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Bundesverwaltungsgericht 04.11.2011 C-8255/2008

4 novembre 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·2,177 mots·~11 min·3

Résumé

Erleichterte Einbürgerung | Erleichterte Einbürgerung

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­8255/2008 Urteil   v om   4 .   No v embe r   2011 Besetzung Richterin Marianne Teuscher (Vorsitz), Richter Antonio Imoberdorf, Richterin Ruth Beutler, Gerichtsschreiber Rudolf Grun. Parteien H._______, vertreten durch Rechtsanwalt Oliver Krüger, Beschwerdeführer,  gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz.  Gegenstand Erleichterte Einbürgerung.

C­8255/2008 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer wurde 1982 in Finnland geboren und ist bis heute  dort wohnhaft. Seine Eltern haben beide  im Zeitpunkt seiner Geburt das  Schweizer  Bürgerrecht  nicht  besessen.  Er  besitzt  die  deutsche  Staatsangehörigkeit seines Vaters und die finnische seiner Mutter. Die  Grossmutter  des  Beschwerdeführers  stammt  aus  der  Ehe  einer  Schweizerin mit  einem  Ausländer  und  wurde  deshalb  am  9.  November  2005 nach Art. 58a des Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952  (BüG) erleichtert eingebürgert. Der Vater des Beschwerdeführers wurde  am  29.  Dezember  2006  ebenfalls  in  Anwendung  von  Art.  58a  BüG  erleichtert  eingebürgert.  Die  entsprechende  Verfügung  wurde  mit  Zusatzentscheid des BFM vom 9. März 2007 dahingehend ergänzt, dass  der  1988  geborene  Bruder  des  Beschwerdeführers  ebenfalls  in  diesen  Entscheid  einbezogen  wurde  (er  war  zum  Zeitpunkt  der  Gesuchseinreichung noch unmündig). B.  Der  nicht  in  die  erleichterte  Einbürgerung  seines  Vaters  einbezogene  Beschwerdeführer beantragte am 4. Juni 2007 ebenfalls eine erleichterte  Einbürgerung nach Art.  58a BüG. Nachdem die Vorinstanz das Gesuch  während  eines  Jahres  bearbeitet  hatte  (u.a.  durch  Einholung  von  Referenzauskünften),  schrieb  sie  das  Gesuch  am  3.  Juni  2008  als  gegenstandslos  ab.  Zur  Begründung  führte  sie  aus,  bereits  die  Grossmutter sei erleichtert eingebürgert worden. Hierauf habe sich auch  sein  Vater  erleichtert  einbürgern  können.  Da  nur  eine  Generation  "übersprungen"  werden  könne,  gelange  Art.  58a  BüG  beim  Beschwerdeführer nicht zur Anwendung. C.  Nachdem  sowohl  der  Beschwerdeführer  als  auch  dessen  Vater  als  Vertreter  des  Beschwerdeführers  mit  Eingaben  vom  15.  Juli,  15.  und  21. August  2008  bei  der  Vorinstanz  eine  Verletzung  des  rechtliche  Gehörs gerügt und insbesondere dargelegt hatten, dass auf das Gesuch  hätte eingetreten werden müssen, nahm das BFM das Verfahren wieder  auf. D.  Mit Verfügung vom 20. November 2008 wies die Vorinstanz das Gesuch  ab.  Sie  begründete  die  Abweisung  damit,  dass  sich  der 

C­8255/2008 Beschwerdeführer  nicht  auf  Art.  58a  Abs.  1  BüG  berufen  könne,  weil  diese  Bestimmung  nur  für  ausländische  Kinder  gelte,  die  vor  dem  1.  Januar  1985  geboren worden  seien  und  deren Mutter  vor  oder  bei  der  Geburt des Kindes das Schweizer Bürgerrecht besessen habe. Für das  Kind  eines  solchen  Kindes  (gemeint  sei  das  in  Abs.  1  erwähnte  ausländische  Kind)  bestehe  seit  dem  1.  Januar  2006  die  Möglichkeit,  ebenfalls  ein Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  zu  stellen,  wenn  es  eng  mit  der  Schweiz  verbunden  sei  (Art.  58a  Abs.  3  BüG).  Durch  die  Einführung  dieser  Bestimmung  sei  die  Möglichkeit  geschaffen  worden,  dass  auch  das  Enkelkind  einer  schweizerischen  Grossmutter,  welche  selber Mutter  eines Kindes  aus  der  Ehe mit  einem Ausländer  gewesen  sei, die erleichterte Einbürgerung beantragen könne. Gleichzeitig sei mit  dieser  Formulierung  jedoch  auch  zum Ausdruck  gebracht worden,  dass  bei Art. 58a BüG nur eine und nicht mehrere Generationen übersprungen  werden  könnten.  Für  das Gesuch  des Beschwerdeführers  bedeute  dies  Folgendes: Seine Grossmutter stamme aus einer Ehe einer Schweizerin  mit einem Ausländer und sei deshalb am 9. November 2005 nach Artikel  58a  Abs.  1  BüG  erleichtert  eingebürgert  worden.  Der  Vater  des  Beschwerdeführers sei am 29. Dezember 2006 ebenfalls  in Anwendung  von  Art.  58a  BüG  erleichtert  eingebürgert  worden,  jedoch  nach  Abs.  3  dieser  Bestimmung.  Es  sei  bereits  die  Urgrossmutter  des  Beschwerdeführers  gewesen,  welche  mit  einem  Ausländer  verheiratet  gewesen  sei  und  mit  diesem  ein  Kind  gehabt  habe,  welchem  sie  das  Schweizer  Bürgerrecht  bei  dessen  Geburt  nicht  habe  weitergeben  können. Die zwei nachfolgenden Generationen – die Grossmutter sowie  der Vater des Beschwerdeführers – hätten aufgrund von Art. 58a Abs. 1  bzw. Art. 58a Abs. 3 BüG von einer erleichterten Einbürgerung profitieren  können.  Für  weitere  Generationen  sei  ein  Bürgerrechtserwerb  gestützt  auf Art. 58a BüG jedoch ausdrücklich nicht mehr vorgesehen. E.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  22.  Dezember  2008  beantragt  der  Beschwerdeführer  beim  Bundesverwaltungsgericht  (BVGer)  die  Aufhebung  der  vorinstanzlichen  Verfügung  und  die  Gutheissung  seines  Gesuchs  um  erleichterte  Einbürgerung.  Eventualiter  sei  die  Verfügung  aufzuheben und an die Vorinstanz zur Neubeurteilung zurückzuweisen.  Zur Begründung macht er  im Wesentlichen geltend, die Vorinstanz habe  eine  enge,  rein  grammatikalische  Auslegung  von  Art.  58a  BüG  vorgenommen.  Entgegen  deren  Auffassung  ergebe  sich  die  Beschränkung des Einbürgerungsrechts für Nachkommen von vor dem 1. 

C­8255/2008 Juli  1985  zu  Unrecht  ausgebürgerter  Schweizerinnen  gerade  nicht  aus  dem  Wortlaut  der  Norm.  Auch  sonst  bestünden  keine  Hinweise  dafür,  dass  der  Gesetzgeber  die  Beseitigung  des  alten  Unrechts  (Unterscheidung zwischen Mann und Frau  in Bezug auf die Weitergabe  des  Bürgerrechts  an  ihre  Kinder)  auf  zwei  Generationen  habe  beschränken wollen. Eine historische und teleologische Auslegung führe  viel mehr zum Ergebnis, dass mit dieser Norm das vor dem 1. Juli 1985  herrschende  Unrecht  gegenüber  Schweizer  Frauen  ein  für  alle  Mal  beseitigt  werden  sollte  und  deshalb  auch  der  Beschwerdeführer  einen  Anspruch  auf  erleichterte  Einbürgerung  habe.  Die  Auslegung  der  Vorinstanz verletze den Grundsatz der Gleichberechtigung von Mann und  Frau  und  das  Willkürverbot.  Die  Erwägung  der  Vorinstanz  zu  Art.  58a  Abs. 1 BüG beruhe sowohl auf einer  falschen Sachverhaltsannahme als  auch  auf  einem  falschen  Verständnis  dieser  Norm.  Mit  der  Einführung  des  dritten  Absatzes  dieser  Übergangsbestimmung  habe  der  Gesetzgeber  die  Möglichkeit  geschaffen,  dass  ein  Enkelkind  einer  Schweizerischen  Grossmutter  auch  dann  eingebürgert  werden  könne,  wenn  kein  Elternteil  gestützt  auf  Art.  58a  Abs.  1  BüG  eingebürgert  worden sei. Insofern könne eine Generation "übersprungen" werden. Nur  das  sei  der  Regelungsgehalt  von  Art.  58a  Abs.  3  BüG.  Zur  Frage,  wieviele  Generationen  gestützt  auf  Art.  58a  BüG  eingebürgert  werden  könnten, äussere sich die Norm entgegen der Behauptung der Vorinstanz  nicht. In casu seien keine Generationen "übersprungen" worden. Sowohl  die  Grossmutter  des  Beschwerdeführers  wie  auch  sein  Vater  und  sein  Bruder  hätten Gesuche  um erleichterte Einbürgerung  gestellt  und  seien  inzwischen  Schweizer  Bürger.  Art.  58a  Abs.  3  BüG  sei  daher  im  vorliegenden Fall bedeutungslos. Die Behauptung, dass die Einbürgerung  für  die  dritte  Generation  "ausdrücklich"  nicht  mehr  vorgesehen  sei,  sei  schlechterdings falsch. Art. 58a Abs. 3 BüG äussere sich nicht dazu, ob  sich der Beschwerdeführer darauf berufen könne oder nicht. Der seltene  Fall des Beschwerdeführers sei vom Gesetzgeber nicht bedacht worden,  weshalb  eine Gesetzeslücke  vorliege.  Genau  wie  vor  der  Revision  des  Bürgerrechtsgesetzes  (vor  Einführung  des  Art.  58a  Abs.  3  BüG  in  der  Fassung vom 1. Januar 2006) müsse deshalb die Lücke durch Auslegung  gefüllt werden. Sowohl eine  teleologische wie auch eine historische und  eine  verfassungskonforme  Auslegung  führten  zum  Ergebnis,  dass  sich  auch der Beschwerdeführer auf Art. 58a Abs. 1 BüG berufen könne und  einen  selbständigen Rechtsanspruch  auf  eine  erleichterte  Einbürgerung  habe.

C­8255/2008 F.  In ihrer Vernehmlassung vom 19. März 2009 schliesst die Vorinstanz auf  Abweisung der Beschwerde und hält nochmals fest, dass das Gesetz für  den  Beschwerdeführer  selber  keine  erleichterte  Einbürgerung  mehr  zulasse. G.  Mit  Replik  vom  20.  Mai  2009  hält  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Begehren und den in der Rechtsmitteleingabe gemachten Ausführungen  vollumfänglich fest. H.  Auf  die  weiteren  Vorbringen  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  BVGer  unter  Vorbehalt  der  in  Art.  32  VGG genannten Ausnahmen Beschwerden gegen Verfügungen nach Art.  5 des Verwaltungsverfahrensgesetzes vom 20. Dezember 1968  (VwVG,  SR 172.021), die von einer in Art. 33 VGG aufgeführten Behörde erlassen  wurden.  Darunter  fallen  unter  anderem  Verfügungen  des  BFM,  welche  die erleichterte Einbürgerung betreffen (Art. 32 i.V.m. Art. 51 BüG) 1.2.  Sofern  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes  bestimmt,  richtet  sich  das  Verfahren  vor  dem  BVGer  nach  dem  VwVG  (Art.  37  VGG). 1.3.  Als  Adressat  der  Verfügung  vom  20.  November  2008  ist  der  Beschwerdeführer  zur  Beschwerdeerhebung  legitimiert.  Auf  die  im  Übrigen  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  daher  einzutreten. 2.  Mit  Beschwerde  an  das  BVGer  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  und  –  sofern  nicht  eine  kantonale  Behörde  als 

C­8255/2008 Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die Unangemessenheit  gerügt werden  (vgl.  Art.  49  VwVG).  Das  BVGer  wendet  im  Beschwerdeverfahren  das  Bundesrecht von Amtes wegen an. Es  ist gemäss Art. 62 Abs. 4 VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen oder abweisen. 3.  Erwerb  und  Verlust  des  Schweizer  Bürgerrechts  richten  sich,  vorbehältlich anders lautender Bestimmungen, nach dem Recht, dass bei  Eintritt  des massgebenden Tatbestandes  in Kraft  steht  (vgl. Art.  57 des  Bürgerrechtsgesetzes vom 29. September 1952, BüG [SR 141.0]). 4.  Aus  den  Einbürgerungsakten  der  Grossmutter  und  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  geht  nicht  genau  hervor,  nach  welchem  Recht  (welcher Version des BüG und welchem Absatz des Art. 58a BüG) diese  erleichtert eingebürgert worden sind. Sowohl auf den Gesuchsformularen  als auch auf den entsprechenden Verfügungen ist lediglich Art. 58a BüG  aufgeführt.  In  Bezug  auf  den  Bürgerrechtserwerb  der  Urgrossmutter  existieren  offenbar  keine  vorinstanzlichen  Akten  mehr.  Diesbezüglich  geht aus einem Schreiben des Zivilstands­ und Bürgerrechtsdienstes des  Kantons  Bern  vom  14.  April  2008  hervor,  dass  sie  das  Schweizer  Bürgerrecht am 13. April 1954 durch Wiederannahme erlangt hat (vgl. E.  5.1 nachstehend). 5.  Bei den heute geltenden Art.  58, 58a und 58c BüG  (einschliesslich des  per  1. Januar  2006  aufgehobenen  Art.  58b  BüG)  handelt  es  sich  um  Übergangsbestimmungen,  was  sich  nicht  nur  vom  Wortlaut  her  betrachtet,  sondern  insbesondere  aus  der  Gesetzessystematik  sowie  dem historischen Kontext logisch und verständlich ergibt. Dies gilt ebenso  für  die  früheren und seit  längerer Zeit  aufgehobenen Art.  57,  58bis und  58ter  sowie  die  ursprüngliche Version  des Art.  58 BüG bei  Inkrafttreten  des  Bürgerrechtsgesetzes  am  1. Januar  1953,  der  bis  heute  mehrmals  revidiert  worden  ist.  Mit  der  Änderung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  14. Dezember  1984  wurde  das  Bürgerrecht  der  Kinder  eines  schweizerischen  Elternteils  neu  geregelt,  was  zur  damaligen  Übergangsregelung von Art. 58ter BüG  in der Fassung vom 1. Juli 1985  führte  (vgl.  AS  1985  423;  BBl  1984  II  S.  230).  Die  nächste  Revisionsetappe  vom  23.  März  1990  diente  in  erster  Linie  der 

C­8255/2008 Verwirklichung  der  Gleichstellung  von  Mann  und  Frau  in  den  übrigen  Bereichen  des  Schweizer  Bürgerrechts.  Aus  Gründen  der  übersichtlicheren Gestaltung der gesamten Übergangsregelung des BüG  wurde der damalige Art. 58ter materiell unverändert in den neuen Art. 58a  BüG  überführt  (vgl.  AS  1991  1041;  BBl  1987  III  319 f.).  Art.  58a  BüG  erfuhr  in  demselben Revisionsprojekt  in Abs.  2  eine Änderung  (nämlich  bezüglich der Möglichkeit der Einbürgerung von Kindern, die älter als 32  Jahre  sind),  welche  dem  Anliegen  nachkam,  das  in  der  parlamentarischen Beratung zur festgesetzten Altersgrenze in der damals  geltenden Spezialbestimmung von Art. 57 Abs. 8 BüG sehr umstritten war  (vgl.  BBl  1987  III  320).  Abs.  2  von  Art.  58a  BüG  wurde  dann  durch  weitere Revisionen verändert und ergänzt (Abs. 2bis). Schliesslich wurden  Abs.  2  (zur  Altersgrenze)  und  Abs.  3  (zum  Auslandwohnsitz)  mit  der  Änderung des BüG vom 3. Oktober 2003 aufgehoben  (in Kraft  getreten  am 1. Januar 2006). Seither besteht Art. 58a BüG bis heute unverändert  aufgeteilt in den neuen Absätzen 1–4. 5.1.  Die  Urgrossmutter  des  Beschwerdeführers  verlor  das  Schweizer  Bürgerrecht  durch  Heirat  eines  deutschen  Staatsangehörigen  im  Jahre  1920.  Eine  Möglichkeit,  das  verlorene  Bürgerrecht  wieder  zu  erlangen,  hatte  sie  erst  nach  der  Realisierung  des  Bürgerrechtsgesetzes  vom  29. September  1952  (AS  1952  1087;  BBl  1952  III  S.  137  ff.,  in  Kraft  getreten  am 1. Januar  1953). Gemäss  dem damals massgebenden Art.  58  BüG  wurden  gebürtige  Schweizerinnen,  die  vor  dem  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  durch  Heirat  mit  einem  Ausländer  das  Schweizer  Bürgerrecht  verloren  hatten,  trotz  fortbestehender  Ehe  unentgeltlich  ins  Schweizer  Bürgerrecht  wieder  aufgenommen,  sofern  sie  innert  einem  Jahr  nach  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  das  Gesuch  an  das  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  stellten.  Offenbar  stellte  die  Urgrossmutter  rechtzeitig  ein  entsprechendes  Gesuch,  weshalb  die  Einbürgerung  am  13.  April  1954  durch  Wiederannahme  (heute:  Wiedereinbürgerung) erfolgte. 5.2.  Die  Grossmutter  hatte  zur  Zeit  der  Wiedereinbürgerung  der  Urgrossmutter  noch  nicht  die  Möglichkeit,  sich  erleichtert  einzubürgern  (vgl. Art. 27 Abs. 1 BüG in der Fassung vom 1. Januar 1953, BBl 1952 III  S. 143  od.  Art.  58ter  Abs.  1  BüG  in  der  Fassung  vom  1.  Juli  1985,  BBl  1984  II  S.  230:  fehlender Wohnsitz  in  der Schweiz,  älter  als  22  Jahre).  Erst durch die Revisionen vom 23. März 1990 (AS 1991 1034; BBl 1987  III  293)  und  vom 20.  Juni  1997  (AS 1997  2370; BBl 1993  III  1388  und  1995  II 493) bestand diese Möglichkeit. Gemäss Art. 58a Abs. 1 BüG in 

C­8255/2008 der Fassung vom 1. Dezember 1997 (AS 1997 2370) konnte das vor dem  1. Juli  1985 geborene ausländische Kind, dessen Mutter das Schweizer  Bürgerrecht  durch  Abstammung,  Adoption  oder  Einbürgerung  erworben  hatte,  vor  Vollendung  des  32.  Altersjahres  ein  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung stellen, wenn es  in der Schweiz wohnte. War es mehr als  32 Jahre alt, konnte es ein Gesuch stellen, wenn es insgesamt drei Jahre  in der Schweiz wohnhaft gewesen war und seit einem Jahr hier wohnte  (Art. 58a Abs. 2 BüG  in der Fassung vom 1. Dezember 1997). Lebte es  im Ausland oder hatte es im Ausland gelebt, so konnte es ein Gesuch um  erleichterte  Einbürgerung  stellen,  wenn  es  mit  der  Schweiz  eng  verbunden  war  (Art.  58a  Abs.  2bis  in  der  Fassung  vom  1.  Dezember  1997).  Die  Grossmutter  war  zum  Zeitpunkt  der  Einreichung  ihres  Gesuchs  (2004) bereits mehr als 32 Jahre alt und wohnte noch nicht  in  der  Schweiz.  Da  sie  jedoch  eine  enge  Verbundenheit  mit  der  Schweiz  belegen  konnte,  erfüllte  sie  die  Voraussetzungen  des  damals  massgebenden Art. 58a Abs. 2bis BüG und konnte daher am 9. November  2005 erleichtert eingebürgert werden. 5.3.    Der  Vater  des  Beschwerdeführers  reichte  das  Gesuch  um  erleichterte  Einbürgerung  am  10.  Dezember  2005  ein  (Eingang  beim  BFM:  13.  Dezember  2005).  Erleichtert  eingebürgert  wurde  er  mit  Verfügung  vom  29. Dezember  2006.  Mit  Zusatzentscheid  vom  9.  März  2007 wurde der bei der Gesuchseinreichung noch unmündige Bruder des  Beschwerdeführers gemäss Art. 33 BüG in die erleichterte Einbürgerung  seines Vaters einbezogen.  Im Zeitpunkt der Gesuchseinreichung konnte  der  Vater  gemäss  Formulierung  der  damals  anwendbaren  Bestimmung  (Art. 58a Abs. 1 BüG in der Fassung vom 1. Dezember 1997) eigentlich  nicht erleichtert eingebürgert werden, weil seine Mutter (Grossmutter des  Beschwerdeführers),  welche  ein  Jahr  zuvor  erleichtert  eingebürgert  wurde, bei der Geburt des Vaters des Beschwerdeführers das Schweizer  Bürgerrecht  nicht  besass.  Gemäss  Praxis  der  Vorinstanz,  die  im  Sinne  einer  Lückenfüllung  angewandt  wurde,  war  jedoch  eine  erleichterte  Einbürgerung  auch  nach  damaligem  Recht  möglich,  wenn  vorher  der  Elternteil  (in  casu  die  Grossmutter  des  Beschwerdeführers)  selber  aufgrund  von  Art.  58a  BüG  erleichtert  eingebürgert  worden  war  (vgl.  Rundschreiben  des  BFM  vom  23.  Juni  2005  betr.  die  Revision  des  Bürgerrechtsgesetzes,  S.  20,  www.bfm.admin.ch  /  Dokumentation  /  Rechtliche  Grundlagen  /  Weisungen  und  Kreisschreiben  /  V.  Bürgerrecht). Stellt man – wie von der Vorinstanz  in der angefochtenen  Verfügung dargelegt – auf den Zeitpunkt  der erleichterten Einbürgerung  ab,  so  erfolgte  die  erleichterte  Einbürgerung  des  Vaters  des  http://www.bfm.admin.ch

C­8255/2008 Beschwerdeführers  gestützt  auf  Art. 58a  Abs.  3  BüG.  Gemäss  Art  58a  Abs. 1 BüG  in der noch heute gültigen Fassung kann das ausländische  Kind,  das  vor  dem  1.  Juli  1985  geboren  wurde  und  dessen Mutter  vor  oder bei der Geburt des Kindes das Schweizer Bürgerrecht besass, ein  Gesuch  um erleichterte Einbürgerung  stellen, wenn  es mit  der Schweiz  eng verbunden ist. Mit dem "ausländischen Kind" kann in Bezug auf den  vorliegenden  Fall  nur  die  Grossmutter  und  mit  der  "Mutter"  die  Urgrossmutter  des  Beschwerdeführers  gemeint  sein.  Denn  nur  die  Urgrossmutter  besass  vor  der  Geburt  der  Grossmutter  das  Schweizer  Bürgerrecht,  die  Grossmutter  in  Bezug  auf  den  Vater  des  Beschwerdeführers jedoch nicht. Hat das "Kind" (gemeint ist das in Abs. 1  erwähnte "ausländische Kind") eigene "Kinder", so können diese (in casu  der Vater des Beschwerdeführers) ebenfalls ein Gesuch um erleichterte  Einbürgerung  stellen,  wenn  sie  eng  mit  der  Schweiz  verbunden  sind  (Art. 58a Abs. 3 BüG). Dass der Vater des Beschwerdeführers erst nach  der Einbürgerung der Grossmutter erleichtert eingebürgert wurde, spricht  im  Übrigen  nicht  gegen  die  Anwendung  von  Art.  58a  Abs.  3  BüG.  Die  Bestimmung setzt nämlich nicht zwingend voraus, dass eine Generation  "übersprungen" wird. Sie besagt nur, dass die betroffenen Nachkommen  ("Kinder  des  ausländischen  Kindes")  einen  selbständigen  Rechtsanspruch haben auf erleichterte Einbürgerung, unabhängig davon,  ob  der  Elternteil  vorher  selber  aufgrund  von  Art. 58a  Abs.  1  BüG  eingebürgert  worden  ist  oder  nicht  (vgl.  Rundschreiben  des  BFM  vom  23. Juni 2005, a.a.O., S. 20). Die Frage, ob der Vater aufgrund von Art. 58a BüG in der Fassung vom  1. Dezember 1997 oder in Anwendung von Art. 58a BüG in der Fassung  vom  1.  Januar  2006  erleichtert  eingebürgert  wurde,  spielt  –  wie  nachfolgend  aufgezeigt  –  im  Hinblick  auf  ein  allfälliges  Recht  des  Beschwerdeführers  auf  erleichterte  Einbürgerung  letztlich  jedoch  keine  Rolle und kann somit offen gelassen werden. 6.  Die Vorinstanz legt  in  ihrer Verfügung ausführlich dar, weshalb  in Bezug  auf  den  Beschwerdeführer  keine  erleichterte  Einbürgerung  mehr  vorgesehen  sei,  wobei  sie  bei  der  Auslegung  von  Art.  58a  BüG  insbesondere  auf  den  Wortlaut  der  Bestimmung  abstellt.  Der  Beschwerdeführer  hingegen  macht  geltend,  eine  rein  grammatikalische  Auslegung verletze den Grundsatz der Gleichbehandlung zwischen Mann  und  Frau  und  sei  willkürlich.  Eine  historische  und  teleologische  Auslegung  führe  zum  Ergebnis,  dass  auch  er  sich  auf  Art.  58a  BüG 

C­8255/2008 berufen  könne und einen Rechtsanspruch auf  erleichterte Einbürgerung  habe. 6.1.  Ausgangspunkt  jeder  Gesetzesauslegung  ist  der  Wortlaut  einer  Bestimmung  (vgl.  für  diesen  auch  im  Verwaltungsrecht  geltenden  Grundsatz Art. 1 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 10.  Dezember 1907 [ZGB, SR 210]). Ist der Gesetzestext nicht ohne weiteres  klar  und  sind  verschiedene  Interpretationen  möglich,  so  muss  unter  Berücksichtigung  aller  Auslegungsmethoden  nach  seiner  wahren  Tragweite  gesucht werden. Dabei  kommt  es  namentlich  auf  den Zweck  der  Regelung,  die  dem  Text  zugrunde  liegenden Wertungen  sowie  auf  den Sinnzusammenhang an, in dem die Norm steht (BGE 131 III 33 E. 2  S.  35  und  BGE  130  II  202  E.  5.1  S.  212  f,  jeweils  mit  weiteren  Hinweisen). Das Bundesgericht hat sich bei der Auslegung von Erlassen  stets  von  einem Methodenpluralismus  leiten  lassen  (BGE 133  II  263 E.  7.2 S. 273, mit Hinweisen; BVGE 2007/7 E. 4 S. 58 f.) und nur dann allein  auf  das  grammatikalische  Element  abgestellt,  wenn  sich  daraus  zweifelsfrei eine sachlich richtige Lösung ergab (BGE 124 II 193 E. 5a S.  199, mit Hinweisen). 6.1.1. Die grammatikalische Auslegung stellt auf Wortlaut, Wortsinn und  Sprachgebrauch  ab.  Wie  bereits  dargelegt  (vgl.  Erwägung  5.3  vorstehend) ist mit dem "ausländischen Kind" in Art. 58a Abs. 1 BüG die  Grossmutter  des  Beschwerdeführers  gemeint.  Denn  nur  deren  Mutter  besass vor der Geburt der Grossmutter das Schweizer Bürgerrecht. Die  Grossmutter  selbst  war  vor  oder  bei  der  Geburt  des  Vaters  des  Beschwerdeführers  nicht  im  Besitze  des  Schweizer  Bürgerrechts.  Mit  dem ausländischen Kind  kann  ferner  nicht  der Beschwerdeführer  selbst  gemeint  sein,  weil  Art.  58a  Abs.  1  BüG  von  der  Mutter  und  nicht  vom  Vater  mit  Schweizer  Bürgerrecht  spricht.  Gemäss  wörtlicher  Auslegung  von  Art. 58a  Abs.  3  BüG  können  sodann  nur  noch  die  Kinder  dieses  "ausländischen Kindes  "  (in casu der Vater des Beschwerdeführers) ein  Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen. Die weiteren Generationen  sind  in  Art.  58a  BüG  nicht  erwähnt.  Die  grammatikalische  Auslegung  dieser Norm führt somit zum Ergebnis, dass sich der Beschwerdeführer in  Bezug auf die erleichterte Einbürgerung nicht  auf Art.  58a BüG berufen  kann. 6.1.2. Die historische Auslegung stellt  auf den Sinn und Zweck ab, den  man  einer  Norm  zur  Zeit  ihrer  Entstehung  gab.  Der  Beschwerdeführer  macht  diesbezüglich  geltend,  nach  der  gesetzgeberischen  Umsetzung 

C­8255/2008 des  seit  dem  14.  Juni  1981  im  damaligen  Art.  4  Abs.  2  der  Schweizerischen  Bundesverfassung  (heute:  Art.  8  Abs.  3  BV,  SR  101)  verankerten Grundsatzes der Gleichheit von Mann und Frau dürfe es für  ihn  im Hinblick  auf  den Erwerb  des Bürgerrechts  keine Benachteiligung  dadurch ergeben, dass er seine Schweizer Herkunft von einer Schweizer  Urgrossmutter und nicht  von einem Schweizer Urgrossvater ableite. Die  Gleichstellung von Mann und Frau im Bürgerrecht wurde als Grundsatz in  Art. 1 Abs. 1 Bst. a BüG in der Fassung vom 1. Januar 1985 festgehalten  (BBl  1984  II  S.  228).  Danach  ist  das  Kind,  dessen  Eltern  miteinander  verheiratet sind und dessen Vater oder Mutter Schweizer Bürger ist, von  Geburt an Schweizer Bürger. Die Botschaft hielt diesbezüglich fest, dass  es "in der Regel für den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts keine Rolle  spielen  soll,  ob  der  Vater  oder  die  Mutter  das  Schweizer  Bürgerrecht  besitzt, wenn die Eltern miteinander verheiratet sind. Beide Eltern können  es  in  gleicher  Weise  ihren  Kinder  vermitteln"  (BBl  1984  II  S.  219).  Unbestritten ist, dass die uneingeschränkte Gleichbehandlung von Mann  und  Frau  im  Bürgerrecht  für  alle  Fälle  ab  diesem  Zeitpunkt  (1.  Januar  1985)  gelten  sollte. Ein  "rückwirkender" Automatismus  (für  alle  vor  dem  1. Juli 1985 betroffenen Kinder)  in dem Sinne, dass es  in Bezug auf die  Erlangung  des  Schweizer  Bürgerrechts  für  alle  weiteren  Generationen  keine Rolle spielt, ob der betreffende Schweizer Vorfahre ein Mann oder  eine Frau war, geht – entgegen den Vorbringen des Beschwerdeführers –  aus  den  entsprechenden Übergangsbestimmungen  jedoch  nicht  hervor.  Nach dem damals am 1. Januar 1985 in Kraft getretenen Art. 57 Abs. 8  Bst. a BüG konnte das noch nicht 22 Jahre alte Kind eines ausländischen  Vaters  und  einer  schweizerischen  Mutter  innert  drei  Jahren  die  Anerkennung  als  Schweizer  Bürger  beantragen,  sofern  die  Mutter  das  Schweizer Bürgerrecht durch Abstammung, Adoption oder Einbürgerung  erworben hat. Nach Ablauf der Dreijahresfrist konnte das Kind erleichtert  eingebürgert werden, sofern es  in der Schweiz wohnte und das Gesuch  vor Vollendung des 22. Altersjahres stellte  (vgl. Art. 58ter Abs. 1 BüG  in  der Fassung vom 1. Januar 1985, BBl 1984  II S. 230). Die Rückwirkung  des  Grundsatzes  der  Gleichbehandlung  von  Mann  und  Frau  im  Bürgerrecht  war  somit  von  Anfang  an  eingeschränkt  und mit  speziellen  Bedingungen  verbunden  (zeitliche  Begrenzung  der  Geltendmachung,  Altersbegrenzung  und  Wohnsitz  in  der  Schweiz).  Die  Bedingungen  wurden  zwar  bei  den  weiteren  Revisionen  gelockert  (vgl.  Erwägung  5  vorstehend). Dafür setzt die erleichterte Einbürgerung heute u.a. voraus,  dass der Gesuchsteller eng mit der Schweiz verbunden ist (vgl. Art. 58a  Abs. 1 und 3 BüG). Von einer Absicht des Gesetzgebers, eine betroffene  Person in Bezug auf das Bürgerrecht gleichzustellen, unabhängig davon, 

C­8255/2008 ob  diese  einen  schweizerischen Urgrossvater  oder  eine  schweizerische  Urgrossmutter  hatte,  kann  auf  jeden  Fall  nicht  gesprochen werden. Die  Auslegung der Vorinstanz, wonach sich die Generation nach dem Vater  des Beschwerdeführers nicht mehr auf Art. 58a BüG berufen könne, steht  daher nicht im Widerspruch zum Willen des historischen Gesetzgebers. 6.1.3. Bei der  teleologischen Auslegungsmethode wird auf den heutigen  Sinn  und  Zweck  abgestellt,  die  einem  Gesetz  oder  einer  einzelnen  Bestimmung zugrunde liegen. Weil die letzte Änderung des Art. 58a BüG  erst  vor  kurzer  Zeit  in  Kraft  getreten  ist  (1.  Januar  2006)  ist  eine  Abgrenzung  zur  historischen  Auslegung  kaum  möglich.  Wie  bereits  dargelegt,  wurde  auch  mit  der  Revision  des  heute  geltenden  Art.  58a  BüG  keine  vollständige  Gleichstellung  mit  Personen  angestrebt,  die  im  Gegensatz  zum  Beschwerdeführer  einen  schweizerischen  Urgrossvater  hatten.  Andernfalls  hätte  der  Gesetzgeber  Art.  58a  Abs.  3  BüG  entsprechend formuliert und das Recht auf erleichterte Einbürgerung auf  sämtliche  direkten  Nachkommen  ausgedehnt.  Der  diesbezügliche  Einwand des Beschwerdeführers, wonach es  sich dabei  um eine Lücke  handelt, weil der Gesetzgeber nicht an einen solchen Fall gedacht habe,  überzeugt  nicht.  Eine  von  der  rechtsanwendenden  Behörde  zu  schliessende  Lücke  liegt  vor,  wenn  die  gesetzliche Regelung  nach  den  dem  Gesetz  zugrunde  liegenden  Wertungen  und  Zielsetzungen  als  unvollständig und daher als ergänzungsbedürftig erachtet werden müsse  (ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6.  Auflage,  Zürich  2010,  Rz.  246,  mit  Hinweisen  zur  bundesgerichtlichen  Rechtsprechung).  Gerade  weil  die  letzte  Revision  von  Art.  58a  BüG  nur  wenige  Jahre  nach  der  vorletzten  Revision  der  Legalisierung  einer  vorher  angenommenen  Lücke  diente  (vgl.  Rundschreiben  des  BFM  vom  23.  Juni  2005,  a.a.O.,  S. 20),  ist  davon  auszugehen, dass der heutige Art.  58a BüG nicht als unvollständig und  ergänzungsbedürftig zu betrachten ist.  6.1.4. Aus der  systematischen Betrachtung  (Bestimmung des Sinns der  Rechtsnorm  durch  ihr  Verhältnis  zu  anderen  Rechtsnormen  und  durch  den  systematischen  und  logischen  Zusammenhang)  kann  der  Beschwerdeführer  ebenfalls  nichts  zu  seinen Gunsten  ableiten.  Bei  Art.  58a BüG handelt es sich um eine spezielle Übergangsregelung und somit  um eine lex specialis, die dem Grundsatz (vgl. Art. 1 Abs. 1 BüG) vorgeht.  Es  ist  geradezu  eine  Eigenheit  einer  Übergangsbestimmung,  dass  sie  nach  einer Gesetzesänderung  frühere  Fälle  nur  bis  zu  einem gewissen  Grad  bzw.  bis  zu  einer  bestimmten  Zeit  an  das  neue  Recht  anpasst. 

C­8255/2008 Infolgedessen  entspricht  es  einer  gewissen  Systematik,  wenn  sich  auf  Art.  58a  BüG  nur  noch  die  zweite  nicht  aber  weitere  Generationen  berufen können.  6.2.  Unter  Berücksichtigung  aller  anerkannten  Auslegungsmethoden  kommt  das  Bundesverwaltungsgericht  daher  zum  Schluss,  dass  der  Beschwerdeführer sich nicht auf Art. 58a BüG berufen kann und keinen  Anspruch  auf  eine  erleichterte  Einbürgerung  hat.  Da  die  vorgenannten  Auslegungsmethoden nicht zu unterschiedlichen Deutungen von Art. 58a  BüG führen, kommt auch eine verfassungskonforme Auslegung nicht zum  Zug  (vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG  MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  a.a.O.,  Rz. 230).  Sollte  im Übrigen  Art.  58a  BüG  selbst  gegen  übergeordnetes  Verfassungsrecht  verstossen,  so bleibt ein allfälliger daraus abgeleiteter  Rechtsfehler  ohne  Folgen;  denn Art.  190  BV  erklärt  Bundesgesetze  für  alle  rechtsanwendenden  Behörden  für  massgebend.  Ihnen  darf  die  Anwendung  nicht  mit  der  Begründung  versagt  werden,  sie  seien  verfassungswidrig  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7179/2008  vom 21. Dezember 2010 E. 3.1). 7.  Aus  den  vorstehenden  Erwägungen  ergibt  sich,  dass  die  angefochtene  Verfügung  zu  Recht  ergangen  ist  (Art.  49  VwVG).  Die  Beschwerde  ist  deshalb abzuweisen. 8.  Dem  Ausgang  des  Verfahrens  entsprechend  wird  der  unterliegende  Beschwerdeführer  kostenpflichtig  (Art.  63  Abs.  1  VwVG).  Die  Verfahrenskosten sind auf Fr. 900.­ festzusetzen (Art. 1, Art. 2 und Art. 3  Bst.  b  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]). Dispositiv Seite 14

C­8255/2008 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr.  900.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt und mit dem am 19. Januar 2009 geleisteten Kostenvorschuss  gleicher Höhe verrechnet. 3.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (gegen Empfangsbestätigung; Akten Ref­Nr. K […] und  K [..] zurück) – den Zivilstands­ und Bürgerrechtsdienst, Eigerstrasse 73, 3011 Bern Die vorsitzende Richterin: Der Gerichtsschreiber: Marianne Teuscher Rudolf Grun Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift  hat  die  Begehren,  deren  Begründung  mit  Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-8255/2008 — Bundesverwaltungsgericht 04.11.2011 C-8255/2008 — Swissrulings