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Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 D-4835/2007

27 juillet 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,090 mots·~10 min·3

Résumé

Asyl und Wegweisung (Beschwerden gegen Wiedererwägungsentscheid) | Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 18. Juni 2007

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4835/2007 Urteil   v om   2 7 .   Juli   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Bendicht Tellenbach, Gerichtsschreiberin Regula Frey. Parteien A._______, geboren B._______, alias A._______, geboren, C._______, Afghanistan, vertreten durch Dr. iur. Reza Shahrdar, Rechtsberater und  Treuhänder, D._______ Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Beschwerde gegen  Wiedererwägungsentscheid); Verfügung des BFM vom 18.  Juni 2007 / N _______.

D­4835/2007 Sachverhalt: A.  Der  Beschwerdeführer,  ein  E._______  mit  letztem  Wohnsitz  in  F._______,  Provinz  Q._______,  verliess  Afghanistan  eigenen  Angaben  zufolge  am  3. April  2004.  Via  G._______,  H._______,  I._______,  J._______  und  K._______  –  mit  jeweils  mehrwöchigen  Zwischenaufenthalten  –  gelangte  er  am  20.  April  2005  illegal  in  die  Schweiz,  wo  er  gleichentags  im  Empfangszentrum  L._______  (neu:  Empfangs­ und Verfahrenszentrum L._______) um Asyl nachsuchte. Am  28. April 2005 wurde er dort summarisch und am 10. Mai 2005 durch die  zuständige  kantonale  Behörde  in  Anwesenheit  einer  Vertrauensperson  einlässlich zu den Gründen seines Asylgesuchs befragt.  Dabei  machte  der  Beschwerdeführer  im Wesentlichen  geltend,  im  Jahr  2001  hätten  die  Taliban  die  zu  ihrem  Dorf  führenden  Wege  gesperrt,  womit  sie  von  der  Nahrungsmittelzufuhr  abgeschnitten  worden  seien.  Gemeinsam  mit  weiteren  Personen  habe  er  fortan  heimlich  Nahrungsmittel aus dem Nachbargebiet beschafft. Im Oktober 2001 seien  sie  von  den  Taliban  angegriffen  worden,  wobei  ein  Gruppenmitglied  getötet  sowie  er  und  zwei  weitere  Personen  festgenommen  worden  seien.  Die  Taliban  hätten  ihn  verhört  und  er  habe  Aussagen  zu  ihrem  Gruppenführer  sowie  zu  den  Waffenverstecken  machen  müssen.  Anschliessend  sei  er  wieder  freigelassen  worden.  Nach  seiner  Freilassung  sei  er  vom  Vater  des  Getöteten  bedroht  worden,  weil  ihn  dieser  für  den  Tod  seines  Sohnes  verantwortlich  gemacht  habe.  Gleichzeitig  sei  er  auch  vom  damaligen  Gruppenführer  bedroht  beziehungsweise  mit  Geldforderungen  konfrontiert  worden,  weil  er  den  Taliban  ihr Waffenversteck verraten habe. Die Bedrohungen seitens der  beiden Männer hätten ihn zur Flucht gezwungen. Das BFM liess eine Röntgenanalyse der Handknochen erstellen. Gemäss  Feststellungen vom 22. April 2005 soll das Alter des Beschwerdeführers  bei M._______ und mehr sein. B.  Mit  Verfügung  vom  13.  Mai  2005  stellte  das  BFM  fest,  der  Beschwerdeführer erfülle die Flüchtlingseigenschaft nicht, und lehnte das  Asylgesuch  vom  20.  April  2005  ab.  Gleichzeitig  ordnete  es  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug an. 

D­4835/2007 Bezüglich  der  geltend  gemachten  Minderjährigkeit  des  Beschwerdeführers  hielt  das  BFM  in  seiner  Verfügung  fest,  der  Beschwerdeführer  vermöge  die  behauptete  Minderjährigkeit  weder  zu  beweisen  noch  glaubhaft  zu machen,  weshalb  bei  der  Fortsetzung  des  Asylverfahrens  von  dessen  Volljährigkeit  ausgegangen  werde.  Zu  den  vorgebrachten Asylgründen führte das BFM sodann im Wesentlichen aus,  die Vorbringen hielten den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss  Art.  7  des  Asylgesetzes  vom  26.  Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  nicht  stand, so dass deren Asylrelevanz nicht zu prüfen sei. Seine Vorbringen  seien nicht plausibel, so habe er unterschiedliche Angaben in Bezug auf  die  geltend  gemachte  Bedrohungssituation  gemacht  und  seine  Beteuerung,  wonach  er  die  Wahrheit  gesagt  habe,  sei  massiv  anzuzweifeln. Sodann habe im Verlauf der Anhörung festgestellt werden  können, dass der Beschwerdeführer kein  reines Dari mehr spreche und  sein  Sprachgebrauch  einen  eindeutigen  N._______  –  wie  er  im  H._______  üblich  sei  –  aufweise.  Um  dem  Beschwerdeführer  den  Sachverhalt  verständlich  zu  übersetzen,  habe  sich  der  anwesende  Dolmetscher  gelegentlich  dazu  veranlasst  gesehen,  diverse  Wörter  in  O._______  wiederzugeben.  Mehrfach  darauf  angesprochen,  habe  der  Beschwerdeführer  nichts  Substanzielles  darauf  zu  entgegnen  gehabt,  weshalb  seine  Stellungnahmen  nicht  geeignet  seien,  die  Annahme  des  BFM  zu  entkräften,  er  habe  sich  bereits  viele  Jahre  ausserhalb  seines  Heimatstaates  befunden,  ehe er  in  die Schweiz  gereist  sei. Die geltend  gemachten Asylgründe seien als unsubstanziiert und widersprüchlich zu  werten  und  könnten  nicht  geglaubt werden.  Immerhin  sei  zu  erwähnen,  dass es dem Beschwerdeführer  zumutbar und möglich gewesen wäre –  sofern die Vorbringen den Tatsachen entsprechen würden – sich noch im  Heimatstaat  um einen  allfälligen Schutz  durch  die  staatlichen Behörden  oder  die  internationalen  Truppen  zu  bemühen,  da  seine  Vorbringen  eindeutig  als  Verfolgung  privater  Dritter  zu  qualifizieren  seien,  er  dies  aber  unterlassen  habe.  Der  Beschwerdeführer  erfülle  somit  die  Flüchtlingseigenschaft nicht, weshalb das Asylgesuch abzulehnen sei. Der Wegweisungsvollzug sei durchführbar, zumal der Beschwerdeführer  in  seinem  Heimatland  ein  funktionierendes  soziales  Beziehungsnetz  habe. Die  Verfügung  des  BFM  vom  13.  Mai  2005  erwuchs  unangefochten  in  Rechtskraft.

D­4835/2007 C.  Am  22.  Mai  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  beim  BFM  ein  Wiedererwägungsgesuch  ein.  Er  beantragte,  es  sei  ihm  Asyl  zu  gewähren, eventualiter sei er vorläufig aufzunehmen.  Sein  Gesuch  begründete  er  damit,  dass  sich  die  Lage  in  Afghanistan  massiv  verschlechtert  habe.  Sodann  sei  seine Mutter  {…….}  und  seine  Brüder  seien  ebenfalls  aus  Afghanistan  ausgereist.  Ein  Bruder  lebe  im  H._______  und  sein  zweiter  Bruder  sei  unbekannten  Aufenthalts.  Sein  Grossvater  sei  betagt  und  dessen  Familie  vom  Winde  verweht.  Diese  hätten ohnehin keine Verantwortung für ihn übernehmen wollen, weshalb  das  BFM  in  seiner  Verfügung  zu  Unrecht  von  einem  tragfähigen  Beziehungsnetz ausgegangen sei. Das BFM verwechsle nämlich ständig  irgendwelche  nutzlosen  Verwandten  (sic!)  mit  einem  tragfähigen  Beziehungsnetz. Zudem habe das BFM seine Aussagen ziemlich  falsch  interpretiert. In Afghanistan existiere weder ein richtiges Zivilstandswesen  noch entsprechende Registrierungen, was die Unstimmigkeiten bezüglich  der gemachten Altersangaben erkläre.  D.  Mit  Zwischenverfügung  vom  4.  Juni  2007  verlangte  das  BFM  die  Bezahlung  eines  Gebührenvorschusses.  Dieser  wurde  fristgerecht  geleistet. E.  Das BFM wies  das Wiederwägungsgesuch mit Verfügung  vom 18.  Juni  2007  –  eröffnet  am  19.  Juni  2007  –  ab,  stellte  die  Rechtskraft  und  Vollstreckbarkeit  der  Verfügung  vom  13. Mai  2005  fest  und  erhob  eine  Gebühr  von  Fr.  1200.­,  welche  es  mit  dem  geleisteten  Gebührenvorschuss verrechnete. F.  Mit  Eingabe  vom  16.  Juli  2007  (Poststempel)  erhob  der  Beschwerdeführer  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  und  beantragte,  die  Verfügung  vom 18. Juni 2007 sei aufzuheben, es sei ihm Asyl sowie eventualiter die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren.  In  prozessualer  Hinsicht  beantragte  er, die aufschiebende Wirkung der Beschwerde sei wieder herzustellen,  es  sei  ihm die  unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne  von Art.  65 Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das 

D­4835/2007 Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021)  zu  gewähren  und  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses sei zu verzichten. Gleichzeitig  reichte  der  Beschwerdeführer  mehrere  fremdsprachige  Dokumente zu den Akten. G.  Mit  Eingabe  vom  18.  Juli  2007  reichte  er  einen  Presseartikel  des  Magazins  "Der  Spiegel"  (Ausgabe  27/2007)  zur  allgemeinen  Lage  in  Afghanistan zu den Akten. H.  Mit Zwischenverfügung des Bundesverwaltungsgerichts  vom 23. August  2007  setzte  der  Instruktionsrichter  den  Vollzug  der  Wegweisung  aus,  setzte  dem  Beschwerdeführer  Frist  bis  am  7.  September  2007  zur  Übersetzung  der  eingereichten  fremdsprachigen  Dokumente  und  hielt  fest, über die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  und um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses werde nach  fristgemässem Eingang der Übersetzung befunden. I.  Mit  Eingabe  vom  29.  August  2007  reichte  der  Beschwerdeführer  die  einverlangten  Übersetzungen  sowie  mehrere  Berichte  zur  allgemeinen  Situation  in Afghanistan ein. Ferner  reichte er mit Eingaben vom 8. und  14. November  2007  ein  Bestätigungsschreiben  sowie  weitere  Berichte  zur Lage in Afghanistan nach. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d 

D­4835/2007 Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Ein solches Auslieferungsbegehren besteht nicht, weshalb  das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet. 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt  (Art. 37 VGG; Art. 105  und Art. 6 AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 108  Abs. 1  AsylG,  Art. 48  Abs. 1  sowie  Art. 52  VwVG).  Auf  die  Beschwerde ist einzutreten. 1.4. Mit Beschwerde kann die Verletzung von Bundesrecht, die unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 1.5. Die Abteilungen des Bundesverwaltungsgerichts entscheiden  in der  Regel  in der Besetzung mit drei Richtern oder Richterinnen  (vgl. Art. 21  Abs. 1 VGG). Gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG wurde vorliegend auf  die Durchführung eines Schriftenwechsels verzichtet. 2.  2.1. Die Wiedererwägung im Verwaltungsverfahren ist ein gesetzlich nicht  geregelter  Rechtsbehelf,  auf  dessen  Behandlung  durch  die  verfügende  Behörde  grundsätzlich  kein  Anspruch  besteht.  Gemäss  herrschender  Lehre und ständiger Praxis des Bundesgerichts wird  jedoch aus Art.  29  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  unter  bestimmten  Voraussetzungen  ein  verfassungsmässiger Anspruch auf Wiedererwägung abgeleitet (vgl. BGE  127  I  133  E.  6  mit  weiteren  Hinweisen).  Danach  ist  auf  ein  Wiedererwägungsgesuch  einzutreten,  wenn  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  beziehungsweise  seit  dem  Urteil  der  mit  Beschwerde  angerufenen  Rechtsmittelinstanz  in  wesentlicher  Weise  verändert  hat  und  mithin  die  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Verfügung  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen  der  Sachlage anzupassen ist. Eine Wiedererwägung fällt hingegen dann nicht  in  Betracht,  wenn  lediglich  eine  neue  Würdigung  der  beim  früheren 

D­4835/2007 Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  oder  Gründe  angeführt  werden,  die  bereits  in  einem  ordentlichen  Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere  Verfügung  hätten  geltend  gemacht  werden  können  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  2003 Nr.  17  E.  2b  S.  104).  Sodann  können  auch  Revisionsgründe  einen  Anspruch  auf  Wiedererwägung  begründen,  sofern  sie  sich  auf  eine  in  materielle  Rechtskraft  erwachsene  Verfügung  beziehen,  die  entweder  unangefochten  geblieben  oder  deren  Beschwerdeverfahren  mit  einem  formellen Prozessurteil abgeschlossen worden ist. Ein solchermassen als  qualifiziertes Wiedererwägungsgesuch zu bezeichnendes Rechtsmittel ist  grundsätzlich  nach  den  Regeln  des  Revisionsverfahrens  zu  behandeln  (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2a S. 103 f. mit weiteren Hinweisen). 2.2. Nachdem die Vorinstanz den Anspruch des Beschwerdeführers auf  Behandlung seines Wiedererwägungsgesuchs nicht in Abrede gestellt hat  und darauf eingetreten  ist, hat das Bundesverwaltungsgericht zu prüfen,  ob das BFM das Gesuch zu Recht abgewiesen hat.  3.  3.1. In seinem Entscheid vom 18. Juni 2007 hielt das BFM zunächst fest,  der  Beschwerdeführer  mache  mit  seiner  Eingabe  sinngemäss  die  Anpassung  einer  ursprünglich  fehlerfreien  Verfügung  im  Wegweisungspunkt  an  eine  nachträglich  eingetretene  Veränderung  der  Sachlage  geltend.  Im  Hinblick  auf  die  Prüfung  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges stützte sich das BFM auf das Koordinationsurteil  der Schweizerischen Asylrekurskommission (ARK) vom 24. Januar 2006,  worin  die  Wegweisung  in  den  P._______,  dem  letzten  Wohnsitz  des  Beschwerdeführers, als grundsätzlich zumutbar erachtet worden sei. Das  BFM erwog in der Folge, es würden keine individuellen Gründe gegen die  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  den  P._______  vorliegen.  Weiter  führte  die  Vorinstanz  aus,  dem  Beschwerdeführer  stehe  es  grundsätzlich  offen,  eine  innerstaatliche  Wohnsitzalternative  wahrzunehmen  und  sich  beispielsweise  im  Grossraum  Kabul  niederzulassen. Zwar hätte er zugegebenermassen allgemein schwierige  wirtschaftliche  Bedingungen  anzutreffen,  jedoch  müsste  er  nicht  befürchten,  im  Grossraum  Kabul  aufgrund  seiner  ethnischen  Zugehörigkeit  Opfer  asylrelevanter  Nachteile  zu  werden.  Die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  betreffend  ein  fehlendes  familiäres  Beziehungsnetz  seien  äusserst  rudimentär  ausgefallen  und  es  entstehe  der  Eindruck,  er  versuche  mit  den  Angaben  über  ein  fehlendes 

D­4835/2007 Beziehungsnetz die Zumutbarkeit der Wegweisung bewusst zu vereiteln.  Zudem  habe  er  auch  keine  Papiere  eingereicht,  welche  seine  Identität  oder seine Herkunft belegen würden. Die Angaben zu seiner Reise seien  zudem stereotyp ausgefallen und daher als unglaubhaft  zu erachten.  In  Würdigung dieser Ausführungen seien seine Angaben zu seiner Identität,  seiner Herkunft, seinen persönlichen und  familiären Verhältnissen sowie  zu seiner Ausreise und damit auch zum Ausreisezeitpunkt  in Zweifel  zu  ziehen. Dem BFM  sei  es  deshalb  nicht möglich,  sich  in  voller  Kenntnis  der  tatsächlichen  persönlichen  und  familiären  Situation  des  Beschwerdeführers  zur  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  äussern.  Zwar  seien  die  Wegweisungshindernisse  grundsätzlich  von  Amtes  wegen  zu  prüfen,  jedoch  finde  diese  Untersuchungspflicht  ihre  Grenzen an der Mitwirkungs­ und Wahrheitspflicht eines Gesuchstellers.  Nach  ständiger  Rechtsprechung  der  ARK  (heute  Bundesverwaltungsgericht)  sei  es  nicht  Aufgabe  der  Asylbehörden,  bei  fehlenden  Hinweisen  seitens  eines  Gesuchstellers  nach  allfälligen  Wegweisungshindernissen  zu  forschen,  falls  dieser  –  wie  vorliegend –  seiner  Mitwirkungs­  und  Wahrheitspflicht  im  Rahmen  der  Sachverhaltsermittlung  nicht  nachkomme  und  die  Asylbehörden  zu  täuschen versuche. Aufgrund der Aktenlage sei davon auszugehen, dass  der Vollzug der Wegweisung grundsätzlich zumutbar sei.  Abschliessend  sei  festzuhalten,  dass  die  Bestätigungen  über  die  Verfolgung  des  Beschwerdeführers  lediglich  in  Kopie  vorlägen.  Diese  würden  aufgrund  ihrer  leichten  Manipulierbarkeit  einen  verminderten  Beweiswert aufweisen. Zusammenfassend  sei  festzuhalten,  dass  keine  Gründe  vorliegen  würden,  welche  die  Rechtskraft  der  Verfügung  vom  13.  Mai  2005  zu  beseitigen  vermöchten,  weshalb  das  Wiedererwägungsgesuch  abzuweisen sei. 3.2. In seiner Rechtsmitteleingabe verwies der Beschwerdeführer auf sein  Gesuch  vom  22.  Mai  2007  und  erklärte,  dieses  sei  als  integrierter  Bestandteil seiner Beschwerde zu betrachten. Mit der Einreichung von in  Kopie  eingereichten  Dokumenten  –  ein  Steuerausweis  betreffend  das  Grundstück  seiner  Familie,  ein  afghanischer  Ausweis  sowie  mehrere  Bestätigungsschreiben bezüglich der behaupteten Verfolgungssituation –  versuchte  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  darzulegen,  die  unangefochten  in  Rechtskraft  erwachsenen  Ziffern  1  und  2  des  Dispositivs der Verfügung des BFM vom 13. Mai 2005 seien ursprünglich 

D­4835/2007 fehlerhaft  gewesen.  Gleichzeitig  hielt  er  an  der  Wahrheit  seiner  gemachten  Angaben  fest  und  führte  weiter  an,  seine  Vorbringen  seien  zugegebenermassen  nicht  asylrelevant,  würden  aber  –  entgegen  der  Einschätzung  des  BFM  –  der  Wahrheit  entsprechen.  Zudem  beanstandete  er  die  Beurteilung  des  Wegweisungsvollzugs  durch  die  Vorinstanz, da er in Afghanistan kein tragfähiges Beziehungsnetz habe.  Sein  Recht  auf  eine  Beschwerde  im  ordentlichen  Verfahren  habe  er  verpasst,  weil  er  die  Ernsthaftigkeit  einer  gesetzlichen  Frist  nicht  verstanden  habe.  Deshalb  sei  es  ihm  auch  nicht  möglich  gewesen,  rechtzeitig eine Rechtsvertretung zu finden.  3.3.  3.3.1.  Insoweit  die  Eingabe  vom  22.  Mai  2007  in  Bezug  auf  eine  Asylgewährung  als  qualifiziertes  Wiedererwägungsgesuch  entgegenzunehmen  und  zu  prüfen  ist,  ist  festzuhalten,  dass  der  Beschwerdeführer es vollständig unterliess anzugeben,  inwiefern es  ihm  aus  nicht  von  ihm  selber  zu  verantwortenden  Gründen  nicht  möglich  gewesen  sei,  die  vorerwähnten  Dokumente  bereits  im  Verlauf  des  ordentlichen  erstinstanzlichen  Verfahrens  vorzulegen.  Bezeichnenderweise führt er in seiner Rechtsmitteleingabe denn auch an,  dass  er  primär  den  Wegweisungsvollzug  beanstande.  Sodann  ist  festzuhalten,  dass  die  erwähnten  Dokumente  spätestens  auf  Beschwerdeebene  hätten  nachgereicht  werden  müssen.  Dass  es  der  Beschwerdeführer unterliess, eine Beschwerde gegen die Verfügung vom  13. Mai 2005 einzureichen, kann nicht dazu führen, dass er nachträglich  entsprechende Vorbringen wiedererwägungsweise geltend machen kann  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  17),  insbesondere  da  er  keine  Gründe  für  die  verspätete Einreichung darzulegen vermag.  3.3.2. In Bezug auf die Feststellung der Flüchtlingseigenschaft ist sodann  in  Übereinstimmung mit  der  Vorinstanz  festzuhalten,  dass  die  in  Kopie  eingereichten Dokumente aufgrund der einfachen Manipulierbarkeit kaum  Beweiskraft zu entfalten vermögen. Die erwähnten Dokumente vermögen  die  vom  BFM  im  ordentlichen  Asylverfahrens  aufgeführten  Unglaubhaftigkeitselemente  nicht  aufzuwiegen.  In  der  Rechtsmitteleingabe  wird  den  entsprechenden  Erwägungen  im  angefochtenen  Wiedererwägungsentscheid  bezeichnenderweise  denn  auch  nichts  entgegengehalten.  Der  Beschwerdeführer  vermag  in  casu  weder die Zweifel an der Echtheit der in Kopie eingereichten Dokumente  auszuräumen,  noch  deren  späte  Einreichung  zu  erklären.  Selbst  wenn 

D­4835/2007 die nachgereichten Beweismittel als echt und  rechtzeitig zu qualifizieren  wären,  vermöchten  sie  in  Bezug  auf  die  als  unglaubhaft  qualifizierten  Asylvorbringen  nicht  zu  einer  von  der  Vorinstanz  abweichenden  Einschätzung  zu  führen.  Wie  der  Beschwerdeführer  in  der  Rechtsmitteleingabe selbst einräumt, sei seine Verfolgungssituation nicht  asylrelevant. Diese Auffassung  trifft  zu, da nicht ersichtlich  ist,  inwiefern  die  im  Asylgesuch  geltend  gemachten  Bedrohungen  durch  eigene  Stammesangehörige  wegen  der  angeblichen  Mitschuld  des  Beschwerdeführers am Tode eines Stammesmitgliedes beziehungsweise  wegen  des  Verrats  eines  Waffenversteckes  an  die  Taliban  eine  Verfolgung  aus  einem Grund  nach Art.  3 AsylG  darstellen  sollen. Nach  dem  Gesagten  sind  die  eingereichten  Beweismittel  nicht  geeignet,  die  ursprüngliche Fehlerhaftigkeit der Verfügung des BFM vom 13. Mai 2005  zu  belegen.  Betreffend  die  in  der  Beschwerde  angeführte  pauschale  Urteilskritik  ist  ferner  festzuhalten,  dass  eine  Wiedererwägung  nicht  in  Betracht  fällt,  wenn  lediglich  eine  neue  Würdigung  der  beim  früheren  Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  (vgl.  EMARK  2003  Nr.  17  E.  2b  S.  104;  URSINA  BEERLI­BONORAND,  Die  ausserordentlichen  Rechtsmittel  in  der  Verwaltungsrechtspflege  des  Bundes und der Kantone, Zürich 1985, S. 108 ff.). 3.4. Damit gilt es festzuhalten, dass das BFM richtigerweise zum Schluss  gekommen  ist,  es  lägen  keine  Gründe  vor,  welche  die  ursprüngliche  Fehlerhaftigkeit  der  Verfügung  vom  13.  Mai  2005  zu  begründen  vermöchten. 4.  4.1.  Hingegen  stellt  sich  im  Folgenden  die  Frage,  ob  sich  der  rechtserhebliche  Sachverhalt  seit  dem  ursprünglichen  Entscheid  in  wesentlicher Weise verändert hat und mithin die ursprüngliche Verfügung  an  nachträglich  eingetretene  Veränderungen  der  Sachlage  anzupassen  ist. 4.2. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug für Ausländerinnen und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  aufgrund von Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  unter Vorbehalt  von Art.  83 Abs.  7 AuG die  vorläufige  Aufnahme  zu  gewähren  (vgl.  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8.  März  2002,  BBl  2002  3818). 

D­4835/2007 4.3.  Für  die  Beurteilung  der  allgemeinen  Lage  in  Afghanistan  wird  zunächst  auf  das  zur  Publikation  vorgesehene  Länderurteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  BVGE  E­7625/2008  vom  16.  Juni  2011  verwiesen. Darin kommt das Gericht zum Schluss, dass in weiten Teilen  von  Afghanistan  –  ausser  allenfalls  in  den  Grossstädten  –  eine  derart  schlechte Sicherheitslage und derart schwierige humanitäre Bedingungen  bestünden, dass die Situation als existenzbedrohend im Sinne von Art. 83  Abs. 4 AuG zu qualifizieren sei. Von dieser allgemeinen Feststellung sei  die Situation  in  der Hauptstadt Kabul  zu  unterscheiden. Angesichts  des  Umstandes,  dass  sich  dort  die  Sicherheitslage  im  Verlauf  des  vergangenen Jahres nicht weiter verschlechtert habe und die humanitäre  Situation  im  Vergleich  zu  den  übrigen  Gebieten  etwas  weniger  dramatisch  sei,  könne  der  Vollzug  der  Wegweisung  in  die  Hauptstadt  unter  Umständen  als  zumutbar  qualifiziert  werden.  Solche  Umstände  könnten grundsätzlich namentlich dann gegeben sein, wenn es sich beim  Rückkehrer  um  einen  jungen,  gesunden  Mann  handle.  Allerdings  müssten zudem die bereits in EMARK 2003 Nr. 10 formulierten strengen  Bedingungen  in  jedem Einzelfall  sorgfältig  geprüft werden. Unabdingbar  sei  in  erster  Linie  ein  soziales  Netz,  das  sich  im  Hinblick  auf  die  Aufnahme  und  Wiedereingliederung  des  Rückkehrers  als  tragfähig  erweise. Denn ohne Unterstützung durch Familie oder Bekannte würden  die schwierigen Lebensverhältnisse auch in der Stadt Kabul unweigerlich  zu  einer  existenziellen  beziehungsweise  lebensbedrohlichen  Situation  führen. 4.4. Der Beschwerdeführer stammt aus Afghanistan und es  ist aufgrund  der  Aktenlage  auch  davon  auszugehen,  dass  er  und  seine  Familie  ursprünglich aus der Provinz Q._______ stammen. Zwar trifft es zu, dass  sich  aus  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  Unstimmigkeiten  bezüglich  seines  letzten  Aufenthaltsortes  ergeben  und  auch  nicht  feststeht,  in  welchen  Regionen  des  Landes  noch  Familienangehörige  leben. Nachdem sich nun  jedoch gemäss der  jüngsten Rechtsprechung  die  als  sicher  einzuschätzenden  Orte  im  Wesentlichen  auf  Kabul  und  eventuell  einige  wenige  andere  Grossstädte  reduziert  haben,  kann  aus  heutiger  Sicht  nicht  mehr  davon  ausgegangen  werden,  der  Beschwerdeführer gerate im Falle der Rückkehr nicht in eine existenzielle  Notlage.  Aus  den  Akten  ergibt  sich  in  keiner  Weise,  dass  der  Beschwerdeführer  sich  in  einer  dieser  als  sicher  qualifizierten  Städte  längere Zeit aufgehalten hätte oder dort über Familienangehörige verfügt.  Vielmehr  kann  mit  hinreichender  Sicherheit  ausgeschlossen  werden,  dass  er  dort  über  ein  Beziehungsnetz  verfügt,  das  den  strengen 

D­4835/2007 Anforderungen  an  die  Tragfähigkeit  genügen  würde.  Der  Vollzug  der  Wegweisung erweist sich diesen Erwägungen gemäss aus heutiger Sicht  als nicht zumutbar im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG. Bei dieser Sachlage  erübrigt  es  sich,  auf  die  eingereichten,  im  Zusammenhang  mit  dem  Wegweisungsvollzug  stehenden  Dokumente  (z.B.  angebliche  {…….})  einzugehen. 5.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Beschwerde  abzuweisen  ist,  soweit  darin  die  wiedererwägungsweise  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  die  Asylgewährung  beantragt  wird.  Die  Beschwerde  ist  hingegen  gutzuheissen,  soweit  beantragt  wird,  es  sei  wiedererwägungsweise  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzuges  festzustellen.  Damit  sind  die  Voraussetzungen  für  die  Gewährung  der  vorläufigen  Aufnahme  erfüllt,  nachdem  den  Akten  keine  Hinweise  auf  Ausschlussgründe  gemäss  Art. 83  Abs.  7  AuG  zu  entnehmen  sind.  Demnach  ist  die  Verfügung  vom  18. Juni  2007  vollumfänglich  und  die  Verfügung  vom  13.  Mai 2005  hinsichtlich  der  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs aufzuheben. Das BFM ist anzuweisen, den Beschwerdeführer  in der Schweiz vorläufig aufzunehmen. 6.  6.1.  Mit  Zwischenverfügung  vom  23.  August  2007  wurde  dem  Beschwerdeführer  unter  anderem  mitgeteilt,  dass  über  das  in  der  Beschwerde  gestellte  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Prozessführung  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  nach  Eingang  von  Übersetzungen  befunden  werde.  Der  Beschwerdeführer  ist  seit  R._______  erwerbstätig,  weshalb  davon  auszugehen  ist,  er  sei  nicht  bedürftig  im  Sinne  der  erwähnten  Bestimmung.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  (Art.  65 Abs.  1 VwVG)  ist  deshalb abzuweisen. 6.2. Beim  vorliegenden  Verfahrensausgang  ist  der  Beschwerdeführer  mit  seinen  Rechtsbegehren  teilweise  durchgedrungen,  und  das  Bundesverwaltungsgericht  geht  in  diesem  Fall  praxisgemäss  von  einem  hälftigen  Obsiegen  aus.  Deswegen  sind  ihm  reduzierte  Verfahrenskosten  aufzuerlegen,  die  auf  Fr.  300.­  zu  bemessen  sind  (Art.  63  Abs.  1  VwVG  i.V.m.  Art.  1  –  3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2).

D­4835/2007 6.3. Das Gesuch um Verzicht auf die Erhebung eines Kostenvorschusses  erweist sich mit vorliegendem Urteil als gegenstandslos. 6.4. Ganz oder teilweise obsiegende Parteien haben Anspruch auf eine  Parteientschädigung  für  die  ihnen  erwachsenen  notwendigen  Kosten  (Art.  64  Abs.  1  VwVG;  Art.  7  Abs.  1  VGKE).  In  Anbetracht  des  teilweisen  Obsiegens  ist  dem  Beschwerdeführer  im  Beschwerdeverfahren  in Anwendung von Art.  64 Abs.  1 VwVG  i.V.m.  Art. 37  VGG  für  die  Kosten  der  Vertretung  und  allfällige  weitere  notwendige  Auslagen  eine  reduzierte  Parteientschädigung  zuzusprechen  (Art.  7  VGKE).  Nachdem  keine  Kostennote  zu  den  Akten  gereicht  worden  ist  und  sich  der  notwendige  Vertretungsaufwand  aufgrund  der  Aktenlage  hinreichend  zuverlässig  abschätzen  lässt  (Art. 14  Abs. 2  VGKE),  ist  die  von  der  Vorinstanz  auszurichtende,  um  die  Hälfte  reduzierte  Parteientschädigung  unter  Berücksichtigung der massgebenden Berechnungsfaktoren (vgl. Art. 8  ff.  VGKE)  von  Amtes  wegen  auf  Fr.  400.–  (inklusive  Auslagen  und  allfällige Mehrwertsteuer) festzusetzen.

D­4835/2007 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird gutgeheissen, soweit die vorläufige Aufnahme des  Beschwerdeführers beantragt wird; im Übrigen wird sie abgewiesen. 2.  Die angefochtene Verfügung vom 18. Juni 2007 wird vollumfänglich und  die  Verfügung  vom  13.  Mai  2005  hinsichtlich  der  Ziffern  4  und  5  des  Dispositivs aufgehoben. 3.  Das  BFM  wird  angewiesen,  den  Beschwerdeführer  in  der  Schweiz  vorläufig aufzunehmen. 4.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 5.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  300.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 6.  Das  BFM  hat  dem  Beschwerdeführer  eine  Parteientschädigung  von  Fr. 400.­ zu entrichten. 7.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Regula Frey Versand:

D-4835/2007 — Bundesverwaltungsgericht 27.07.2011 D-4835/2007 — Swissrulings