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Bundesverwaltungsgericht 20.09.2011 D-5017/2011

20 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,256 mots·~6 min·3

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (nach Verfahrenswiederaufnahme) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. September 2011 /

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­5017/2011 law/rep Urteil   v om   2 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Walter Lang, mit Zustimmung von Richter Jean­Pierre Monnet; Gerichtsschreiber Philipp Reimann. Parteien A._______, geboren am (…), Nigeria, (…), Beschwerdeführerin, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. September 2011 / N (…).

D­5017/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführerin  eigenen  Angaben  zufolge  am  26. Dezember 2010 via Italien illegal in die Schweiz einreiste, dass  die  Kantonspolizei  B._______  die  Beschwerdeführerin  am  30. Dezember 2010 wegen illegalen Aufenthalts verhaftete, woraufhin die  zuständigen Behörden ihre Ausschaffungshaft anordneten, dass  die  inhaftierte  Beschwerdeführerin  am  18. Januar  2011  um  Asyl  nachsuchte, dass  sie  ihr Asylgesuch mit Schreiben  vom 1. Februar  2011 zurückzog,  wobei  sie  zur  Begründung  ausführte,  nicht  länger  in  Schweizer  Haft  verbleiben und möglichst rasch nach Nigeria zurückkehren zu wollen, dass sie sich  indessen am 28. März 2011 weigerte, den auf diesen Tag  angesetzten Rückflug in ihr Heimatland anzutreten, dass sie am 1. April 2011 erneut ein Asylgesuch stellte, dass sie das BFM am 29. April  2011 erstmals und am 29. August 2011  ergänzend zu ihren Asylgründen anhörte, dass  die  Beschwerdeführerin  zur  Begründung  ihres  Asylgesuches  im  Wesentlichen  vorbrachte,  sie  sei  in C._______ geboren und habe nach  dem  Tode  ihrer  Eltern  vom  Jahr  1998  an  zusammen mit  ihrem  Bruder  gelebt, der sie mit Gelegenheitsjobs über die Runden gebracht habe, dass  eines  Tages  ein  Freund  ihres  verstorbenen  Vaters,  D._______,  aufgetaucht sei und sich anerboten habe, ihr eine Ausbildung in Italien zu  finanzieren, dass sie Nigeria zu diesem Zwecke zusammen mit D._______  im Jahre  2004  verlassen  habe  und  nach  Italien  gereist  sei, wo  sie  bei  besagtem  Freund ihres Vaters und dessen Freundin in E._______ nahe F._______  gelebt habe, dass D._______  sein  Versprechen  indessen  nicht  eingehalten,  sondern  sie zur Prostitution gezwungen habe,

D­5017/2011 dass  sie  sich  jede  Nacht  per  Zug  in  die  drei  Stunden  entfernte  Stadt  G._______  begeben  habe,  um  dort  ihrem  Gewerbe  nachzugehen  und  anschliessend nach F._______ zurückzukehren, dass  D._______  sie  auch  geschlagen  und  ihr  mit  dem  Tode  gedroht  habe,  falls sie sich hilfesuchend an die örtlichen Behörden wenden oder  ihn verlassen sollte, dass  sie  es  schliesslich  leid  gewesen  sei,  D._______  immer  einen  Grossteil  des  erwirtschafteten Geldes  abtreten  zu müssen,  weshalb  sie  sich zur Flucht in die Schweiz entschlossen habe, dass D._______  sie  aus Rache  in Nigeria  töten werde,  falls  sie  dorthin  zurückkehre, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  1. September  2011  –  eröffnet  am  5. September  2011  –  in  Anwendung  von  Art. 35a  Abs.  2  des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) auf das Asylgesuch  der Beschwerdeführerin  nicht  eintrat,  die Wegweisung  aus  der Schweiz  verfügte und den Vollzug der Wegweisung anordnete, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  bereits  einzelne  Verhaltensmuster  der  Beschwerdeführerin  während  ihres  Aufenthalts  in  der  Schweiz,  beispielsweise,  dass  sie  anlässlich  ihrer  ersten polizeilichen Anhörung vom 30. Dezember 2010 angegeben habe,  gleich  am  nächsten  Tag  nach  Italien  zurückkehren  zu  wollen  und  sich  lediglich  zu  Ferienzwecken  in  der  Schweiz  aufgehalten  zu  haben,  beziehungsweise  dass  sie  ihr  erstes  Asylgesuch  erst  während  der  Ausschaffungshaft  eingereicht  und  dieses  dann  wenig  später  mit  der  Begründung,  möglichst  rasch  nach  Nigeria  zurückkehren  zu  wollen,  zurückgezogen habe, sprächen generell gegen ihre Glaubwürdigkeit, dass im Weiteren auch ihre Angaben im Zusammenhang mit D._______  und  dessen  Umfeld  unsubstanziiert  beziehungsweise  widersprüchlich  ausgefallen seien, dass sie beispielsweise  trotz angeblich siebenjährigem Zusammenleben  mit D._______ und dessen Freundin weder in der Lage gewesen sei, sich  übereinstimmend  an  deren  Namen  noch  an  die  gemeinsame  Wohnadresse zu erinnern,

D­5017/2011 dass  sie  überdies  während  ihrer  ersten  Anhörung  am  29.  April  2011  behauptet  habe,  sieben  Jahre  zusammen  mit  D._______  und  dessen  Freundin gelebt zu haben, um bei der zweiten Anhörung vom 29. August  2011 zu behaupten,  ihr gemeinsamer Haushalt habe aus  fünf Personen  (D._______,  dessen  Freundin  sowie  ihr  selbst  und  zwei  weiteren  Prostituierten) bestanden, dass es ferner realitätsfremd sei, dass die Beschwerdeführerin jeden Tag  insgesamt  sechs  Stunden  im  Zug  verbracht  habe,  um  fernab  ihres  Wohnortes der Prostitution nachzugehen, dass  schliesslich  auch  die Begründung  für  den  erklärten Rückzug  ihres  ersten  Asylgesuches,  raschmöglichst  nach  Nigeria  zurückkehren  zu  wollen,  in  unauflöslichem Widerspruch  zur  späteren  Behauptung  stehe,  im Falle einer Rückkehr nach Italien oder Nigeria den Tod gewärtigen zu  müssen, da D._______ sich an ihr rächen werde, dass sich somit aus ihren Aussagen keine Hinweise ergeben würden, die  geeignet seien, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, dass sich im Weiteren aus den Akten keine Anhaltspunkte dafür ergeben  würden,  dass  ihr  im  Falle  einer  Rückkehr  in  den  Heimatstaat  mit  beachtlicher Wahrscheinlichkeit eine gemäss Art. 3 der Konvention vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  verbotene  Strafe  oder  Behandlung  drohe, dass  ferner  im Hinblick auf Nigeria nicht von einer Situation allgemeiner  Gewalt  oder  von  kriegerischen  Ereignissen  gesprochen  werden  könne,  die  für die Beschwerdeführerin bei  ihrer Rückkehr eine konkrete Gefahr  darstellen würden, dass  zudem  keine  individuellen  Gründe  gegen  den  Vollzug  der  Wegweisung der Beschwerdeführerin sprechen würden, dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  12. September  2011  (Poststempel)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  sinngemäss  beantragte,  die  angefochtene  Verfügung  sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  auf  ihr  Asylgesuch einzutreten,

D­5017/2011 dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  13. September  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  in  der  Regel  –  so  auch  vorliegend  –  endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  des Bundesgesetzes  vom 20. Dezember 1968 über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  die  Beschwerdeführerin  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG; Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG  und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist,

D­5017/2011 dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2004  Nr. 34  E. 2.1.  S. 240 f.), dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass  das  Asylverfahren  wieder  aufgenommen  wird,  wenn  eine  Person,  deren  Asylgesuch  abgeschrieben  wurde,  erneut  ein  Asylgesuch  stellt  (Art. 35a Abs. 1 AsylG), dass  auf  ein  solches  Asylgesuch  nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  bestehen  Hinweise,  die  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  oder  die  für  die  Gewährung  vorübergehenden  Schutzes  relevant sind (Art. 35a Abs. 2 AsylG), dass  in  Bezug  auf  die  Frage,  ob  solche  Hinweise  bestehen,  ein  gegenüber  der  Glaubhaftmachung  reduzierter  Beweismassstab  anzusetzen  ist,  weshalb  auf  das  Asylgesuch  einzutreten  ist,  wenn  sich  Hinweise auf ernsthafte Nachteile im Sinne von Art. 3 AsylG ergeben, die  nicht  zum Vornherein  haltlos  sind  (BVGE 2009/53 E. 4.2 S. 769, BVGE  2008/57 E. 3.2 und 3.3 S. 780). dass  im  vorliegenden  Fall  –  übereinstimmend  mit  den  vorinstanzlichen  Erwägungen  –  festzustellen  ist,  dass  keine  Hinweise  bestehen,  die  geeignet sind, die Flüchtlingseigenschaft zu begründen, welche nicht auf  den ersten Blick unglaubhaft sind, dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  ihrem  angeblich  siebenjährigen  Aufenthalt  in  Italien  im  gemeinsamen  Haushalt  mit  D._______,  dessen  Freundin  beziehungsweise  weiteren  zwei  Personen  und  ihren  beruflichen  Aktivitäten  derart  unsubstanziiert,  widersprüchlich  und  realitätsfremd ausgefallen  sind,  dass  sie  insgesamt  nicht den Eindruck der Schilderung realer Erlebnisse erwecken, dass  zwecks  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen Erwägungen zu verweisen ist,

D­5017/2011 dass die Vorbringen der Beschwerdeführerin (Zwang zur Prostitution und  wirtschaftliche  Ausbeutung  unter  Anwendung  massiver  Drohungen)  ferner  ungeachtet  ihrer  Glaubhaftigkeit  den  Anforderungen  an  die  Flüchtlingseigenschaft nicht zu genügen vermögen, da es ihnen an einem  asylbeachtlichen  Verfolgungsmotiv  (Rasse,  Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  und  politische  Anschauung; vgl. Art. 3 Abs. 1 AsylG) fehlt, dass  es  sich  bei  den  entsprechenden  Übergriffen  vielmehr  um  gemeinrechtliche  Straftaten  handelt,  welche  keine  Verfolgung  im  asylrechtlichen Sinne darzustellen vermögen, dass  die  Beschwerdeführerin  gegen  die  angeblichen  Behelligungen  in  Italien  zudem  den  Schutz  Italiens  (namentlich  im  Moment  nach  ihrer  Entlassung  aus  dem  Spital  von  G._______  nach  einer  Blinddarmoperation  im  Februar  2010  oder  anlässlich  einer  polizeilichen  Kontrolle  in derselben Stadt  im Januar 2010) hätte  in Anspruch nehmen  können, dass  sie  ferner  den  Schutz  ihres  Heimatlandes  Nigeria  in  Anspruch  nehmen  kann,  weshalb  auch  aus  diesem  Grunde  eine  Asylgewährung  von vornherein nicht in Betracht fallen kann, dass die Ausführungen in der Beschwerde, welche sich im Wesentlichen  in  einer  Wiederholung  des  Sachvortrags  erschöpfen,  an  dieser  Einschätzung nichts ändern, dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 35a  Abs.  2  AsylG  zu  Recht auf das Asylgesuch der Beschwerdeführerin nicht eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E. 9  S. 733,  BVGE  2008/34  E. 9 S. 510, EMARK 2001 Nr. 21), weshalb die verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder 

D­5017/2011 nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil  sich  keine  Hinweise  bestehen,  die  für  geeignet  sind,  die  Flüchtlingseigenschaft  zu  begründen,  weshalb  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Non­Refoulement  im  vorliegenden Verfahren keine Anwendung findet, dass  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  von  Art. 3  des Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  EMRK  ersichtlich  sind, die der Beschwerdeführerin in Nigeria droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG),

D­5017/2011 dass  in Nigeria  keine  Situation  allgemeiner Gewalt  herrscht,  welche  für  die  Beschwerdeführerin  bei  ihrer  Rückkehr  zu  einer  konkreten  Gefährdung führen würde, dass sich vorliegend aus den Akten zudem keine individuellen Umstände  ergeben, welche  es  rechtfertigen würden,  den Vollzug  der Wegweisung  der Beschwerdeführerin als unzumutbar zu qualifizieren, dass  die  Beschwerdeführerin  zwar  anlässlich  ihrer  Befragung  vom  29. August  2011  erwähnte,  seit  ihrer  Versetzung  in  Ausschaffungshaft  Herzprobleme zu haben und nicht  schlafen  zu können  (vgl.  act. A51/12  S. 4 f. F und A43 f.), dass sie diesbezüglich  jedoch eine Ärztin konsultieren konnte und keine  Hinweise  aktenkundig  sind,  welche  die  Annahme  eines  ernsthafteren  medizinischen Problems nahelegen würden, dass  im  Ergebnis  zufolge  der  unsubstanziierten  Asylvorbringen  der  Beschwerdeführerin  auch  unklar  bleibt,  wann  sie  Nigeria  tatsächlich  verlassen hat, dass auch ihre Angaben zu in Nigeria lebenden Verwandten – angeblich  lediglich ein älterer Bruder und eine Tante – letztlich ungesichert sind, dass  indessen  ihre  widersprüchlichen  Aussagen  bezüglich  des  Wohn­  beziehungsweise  Aufenthaltsortes  ihrer  Tante  väterlicherseits  (vgl.  act.  A26/12 S. 4 oben beziehungsweise act. A51/12 S. 2/3 F und A13 bis 15)  den  Schluss  nahelegen,  dass  sie  ihr  wahres  Beziehungsnetz  zu  verschleiern versucht, und in Nigeria nach wie vor über ein soziales Netz  verfügt, welches ihr bei der Reintegration behilflich sein kann, dass die Beschwerdeführerin überdies  jung und  im erwerbsfähigen Alter  ist, dass demnach der Vollzug der Wegweisung vorliegend nicht unzumutbar  ist, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführerin  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen  (Art. 83  Abs. 2  AuG),  und  es  der  Beschwerdeführerin  obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ff.),

D­5017/2011 dass  es  der  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr. 600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­5017/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600  –  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 3.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin, das (…), das BFM und die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Walter Lang Philipp Reimann Versand:

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