Skip to content

Bundesverwaltungsgericht 06.09.2011 D-4397/2011

6 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,231 mots·~6 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 28. Juli 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4397/2011 Urteil   v om   6 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Bendicht Tellenbach, mit Zustimmung von Richterin Christa Luterbacher; Gerichtsschreiber Daniel Merkli. Parteien A._______ geboren am (…)  Afghanistan, vertreten durch Doris Schweighauser, Bündner  Beratungsstelle für Asyl Suchende, (…)  Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 28. Juli 2011 / N________

D­4397/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesgericht  (BGG, SR 173.110), des  Bundesgesetzes  vom  16.  Dezember  2005  über  die  Ausländerin­ nen und Ausländer (AuG, SR 142.20), der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention [EMRK, SR 0.101]), des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention [FK, SR 0.142.30]), des  Übereinkommens  vom  20. November  1989  über  die  Rechte  des  Kindes (KRK, SR 0.107), des Abkommens vom 26. Oktober 2004 zwischen der Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und Verfahren  zur Bestimmung des  zuständigen Staates  für  die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder in der Schweiz gestellten  Asylantrags  (Dublin­Assoziierungsabkommen  [DAA,  SR  0.142.392.68]), der  Verordnung  (EG) Nr.  343/2003  des Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem 

D­4397/2011 Drittstaatsangehöri­gen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO), der  Verordnung  (EG)  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom                    2. September 2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO  (DVO Dublin), des Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschä­ digungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE, SR 173.320.2), stellt fest und erwägt,  dass die Beschwerdeführerin am 14. April 2011  in der Schweiz um Asyl  nachsuchte,  dass sie im Rahmen der summarischen Befragung vom 27. April 2011 im  B.________  unter  anderem  angab,  afghanische  Staatsangehörige  zu  sein  und  2004  in  Pakistan,  wo  sie  sich  seit  ihrem  zweiten  Lebensjahr  aufgehalten habe,  von  ihrem Onkel  väterlicherseits und dessen Söhnen  mit  einem  zwanzig  Jahre  älteren  afghanischen  Staatsangehörigen  mit  Flüchtlingsstatus  in  Italien zwangsverheiratet worden zu sein  (vgl. BFM­ Protokoll A5 S. 6), dass  ihre Cousins  ihr  in  Afghanistan  einen Pass mit  einem  gefälschten  Geburtsdatum hätten ausstellen lassen (vgl. A5 S. 5 f.), dass  sie  in  der  Folge  im  Rahmen  des  Familiennachzugsverfahrens mit  einem  Einreisevisum  in  Italien  eingereist  und  sich  dort  bis  zu  ihrer  Ausreise  –  ohne  in  die  Flüchtlingseigenschaft  ihres  Ehemannes  einbezogen  zu  werden  –  mit  einer  Aufenthaltsbewilligung  in  C.______  aufgehalten habe (vgl. A5 S. 5), dass  ihr Ehemann sie  in den  letzten zwei Jahren regelmässig psychisch  unter Druck gesetzt und wochenlang eingesperrt habe (vgl. A5 S. 7 und  8), dass sie den  italienischen Ausländerbehörden mitgeteilt  habe, dass das  im  Reisepass  eingetragene  Geburtsdatum  gefälscht  sei,  diese  sich  indessen  zur  Änderung  des  Geburtsdatums  nicht  bereit  erklärt  hätten  (vgl. A5 S. 8, 10),

D­4397/2011 dass sie am 14. April 2011 ohne Dokumente in die Schweiz gereist sei, dass  das  BFM  der  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  der  summarischen  Befragung  vom  27.  April  2011  das  rechtliche Gehör  zu  einer  allfälligen  Wegweisung nach Italien gewährte (vgl. A5 S. 9), dass die Beschwerdeführerin geltend machte, ihr gewalttätiger Ehemann  werde  sie  in  Italien  finden  und  töten  und  im  übrigen  nähmen  die  italienischen  Behörden  die  Schwierigkeiten  der  Flüchtlinge  nicht  ernst  (vgl. A5 S. 9),  dass das BFM am 17. Juni 2011 in Anwendung von Art. 9 Abs. 1 Dublin­ II­VO  die  italienischen  Behörden  um  Rückübernahme  der  Beschwerdeführerin ersuchte (vgl. A16), dass die  italienischen Behörden am 14. Juli 2011 einer Rückübernahme  der  Beschwerdeführerin  –  und  mit  Schreiben  vom  27.  Juli  2011  angesichts der besonderen Umstände einer Überstellung nach Rom statt  nach Mailand – zustimmten (vgl. A21; A24), dass  das BFM mit  –  am  4.  August  2011  eröffneter  – Verfügung  vom  28.  Juli 2011  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  vom  14.  April  2011  nicht  eintrat  und die Wegweisung der Beschwerdeführerin  aus der Schweiz  sowie  den  Wegweisungsvollzug  nach  Italien  anordnete,  wobei  die  Überstellung  –  vorbehältlich  einer  allfälligen  Unterbrechung  oder  Verlängerung  (Art.  19f  Dublin­II­VO)  –  bis  spätestens  am  14.  Januar  2012 zu erfolgen habe, dass  gleichzeitig  festgestellt  wurde,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme keine aufschiebende Wirkung zu (Art. 107a AsylG), dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe  ihrer Rechtsvertreterin vom  9.  August  2011  an  das  Bundesverwaltungsgericht  gegen  diesen  Ent­ scheid  frist­  und  formgerecht  Beschwerde  erhob  und  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  unter  anderem  darum  ersuchte,  es  sei  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  und  es  sei  die  unentgeltliche  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG zu gewähren, dass  in  der  Beschwerde  unter  anderem  geltend  gemacht  wurde,  die  Beschwerdeführerin  habe  von  den  italienischen  Behörden  bisher  keine 

D­4397/2011 Unterstützung  gegen  ihren  gewalttätigen  Ehemann  erhalten  und  da  dieser  sowohl  in  Mailand  als  auch  in  Rom  über  ein  grosses  Beziehungsnetz  verfüge,  sei  ihr  Schutz  selbst  dann  nicht  gewährleistet,  wenn  die  Überstellung  der  Beschwerdeführerin  nach  Rom  statt  nach  Mailand erfolge,  dass  im Weiteren unter Einreichung eines Auszuges aus einem Bericht  der SFH vom Mai 2011 geltend gemacht wurde, der Beschwerdeführerin  als verletzlicher Person sei eine Rückkehr nach  Italien nicht zuzumuten,  da  dort  eine  entsprechende Unterbringung  und medizinische Betreuung  nicht gewährleistet sei, eine Einschätzung, die durch die Tatsache, dass  die  Beschwerdeführerin  in  Italien  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  verfüge, nicht in Frage gestellt werde,  dass  die  Beschwerdeführerin  im  Weiteren  grosse  Angst  habe,  nach  Afghanistan abgeschoben zu werden,  dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  17.  August  2011  die  Gesuche  um  Erteilung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 abwies und unter Androhung  des Nichteintretens im Unterlassungsfall einen Kostenvorschuss in der  Höhe von Fr. 600.­ mit Zahlungsfrist bis zum 29. August 2011 erhob, dass  ein  an  das  BFM  gerichtetes  Gesuch  vom  23.  August  2011  um  Erstreckung  der  Ausreisefrist  am  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eingelangte, dass  am  26.  August  2011  der  erhobene  Kostenvorschuss  geleistet  wurde, dass  die  Rechtsvertreterin  mit  auf  den  26.  August  2011  datierter,  zuhanden  der  Schweizerischen  Post  am  27.  August  2011  aufgegebener  Eingabe  an  das  Bundesverwaltungsgericht  unter  Einreichung eines weiteren Auszuges aus einem Bericht der SFH vom  Mai  2011  und  Auszügen  aus  dem  Internet  zur  allgemeinen  Situation  von Frauen in Afghanistan um wiedererwägungsweise Gewährung der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  und  Gutheissung  des  Gesuches  um Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  unter  Rückerstattung  des  geleisteten  Kostenvorschusses ersuchte,

D­4397/2011 dass darin unter Bezugnahme auf die Zwischenverfügung vom 27. Juli  2011  darauf  hingewiesen  wurde,  die  Beschwerdeführerin  habe –  insbesondere  aufgrund  der  patriarchalischen  Strukturen,  welche  in  ihrem Leben klar dominierend gewesen seien – bisher keinen Mut zur  Anzeige gegen ihren Ehepartner gehabt, zumal sehr ungewiss sei, ob  der Beschwerdeführererin danach überhaupt geholfen worden wäre,  dass  die  jährlich  erneuerbare  Aufenthaltsbewilligung  der  Beschwerdeführerin  in  Italien  in  der  für  die  Beschwerdeführerin  zuständigen  Questura  in  C._____,  dem  Aufenthaltsort  des  Ehemannes,  ausgestellt  worden  sei,  und  diese  Questura  –  mangels  anderer Anhaltspunkte  in  den Akten  – weiterhin  für  die Verlängerung  der  Bewilligung,  die  nur  durch  persönliches  Vorsprechen  beantragt  werden  könne,  zuständig  sei,  weshalb  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  die  Möglichkeit  habe,  ihrer  anlässlich  der  Verlängerung des Ausweises wieder habhaft zu werden,  dass daher  das BFM aufzufordern  sei,  von Amtes wegen die  nötigen  Abklärungen  bezüglich  der  jährlich  erneuerbaren  Aufenthaltsbewilligung  der  Beschwerdeführerin  in  Italien,  deren  Verlängerung und der Zuständigkeit  der Questura  für  die Ausstellung  der Bewilligung vorzunehmen,  dass  schliesslich  alleinstehende  Frauen  in  Italien  nicht  zu  den  verletzlichen Personen mit damit verbundener besonderer Behandlung  gehörten,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  endgültig  über  Beschwerden  ge­ gen Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des BFM  auf  dem Gebiet  des Asyls  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art.105 AsylG i.V.m. Art. 31­33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  die  Beschwerde  frist­  und  formgerecht  eingereicht  wurde,  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG sowie Art. 105 AsylG  i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48 Abs. 1 und 52 VwVG), dass mit  Beschwerde  die Verletzung  von Bundesrecht,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts 

D­4397/2011 und  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  können  (Art.  106  Abs.  1  AsylG), dass bei Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide, mit denen es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art.  32­35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz grundsätzlich auf die Frage beschränkt  ist, ob die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass sich die Beschwerdeinstanz – sofern sie den Nichteintretensent­ scheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl.  Entscheidun­gen  und  Mitteilungen  der  [vormaligen]  Schweizerischen  Asylrekurs­kommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  über  offensichtlich  unbegründete  Beschwerden  in  einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters oder einer zweiten Richterin entschieden wird (Art. 111 Bst. e  AsylG), dass  es  sich  vorliegend, wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen ist (vgl. Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  die  Vorinstanz  gestützt  auf  Art.  9  Abs.  1 Dublin­II­VO  zu Recht  Italien  für  die  Prüfung  des  am  14.  April  2011  in  der  Schweiz  eingereichten Asylgesuchs der Beschwerdeführerin erachtet hat,  dass die  italienischen Behörden dem Ersuchen der Schweizer Behör­ den um Rückübernahme der Beschwerdeführerin zustimmten und sich  damit  zur  Behandlung  des  Asylgesuches  der  Beschwerdeführerin  als  zuständig erklärten,  dass Italien Signarstaat der FK und der EMRK ist und keine konkreten  Anhaltspunkte  vorliegen,  wonach  sich  Italien  nicht  an  die  daraus  resultierenden völkerrechtlichen Verpflichtungen hält,

D­4397/2011 dass  sich  die  Beschwerdeführerin  wegen  ihres  gewalttätigen  Ehemannes  bisher  nicht  ausdrücklich  an  die  zuständigen  Behörden  gewendet,  sondern  lediglich  um  Korrektur  des  im  Reisepass  falsch  eingetragenen Geburtsdatums ersucht hat, weshalb die Behauptung in  der  Beschwerde,  die  Beschwerdeführerin  habe  hinsichtlich  ihres  gewalttätigen Ehemannes von den italienischen Behörden bisher keine  Unterstützung erhalten, nicht zutrifft,  dass  die  Erklärung  auf  Beschwerdeebene,  wonach  die  Beschwerdeführerin  insbesondere  aufgrund  der  patriarchalischen  Strukturen,  welche  in  ihrem  Leben  klar  dominierend  gewesen  seien,  bisher  keinen Mut  zur Anzeige  gegen  ihren Ehepartner  gehabt  habe,  keinen objektiven Hinderungsgrund darstellt,  dass  somit  mangels  gegenteiliger  konkreter  Anhaltspunkte  mit  dem  BFM von der Schutzfähigkeit und –willigkeit der italienischen Behörden  auszugehen ist, dass  an  dieser  Einschätzung  die  blosse  Behauptung,  es  sei  sehr  ungewiss,  ob der Beschwerdeführerin  bei  allfälliger Einreichung einer  Anzeige geholfen worden wäre, nichts zu ändern vermag,  dass  das  BFM  die  italienischen  Behörden  schriftlich  über  die  Zugehörigkeit  der  Beschwerdeführerin  zu  einer  verletzlichen  Personengruppe  informiert  hat,  diese  angesichts  der  besonderen  Umstände der Überstellung der Beschwerdeführerin nach Rom statt nach  Mailand  zustimmten  und  zusicherten,  dass  die  Beschwerdeführerin  in  Rom von einer Mitarbeiterin der Organisation D._____ abgeholt werde, dass somit eine besondere Behandlung der Beschwerdeführerin durch  die italienischen Behörden hinreichend gewährleistet ist,  dass  es  Sache  der  italienischen  Behörden  sein  wird,  der  Beschwerdeführerin  im Rahmen  ihrer Möglichkeiten den notwendigen  Schutz zu gewähren und in diesem Zusammenhang das BFM mangels  Zuständigkeit  keine  Pflicht  trifft,  Abklärungen  bezüglich  Modalitäten  der Verlängerung der Aufenthaltsbewilligung in Italien vorzunehmen,  dass  daher  der  entsprechende  Antrag  auf  Beschwerdeebene  abzulehnen ist, 

D­4397/2011 dass  es  vorliegend  der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  einzelfallspezifische  besondere  Verletzlichkeit  nachzuweisen,  aufgrund  derer geschlossen werden könnte, ihr drohe in Italien eine unmenschliche  Behandlung im Sinne von Art. 3 EMRK, dass  zusammenfassend  festzustellen  ist,  dass  einer  Überstellung  der  Beschwerdeführerin  nach  Italien  weder  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  noch  humanitäre  Gründe  entgegenstehen,  weshalb  die  Souveränitätsklausel  (Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  nicht  zur  Anwendung  gelangt und folglich das BFM zu Recht in Anwendung von Art. 34 Abs. 2  Bst. d AsylG auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch  in der Regel die Wegwei­ sung aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs.1 AsylG), vorliegend  der Kanton keine Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein An­ spruch auf Erteilung einer solchen besteht (vgl. EMARK 2001 Nr. 21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht  und  demnach  vom  Bundesamt  zu  Recht  ange­ ordnet wurde, dass im Rahmen des Dublin­Verfahrens, bei dem es sich um ein Über­ stellungsverfahren  in den  für die Prüfung des Asylgesuches zuständi­ gen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmass­ nahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.v.m. Art. 83 Abs. 1 AuG, dass  eine  entsprechende Prüfung  –  soweit  notwendig  –  vielmehr  be­ reits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vor­ stehende Erwägungen), dass  in  diesem  Sinne  die  Vorinstanz  den  Vollzug  der  Wegweisung  nach Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtete, dass  die  Beschwerdeführerin  demnach  nicht  darzutun  vermag,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen  Sachverhalt  unrichtig  oder  unvollständig  feststellt  oder  unangemessen  ist  (Art.  106  AsylG),  weshalb  die  Beschwerde  abzuweisen ist, dass  mit  Ergehen  des  vorliegenden  Urteils  der  mit  Eingabe  vom  27. August  2011  gestellte  Antrag  nach  wiedererwägungsweiser  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  der  Beschwerde  gegenstandslos wird,

D­4397/2011 dass  der  zuständige  Instruktionsrichter  mit  Zwischenverfügung  vom  17.  August  2011  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wegen  Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abwies, dass die mit nachträglich eingereichter Eingabe vom 27. August 2011  geltend  gemachten  Gründe,  wie  vorstehend  ausgeführt,  an  dieser  Einschätzung nichts zu ändern vermögen, weshalb der darin gestellte  Antrag, das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im  Sinne  von  Art.  65  Abs.  1  VwVG  sei  wiedererwägungsweise  gutzuheissen – und  folglich der bereits geleistete Kostenvorschuss  in  der Höhe von Fr. 600.­ zurückzuzahlen – abzulehnen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­  (Art.  16  Abs.  1  Bst.  a  VGG  i.V.m.  Art.  2  und  3  VGKE)  der  Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1 VwVG), welche  durch  den  am  26. August  2011  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher Höhe gedeckt sind, dass  schliesslich  das  am  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eingelangte, an das BFM gerichtete Gesuch  vom 23. August 2011 um Erstreckung der Ausreisefrist der Vorinstanz  zuständigkeitshalber zur weiteren Behandlung überwiesen wird. (Dispositiv nächste Seite)

D­4397/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.   Das Gesuch um wiedererwägungsweise Gewährung der unentgeltlichen  Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen.  3.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  600.­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  durch  den  geleisteten  Kostenvorschuss  in  gleicher Höhe gedeckt. 4.  Das  am  25.  August  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht  eingereichte  Gesuch vom 23. August 2011 um Erstreckung der Ausreisefrist wird dem  BFM zuständigkeitshalber zur weiteren Behandlung überwiesen.  5.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Rechtsvertreterin  der  Beschwerdeführenden,  das BFM und die zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Bendicht Tellenbach Daniel Merkli Versand

D-4397/2011 — Bundesverwaltungsgericht 06.09.2011 D-4397/2011 — Swissrulings