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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 D-4750/2009

20 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,122 mots·~11 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. Juli 2009

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4750/2009 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Martin Zoller (Vorsitz), Richterin Claudia Cotting­Schalch,  Richterin Nina Spälti Giannakitsas;   Gerichtsschreiberin Kathrin Mangold Horni. Parteien A._______, (…), Sri Lanka,   vertreten durch lic. iur. Emil Robert Meier, Rechtsanwalt,  (…), Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung;  Verfügung des BFM vom 1. Juli 2009.

D­4750/2009 Sachverhalt: A.  A.a Der  Beschwerdeführer  suchte  am  21.  Oktober  2008  im  Empfangs­  und Verfahrenszentrum  (EVZ)  B._______  um Asyl  nach. Dort wurde  er  am 3. November 2008 zu seinen Personalien, zu seinem Reiseweg und –  summarisch  –  zu  seinen  Asylgründen  befragt.  Am  6.  November  2008  wurde er vom BFM – ebenfalls noch in B._______ – gestützt auf Art. 29  Abs. 1  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR  142.31)  eingehend zu seinen Asylgründen angehört.  A.b  Anlässlich  der  Befragungen  machte  der  Beschwerdeführer  im  Wesentlichen geltend, er sei sri­lankischer Staatsangehöriger tamilischer  Ethnie und stamme aus C._______  (Distrikt  Jaffna, Nordprovinz), wo er  im Jahre 2000 die Schule mit der Matura abgeschlossen habe. Im selben  Jahr sei er mit seiner Mutter und seinen vier Geschwistern zunächst nach  D._______  (Distrikt  Jaffna)  und  im  Jahre  2002  dann  nach  E._______  (ebenfalls Distrikt Jaffna) gezogen. Sein Vater sei nicht mitgekommen, da  er in F._______ (Distrikt Vavuniya, Nordprovinz) arbeite. Seit  dem  Jahre  2005  habe  er  in  E._______  mit  einem  "Gas­Van"  Personentransporte  ausgeführt.  Angehörige  der  "Liberation  Tigers  of  Tamil Eelam" (LTTE) und der "Eelam People's Democratic Party" (EPDP)  hätten ihn ab 2006 wiederholt darum gebeten, ihnen sein Fahrzeug – mit  oder ohne Chauffeur – zur Verfügung zu stellen, welcher Aufforderung er  einige Male nachgekommen sei. Da das Ausleihen des "Vans" Probleme  mit  sich  gebracht  habe  und  er  dafür  auch  nicht  finanziell  entschädigt  worden  sei,  habe  er  das  Fahrzeug  am  23. Juni  2008  verkauft.  In  der  Folge  habe  er mehrere  Anrufe  von Unbekannten  erhalten,  die  offenbar  vom  Verkauf  des  "Vans"  erfahren  und  ihn  um  Geld  ersucht  hätten.  Er  habe jedoch nicht auf diese Anrufe reagiert und schliesslich sein Telefon  ausgeschaltet.  Danach   seien  aber  Leute  auf Motorrädern  zu  ihm nach  Hause  gekommen  und  hätten  sich  nach  ihm  erkundigt.  Aus  Angst  vor  weiteren Nachstellungen sei er von zu Hause weggegangen und habe bei  verschiedenen Verwandten in der Umgebung gewohnt. Am  8.  September  2008  habe  er  gegen  Abend  vor  dem  Haus  eines  Onkels  dessen  "Van"  gewaschen,  als mehrere Männer  auf Motorrädern  vorgefahren  seien.  Sein Onkel  habe  ihm  befohlen,  ins  Haus  zu  gehen,  um  selber  nachzusehen,  was  die  Männer  wollten.  Die  Männer  hätten  seinen Onkel jedoch sogleich mitgenommen. Als sein Onkel einige Tage 

D­4750/2009 später  tot  aufgefunden  worden  sei,  habe  er  sich  zum  Verlassen  seiner  Heimatregion  entschlossen.  Anfangs  Oktober  2008  sei  er  in  einem  Flugzeug nach Colombo gereist und habe bei einer Tante  in G._______  (Distrikt  Colombo,  Westprovinz)  Unterschlupf  gefunden.  Bereits  am  12. Oktober 2008 sei er dort von Angehörigen des "Criminal Investigation  Department"  (CID)  mitgenommen  und  befragt  worden.  Einem  weiteren  Onkel sei es dann gelungen, ihn mittels eines Anwaltes nach drei Tagen  unter der Auflage, Colombo umgehend zu verlassen, freizubekommen. Er  habe eine Woche Frist verlangt, um sich  im Spital behandeln zu  lassen.  Innert  dieser  Woche  habe  ein  Verwandter  für  ihn  einen  Schlepper  organisiert, mit dessen Hilfe er am 20. Oktober 2008 Colombo mit einem  ihm nicht zustehenden Reisepass auf dem Luftweg verlassen habe und  via  Dubai  nach  Mailand  gereist  sei.  Am  21.  Oktober  2008  sei  er  von  Italien  her  in  einem  Personenwagen  unter  Umgehung  der  Grenzkontrollen in die Schweiz gefahren worden. Für  den  weiteren  Inhalt  der  Aussagen  wird  auf  die  Protokolle  bei  den  Akten verwiesen.    A.c  Im  Verlauf  des  erstinstanzlichen  Verfahrens  gab  der  Beschwerdeführer  eine  Identitätskarte,  einen  Geburtsschein,  verschiedene  Zeitungsartikel  sowie  –  jeweils  in  Kopie  –  zwei  Anzeigen  bei  der  Polizei  und  bei  der  "Human  Rights  Commission"  und  zwei  Schreiben seiner Tante an das "Internationale Komitee vom Roten Kreuz"  (IKRK) und an das "District Secretary, Jaffna" (samt Eingangsbestätigung  durch den "Government Agent" des "District Secretary") betreffend die am  8. September 2008 erfolgte Verschleppung und Tötung ihres Ehemannes  zu den Akten.  A.d Das  BFM  wies  den  Beschwerdeführer  am  24.  November  2008  für  den  Aufenthalt  während  der  Dauer  des  Asylverfahrens  dem  Kanton  H._______ zu.  B.  Mit Verfügung vom 1. Juli 2009 – eröffnet am 2. Juli 2009 –  lehnte das  BFM  das  Asylgesuch  mit  der  Begründung  ab,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  hielten  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  stand.  Gleichzeitig  ordnete  es  die  Wegweisung  des  Beschwerdeführers aus der Schweiz an und stellte  fest, der Vollzug der  Wegweisung sei zulässig, zumutbar und möglich. 

D­4750/2009 C.  Der  Beschwerdeführer  beantragte  durch  seinen  Rechtsvertreter  mit  Eingabe vom 24. Juli 2009 die Aufhebung der vorinstanzlichen Verfügung  und  die  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz  "zur  ergänzenden  Sachverhaltsfeststellung und zum neuen Entscheid". Eventualiter sei ihm  in der Schweiz Asyl zu gewähren. Subeventualiter sei festzustellen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig  sei,  und  das  BFM  sei  anzuweisen, ihn in der Schweiz vorläufig aufzunehmen.  Zur  Stützung  dieser  Anträge  –  auf  deren  Begründung,  soweit  für  den  Entscheid  wesentlich,  in  den  nachfolgenden  Erwägungen  eingegangen  wird  –  gab  der  Beschwerdeführer  durch  seinen  Rechtsvertreter  unter  anderem  –  jeweils  als  Faxkopien  –  zwei  ärztliche  Bestätigungen  sowie  ein am 15. Juli 2009 verfasstes Schreiben eines Anwaltes in Colombo zu  den Akten.   D.  D.a  Mit  Zwischenverfügung  vom  30.  Juli  2009  teilte  das  Bundesverwaltungsgericht  dem  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  mit,  sein Mandant  könne den Ausgang des Verfahrens gestützt  auf Art.  42  Abs.  1  AsylG  in  der  Schweiz  abwarten.  Sodann  wurde  der  Beschwerdeführer  aufgefordert,  bis  zum  14.  August  2009  einen  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr.   600.—  zu  bezahlen,  andernfalls  auf die Beschwerde nicht eingetreten werde.  Der Kostenvorschuss wurde fristgerecht am 8. August 2009 bezahlt.   D.b  Am  30.  Oktober  2009  reichte  der  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers  die  Originale  der  am  24.  Juli  2009  als  Faxkopien  eingereichten Schreiben und Bestätigungen zu den Akten. E.  Das BFM beantragte mit Vernehmlassung  vom 28. November  2011 die  Abweisung  der  Beschwerde,  da  diese  keine  neuen  erheblichen  Tatsachen  oder  Beweismittel  enthalte,  welche  eine  Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten.  Ungeachtet  der  Frage  der  Glaubhaftigkeit verfüge der Beschwerdeführer über kein politisches Profil,  welches  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  erwarten  liesse,  dass  er  in  seiner Heimat heute asylrelevante Nachteile befürchten müsste. Sodann  stelle sich die Situation  in Sri Lanka heute anders dar als zu  jener Zeit,  als sich der Beschwerdeführer zur Ausreise aus der Heimat entschlossen 

D­4750/2009 habe.  Der  Krieg  zwischen  der  sri­lankischen  Regierung  und  den  separatistischen  LTTE  sei  im Mai  2009 mit  der  Niederlage  letzterer  zu  Ende  gegangen;  seither  befinde  sich  das  gesamte  Land  wieder  unter  Regierungskontrolle  und  es  sei  zu  keinen  terroristischen  Aktivitäten  der  LTTE  mehr  gekommen.  Auch  wenn  die  Sicherheits­  und  Menschenrechtslage  noch  nicht  in  allen  Teilen  des  Landes  zufriedenstellend  sei,  sei  die  Anzahl  von  Gewaltereignissen  wie  Entführungen,  Verschleppungen  und  Tötungen  drastisch  zurückgegangen.  Übergriffe  auf  die  Zivilbevölkerung  von  Seiten  krimineller  Einzeltäter  oder  bewaffneter  Gruppen  würden  von  den  zuständigen  Behörden  geahndet;  auf  eine  Zusammenarbeit  der  Regierung  mit  bewaffneten  Organisationen  oder  Gruppierungen  bestünden  keine  Hinweise  mehr.  Angesichts  der  Herkunft  des  Beschwerdeführers  aus  dem  Distrikt  Jaffna,  dem  Vorhandensein  eines  tragfähigen  sozialen  Beziehungsnetzes,  seiner  guten  Schulbildung  und  seiner  Berufserfahrung  sei  der  Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  zumutbar zu erachten.  Die Vernehmlassung wurde dem Rechtsvertreter des Beschwerdeführers  am 2. Dezember 2011 zur Kenntnisnahme zugestellt.  Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der  vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  im  Bereich  des  Asylrechts  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  eines  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG;  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]). 1.2.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Der  Beschwerdeführer hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen, ist 

D­4750/2009 durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung;  er  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art.  2  Abs.  1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Als  Flüchtling  wird  eine  ausländische  Person  anerkannt,  wenn  sie  in  ihrem  Heimatstaat  oder  im  Land,  in  dem  sie  zuletzt  wohnte,  wegen  ihrer Rasse, Religion, Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen  ihrer  politischen  Anschauungen  ernsthaften  Nachteilen  ausgesetzt  ist  oder  begründete  Furcht  hat,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden.  Als  ernsthafte  Nachteile  gelten  namentlich  die  Gefährdung  von  Leib,  Leben  oder  Freiheit sowie Massnahmen, die einen unerträglichen psychischen Druck  bewirken; den frauenspezifischen Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen  (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art.  7  AsylG). 4.  4.1. Das BFM stellte in seiner angefochtenen Verfügung vorab zutreffend  fest,  der  Beschwerdeführer  habe  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zu  wesentlichen Punkten unterschiedliche Angaben gemacht. So  behauptete  der  Beschwerdeführer  etwa  in  der  direkten  Bundesanhörung  vom  6.  November  2008,  er  sei  beim  CID  "ständig  geschlagen" worden, weshalb er sich nach der Entlassung aus der Haft 

D­4750/2009 zuerst  im  Spital  habe  behandeln  lassen  müssen;  aufgrund  der  Notwendigkeit  des  Spitalaufenthaltes  sei  ihm  zum  Verlassen  von  Colombo  eine Woche  Zeit  gegeben  worden  (vgl.  Vorakten  A9,  Antwort  auf  die  Fragen  74  ff.).  Demgegenüber  gab  er  anlässlich  der  Erstbefragung drei Tage zuvor nicht zu Protokoll,  in der Haft von Leuten  des CID schlecht behandelt worden zu sein; vielmehr erklärte er, er habe  gegenüber dem CID angegeben, er sei krank und müsse  ins Spital, um  nicht  innert  24  Stunden  aus  Colombo  weggewiesen  zu  werden  (vgl.  Vorakten A1 S. 5). In  der Rechtsmitteleingabe  (vgl.  S.  4  f.) wird  gerügt,  das BFM habe  "in  diesem  Punkt  dem  Empfangsstellenprotokoll  einen  Beweiswert  zugebilligt,  welcher  ihm  nicht  zukommen"  könne;  der  Beschwerdeführer  hätte  dem  CID  gegenüber  "ja  wohl  kaum  angeben"  können,  dass  die  erlittenen  Misshandlungen  eine  Spitalpflege  erfordert  hätten.  Mit  dieser  Darstellung lassen sich indessen die festgestellten Unstimmigkeiten nicht  beseitigen,  zumal  zu  erwarten  gewesen  wäre,  dass  der  Beschwerdeführer den Schweizer Asylbehörden die für den Entscheid zur  Ausreise  erheblichen  Vorfälle  –  wie  insbesondere  die  angeblich  in  der  Haft  erlittenen  Misshandlungen  –  bereits  anlässlich  der  Erstbefragung  vorgebracht hätte, falls diese tatsächlich stattgefunden hätten.  Die beiden sehr knapp gehaltenen, sich  insbesondere nicht detailliert zu  den  angeblich  erlittenen  Verletzungen  äussernden  ärztlichen  Bestätigungen  (es  ist  lediglich  von  einem  Trauma  durch Quetschungen  und  Schürfungen  an  nicht  genannten  Körperteilen  die  Rede)  sind  ebenfalls  nicht  geeignet,  die  genannten  Ungereimtheiten  zu  beseitigen,  zumal auch nicht einsehbar  ist, wieso der Beschwerdeführer die beiden  Dokumente – von denen zumindest das eine auf den 16. Oktober 2008  datiert  ist  –  erst  auf  Beschwerdeebene  und  ohne  entsprechende  Zustellcouverts zu den Akten reichte.  4.2. Des Weiteren wurde  in  der  angefochtenen Verfügung  bemerkt,  die  Vorbringen des Beschwerdeführers seien  in wesentlichen Punkten auch  zu  wenig  substanziiert  ausgefallen  und  vermittelten  daher  nicht  den  Eindruck, dass der Beschwerdeführer diese selber erlebt habe.   Vorab  ist  festzuhalten,  dass  die  Aussagen  des  Beschwerdeführers  betreffend die Zurverfügungstellung  seines  "Vans" an die LTTE und die  EPDP – entgegen der Auffassung der Vorinstanz – nicht derart unpräzise  und  pauschal  ausgefallen  sind,  dass  gestützt  darauf  gewichtige  Zweifel 

D­4750/2009 an  deren  Glaubhaftigkeit  angebracht  werden  könnten.  Insbesondere  schilderte  der  Beschwerdeführer  in  der  direkten  Bundesanhörung  ausreichend  konkret  und  differenziert,  wie  oft  und  unter  welchen  Umständen  er  den  beiden  Organisationen  sein  Fahrzeug  ausgehändigt  habe (vgl. A9, Antworten auf die Fragen 67 und 90 ff.).  Erstaunlich  erscheint  hingegen,  dass  zwei  Bewegungen  mit  derart  unterschiedlichen politischen Zielen (die 1987 gegründete EPDP kämpfte  anfänglich an der Seite der  LTTE,  verbündete  sich  jedoch bald mit  den  sri­lankischen  Regierungstruppen  und  kämpfte  ihrerseits  als  paramilitärische Organisation  gegen  die  LTTE) mit  demselben Anliegen  an  den  Beschwerdeführer  gelangt  sein  sollen,  ohne  dass  es  offenbar  deswegen zu Konflikten zwischen den beiden Gruppierungen gekommen  sein soll.  4.3.  Sodann  widersprechen  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  in  wesentlichen  Punkten  der  allgemeinen  Erfahrung  und  der  Logik  des  Handelns.  Wie  in  der  angefochtenen  Verfügung  etwa  zu Recht  festgestellt  wurde,  erscheinen  etwa  die  folgenden  Aussagen  nicht  nachvollziehbar  beziehungsweise  nicht  in  sich  stimmig:  So  habe  der  Beschwerdeführer  einerseits  nach  dem  Verkauf  seines  "Vans"  im  Juni  2008  nicht  vom  Norden  zu  seinen  Verwandten  im  Süden  reisen  können,  weil  er  sich  aufgrund der massiven Drohungen habe verstecken müssen und weil ihm  die  Reise  aufgrund  eines  fehlenden  Passierscheins  nicht  möglich  gewesen  wäre  (vgl.  A9,  Antworten  auf  die  Fragen  107­110);  demgegenüber habe er  sich dann aber anderseits  nach der Ermordung  seines  Onkels  anfangs  September  2008  noch  einen  Monat  lang  ohne  Schwierigkeiten  im  Norden  aufhalten  können,  bevor  er  sich  beim  Dorfvorsteher einen Brief besorgt habe, gestützt auf welchen ihm bei der  Polizei  und  in  einem  Armeecamp  offizielle  "Clearances"  ausgestellt  worden seien, die ihm die problemlose Reise per Bus und Flugzeug nach  Colombo ermöglicht hätten (vgl. A9, Antworten auf die Fragen 50­60 und  129). 4.4.  Die  Zweifel  an  der  vom  Beschwerdeführer  geltend  gemachten  Gefährdungssituation  werden  dadurch  erhärtet,  dass  er  anlässlich  der  direkten  Bundesanhörung  geltend  machte,  er  habe  schon  zu  Hause  in  Jaffna  gedacht,  er  würde  ins  Ausland  reisen,  falls  er  in  Colombo  keine  Arbeit  in einem Restaurant oder  in einem Laden  finde  (vgl. A9, Antwort  auf die Frage 81).

D­4750/2009 4.5.  Schliesslich  sind  auch  die  sich  bei  den  Akten  befindenden  Beweismittel  nicht  geeignet,  zu  einer  anderen  Beurteilung  des  Sachverhaltes zu führen. 4.5.1.  Was  die  beiden  im  vorinstanzlichen  Verfahren  eingereichten  Schreiben  von  R.  J.,  der  Witwe  des  ermordeten  Onkels  J.  P.,  an  das  IKRK  und  an  das  "District  Secretary"  betrifft,  wies  das  BFM  zu  Recht  darauf hin, die Ereignisse vom 8. September 2008 würden darin anders  als  vom  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Anhörungen  geschildert,  überdies werde der Beschwerdeführer mit keinem Wort erwähnt, welcher  Umstand umso mehr erstaunt, als er in den Befragungen die Vermutung  geäussert  hatte,  sein  Onkel  sei  nur mitgenommen  und  getötet  worden,  weil die Entführer diesen mit  ihm verwechselt hätten (vgl. A9, Antworten  auf die Fragen 126 ff.). Die  verschiedenen  Zeitungsartikel  handeln  offenbar  –  wie  die  beiden  Anzeigen bei der Polizei und bei der "Human Rights Commission" – vom  gewaltsamen  Tod  von  J.  P.,  ohne  aber  einen  Zusammenhang mit  dem  Beschwerdeführer  erkennen  zu  lassen  oder  einen  Hinweis  auf  eine  Gefährdung desselben zu geben.  4.5.2.  In  Bezug  auf  das  auf  Beschwerde  zu  den  Akten  gegebene,  am  15. Juli  2009  ausgestellte  Bestätigungsschreiben  des  Anwaltes  und  Politikers R. M. I. aus Jaffna bleibt  festzuhalten, dass dieses inhaltlich  in  krassem  Widerspruch  zu  den  Angaben  des  Beschwerdeführers  steht.  Während der Beschwerdeführer anlässlich der Befragungen ausdrücklich  erklärte,  nie  Mitglied  oder  Sympathisant  einer  politischen  Partei  oder  Bewegung gewesen zu sein (vgl. A9, Antworten auf die Fragen 137­139),  wird im besagten Schreiben ausgeführt, er sei ein politischer Aktivist der  "Tamil  National  Alliance"  (TNA)  gewesen  und  habe  –  nachdem  er  aus  seiner Heimatregion  nach Colombo  gezogen  sei  –  dort  seine Arbeit  für  die TNA fortgesetzt.  4.6.  Zusammenfassend  ergibt  sich,  dass  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  den  Anforderungen  an  die  Glaubhaftigkeit  nicht  standhalten.  Es  kann  darauf  verzichtet  werden,  auf  die  übrigen  Erwägungen  der  Vorinstanz  –  insbesondere  Hinweise  auf  zusätzlich  festgestellte  Ungereimtheiten  und  auf  nicht  nachvollziehbare  Aussagen  des  Beschwerdeführers  –  und  auf  die  weiteren  Darlegungen  in  der  Beschwerdeschrift  –  etwa  auf  die  nicht  näher  begründete  Rüge,  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  seien  "nicht  objektiv",  sondern 

D­4750/2009 "offenbar  im  Bestreben,  Widersprüche  und  Ungereimtheiten  zu  konstruieren",  geprüft  worden  (vgl.  Beschwerde  S.  6)  oder  auf  die  nachgeschobene  Behauptung,  der  Beschwerdeführer  sei  Mitglied  der  TNA  und  auch  der  "Tamil  United  Liberation  Front,  TULF"  (vgl.  Beschwerde  S.  7  sowie  oben  Ziff. 4.5.2.  der  Erwägungen)  –  näher  einzugehen.  Das  Asylgesuch  wurde  nach  dem  Gesagten  zu  Recht  abgewiesen. Nachdem der  entscheidwesentliche Sachverhalt  ausreichend  erstellt  ist,  besteht  auch keine Veranlassung,  die Sache zur Neubeurteilung an die  Vorinstanz  zurückzuweisen.  Der  entsprechende  "Hauptantrag"  (vgl.  Beschwerde S. 2 und 6) ist – wie der "Eventualantrag" auf Zuerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und Gewährung  des  Asyls  (vgl.  Beschwerde  S. 2 und 7) – abzuweisen. 5.  Lehnt das Bundesamt das Asylgesuch ab oder tritt es darauf nicht ein, so  verfügt es in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz und ordnet den  Vollzug an (Art. 441 Abs. 1 AsylG). Der Beschwerdeführer verfügt weder  über  eine  ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch auf Erteilung einer  solchen. Die Wegweisung wurde daher  zu  Recht  angeordnet  (vgl.  BVGE  2008/34  E.9.2  S.  510  sowie  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  vormaligen  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 6.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder nicht  möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs.  2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005 über  die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). 6.1. Der Vollzug ist nicht zulässig, wenn völkerrechtliche Verpflichtungen  der  Schweiz  einer Weiterreise  der  Ausländerin  oder  des  Ausländers  in  den Heimat­, Herkunfts­ oder  in einen Drittstaat entgegenstehen (Art. 83  Abs. 3 AuG).  6.1.1. So darf keine Person in irgendeiner Form zur Ausreise in ein Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus 

D­4750/2009 einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]).  Dieses flüchtlingsrechtliche Rückschiebungsverbot schützt nur Personen,  die  die  Flüchtlingseigenschaft  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG  respektive  Art. 1A FK erfüllen.  Da  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung  nachzuweisen  oder  glaubhaft  zu  machen,  kann  das  in  Art. 5  AsylG  verankerte  Prinzip  des  flüchtlingsrechtlichen  Rückschiebungsverbots  vorliegend  nicht  zur  Anwendung  gelangen.  Der  Vollzug der Wegweisung nach Sri Lanka  ist demnach unter dem Aspekt  von Art. 5 AsylG rechtmässig.  6.1.2. Gemäss Art. 25 Abs. 3 der Bundesverfassung der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  in  einen  Staat  ausgeschafft  werden,  in  dem  ihm  Folter  oder  eine  andere  Art  unmenschlicher oder erniedrigender Strafe oder Behandlung droht.  Weder  aus  den Aussagen  des Beschwerdeführers  noch  aus  den Akten  ergeben  sich  Anhaltspunkte  dafür,  dass  er  für  den  Fall  einer  Ausschaffung in den Heimatstaat dort mit beachtlicher Wahrscheinlichkeit  einer  nach  Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­ Folterausschusses  müsste  der  Beschwerdeführer  eine  konkrete  Gefährdung ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihm im  Falle  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124­127,  mit  weiteren Hinweisen).  Dies  ist  vorliegend  nicht  der  Fall.  Es  besteht  kein  konkreter Anlass  zur Annahme, dem Beschwerdeführer würde bei einer  Rückkehr  in  sein  Heimatland  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  drohen,  zumal  es  ihm  –  wie  oben  unter  Ziff.  4  der  Erwägungen 

D­4750/2009 festgehalten  wurde  –  nicht  gelungen  ist,  die  Zweifel  an  der  Glaubhaftigkeit seiner Verfolgungssituation zu beseitigen. 6.1.3. Der Vollzug der Wegweisung  ist damit  sowohl  im Sinne der asyl­  als auch der völkerrechtlichen Bestimmungen zulässig.  6.2. Gemäss Art. 83  Abs. 4  AuG  kann  der  Vollzug  der Wegweisung  für  Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind,  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren  (vgl. BVGE  2009/51  E. 5.5  S. 748,  BVGE  2009/41  E. 7.1  S. 576  f.;  Botschaft  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  vom  8. März  2002, BBl 2002 3818).  6.2.1. Das  Bundesverwaltungsgericht  nahm  im Urteil  BVGE  2008/2  zur  Frage  der  Zumutbarkeit  des Wegweisungsvollzugs  nach Sri  Lanka  eine  Lageanalyse  vor.  Gemäss  der  damals  festgelegten  Praxis  war  bei  abgewiesenen  Asylsuchenden  tamilischer  Ethnie,  die  aus  dem  Grossraum  Colombo  oder  dessen  Umgebung  stammen,  grundsätzlich  von  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  in  diese  Gebiete  auszugehen  (vgl.  BVGE  2008/2  E. 7.6.1  S. 20).  In  die  Nord­  und  Ostprovinzen  war  der  Wegweisungsvollzug  hingegen  unzumutbar  (vgl.  BVGE 2008/2 E. 7.6.2 S. 21).  6.2.2. Im zur Publikation bestimmten Urteil E­6220/2006 vom 27. Oktober  2011 hat das Bundesverwaltungsgericht angesichts der veränderten Lage  nach  dem  Ende  des  sri­lankischen  Bürgerkriegs  im  Mai  2009  eine  erneute  Beurteilung  vorgenommen.  In  Bezug  auf  die  Frage  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  ist  es  dabei  zur  Einschätzung  gelangt, dass der Wegweisungsvollzug in das sogenannte "Vanni­Gebiet"  weiterhin  unzumutbar  ist.  Für  Personen,  die  aus  dem  übrigen  Staatsgebiet  stammen  und  dorthin  zurückkehren,  ist  der  Wegweisungsvollzug  hingegen  grundsätzlich  zumutbar  (vgl.  Urteil  E­ 6220/2006 vom 27. Oktober 2011 E 13.2.2.3. und 13.3.). 6.2.3.  Der  Beschwerdeführer  stammt  aus  dem  Distrikt  Jaffna  in  der  Nordprovinz, wohin der Wegweisungsvollzug gemäss den Ausführungen  in Ziff. 6.2.2. der Erwägungen grundsätzlich zumutbar ist. Er ist noch jung  und  alleinstehend  und  verfügt  über  eine  ausgezeichnete  Schulbildung 

D­4750/2009 (Abschluss mit  der Matura)  sowie über mehrjährige Berufserfahrung als  Chauffeur  in  E._______  und  im  Gastgewerbe  in  der  Schweiz;  somit  besitzt er gute Voraussetzungen, um im Heimatland wieder beruflich Fuss  zu  fassen.  Des Weiteren  hat  er  mit  seinen  nach  wie  vor  in  E._______  wohnhaften  nächsten  Angehörigen  (Mutter  und  vier  Geschwister)  ein  enges Beziehungsnetzt im Heimatstaat; die in der Bestätigung von R. M.  I. vom 15. Juli 2009 enthaltene Behauptung, zwei Verwandte  (ein Onkel  namens  T. V.  und  eine  Tante  namens M. M.)  hätten  Sri  Lanka  am  12.  Januar  2009  in  Richtung  Australien  verlassen,  so  dass  der  Beschwerdeführer  in der Region Colombo keine Verwandte mehr habe,  vermag daran –  insbesondere auch angesichts der aktuellen Praxis des  Bundesverwaltungsgerichts – nichts zu ändern. Sodann ergeben sich aus  den Akten auch keine Anhaltspunkte, dass der Vollzug der Wegweisung  aus medizinischen Gründen  nicht  zumutbar  sein  könnte.  In  den  beiden  auf  Beschwerdeebene  eingereichten  Bestätigungen  wird  lediglich  festgehalten, der Beschwerdeführer habe sich wegen Quetschungen und  Schürfungen ärztlich behandeln lassen müssen, ohne aber irgendwelche  Hinweise auf aktuell bestehende gesundheitliche Probleme zu geben.  Angesichts  dieser  Umstände  ist  davon  auszugehen,  dass  der  Beschwerdeführer bei einer Rückkehr in seine Heimat nicht in eine seine  Existenz bedrohende Situation geraten wird.  6.2.4. Nach dem Gesagten kann der Vollzug der Wegweisung – entgegen  der  in  der  Rechtsmitteleingabe  vertretenen  Auffassung  –  in  genereller  und individueller Hinsicht als zumutbar bezeichnet werden.   6.3. Schliesslich obliegt es dem Beschwerdeführer, bei der Beschaffung  allenfalls  benötigter  Reisepapiere mitzuwirken  (Art. 8  Abs. 4  AsylG;  vgl.  dazu  auch  BVGE  2008/34  E. 12  S. 513  f.),  weshalb  der  Vollzug  der  Wegweisung auch als möglich zu bezeichnen ist (Art. 83 Abs. 2 AuG).  6.4.  Der  durch  die  Vorinstanz  verfügte  Wegweisungsvollzug  ist  zu  bestätigen.  Eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  des  Beschwerdeführers fällt damit ausser Betracht (Art. 83 Abs. 1­4 AuG).  7.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist somit abzuweisen. 

D­4750/2009 8.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dessen  Kosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Sie  sind  auf  Fr. 600.–  festzusetzen  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  und  mit  dem  am  8.  August  2009  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss  zu  verrechnen.  (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1. Die Beschwerde wird abgewiesen. 2. Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.—  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  sind  durch  den  in  gleicher  Höhe  geleisteten  Kostenvorschuss gedeckt und werden mit diesem verrechnet. 3. Dieses  Urteil  geht  an  den  Rechtsvertreter  des  Beschwerdeführers,  das  BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Martin Zoller Kathrin Mangold Horni Versand:

D-4750/2009 — Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 D-4750/2009 — Swissrulings