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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 C-7110/2010

20 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,085 mots·~15 min·2

Résumé

Einreiseverbot | Einreiseverbot

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l     Abteilung III C­7110/2010 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Antonio Imoberdorf (Vorsitz), Richterin Marianne Teuscher, Richter Blaise Vuille, Gerichtsschreiber Daniel Grimm. Parteien A._______,  vertreten durch Rechtsanwalt Rolf Schuler, ALTENBURGER LTD legal + tax, Seestrasse 39, Postfach,  8700 Küsnacht ZH, Beschwerdeführer, gegen Bundesamt für Migration (BFM), Quellenweg 6, 3003 Bern,    Vorinstanz. Gegenstand Einreiseverbot.

C­7110/2010 Sachverhalt: A.  Der Beschwerdeführer  ist  russischer Staatsangehöriger  und  seit  Jahren  in  verschiedensten  Bereichen  als Geschäftsmann  in  ganz  Europa  tätig.  Mitte Januar 1995 reiste er per Bahn mit gefälschten Ausweispapieren in  die Schweiz ein. Das Polizeigericht Basel­Stadt verurteilte ihn deswegen  zu  einer  bedingten  Gefängnisstrafe  von  14  Tagen,  worauf  das  Bundesamt  für Ausländerfragen  (BFA; heute: BFM) am 8. Februar 1995  über den Betroffenen eine Einreisesperre von drei Jahren (mit Gültigkeit  vom 9. Februar 1995 bis 8. Februar 1998) verhängte und einer allfälligen  Beschwerde die  aufschiebende Wirkung entzog. Zur Begründung  führte  das  Bundesamt  gestützt  auf  Art. 13  Abs.  1  des  Bundesgesetzes  vom  26. März 1931 über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG,  BS  1  121)  aus,  es  lägen  grobe  und  wiederholte  Zuwiderhandlungen  gegen  fremdenpolizeiliche  Vorschriften  (rechtswidrige  Einreise,  Verwendung gefälschter Ausweispapiere) vor. B.  Nachdem  das  Bundesamt  in  Erfahrung  gebracht  hatte,  dass  der  Massnahmebelastete  1992  im  Kanton  Wallis  wegen  betrügerischer  Machenschaften  negativ  in  Erscheinung  getreten  und  er  von  den  österreichischen Behörden wegen  des Verdachts  auf  Veruntreuung,  ev.  Betrug schon einmal zur Verhaftung ausgeschrieben worden war, erliess  das  BFA  gegenüber  dem  Beschwerdeführer  am  10. März  1995  –  mit  Gültigkeit ab dem 9. Februar 1998 und nunmehr auf unbestimmte Dauer  – erneut  eine  Einreisesperre.  Die  Fernhaltemassnahme  stützte  sich  wiederum auf Art. 13 Abs. 1 ANAG. Als Begründung hielt die verfügende  Behörde fest: "Etranger  dont  le  retour  en  Suisse  est  indésirable  en  raison  de  son  comportement ayant donné lieu a des plaintes graves (escroquerie) et pour des  motifs  préventifs  de  police.  De  plus,  défavorablement  connu  à  l'étranger.  Prolonge les effets de notre décision du 08.02.1995." Auf  ein  dagegen  eingereichtes Rechtsmittel  trat  das  damals  zuständige  Eidgenössische  Justiz­  und  Polizeidepartement  (EJPD)  mit  Entscheid  vom 14. Juni 1995 nicht ein. C.  Nachdem  auf  den  1. Januar  2008  das  Ausländergesetz  vom  16. Dezember 2005  (AuG, SR 142.20)  in Kraft  getreten war,  erliess die 

C­7110/2010 Vorinstanz  am  29. Februar  2008,  unter  Bezugnahme  auf  Art. 67 Abs.  1  AuG  (zur  damaligen Fassung  vgl. AS 2007 5437),  rückwirkend  ab  dem  9. Februar  1998  wiederum  ein  unbefristetes  Einreiseverbot.  Als  Begründung wurde wortwörtlich diejenige aus der zweiten Einreisesperre  vom  10. März  1995  übernommen.  Zusätzlich  wurde  der  Beschwerdeführer  im  Schengener  Informationssystem  (SIS)  zur  Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Dieses  Einreiseverbot  konnte  dem  Betroffenen  wegen  unbekannten  Aufenthalts vorerst nicht eröffnet werden. D.  Am  23. Oktober  2009  wollte  der  Beschwerdeführer  in  Chiasso  in  die  Schweiz  einreisen.  Hierbei  stellte  die  Grenzkontrollbehörde  fest,  dass  gegen diesen eine Fernhaltemassnahme besteht und es wurde  ihm das  Formular  "Eröffnung  eines  Einreiseverbotes"  ausgehändigt.  Eine  Zustellung  der  Einreiseverbots­Verfügung  an  die  nunmehr  bekannte  Adresse erfolgte nicht. E.  Am  12. Februar  2010  versuchte  der  Beschwerdeführer  als  Mitfahrer  in  einem  Personenwagen  von  Österreich  her  kommend  beim  Strassenzollamt Au/SG erneut in die Schweiz zu gelangen. Anlässlich der  Kontrolle  durch  die  Grenzwacht  wurde  er  angehalten,  wegen  des  ausgeschriebenen Einreiseverbots  in Ausschaffungshaft genommen und  am 16. Februar 2010 nach Moskau zurückgeschafft. Mit  Bussenverfügung  des  Untersuchungsamtes  Altstäten  vom  9. März  2010  wurde  der  Beschwerdeführer  der  versuchten  rechtswidrigen  Einreise  schuldig  erklärt  und  zu  einer  bedingten  Geldstrafe  von  40  Tagessätzen  à  Fr. 70.­  (Probezeit:  2  Jahre)  sowie  einer  Busse  von  Fr. 350.­ verurteilt. Die Bussenverfügung blieb unangefochten. Am  30. August  2010  konnte  dem  zwischenzeitlich  mandatierten  Rechtsvertreter das Einreiseverbot formgerecht eröffnet werden. F.  Mit  Rechtsmitteleingabe  vom  29. September  2010  an  das  Bundesverwaltungsgericht  beantragt  der  Beschwerdeführer  die  Aufhebung  der  Verfügung  vom  29. Februar  2008  (vgl.  Bst.  C),  eventualiter sei das unbefristete Einreiseverbot angemessen zu befristen.  Er  rügt  zunächst eine Verletzung des  rechtlichen Gehörs. Mit  ihrer  sehr 

C­7110/2010 knappen,  völlig  unbestimmten  und  unsachlichen  Begründung  habe  die  Vorinstanz  ihre  Begründungspflicht  verletzt.  Dem  Beschwerdeführer  sei  es  unter  solchen  Umständen  schlicht  nicht  möglich  gewesen,  die  Verfügung  vom  29. Februar  2008  sachgerecht  anzufechten.  Des  Weiteren  bringt  er  vor,  es  fehle  an  den  Voraussetzungen  für  ein  Einreiseverbot  nach  Art. 67  Abs.  1  Bst.  a  –  d  AuG.  Die  allgemeinen  Formulierungen  im  angefochtenen  Entscheid  erlaubten  jedenfalls  keine  Zuordnung  zu  einem  der  vier  gesetzlichen  Einreiseverbotsgründe.  Mit  Blick  auf  das  dem  Beschwerdeführer  vorgeworfene  Verhalten  gelte  es  festzuhalten,  dass  er  weder  in  der  Schweiz  noch  im Ausland  je wegen  Betrugs  oder  ähnlichen  Vergehen  verurteilt  worden  sei.  Die  vorinstanzlichen Vorwürfe entbehrten sowohl bezogen auf den Zeitpunkt  des Erlasses der Verfügung als auch heute  jeglicher Grundlage. Bei der  Festlegung  der  Dauer  des  Einreiseverbots  hätten  sich  die  zuständigen  Bundesämter  sodann  an  der  bis  anhin  geltenden Praxis  zum ANAG  zu  orientieren.  Bei  Ausländerinnen  und  Ausländer,  die  sich  grobe  oder  mehrfache  Zuwiderhandlungen  gegen  fremdenpolizeiliche  oder  andere  Bestimmungen  hätten  zu  Schulden  kommen  lassen,  sei  die  Einreisesperre  gemäss  Art. 13  Abs.  1  ANAG  auf  maximal  drei  Jahre  begrenzt gewesen. Daran habe sich auch das neue Recht zu orientieren.  Nach Art. 67 Abs. 3 AuG (in der Fassung vom 1. Januar 2008) dürfe ein  Einreiseverbot  im  Übrigen  nur  in  schwerwiegenden  Fällen  unbefristet  verfügt  werden.  Auf  den  Beschwerdeführer  treffe  dies  nicht  annähernd  zu.  Er  habe  sich  in  den  letzten  12  Jahren  nichts  zu Schulden  kommen  lassen, das eine besonders hohe Gefahr für die öffentliche Sicherheit und  Ordnung dargestellt hätte; er sei nie verurteilt worden und seit dem Erlass  der  angefochtenen  Verfügung  seien  ihm  keine  neuen  oder  weiteren  Verfehlungen vorgeworfen worden, was eine genügend präzise, positive  Prognose  über  sein  künftiges  Wohlverhaltens  ermögliche.  Schliesslich  würden  die  privaten  und  geschäftlichen  Interessen  des  Beschwerdeführers  mit  einem  unbefristeten,  für  den  Rest  des  Lebens  gültigen Einreiseverbot massiv  verletzt. Mit  der  verhängten Massnahme  habe die Vorinstanz daher ihr Ermessen überschritten und den Grundsatz  der Verhältnismässigkeit verletzt. Dem Rechtsmittel  lagen Kopien der drei Fernhaltemassnahmen und ein  Begleitschreiben  des  BFM  vom  25. August  2010  zur  Eröffnung  des  letzten Einreiseverbots bei. G.  Nach ergänzenden Abklärungen kam die Vorinstanz am 11. Januar 2011 

C­7110/2010 im Rahmen der Vernehmlassung auf die angefochtene Verfügung zurück  und begrenzte das Einreiseverbot bis zum 11. Februar 2013. Ergänzend  hielt  das  Bundesamt  fest,  die  Vorkommnisse,  auf  welche  sich  die  angefochtene Verfügung stütze,  lägen mehrere Jahre zurück. Allerdings  habe  sich  der  Beschwerdeführer  am  12. Februar  2010  anlässlich  einer  Kontrolle  illegal  im  Schengenraum  aufgehalten,  was  einen  Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  darstelle.  Über  die  Sachlage  sei  er  seit  dem  23. Oktober  2009,  als  man  ihn  in  Chiasso  kontrolliert  habe,  informiert  gewesen.  Daher  rechtfertige  sich  die  Aufrechterhaltung des Einreiseverbots, dieses sei jedoch in seiner Dauer  herabzusetzen. H.  Mit  Replik  vom  21. Februar  2011  beantragt  der  Parteivertreter,  das  Beschwerdeverfahren  sei  als  gegenstandslos  geworden  abzuschreiben;  eventualiter sei das unbefristete Einreiseverbot angemessen zu befristen. I.  Auf  den  weiteren  Akteninhalt  wird,  soweit  rechtserheblich,  in  den  Erwägungen eingegangen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  1.1. Gemäss Art. 31 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005  (VGG, SR 173.32) beurteilt das Bundesverwaltungsgericht Beschwerden  gegen  Verfügungen  im  Sinne  von  Art.  5  des  Verwaltungsverfahrensgesetzes  vom  20. Dezember  1968  (VwVG,  SR  172.021),  sofern  keine  Ausnahme  nach  Art.  32  VGG  vorliegt.  Als  Vorinstanzen  gelten  die  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden.  Dazu  gehört  auch  das  BFM,  das  mit  der  Anordnung  eines  Einreiseverbotes  eine  Verfügung  im  erwähnten  Sinne  und  daher  ein  zulässiges  Anfechtungsobjekt erlassen hat. Eine Ausnahme nach Art. 32 VGG liegt  nicht vor. 1.2. Das Rechtsmittelverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht richtet  sich  nach  dem  VwVG,  soweit  das  Verwaltungsgerichtsgesetz  nichts  anderes bestimmt (Art. 37 VGG). 

C­7110/2010 1.3. Der  Beschwerdeführer  ist  als  Verfügungsadressat  zur  Beschwerde  legitimiert  (Art. 48  Abs.  1  VwVG).  Auf  die  frist­  und  formgerecht  eingereichte  Beschwerde  ist  einzutreten  (Art. 49  ff.  VwVG),  soweit  die  Angelegenheit nach dem teilweisen Rückkommen der Vorinstanz auf die  angefochtene Verfügung (siehe Bst. G hiervor) noch im Streit liegt. 1.4. Das Bundesverwaltungsgericht  entscheidet  endgültig  (Art. 83 Bst.  c  Ziff.  1  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]). 2.  Mit  Beschwerde  an  das  Bundesverwaltungsgericht  kann  die  Verletzung  von  Bundesrecht  einschliesslich  Überschreitung  oder  Missbrauch  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhaltes  sowie  –  falls  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat  –  die  Unangemessenheit  gerügt  werden  (Art. 49  VwVG).  Das  Bundesverwaltungsgericht  wendet  das  Bundesrecht  von  Amtes  wegen  an.  Es  ist  gemäss  Art. 62  Abs. 4  VwVG  an  die  Begründung  der  Begehren  nicht  gebunden  und  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  abweisen.  Massgebend  ist  grundsätzlich  die  Sachlage  zum Zeitpunkt seines Entscheides (vgl. BVGE 2011/1 E. 2 mit Hinweis). 3.  3.1. Verfügungen  werden  den  Parteien  grundsätzlich  schriftlich  eröffnet  (Art. 34 Abs.  1 VwVG). Sie  gelten  nach  herrschender  Lehre  und Praxis  dann  als  zugestellt,  wenn  sie  in  den  Machtbereich  der  betreffenden  Person  gelangen  und  diese  so  die  Möglichkeit  hat,  davon  Kenntnis  zu  nehmen.  Tatsächliche  Kenntnisnahme  oder  gar  Lektüre  ist  nicht  vorausgesetzt  (vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6991/2008  vom  1. September  2010 E.  5.2 mit  Hinweisen). Mit  der  am  23. Oktober  2009  erfolgten  Aushändigung  des  Formulars  "Eröffnung  eines  Einreiseverbots"  allein  wird  diesen  Anforderungen  allerdings  nicht  Genüge  getan,  wurde  dem  Beschwerdeführer  damals  doch  bloss  mitgeteilt,  das  BFM  habe  über  ihn  ein  unbefristetes  Einreiseverbots  verhängt. Über den Inhalt besagter Massnahme erfuhr er hingegen nichts  und auch auf die Zustellung einer  (begründeten) Verfügung hat er nicht  verzichtet.  Am  30. August  2010  konnte  das  Einreiseverbot  dann  doch  noch  eröffnet  werden.  Das  dem  Rechtsvertreter  zugestellte  Exemplar  enthielt, soweit ersichtlich, keine Rechtsmittelbelehrung. Immerhin erhielt  er  gleichzeitig  mit  der  Eröffnung  Einsicht  in  die  vorinstanzlichen  Akten 

C­7110/2010 (vgl.  Begleitschreiben  des  BFM  vom  25. August  2010).  Darin  befindet  sich  ebenfalls  ein  Exemplar  der  Verfügung  vom  29. Februar  2008  mit  Rechtsmittelbelehrung.  In  der  Regel  bewirkt  die  Fehlerhaftigkeit  einer  Verfügung  nur  deren  Anfechtbarkeit  (zum  Ganzen  vgl.  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  6. vollständig überarbeitete Aufl., Zürich/St. Gallen 2010, Rz. 951 ff. oder  ALFRED  KÖLZ/ISABELLE  HÄNER,  Verwaltungsverfahren  und  Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 363  ff.).  Nichtigkeitsgründe  fallen  hier  ausser  Betracht.  Aus  den  fraglichen  Mängeln  (anfänglich  nicht  korrekte  Eröffnung,  fehlende  Rechtsmittelbelehrung  gemäss  Art. 35  Abs.  1  und  2  VwVG)  ist  dem  Betroffenen kein Nachteil erwachsen. Der Beschwerdeführer hat besagte  Verfügung  vielmehr  innert  der Rechtsmittelfrist  und  nach Massgabe  der  gesetzlichen Formvorschriften angefochten. 3.2.  Dem  Beschwerdeführer  wurde  keine  Möglichkeit  eingeräumt,  sich  vorgängig zum Einreiseverbot zu äussern. Weil sein Aufenthaltsort in der  fraglichen  Zeitspanne  nicht  bekannt  war  und  der  Parteivertreter –  zumindest unter diesem Aspekt – keine Verletzung des Gehörsanspruchs  geltend macht, kann die Frage einer allfälligen Verletzung des rechtlichen  Gehörs  offen  gelassen werden.  Im Übrigen wären  unter  den  konkreten  Umständen  auch  die  Voraussetzungen  einer  nachträglichen  Heilung  erfüllt  (vgl.  beispielsweise  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­3450/2009  vom  16. August  2011  E.  4.2,  C­1599/2010  vom  24. Juni  2011 E. 5.2 oder C­2681/2010 vom 6. Mai 2011 E. 4.3, je mit Hinweisen). 3.3.  In  formeller  Hinsicht  wird  hingegen  gerügt,  die  angefochtene  Verfügung sei ungenügend begründet. Gemäss Art. 35 Abs. 1 VwVG sind  die  Behörden  verpflichtet,  schriftliche  Verfügungen  zu  begründen.  Die  Begründungspflicht ist Teilgehalt des Anspruchs auf rechtliches Gehör im  Sinne  von  Art.  29  Abs.  2  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101). Sie soll verhindern,  dass die Behörden sich von unsachlichen Motiven  leiten  lassen, und es  der  betroffenen  Person  ermöglichen,  die  Verfügung  gegebenenfalls  sachgerecht anzufechten. Eine sachgerechte Anfechtung ist nur möglich,  wenn  sich  sowohl  die  Partei  wie  auch  die  Rechtsmittelinstanz  über  die  Tragweite  des  Entscheides  ein  Bild  machen  können.  In  diesem  Sinn  müssen wenigstens kurz die Überlegungen genannt werden, von denen  sich  die  Behörde  hat  leiten  lassen  und  auf  welche  sich  ihre  Verfügung  stützt. Dies bedeutet indessen nicht, dass sie sich ausdrücklich mit jeder  tatbeständlichen  Behauptung  und  jedem  rechtlichen  Einwand 

C­7110/2010 auseinandersetzen  muss.  Vielmehr  kann  sie  sich  auf  die  für  den  Entscheid wesentlichen Gesichtspunkte beschränken. Die Anforderungen  an  die  Begründung  sind  umso  höher,  je  weiter  der  Entscheidungsspielraum der  entscheidenden Behörde und  je  komplexer  die Sach­ und Rechtslage ist (vgl. BVGE 2007/27 E. 5.5.2 und BGE 133 I  270  E. 3.1  S. 277  je  mit  Hinweisen,  sowie  FELIX  UHLMANN/ALEXANDRA  SCHWANK,  in:  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Praxiskommentar  VwVG, Zürich 2009, N 17 ff. zu Art. 35; ebenso LORENZ KNEUBÜHLER,  in:  Auer/Müller/Schindler  [Hrsg.],  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren [VwVG], Zürich/St. Gallen 2008, Rz. 4 ff. zu Art. 35  VwVG). Eine Verletzung des Gehörsanspruchs führt grundsätzlich zur Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  und  Rückweisung  der  Sache  an  die  Vorinstanz.  Im  Falle  der  Verletzung  der  Begründungspflicht  kann  der  Mangel  auf  Rechtsmittelebene  geheilt  werden,  wenn  die  Vorinstanz  die  Entscheidsgründe  in einer den gesetzlichen Anforderungen genügenden  Weise  darlegt  und  die  Rechtsmittelinstanz  der  betroffenen  Partei  im  Rahmen eines zweiten Schriftenwechsels die Möglichkeit einräumt,  sich  dazu  zu äussern  (vgl.  LORENZ KNEUBÜHLER,  a.a.O., Rz. 19  ff.  zu Art. 35  mit Hinweisen). 3.4. Die Begründung der angefochtenen Verfügung  ist  in der Tat  knapp  ausgefallen  und  ziemlich  summarisch  gehalten. Die Vorinstanz  verweist  darin in allgemeiner Form auf drei Gründe (Verhalten im Inland, Verhalten  im  Ausland,  präventivpolizeiliche  Motive),  derentwegen  sie  eine  Fernhaltemassnahme  auf  unbestimmte  Dauer  für  angezeigt  erachtet.  Auch  wenn  frühere,  hierzulande  beanstandete  Verhaltensweisen  des  Beschwerdeführers – die diesem hinlänglich bekannt sein dürften – nicht  im Einzelnen  aufgeführt  sind,  wird  der  diesbezügliche Hauptvorwurf mit  dem  Hinweis  auf  die  Deliktsart  ("escroquerie")  zumindest  im  Ansatz  konkretisiert.  Beim  Vorwurf  wiederum,  er  sei  im  Ausland  negativ  aufgefallen, muss der Betroffene zweifelsohne gewusst haben, worum es  geht,  basiert  jene  Feststellung  doch  auf  einem  Haftbefehl  der  österreichischen  Behörden  wegen  Vermögensdelikten.  Dies  gilt  umso  mehr,  als  der  ehemalige  Rechtsvertreter  vom  EJPD  im  Beschwerdeverfahren gegen die zweite Einreisesperre (Rek. A1­950688 /  A1­950689) am 26. April 1995 Kopien der entscheidswesentlichen Akten  der  Vorinstanz  sowie  des  Departements  zugestellt  erhalten  hat.  Sie  enthielten Hinweise auf den  fraglichen Sachverhalt. Wie erwähnt,  ist die  Begründung  jener  Einreisesperre  vom  10. März  1995  überdies mit  dem 

C­7110/2010 jetzigen  Einreiseverbots  identisch  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  C),  womit  klar  erscheint,  dass  sie  auf  zeitlich  weiter  zurückliegende  Ereignisse  Bezug  nimmt.  Ebenfalls  genannt  wird  neben  den  beiden  aufgeführten  Fernhaltegründen  die  zur  Anwendung  kommende  Rechtsgrundlage  (Art. 67 Abs. 1 AuG). Von daher war der Beschwerdeführer  in der Lage,  die  vorinstanzliche  Verfügung  vom  29. Februar  2008  sachgerecht  anzufechten. 3.5.  Nicht  näher  erläutert  werden  in  der  angefochtenen  Verfügung  die  präventivpolizeilichen Überlegungen. Selbst wenn man aufgrund dessen  von  einer  Verletzung  der  Begründungspflicht  und  damit  des  Gehörsanspruchs  ausginge,  so  wäre  eine  solche  –  im  Kontext  der  wiedererwägungsweisen Befristung der Massnahme durch das BFM nicht  als  schwerwiegend  zu  qualifizierende  –  Verletzung  als  nachträglich  geheilt  zu  betrachten  (zum  Ganzen  vgl.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­4941/2008  vom  23. November  2009  E.  3.2  mit  Hinweisen).  Der  Beschwerdeführer  hat  bereits  in  der  Beschwerdeschrift  entsprechende  Einwände  vorgebracht.  Die  Vorinstanz  ihrerseits  hat  die  ursprünglichen  Vorwürfe  im  Rahmen  ihrer  Vernehmlassung  vom  11. Januar  2011  weitgehend  fallen  gelassen  und  begründet  die  Aufrechterhaltung  der  Massnahme  nunmehr  mit  zwei  ganz  konkreten  Vorfällen  vom  Oktober  2009  bzw.  Februar  2010.  Dazu  konnte  sich  der  Rechtsvertreter  replikweise äussern. Das zur Überprüfung der angefochtenen Verfügung  aufgerufene  Bundesverwaltungsgericht  verfügt  zudem  über  dieselbe  Kognition wie die Vorinstanz und ist zur freien Prüfung aller Sachverhalts­  und  Rechtsfragen  befugt.  Die  erhobene  Rüge  der  Gehörsverletzung  erweist  sich  damit  als  unbegründet  bzw.  die  Voraussetzungen  für  eine  Heilung  eines Mangels  auf  Rechtsmittelebene  erweisen  sich  vorliegend  als erfüllt. 4.  Mit  Inkrafttreten des AuG am 1. Januar 2008 wurde das ANAG abgelöst  (vgl.  Art. 125  AuG  i.V.m.  Ziffer  I  des  Anhangs  2  zum  AuG).  Das  AuG  beansprucht  Geltung  auf  alle  Verfahren,  die  nach  seinem  Inkrafttreten  eingeleitet  wurden,  sei  es  auf Gesuch  hin  oder  von  Amtes wegen  (vgl.  Art. 126 Abs. 1 AuG e contrario; ferner BVGE 2008/1 E. 2 mit Hinweisen). Wenn bei der Anwendung des neuen Rechts auf Verhältnisse abgestellt  wird, die – wie vorliegend – zum Teil noch unter der Herrschaft des alten  Rechts  entstanden  sind  und  beim  Inkrafttreten  des  neuen  Rechts 

C­7110/2010 andauern,  liegt  eine  unechte  Rückwirkung  vor,  die  –  vorbehältlich  des  Vertrauensschutzprinzips  –  grundsätzlich  zulässig  ist  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/ UHLMANN, a.a.O., Rz. 337 ff.). 5.  5.1. Wird gegen eine Person, welche nicht Angehörige eines Staates ist,  der  durch  eines  der  Schengen­Assozierungsabkommen  gebunden  ist  (vgl.  Anhang  1  Ziffer  1  AuG),  ein  Einreiseverbot  nach  Art.  67  AuG  verhängt, wird diese Person gestützt auf Art. 94 Abs. 1 und Art. 96 des  Übereinkommens  vom  19.  Juni  1990  zur  Durchführung  des  Übereinkommens  betreffend  den  schrittweisen Abbau  der Kontrollen  an  den gemeinsamen Grenzen (Schengener Durchführungsübereinkommen  [SDÜ], Abl. L 239 vom 22. September 2000, S. 19­62) und Art. 16 Abs. 2  und  4  des  Bundesgesetzes  vom  13.  Juni  2008  über  die  polizeilichen  Informationssysteme  des  Bundes  (BPI,  SR  361)  grundsätzlich  im  Schengener  Informationssystem  ([SIS],  vgl.  dazu  Art.  92  ff.  SDÜ)  zur  Einreiseverweigerung ausgeschrieben. Eine solche Ausschreibung einer  Person  im  SIS  zur  Einreiseverweigerung  aufgrund  einer  vom  BFM  verhängten  Fernhaltemassnahme  bewirkt,  dass  ihr  die  Einreise  in  das  Hoheitsgebiet der Schengen­Mitgliedstaaten verweigert wird (vgl. Art. 13  Abs. 1 der Verordnung [EG] Nr. 562/2006 des Europäischen Parlaments  und des Rates  vom 15. März 2006 über  einen Gemeinschaftskodex  für  das  Überschreiten  der  Grenzen  durch  Personen  [Schengener  Grenzkodex bzw. SGK, Abl. L 105 vom 13. April 2006, S. 1­32]). 5.2.  Der  Beschwerdeführer  ist  nicht  Bürger  eines  Schengenstaates,  weshalb das fragliche Einreiseverbot  im SIS ausgeschrieben wurde (Art.  96 SDÜ). Das in Art. 25 SDÜ vorgesehene Konsultationsverfahren regelt,  wann  der  ausschreibende  Vertragsstaat  die  Einreiseverweigerung  gegenüber einem Drittstaatsangehörigen im SIS wieder löscht. Dies wäre  dann  der  Fall, wenn ein  anderes Schengenland  dem Beschwerdeführer  eine  Aufenthaltserlaubnis  erteilte  oder  zusicherte.  Ein  solcher  Aufenthaltstitel  wird  aber  nur  bei  Vorliegen  gewichtiger  Gründe  erteilt,  insbesondere  wegen  humanitärer  Erwägungen  oder  infolge  internationaler Verpflichtungen  (Art.  25 SDÜ;  vgl.  hierzu auch Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­1599/2010  vom  24. Juni  2011  E.  4.2).  Damit  wird  den  Anforderungen  an  die  Verhältnismässigkeit  Genüge  getan.  Einzelfallweise  bestehen  weitere  Lockerungsmöglichkeiten  (bezogen  auf  Einreisen  in  die  Schweiz  siehe  beispielsweise  die  Möglichkeit  der Suspension  des Einreiseverbots  gemäss Art.  67 Abs.  5 

C­7110/2010 AuG). Vorliegend wurde die Schweiz  von keiner anderen Vertragspartei  konsultiert  und  der  Beschwerdeführer  besitzt  derzeit  auch  kein  Aufenthaltsrecht  in  einem  Schengenstaat.  Die  Ausschreibung  im  SIS  erfolgte daher zu Recht. 6.  6.1.  Das  in  Art.  67  AuG  geregelte  Einreiseverbot  entspricht  der  altrechtlichen Einreisesperre des Art. 13 ANAG. Auf den 1. Januar 2011  trat  als  Folge  der  Weiterentwicklung  des  Schengen­Besitzstandes  eine  neue  Fassung  in  Kraft  (zum Ganzen  vgl.  BBl  2009  8881  und  AS  2010  5925). Nach Art. 67 Abs. 1 AuG wird ein Einreiseverbot vom BFM unter  Vorbehalt  von  Abs.  5  nun  gegenüber  weggewiesenen  Ausländerinnen  und Ausländern verfügt, wenn die Wegweisung nach Art. 64d Abs. 2 Bst.  a  –  c  AuG  sofort  vollstreckt  wird  (Art.  67  Abs.  1  Bst.  a  AuG)  oder  die  betroffene  Person  der  Ausreiseverpflichtung  nicht  nachgekommen  ist  (Art.  67 Abs.  1 Bst.  b AuG). Es  kann nach Art.  67 Abs.  2 AuG sodann  gegen ausländische Personen erlassen werden, die gegen die öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  in  der  Schweiz  oder  im  Ausland  verstossen  haben  oder  diese  gefährden  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  a),  Sozialhilfekosten  verursacht  haben  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  b)  oder  in  Vorbereitungs­,  Ausschaffungs­  oder  Durchsetzungshaft  genommen  werden  mussten  (Art.  67  Abs.  2  Bst.  c).  Das  Einreiseverbot  wird  für  eine  Dauer  von  höchstens  fünf Jahren verhängt. Es kann für eine  längere Dauer verfügt  werden, wenn die betroffene Person eine schwerwiegende Gefahr für die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  darstellt  (Art.  67  Abs.  3  AuG).  Schliesslich kann die verfügende Behörde aus humanitären oder anderen  wichtigen Gründen  von  der  Verhängung  eines Einreiseverbots  absehen  oder ein Einreiseverbot vollständig oder vorübergehend aufheben (Art. 67  Abs. 5 AuG). Die  bisher  bestehende  Praxis  der  Vorinstanz  bei  der  Ansetzung  von  Fernhaltemassnahmen  ist  mit  den  obgenannten  Grundsätzen  vereinbar  (vgl.  BBI  2009  8896  ad  Art. 67  Abs.  3  in  fine  AuG  sowie  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts C­6341/2009 vom 11. Oktober 2011 E. 6.1 in  fine mit Hinweis). 6.2. Wie bereits die altrechtliche Einreisesperre stellt das Einreiseverbot  keine Sanktion  dar,  sondern  eine Massnahme,  um  künftigen Störungen  der  öffentlichen  Sicherheit  und  Ordnung  vorzubeugen  (siehe  Botschaft  zum Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer vom 8. März  2002 [nachfolgend: Botschaft], BBl 2002 3813). Die öffentliche Sicherheit 

C­7110/2010 und  Ordnung  im  Sinne  von  Art. 67  Abs. 2  Bst. a  AuG  bildet  den  Oberbegriff für die Gesamtheit der polizeilichen Schutzgüter; sie umfasst  unter  anderem  die  Unverletzlichkeit  der  objektiven  Rechtsordnung  und  der Rechtsgüter Einzelner  (Botschaft,  a.a.O.,  3809;  vgl.  auch RAINER J.  SCHWEIZER/PATRICK  SUTTER/NINA  WIDMER,  in:  Schweizer  [Hrsg.],  Sicherheits­ und Ordnungsrecht des Bundes, SBVR Bd. III/1, Basel 2008,  Teil  B,  Rz.  12  und  13  mit  Hinweisen).  Die  Verhängung  eines  Einreiseverbots  knüpft  somit  an  das  Bestehen  eines  Risikos  einer  künftigen Gefährdung an, weshalb gestützt auf die gesamten Umstände  des  Einzelfalls  eine  entsprechende  Prognose  zu  fällen  ist.  Ein  vergangenes  deliktisches  Verhalten  ist  sodann  geeignet,  einen  Hinweis  auf  eine  Gefährdung  in  der  Zukunft  zu  liefern.  Aus  diesem  Grund  verknüpft  Art. 67  Abs. 2  Bst. a  AuG  die  Verhängung  einer  solchen  Massnahme unter anderem mit einem (bereits erfolgten) Verstoss gegen  die  fraglichen  Polizeigüter  (vgl.  zum  Ganzen  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­820/2009  vom  9. März  2011  E. 5.2  mit  Hinweisen).  Art. 80  Abs. 1  der  Verordnung  vom  24. Oktober  2007  über  Zulassung, Aufenthalt und Erwerbstätigkeit [VZAE, SR 142.201] definiert  dabei  die  Missachtung  von  gesetzlichen  Vorschriften  und  behördlichen  Verfügungen  (Bst. a)  als  einen  solchen  Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und Ordnung  im Sinne  von Art. 67  Abs. 2  Bst. a  AuG.  Somit  können  die  dem  Beschwerdeführer  vorgeworfenen  Rechtsgüterverletzungen  als  Teil  der  objektiven  Rechtsordnung  ein  Einreiseverbot  nach  sich  ziehen,  allerdings  nicht  als  Sanktion,  sondern  als Massnahme zum Schutz künftiger Störungen (vgl. BBl 2002 3813). 7.  Dem  Beschwerdeführer  wird  in  der  angefochtenen  Verfügung  vorgeworfen,  er  habe  in  der Schweiz wegen Betrugs  ("escroquerie")  zu  schweren  Klagen  Anlass  gegeben.  Auch  wegen  präventivpolizeilichen  Gründen sei seine Anwesenheit hierzulande unerwünscht. Des Weiteren  sei  er  im  Ausland  negativ  in  Erscheinung  getreten.  In  der  Vernehmlassung wird im Nachhinein schliesslich auf einen Verstoss vom  12. Februar 2010 gegen aufenthaltsrechtliche Bestimmungen verwiesen. 7.1.  Dem  Vorwurf  des  Betrugs  (bzw.  der  Veruntreuung)  liegen  Vorkommnisse  aus  der  zweiten  Jahreshälfte  1992  zu  Grunde.  Damals  wohnte  der  Beschwerdeführer  mit  seiner  Ehefrau  vorübergehend  im  Unterwallis. Hierbei liess sich das Ehepaar von einem Möbelhändler aus  der Region eine Wohnungseinrichtung im Wert von beinahe Fr. 6'000.­ in  das gemietete Luxusappartement  liefern. Besagte Rechnung wurde trotz 

C­7110/2010 mehrerer Mahnungen nicht bezahlt. Stattdessen setzte sich das Ehepaar  im  Januar  1993  wieder  ins  Ausland  ab.  Der  Möbelverkäufer  erstattete  gegen die Gattin daraufhin Anzeige, zu einer strafrechtlichen Verurteilung  von einem der Eheleute oder beiden kam es aber nicht (bezogen auf den  Massnahmebelasteten siehe den Strafregisterauszug vom 19. September  1994). Dass der Beschwerdeführer nicht strafrechtlich zur Verantwortung  gezogen  worden  ist  oder  nicht  werden  konnte  (unbekannter  Aufenthaltsort),  spielt  im  vorliegenden  Zusammenhang  jedoch  keine  Rolle. Denn das Einreiseverbot bzw. die damalige Einreisesperre knüpft  nicht  an  die  Erfüllung  einer  Strafnorm,  sondern  an  das  Vorliegen  einer  Polizeigefahr an. Ob eine solche besteht und wie sie zu gewichten ist, hat  die  Verwaltungsbehörde  in  eigener  Kompetenz  unter  Zugrundelegung  spezifisch  ausländerrechtlicher  Kriterien  zu  beurteilen.  Entsprechend  ist  sie  in  der  Regel  nicht  gehalten,  den  rechtskräftigen  Abschluss  eines  Strafverfahrens  abzuwarten.  Ein  Einreiseverbot  kann  –  entgegen  der  Annahme des Rechtsvertreters – vielmehr ebenfalls dann ergehen, wenn  ein  rechtskräftiges  Strafurteil  fehlt,  sei  es,  weil  ein  Strafverfahren  noch  hängig ist, gar nicht eröffnet oder eingestellt wurde (siehe dazu Urteil des  Bundesverwaltungsgerichts C­131/2006 vom 21. Februar 2007 E. 7 oder  Verwaltungspraxis  der  Bundesbehörden  [VPB]  62.1  E.  8).  Eine  solche  Konstellation  ist  hier  gegeben,  bestehen  gemäss  den  beigezogenen  Akten  doch  hinreichend  konkrete  Indizien,  dass  der  Angeschuldigte  die  publik  gemachten  vermögensschädigenden  Handlungen  –  zusammen  bzw.  in  Mittäterschaft  mit  seiner  Gattin   –  tatsächlich  verübt  hat  (vgl.  hierzu den Bericht der Kantonspolizei Wallis vom 25. November 1994 mit  erläuternden Presseberichten). Es  ist daher nicht  zu beanstanden, dass  die  Vorinstanz  den  Beschwerdeführer  aufgrund  des  beschriebenen  Verhaltens  als  unerwünschten  Ausländer  betrachtete  (vgl.  die  in  der  angefochtenen  Verfügung  verwendete  Terminologie).  Der  damit  angesprochene  altrechtliche  Fernhaltegrund  der  Unerwünschtheit  im  Sinne  von Art. 13 Abs.  1 Satz  1 ANAG entspricht  Art. 67 Abs.  1 Bst.  a  AuG in der Fassung vom 1. Januar 2008 bzw. Art. 67 Abs. 2 Bst. a AuG  in der Fassung vom 1. Januar 2011 und ist folglich erfüllt. 7.2.  Ebenso  hat  der  Beschwerdeführer  im  Ausland  zu  Klagen  Anlass  gegeben.  Entgegen  der  Darstellung  des  Parteivertreters  hat  sein  Mandant  hierbei  eine  strafrechtliche  Verurteilung  erwirkt.  So  wurde  er  vom  Landesgericht  für  Strafsachen  Wien  am  8. März  1993  wegen  Veruntreuung  zu  einer  bedingten  Freiheitsstrafe  von  zehn  Monaten  verurteilt.  Dem  Urteil  lag  der  Sachverhalt  zu  Grunde,  dass  der  Beschwerdeführer  anfangs  1992  als  Leasingnehmer  drei  teurere 

C­7110/2010 Personenwagen  (damaliger  Wert:  ÖS  830'000.­,  entspricht  heute  umgerechnet  ca.  €  60'000.­)  zum  Nachteil  der  jeweiligen  Eigentümer  veruntreute,  indem er die Fahrzeuge ohne Angabe der neuen Standorte  von Wien  ins  Ausland  verbrachte  und  die  Leasingraten  nicht  bezahlte.  Verurteilungen  wegen  Vermögensdelikten  führen  nach  der  Rechtsprechung  des  Bundesverwaltungsgerichts  regelmässig  zur  Anordnung  von  Fernhaltemassnahmen  und  in  der  Grössenordnung  der  erwähnten  Deliktsbeträge  in  der  Regel  zu  solchen  mehrjähriger  Dauer.  Auch  ein  Bezug  zur  Schweiz  ist  ohne  weiteres  vorhanden,  gilt  Veruntreuung  doch  nicht  nur  in  Österreich  sondern  auch  hierzulande  (siehe  Art. 138  des  Schweizerischen  Strafgesetzbuches  vom  21. Dezember  1937  [StGB,  SR  311.0])  keineswegs  als  Bagatelldelikt,  sondern  als  Verbrechen  (zum  Ganzen  vgl.  Urteil  des  Bundesgerichts  2C_858/2008  vom  24. April  2009  E.  5.1  oder  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6199/2008  vom  24. August  2009  E.  6.2).  Persönlich  steht  der  Beschwerdeführer  in  gewissen  Beziehungen  zur  Schweiz  und  dies  war  sowohl  vor  als  auch  nach  jener  Straftat  der  Fall.  Er  hat mithin  auch  in  dieser Hinsicht einen Fernhaltegrund im Sinne von Art. 67 AuG gesetzt. 7.3.  Des  weiteren  gründet  das  am  29. Februar  2008  verhängte  Einreiseverbot  auf  polizeilichen Präventivmassnahmen. Die  zuständigen  Fachbehörden  des  Bundes  hegten  Mitte  der  90er­Jahre  den  Verdacht,  der  Beschwerdeführer  bewege  sich  im  Rahmen  seiner  vielfältigen  internationalen  Geschäftstätigkeiten  teilweise  in  der  Grauzone  illegaler  Machenschaften  in  Form  des Handels mit  unerlaubten Rohstoffen  bzw.  Materialien.  Aktenmässig  erstellt  ist  freilich  einzig,  dass  der  Beschwerdeführer  am  15. Januar  1995  bei  der  Einreise  in  die  Schweiz  einen Aktenkoffer mit Geschäftspapieren mitgeführt hat,  in denen es um  Geschäfte  mit  immensen  Summen  gegangen  sein  soll  (vgl.  den  Festnahmerapport  der  Kantonspolizei  Basel­Stadt  gleichen  Datums).  Weiteres  ist  nicht  bekannt  und wird  in  der  angefochtenen  Verfügung  in  keiner Weise spezifiziert (vgl. ergänzend E. 3.5 hiervor). Ob so spärliche  Angaben  zur  Gefährdungsprognose  ohne  zusätzliche  konkrete  Anhaltspunkte  für  sich  allein  ausgereicht  hätten,  um  eine  Fernhaltemassnahme  nach  Art. 13  Abs.  1  ANAG  bzw.  Art. 67  AuG  zu  verhängen,  braucht  wegen  der  inzwischen  erfolgten  Befristung  der  Massnahme  nicht  abschliessend  beantwortet  zu  werden  (zu  den  unterschiedlichen  Anforderungen  an  Einreiseverbote,  die  vom  BFM  verfügt  werden  und  solchen,  die  vom  Bundesamt  für  Polizei  [fedpol]  erlassen werden, vgl. Urteil des Bundesverwaltungsgerichts C­1118/2006 

C­7110/2010 vom  2. Juli  2010  E.  6.1  –  6.4;  siehe  überdies  Art. 80  Abs.  2  VZAE).  Unabhängig davon sind gemäss gängiger Praxis – wie an anderer Stelle  dargetan  –  nämlich  bereits  die  vorliegenden  strafbaren  Handlungen  gegen das Vermögen geeignet, eine längere Fernhaltemassnahme nach  sich  zu  ziehen.  Wie  die  Aufzählung  von  Art. 67  AuG  zeigt,  vermögen  ganz  generell  schon  weit  geringfügigere  Verhaltensweisen  ein  Einreiseverbot  zu  begründen  (zum  Ganzen  vgl.  BBl  2002  3809  und  3813).  Indem  die  Vorinstanz  ihren  Standpunkt  in  der  Vernehmlassung  damit  ergänzte,  der  Beschwerdeführer  habe  Einreisevorschriften  missachtet,  führt  sie  einen  weiteren  zulässigen  Fernhaltegrund  an.  Die  sonstigen  Einwände  (Wohlverhalten  seit  12  Jahren,  private  und  geschäftliche  Interessen)  schliesslich  sind  zumindest  mit  Blick  auf  die  Grundsatzfrage, ob überhaupt ein Einreiseverbot verhängt werden durfte,  nicht  von Belang. Es steht damit ausser Zweifel,  dass der Betroffene  in  mehrfacher  Hinsicht  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  im  Sinne  von Art. 67 Abs.  2 Bst.  a AuG  i.V.m. Art. 80 Abs.  1 Bst.  a VZAE  verstossen  hat,  was  grundsätzlich  die  Verhängung  einer  Fernhaltemassnahme rechtfertigte. 8.  8.1. Es  bleibt  zu  prüfen,  ob  die Massnahme  in  richtiger  Ausübung  des  Ermessens  ergangen  und  angemessen  ist.  Der  Grundsatz  der  Verhältnismässigkeit  steht  dabei  im  Vordergrund.  Unter  diesem  Gesichtspunkt  ist eine wertende Abwägung vorzunehmen zwischen dem  öffentlichen  Interesse  an  der  Massnahme  einerseits  und  den  von  der  Massnahme  beeinträchtigten  privaten  Interessen  des  Betroffenen  andererseits.  Die  Stellung  der  verletzten  oder  gefährdeten Rechtsgüter,  die  Besonderheiten  des  ordnungswidrigen  Verhaltens  und  die  persönlichen  Verhältnisse  des  Verfügungsbelasteten  bilden  dabei  den  Ausgangspunkt  der  Überlegungen  (vgl.  HÄFELIN/MÜLLER/UHLMANN,  a.a.O., Rz. 613 ff.). 8.2. Wie  aus  dem  Sachverhalt  hervorgeht,  wurde  in  casu  ursprünglich  eine  unbefristete  Einreisesperre  verhängt  und  später  verfügungsweise  durch  ein  gleichartiges  neurechtliches  Einreiseverbot  ersetzt.  Ein  Einreiseverbot  auf  unbestimmte  Dauer  wird  verhängt,  wenn  zum  Verfügungszeitpunkt  keine  zuverlässige  Prognose  darüber  abgegeben  werden kann, wie lange seitens der betroffenen Person ein Risiko für die  öffentliche  Sicherheit  bestehen  wird.  Mit  der  im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  vorgenommenen Befristung  der Massnahme  bis  zum  11. Februar  2013  (vgl.  Sachverhalt  Bst.  G)  werden  die  im 

C­7110/2010 Zusammenhang mit der fehlenden Befristung und der Anwendbarkeit von  Art. 67 Abs. 3 AuG erhobenen Rügen hinfällig. Zu  ergänzen  wäre,  dass  eine  fehlende  Befristung,  anders  als  in  der  Beschwerdeschrift  vom  29. September  2010  angenommen  wird,  keineswegs  bedeutet,  dass  die  Massnahme  für  den  Rest  des  Lebens  Gültigkeit haben soll. Verhält sich die betroffene Person während längerer  Zeit klaglos, so stellt dies ein gewichtiges Argument dafür dar, dass das  öffentliche, die Fernhaltemassnahme rechtfertigende Sicherheitsbedürfnis  nachträglich  weggefallen  ist.  Für  die  Berechnung  der  Dauer  des  klaglosen  Verhaltens  ist  dabei  nicht  auf  den  Begehungs­  oder  den  Urteilszeitpunkt  abzustellen,  sondern  darauf,  wie  lange  sich  eine  straffällig  gewordene  Person  nach  ihrer  Entlassung  aus  der  Haft  in  Freiheit bewährt hat (vgl. BVGE 2008/24 E. 4.3 und 6.2 je mit Hinweisen).  Dem Wohlverhalten des Beschwerdeführers hat das BFM im Rahmen der  zu  berücksichtigenden  gesamten  Umstände  mit  der  Reduktion  des  Einreiseverbots,  wie  eben  erwähnt,  inzwischen  teilweise  Rechnung  getragen. 8.3. Es  steht  ausser  Frage,  dass wegen  der  Vermögensdelikte,  welche  dem Beschwerdeführer  zur  Last  gelegt wurden,  damals  ein  erhebliches  öffentliches Interesse an seiner Fernhaltung bestand. Zu seinen Gunsten  lässt  sich  demgegenüber  anführen,  dass  keine  besonders  schützenswerten Rechtsgüter auf dem Spiel stehen, die Grundinteressen  der  Gesellschaft  berühren  (vgl.  BGE  131  II  352  E.  4.3.1  S.  359  f.  und  BGE  125  II  521  E.  4a/aa  S.  526  f.  e  contrario).  Vor  allem  aber  ist  der  Beschwerdeführer, wie auch die Vorinstanz einräumt,  in diesem Bereich  seither  nicht  mehr  negativ  in  Erscheinung  getreten.  Mit  Blick  auf  die  verletzten  Rechtsgüter  liegen  die  fraglichen  Vorkommnisse  aus  den  Jahren 1992 und 1993 mit anderen Worten viel zu weit zurück, als dass  sie  zur  Begründung  des  Fortbestandes  des  Einreiseverbots  noch  herangezogen  werden  könnten.  Auch  präventivpolizeiliche  Bedenken,  soweit  sie  überhaupt  miteinbezogen  werden  durften  (siehe  E.  7.3  hiervor),  fallen  den Abklärungen des BFM bei  der Fachbehörde  zufolge  nun  so  oder  so  weg.  Insoweit  bestehen  aus  heutiger  Sicht  keine  konkreten  Anhaltspunkte  mehr,  dass  der  Aufenthalt  der  betreffenden  Person  in  der  Schweiz  mit  erheblicher  Wahrscheinlichkeit  zu  einem  Verstoss  gegen  die  öffentliche  Sicherheit  und  Ordnung  oder  einer  Gefährdung derselben führen würde.

C­7110/2010 8.4. In der Vernehmlassung vom 11. Januar 2011 werden im Nachhinein  zwei  Sachverhaltselemente  aufgeführt,  welche  aus  Sicht  des  BFM  für  eine  vorläufige  Aufrechterhaltung  der  Fernhaltemassnahme  sprechen.  Genannt  wird  ein  Vorfall  vom  12. Februar  2010,  als  der  Beschwerdeführer  versuchte,  illegal  in  die  Schweiz  einzureisen,  obwohl  er  seit  dem  23. Oktober  2009  vom  Einreiseverbot  Kenntnis  hatte.  Als  Grund  für  sein  Vorgehen  gab  die  angehaltene  Person  an,  besagte  Angelegenheit  mit  seinem  Schweizer  Anwalt  klären  zu  wollen.  Strafrechtlich  zog  dies  eine  bedingte  Geldstrafe  von  40  Tagessätzen  à  Fr. 350.­ sowie eine Busse von Fr. 350.­ nach sich (vgl. Sachverhalt Bst.  E vorstehend).  Zwar  haben  sich  Zuwiderhandlungen  gegen  aufenthaltsrechtliche  Bestimmungen auch unter  dem AuG an der Maximalbefristung  von drei  Jahren  von  Art. 13  Abs.  1  Satz  2  ANAG  zu  orientieren  (vgl.  ANDREA  BINDER  OSER,  in  Caroni/Gächter/Thurnherr  [Hrsg.],  Stämpflis  Handkommentar  zum  Bundesgesetz  über  die  Ausländerinnen  und  Ausländer, Art. 67 N 24;  zur  altrechtlichen Praxis  vgl.  VPB 58.53). Weil  dem Beschwerdeführer daneben andere Delikte vorgeworfen wurden, fällt  jene  Befristung  hier  aber  von  vornherein  weg.  Für  die  rechtswidrige  Einreise  veranschlagte  die  Vorinstanz,  soweit  ersichtlich,  drei  Jahre  (nämlich die Zeitspanne vom Begehungszeitpunkt [12. Februar 2010] bis  zum  Ablauf  der  Fernhaltemassnahme  [11. Februar  2013]).  Eine  solche  Dauer erscheint angesichts der Praxis des Bundesverwaltungsgerichts in  vergleichbaren Fällen von Verstössen gegen Einreisevorschriften zu hoch  (vgl. beispielsweise Urteile des Bundesverwaltungsgerichts C­4639/2010  vom  15. Februar  2011, C­6231/6275/2007  vom  7. November  2008  oder  C­8422/2007 vom 23. Oktober 2008). Solche Aspekte sind – ebenso wie  der  Zeitablauf  und  die  (beiläufig)  geltend  gemachten  privaten  und  geschäftlichen Interessen – mitzuberücksichtigen. 8.5.  Zusammenfassend  führt  eine  wertende  Gewichtung  der  gegenläufigen  öffentlichen  und  privaten  Interessen  zum  Ergebnis,  dass  das  am  29. Februar  2008  erneuerte  unbefristete  Einreiseverbot  klar  unverhältnismässig  war.  Auch  die  im  Rahmen  des  Schriftenwechsels  vorgenommene  Reduktion  bis  zum  11. Februar  2013  erscheint  als  unangemessen  lang.  In Würdigung  der  gesamten  Umstände  (sehr  weit  zurückliegende Hauptvorwürfe, konstantes Wohlverhalten im Bereich der  Vermögensdelikte, Stellenwert der Verfehlung gegen das AuG) ist davon  auszugehen,  dass  dem  öffentlichen  Interessen  an  der  Fernhaltung  des 

C­7110/2010 Beschwerdeführers  bis  zum  Zeitpunkt  dieses  Entscheides  hinreichend  Rechnung getragen wird. 9.  Aus  diesen  Erwägungen  folgt,  dass  auch  das  nachträglich  bis  zum  11. Februar  2013  befristete  Einreiseverbot  Bundesrecht  verletzt  (Art. 49  VwVG). Die Beschwerde ist daher teilweise gutzuheissen und das gegen  den  Beschwerdeführer  verhängte  Einreiseverbot  auf  das  Datum  des  Urteils zu befristen. 10.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  die  ermässigten  Verfahrenskosten  dem  Beschwerdeführer  aufzuerlegen  und  mit  dem  geleisteten Kostenvorschuss zu verrechnen (Art. 63 Abs. 1 VwVG i.V.m.  Art. 1, Art. 2 und Art. 3 Bst. b des Reglements vom 21. Februar 2008 über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE,  SR  173.320.2]).  Im  Umfang  des  Obsiegens  ist  dem  Beschwerdeführer  eine  gekürzte  Parteientschädigung  in  gerichtlich  festzusetzender Höhe zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG i.V.m. Art. 7 ff.  VGKE). Dispositiv Seite 18

C­7110/2010 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  teilweise  gutgeheissen,  soweit  sie  nicht  gegen­ standslos geworden ist, und das Einreiseverbot auf den Zeitpunkt dieses  Urteils aufgehoben. 2.  Die  Verfahrenskosten  von  Fr. 500.­  werden  dem  Beschwerdeführer  auferlegt.  Sie  werden  mit  dem  am  2. Dezember  2010  geleisteten  Kostenvorschuss von Fr. 1'000.­ verrechnet. Der Restbetrag von Fr. 500.­  wird zurückerstattet. 3.  Dem  Beschwerdeführer  wird  zu  Lasten  der  Vorinstanz  eine  Parteientschädigung von Fr. 800.­ zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Einschreiben) – die Vorinstanz (Akten Ref­Nr. ZEMIS […] retour) Der vorsitzende Richter: Der Gerichtsschreiber: Antonio Imoberdorf Daniel Grimm Versand:

C-7110/2010 — Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 C-7110/2010 — Swissrulings