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Bundesverwaltungsgericht 12.01.2012 D-28/2012

12 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,179 mots·~6 min·2

Résumé

Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren) | Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung (Dublin-Verfahren); Verfügung des BFM vom 26. Dezember 2011

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung IV D­28/2012 Urteil   v om   1 2 .   J a nua r   2012 Besetzung Richterin Nina Spälti Giannakitsas (Vorsitz), Richterin Contessina Theis, Richter Thomas Wespi,    Gerichtsschreiber Lorenz Mauerhofer. Parteien A._______, geboren am … ,  und ihr Kind  B._______, geboren am … , Nigeria,   vertreten durch Melanie Aebli,  Beschwerdeführende,  gegen Bundesamt für Migration (BFM),  Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Nichteintreten auf Asylgesuch und Wegweisung  (Dublin­Verfahren);  Verfügung des BFM vom 26. Dezember 2011 / N … .

D­28/2012 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest, dass  die  Beschwerdeführerin  (welche  zu  diesem  Zeitpunkt  schwanger  war)  und  ihr  Ehemann  C._______  am  14. April  2011  –  von  Italien  kommend – in der Schweiz um Asyl ersuchten,  dass die beiden – gemäss Verzeichnung in der Eurodac­Datenbank – vor  ihrer Einreise in die Schweiz bereits in Italien Asylanträge gestellt hatten  (beide am 1. Januar 2009 in X._______),  dass  die  beiden  am  19.  April  2011  vom  BFM  zu  ihrer  Person,  ihrem  Reiseweg  und  summarisch  zu  ihren  Gesuchsgründen  befragt  wurden  (vgl. dazu im Einzelnen die Akten),  dass sie dabei übereinstimmend angaben,  in  Italien hätten sie beide  im  Frühjahr  2009  einen  positiven  Asylentscheid  erhalten  und  es  sei  ihnen  beiden eine fünf Jahre gültige Aufenthaltsbewilligung ausgestellt worden,  welche  sie  aber  vor  ihrer  Reise  in  der  Schweiz  in  Y._______  zurückgelassen hätten (vgl. BFM­Akten; act. A11 und A10, je Ziff. 16),  dass  sich  jedoch beide gegen eine Rückkehr nach  Italien aussprachen,  da es dort keine Arbeit mehr gebe (vgl. act. A11 und A10, je Ziff. 18),  dass  das  BFM  am  11.  Mai  2011  –  nach  den  Bestimmungen  der  Verordnung  [EG]  Nr.  343/2003  des  Rates  vom  18. Februar  2003  zur  Festlegung  der  Kriterien  und  Verfahren  zur  Bestimmung  des  Mitgliedstaats,  der  für  die  Prüfung  eines  von  einem  Drittstaatsangehörigen  in  einem  Mitgliedstaat  gestellten  Asylantrags  zuständig  ist  (Dublin­II­VO)  –  zwei  separate  Ersuchen  um  eine  Wiederaufnahme  sowohl  der  Beschwerdeführerin  als  auch  ihres  Ehemannes an Italien richtete,  dass  diese  Ersuchen  innert  der  massgeblichen  Frist  von  zwei Wochen  (Art. 20 Abs. 1 Bst. b Dublin­II­VO) von Italien nicht beantwortet wurden,  dass  das  BFM  in  der  Folge  am  15.  Juni  2011  betreffend  die  Beschwerdeführerin  und  ihren  Ehemann  einen  Nichteintretensentscheid  in Anwendung  von Art. 34 Abs. 2 Bst. d  des Asylgesetzes  vom 26. Juni  1998  (AsylG,  SR 142.31)  erliess  und  die  Wegweisung  nach  Italien  anordnete,  dass die Beschwerdeführerin kurz darauf … das Kind B._______ gebar, 

D­28/2012 dass  dem BFM am 21.  Juni  2011  von  der  italienischen Dublin­Behörde  mitgeteilt  wurde,  im  Falle  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  könnten die Bestimmungen der Dublin­II­VO nicht mehr zur Anwendung  gelangen,  da  ihm  von  Italien  bereits  der  Flüchtlingsstatus  zuerkannt  worden  sei,  weshalb  das  Bundesamt  in  seinem  Fall  ein  Rückübernahmeersuchen  an  Italien  gemäss  den  Bestimmungen  des  bilateralen  Rückübernahmeübereinkommens  zu  richten  habe  (vgl.  dazu  act. A28),  dass  das  Bundesamt  aufgrund  dieser  Mitteilung  den  vorgenannten  Nichteintretensentscheid  (betreffend  sowohl  die  Beschwerdeführerin  als  auch ihren Ehemann) am 22. Juni 2011 wieder aufhob,  dass  das  BFM  indes  bereits  am  14.  Juli  2011  –  alleine  betreffend  die  Beschwerdeführerin  und  das  in  der  Zwischenzeit  geborene  Kind –  wiederum  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art. 34  Abs. 2 Bst. d AsylG erliess und die Wegweisung nach Italien anordnete,  dass  die  Beschwerdeführerin  –  handelnd  durch  ihre  Rechtsvertreterin  –am 21. Juli 2011 gegen diesen Entscheid Beschwerde einreichte,  dass  diese Beschwerde  indes  vom Bundesverwaltungsgericht mit  Urteil  vom  27.  Juli  2011  abgewiesen  wurde  (vgl.  zum  Ganzen  das  Beschwerdedossier D­4109/2011),  dass die Beschwerdeführerin und ihr Kind am 13. Oktober 2011 von der  zuständigen kantonalen Behörde nach Italien zurückgeführt wurden,  dass das BFM mit Verfügung vom 24. Oktober 2011 auf das Asylgesuch  des  Ehemannes  der  Beschwerdeführerin  gemäss  Art. 34  Abs. 2  Bst. a  AsylG nicht eintrat und die Wegweisung nach Italien anordnete, nachdem  Italien  am  29. September  2011  einem  entsprechenden  Rückübernahmeersuchen  gemäss  bilateralem  Abkommen  ausdrücklich  zugestimmt hatte,  dass  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  diese  Verfügung  anfechten  liess, dass sich die Beschwerdeführerin zu diesem Zeitpunkt bereits wieder  in  der  Schweiz  befand,  da  sie  nach  ihrer  Rückführung  nach  Italien  innert  weniger  Tage  zurückgekehrt  war  und  am  21.  Oktober  2011  in  der  Schweiz ein neues Asylgesuch eingereicht hatte, 

D­28/2012 dass ihr als Folge davon vom BFM am 17. November 2011 das rechtliche  Gehör  zu  einem  erneuten  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung  von  Art.  34  Abs.  2  Bst.  d  AsylG  und  namentlich  zu  einer  erneuten  Wegweisung nach Italien gewährt wurde (vgl. dazu act. B8),  dass  sie  dabei  vorbrachte,  sie  habe  keine neuen Asylgründe,  sie  sei  in  Italien jedoch obdachlos und man habe ihr und ihrem Kind nicht geholfen,  dass  das  BFM  am  5.  Dezember  2011  –  nach  den  Bestimmungen  der  Dublin­II­VO  –  erneut  ein  Ersuchen  um  Wiederaufnahme  an  Italien  richtete,  welches  ebenfalls  innert  massgeblicher  Frist  nicht  beantwortet  wurde,  dass das Bundesamt in der Folge am 26. Dezember 2011 betreffend die  Beschwerdeführerin und ihr Kind erneut einen Nichteintretensentscheid in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG erliess und die Wegweisung  nach Italien anordnete,  dass das Bundesamt in diesem Entscheid wiederum auf die Zuständigkeit  Italiens  nach  den  Bestimmungen  der  Dublin­II­VO  verwies  und  im  Anschluss  daran  festhielt,  zwar  habe  die  Beschwerdeführerin  vorgebracht,  sie  und  ihr Sohn hätten  in  Italien  keine Unterkunft  gehabt,  alleine damit  seien aber weder die Zuständigkeit  Italiens widerlegt noch  Gründe  für  einen  Selbsteintritt  nach  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO  beziehungsweise  nach  Art.  29a  der  Asylverordnung 1  vom  11. August  1999 über Verfahrensfragen (AsylV 1, SR 142.311) ersichtlich gemacht,  dass  das  Bundesamt  abschliessend  den  Wegweisungsvollzug  nach  Italien als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,  dass die Beschwerdeführerin gegen diesen Entscheid am 3. Januar 2012  – handelnd durch  ihre Rechtsvertreterin – Beschwerde erhob, wobei  sie  in ihrer Eingabe die Aufhebung der angefochtenen Verfügung beantragte,  verbunden mit der Anweisung an das BFM, sein Recht zum Selbsteintritt  auszuüben und sich  für das Asylverfahren  für zuständig zu erklären  [1],  unter Kosten­ und Entschädigungsfolge zulasten der Vorinstanz [3] dass  sie  gleichzeitig  um  eine  Vereinigung  ihres  Verfahrens  mit  dem  Verfahren  ihres  Ehemannes  ersuchte,  da  über  die  Familienmitglieder  nicht weiter  in getrennten Verfahren entschieden werden solle [2], sowie  um  Befreiung  von  der  Kostenvorschusspflicht  und  um  Erlass  der  Verfahrenskosten [4 und Ziff. I.3],

D­28/2012 dass  sie  im  Rahmen  der  Begründung  ihrer  Beschwerde  erneut  die  prekären  Verhältnisse  in  Italien  geltend  machte  und  im  Übrigen  eine  Trennung der Familie mit Art. 8 der Konvention vom 4. November 1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101) unvereinbar sei,  dass  sie  aufgrund  der  Umstände  ihrer  Rückführung  aus  der  Schweiz  nach  Italien,  der  damaligen  Trennung  von  ihrem  Ehemann  und  der  in  Italien angetroffenen Verhältnisse völlig verängstigt worden sei, weshalb  sie  heute  kaum  noch  schlafen  könne  und  von  Zeit  zu  Zeit  depressiv  werde,  dass  der  Vollzug  der  Wegweisung  am  5.  Januar  2012  vom  Bundesverwaltungsgericht vorsorglich ausgesetzt wurde,  dass über die Beschwerde des Ehemannes der Beschwerdeführerin mit  Urteil heutigen Datums ebenfalls entschieden wird,  und zieht in Erwägung, dass das Bundesverwaltungsgericht auf dem Gebiet des Asyls endgültig  über Beschwerden gegen Verfügungen des BFM entscheidet, ausser bei  Vorliegen  eines  Auslieferungsgesuches  des  Staates,  vor  welchem  die  beschwerdeführende  Person  Schutz  sucht  (vgl.  dazu  Art. 105  AsylG  i.V.m.  Art. 31  und  33  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni 2005  [VGG,  SR 173.32]  sowie  Art. 83  Bst. d  Ziff. 1  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), dass  sich  das  Verfahren  nach  dem  Bundesgesetz  vom  20.  Dezember  1968 über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) richtet, soweit  das VGG oder  das AsylG  nichts  anderes  bestimmen  (vgl.  Art.  37 VGG  sowie Art. 6 und 105 AsylG), dass  mit  Beschwerde  die  Verletzung  von  Bundesrecht,  die  unrichtige  oder unvollständige Feststellung des rechtserheblichen Sachverhalts und  die Unangemessenheit gerügt werden kann (Art. 106 Abs. 1 AsylG),  dass  auf  die  frist­  und  formgerechte  Eingabe  der  legitimierten  Beschwerdeführerin einzutreten ist (vgl. Art. 108 Abs. 2 AsylG und Art. 52  Abs. 1 VwVG sowie Art. 48 Abs. 1 VwVG), 

D­28/2012 dass  dem  Ersuchen  um  eine  Vereinigung  des  vorliegenden  Verfahrens  mit  dem  Beschwerdeverfahren  D­6068/2011  (betreffend  den  Ehemann  der Beschwerdeführerin) immerhin insoweit Rechnung getragen wird, als  beide Verfahren vom Bundesverwaltungsgericht am gleichen Tag und  in  gleicher  Besetzung  entschieden  werden,  wobei  auch  Anordnungen  im  Hinblick auf den Wegweisungsvollzug ergehen (vgl. dazu unten), dass  aufgrund  der  klaren  Aktenlage  auf  einen  Schriftenwechsel  zu  verzichten ist (Art. 111a Abs. 1 AsylG), dass  auf  Asylgesuche  in  der  Regel  nicht  eingetreten  wird,  wenn  Asylsuchende  in  einen  Drittstaat  ausreisen  können,  welcher  für  die  Durchführung  des  Asyl­  und  Wegweisungsverfahrens  staatsvertraglich  zuständig ist (Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG),  dass  die  Beschwerdeführerin  ihren  ersten  Asylantrag  im  europäischen  Raum  in  Italien  eingereicht  hat,  sie  nach  der  Rückführung  vom  13. Oktober 2011 von dort kommend wieder in die Schweiz eingereist ist  und  von  Italien  das  Ersuchen  des  BFM  um  eine  Wiederaufnahme  der  Beschwerdeführenden vom 5. Dezember 2011  innert der massgeblichen  Frist  von  zwei  Wochen  nicht  beantwortet  wurde,  womit  Italien  seine  Zuständigkeit  gemäss  Dubliner  Verfahrensregelung  wiederum  aufgrund  der sogenannten Verfristung akzeptiert hat (vgl. dazu Art. 20 Abs. 1 Bst. b  und c Dublin­II­VO), dass  damit  die  Grundlage  für  einen  Nichteintretensentscheid  in  Anwendung von Art. 34 Abs. 2 Bst. d AsylG ohne weiteres gegeben ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  gegen  eine  Rückkehr  nach  Italien  einwendet, nach ihrer Rückführung vom 13. Oktober 2011 sei ihr dort von  Seiten  der  zuständigen  Behörden  keinerlei  Unterstützung  zuteil  geworden,  sondern  sie  und  ihr  damals  krankes  Kind  seien  der  Obdachlosigkeit anheimgestellt worden, weshalb sie in die Schweiz habe  zurückkehren müssen,  dass mit diesem Vorbringen – dem wesentlichen Sinngehalt nach – eine  mit  der  Konvention  vom  4.  November  1950  zum  Schutze  der  Menschenrechte  und  Grundfreiheiten  (EMRK,  SR  0.101)  unvereinbare  Behandlung in Italien geltend gemacht wird,  dass  damit  die  Forderung  nach  der  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  (nach  Art.  3  Abs.  2  Dublin­II­VO)  mit  der  Rüge  verknüpft  wird,  mit  der 

D­28/2012 Durchsetzung der nach Dublin­II­VO feststehenden Zuständigkeit würden  zwingende  Normen  des  Völkerrechts  verletzt,  womit  sich  im  Falle  der  Begründetheit  der  Beschwerdevorbringen  die  Ausübung  des  Selbsteintrittsrechts  aufdrängen  würde  (vgl.  dazu  BVGE  2010/45  E. 5  S. 635 f.),  dass  Italien  jedoch  Signatarstaat  sowohl  des  Abkommens  vom  28.  Juli  1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (FK, SR 0.142.30) als auch  der EMRK ist und vorliegend keine konkreten Hinweise darauf bestehen,  Italien  würde  sich  im  Falle  der  Beschwerdeführenden  nicht  an  seine  völkerrechtlichen Verpflichtungen halten,  dass trotz der Ausführungen der Beschwerdeführerin zu den angeblichen  Umständen  ihres  achttägigen  Aufenthalts  in  Italien  kein  Anlass  zur  Annahme besteht, sie und ihr Kind wären dort – im Sinne eines "real risk"  – von einer menschenrechtswidrigen Behandlung bedroht,  dass Asylsuchende in Italien zwar bei der Unterkunft, der Arbeit und dem  Zugang  zur  medizinischen  Infrastruktur  durchaus  gewissen  Schwierigkeiten  ausgesetzt  sein  können,  wobei  sich  bereits  vorbestandene  Kapazitätsprobleme  seit  dem  Frühjahr  2011  noch  akzentuiert haben dürften,  dass  sich  zudem  aufgrund  der  allgemeinen  Verschlechterung  der  wirtschaftlichen  Verhältnisse  auch  die  Arbeitsmöglichkeiten  merkbar  verringert haben dürften, wie dies von der Beschwerdeführerin und ihrem  Ehemann beim BFM vorgebracht wurde,  dass  jedoch  auch  unter  Berücksichtigung  dieser Umstände  kein  Anlass  zur Annahme besteht, im Falle einer Rückführung nach Italien gerate die  Beschwerdeführerin mit  ihrem Kind  in  eine  existenzielle  Notlage,  zumal  sie  mit  ihrem  Ehemann  nach  Italien  zurückkehren  kann,  der  mit  Urteil  heutigen Datums ebenfalls zur Rückkehr nach Italien verpflichtet wird,  dass daran auch das Vorliegen allfälliger psychischer Probleme nichts zu  ändern  vermag,  zumal  eine  entsprechende  Behandlung  auch  in  Italien  gewährleistet wäre, dass  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  von  Italien  als  Flüchtling  anerkannt  worden  ist  und  er  dort  über  eine  Aufenthaltsbewilligung  und  damit  über  einen  geregelten  Aufenthaltsstatus  verfügt,  womit  er  sich –  trotz  der  anders  lautenden  Beschwerdevorbringen  –  gegenüber 

D­28/2012 Asylsuchenden mit  noch ungeregeltem Aufenthalt  in  einer  grundsätzlich  besseren Position befindet, ist er doch in Italien zum Erwerb berechtigt,  dass  die  beiden  schliesslich  gehalten  sind,  sich  bei  allfälligen  Schwierigkeiten  nicht  nur  an  die  in  Italien  zuständigen  staatlichen  Instanzen,  sondern  auch  an  die  dort  vorhandenen  privaten  Hilfsorganisationen  zu  wenden,  wo  sie  aufgrund  ihres  familiären  Profils  (Familie mit Kleinkind) durchaus einen Zugang finden dürften,  dass nach vorstehenden Erwägungen für das BFM keine Pflicht zu einem  Selbsteintritt  aus  völkerrechtlichen  Gründen  nach  der  Bestimmung  von  Art. 3 Abs. 2 Dublin­II­VO besteht (vgl. dazu BVGE 2011/9 E. 4 S. 115),  dass  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  auch  ein  Selbsteintritt  aus  humanitären Gründen nach der Bestimmung von Art. 29a Abs. 3 AsylV 1  ausgeschlossen  bleibt  (vgl.  dazu  BVGE  2011/9  E.  8  S.  121  f.),  da  in  vorliegender  Sache  keine  besonderen  Sachverhaltsumstände  vorliegen,  welche  eine  Behandlung  des  Asylgesuches  in  der  Schweiz  geradezu  aufdrängen  würden  (vgl.  dazu  bspw.  das  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts D­4534/2011 vom 28. Dezember 2011 E. 8),  dass  nach  den  vorstehenden  Erwägungen  der  Nichteintretensentscheid  in Anwendung von Art. 34 Abs. Bst. d AsylG zu bestätigen ist,  dass  die  Anordnung  der  Wegweisung  nach  Italien  der  Systematik  des  Dublin­Verfahrens  entspricht  und  von  daher  im  Einklang  mit  der  Bestimmung von Art. 44 Abs. 1 AsylG steht, dass in diesem Sinne das BFM den Vollzug der Wegweisung nach Italien  zu Recht als zulässig, zumutbar und möglich erklärte,  dass  bei  der  Anordnung  der  Wegweisung  und  des  Wegweisungsvollzuges  –  wie  von  der  Beschwerdeführerin  geltend  gemacht – der Grundsatz der Einheit  der Familie  zu berücksichtigen  ist  (Art. 44 Abs. 1 AsylG [letzter Satz]), wobei diesem Grundsatz nicht nur im  Asylverfahren,  sondern  auch  bei  der  Umsetzung  des  Wegweisungsvollzuges  durch  die  zuständige  kantonale  Behörde  grundsätzlich  nachzuleben  ist,  auch  wenn  in  der  Praxis  sogenannte  "gestaffelte Rückführungen" toleriert werden, dass  mit  Urteil  heutigen  Datums  auch  der  Ehemann  der  Beschwerdeführerin  zur  Ausreise  aus  der  Schweiz  nach  Italien  verpflichtet  wird  und  die  zuständige  kantonale  Behörde  anzuhalten  ist, 

D­28/2012 den  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführenden  mit  dem  Wegweisungsvollzug  ihres  Ehemannes  respektive  Vaters  zu  koordinieren, dass  nach  vorstehenden  Erwägungen  die  angefochtene  Verfügung  zu  bestätigen und die eingereichte Beschwerde abzuweisen ist, dass  mit  dem  vorliegenden  Urteil  in  der  Hauptsache  das  Gesuch  um  Befreiung  von  der  Kostenvorschusspflicht  (nach  Art.  63  Abs.  4  VwVG)  gegenstandslos geworden ist,  dass bei vorliegendem Ausgang des Verfahrens der Beschwerdeführerin  grundsätzlich Kosten aufzuerlegen wären (vgl. Art. 63 Abs. 1 VwVG), von  einer  Kostenauflage  jedoch  aufgrund  der  gesamten  Aktenlage  –  in  Gutheissung  des Gesuches  um  Erlass  der  Verfahrenskosten  (im  Sinne  von Art. 65 Abs. 1 VwVG) – abzusehen ist. (Dispositiv nächste Seite)

D­28/2012 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Der  Beschwerdeführerin  werden  in  Gutheissung  des  Gesuchs  um  unentgeltliche Rechtspflege keine Verfahrenskosten auferlegt. 3.   Die  zuständige  kantonale  Behörde  wird  angehalten,  den  Wegweisungsvollzug  der  Beschwerdeführenden  mit  dem  Wegweisungsvollzug  ihres  Ehemannes  respektive  Vaters  zu  koordinieren. 4.  Dieses  Urteil  geht  an  die  Beschwerdeführenden,  das  BFM  und  die  zuständige kantonale Behörde. Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Nina Spälti Giannakitsas Lorenz Mauerhofer Versand:

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