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Bundesverwaltungsgericht 22.06.2011 D-3423/2011

22 juin 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,026 mots·~5 min·1

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 7. Juni 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3423/2011/wif Urteil   v om   2 2 .   J un i   2011 Besetzung Einzelrichter Hans Schürch (Vorsitz), mit Zustimmung von Richterin Contessina Theis; Gerichtsschreiberin Eva Zürcher. Parteien A._______, geboren am (…), Syrien,   vertreten durch Annelise Gerber,  Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern, Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 7. Juni 2011 / N (…).

D­3423/2011 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass  der Beschwerdeführer  am 23. Oktober  2010  beziehungsweise  am  3. Januar 2011  in Bulgarien und am 18. Februar 2011  in B._______ um  Asyl nachsuchte sowie in diesem Zusammenhang daktyloskopiert wurde,  wie  ein  Abgleich  mit  der  europäischen  Fingerabdruck­Datenbank  (Eurodac) ergab, dass  er  am  21.  März  2011  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  C._______  ein  weiteres  Asylgesuch  stellte  und  am  25.  März  2011  summarisch befragt wurde, dass  er  anlässlich  der  Kurzbefragung  vom  25.  März  2011  im  Wesentlichen  vorbrachte,  er  sei  syrischer  Staatsangehöriger  kurdischer  Ethnie aus der Provinz D._______, wo er sich seit seiner Geburt bis etwa  im September 2010 aufgehalten habe, dass er  seinen  selber  beantragten  und echten Reisepass  in E._______  dem Schlepper abgegeben und die Identitätskarte zuhause bei den Eltern  in Syrien gelassen habe, dass  er  in  F._______  in  einem  Restaurant  gearbeitet  habe,  als  er  bemerkt  habe,  dass  ein  15­jähriger Kurde,  der  ebenfalls  dort  gearbeitet  habe,  mit  vier  Arabern  Schwierigkeiten  bekommen  habe,  worauf  er  protestiert  und  anschliessend  von  der  herbeigerufenen  Polizei  mitgenommen worden sei, dass er später von den vier Arabern verspottet worden sei, dass  er  insgesamt  drei Mal mitgenommen und  längstens während  zwei  Tagen festgehalten worden sei, dass der Restaurantbesitzer ein Foto des syrischen Präsidenten auf den  Boden geworfen, die Polizei angerufen und dann den Beschwerdeführer  der Tat bezichtigt habe, worauf er vor der Polizei habe fliehen können, dass er  nun befürchte, wegen dieser Sache  von der Polizei  gesucht  zu  werden, dass er von den bulgarischen Behörden festgenommen und im Gefängnis  festgehalten worden sei, weshalb er Bulgarien nach der Freilassung vor  Beendigung des Asylverfahrens in Richtung B._______ verlassen habe,

D­3423/2011 dass  er  auch  in  B._______  keinen  Entscheid  erhalten  habe,  man  ihm  indessen nahegelegt habe, nach Bulgarien zurückzukehren, was er nicht  wolle, weil er Angst habe, nach Syrien zurückgeschoben zu werden, da  es in Bulgarien kein Asyl gebe, zumal die Bulgaren ein armes Volk seien, dass ihm im Rahmen der Befragung das rechtliche Gehör hinsichtlich der  Zuständigkeit  Bulgariens  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens, zum Nichteintretensentscheid des BFM gestützt  auf Art. 34 Abs. 2 Bst. d des Asylgesetzes vom 26. Juni 1998 (AsylG, SR  142.31) sowie zur Wegweisung nach Bulgarien gewährt wurde, dass die bulgarischen Behörden mit Schreiben vom 1. Juni 2011 dem am  23.  Mai  2011  gestellten  Gesuch  um  Rückübernahme  des  Beschwerdeführers zustimmten, dass  das BFM mit  Verfügung  vom 7.  Juni  2011  –  eröffnet  am  10.  Juni  2011 – in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG auf das Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eintrat  und  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz sowie den Vollzug nach Bulgarien anordnete, wobei es festhielt,  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  diese  Verfügung  komme  keine  aufschiebende Wirkung zu, dass  das  BFM  zur  Begründung  im  Wesentlichen  anführte,  dass  die  Zuständigkeit  zur  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  bei Bulgarien  liege, weshalb es Bulgarien obliege, den Aufenthaltsstatus  des Beschwerdeführers zu regeln oder gegebenenfalls eine Wegweisung  ins Heimatland anzuordnen, dass  keine  Hinweise  vorlägen,  wonach  Bulgarien  seinen  völkerrechtlichen  Verpflichtungen  nicht  nachkomme  und  das  Asyl­  und  Wegweisungsverfahren nicht korrekt durchführe, dass  die  Ausführungen  des  Beschwerdeführers  die  Zuständigkeit  Bulgariens zur Durchführung des Asyl­ und Wegweisungsverfahrens nicht  zu widerlegen vermöchten, dass  die  Überstellung  nach  Bulgarien  bis  spätestens  am  1.  Dezember  2011 zu erfolgen habe, dass  keine  Hinweise  ersichtlich  seien,  wonach  Bulgarien  im  Fall  einer  Rückkehr  des  Beschwerdeführers  dorthin  Art.  3  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und 

D­3423/2011 Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) verletzen würde, und in diesem Land  weder  die  herrschende  Situation  noch  andere  Gründe  gegen  die  Zumutbarkeit der Wegweisung sprächen, dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  ausserdem  technisch  möglich  und  praktisch  durchführbar  sei  und  eine  entsprechende  Zustimmung  Bulgariens vorliege, dass schliesslich Beschwerden gegen Nichteintretensentscheide gemäss  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  gestützt  auf  Art.  107a  AsylG  keine  aufschiebende Wirkung hätten, dass  der  Beschwerdeführer  mit  Faxeingabe  vom  18.  Juni  2011  gegen  diesen Entscheid beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde erhob und  dabei unter anderem beantragte, auf das Asylgesuch sei einzutreten und  das Asylverfahren sei  in der Schweiz durchzuführen, gegebenenfalls sei  die  Unzulässigkeit  beziehungsweise  die  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs nach Bulgarien und nach Syrien festzustellen und  in der Folge die vorläufige Aufnahme anzuordnen, sowie gegebenenfalls  sei das Dossier zur Neubeurteilung dem BFM zurückzugeben, dass  in  verfahrensrechtlicher  Hinsicht  um  die  Herstellung  der  aufschiebenden  Wirkung  sowie  um  die  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege ersucht wurde, dass auf die Begründung der Beschwerde, soweit entscheidwesentlich, in  den nachfolgenden Erwägungen einzugehen sein wird, dass  die  vorinstanzlichen  Akten  am  20.  Juni  2011  beim  Bundesverwaltungsgericht eintrafen (Art. 109 Abs. 2 AsylG), dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen (Art. 5 des Bundesgesetzes vom  20. Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG,  SR 172.021])  des  BFM  entscheidet,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (Art. 105  AsylG  i. V. m.  Art. 31 – 33  des Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom 17. Juni  2005  [VGG,  SR 173.32];  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]),

D­3423/2011 dass  der  Beschwerdeführer  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung besonders berührt  ist,  ein  schutzwürdiges  Interesse  an deren Aufhebung beziehungsweise  Änderung  hat  und  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  ist  (Art. 105 AsylG und Art. 48 Abs. 1 VwVG), dass  der  per  Fax  am  18.  Juni  2011  eingereichten  Beschwerde  das  Original am 20. Juni 2011 folgte, dass  somit  auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  einzutreten ist (Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52 VwVG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden können (Art. 106 Abs. 1 AsylG), dass  bei  Beschwerden  gegen  Nichteintretensentscheide,  mit  denen  es  das  BFM  ablehnt,  das  Asylgesuch  auf  seine  Begründetheit  hin  zu  überprüfen  (Art. 32 – 35  AsylG),  die  Beurteilungskompetenz  der  Beschwerdeinstanz  grundsätzlich  auf  die  Frage  beschränkt  ist,  ob  die  Vorinstanz zu Recht auf das Asylgesuch nicht eingetreten ist, dass über offensichtlich unbegründete Beschwerden in einzelrichterlicher  Zuständigkeit  mit  Zustimmung  eines  zweiten  Richters  beziehungsweise  einer  zweiten Richterin  entschieden wird  (Art. 111 Bst. e AsylG)  und  es  sich  vorliegend,  wie  nachfolgend  aufgezeigt,  um  eine  solche  handelt,  weshalb  der  Beschwerdeentscheid  nur  summarisch  zu  begründen  ist  (Art. 111a Abs. 2 AsylG), dass  gestützt  auf  Art. 111a  Abs. 1  AsylG  vorliegend  auf  einen  Schriftenwechsel verzichtet wurde, dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG), dass  angesichts  des  zuvor  festgestellten  Sachverhalts  und  der  einschlägigen  Staatsverträge  (vgl.  Abkommen  vom  26. Oktober  2004  zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Europäischen  Gemeinschaft  über  die  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  zuständigen Staates für die Prüfung eines in einem Mitgliedstaat oder  in 

D­3423/2011 der  Schweiz  gestellten  Asylantrags  [Dublin­Assoziierungsabkommen,  SR 0.142.392.689];  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  [Dublin­II­VO];  Verordnung  [EG]  Nr.  1560/2003  der  Kommission  vom  2. September  2003  mit  Durchführungsbestimmungen  zur Verordnung [EG] Nr. 343/2003 des Rates [Dublin­DVO]) Bulgarien als  für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig zu erachten ist, dass  Bulgarien  der  Wiederaufnahme  des  Beschwerdeführers  gemäss  Art. 16 Abs. 1 Bst. c Dublin­II­VO zugestimmt hat, dass  der  Drittstaat  Bulgarien  somit  für  den  Beschwerdeführer  staatsvertraglich zuständig ist, dass  keine  konkreten  Hinweise  darauf  bestehen,  Bulgarien  halte  sich  hinsichtlich  bereits  eingereister  Asylsuchender  nicht  an  die  massgebenden  völkerrechtlichen  Bestimmungen,  insbesondere  an  das  Refoulementverbot oder die einschlägigen Normen der EMRK, dass  der  Beschwerdeführer  in  der  Beschwerdeschrift  im  Wesentlichen  geltend  macht,  er  sei  in  Bulgarien  in  Haft  genommen  worden,  wo  er  während  zweieinhalb  Monaten  geblieben  und  zu  seinen  Fluchtgründen  angehört worden sei, dass  er  mit  20  andern  Personen  in  einem  Schlaf­  und  einem  Aufenthaltsraum habe bleiben müssen, dass  die  Mafia  die  Inhaftierten  kontrolliere  und  er  Geld  habe  geben  müssen,  um  von  unliebsamen  Arbeiten  wie  putzen  und  dergleichen  verschont zu werden, dass  ihm  die  Gefängnisangestellten  gesagt  hätten,  er  solle  lieber  weggehen und nicht wiederkommen, weil er sonst mit einer zweijährigen  Gefängnisstrafe rechnen müsse, dass  er  deshalb  vom Gefängnis weggegangen  sei,  Bulgarien  verlassen  habe  und  nach  B._______  gereist  sei,  wo  man  ihm  jedoch  mitgeteilt  habe, er müsse nach Bulgarien zurückkehren,

D­3423/2011 dass  er  von  den  Erfahrungen  im Gefängnis  nachhaltig  geprägt  sei  und  lieber hier sterben wolle als nach Bulgarien zurückzukehren, dass ferner das Verwaltungsgericht G._______  in einem Urteil von nicht  hinnehmbaren  Problemen  bei  der  Durchführung  der  Asylverfahren  in  einigen  Mitgliedstaaten  der  Europäischen  Union  (EU)  –  wobei  insbesondere  H._______  und  Bulgarien  gemeint  seien  –  gesprochen  habe, dass  in  Anbetracht  der  in  Bulgarien  herrschenden  Situation  eine  Rückführung  des  Beschwerdeführers  nach  Bulgarien  auszuschliessen  sei, dass  zudem  gemäss  der  Praxis  der  Strassburger  Organe  Rückschiebungen  bereits  dann  für  unzulässig  erachtet  worden  seien,  wenn eine konkrete und ernsthafte Gefahr für Folter oder unmenschliche  Behandlung  bestehe,  wobei  ein  Indiz  dafür  die  allgemeine  Menschenrechtssituation im betreffenden Land darstelle,  dass  infolge  der  angeführten  Gründe  der  Vollzug  der  Wegweisung  im  heutigen  Zeitpunkt  für  den  Beschwerdeführer  nach  I._______  und  J._______  nicht  zulässig  oder  zumutbar  sei,  weshalb  die  vorläufige  Aufnahme angeordnet werden müsse, dass  eine  Wegweisung  des  Beschwerdeführers  nach  I._______  und  J._______  vorliegend  nicht  zur  Diskussion  steht,  weshalb  der  diesbezügliche Antrag ins Leere stösst, dass  die  angeführten  Probleme  im  Gefängnis  erst  im  Beschwerdeverfahren vorgebracht wurden und somit als nachgeschoben  zu betrachten sind, weshalb ihnen kein Glaube geschenkt werden kann, dass  zudem  Putzarbeiten  an  sich  nicht  gegen  die  Menschenrechte  verstossen  würden,  weshalb  die  Vorbringen  des  Beschwerdeführers  ohnehin nicht relevant wären, dass  die  im Urteilsauszug  vermerkten  nicht  "hinnehmbaren Zustände" –  abgesehen  von  der  erwähnten  Gewahrsamshaltung  –  nicht  näher  definiert  sind,  weshalb  allein  gestützt  auf  dieses  Urteil  nicht  davon  auszugehen  ist,  eine  Rückweisung  des  Beschwerdeführers  nach  Bulgarien sei gesetzeswidrig,

D­3423/2011 dass  der  Beschwerdeführer  offensichtlich  nicht  –  wie  im  beigelegten  Urteilsauszug  des  Verwaltungsgerichts  G._______  vermerkt  –  während  Jahren in Gewahrsam gehalten wurde, da er gestützt auf seine Aussagen  das Gefängnis nach zweieinhalb Monaten verlassen haben will,  dass seine Furcht, im Fall einer Rückkehr nach Bulgarien mehrere Jahre  im Gefängnis verbringen zu müssen, weder belegt  ist noch naheliegend  erscheint,  zumal  er  diese  Annahme  auf  angebliche  Aussagen  von  Gefängniswärtern stützt,  dass  folglich  die  im  Beschwerdeverfahren  dargelegten  Vorbringen  nicht  zu einer veränderten Betrachtungsweise zu führen vermögen, dass das BFM demnach  in Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG  zu  Recht  auf  das  Asylgesuch  des  Beschwerdeführers  nicht  eingetreten  ist, dass das Nichteintreten auf ein Asylgesuch in der Regel die Wegweisung  aus der Schweiz zur Folge hat (Art. 44 Abs. 1 AsylG), wobei in Verfahren  nach  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  die  Frage  nach  der  Zulässigkeit  und  Möglichkeit  des  Wegweisungsvollzugs  regelmässig  bereits  Voraussetzung  (und  nicht  erst  Regelfolge)  des  Nichteintretensentscheides ist, und hier nicht mehr zu prüfen ist, dass sich die Frage nach der Zumutbarkeit des Wegweisungsvollzugs in  Verfahren nach Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG nicht unter dem Aspekt von  Art. 83 Abs. 1 und 4 des Bundesgesetzes vom 16. Dezember 2005 über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer  (AuG,  SR  142.20)  stellt,  sondern  ebenfalls vor der Prüfung des Nichteintretens  im Rahmen der Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  oder  gegebenenfalls  bei  der  Ausübung  der  sogenannten Humanitären Klausel (Art. 15 Dublin­II­VO), dass  nach  dem  Gesagten  der  vom  BFM  verfügte Wegweisungsvollzug  nach Bulgarien zu bestätigen ist, dass  mangels  vorinstanzlicher  Wegweisung  nach  Syrien  auf  den  diesbezüglichen Antrag in der Beschwerde nicht einzutreten ist, dass  es  dem  Beschwerdeführer  demnach  nicht  gelungen  ist  darzutun,  inwiefern  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht  verletzt,  den  rechtserheblichen Sachverhalt unrichtig oder unvollständig  feststellt oder 

D­3423/2011 unangemessen ist (Art. 106 AsylG), weshalb die Beschwerde abzuweisen  ist, dass  schliesslich  das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG ungeachtet der Bedürftigkeit  des Beschwerdeführers abzuweisen ist, da sich die Beschwerdebegehren  als aussichtslos erwiesen haben, dass  bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  die  Kosten  von  Fr.  600.–  (Art. 1 – 3  des Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR 173.320.2]) dem Beschwerdeführer aufzuerlegen sind (Art. 63 Abs. 1  VwVG). (Dispositiv nächste Seite)

D­3423/2011 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das Gesuch um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege nach Art.  65 Abs. 1 VwVG wird abgewiesen. 3.   Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 600.­­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Dieser  Betrag  ist  innert  30  Tagen  ab  Versand  des  Urteils  zu  Gunsten der Gerichtskasse zu überweisen. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  den  Beschwerdeführer,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der Einzelrichter: Die Gerichtsschreiberin: Hans Schürch Eva Zürcher Versand:

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