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Bundesverwaltungsgericht 25.07.2011 D-4081/2011

25 juillet 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,175 mots·~6 min·3

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­4081/2011 Urteil   v om   2 5 .   Juli   2011 Besetzung Einzelrichter Fulvio Haefeli, mit Zustimmung von Richter Walter Lang; Gerichtsschreiber Gert Winter. Parteien A._______, geboren (…), Somalia, (…), Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz. Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin­ Verfahren); Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011 /  N.

D­4081/2011 Das Bundesverwaltungsgericht, in Anwendung des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR 142.31), der  Asylverordnung  1  vom  11.  August  1999  über  Verfahrensfragen  (AsylV 1, SR 142.311), des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021), des  Bundesgesetzes  vom  17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht (VGG, SR 173.32), des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht  (BGG,  SR 173.110), des Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über  die Ausländerinnen  und Ausländer (AuG, SR 142.20), der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (Europäische  Menschenrechtskonvention, EMRK, SR 0.101), des  Abkommens  vom  28. Juli  1951  über  die  Rechtsstellung  der  Flüchtlinge (Flüchtlingskonvention, FK, SR 0.142.30), des Übereinkommens vom 10. Dezember 1984 gegen Folter und andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK, SR 0.105), des  Abkommens  vom  26. Oktober  2004  zwischen  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  und  der  Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien und Verfahren zur Bestimmung des zuständigen Staates für die  Prüfung  eines  in  einem  Mitgliedstaat  oder  in  der  Schweiz  gestellten  Asylantrags (Dublin­Assoziierungsabkommen [DAA, SR 0.142.392.68]), der Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003 zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig ist (Dublin­II­VO),

D­4081/2011 der Verordnung (EG) Nr. 1560/2003 der Kommission vom 2. September  2003 mit Durchführungsbestimmungen zur Dublin­II­VO (DVO Dublin), des  Reglements  vom  21.  Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2), stellt fest, dass  das  BFM  mit  Verfügung  vom  8.  Juli  2011  –  eröffnet  am  15.  Juli  2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch  der Beschwerdeführerin vom 17. Mai 2011 nicht eintrat, die Wegweisung  nach  Italien  verfügte,  die  Beschwerdeführerin  –  unter  Androhung  von  Zwangsmitteln im Unterlassungsfall – aufforderte, die Schweiz spätestens  am  Tag  nach  Ablauf  der  Beschwerdefrist  zu  verlassen,  feststellte,  der  Kanton  M._______  sei  verpflichtet,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  und  eine  allfällige  Beschwerde  gegen  die  vorliegende  Verfügung  habe  keine  aufschiebende  Wirkung,  und  der  Beschwerdeführerin  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss  Aktenverzeichnis aushändigte, dass für die Begründung der Verfügung auf die Akten zu verweisen ist, dass die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom 19. Juli 2011 (Poststempel  vom  20.  Juli  2011)  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  erhob  und  beantragte,  die  angefochtene Verfügung sei aufzuheben und die Vorinstanz anzuweisen,  ihr  Recht  zum  Selbsteintritt  auszuüben  und  sich  für  das  vorliegende  Asylgesuch  für  zuständig  zu  erachten,  zudem  der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zu  erteilen  sei  und  des  Weiteren  die  Vollzugsbehörden anzuweisen seien, von einer Überstellung nach Italien  abzusehen, bis das Bundesverwaltungsgericht über den Suspensiveffekt  der eingereichten Beschwerde entschieden habe, dass  sie  schliesslich  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  unter  Beigabe  eines  Anwalts  und  den  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses beantragte, dass  für  den  Inhalt  der  Beschwerde  auf  die  Akten  zu  verweisen  und,  soweit entscheidwesentlich, nachfolgend darauf einzugehen ist,

D­4081/2011 dass  das  Bundesverwaltungsgericht  den  Vollzug  der  Wegweisung  gestützt  auf Art.  56 VwVG mit Verfügung  vom 21.  Juli  2011  vorsorglich  aussetzte, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  22.  Juli  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art.  5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates, vor welchem die beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art.  105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 VGG; Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG), dass  die  Beschwerdeführerin  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders berührt ist, ein schutzwürdiges Interesse an deren Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert ist (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 37 VGG und Art. 48  Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten  ist  (Art.  108  Abs.  2  AsylG  i.V.m.  Art.  37  VGG  und  Art.  52  VwVG), dass  im vorliegenden Beschwerdeverfahren einzig zu prüfen  ist, ob das  BFM  gestützt  auf  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin zu Recht nicht eingetreten ist und infolgedessen die  Wegweisung aus der Schweiz zu Recht verfügt hat, dass  sich  die  Beschwerdeinstanz  –  sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet  –  einer  selbständigen  materiellen  Prüfung  enthält,  die  angefochtene  Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1 S. 240 f.), dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer zweiten Richterin entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG) und es 

D­4081/2011 sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art.  111a  Abs.  1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  gestützt  auf  die  einleitenden  Bestimmungen  sowie  Art.  1  Abs.  1  DAA  i.V.m. Art.  29a Abs.  1 AsylV 1 die Prüfung der  staatsvertraglichen  Zuständigkeit zur Behandlung eines Asylgesuches nach den Kriterien der  Dublin­II­VO vorzunehmen ist, dass die Beschwerdeführerin gemäss der Datenbank Eurodac bereits am  23. August 2008 in N._______ (Italien) und am 22. April 2010 auch noch  in O._______ (Deutschland) daktyloskopiert wurde, dass  der  vorgängige  Aufenthalt  der  Beschwerdeführerin  in  Italien  feststeht und von ihr auch nicht bestritten wird (A6/10 Ziff. 16 S. 6), dass somit  Italien für die Prüfung  ihres am 17. Mai 2011 in der Schweiz  eingereichten  Asylantrags  zuständig  ist  (vgl.  das  Dublin­ Assoziierungsabkommen, die Dublin­II­VO sowie die DVO Dublin), dass  die  italienischen  Behörden  das  Ersuchen  des  BFM  vom  22.  Juni  2011  um  Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführerin  unbeantwortet  liessen,  womit  die  Zuständigkeit  Italiens  gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  aufgrund  der  sogenannten  Verfristung  definitiv  geworden ist (vgl. Art. 20 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO), dass  die  Beschwerdeführerin  im  Rahmen  des  rechtlichen  Gehörs  am  24. Mai  2011  lediglich  geltend  machte,  sie  wolle  nicht  nach  Italien  zurückkehren,  weil  sie  dort  ihrem  Schwager,  der  sie  bereits  zur  Flucht  aus  dem  Heimatstaat  veranlasst  habe,  auf  der  Strasse  begegnet  sei  (A6/10 Ziff. 16 S. 7), dass  er  sie  sogleich  mit  dem  Tod  bedroht  habe,  weshalb  sie  bei  der  Polizei Anzeige erstattet habe,

D­4081/2011 dass  die  italienischen  Behörden  indessen  diesen  Mann  allen  Bemühungen zum Trotz nicht hätten finden können, dass  diese  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  indessen  nicht  zu  einer  veränderten Betrachtungsweise führen können, dass  die  Beschwerdeführerin  den  Schutz  der  italienischen  Behörden  gegenüber kriminellen Drittpersonen in Anspruch nehmen kann, dass  die  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemachte  Ehe  im  Sinne  eines  dauerhaften  Konkubinats  mit  einem  Landsmann  in  der  Schweiz  nicht  rechtsgenüglich  nachgewiesen  ist,  weshalb  keine  Verletzung  von  Art. 8 EMRK vorliegt, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  hinsichtlich  der  die  Lebensbedingungen  von  Asylsuchenden  in  Italien  betreffenden  Vorbehalte festhält, dass Asylsuchende bei der Unterkunft, der Arbeit und  dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  zwar  gewissen  Schwierigkeiten ausgesetzt sein können, dass  jedoch  zu  erwähnen  ist,  dass  Italien  unter  anderem  Signatarstaat  der  Flüchtlingskonvention  wie  auch  der  Europäischen  Menschenrechtskonvention ist, dass  anders  als  bei  Griechenland  (vgl.  Urteil  des  Europäischen  Gerichtshofs  für  Menschenrechte  [EGMR],  M.S.S.  vs.  Belgium  and  Greece,  Nr. 30696/09,  21.  Januar  2011,  Urteil  R.U.  vs.  Greece,  Nr.  2237/08, 7. Juni 2011) hinsichtlich Italien aufgrund der wiederholten und  übereinstimmenden  Stellungnahmen  des  Amtes  des  Hohen  Flüchtlingskommissars  der  Vereinten  Nationen  (UNHCR),  des  Kommissars  für  Menschenrechte  des  Europarates  und  von  internationalen  Nichtregierungsorganisationen  (NGOs)  weder  davon  ausgegangen werden kann, die italienische Gesetzgebung zum Asylrecht  werde  nicht  angewendet,  noch  sei  das  Asylverfahrensrecht  in  diesem  Land in einer Art und Weise von strukturellen Unzulänglichkeiten geprägt,  dass  asylsuchende  Personen  kaum  Chancen  auf  eine  seriöse  Prüfung  ihrer  Asylgesuche  und  ihrer  Beschwerden  durch  die  italienischen  Behörden  haben,  oder  dass  sie  dort  mangels  wirksamer  Beschwerdemöglichkeit keinen Schutz vor willkürlicher Rückschiebung in  ihr Heimatland geniessen,

D­4081/2011 dass  somit  keine  ernsthaften  Zweifel  daran  bestehen,  dass  Italien  die  Richtlinie  Nr.  2005/85/EG  des  Rates  vom  1.  Dezember  2005  über  Mindestnormen  für  Verfahren  in  den  Mitgliedstaaten  zur  Zuerkennung  und  Aberkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  (Amtsblatt  Nr.  L  326  vom  13/12/2005 S. 0013 – 0034) respektiert, dass  sich  das  italienische  Asylsystem  aufgrund  der  jüngsten  Entwicklungen  im  nordafrikanischen  Raum  verbunden  mit  erhöhtem  Zustrom  von  Asylsuchenden  zwar mit  erheblichen  Kapazitätsproblemen  konfrontiert sieht, dass  indessen  das  Gericht  auch  in  Berücksichtigung  der  mit  den  Kapazitätsengpässen  im  Zusammenhang  stehenden  schwierigen  Aufenthalts­  und Lebensbedingungen nicht  zum Schluss  gelangt,  Italien  verletze  nachgewiesenermassen  in  systematischer  Weise  die  Richtlinie  Nr. 2003/9/EG  des  Rates  vom  27. Januar  2003  zur  Festlegung  von  Mindestnormen  für  die  Aufnahme  von  Asylbewerbern  in  den  Mitgliedstaaten (Amtsblatt Nr. L 031 vom 06/02/2003 S. 0018­0025),  dass  angesichts  dieser  Sachlage  keine  Veranlassung  besteht,  die  Regelvermutung  in  Frage  zu  stellen,  wonach  sich  Italien  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Rückschiebungsverbot  oder  die  einschlägigen  Normen  der  EMRK  und  der FoK, hält (BVGE 2010/45 E. 7.5 und 7.7), dass  diese  Regelvermutung  umgestossen  werden  kann,  wenn  im  konkreten  Einzelfall  ernsthafte  Indizien  dafür  vorliegen,  dass  die  Behörden des betreffenden Signatarstaates Völkerrecht verletzen (BVGE  2010/45 a.a.O.), dass solche Indizien im vorliegenden Fall schon deshalb nicht ersichtlich  sind, weil die  italienischen Behörden die Anzeige gegen ihren Schwager  entgegen genommen haben, dass  für  den  Fall,  dass  die  Beschwerdeführerin  aufgrund  der  Aufenthaltsbedingungen  tatsächlich  nicht  in  der  Lage  gewesen  sein  sollte, in Italien ein menschenwürdiges Leben zu führen, es an ihr liegen  wird,  ihre  Rechte  bei  den  italienischen  Behörden  respektive  beim  Europäischen Gerichtshof  oder  beim EGMR geltend  zu machen  (BVGE  2010/45 E. 7.6.4),

D­4081/2011 dass  im  Übrigen  darauf  hinzuweisen  ist,  dass  Dublin­Rückkehrende  betreffend  Unterbringung  von  den  italienischen  Behörden  bevorzugt  behandelt  werden  und  sich  –  neben  den  staatlichen  Strukturen  –  auch  zahlreiche private Hilfsorganisationen der Betreuung von Asylsuchenden  und Flüchtlingen annehmen, dass  beispielsweise  die  Organisation  „Arci  con  Fraternità“  seit  dem  1. Januar  2009  die  Betreuung  der  Flüchtlinge  im  Flughafen  Fiumicino  (Rom)  organisiert  und  dort  den  Asylsuchenden  kostenlose  Rechtsberatung anbietet, dass  unter  diesen  Umständen  keine  konkreten  Anhaltspunkte  dafür  ersichtlich  sind,  die  Beschwerdeführerin  würde  im  Falle  einer  Rückkehr  nach Italien in eine existenzielle Notlage geraten, dass  der  vorliegende  Entscheid  in  Übereinstimmung  mit  der  bundesverwaltungsgerichtlichen  Praxis  zum  Wegweisungsvollzug  nach  Italien ergeht (vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts E­389/2010 vom  28. Juni 2010), dass  eine  abweichende  Beurteilung  derselben  Sachlage  durch  Asylorganisationen und Hilfswerke nicht von Belang ist, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu Recht  auf  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  nicht  eingetreten  und der Rückweisungsantrag daher abzuweisen ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art.  44  Abs.  1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  EMARK  2001 Nr.  21),  weshalb  die  verfügte  Wegweisung  im Einklang mit den gesetzlichen Bestimmungen steht und  demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens,  bei  dem  es  sich  um  ein  Überstellungsverfahren  in  den  für  die  Prüfung  des  Asylgesuches  zuständigen  Staat  handelt,  systembedingt  kein  Raum  bleibt  für  Ersatzmassnahmen im Sinne von Art. 44 Abs. 2 AsylG i.V.m. Art. 83 Abs.  1 AuG), 

D­4081/2011 dass  eine  entsprechende Prüfung  soweit  notwendig  vielmehr  bereits  im  Rahmen  des  Dublin­Verfahrens  stattfinden  muss  (vgl.  vorgehende  Erwägungen), dass  in diesem Sinne die Vorinstanz den Vollzug der Wegweisung nach  Italien zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich bezeichnete, dass  es  sich  erübrigt,  auf  weitere  Beschwerdevorbringen  oder  Beweismittel  einzugehen,  da  diese  an  der Würdigung  des  vorliegenden  Sachverhalts nichts zu ändern vermögen, dass  es  sich  namentlich  erübrigt,  auf  die  langfädigen  Beschwerdevorbringen  zum  Verstoss  gegen  das  Gebot  des  effektiven  Rechtsschutzes  näher  einzugehen,  hatte  die  Beschwerdeführerin  doch  gemäss  Art.  107a  AsylG  die  Möglichkeit,  während  der  Beschwerdefrist  die  Gewährung  der  aufschiebenden  Wirkung  zu  beantragen,  weshalb  eine  Verletzung  des  Rechts  auf  wirksame  Beschwerde  nach  Art.  13  EMRK ausser Betracht fällt, dass die Beschwerdeführerin demnach nicht darzutun vermag,  inwiefern  die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt, den rechtserheblichen  Sachverhalt unrichtig oder unvollständig feststellt oder unangemessen ist  (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen ist, dass mit dem Urteil  in der Hauptsache das Gesuch um Verzicht auf die  Erhebung eines Kostenvorschusses gegenstandslos geworden ist, dass  sich  die  Beschwerde  aufgrund  vorstehender  Erwägungen  als  aussichtslos  erweist,  weshalb  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  und  2  VwVG  unbesehen  einer  allfälligen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  abzuweisen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.­­  (Art. 1 ­  3  VGKE)  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  sind  (Art.  63  Abs. 1 und 5 VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­4081/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der  unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG wird abgewiesen. 3. Die Verfahrenskosten  von Fr. 600.— werden der Beschwerdeführerin  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Der Gerichtsschreiber: Fulvio Haefeli Gert Winter Versand:

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