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Bundesverwaltungsgericht 06.12.2011 D-3979/2011

6 décembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,263 mots·~6 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch (Safe Country) und Wegweisung | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 8. Juli 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­3979/2011 Urteil   v om   6 .   D e z embe r   2011 Besetzung Einzelrichter Thomas Wespi, mit Zustimmung von Richterin Jenny de Coulon Scuntaro;  Gerichtsschreiberin Anna Kühler. Parteien A._______, geboren E._______, B._______, geboren F._______, C._______, geboren G._______, D._______, geboren H._______, Mongolei,  (…),  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung; Verfügung  des BFM vom 8. Juli 2011 / N _______.

D­3979/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführenden  eigenen  Angaben  zufolge  am  12.  April  aus  ihrem Heimatland ausreisten und am 19. April 2011  in der Schweiz  um Asyl nachsuchten, dass  der  Beschwerdeführer  anlässlich  der  Befragung  im  I._______  gemäss  Art.  26  Abs.  2  des  Asylgesetzes  vom  26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  und  der  Anhörung  gemäss  Art.  29  und  30  AsylG  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  in  seinem  Heimatland  als  Fahrer  des  Direktors  eines  J._______  tätig  gewesen  und  sei  von  seinen  Vorgesetzten und Mitarbeitern unter Druck gesetzt worden, da er Zeuge  eines Unfalls gewesen sei,  dass dieser Unfall sich im März 2007 bei einer (…) ereignet habe und ein  Arbeiter dabei ums Leben gekommen sei,  dass er von den mongolischen Behörden verhaftet worden sei, da er  im  Zusammenhang  mit  dem  (…)  aufgrund  falscher  Aussagen  unter  Mordverdacht gestanden sei, und unter Abgabe des Versprechens, sich  den Behörden zur Verfügung zu halten, freigelassen worden sei, dass er zudem von einigen illegalen Handlungen der Vorgesetzten wisse,  weshalb sein Arbeitgeber  immer wieder gegen  ihn vorgegangen sei und  ihm und seiner Familie Gewalt angetan habe, weshalb er um sein Leben  fürchten müsse, so dass er  ins Ausland habe  fliehen müssen, um seine  Familie und sich zu schützen, dass  die  Beschwerdeführerin  im  Wesentlichen  auf  die  Aussagen  ihres  Ehemannes  verwies  und  geltend machte,  sie  sei  von  Unbekannten mit  einem Messer verletzt worden, dass C._______ vorbrachte, sie sei von einem Auto angefahren worden  und leide seither an einer Sehschwäche, dass das BFM mit Verfügung vom 8. Juli 2011 – eröffnet am gleichen Tag  – in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  auf  das  Asylgesuch  nicht  eintrat, die Wegweisung aus der Schweiz sowie den Vollzug anordnete,  den  Kanton  K._______  verpflichtete,  die  Wegweisungsverfügung  zu  vollziehen,  und  den  Beschwerdeführenden  die  editionspflichtigen  Akten  gemäss Aktenverzeichnis aushändigen liess, 

D­3979/2011 dass das BFM zur Begründung im Wesentlichen anführte, gemäss Art. 6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  könne  der  Bundesrat  Staaten  bezeichnen,  die  als  verfolgungssicher gelten (sog. "safe countries"),  dass,  wenn  ein  Staat  auf  Grund  der  Lageanalyse  vom  Bundesrat  als  verfolgungssicher  bezeichnet  werde,  die  gesetzliche  Regelvermutung  bestehe,  eine  asylrelevante  staatliche  Verfolgung  finde  nicht  statt  und  Schutz vor nichtstaatlicher Verfolgung sei gewährleistet,  dass hierbei  eine  relative Verfolgungssicherheit  vermutet werde, welche  im  Einzelfall  auf  Grund  konkreter  und  substanziierter  Hinweise  umgestossen werden könne,  dass die Mongolei als verfolgungssicherer Staat gelte, weshalb das BFM  auf  entsprechende  Asylgesuche  mongolischer  Staatsangehöriger  nicht  eintrete,  ausser  die  Anhörung  ergebe  Hinweise  auf  eine  asylrelevante  Verfolgung,  dass  es  vorliegend  indessen  keine  solchen  Hinweise  gebe,  und  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführenden  offensichtlich  als  unglaubhaft  zu  beurteilen seien,  dass insbesondere nicht geglaubt werden könne, dass sich der Vorfall mit  dem ums Leben gekommenen Arbeiter hätte  vertuschen  lassen können  und die gerichtsmedizinische Analyse, welche vorgenommen worden sei,  hätte klar ergeben, dass dieser durch Y._______ zu Tode gekommen sei,  dass  daher  nicht  nachvollziehbar  sei,  weshalb  der  Arbeitgeber  des  Beschwerdeführers  jahrelang  gegen  ihn  und  seine  Familie  hätte  vorgehen sollen, zumal der Beschwerdeführer den Arbeitgeber geschützt  und gegenüber den Behörden Falschangaben gemacht habe,  dass  es  sodann  auch  unglaubhaft  sei,  dass  der  Beschwerdeführer  bis  zum  Februar  2011  weiterhin  für  diesen  Arbeitgeber  habe  tätig  sein  können,  wenn  dieser  ihn  in  der  vorgebrachten  Art  und  Weise  verfolgt  hätte,  dass  es  vor  diesem Hintergrund  auch  auszuschliessen  sei,  dass  es  zu  den  geltend  gemachten  Übergriffen  gegen  ihn  und  seine  Familie  gekommen sei, 

D­3979/2011 dass sich aus den Akten daher keine Hinweise ergeben würden, welche  die widerlegbare Vermutung von Art. 6a Abs. 2 Bst. a AsylG umstossen  könnten,  dass der Vollzug der Wegweisung durchführbar sei,  dass  die  Beschwerdeführenden  mit  Eingabe  vom  13.  Juli  2011  gegen  diesen  Entscheid  beim  Bundesverwaltungsgericht  Beschwerde  ohne  konkrete Begehren erhoben,  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerdeführenden  mit  Zwischenverfügung  vom  18.  Juli  2011  aufforderte,  eine  Beschwerdeverbesserung einzureichen,  dass  die  Beschwerdeführenden  dieser  Aufforderung  mit  Eingabe  vom  20.°Juli 2011 nachkamen und darin beantragten, die Verfügung des BFM  sei aufzuheben, die Flüchtlingseigenschaft sei anzuerkennen und es sei  Asyl  zu  gewähren,  es  sei  sodann  festzustellen,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  unzulässig,  unzumutbar  und  unmöglich  sei,  und  die  vorläufige Aufnahme sei anzuordnen,  dass  in prozessualer Hinsicht beantragt wurde, es sei die unentgeltliche  Prozessführung im Sinne von Art. 65 Abs. 1 und 2 des Bundesgesetzes  vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR 172.021)  zu  gewähren,  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses  sei  zu  verzichten  und  eventualiter  sei  die  aufschiebende  Wirkung  wiederherzustellen, dass  ferner  beantragt  wurde,  die  zuständige  Behörde  sei  vorsorglich  anzuweisen,  die  Kontaktaufnahme mit  den  Behörden  des Heimat­  oder  Herkunftsstaates  sowie  jegliche  Datenweitergabe  an  dieselben  zu  unterlassen,  eventualiter  seien  die  Beschwerdeführenden  bei  bereits  erfolgter  Datenweitergabe  darüber  in  einer  separaten  Verfügung  zu  informieren,  und zieht in Erwägung,  dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über  Beschwerden  gegen  Verfügungen  (Art. 5  VwVG)  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des 

D­3979/2011 Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105 AsylG i.V.m. Art. 31 – 33 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom  17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass eine solche Ausnahme im Sinne von Art. 83 Bst. d Ziff. 1 BGG nicht  vorliegt, weshalb das Bundesverwaltungsgericht endgültig entscheidet, dass  die  Beschwerdeführenden  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen  haben,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  sind,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung  haben  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde legitimiert sind (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde –  unter  Vorbehalt  der  nachfolgenden  Erwägungen  –  einzutreten  ist  (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35a  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass  sich  demnach  die  Beschwerdeinstanz  – sofern  sie  den  Nichteintretensentscheid  als  unrechtmässig  erachtet –  einer  selbstständigen materiellen Prüfung enthält, die angefochtene Verfügung  aufhebt  und  die  Sache  zu  neuer  Entscheidung  an  die  Vorinstanz  zurückweist  (vgl. Entscheidungen und Mitteilungen der Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2004 Nr. 34 E. 2.1. S. 240 f.), dass  die  Frage  der  Anerkennung  der  Flüchtlingseigenschaft  und  der  Gewährung  von  Asyl  demgegenüber  nicht  Gegenstand  des  angefochtenen  Nichteintretensentscheides  bildet,  weshalb  auf  die  entsprechenden Beschwerdeanträge nicht einzutreten ist, dass die Beschwerde aufschiebende Wirkung hat (Art. 42 Abs. 1 AsylG;  Art. 55  Abs.  1  VwVG)  und  das  BFM  einer  allfälligen  Beschwerde  die 

D­3979/2011 aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen  hat  (Art.  55  Abs.  2  VwVG),  weshalb  auf  den  Antrag  auf  Wiederherstellung  der  aufschiebenden  Wirkung mangels Rechtsschutzinteresses nicht einzutreten ist, dass  die  Vorinstanz  die  Frage  der  Wegweisung  und  des  Vollzugs  materiell  prüft,  weshalb  dem  Bundesverwaltungsgericht  diesbezüglich  volle Kognition zukommt, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass auf Gesuche von Asylsuchenden aus verfolgungssicheren Staaten  gemäss  Art.  6a  Abs.  2  Bst.  a  AsylG  nicht  eingetreten  wird,  ausser  es  gebe Hinweise auf Verfolgung (Art. 34 Abs. 1 AsylG), dass die Beschwerdeführenden Staatsangehörige der Mongolei sind, der  Bundesrat  dieses  Land  mit  Beschluss  vom  28.  Juni  2000  zum  "safe  country"  erklärt  hat  und  auf  die  Einschätzung  im  Rahmen  der  periodischen  Überprüfung  (vgl.  Art.  6a  Abs.  3  AsylG)  bisher  nicht  zurückgekommen ist,  dass  somit  die  formelle  Voraussetzung  für  den  Erlass  eines  Nichteintretensentscheids gestützt auf Art. 34 Abs. 1 AsylG gegeben ist,  dass  zu  prüfen  ist,  ob  das BFM  zu Recht  erwogen  hat,  aus  den Akten  würden  sich  keine  Hinweise  ergeben,  welche  die  in  Bezug  auf  die  Mongolei  bestehende  Vermutung  der  Verfolgungssicherheit  widerlegen  könnten,  dass  bei  der  Prüfung,  ob Hinweise  auf  Verfolgung  vorliegen,  ein weiter  Verfolgungsbegriff  gilt,  der  alle  erlittenen  oder  befürchteten  Nachteile  umfasst, die von Menschenhand zugefügt werden, und nur einem tiefen  Beweismass  Genüge  getan  werden  muss,  weshalb  auf  ein  Gesuch  einzutreten  ist, wenn Verfolgungshinweise geltend gemacht werden,  die 

D­3979/2011 nicht  bereits  auf  den  ersten  Blick  als  unglaubhaft  erkennbar  sind  (vgl.  EMARK 2004 Nr. 5 E. 4.c.aa S. 35 f.; EMARK 2005 Nr. 2 E. 4.3 S. 16 f.),  dass  die  Beschwerdeführenden  geltend  machen,  sie  seien  vom  Arbeitgeber des Beschwerdeführers angegriffen und unter Druck gesetzt  worden,  und müssten  um  ihr  Leben  fürchten, wenn  sie  in  die Mongolei  zurückkehren müssten, dass  damit  von Menschenhand  verursachte  Nachteile  geltend  gemacht  werden,  dass bei  der Beurteilung  von Asylgesuchen  von Staatsangehörigen  von  sog.  "safe  countries"  indessen  grundsätzlich  von  der  Regelvermutung  ausgegangen wird, dass ein Schutzbedürftiger in seinem Heimatstaat den  notwendigen  Schutz  erhält,  der  Staat  also  willens  und  fähig  ist,  den  Betroffenen  den  notwendigen  Schutz  zu  gewähren  (vgl.  dazu  EMARK  2006 Nr. 18), dass es Pflicht der staatlichen Strafverfolgungsbehörden ist, zur Ahndung  von  Straftaten  jedem  Verdachtsmoment  nachzugehen,  weshalb  die  geltend  gemachte  Verhaftung  des  Beschwerdeführers  zwecks  Untersuchung des Unfalles in rechtsstaatlicher Hinsicht legitim erscheint,  dass auch die weiteren Schilderungen des Beschwerdeführers  in Bezug  auf  das  Vorgehen  der  Polizei  die  Vermutung  nicht  umzustossen  vermögen,  die  staatlichen  Behörden  seien  willens  und  fähig,  den  Beschwerdeführenden den notwendigen Schutz zu gewähren,  dass  die  Beschwerdeführenden  in  der  Beschwerde  dazu  nichts  weiter  vorbringen,  dass die Vorbringen der Beschwerdeführenden, sie würden aufgrund der  mangelnden Schutzwilligkeit  und  ­fähigkeit  ihres Heimatstaats  nicht  den  notwendigen  Schutz  erhalten,  daher  als  offensichtlich  unglaubhaft  zu  beurteilen sind, und es ihnen zuzumuten ist, sich in der Mongolei an die  staatlichen Behörden zu wenden, um die angeblich vom Arbeitgeber des  Beschwerdeführers ausgehenden Benachteiligungen anzuzeigen,  dass  der  Umstand,  dass  sich  eine  gegen  Unbekannt  eingereichte  Anzeige – wie betreffend die D._______ zugefügten Brandverletzungen –  allenfalls erfolglos erweisen könnte, nicht gegen die Schutzwilligkeit und ­ fähigkeit eines Staates spricht,

D­3979/2011 dass  das  BFM  demnach  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs.  1  AsylG  im  Ergebnis  zu Recht  auf  das Asylgesuch  der Beschwerdeführenden  nicht  eingetreten ist, dass  die  Ablehnung  eines  Asylgesuchs  oder  das Nichteintreten  auf  ein  Asylgesuch in der Regel die Wegweisung aus der Schweiz zur Folge hat  (Art. 44  Abs. 1  AsylG),  vorliegend  der  Kanton  keine  Aufenthaltsbewilligung erteilt hat und zudem kein Anspruch auf Erteilung  einer  solchen  besteht  (vgl.  BVGE  2009/50  E.  9  S.  733),  weshalb  die  verfügte Wegweisung  im  Einklang  mit  den  gesetzlichen  Bestimmungen  steht und demnach vom Bundesamt zu Recht angeordnet wurde, dass das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach den gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  regelt,  wenn  der  Vollzug  der Wegweisung  nicht  zulässig,  nicht  zumutbar  oder  nicht  möglich  ist  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember  2005  über  die Ausländerinnen  und  Ausländer [AuG, SR 142.20]), dass  bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft  gilt,  das  heisst,  sie  sind  zu  beweisen,  wenn  der  strikte  Beweis  möglich  ist  und  andernfalls  wenigstens  glaubhaft  zu  machen (vgl. WALTER STÖCKLI, Asyl,  in: Uebersax/Rudin/Hugi Yar/Geiser  [Hrsg.], Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  nicht  zulässig  ist,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen  der  Schweiz  einer  Weiterreise  der  Ausländerin oder des Ausländers  in den Heimat­, Herkunfts­ oder einen  Drittstaat entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG), dass  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen werden darf, in dem ihr Leib, ihr Leben oder ihre Freiheit aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]), dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  vorliegend  in  Beachtung  dieser  massgeblichen völker­ und landesrechtlichen Bestimmungen zulässig ist,  weil das in Art. 5 AsylG verankerte Prinzip des flüchtlingsrechtlichen Non­

D­3979/2011 Refoulement  im  vorliegenden  Nichteintretensverfahren  praxisgemäss  keine  Anwendung  finden  kann  und  auch  keine  Anhaltspunkte  für  eine  menschenrechtswidrige  Behandlung  im  Sinne  von  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999 (BV, SR 101), von Art. 3 des Übereinkommens vom 10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende Behandlung oder Strafe (FoK, SR 0.105) und der Praxis zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) ersichtlich sind,  die den Beschwerdeführenden im Heimat­ oder Herkunftsland droht, dass sich der Vollzug für Ausländerinnen und Ausländer als unzumutbar  erweist,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen wie Krieg, Bürgerkrieg, allgemeiner Gewalt und medizinischer  Notlage konkret gefährdet sind (Art. 83 Abs. 4 AuG), dass  weder  die  allgemeine  Lage  in  der  Mongolei  noch  individuelle  Gründe auf eine konkrete Gefährdung im Falle einer Rückkehr schliessen  lassen, weshalb der Vollzug der Wegweisung vorliegend zumutbar ist, dass auch die anlässlich der Anhörung und in der Beschwerde erwähnten  gesundheitlichen Schwierigkeiten der Tochter der Beschwerdeführenden  (Sehschwäche  aufgrund  eines  Unfalls)  dem  Vollzug  der  Wegweisung  nicht entgegenstehen, dass der junge und – gemäss den Akten – gesunde Beschwerdeführer in  seinem  Heimatland  die  Schule  besucht  und  anschliessend  eine  Ausbildung  zum  U._______  absolviert  hatte,  und  er  gemäss  eigenen  Angaben über Berufserfahrung verfügt  (vgl. act. A 4/13 S. 2  f.), so dass  es  ihm  zuzumuten  ist,  sich  und  seiner  Familie  in  seiner  Heimat  wieder  eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen,  dass  der  Wegweisungsvollzug  auch  unter  dem  Blickwinkel  des  zu  berücksichtigenden Kindeswohls zumutbar ist,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  den  Beschwerdeführenden  in  den  Heimatstaat  schliesslich  möglich  ist,  da  keine  Vollzugshindernisse  bestehen (Art. 83 Abs. 2 AuG), und es den Beschwerdeführenden obliegt,  bei der Beschaffung gültiger Reisepapiere mitzuwirken (vgl. Art. 8 Abs. 4  AsylG und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 ­ 515),

D­3979/2011 dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  Bundesamt  verfügte  Vollzug  der  Wegweisung zu bestätigen ist, dass es den Beschwerdeführenden demnach nicht gelungen ist darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder  unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, soweit darauf einzutreten ist, dass  der  Antrag,  im  Sinne  einer  vorsorglichen  Massnahme  sei  die  Kontaktaufnahme  mit  dem  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  sowie  jede  Weitergabe  von  Daten  an  denselben  zu  unterlassen,  mit  dem  vorliegenden Urteil gegenstandslos geworden ist,  dass den Akten keine Hinweise auf eine bereits erfolgte Datenweitergabe  durch  das BFM  zu  entnehmen  ist, weshalb  der Antrag  auf Offenlegung  einer  solchen  Weitergabe  mittels  separater  Verfügung  ebenfalls  gegenstandslos geworden ist,  dass  das  Gesuch  um  Verzicht  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses mit vorliegendem Urteil gegenstandslos wird, dass die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege  im Sinne von Art. 65  Abs.  1  und  2 VwVG abzuweisen  sind,  da  die Beschwerdebegehren  als  aussichtslos zu bezeichnen sind, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  (Art. 1 – 3  des  Reglements vom 21. Februar 2008 über die Kosten und Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2])  den  Beschwerdeführenden  aufzuerlegen  wären  (Art. 63  Abs. 1  VwVG),  vorliegend  jedoch  gemäss Art.  6  Bst.  b  VGKE  auf  die  Auferlegung  von  Verfahrenskosten zu verzichten ist. (Dispositiv nächste Seite)

D­3979/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf eingetreten wird. 2.  Die Gesuche um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege  im Sinne  von Art. 65 Abs. 1 und 2 VwVG werden abgewiesen. 3.   Es werden keine Kosten erhoben. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  kantonale Migrationsbehörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Thomas Wespi Anna Kühler Versand:

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