diesem Ausgang des Verfahrens dessen Kosten von Fr. 600.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5661/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.–  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Susanne Burgherr Versand:

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