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Bundesverwaltungsgericht 26.07.2011 D-3149/2008

26 juillet 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,012 mots·~15 min·2

Résumé

Asyl und Wegweisung | Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. April 2008

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung IV D­3149/2008 Urteil   v om   2 6 .   Juli   2011 Besetzung Richter Thomas Wespi (Vorsitz), Richter Robert Galliker, Richter Bendicht Tellenbach,    Gerichtsschreiber Daniel Stadelmann. Parteien A._______, geboren (…), Kongo (Kinshasa), vertreten durch lic. iur. Kathrin Stutz, (…), Beschwerdeführerin,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Asyl und Wegweisung; Verfügung des BFM vom 11. April 2008 / N _______.

D­3149/2008 Sachverhalt: A.  Eigenen  Angaben  zufolge  verliess  die  Beschwerdeführerin  –  eine  Staatsangehörige  der  Demokratischen  Republik  Kongo  angeblich  aus  B._______, mit  letztem Wohnsitz  in C._______  (bei B._______) –  ihren  Heimatstaat im März 2006 und gelangte auf dem Land­ und Luftweg über  D._______  und E._______  in  die  F._______,  von wo  aus  sie  durch  ihr  unbekannte Länder am 6. Juli  2006  in die Schweiz einreiste. Am 7.  Juli  2006  suchte  sie  im  Empfangs­  und  Verfahrenszentrum  (EVZ)  (…)  um  Asyl nach. B.  Zur  Begründung  ihres  Asylgesuches  brachte  die  Beschwerdeführerin  anlässlich der Befragung vom 27. Juli 2006  im Transitzentrum  (TZ)  (…)  und der Anhörung vom 24. Januar 2007 durch die zuständige kantonale  Behörde im Wesentlichen vor, sie stamme aus C._______, einem Dorf in  der  Nähe  von  B._______.  Eines  Nachts  (Ende  November  2005)  seien  bewaffnete Unbekannte in ihr Haus eingedrungen, hätten sie vergewaltigt  und ihren Ehemann umgebracht. Ihre acht Kinder seien geflüchtet und sie  wisse  nicht,  wo  sich  diese  seither  aufhielten.  Vor  diesem  Hintergrund  habe sie ihre Heimat verlassen. C.  Mit Verfügung vom 11. April 2008 – eröffnet am 14. April 2008 –  lehnte  das  BFM  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  ab  und  ordnete  die  Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  den  Vollzug  an.  Zur  Begründung  führte  die  Vorinstanz  aus,  dass  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  insgesamt den Anforderungen an die Glaubhaftigkeit gemäss Art. 7 des  Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG, SR 142.31)  nicht  standhielten,  weshalb  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Demzufolge  erfülle  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  das  Asylgesuch  abzulehnen sei. Zudem erachtete das BFM den Vollzug der Wegweisung  gestützt auf die allgemeine Lage in der Demokratischen Republik Kongo  und  die  individuellen Gegebenheiten  betreffend  die  Beschwerdeführerin  als zulässig, zumutbar und möglich. D.  Mit  Beschwerde  vom  14.  Mai  2008  an  das  Bundesverwaltungsgericht  liess  die  Beschwerdeführerin  beantragen,  der  Entscheid  des  BFM  vom  11.  April  2008  sei  aufzuheben  und  es  sei  ihr  Asyl  zu  gewähren  oder  jedenfalls  die  Flüchtlingseigenschaft  festzustellen.  Eventualiter  sei  die 

D­3149/2008 Unzumutbarkeit  des  Vollzugs  der  Wegweisung  festzustellen  und  die  vorläufige  Aufnahme  anzuordnen.  In  prozessualer  Hinsicht  sei  auf  die  Erhebung eines Kostenvorschusses zu verzichten und die unentgeltliche  Prozessführung zu gewähren. Auf die Begründung der Beschwerde und  die  eingereichten  Beweisakten  –  ein  Arztbericht  der  (…)  und  ein  Schreiben der SOS­Beratung des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK)  Zürich an das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vom 9. Juli  2007  –  wird,  soweit  entscheidwesentlich,  in  den  Erwägungen  eingegangen. E.  Mit  Verfügung  vom  7.  Juli  2008  verschob  der  Instruktionsrichter  den  Entscheid betreffend die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege im  Sinne von Art. 65 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968  über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) auf einen späteren  Zeitpunkt  und  verzichtete  auf  die  Erhebung  eines  Kostenvorschusses.  Zudem  lud  er  die  Vorinstanz  in  Anwendung  von  Art.  57  VwVG  zur  Einreichung einer Stellungnahme bis zum 28. Juli 2008 ein. F.  In seiner Vernehmlassung vom 25. Juli 2008 verwies das BFM auf seine  Erwägungen, an denen es vollumfänglich festhalte, und beantragte daher  die  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Beschwerdeschrift  enthalte  keine  neuen erheblichen Tatsachen oder Beweismittel, welche eine Änderung  seines  Standpunktes  rechtfertigen  könnten.  Zudem  machte  die  Vorinstanz  Bemerkungen  zum  eingereichten  Arztzeugnis  vom  28.  April  2008, auf welche in den Erwägungen näher eingegangen wird. G.  Mit Zwischenverfügung vom 31. Juli 2008 erhielt die Beschwerdeführerin  die Möglichkeit,  sich bis  zum 15. August 2008 zur Vernehmlassung der  Vorinstanz schriftlich zu äussern. H.  Die  Beschwerdeführerin  liess mit  Schreiben  vom  15.  August  2008  eine  Stellungnahme zur Vernehmlassung des BFM einreichen. I.  Mit  Schreiben  vom  1.  Oktober  2010  teilte  die  Beschwerdeführerin  dem  Bundesverwaltungsgericht  mit,  dass  das  IKRK  ihren  ältesten  Sohn  X._______ gefunden habe. Dieser befinde sich in einem Flüchtlingslager 

D­3149/2008 in  G._______.  Er  könne  der  Beschwerdeführerin  mitteilen,  wie  er  am  Anfang mit seinen Geschwistern geflüchtet und was mit ihnen geschehen  sei.  Ihre  anderen Kinder  seien  vom  IKRK noch  nicht  gefunden worden.  Überdies  waren  dem  obgenannten  Schreiben  ein  Brief  des  SRK  vom  1. Juni 2010, zwei IKRK­Mitteilungen des Sohnes vom 12. Mai 2010 und  vom 29. Juni 2010 sowie Fotos von ihm aus G._______ beigelegt. Zudem  teilte  die  Rechtsvertreterin  mit,  dass  sich  die  Beschwerdeführerin  nach  wie vor  in psychotherapeutischer Behandlung befinde.  In der Beilage zu  einem  weiteren  Schreiben  vom  5.  November  2010  reichte  sie  eine  Bestätigung des SRK vom 29. Oktober 2010 zum erfolgreichen Auffinden  von X._______ zu den Akten. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art. 5  VwVG.  Das  BFM  gehört  zu  den  Behörden  nach  Art. 33  VGG  und  ist  daher  eine  Vorinstanz  des  Bundesverwaltungsgerichts. Eine das Sachgebiet betreffende Ausnahme  im Sinne von Art. 32 VGG liegt nicht vor. Das Bundesverwaltungsgericht  ist daher zuständig für die Beurteilung der vorliegenden Beschwerde und  entscheidet  auf  dem  Gebiet  des  Asyls  endgültig,  ausser  bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsersuchens  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende Person Schutz sucht (Art. 105 AsylG; Art. 83 Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR 173.110]). Es  liegt kein solches Auslieferungsbegehren vor, weshalb  das Bundesverwaltungsgericht vorliegend endgültig entscheidet. 1.2. Das  Verfahren  richtet  sich  nach  dem  VwVG,  dem  VGG  und  dem  BGG, soweit das AsylG nichts anderes bestimmt (Art. 37 VGG und Art. 6  AsylG). 1.3.  Die  Beschwerde  ist  frist­  und  formgerecht  eingereicht.  Die  Beschwerdeführerin hat am Verfahren vor der Vorinstanz teilgenommen,  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  und  hat  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Änderung.  Sie  ist  daher  zur  Einreichung  der  Beschwerde  legitimiert  (Art. 105 und Art. 108 Abs. 1 AsylG, Art. 48 Abs. 1 sowie Art. 52 VwVG).  Auf die Beschwerde ist einzutreten.

D­3149/2008 2.  Mit  Beschwerde  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden (Art. 106 Abs. 1 AsylG). 3.  3.1.  Gemäss  Art. 2  Abs. 1  AsylG  gewährt  die  Schweiz  Flüchtlingen  grundsätzlich  Asyl.  Flüchtlinge  sind  Personen,  die  in  ihrem Heimatstaat  oder  im Land,  in dem sie zuletzt wohnten, wegen  ihrer Rasse, Religion,  Nationalität,  Zugehörigkeit  zu  einer  bestimmten  sozialen  Gruppe  oder  wegen ihrer politischen Anschauungen ernsthaften Nachteilen ausgesetzt  sind  oder  begründete  Furcht  haben,  solchen  Nachteilen  ausgesetzt  zu  werden. Als  ernsthafte Nachteile  gelten  namentlich  die Gefährdung  des  Leibes,  des  Lebens  oder  der  Freiheit  sowie  Massnahmen,  die  einen  unerträglichen  psychischen  Druck  bewirken.  Den  frauenspezifischen  Fluchtgründen ist Rechnung zu tragen (Art. 3 AsylG). 3.2.  Wer  um  Asyl  nachsucht,  muss  die  Flüchtlingseigenschaft  nachweisen  oder  zumindest  glaubhaft  machen.  Diese  ist  glaubhaft  gemacht,  wenn  die  Behörde  ihr  Vorhandensein  mit  überwiegender  Wahrscheinlichkeit  für  gegeben  hält.  Unglaubhaft  sind  insbesondere  Vorbringen, die in wesentlichen Punkten zu wenig begründet oder in sich  widersprüchlich sind, den Tatsachen nicht entsprechen oder massgeblich  auf  gefälschte  oder  verfälschte  Beweismittel  abgestützt  werden  (Art. 7  AsylG). 4.  4.1. Zur Begründung ihres ablehnenden Entscheides vom 11. April 2008  führte  die  Vorinstanz  aus,  dass  sich  die  Darlegungen  betreffend  das  Asylgesuch  der  Beschwerdeführerin  als  unstimmig  erwiesen.  Sie  habe  geltend gemacht,  ihr Mann sei beim erwähnten Überfall  von den Tätern  umgebracht worden.  Jedoch  sei  ihre Darstellung,  sie  habe  in  der Folge  nichts unternommen, um die Leiche  ihres Mannes ausfindig zu machen,  nicht  nachvollziehbar  (vgl.  A13,  S.  19  und  25).  Ebenfalls  nicht  nachzuvollziehen  sei  ihr Vorbringen, wonach  ihre  acht Kinder  als  Folge  des besagten Überfalles geflohen  seien und  sie  seither  nicht wisse, wo  sich  diese  aufhielten  (vgl.  A13,  S.  4).  Es  erstaune  zudem,  dass  sie  keinerlei  Schritte  unternommen  habe,  um  ihre  Kinder  ausfindig  zu  machen  (vgl.  A13,  S. 26).  Dies  überrasche  umso  mehr,  als  sie  angegeben  habe,  ihre  Kinder  seien  in  C._______  und  B._______  zur  Schule gegangen (vgl. A13, S. 8). Somit wäre zu erwarten gewesen, dass 

D­3149/2008 sie  in  einem  ersten  Schritt  zumindest  an  den  betreffenden  Schulen  bezüglich ihrer Kinder nachgefragt hätte, was sie aber unterlassen habe.  Überdies  schildere  die  Beschwerdeführerin,  sie  habe  sich  nach  dem  Vorfall  von  November  2005  bis  Februar  2006  bei  ihrer  Nachbarin  aufgehalten,  ohne  dass  etwas  geschehen  sei  (vgl.  A13,  S.  12  f.).  Sie  habe  sich  somit  auch  während  dieses  Zeitraumes  bezüglich  der  vorgebrachten Benachteiligungen nicht um behördliche Hilfe bemüht, was  doch  erstaune.  Zudem  seien  Vorbringen  widersprüchlich,  wenn  im  Verlaufe  des  Verfahrens  zu  wesentlichen  Punkten  unterschiedliche  Angaben  gemacht  worden  seien.  Bei  der  Befragung  habe  die  Beschwerdeführerin  den  vorgebrachten  Überfall  zeitlich  nicht  präzise  einzuordnen  vermocht  (vgl.  A1,  S.  5),  demgegenüber  habe  sie  an  der  kantonalen  Anhörung  spontan  den  25.  November  2005  genannt  (vgl.  A13,  S.  19).  Sodann  seien  Asylvorbringen  dann  nicht  hinreichend  begründet, wenn sie in wesentlichen Punkten zu wenig konkret, detailliert  und differenziert  dargelegt würden und  somit  den Eindruck  vermittelten,  die  Beschwerdeführerin  habe  das  Geschilderte  nicht  selber  erlebt.  Betreffend  die  Anzahl  der  Täter  und  deren  Identität  habe  sie  keinerlei  Angaben zu machen vermocht (vgl. A1, S. 4  f. sowie A13, S. 21 f.). Sie  habe weiter  erklärt,  solche Überfälle würden sich häufig ereignen,  habe  jedoch auf die in diesem Zusammenhang gestellte Frage nicht aussagen  können, ob in der zur Frage stehenden Nacht in ihrem Dorf noch andere  Häuser  überfallen  worden  seien  (vgl.  A13,  S.  20).  Es  wäre  aber  zu  erwarten  gewesen,  dass  sie  sich  dessen  kundig  gemacht  hätte.  Abschliessend  sei  auszuführen,  dass  die  Beschwerdeführerin  zwar  angebe,  sie  stamme aus C._______,  sich  jedoch auch diesbezüglich  in  Unstimmigkeiten  verstricke.  Sie  habe  beispielsweise  ausgesagt,  C._______ sei ein Dorf, wogegen es sich angesichts der Grösse dieses  Ortes  um eine Stadt  handle  (vgl. A13, S.  21 und 30). Obwohl  sie  zehn  Jahre  in  dieser  Ortschaft  gelebt  haben  wolle,  kenne  sie  beispielsweise  den  Namen  des  Ortschefs  nicht  (vgl.  A13,  S.  10  und  21).  Gemäss  allgemeinen Erkenntnissen seien beim Vulkanausbruch  im Jahr 2002  im  zirka  (…)  entfernten  B._______  tausende  Personen  auch  nach  C._______  geflohen,  wovon  die  Beschwerdeführerin  ebenfalls  nichts  wisse  (vgl. A13. S. 30), obwohl sie gemäss eigenen Angaben zu dieser  Zeit dort gelebt habe. Somit  hielten  die  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  insgesamt  den  Anforderungen  an  die Glaubhaftigkeit  gemäss Art.  7  AsylG  nicht  stand,  weshalb  ihre  Asylrelevanz  nicht  geprüft  werden  müsse.  Demzufolge 

D­3149/2008 erfülle  sie  die  Flüchtlingseigenschaft  nicht,  so  dass  das  Asylgesuch  abzulehnen sei. 4.2.  In  ihrer  Rechtsmitteleingabe  vom  14.  Mai  2008  verwies  die  Beschwerdeführerin  zum  massgeblichen  Sachverhalt  zunächst  auf  die  Protokolle  der  Befragung  und  der  Anhörung.  Die  vorinstanzliche  Zusammenfassung  im  angefochtenen  Entscheid  gebe  deren  Inhalt  im  Wesentlichen korrekt wieder. Wie sie anlässlich der Anhörung ausgeführt  habe, sei ihr Mann vor dem Haus ermordet und weggebracht worden. Zur  gleichen  Zeit  habe  man  sie  im  Innern  des  Hauses  vergewaltigt.  Die  Kinder hätten nicht im gleichen Haus wie ihre Eltern geschlafen, sondern  nebenan, und seien weggelaufen, als sie den Lärm gehört hätten. In den  folgenden vier Monaten, als sie bei der Nachbarin gelebt habe, seien die  Kinder  nicht wieder  zurückgekehrt.  Der Beschwerdeführerin  sei  es  sehr  schlecht gegangen. Aus Angst habe sie sich nur noch verstecken wollen.  Wie ein Bericht des Tages Anzeigers vom 16. April 2008 vermeldet habe,  seien seit dem ersten Kongokrieg 1996  in den nördlichen Provinzen der  Demokratischen  Republik  Kongo  hunderttausende  Frauen  vergewaltigt  worden. Zurzeit sei es nirgends so schlimm wie in Nord­Kivu. Der Krieg in  dieser  Region  sei  der  Schlimmste  weltweit.  Sexuelle  Gewalt  sei  von  unvorstellbarer  Brutalität.  Vergewaltigte  Frauen  würden  zusätzlich  noch  von  ihren  Familien  verstossen.  Die  Beschwerdeführerin  befinde  sich  aufgrund  der  schrecklichen Erlebnisse  seit November  2007  in  ärztlicher  Behandlung  in  der  (…).  Bei  ihr  sei  eine  posttraumatische  Belastungsstörung  (PTBS),  eine  mittelgradig  depressive  Episode  und  eine  anhaltende  somatoforme  Schmerzstörung  festgestellt  worden  (vgl.  […]). Damals sei es ihr nicht möglich gewesen, aktiv auf die Suche nach  der Leiche  ihres Mannes zu gehen. Auch das Auffinden  ihrer Kinder sei  ihr  unmöglich  gewesen.  Hier  in  der  Schweiz  sei  sie  diesbezüglich  ans  Rote  Kreuz  verwiesen  worden.  Dieses  habe  ihr  geholfen,  eine  Suchmeldung  nach  ihren Kindern  zu machen  (vgl.  Schreiben  der  SOS­ Beratung  des  SRK  Zürich  an  das  IKRK  vom  9.  Juli  2007).  Bis  zum  damaligen  Zeitpunkt  seien  die  Kinder  noch  nicht  gefunden worden.  Sie  könne  sich  nicht  vorstellen,  ohne  ihre  acht  Kinder  weiterzuleben.  Sie  hoffe, dass der Suchdienst des Roten Kreuzes ihre Kinder finden werde.  Weiter  finde  es  die  Vorinstanz  widersprüchlich,  dass  sie  bei  der  Befragung  nicht  habe  angeben  können,  wann  der  Überfall  auf  sie  und  ihren Ehemann geschehen sei, diesen Zeitpunkt jedoch bei der Anhörung  sofort  und  spontan  genannt  habe.  Bei  der  Befragung  sei  die  Beschwerdeführerin nur summarisch befragt worden, und sie habe auch  unter dem Eindruck der Flucht gestanden. Überdies werde ihr vom BFM 

D­3149/2008 vorgehalten,  sie  habe  nur  wenig  konkrete,  detaillierte  und  sich  widersprechende  Angaben  gemacht.  Diesbezüglich  gebe  es  zu  bedenken,  dass  sie  im  November  2005  von  Militanten  überfallen  und  vergewaltigt  worden  sei.  Bei  diesem  Vorfall  habe  man  zudem  ihren  Ehemann  getötet.  Danach  sei  es  ihr  sehr  schlecht  gegangen  und  sie  habe  sich  nur  noch  um  sich  selber  kümmern  können.  Sie  habe  als  Beweis  ihrer Herkunft beim Stellen des Asylgesuchs eine  Identitätskarte  abgegeben. Auf diesem Dokument sei auch  ihr Wohnort aufgeführt. Die  Identitätskarte müsse als Beweis ihrer Herkunft genommen werden. Dies  sei von der Vorinstanz mit keinem Wort erwähnt worden. Sie habe auch  vom Vulkanausbruch  gehört,  sei  aber  von  diesem  nicht  direkt  betroffen  gewesen.  Er  liege  auch  schon  mehrere  Jahre  zurück.  Im  Ostkongo  herrsche Krieg von einer unbeschreiblichen Härte. Nirgends sei sexueller  Terrorismus  so  verbreitet  wie  in  Nord­Kivu.  Die  Täter  seien  Soldaten,  Milizionäre,  aber  auch Zivilisten.  Es  sei  für  die Menschen  dort  äusserst  schwierig,  die  Delinquenten  jeweils  zu  unterscheiden.  Das  (…)  habe  aufgrund  der  schrecklichen  Erlebnisse,  die  sie  in  ihrer  Heimat  erlebt  habe,  bei  ihr  eine  PTBS  festgestellt.  Aufgrund  obiger  Ausführungen  müsse die Flüchtlingseigenschaft der Beschwerdeführerin festgestellt und  ihr Asyl gewährt werden. Zumindest solle aber die Unzumutbarkeit des Vollzugs der Wegweisung  festgestellt werden. Nach UNHCR­Berichten würden die Kriegsgräuel  im  Osten der Demokratischen Republik Kongo die menschliche Vorstellung  übersteigen.  In  der  Region  befänden  sich  tausende  Menschen  auf  der  Flucht. In der Provinz Nord­Kivu, woher die Beschwerdeführerin stamme,  tobten Kämpfe. Flüchtlinge in den Lagern berichteten über systematische  Vergewaltigungen  und  Folterungen.  Es  gebe  auch  Massaker  an  Zivilpersonen.  Aus  medizinischen  Gründen  sei  eine  Wegweisung  ebenfalls  unzumutbar.  Die  bestehende  Symptomatik  würde  sich  mit  grosser  Wahrscheinlichkeit  beträchtlich  verschlechtern.  Bei  einer  Rückkehr  müsste  zudem  mit  einer  Reaktivierung  der  erlebten  Traumatisierung  gerechnet  werden.  Die  gefährlichen  Verhältnisse  im  Herkunftsstaat liessen auch eine Verstärkung des ohnehin ausgeprägten  Unsicherheitsgefühls befürchten. Eine Wegweisung in die Demokratische  Republik Kongo sei deshalb unzumutbar, was eine vorläufige Aufnahme  der Beschwerdeführerin zur Folge habe. 4.3.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  25.  Juli  2008  äusserte  sich  die  Vorinstanz  zum  von  der  Beschwerdeführerin  ins  Recht  gelegten  Arztzeugnis.  Der  ärztliche  Bericht  stütze  sich  auf  deren  Angaben. 

D­3149/2008 Gemäss  der  angefochtenen  Verfügung  des  BFM  seien  die  von  ihr  vorgebrachten  Verfolgungsmassnahmen  aber  unglaubhaft,  wovon  im  medizinischen  Bericht  jedoch  nicht  Kenntnis  genommen  werde.  Folgerichtig  müssten  ihre  allfälligen  gesundheitlichen  Probleme  andere  als die vorgebrachten Ursachen haben. Auf S. 2 des Arztzeugnisses vom  28. April 2008 werde festgehalten, dass die Beschwerdeführerin seit ihrer  Ausreise  aus  der  Demokratischen Republik  Kongo  im März  2006  unter  gesundheitlichen  Schwierigkeiten  leide.  Somit  wäre  zu  erwarten  gewesen,  dass  sie  sich  entsprechend  in  ärztliche  Behandlung  begeben  hätte.  Demgegenüber  habe  sie  sich  beziehungsweise  deren  Rechtsvertreterin  auffallenderweise  erst  um  medizinische  Hilfe  bemüht,  nachdem sie den negativen Entscheid erhalten habe. Weiter werde auf S.  2  des  Berichts  festgehalten,  die  Beschwerdeführerin  leide  unter  Hypertonie  und  Diabetes  II.  Es  würden  sich  aber  keine  Angaben  dazu  befinden, welche Behandlung sie diesbezüglich benötige. Ebenso fehlten  die  zu  erwartenden  Angaben  betreffend  die  Anzahl  der  erfolgten  Behandlungen  beziehungsweise  zu  deren  Frequenz.  Schliesslich  stelle  sich die Frage, wie sich die Psychologin oder der Arzt mit der Patientin  verständigt habe, da nämlich keine dolmetschende Person aufgeführt sei. 4.4.  In  ihrer  Replik  vom  15.  August  2008  liess  die  Beschwerdeführerin  ausführen,  dass  der  von  ihr  eingereichte  Arztbericht  vom  (…)  erstellt  worden  sei.  Diese  Abteilung  des  (…)  therapiere  ausschliesslich  Folter­  und Kriegsopfer  und  habe  somit  grosse Erfahrung mit  ihnen  und  deren  Aussagen. Die behandelnde Psychotherapeutin habe mitgeteilt, dass aus  psychiatrischer  Sicht  alles  für  eine  Glaubhaftigkeit  der  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  spreche. Die  von  ihr  erlebten  schweren  Intrusionen  der  PTBS  würden  sich  ausschliesslich  um  die  erlebten  Verfolgungstraumata  drehen,  weswegen  das  Ambulatorium  von  der  Richtigkeit  ihrer  Vorbringen  ausgehe.  Die  geschilderten  Symptome  bildeten  konsistent  diejenigen  der  PTBS  ab.  Die  Beschwerdeführerin  habe seit Beginn der Massaker unter psychischen Problemen gelitten, die  immer schwerwiegender geworden seien. Sie habe somit  schon bei der  Einreise  unter  psychischen  Problemen  gelitten.  Wegen  ihrer  rudimentären  Schulbildung  habe  sie  nicht  gewusst,  dass  es  für  ihr  psychischen  Symptome  eine  Störungsbezeichnung,  geschweige  denn  therapeutische  Hilfe  gebe.  Erst  während  eines  Besuches  beim  Roten  Kreuz Zürich, als es um die Suche nach ihren Kindern gegangen sei, sei  sie  auf  das  Ambulatorium  hingewiesen  worden.  Das  SRK  Zürich  habe  auch  ihren  Hausarzt  angerufen,  welcher  sie  am  17.  Juli  2007  ans  Ambulatorium  für  (…)  verwiesen  habe.  Wegen  der  dort  herrschenden 

D­3149/2008 langen Wartezeiten sei sie  jedoch erst am 8. November 2007 zu einem  Erstgespräch  in  dieses  Zentrum  eingeladen  worden.  Die  zuerst  behandelnde  Therapeutin  sei  französischer  Muttersprache  gewesen,  weshalb  die  Gespräche  ohne  Dolmetscherin  hätten  stattfinden  können.  Deshalb  sei  im  entsprechenden  Bericht  diesbezüglich  auch  nichts  erwähnt. Die jetzige Therapeutin (beziehungsweise diejenige, welche sie  seit  dem  1.  Juni  2008  betreue)  arbeite  mit  einer  Übersetzerin.  Die  Beschwerdeführerin  sei  zusätzlich  seit  Beginn  des  Asylverfahrens  in  hausärztlicher  Behandlung,  da  sie  seit  ihrer  Einreise  unter  grossen  Beschwerden  in der Magen­ und Unterleibgegend  leide. Die Berichte zu  den  somatischen  Beschwerden  müssten  bei  ihrem  Hausarzt  eingeholt  werden. 5.  5.1. Die  Vorinstanz  hat  in  der  angefochtenen  Verfügung  vom  11.  April  2008  ausführlich,  überzeugend  und  substanziiert  die  diversen  Unglaubhaftigkeitselemente  in  den  Aussagen  der  Beschwerdeführerin  dargelegt  und  vor  diesem  Hintergrund  festgestellt,  deren  Vorbringen  genügten  den  Anforderungen  gemäss  Art.  7  AsylG  nicht.  Für  das  Bundesverwaltungsgericht  besteht  nach  Überprüfung  der  Akten  keine  Veranlassung,  die  Erwägungen  des  BFM  zu  beanstanden.  Um  Wiederholungen  zu  vermeiden,  kann  daher  auf  die  diesbezüglich  zutreffenden  vorinstanzlichen  Ausführungen  in  der  angefochtenen  Verfügung verwiesen werden. 5.2.  Bereits  die  widersprüchlichen  und  unpräzisen  Angaben  betreffend  die Einreise der Beschwerdeführerin in die Schweiz geben erste Hinweise  auf die Unglaubhaftigkeit ihrer Vorbringen. Gab sie beispielsweise an der  Befragung  noch  an,  sie  sei  mit  der  E._______  Airways  ab  H._______  nach  I._______  gereist  (vgl.  A1,  S.  7),  konnte  sie  dann  während  der  Anhörung  den  Namen  der  Airline  nicht mehr  nennen  (vgl.  A13,  S.  29).  Weiter ist nicht nachvollziehbar, dass sie die im Zusammenhang mit ihrer  Vergewaltigung  geschehenen  Vorkommnisse  während  der  Befragung  zeitlich nicht  einordnen  konnte  (vgl. A1, S.  5),  dies  jedoch während der  Anhörung nachholte  (vgl. A13. S. 19). Es hätte von  ihr erwartet werden  können,  dass  sie  ein  solch  einschneidendes  Ereignis  bereits  bei  der  Kurzbefragung  zeitlich  ungefähr  hätte  bestimmen  können.  Überdies  ist  nicht  nachvollziehbar,  dass  sie  nach  den Geschehnissen  im  November  2005  lediglich  zu  einer Nachbarin  und  nicht  in  eine  entferntere Gegend  flüchtete, musste sie doch damit rechnen, in derselben Region wiederum  Opfer  von  Gewalttaten  zu  werden.  Es  widerspricht  zudem  der 

D­3149/2008 allgemeinen Lebenserfahrung, dass sie nach den genannten Ereignissen  überhaupt  keine Anstrengungen  unternahm,  um  sich  um den  Leichnam  ihres  Ehemannes  zu  kümmern  beziehungsweise  in  den  Besitz  der  sterblichen Überreste  zu  gelangen,  oder  sich  auf  die  Suche  nach  ihren  geflüchteten  Kindern  zu  machen.  Auch  ihre  diesbezügliche  Argumentation,  es  hätten  ihr  die  nötigen  Mittel  gefehlt,  um  nach  ihren  Kindern  zu  suchen  (vgl.  A13,  S.  28),  vermag  nicht  zu  überzeugen,  bezahlte sie doch angeblich  für die Reise nach Europa 5'000 US Dollar  (vgl. A1, S. 8), was für eine kongolesische Staatsbürgerin sehr viel Geld  ist. Ganz  allgemein  fehlt  den Schilderungen  der Beschwerdeführerin  im  Zusammenhang  mit  dem  Überfall  im  November  2005  und  den  sich  daraus  ergebenden  Konsequenzen  die  Detailgenauigkeit  und  der  persönliche Bezug. Insgesamt handelt es sich bei den Asylvorbringen der  Beschwerdeführerin  somit  um  ein  Sachverhaltskonstrukt.  An  dieser  Einschätzung vermögen auch ihre Vorbringen betreffend die psychischen  Beeinträchtigungen  und  die  in  diesem  Zusammenhang  stehende  Vergesslichkeit  oder sonstige Auswirkungen nichts zu ändern, erwähnte  sie diesbezüglich weder bei der Befragung noch während der Anhörung  etwas  oder  machte  entsprechende  Vorhalte.  Mit  ihrer  jeweiligen  Unterschrift  visierte sie die Richtigkeit und Vollständigkeit  der Protokolle  und  muss  deren  Inhalt  nun  auch  gegen  sich  gelten  lassen.  An  dieser  Stelle  gilt  es  festzuhalten,  dass  die  Asylbehörden  die  gesundheitliche  Beeinträchtigung der Beschwerdeführerin nicht bestreiten, nur kann diese  nicht  die  Folge  ihrer  unglaubhaften  Asylvorbringen  sein.  Die  behandelnden  Ärzte  übernahmen  lediglich  ihre  Schilderungen  und  brachten  diese  nach  medizinischen  Gesichtspunkten  in  Verbindung  zu  dem  diagnostizierten  Krankheitsbild.  Geradezu  unbehelflich  ist  die  Argumentation  der  Beschwerdeführerin,  aufgrund  ihrer  rudimentären  Schulbildung  habe  sie  nicht  gewusst,  dass  es  für  ihre  psychischen  Symptome eine Störungsbezeichnung,  geschweige denn  therapeutische  Hilfe  gebe,  absolvierte  sie  doch  eine  12­jährige  Schul­  und  Ausbildungszeit  (vgl.  A13,  S. 10),  und  ist  als  Schneiderin  und  Kindergärtnerin  im  heimatlichen  Kontext  betrachtet  überdurchschnittlich  gut  ausgebildet  und  sozial  eingebettet.  Die  medizinischen  Vorbringen  sind deshalb ebenfalls nicht geeignet, zur Annahme einer Verfolgung der  Beschwerdeführerin  in Kongo  (Kinshasa)  zu  führen,  sondern  diese  sind  grundsätzlich  unter  dem  Aspekt  der  Zumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  zu  prüfen.  In  Anbetracht  der  unglaubhaften  Darstellung  der  Beschwerdeführerin  kann  offen  gelassen werden,  unter  welchen Umständen ihre Kinder verschwanden.

D­3149/2008 5.3.  Aufgrund  der  vorstehenden  Erwägungen  erübrigt  es  sich,  auf  die  weiteren  Ausführungen  bezüglich  Asyl­  und  Flüchtlingspunkt  in  den  Eingaben  der  Beschwerdeführerin  im Einzelnen  einzugehen,  da  sie  am  Ergebnis  der  vorgenommenen  Würdigung  nichts  zu  ändern  vermögen.  Nach  dem  Gesagten  erfüllt  die  Beschwerdeführerin  die  Flüchtlingseigenschaft gemäss Art. 3 AsylG nicht. Das Bundesamt hat ihr  Asylgesuch demnach zu Recht abgewiesen. 6.  6.1. Lehnt  das Bundesamt  das Asylgesuch  ab  oder  tritt  es  darauf  nicht  ein,  so  verfügt  es  in  der  Regel  die Wegweisung  aus  der  Schweiz  und  ordnet den Vollzug an; es berücksichtigt dabei den Grundsatz der Einheit  der Familie (Art. 44 Abs. 1 AsylG). 6.2. Die Beschwerdeführerin verfügt weder über eine ausländerrechtliche  Aufenthaltsbewilligung  noch  über  einen  Anspruch  auf  Erteilung  einer  solchen. Die Wegweisung wurde demnach zu Recht angeordnet (Art. 44  Abs. 1 AsylG; BVGE 2009/50 E. 9 S. 733, BVGE 2008/34 E. 9.2 S. 510,  Entscheidungen  und  Mitteilungen  der  Schweizerischen  Asylrekurskommission [EMARK] 2001 Nr. 21). 7.  7.1.  Ist der Vollzug der Wegweisung nicht zulässig, nicht zumutbar oder  nicht möglich, so regelt das Bundesamt das Anwesenheitsverhältnis nach  den  gesetzlichen  Bestimmungen  über  die  vorläufige  Aufnahme  von  Ausländern  (Art. 44  Abs. 2  AsylG;  Art. 83  Abs. 1  des  Bundesgesetzes  vom 16. Dezember 2005 über die Ausländerinnen und Ausländer  [AuG,  SR 142.20]). Bezüglich  der  Geltendmachung  von  Wegweisungshindernissen  gilt  gemäss  ständiger  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts  und  seiner  Vorgängerorganisation  ARK  der  gleiche  Beweisstandard  wie  bei  der  Flüchtlingseigenschaft, das heisst, sie sind zu beweisen, wenn der strikte  Beweis möglich ist, und andernfalls wenigstens glaubhaft zu machen (vgl.  WALTER  STÖCKLI,  Asyl,  in:  Uebersax/Rudin/Hugi  Yar/Geiser  [Hrsg.],  Ausländerrecht, 2. Aufl., Basel 2009, Rz. 11.148). 7.2.  7.2.1.  Der  Vollzug  ist  nicht  zulässig,  wenn  völkerrechtliche  Verpflichtungen der Schweiz einer Weiterreise der Ausländerin oder des 

D­3149/2008 Ausländers  in  den  Heimat­,  Herkunfts­  oder  einen  Drittstaat  entgegenstehen (Art. 83 Abs. 3 AuG). So  darf  keine  Person  in  irgendeiner  Form  zur  Ausreise  in  ein  Land  gezwungen  werden,  in  dem  ihr  Leib,  ihr  Leben  oder  ihre  Freiheit  aus  einem  Grund  nach  Art. 3  Abs. 1  AsylG  gefährdet  ist  oder  in  dem  sie  Gefahr  läuft,  zur  Ausreise  in  ein  solches  Land  gezwungen  zu  werden  (Art. 5  Abs. 1  AsylG;  vgl.  ebenso  Art. 33  Abs. 1  des  Abkommens  vom  28. Juli 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge [FK, SR 0.142.30]). Gemäss  Art. 25  Abs. 3  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR 101),  Art. 3  des  Übereinkommens  vom  10. Dezember  1984  gegen  Folter  und  andere  grausame,  unmenschliche  oder  erniedrigende  Behandlung  oder  Strafe  (FoK,  SR 0.105)  und  der  Praxis  zu  Art. 3  der  Konvention  vom  4. November 1950 zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten  (EMRK,  SR 0.101)  darf  niemand  der  Folter  oder  unmenschlicher  oder  erniedrigender Strafe oder Behandlung unterworfen werden. 7.2.2. Die  Vorinstanz  wies  in  ihrer  angefochtenen  Verfügung  zutreffend  darauf hin, dass das Prinzip des  flüchtlingsrechtlichen Non­Refoulement  nur Personen schützt,  die die Flüchtlingseigenschaft  erfüllen. Da es der  Beschwerdeführerin  nicht  gelungen  ist,  eine  asylrechtlich  erhebliche  Gefährdung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen, kann der  in Art. 5  AsylG  verankerte  Grundsatz  der  Nichtrückschiebung  im  vorliegenden  Verfahren  keine  Anwendung  finden.  Eine  Rückkehr  der  Beschwerdeführerin  nach  Kongo  (Kinshasa)  ist  demnach  unter  dem  Aspekt von Art. 5 AsylG rechtmässig. Sodann ergeben sich weder aus den Aussagen der Beschwerdeführerin  noch  aus  den  Akten  Anhaltspunkte  dafür,  dass  sie  für  den  Fall  einer  Ausschaffung  nach  Kongo  (Kinshasa)  dort  mit  beachtlicher  Wahrscheinlichkeit  einer  nach Art. 3  EMRK  oder  Art. 1  FoK  verbotenen  Strafe  oder  Behandlung  ausgesetzt  wäre.  Gemäss  Praxis  des  Europäischen  Gerichtshofes  für  Menschenrechte  (EGMR)  sowie  jener  des  UN­Anti­Folterausschusses  müsste  die  Beschwerdeführerin  eine  konkrete Gefahr ("real risk") nachweisen oder glaubhaft machen, dass ihr  im  Fall  einer  Rückschiebung  Folter  oder  unmenschliche  Behandlung  drohen würde  (vgl. EGMR  [Grosse Kammer], Saadi gegen  Italien, Urteil  vom  28. Februar  2008,  Beschwerde  Nr. 37201/06,  §§ 124 – 127,  mit  weiteren  Hinweisen).  Auch  die  allgemeine  Menschenrechtssituation  im 

D­3149/2008 Kongo  –  mit  Ausnahme  der  Lage  im  Osten  (siehe  nachfolgende  Erwägungen)  –  lässt  den Wegweisungsvollzug  zum  heutigen  Zeitpunkt  nicht als unzulässig erscheinen. Nach dem Gesagten ist der Vollzug der  Wegweisung  sowohl  im  Sinne  der  asyl­  als  auch  der  völkerrechtlichen  Bestimmungen zulässig. 7.3.  7.3.1. Gemäss Art. 83 Abs. 4 AuG kann der Vollzug  für Ausländerinnen  und  Ausländer  unzumutbar  sein,  wenn  sie  im  Heimat­  oder  Herkunftsstaat  auf  Grund  von  Situationen  wie  Krieg,  Bürgerkrieg,  allgemeiner  Gewalt  und  medizinischer  Notlage  konkret  gefährdet  sind.  Wird  eine  konkrete  Gefährdung  festgestellt,  ist  –  unter  Vorbehalt  von  Art. 83 Abs. 7 AuG – die vorläufige Aufnahme zu gewähren. 7.3.2. Für  die  allgemeine  Lage  in  Kongo  (Kinshasa)  kann  zunächst  auf  die detaillierte,  in EMARK 2004 Nr. 33 E. 8.1 – 8.3 S. 232 ff. publizierte  Lageanalyse  verwiesen  werden,  welche  das  Bundesverwaltungsgericht  als  im  Wesentlichen  weiterhin  zutreffend  erachtet  (vgl.  diesbezüglich  beispielsweise Urteile des Bundesverwaltungsgerichts E­1177/2010 vom  24. März  2010, D­7028/2008  vom 14.  Juni  2008  und D­1005/2010  vom  24.  August  2010).  Am  18./19.  Dezember  2005  wurde  die  für  die  Durchführung von Präsidentschafts­ und Parlamentswahlen erforderliche  neue Verfassung durch ein Referendum angenommen. Die erste Runde  der Präsidentschaftswahlen fand am 30. Juli 2006 und die zweite Runde  (Stichwahl) am 29. Oktober 2006 statt. Am 27. November 2006 erklärte  der Oberste Gerichtshof Joseph Kabila als Sieger der Stichwahl; er wurde  am  6.  Dezember  2006  als  Staatspräsident  vereidigt.  Ende  März  2007  kam  es  im  Westen  des  Landes  und  auch  in  der  Hauptstadt  Kinshasa  zwischen  der  regulären  kongolesischen  Armee  und  der  Garde  von  Ex­ Rebellenchef  Jean­Pierre  Bemba,  welcher  als  Präsidentschaftskandidat  Joseph Kabila unterlegen war und sich in der Folge weigerte, seine Leute  in die nationale Armee zu integrieren, zu blutigen Auseinandersetzungen.  Nach  der  Niederlage  von  Bemba  und  dessen  Flucht  in  die  südafrikanische  Botschaft  beziehungsweise  Weiterreise  ins  Exil  nach  Portugal  beruhigte  sich  die  Lage  wieder.  Kinshasa  ist  von  den  Kriegswirren  im  Osten  des  Landes,  fast  2'000  Kilometer  entfernt,  nicht  direkt betroffen. Seit den Kämpfen zwischen den Präsidialgarden Kabilas  und  Bembas  im  Februar  2007  ist  es  in  Kinshasa  zu  keinen  grösseren  gewaltsamen Auseinandersetzungen mehr gekommen.

D­3149/2008 7.3.3. Es  ist die Pflicht der Asyl suchenden Person,  im Rahmen des  ihr  Zumutbaren  und  Möglichen  an  der  Feststellung  des  Sachverhalts  mitzuwirken  und  ihre  Aussagen  zu  substanziieren.  Wegweisungshindernisse  sind  zwar  grundsätzlich  von  Amtes wegen  zu  prüfen, diese Untersuchungspflicht findet jedoch nach Treu und Glauben  ihre  Grenzen  an  der  Mitwirkungspflicht  der  Beschwerde  führenden  Person (Art. 8 AsylG), die im Übrigen auch die Substanziierungslast trägt  (Art.  7  AsylG).  Es  kann  nicht  Sache  der  Asylbehörden  sein,  nach  allfälligen Wegweisungshindernissen zu  forschen  (vgl. EMARK 2005 Nr.  1 E. 3.2.2). 7.3.4.  Die  Beschwerdeführerin  gab  an,  sie  stamme  aus  C._______,  einem  Dorf  in  der  Nähe  von  B._______.  Diesbezüglich  ist  jedoch  festzuhalten,  dass C._______  kein Dorf,  sondern  eine Stadt  ist.  Zudem  kennt sie den Namen des Vorstehers dieser Ortschaft nicht (vgl. A13, S.  10 und 21), obwohl sie zehn Jahre an diesem Ort gelebt haben will. Da  sie auch die Auswirkungen des Vulkanausbruches 2002 im benachbarten  B._______,  als  Tausende  von  Personen  nach  C._______  geflüchtet  waren,  nicht  substanziiert  wiedergeben  konnte  (vgl.  A13,  S.  30),  ist  auszuschliessen,  dass  sie  tatsächlich  aus  dieser  Gegend  kommt.  Der  Ausstellungsort ihrer Identitätskarte vom 22. Juli 1989 (und mithin rund 17  Jahre  vor  ihrer  Ausreise),  J._______,  muss  nicht  zwingenderweise  im  Zusammenhang  mit  ihrem  letzten  Wohnort  in  der  Heimat  vor  ihrer  Ausreise  stehen,  weshalb  ihre  diesbezügliche  Argumentation  ins  Leere  greift. Die Beschwerdeführerin konnte somit ihre Herkunft aus C._______  beziehungsweise B._______  nicht  glaubhaft machen.  Sie  hat  daher  die  Folgen  ihrer  mangelhaften  Mitwirkung  respektive  Verheimlichung  ihrer  wahren Herkunft  zu  tragen,  indem vermutungsweise davon auszugehen  ist, es lägen keine Wegweisungsvollzugshindernisse im Sinne von Art. 83  Abs. 2 ­ 4 AuG vor. 7.3.5. Es  bleibt  somit  zu  prüfen,  ob  die  gesundheitlichen  Beschwerden  der  Beschwerdeführerin  ein  individuelles  Vollzugshindernis  bilden  könnten.  Betreffend  die  medizinische  Notlage  kann  nur  dann  auf  Unzumutbarkeit  des  Wegweisungsvollzugs  geschlossen  werden,  wenn  eine  notwendige  medizinische  Versorgung  im  Heimatland  nicht  zur  Verfügung  steht  und  die  Rückkehr  zu  einer  raschen  und  lebensgefährdenden  Beeinträchtigung  des  Gesundheitszustandes  der  betroffenen  Person  führt.  Dabei  wird  als  wesentlich  die  allgemeine  dringende medizinische Behandlung erachtet, welche zur Gewährleistung  einer menschenwürdigen Existenz absolut notwendig ist. Unzumutbarkeit 

D­3149/2008 liegt jedenfalls dann noch nicht vor, wenn im Heimat­ oder Herkunftsstaat  eine  nicht  dem  schweizerischen  Standard  entsprechende  medizinische  Behandlung möglich ist (vgl. BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21, EMARK 2003  Nr. 24 E. 5a und b). 7.3.6. Vorliegend geht – wie bereits oben in E. 5.2. erwähnt – sowohl das  BFM  als  auch  das  Bundesverwaltungsgericht  davon  aus,  dass  die  Beschwerdeführerin  an  einer  PTBS  leidet.  Allerdings  ist  festzustellen,  dass  der  behandelnde Oberarzt  und  die Psychologin  ihren Bericht  vom  28. April 2008 auf die vorliegend im Rahmen des Asylverfahrens als nicht  glaubhaft  erachteten  Angaben  der  Beschwerdeführerin  abstützten.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  zu  schliessen,  dass  der  diagnostizierten  PTBS  andere  Ursachen  zu  Grunde  liegen.  Aufgrund  der  Aktenlage  und  des  Alters  der Beschwerdeführerin  sowie der Tatsache,  dass  sie  hier  in  der  Schweiz  über  keine  sozialen  Beziehungen  verfügt  und  auch  keiner  Erwerbstätigkeit nachgeht, drängt sich der Schluss auf, dass die Ursache  der  diagnostizierten  PTBS  auch  in  ihrem  ungewissen  Aufenthaltsstatus  hier in der Schweiz begründet sein kann. Dem Bundesverwaltungsgericht  ist  bekannt,  dass  Ausländer  und  Ausländerinnen,  deren  Asylgesuche  abgelehnt werden oder die in lang andauernder Ungewissheit über ihren  Aufenthaltsstatus  im  Gastland  leben,  in  depressive  Stimmung  verfallen  können.  Ein  diesbezüglicher  Zusammenhang  wird  im  Arztbericht  dann  auch  explizit  erwähnt,  habe  sich  doch  ihr  Gesundheitszustand  bis  zum  Asylentscheid  langsam verbessert  (siehe Arztbericht vom 28. April 2008  S.  2).  Da  die  Beschwerdeführerin  in  der  Zwischenzeit  keinen  weiteren  Arztbericht  mehr  einreichte,  ist  davon  auszugehen,  dass  sich  ihr  Gesundheitszustand  zumindest  nicht  verschlechtert  hat.  Durch  das  Auffinden  ihres ältesten Sohnes dürfte sich  ihr gesundheitlicher Zustand  eher  verbessert  und  stabilisiert  haben.  Das mögliche  weitere  Auffinden  ihrer  übrigen  Familienangehörigen  wird  sich  wohl  ebenfalls  positiv  auf  den  Krankheitsverlauf  auswirken.  Es  ist  ihr  in  Zusammenarbeit  mit  der  Psychotherapeutin  zuzumuten,  sich  in  den  kommenden  Wochen  im  Rahmen der angezeigten Sitzungen –  falls die Beschwerdeführerin  sich  überhaupt  noch  in  Behandlung  befindet  –  im  Gespräch  und  allenfalls  unter  Zuhilfenahme  von  entsprechenden  Medikamenten  auf  eine  Rückkehr  in  ihre  Heimat  vorzubereiten.  Sollte  sie  auch  nach  einer  Rückkehr  in  ihren  angestammten  Kulturkreis  und  die  ihr  bekannte  Umgebung  auf  eine  Behandlung  durch  eine  Psychologin  angewiesen  sein,  ist  eine  solche  nach  den  Erkenntnissen  des  Bundesverwaltungsgerichts  beispielsweise  in  Kinshasa  möglich.  So  verfügt  das  Centre  Neuro­Psycho­Pathologique  (CHPP)  du Mont  Amba 

D­3149/2008 über  drei  Abteilungen  (Psychiatrie,  Neurologie,  Kinder­  und  Jugendpsychiatrie) und bietet auch Gratisbehandlungen an. Auch in dem  von  katholischen  Nonnen  unterhaltenen  Zentrum  TELEMA  oder  bei  Psychologinnen  internationaler  Organisationen  ist  eine  Behandlung  möglich,  wenn  auch  das  Versorgungsniveau  nicht  mit  demjenigen  westeuropäischer Länder und  insbesondere der Schweiz zu vergleichen  ist (vgl. dazu BVGE 2009/2 E. 9.3.2 S. 21 mit Hinweis auf EMARK 2003  Nr.  24  E.  5a  und  b).  Was  überdies  die  Finanzierung  einer  allfälligen  Therapie  anbelangt,  ist  es  der  Beschwerdeführerin  unbenommen,  beim  BFM einen Antrag auf medizinische Rückkehrhilfe zu stellen (vgl. Art 93  Abs. 1 Bst. d. AsylG; Art 75 der Asylverordnung 2 vom 11. August 1999  über  Finanzierungsfragen  [AsylV  2,  SR  142.312]).  Damit  liegen  insgesamt keine Hindernisse medizinischer Art vor, welche dem Vollzug  der Wegweisung entgegenstehen. 7.3.7.  Weiter  ist  festzuhalten,  dass  die  heute  knapp  (…)­jährige  Beschwerdeführerin  von  Geburt  bis  zu  ihrer  Ausreise  im  März  2006  in  Kongo  (Kinshasa)  lebte,  dort  ihre  eigene  Familie  gründete  sowie  als  Schneiderin  und  Kindergärtnerin  arbeitete.  Vor  diesem  Hintergrund  ist  davon  auszugehen,  dass  sie  an  ihrem  Herkunftsort  über  ein  soziales  Beziehungsnetz verfügt, welches ihr bei einer Rückkehr die Reintegration  erleichtern wird.  Blosse  soziale  und wirtschaftliche Schwierigkeiten,  von  denen die ansässige Bevölkerung im Allgemeinen betroffen ist, genügen  jedenfalls  nach  der  Rechtsprechung  der  schweizerischen  Asylbehörden  nicht, um eine Gefahr im Sinne von Art. 83 Abs. 4 AuG darzustellen (vgl.  BVGE 2008/34 E. 11.2.2 S. 512 f., EMARK 2005 Nr. 24 E. 10.1 S. 215).  Sodann  ist es der Beschwerdeführerin auch zuzumuten, sich wieder um  eine  Anstellung  zu  bemühen,  dies  umso  mehr,  als  sie  über  Arbeitserfahrungen als Schneiderin und Kindergärtnerin verfügt. Nach dem Gesagten erweist sich der Vollzug der Wegweisung auch als  zumutbar. 7.4.  Schliesslich  obliegt  es  der  Beschwerdeführerin,  sich  bei  der  zuständigen  Vertretung  des  Heimatstaates  die  für  eine  Rückkehr  notwendigen  Reisedokumente  zu  beschaffen  (vgl.  Art. 8  Abs. 4  AsylG  und dazu auch BVGE 2008/34 E. 12 S. 513 – 515), weshalb der Vollzug  der  Wegweisung  auch  als  möglich  zu  bezeichnen  ist  (Art. 83  Abs. 2  AuG).

D­3149/2008 7.5. Zusammenfassend  hat  die  Vorinstanz  den Wegweisungsvollzug  zu  Recht als zulässig, zumutbar und möglich erachtet. Nach dem Gesagten  fällt  eine  Anordnung  der  vorläufigen  Aufnahme  ausser  Betracht  (Art. 83  Abs. 1 – 4 AuG). 8.  Aus  diesen  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  Bundesrecht nicht verletzt, den rechtserheblichen Sachverhalt richtig und  vollständig  feststellt  und  angemessen  ist  (Art. 106  AsylG).  Die  Beschwerde ist nach dem Gesagten abzuweisen. 9.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  wären  die  Kosten  der  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen  (Art. 63  Abs. 1  und  5  VwVG).  Da  die  Beschwerde  im  Zeitpunkt  ihrer  Einreichung  nicht  als  aussichtslos  zu  bezeichnen  war,  ist  indessen  ihr  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen Rechtspflege gemäss Art. 65 Abs. 1 VwVG gutzuheissen,  zumal  von  der  prozessualen  Bedürftigkeit  der  Beschwerdeführerin  auszugehen ist. Bei dieser Sachlage sind keine Kosten zu erheben. (Dispositiv nächste Seite)

D­3149/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Das  Gesuch  um  Gewährung  der  unentgeltlichen  Rechtspflege  gemäss  Art.  65  Abs.  1  VwVG  wird  gutgeheissen.  Es  werden  keine  Kosten  erhoben. 3.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführerin,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Thomas Wespi Daniel Stadelmann Versand:

D-3149/2008 — Bundesverwaltungsgericht 26.07.2011 D-3149/2008 — Swissrulings