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Bundesverwaltungsgericht 30.09.2011 D-4295/2011

30 septembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,106 mots·~6 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 1. Juli 2011 /

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­4295/2011 Urteil   v om   3 0 .   S ep t embe r   2011 Besetzung Einzelrichterin Contessina Theis, mit Zustimmung von Richter Kurt Gysi;   Gerichtsschreiber Alfred Weber. Parteien A._______, geboren (…), B._______, geboren (…), sowie die Kinder C._______, geboren (…), D._______, geboren (…), E._______, geboren (…), Kosovo und Serbien,   alle vertreten durch lic. iur. Stefan Galligani, Rechtsanwalt,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung (Wiedererwägung); Verfügung des BFM vom 1. Juli 2011 / N (…).

D­4295/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass das BFM mit Verfügung vom 21. April 2009 gestützt auf Art. 3 des  Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31) die Asylgesuche der  Beschwerdeführenden  vom  25.  August  2008  ablehnte  und  die  Wegweisung aus der Schweiz sowie deren Vollzug anordnete, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  18.  Mai  2009  beim  Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erheben liessen, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­3199/2009 vom 19. Juni  2009  in Anwendung von Art. 12 Abs. 1 AsylG auf die Beschwerde nicht  eintrat, weil innert Frist weder eine Beschwerdeverbesserung eingereicht  noch ein Kostenvorschuss bezahlt wurde, dass  das  BFM  den  Beschwerdeführenden  mit  Schreiben  vom  24.  Juni  2009 eine Ausreisefrist zum Verlassen der Schweiz bis zum 22. Juli 2009  ansetzte, dass  die  Beschwerdeführenden  mit  als  "Fristwiederherstellungsgesuch;  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 19. Juni 2009, D­3199/2009"  bezeichneter  Eingabe  vom  11.  Juli  2009  (Poststempel:  12. Juli  2009)  unter  anderem  die  Wiederherstellung  "der  Beschwerdefrist"  nach  unverschuldetem  Versäumnis  gemäss  Art.  24  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) beantragten, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil vom 12. August 2009 das  Fristwiederherstellungsgesuch  guthiess,  das  Urteil  D­3199/2009  vom  19. Juni  2009  (Nichteintreten  auf  Beschwerde)  aufhob,  auf  die  Beschwerdeeingabe  vom  18.  Mai  2009  eintrat  und  das  Beschwerdeverfahren weiterführte, dass das Bundesverwaltungsgericht mit Urteil D­4473/2009 vom 13. Mai  2011  die  Beschwerde  vom  18.  Mai  2009  in  Bestätigung  der  vorinstanzlichen Ausführungen abwies, dass das BFM mit Verfügung vom 1. Juli 2011 – eröffnet am 4. Juli 2011  – das  Wiedererwägungsgesuch  der  Beschwerdeführenden  vom  6.  Juni  2011  kostenpflichtig  abwies  und  die  Rechtskraft  sowie  die  Vollstreckbarkeit  des  negativen  Asylentscheids  vom  21.  April  2009  feststellte,

D­4295/2011 dass  es  weiter  festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  komme  keine  aufschiebende Wirkung zu, dass  zur  Begründung  im  Wesentlichen  ausgeführt  wurde,  es  sei  nicht  einsichtig,  warum  die  Beschwerdeführerin  (Ehefrau/Mutter)  die  Vergewaltigung  nicht  zu  einem  früheren  Zeitpunkt  im  Asylverfahren  geltend gemacht habe, dass sie weder bei der Anhörung zur Person noch anlässlich derjenigen  zu  den  Asylgründen  noch  auf  Beschwerdeebene  jemals  einen  geschlechtsspezifischen  Übergriff  geltend  gemacht  oder  zumindest  angedeutet habe,  dass  im  Wiedererwägungsgesuch  festgehalten  werde,  die  Beschwerdeführerin  hätte  aus  Schamgefühl  erst  jetzt  darüber  berichten  können, dass  auch  Gesuchstellerinnen  mit  frauenspezifischen  Fluchtgründen  grundsätzlich  der  Wahrheits­  und  Mitwirkungspflicht  unterstellt  seien,  weshalb Fragen in diesem Zusammenhang auch von Asylsuchenden mit  spezifischen  Asylgründen wahrheitsgemäss  beantwortet  werden  sollten,  was  vor  allem  auch  im  eigenen  Interesse  (optimale  Weiterführung  des  Asylverfahrens) liege,  dass es nicht angehe, dass das Vorbringen der Vergewaltigung auf jeder  Ebene des Asylverfahrens den Vorwurf des Nachschiebens ausser Kraft  setzen könne, dass  die  stereotype  Argumentation  der  Beschwerdeführerin  vorliegend  nicht gehört werden könne, zumal es ihr zumutbar gewesen wäre, bereits  zu  einem  früheren  Zeitpunkt  ihre  diesbezüglichen  Asylgründe  schriftlich  festzuhalten  und  dies  nicht  erst  als Reaktion  auf  das  ablehnende Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts, dass  die  medikamentöse  ärztliche  Behandlung  der  Beschwerdeführerin  nicht  belegt  sei,  weshalb  auch  der  Grund  für  die  Inanspruchnahme  ärztlicher Hilfe nicht ersichtlich sei, dass  in  keiner Weise nachvollziehbar  sei, warum der Beschwerdeführer  (Ehemann/Vater)  anlässlich  des  ordentlichen Verfahrens  die Bedrohung  durch Albaner und die Furcht vor Blutrache nicht geltend gemacht habe, 

D­4295/2011 zumal  es  sich  hierbei  gemäss  Wiedererwägungsgesuch  um  den  eigentlichen Ausreisegrund gehandelt haben soll, dass davon auszugehen sei, dass der Beschwerdeführer mit diesem  im  Anschluss an das Urteil des Bundesverwaltungsgericht vom 13. Mai 2011  geltend  gemachten  Vorbringen  lediglich  versuche,  einer  drohenden  Wegweisung zu entgehen, dass die diesbezüglichen Vorbringen als unglaubhaft und nachgeschoben  zu qualifizieren seien, dass  der  Hinweis  auf  die  Integration  der  Kinder  eine  Gutheissung  des  Wiedererwägungsgesuchs ebenfalls nicht zu begründen vermöge, dass  hinsichtlich  einer  Wegweisung  nach  Serbien  auf  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  vom  13.  Mai  2011  zu  verweisen  sei,  worin  begründet  werde,  warum  sich  die  Beschwerdeführenden  nach  Serbien  begeben und dort eine neue Existenz aufbauen könnten,  dass  zusammenfassend  festzuhalten  sei,  dass  keine  Gründe  vorliegen  würden,  welche  die  Rechtskraft  der  Verfügung  vom  21.  April  2009  beseitigen könnten, dass die Beschwerdeführenden mit Eingabe vom 3. August 2011 gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erheben  und  unter  Kosten­  und  Entschädigungsfolge  die  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung,  die  Feststellung  der  Flüchtlingseigenschaft,  eventualiter  die  Feststellung  der  Unzumutbarkeit  der  Wegweisung,  die  sinngemässe  Aussetzung  des  Vollzugs  der  Wegweisung  und  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unter  Einsetzung  des  unterzeichnenden  Vertreters  als  als  unentgeltlicher  Rechtsbeistand  beantragen liessen, dass  mit  Verfügung  vom  5.  August  2011  (Vorsorgliche  Massnahme:  Vollzugsstopp) gestützt auf Art. 112 AsylG der Vollzug der Wegweisung  per sofort ausgesetzt wurde, dass in der Zwischenverfügung vom 10. August 2011 festgehalten wurde,  dass über die  formelle Aussetzung des Vollzugs der Wegweisung sowie  über  die  übrigen Anträge  (Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG)  nach  Eingang  eines  allfälligen  medizinischen Behandlungsberichts zu entscheiden ist, 

D­4295/2011 dass mit Eingabe vom 25. August 2011 der Arztbericht  von med. pract.  P.D. vom 19. August 2011 nachgereicht wurde, dass  mit  Zwischenverfügung  vom  31.  August  2011  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  ausgesetzt,  die  Verfügung  vom  5.  August  2011  (Vorsorgliche Massnahme: Vollzugsstopp)  aufgehoben,  das Gesuch  um  Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im Sinne von Art. 65 Abs. 1  und  2  VwVG  abgewiesen  und  den  Beschwerdeführenden  Frist  zur  Bezahlung eines Kostenvorschusses in der Höhe von Fr. 1'200.– bis zum  15. September 2011 angesetzt wurde, dass zur Begründung im Wesentlichen ausgeführt wurde,  dass  in der Beschwerde  (Ziff.  3 S.  7)  unter  anderem ausgeführt werde,  die Beschwerdeführenden hätten sich nach Abweisung ihrer Asylgesuche  durch  das  BFM  mit  Verfügung  vom  21.  April  2009  und  der  daraus  resultierenden  Angst,  wieder  in  den  Kosovo  zurückgehen  zu  müssen,  dazu  durchgerungen,  die  wahren  Ausreisegründe  aus  dem  Kosovo  zu  nennen, dass  die  Beschwerdeführerin  am  10.  Juni  2008  von  zwei  Männern  misshandelt  und  geschlagen  worden  sei,  wobei  einer  von  ihnen  sie  vergewaltigt habe, dass  sie  aus Angst  vor  nachteiligen Konsequenzen, welche  ihr  und der  Familie von den Tätern angedroht worden seien, geschwiegen habe und  erst als ihr Ehemann bedroht worden sei, diesem davon erzählt habe, dass  die  Kinder  davon  erst  in  der  Schweiz  im  Rahmen  des  Asylverfahrens erfahren hätten, dass  der  Beschwerdeführer  am  5.  August  2008  von  Albanern  bedroht  worden sei, weil er Schuld am Tod des  im Jahre 1999 umgekommenen  Bruders dieser Männer gewesen sein soll,  dass dieses Ereignis ausschlaggebend für die Ausreise gewesen sei,  dass vorab festzuhalten sei, dass eine Wiedererwägung nicht in Betracht  falle,  wenn  lediglich  eine  neue Würdigung  der  beim  früheren  Entscheid  bereits  bekannten  Tatsachen  herbeigeführt  werden  soll  oder  Gründe  angeführt  würden,  die  bereits  in  einem  ordentlichen 

D­4295/2011 Beschwerdeverfahren  gegen  die  frühere  Verfügung  hätten  geltend  gemacht werden können (vgl. EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104), dass  die  späteren  Ausführungen  in  der  Beschwerde  (Ziff.  7  S.  10),  wonach  die  Beschwerdeführerin  aus  Scham  nichts  von  diesem  Vorfall  erzählt habe und es ihr nicht zumutbar gewesen sei, sich hierzu zu einem  früheren  Zeitpunkt  zu  äussern,  demnach  im  Widerspruch  zum  Vorgenannten  stehen  und  nicht  geeignet  sein  dürften,  die  in  diesem  Zusammenhang  insgesamt  nicht  zu  beanstanden  Erwägungen  der  Vorinstanz zu entkräften beziehungsweise zu beseitigen, dass daran auch das eingereichte ärztliche Zeugnis vom 19. August 2011  nichts  ändern  dürfte,  zumal  dieses  insbesondere  nicht  zu  erklären  vermöge,  aufgrund  welcher  Umstände  die  Beschwerdeführerin  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein  soll,  die  angeblich  vor  vier  Jahren  erlittene  Vergewaltigung  nicht  schon  im  ordentlichen  (Beschwerde­)  Verfahren  einzubringen, dass  dieses  unter  anderem  lediglich  festhalte,  die  Beschwerdeführerin  leide vor dem Hintergrund eines anstehenden, möglicherweise negativen  Asylentscheids  sowie  der  stattgehabten  Ereignisse  im  Heimatland  an  einer depressiven Entwicklung, Angst­ und Schlafstörungen,  dass  die  psychischen  Befindlichkeitsstörungen  eine  entsprechende  medikamentöse Therapie bedingen würden,  dass  das  ärztliche  Attest  vom  19.  August  2011  ferner  keine  aufschlussreichen, massgebenden oder entscheidenden Zusatzauskünfte  hinsichtlich  der  gesundheitlichen  Situation  der  Beschwerdeführerin  enthalte,  worum  mit  Zwischenverfügung  vom  10.  August  2011  explizit  ersucht worden sei, dass  eine  Behandlung  des  diagnostizierten  Krankheitsbilds  der  Beschwerdeführerin  auch  in  Serbien  gewährleistet  sei,  mithin  eine  Fortsetzung der  in der Schweiz begonnenen, medikamentösen Therapie  allenfalls dort fortgeführt werden könne,  dass  auch  nicht  ersichtlich  sein  dürfte,  weshalb  es  dem  Beschwerdeführer  nicht  möglich  gewesen  sein  soll,  seine  angeblich  wahren Ausreisegründe bereits im ordentlichen (Beschwerde­) Verfahren  geltend zu machen,

D­4295/2011 dass  nach  dem  Gesagten  nicht  zuletzt  auch  die  Argumentation  im  Zusammenhang  mit  der  Zumutbarkeit  eines  allfälligen  Vollzugs  der  Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  keine  Änderung  der  angefochtenen Verfügung herbeizuführen vermöge, da dieser Aspekt  im  Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 13. Mai 2011 eine eingehende  Würdigung erfahren habe (vgl. D­4473/2009 E. 6.4 S. 9­12), dass  dem  Vollzug  der Wegweisung  der  Beschwerdeführenden  in  ihren  Heimatstaat  aufgrund  der  gegenwärtigen  Aktenlage  auch  sonst  keine  Wegweisungshindernisse entgegen stehen dürften, dass dementsprechend die in der Beschwerde formulierten Begehren von  vornherein aussichtslos sein dürften, dass der Kostenvorschuss am 8. September 2011 bezahlt wurde, und zieht in Erwägung, dass  das  Bundesverwaltungsgericht,  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen (Art. 5 VwVG) des BFM auf dem Gebiet des Asyls endgültig  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105  Abs.  1  AsylG  i.V.m.  Art.  31  ­  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  [VGG,  SR  173.32];  Art.  83  Bst. d  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  vorliegend  der  Entscheid  vom  1.  Juli  2011, mit  welchem  das  von  den  Beschwerdeführenden  gestellte  Gesuch  vom  6.  Juni  2011  um  Wiedererwägung  der  ursprünglichen  Verfügung  des  BFM  vom  21.  April  2009 abgewiesen wurde, eine Verfügung des BFM im Bereich des Asyls  darstellt,  die  mit  Beschwerde  an  das  letztinstanzlich  zuständige  Bundesverwaltungsgericht weitergezogen werden kann, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  dem  BFM  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  und  daher  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung beziehungsweise Änderung haben (Art. 105 AsylG i.V.m. Art.  37 VGG und Art. 48 Abs. 1 VwVG),

D­4295/2011 dass sie daher  zur Einreichung einer Beschwerde gegen die Verfügung  des BFM vom 1. Juli 2011 legitimiert sind, dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde   einzutreten ist (Art. 108 Abs. 1 AsylG i.V.m. Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich,  wie  nachstehend  aufgezeigt,  vorliegend  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass vorliegend gestützt auf Art. 111a Abs. 1 AsylG auf die Durchführung  des Schriftenwechsels verzichtet wurde, dass  nach  Art.  29  Abs.  1  und  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101; zu  der  unter  Art.  4  aBV  entwickelten  Rechtsprechung  des  Bundesgerichts  vgl. BGE 127  I 133 E. 6 S. 137) ein verfassungsmässiger Anspruch auf  Wiedererwägung besteht, wenn erhebliche Tatsachen oder Beweismittel  geltend gemacht werden, die im früheren Verfahren nicht bekannt waren  oder damals noch nicht eingebracht werden konnten, oder wenn sich die  Umstände  seit  der  letzten  Beurteilung  wesentlich  geändert  haben  und  mithin  der  ursprüngliche  (fehlerfreie)  Entscheid  an  nachträglich  eingetretene Veränderungen der Sach­ oder Rechtslage anzupassen  ist  (vgl. EMARK 2003 Nr. 7 E. 1 S. 42 f.; BGE 124 II 1 E. 3a S. 6; 120 Ib 42  E. 2b S. 46; 113 Ia 146 E. 3a S. 150 ff.), dass  ungeachtet  dieses  verfassungsmässigen  Anspruchs  ein  Wiedererwägungsgesuch  nicht  dazu  dienen  darf,  die  Verbindlichkeit  eines  Verwaltungsentscheides  fortlaufend  in  Frage  zu  stellen  (vgl.  EMARK 2003 Nr. 17 E. 2b S. 104), dass das BFM in der angefochtene Verfügung dargelegt hat, weshalb die  Vorbringen  im  Wiedererwägungsgesuch  nicht  geeignet  sind,  an  der  ursprünglichen Verfügung etwas zu ändern,

D­4295/2011 dass  sich  aufgrund  der  Akten  die  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung als in jeder Hinsicht zutreffend erweisen, dass  daher  zur  Vermeidung  von  Wiederholungen  auf  die  nicht  zu  beanstandenden  Ausführungen  des  BFM  in  der  angefochtenen  Verfügung verwiesen werden kann, dass die Vorbringen in der Rechtsmitteleingabe nicht geeignet sind, eine  Änderung der angefochtenen Verfügung herbeizuführen, dass den Beschwerdeführenden mit Zwischenverfügung vom 31. August  2011  ausführlich  und  teils  unter Angabe  der  jeweiligen Fundstellen  und  der  Rechtsprechung  dargelegt  wurde,  weshalb  ihre  Vorbringen  in  der  Beschwerde  ­  da  aussichtslos  ­  weder  beachtliche  Gründe  in  asylrechtlicher Hinsicht noch Hindernisgründe im Zusammenhang mit der  Frage  eines  allfälligen  Vollzugs  der  Wegweisung  darzustellen  vermöchten,  dass eine Änderung der Sachlage hinsichtlich der Begehren von damals  zwischenzeitlich nicht eingetreten ist, dass, um Wiederholungen zu vermeiden, daher ebenfalls vollumfänglich  auf  die  Ausführungen  in  der  erwähnten  Zwischenverfügung  verwiesen  werden kann, dass sich bei dieser Sachlage weitere Erörterungen erübrigen, dass  es  den  Beschwerdeführenden  somit  nicht  gelingt,  erhebliche  Tatsachen  oder  Beweismittel  oder  eine  wesentliche  Änderung  der  Umstände  im  Sinne  der  wiedererwägungsrechtlichen  Bestimmungen  darzulegen, dass  das  BFM  nach  dem Gesagten  das Wiedererwägungsgesuch  vom  6. Juni  2011  zu  Recht  abgewiesen  hat  und  die  Beschwerde  demnach  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  1200.–  (Art. 1­3  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  (Art.  63 Abs.  1  VwVG)  und  mit  dem  am  8.  September  2011  in  der  gleichen  Höhe  geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen sind.

D­4295/2011 (Dispositiv nächste Seite) Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die Verfahrenskosten von Fr. 1200.– werden den Beschwerdeführenden  auferlegt  und   mit  dem  am  8.  September  2011  in  der  gleichen  Höhe  geleisteten Kostenvorschuss verrechnet. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die Einzelrichterin: Der Gerichtsschreiber: Contessina Theis Alfred Weber Versand:

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