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Bundesverwaltungsgericht 25.07.2011 D-4711/2008

25 juillet 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,122 mots·~6 min·3

Résumé

Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung | Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung; Verfügung des BFM vom 27. Mai 2008

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4711/2008 Urteil   v om   2 5 .   Juli   2011 Besetzung Richter Robert Galliker (Vorsitz), Richterin Gabriela Freihofer, Richter Fulvio Haefeli,    Gerichtsschreiberin Daniela Brüschweiler. Parteien A._______, geboren (…), Sri Lanka,  c/o Schweizerische Vertretung in Colombo,   Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asylgesuch aus dem Ausland und Einreisebewilligung;  Verfügung des BFM vom 27. Mai 2008 / N (…).

D­4711/2008 Sachverhalt: A.  Die  Beschwerdeführerin  ersuchte  mit  an  die  Schweizer  Vertretung  in  Colombo gerichtetem, in englischer Sprache abgefasstem Schreiben vom  17. Januar  2007  (Eingangsstempel  Botschaft:  5. Februar  2007)  sinngemäss um Bewilligung der Einreise in die Schweiz und um Asyl. Zur Begründung brachte sie vor, sie habe die letzten vier Jahre als ("…")  für die "Tamil Rehabilitation Organization" (TRO) in B._______ gearbeitet.  Am (…) 2007 hätten bewaffnete Sicherheitskräfte die Büroräumlichkeiten  der TRO in B._______ besetzt, da die Organisation als LTTE (Liberation  Tigers  of  Tamil  Eelam)­freundlich  und  ­unterstützend  betrachtet  werde.  Die  Mitarbeitenden  seien  fotografiert  und  bedroht  worden,  man  habe  ihnen  die  Job­Identitätskarten  weggenommen  und  ihre  Adressen  und  Telefonnummern notiert. Niemand wisse, was mit den Mitarbeitenden des  TRO­Büros  in  C._______  passiert  sei  und  ein Mitarbeiter  des  Büros  in  B._______  sei  bereits  erschossen  worden.  Zudem  verschlechtere  sich  die allgemeine Situation stetig. Schliesslich wohne ihre (…) seit 7 Jahren  in der Schweiz. Mit  Schreiben  vom  9. April  2007  teilte  die  Beschwerdeführerin  der  Vertretung  mit,  die  allgemeine  Lage  in  B._______  verschlechtere  sich  weiter.  Zudem  sei  eine  paramilitärische  Gruppe  zu  ihr  nach  Hause  gekommen.  Sie  und  ihr  Ehemann  seien  lange  befragt  worden.  Zudem  werde  sie  ausser  Haus  beobachtet  und  die  Paramilitärs  hätten  unweit  ihres Hauses ein Büro eröffnet. B.  Am 25. Juni 2007 fand in der Schweizerischen Botschaft in Colombo eine  Anhörung der Beschwerdeführerin statt. C.  Die  Botschaft  überwies  die  Akten  der  Beschwerdeführerin  am  26. Juni  2007 zuständigkeitshalber an das BFM. D.  Weitere  Eingaben  der  Beschwerdeführerin  vom  1. Oktober  2007,  5. Januar 2008, 21. März 2008 und vom 2. April 2008 (alle  in englischer  Sprache  verfasst)  wurden  dem  BFM  ebenfalls  von  der  Schweizer  Vertretung übermittelt.

D­4711/2008 E.  Mit  Verfügung  vom  27. Mai  2008  verweigerte  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  die  Einreise  in  die  Schweiz  und  lehnte  ihr  Asylgesuch ab. Zur Begründung führte die Vorinstanz zusammengefasst  aus,  bei  der  Schliessung  des  TRO­Büros  von  B._______,  dem  damit  verbundenen  Verlust  der  Arbeitsstelle  und  der  allgemeinen  Verschlechterung  der  Lage  in  der  Herkunftsregion  der  Beschwerdeführerin handle es sich nicht um Nachteile, die einen Verbleib  im  Heimatland  verunmöglichten  oder  unzumutbar  erschwerten.  Die  von  den Sicherheitskräften durchgeführte Aktion bei der TRO habe sich nicht  gezielt  gegen  die  Beschwerdeführerin  gerichtet,  sondern  gegen  die  Organisation  an  sich  oder  allenfalls  die  Verantwortlichen,  welche  sich  gemäss  Angaben  der  Beschwerdeführerin  in  das  Vanni­Gebiet  zurückgezogen  hätten.  Entsprechend  habe  die  Beschwerdeführerin  anlässlich ihrer Anhörung explizit angegeben, mit keinerlei Problemen mit  den  sri­lankischen Sicherheitskräften  konfrontiert  gewesen  zu  sein. Das  konkrete  Gefährdungsrisiko  für  die  Beschwerdeführerin  sei  als  gering  einzuschätzen.  Zwar  sei  sie  durch  die Schliessung  der  TRO­Büros  und  die  bei  ihr  am  (…)  2007  –  wahrscheinlich  von  der  Karuna­Gruppe –  durchgeführte Razzia  persönlich  stark  betroffen,  doch  sei  sie  anlässlich  der  Razzia  insbesondere  nach  dem  Verbleib  der  übrigen  TRO­ Angestellten  befragt  worden  und  es  sei  nicht  in  erster  Linie  um  ihre  Person  gegangen.  Zwar  sei  sie  am  (…)  2008  vom  CID  (Criminal  Investigation  Department  [Anmerkung  des  Gerichts])  Headquater  nochmals  vorgeladen  und  befragt  worden,  es  dürfe  aber  berechtigterweise  davon  ausgegangen  werden,  dass  die  Untersuchungsbehörden keine gezielten Verfolgungsabsichten gegen die  Beschwerdeführerin  hegten,  ansonsten  man  sie  festgenommen  und  in  Haft  behalten hätte. Weiter gelte es  festzuhalten,  dass der  sri­lankische  Staat  grundsätzlich  willens  sei,  bedrohten  beziehungsweise  verfolgten  Personen den erforderlichen Schutz zu gewähren. Den Akten sei nicht zu  entnehmen,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  vergeblich  um  Schutz  bemüht  hätte  respektive  adäquate Massnahmen  nicht  erfolgt wären.  Im  Einzelfall  könne  es  aber  durchaus  vorkommen,  dass  die  Schutzgewährung unterbleibe oder nicht in ausreichendem Mass gewährt  werde.  Es  gelinge  jedoch  keinem  Staat,  die  absolute  Sicherheit  aller  seiner  Bürger  jederzeit  und  überall  zu  garantieren.  Gemäss  ständiger  Praxis  der  schweizerischen  Asylbehörden  seien  ausserdem  Personen,  welche  sich  allfällig  drohenden  Verfolgungsmassnahmen  mittels  Verlegung  des  Wohnsitzes  in  einen  anderen  Landesteil  entziehen  könnten, nicht auf den Schutz der Schweiz angewiesen. Zwar habe sich 

D­4711/2008 auch  im  Süden  und  Westen  des  Landes  die  menschenrechts­  und  sicherheitspolitische  Situation  aufgrund  der  Polarisierung  der  Politik  verschärft,  dennoch  sei  davon  auszugehen,  dass  für  die  Beschwerdeführerin  die  Möglichkeit  eines  Wohnsitzwechsels  unter  anderem  auch  deshalb  bestehe,  weil  ihr  Ehemann  seinen  Arbeitsort  inzwischen  in D._______  (Nordwestprovinz)  habe.  Ausserdem  dürfe  für  die  Beschwerdeführerin  auch  eine  Aufenthaltsalternative  im  Süden  und  Westen  des  Landes  wie  auch  im  Grossraum  Colombo  in  Betracht  gezogen werden. F.  Die  Beschwerdeführerin  beantragte  mit  am  26. Juni  2008  bei  der  Vertretung  in  Colombo  eingegangener  und  von  dieser  an  das  Bundesverwaltungsgericht  weitergeleiteter,  in  englischer  Sprache  abgefasster  Rechtsmitteleingabe  vom  23. Juni  2008  sinngemäss  die  Aufhebung der vor­instanzlichen Verfügung, die Bewilligung der Einreise  in die Schweiz und die Gewährung des Asyls. Zur Begründung verwies sie auf die von ihr im vorinstanzlichen Verfahren  geschilderten Probleme und teilte mit, sie sei schwanger und erwarte  im  Juli die Geburt ihres Kindes. G.  Mit  Verfügung  vom  25. Juli  2008  wurde  die  Vorinstanz  zur  Einreichung  einer  Vernehmlassung  eingeladen.  In  seiner  Stellungnahme  vom  11. August  2008  beantragte  das  BFM  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Mit Verfügung vom 25. Mai 2010 wurde der Beschwerdeführerin Frist zur  Einreichung einer Replik eingeräumt, welche ungenutzt ablief. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen Verfügungen nach Art. 5 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021).  Das  BFM  gehört zu den Behörden nach Art. 33 VGG und ist daher eine Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts.  Eine  das  Sachgebiet  betreffende  Ausnahme  im  Sinne  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  zuständig  für  die  Beurteilung  der 

D­4711/2008 vorliegenden  Beschwerde  und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 [AsylG, SR 142.31]; Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Ein solcher Ausnahmefall liegt nicht vor. 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3. Das genaue Datum der Eröffnung der BFM­Verfügung vom 27. Mai  2008  (auch  Versanddatum  gemäss  Ausgangsstempel  BFM)  ist  nicht  bekannt. Es ist aber ohne Weiteres davon auszugehen, dass die auf den  23. Juni  2008  datierte  und  am  26. Juni  2008  bei  der  Botschaft  eingegangene Beschwerde (Art. 21 Abs. 1 VwVG, wonach vorliegend das  Datum  der  Übergabe  an  eine  schweizerische  diplomatische  oder  konsularische Vertretung massgebend ist) rechtzeitig eingereicht worden  ist. 1.4.  Die  Beschwerde  ist  nicht  in  einer  Amtssprache  des  Bundes  abgefasst.  Auf  die  Ansetzung  einer  Frist  zur  Beschwerdeverbesserung  kann  indessen  verzichtet  werden,  da  der  in  Englisch  verfassten  Beschwerdeeingabe genügend klare, sinngemässe Rechtsbegehren und  deren  Begründung  zu  entnehmen  sind  und  ohne  Weiteres  darüber  befunden werden kann. Die Beschwerde  ist somit  frist­ und  formgerecht  eingereicht. Die Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz  teilgenommen,  ist durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1  sowie Art. 52 VwVG). Auf die Beschwerde ist einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat 

D­4711/2008 oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). Das  Bundesamt  kann  ein  im  Ausland  gestelltes  Asylgesuch  ablehnen,  wenn die asylsuchende Person keine Verfolgung glaubhaft machen oder  ihr  die  Aufnahme  in  einem  Drittstaat  zugemutet  werden  kann  (Art. 3,  Art. 7  und Art. 52  Abs. 2  AsylG). Gemäss Art. 20 Abs. 2  AsylG  bewilligt  das  BFM  einem  Asylsuchenden  die  Einreise  zur  Abklärung  des  Sachverhalts, wenn ihm nicht zugemutet werden kann, im Wohnsitz­ oder  Aufenthaltsstaat zu bleiben oder in ein anderes Land auszureisen. 3.2.  Für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  gelten  restriktive  Voraussetzungen,  wobei  den  Behörden  ein  weiter  Ermessensspielraum  zukommt.  Neben  der  erforderlichen  Gefährdung  im  Sinne  von  Art. 3  AsylG sind namentlich die Beziehungsnähe zur Schweiz, die Möglichkeit  der  Schutzgewährung  durch  einen  anderen  Staat,  die  Beziehungsnähe  zu  anderen  Staaten,  die  praktische  und  objektive  Zumutbarkeit  zur  anderweitigen  Schutzsuche  sowie  die  voraussichtlichen  Eingliederungs­  und  Assimilationsmöglichkeiten  in  Betracht  zu  ziehen  (vgl.  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission  [EMARK]  1997  Nr. 15,  E.  2.2.­g.  S.  131  ff.;  angesichts bloss  redaktioneller Änderungen bei der  letzten Totalrevision  des  Asylgesetzes  hat  diese  Praxis  nach  wie  vor  Gültigkeit).  Ausschlaggebend  für  die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  ist  dabei  die  Schutzbedürftigkeit der betreffenden Person (vgl. EMARK 1997 Nr. 15 E.  2c S. 130), mithin die Prüfung der Fragen, ob eine Gefährdung im Sinne  von  Art. 3  AsylG  glaubhaft  gemacht  wird  und  ob  der  Verbleib  am  Aufenthaltsort  für  die  Dauer  der  Sachverhaltsabklärung  zugemutet  werden  kann. Eine Verfolgungssituation muss überdies aktuell  sein,  um  gemäss Art. 3 AsylG als asylrelevant zu gelten. 4.   4.1. Die Beschwerdeführerin wiederholt auf Beschwerdeebene die bereits  im  erstinstanzlichen  Verfahren  vorgetragenen  Verfolgungsgründe.  Sie  beruft sich dabei insbesondere auf ihre frühere Tätigkeit für die TRO und 

D­4711/2008 die  damit  verbundene  Vermutung  der  Unterstützung  der  LTTE.  Sie  verweist  auf  ihre Befragung  im CID­Hauptquartier  in Colombo  vom  (…)  2008 und dass sie damals ein Schriftstück habe unterzeichnen müssen,  dessen  Inhalt  ihr  mangels  Kenntnis  der  singhalesischen  Sprache  nicht  bekannt sei. Als ehemalige Mitarbeiterin der TRO sei es ihr nicht möglich,  sich mit ihrem Ehemann nach D._______ zu begeben. 4.2. Das Bundesverwaltungsgericht sieht – wie schon das BFM – keinen  Anlass, an der Darstellung der Beschwerdeführerin, sie habe für die TRO  gearbeitet,  zu  zweifeln.  Es  ist  davon  auszugehen,  dass  das  Büro  der  TRO  in  B._______  im  (…)  2007  geschlossen  wurde  und  die  Beschwerdeführerin  und  ihr  Ehemann  am  (…)  2007  von  den  Sicherheitsbehörden  zu  Hause  aufgesucht  und  befragt  wurden.  Nachvollziehbar  erscheint  im  Weiteren,  dass  die  Beschwerdeführerin  zumindest  im  Zeitpunkt  der  Gesuchstellung  und  der  Beschwerdeerhebung unter einer gewissen Beobachtung stand. 4.3.  Ebenso  geht  das  Bundesverwaltungsgericht  allerdings  mit  der  Vorinstanz  davon  aus,  dass  im  zu  beurteilenden  Fall  weder  die  Voraussetzungen  für  eine  Asylgewährung  noch  für  die  Erteilung  einer  Einreisebewilligung  erfüllt  sind.  Zur  Vermeidung  unnötiger  Wiederholungen  kann  deshalb  zunächst  auf  die  zutreffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  sowohl  in  der  angefochtenen  Verfügung  als auch in der Vernehmlassung vom 11. August 2008 verwiesen werden. Hinzu  kommt,  dass  sich  die  aktuelle  Lage  in  Sri  Lanka  in  der  Zwischenzeit  massgeblich  verändert  hat.  Der  Bürgerkrieg  zwischen  der  sri­lankischen Regierung und den separatistischen LTTE ist im Mai 2009  mit der Niederlage der LTTE zu Ende gegangen. Das Land befindet sich  wieder  vollständig  unter  Regierungskontrolle  und  es  sind  keine  terroristischen  Aktivitäten  der  LTTE  mehr  bekannt.  Zwar  wurden  die  staatlichen Sicherheitsmassnahmen nach dem militärischen Sieg der sri­ lankischen Armee nur langsam gelockert. Nachdem jedoch einerseits die  Beschwerdeführerin  im  (…)  2008  nach  ihrer  Befragung  auf  dem  Hauptquartier  des  CID  wieder  entlassen  wurde  und  anderseits  ihr  Ehemann offenbar  zur Ausübung seiner Erwerbstätigkeit  ohne Weiteres  in eine andere Provinz reisen konnte, ist kein besonderes Risikoprofil der  Beschwerdeführerin ersichtlich. Insgesamt  ist  der  Schluss  zu  ziehen,  dass  die  Beschwerdeführerin  von  der  teilweise  schwierigen  Situation  im  Heimatstaat  wie  die  anderen 

D­4711/2008 Mitbewohner  betroffen  (gewesen)  ist.  Dass  es  dabei  zu  Behelligungen  kommen  konnte  und   kann,  ist  zwar  nicht  auszuschliessen.  Allerdings  kann  nicht  von  Nachteilen  ausgegangen  werden,  die  den  weiteren  Verbleib  der  Beschwerdeführerin  in  ihrem  Heimatstaat  als  unzumutbar  erscheinen (vgl. Art. 20 Abs. 2 AsylG) oder die gar auf eine unmittelbare  Gefahr für Leib und Leben schliessen liessen. 4.4. Unter diesen gesamten Umständen hat die Vorinstanz zu Recht die  Erteilung  der  Einreisebewilligung  verweigert  und  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin abgewiesen. 5.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 6.  Bei diesem Ausgang des Verfahrens wären die Kosten grundsätzlich der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen (Art. 63 Abs. 1 VwVG). Aus verfahrens­ ökonomischen  Gründen  ist  in  Anwendung  von  Art. 63  Abs. 1  in  fine  VwVG und Art. 2 und 3 des Reglements vom 21. Februar 2008 über die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,  SR  173.320.2)  vorliegend  auf  die  Erhebung  von  Verfahrenskosten  zu  verzichten. (Dispositiv nächste Seite)

D­4711/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Es werden keine Verfahrenskosten erhoben. 3.  Dieses Urteil geht an die Beschwerdeführerin und das BFM. Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Robert Galliker Daniela Brüschweiler Versand:

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