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Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 C-6903/2009

20 janvier 2012·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·3,017 mots·~15 min·2

Résumé

Zulassungen (inkl. Änderungen) | Arzneimittel - Verfügung vom 5. Oktober 2009 und Wiedererwägungsverfügung vom 16. Dezember 2009 betreffend Zulassung von A._______® (Inhalationsgas)

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6903/2009 Urteil   v om   2 0 .   J a nua r   2012 Besetzung Richter Michael Peterli (Vorsitz), Richter Philippe Weissenberger,  Richter Vito Valenti,    Gerichtsschreiberin Sandra Tibis. Parteien X._______ SA,  vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Eggenberger Stöckli,  Bollwerk 15, 3011 Bern, Beschwerdeführerin,  gegen Swissmedic Schweizerisches Heilmittelinstitut,  Hallerstrasse 7, Postfach, 3000 Bern 9,    Vorinstanz.  Gegenstand Arzneimittel ­ Verfügung vom 5. Oktober 2009 und  Wiedererwägungsverfügung vom 16. Dezember 2009  betreffend Zulassung von A._______® (Inhalationsgas).

C­6903/2009 Sachverhalt: A.   A.a  Die  X._______ SA  (nachfolgend:  Beschwerdeführerin)  reichte  am  20. Dezember  2002  bei  Swissmedic  Schweizerisches  Heilmittelinstitut  (nachfolgend:  Swissmedic,  Institut  oder  Vorinstanz)  ein  Gesuch  um  Zulassung  von  A._______®  (Sauerstoff  in  Weissblechdosen  respektive  Stahlflaschen) ein ([Vorinstanz] act. 111 ff.). Mit  dem  Gesuchsformular  reichte  die  Beschwerdeführerin  einen  Begleitbrief  (act. 121),  die  Deklaration  über  die  vollständige  Zusammensetzung  (Volldeklaration,  act. 109),  das  Formular  Herstellerangaben  (act. 95 ff.),  die  Patienteninformation  (act. 91 ff.),  Angaben  zur  Produktion  (act. 49 ff.),  die  Betriebsbewilligung  (act. 45 ff.)  und eine Fachinformation/klinische Dokumentation (act. 1 ff.) ein. A.b  Mit  Schreiben  vom  28. Februar  2005  (act. 145 ff.)  orientierte  Swissmedic  die  Beschwerdeführerin  über  die  für  die  Zulassung  von  Medizinalgasen  in  der  Zwischenzeit  konkretisierten  Anforderungen  und  forderte  sie  auf,  eine  gemäss  diesen  Angaben  zusammengestellte  Dokumentation  einzureichen.  Zudem  wurde  die  Beschwerdeführerin  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  Swissmedic  bei  der  Zulassung  von  Sauerstoff als Inhalationsgas in den prinzipiellen Anwendungen "Hypoxie"  und  "Beatmung" einen sogenannten  "well  established use" als gegeben  erachte  und  für  die  Erteilung  einer  Zulassung  betreffend  dieser  Indikationen  lediglich  die  Einreichung  entsprechender  Literaturdaten  verlange.  Für  die  Zulassung  darüber  hinausgehender  Indikationen  und/oder  Anwendungsmöglichkeiten  sei  demgegenüber  eine  vollumfängliche klinische Dokumentation vorzulegen. A.c Mit  Eingaben  vom  23. August  2005  (act. 151 ff.),  vom  5. Dezember  2008  (act. 283 ff.)  und  vom  20. Juli  2009  (act. 383 ff.)  reichte  die  Beschwerdeführerin  der  Swissmedic  aufforderungsgemäss  diverse  Unterlagen nach. B.   B.a Mit  Teil A  der  Verfügung  vom  5. Oktober  2009  (act. 415 ff.)  wurde  das Gesuch vom 20. Dezember 2002 für die 66 l­ und 110 l­Stahlflaschen  gutgeheissen: 

C­6903/2009 1.  Das  Gesuch  vom  20. Dezember  2002  um  Zulassung  des  Präparats  "A._______®, Inhalationsgas, komprimiert in Flaschen" wird für die Flaschen  von  66  und  110 Liter  gutgeheissen.  Das  Präparat  "A._______®,  Inhalationsgas, komprimiert  in Flaschen" in Stahlflaschen von 66 l und 110 l  wird  für die  Indikationen  "Beatmung" bzw.  "hypoxämische Zustände"  in der  Abgabekategorie E zugelassen. 2.  Auflagen:  Die  Korrekturen  der  Etiketten  sind  zu  übernehmen  und  Swissmedic  bis  zum  7. Dezember  2009  im  Originaldruck  einzureichen.  Zugleich muss bestätigt werden, dass der Original­ bzw. Laserdruck sowohl  textlich als auch bezüglich genehmigter Abbildungen mit dem genehmigten  Manuskript  völlig  identisch  ist.  Die  unter  "Qualität"  geforderten  Unterlagen  sind fristgemäss einzureichen. 3.  Die  Zulassungsbescheinigung  vom  1. Oktober  2009  sowie  die  beiliegenden Packungsmaterialtexte bilden integrierenden Bestandteil dieser  Verfügung.  4. Die Gebühr wird auf Fr. 7'000.­­ festgesetzt. B.b Mit  Teil B  der  Verfügung  vom  5. Oktober  2009  (act. 415 ff.)  wurde  das Gesuch vom 20. Dezember 2002 für die Weissblechdosen von 2 l, 5 l  und 8 l abgewiesen: 1.  Das  Gesuch  vom  20. Dezember  2002  um  Zulassung  des  Präparates  "A._______®,  Inhalationsgas,  komprimiert  in  Flaschen"  wird  für  die  Dosen  von 2, 5 und 8 Liter abgewiesen. 2. Das Präparat  "A._______®,  Inhalationsgras,  komprimiert  in Flaschen"  in  Dosen  von  2,  5  und  8 Liter  darf  nach  dem 6. Oktober  2009 nicht mehr  als  Medizinalgas in Verkehr gebracht und abgegeben werden. C.  Gegen  die  Verfügung  vom  5. Oktober  2009  erhob  die  Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwältin Ursula Eggenberger  Stöckli,  mit  Eingabe  vom  4. November  2009  Beschwerde  beim  Bundesverwaltungsgericht.  Sie  beantragte,  Teil B  der  Verfügung  vom  5. Oktober  2009  sei  aufzuheben  und  das  Gesuch  um  Zulassung  von  A._______®  in  Weissblechdosen  von  2,  5  und  8 Liter  gutzuheissen.  Eventualiter sei Ziffer 2 des Dispositivs des Verfügungsteils B aufzuheben  und  eine  Frist  von  mindestens  drei  Monaten  nach  Rechtskraft  der  Verfügung anzusetzen, nach der A._______® 2, 5 und 8 Liter nicht mehr  als Medizinalgas  in Verkehr  gebracht werden  dürfe;  alles  unter Kosten­  und  Entschädigungsfolge.  In  formeller  Hinsicht  rügte  die  Beschwerdeführerin,  dass  ihr  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  verletzt  worden  sei,  da  sich  die  Vorinstanz  nicht  mit  ihren  Ausführungen  zur 

C­6903/2009 Anwendung und zeitlichen Reichweite der umstrittenen Weissblechdosen  auseinandergesetzt  habe.  Zur  materiellen  Begründung  führte  sie  im  Wesentlichen  aus,  dass  die  kleinen  Weissblechdosen  nicht  für  die  Langzeittherapie  bestimmt  seien  und  bei  korrekter  Anwendung  die  Entleerungszeit nicht so kurz sei wie von Swissmedic angenommen. Der  Zweck  der  Weissblechdosen  (Überbrückung  von  Notfallsituationen)  werde  demzufolge  gut  erfüllt  und  zudem  seien  die  Weissblechdosen  aufgrund  ihrer Handlichkeit  auch sehr gut  zum Mitnehmen, wodurch sie  jederzeit und überall verfügbar seien. D.   D.a Mit Eingabe vom 26. November 2009 beantragte die Vorinstanz die  Sistierung  des  Beschwerdeverfahrens  bis  zum  Abschluss  des  Wiedererwägungsverfahrens  durch  Erlass  einer  neuen  Verfügung,  eventualiter die erneute Ansetzung einer Vernehmlassungsfrist. Mit  Zwischenverfügung  vom  8. Dezember  2009  wurde  das  Beschwerdeverfahren  antragsgemäss  bis  zum  Vorliegen  der  Wiedererwägungsverfügung sistiert. D.b  Am  17. Dezember  2009  reichte  die  Vorinstanz  dem  Bundesverwaltungsgericht  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  16. Dezember  2009  ein,  mit  welcher  jene  die  Rügen  der  Beschwerdeführerin  aufgriff  und  diskutierte,  den  Entscheid  im  Ergebnis  aber bestätigte. D.c  Mit  Eingabe  vom  28. Januar  2010  erhob  die  Beschwerdeführerin  gegen  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  16. Dezember  2009  Beschwerde respektive reichte im bereits hängigen Beschwerdeverfahren  betreffend die Verfügung  vom 5. Oktober  2009 eine Stellungnahme ein.  In  formeller  Hinsicht  stellte  die  Beschwerdeführerin  fest,  durch  die  Wiedererwägungsverfügung  sei  die  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  geheilt  worden.  Materiell  hielt  sie  an  den  bisherigen  Anträgen  fest.  In  verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragte sie die Vereinigung der beiden  Verfahren und die Durchführung einer Parteiverhandlung. E.  Am 2. Dezember 2009  ist der mit Zwischenverfügung vom 6. November  2009  einverlangte  Kostenvorschuss  in  der  Höhe  von  Fr. 4'000.­­  beim  Bundesverwaltungsgericht eingegangen.

C­6903/2009 F.  Mit Vernehmlassung vom 26. Februar 2010 beantragte die Vorinstanz die  kostenfällige  Abweisung  der  Beschwerde.  Zur  Begründung  führte  sie  in  verfahrensrechtlicher Hinsicht aus, auf den Antrag betreffend Vereinigung  der Verfahren sei nicht einzutreten, da die neue Verfügung an die Stelle  der alten Verfügung getreten und somit auch im bereits eingeleiteten und  nicht  in  einem  neuen  Beschwerdeverfahren  zu  behandeln  sei.  In  materieller  Hinsicht  führte  sie  aus,  A._______®  in  2 l,  5 l  und  8 l  Weissblechdosen  entspreche  nicht  den  Kriterien,  welche  an  die  Zulassung eines Arzneimittels gestellt würden, weshalb eine solche nicht  zu erteilen sei. Insbesondere sei für die erwähnten Anwendungsbereiche  der  Nachweis  des  klinischen  Nutzens  des  Sauerstoffs  in  Weissblechdosen nicht erbracht. G.  Mit  Replik  vom  3. Mai  2010  hielt  die  Beschwerdeführerin  an  ihren  Anträgen fest.  H.  Mit  Duplik  vom  4. Juni  2010  hielt  die  Vorinstanz  an  ihrem  Abweisungsantrag fest. I.  Auf die weiteren Vorbringen der Parteien sowie die eingereichten Akten  ist – soweit für die Entscheidfindung erforderlich – in den nachfolgenden  Erwägungen einzugehen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.   1.1. Gemäss Art.  31  des Bundesgesetzes  vom 17.  Juni  2005  über  das  Bundesverwaltungsgericht  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das  Bundesverwaltungsgericht Beschwerden gegen Verfügungen nach Art. 5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  die  von  den  als  Vorinstanzen  in  Art.  33  VGG  genannten  Behörden  erlassen  wurden.  Dazu  gehören  die  Verfügungen  des  Instituts  über  die  Zulassung  von  Arzneimitteln  gemäss  Art. 9  des  Heilmittelgesetzes  vom  15. Dezember  2000  (HMG,  SR 812.21).  Anfechtungsgegenstand  ist  vorliegend  die 

C­6903/2009 Verfügung  der  Swissmedic  vom  5. Oktober  2009  respektive  die  Wiedererwägungsverfügung  vom  16. Dezember  2009,  welche  an  die  Stelle der ursprünglichen Verfügung tritt und als mitangefochten gilt (vgl.  ANDREA  PFLEIDERER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger  [Hrsg.],  Zürich  2009,  Art. 58  N 44 ff.).  Der  Verfahrensantrag der Beschwerdeführerin auf Vereinigung der gegen die  beiden Verfügungen  angestrebten Verfahren  ist  somit  abzuweisen.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  daher  mangels  einer  Ausnahme  gemäss  Art. 32 VGG zum Entscheid in vorliegender Sache zuständig. 1.2. Gemäss Art. 48  Abs. 1 VwVG  ist  zur  Beschwerdeführung  von  dem  Bundesverwaltungsgericht  legitimiert,  wer  vor  der  Vorinstanz  am  Verfahren  teilgenommen  hat,  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt  ist  und  ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Aufhebung  oder  Änderung  hat.  Als  Gesuchstellerin  hat  die  Beschwerdeführerin am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen, ist als  Adressatin  durch  die  abweisende  Verfügung  ohne  Zweifel  besonders  berührt  und  hat  an  deren  Aufhebung  beziehungsweise  Abänderung  ein  schutzwürdiges Interesse. 1.3.  Die  Beschwerdeführerin  hat  frist­  und  formgerecht  Beschwerde  erhoben  (vgl.  Art. 50  und  52  VwVG)  und  den  Kostenvorschuss  in  der  Höhe von Fr. 4'000.­­  fristgerecht geleistet, weshalb auf die Beschwerde  einzutreten ist. 2.   2.1. Das Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht  richtet sich nach  den  Vorschriften  des  VwVG,  soweit  das  VGG  nichts  anderes  bestimmt  (vgl. Art. 37 VGG). 2.2. Das Bundesverwaltungsgericht prüft die Verletzung von Bundesrecht  einschliesslich der Überschreitung oder des Missbrauchs des Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  und,  wenn  –  wie  hier  –  nicht  eine  kantonale  Behörde  als  Beschwerdeinstanz  verfügt  hat,  die  Unangemessenheit  (Art. 84  Abs. 1  HMG in Verbindung mit Art. 49 VwVG). Nach  ständiger Rechtsprechung  können Verwaltungsjustizbehörden  des  Bundes aber bei der Überprüfung Zurückhaltung üben, soweit die Natur  der  Streitsache  einer  unbeschränkten  Sachprüfung  des  angefochtenen  Entscheides  entgegensteht.  So  ist  insbesondere  dann,  wenn  die 

C­6903/2009 Beurteilung  hochstehende,  äusserst  spezialisierte  technische  oder  wissenschaftliche Kenntnisse erfordert, die der Beschwerdeinstanz nicht  zur  Verfügung  stehen,  eine  Zurückhaltung  bei  der  Überprüfung  vorinstanzlicher  Bewertungen  angezeigt  (vgl.  VPB 67.31  E. 2,  68.133  E. 2.4;  vgl.  auch  BGE 130 II 449  E. 4.1,  121 II 378  E. 1e;  BEATRICE  WAGNER PFEIFFER,  Zum Verhältnis  von  fachtechnischer Beurteilung  und  rechtlicher  Würdigung  im  Verwaltungsverfahren,  in:  ZSR,  NF  116,  I. Halbband,  S. 442  f.).  Voraussetzung  für  diese  Zurückhaltung  ist  allerdings,  dass  es  im  konkreten  Fall  keine  Anhaltspunkte  für  eine  unrichtige  oder  unvollständige  Feststellung  des  Sachverhaltes  gibt  und  davon  ausgegangen  werden  kann,  dass  die  Vorinstanz  die  für  den  Entscheid  wesentlichen  Gesichtspunkte  geprüft  und  die  erforderlichen  Abklärungen  sorgfältig  und  umfassend  vorgenommen  hat  (vgl.  BGE 126 II 43 E. 4c). 2.3.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art. 62  Abs. 4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ  GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Auflage, Bern 1983, S. 212). 3.  Vorweg  ist  der  Verfahrensantrag  der  Beschwerdeführerin  auf  Durchführung einer Parteiverhandlung zu behandeln. 3.1.  Soweit  zivilrechtliche  Ansprüche  oder  strafrechtliche  Anklagen  im  Sinne  von  Art. 6  Ziff. 1  der  Konvention  vom  4. November  1950  zum  Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) zu  beurteilen  sind,  ordnet  der  Instruktionsrichter  beziehungsweise  die  Instruktionsrichterin  eine  öffentliche  Parteiverhandlung  an,  wenn  eine  Partei  es  verlangt  (Art. 40 Abs. 1  lit. a VGG) oder gewichtige öffentliche  Interessen es rechtfertigen (Art. 40 Abs. 1 lit. b VGG). Rechtsprechungsgemäss  muss  ein  Antrag  auf  Parteiverhandlung  im  Sinne  von  Art. 6  Ziff. 1  EMRK  klar  und  unmissverständlich  vorliegen.  Liegt  ein  solcher  vor,  so  rechtfertigt  es  sich  nur  in  Ausnahmefällen,  in  einem  Prozess,  in  welchem  es  um  die  Beurteilung  von  Ansprüchen  im  Sinne  von Art. 6  Ziff. 1  EMRK  geht,  von  einer  Verhandlung  abzusehen.  Als  Ausnahmegründe  fallen  dabei  in  erster  Linie  diejenigen  im  zweiten 

C­6903/2009 Teil  von  Art. 6  Ziff. 1  EMRK  in  Betracht.  Ferner  hat  das  Bundesgericht  anerkannt, dass von einer Verhandlung abzusehen  ist, wenn der Antrag  im  Verfahren  zu  spät  gestellt  worden  ist,  wenn  die  Beschwerde  offensichtlich  unbegründet  respektive  unzulässig  ist,  wenn  die  hohe  Technizität  der  Materie  ein  ausschliesslich  schriftliches  Verfahren  gebietet  oder  wenn  aufgrund  der  Akten  ohne  Weiteres  von  einer  Gutheissung  der  Beschwerde  auszugehen  ist  (vgl.  zum  Ganzen  BGE 122 V 47  E. 3  mit  weiteren  Hinweisen;  vgl.  auch  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  [BVGer]  C­1994/2010  vom  4. Oktober  2010  E. 11.2 mit weiteren Hinweisen). 3.2.  Die  Beschwerdeführerin  hat  es  unterlassen,  ihren  Antrag  auf  Durchführung einer Verhandlung näher zu begründen. Sie hat sich darauf  beschränkt  darzulegen,  dass  es  sich  vorliegend  um  eine  Streitigkeit  gemäss  Art. 6  Ziff. 1  EMRK  handle,  aber  nicht  aus welchem Grund  sie  eine  Parteiverhandlung  als  nötig  erachte.  Gemäss  bundesgerichtlicher  Rechtsprechung  ist  es  jedoch  notwendig,  einen  solchen  Antrag  hinreichend  zu  begründen;  ein  einfaches  Gesuch  um  Anhörung  der  Parteien, Anhören von Zeugen oder das Gesuch um Durchführung eines  Augenscheins  vermag  diesen  Anforderungen  nicht  zu  genügen  (vgl.  BGE 125 V 37  E. 2  und  Urteile  des  Bundesgerichts  [BGer]  I.305/2005  E. 1.1  vom 6. Juni  2006 und U.146/2002 E. 2.1  vom 10. Februar 2003).  Aus  den  Akten  ist  im  vorliegenden  Fall  nicht  ersichtlich,  inwiefern  eine  öffentliche Parteiverhandlung für die Beurteilung der Sache dienlich sein  könnte, zumal es dem Gericht möglich  ist, die Sachlage gestützt auf die  ausführlichen Akten zu beurteilen und auch die Beschwerdeführerin ihren  Antrag  –  wie  bereits  erwähnt  –  in  dieser  Hinsicht  nicht  begründet.  In  Anbetracht des durchgeführten zweifachen Schriftenwechsels hatten die  Parteien zudem ausreichend Gelegenheit,  ihre Standpunkte darzulegen.  Ferner  ist  festzuhalten,  dass  es  sich  bei  der  in  casu  strittigen  Fragestellung  (Prüfung  der  Zulassungsvoraussetzungen  eines  Arzneimittels) um eine vorwiegend  technische Thematik handelt, welche  – trotz  eines  entsprechenden  Antrags  –  den  Verzicht  auf  die  Durchführung  einer  Verhandlung  erlaubt.  Der  Antrag  auf  Durchführung  einer öffentlichen Parteiverhandlung ist daher abzuweisen. 4.  Verwendungsfertige  Arzneimittel  dürfen  in  der  Schweiz  nur  dann  in  Verkehr gebracht werden, wenn sie vom Institut zugelassen worden sind.  Vorbehalten  sind  internationale  Abkommen  über  die  Anerkennung  von  Zulassungen  (Art. 9  Abs. 1  HMG)  sowie  die  Ausnahmen  gemäss  Art. 9 

C­6903/2009 Abs. 2  HMG.  Zulassungsgesuche müssen  sämtliche  für  die  Beurteilung  der  Qualität,  Sicherheit  und  Wirksamkeit  erforderlichen  Angaben  und  Unterlagen  enthalten,  die  in  Art. 11  Abs. 1  HMG  genannt  sind.  Vorzulegen  sind  in  der  Regel  die  in  Art. 3 ff.  der  Verordnung  des  Schweizerischen  Heilmittelinstituts  vom  9. November  2001  über  die  Anforderungen  an  die  Zulassung  von  Arzneimitteln  (Arzneimittel­ Zulassungsverordnung,  AMZV,  SR 812.212.22)  detailliert  bezeichneten  Unterlagen.  Das  Arzneimittel  und  die  Dokumentation  müssen  dem  aktuellen  Stand  von Wissenschaft  und  Technik  entsprechen  (vgl.  Art. 3  HMG).  4.1. Wer  um  die  Zulassung  eines  Arzneimittels  oder  eines  Verfahrens  ersucht,  muss  gemäss  Art. 10  Abs. 1  HMG  a)  belegen,  dass  das  Arzneimittel  oder  Verfahren  qualitativ  hochstehend,  sicher  und  wirksam  ist, b) über eine Herstellungs­, Einfuhr­ oder Grosshandelsbewilligung der  zuständigen Behörde verfügen und c) Wohnsitz, Geschäftssitz oder eine  Zweigniederlassung  in  der  Schweiz  begründet  haben.  Das  Institut  prüft  die  Zulassungsvoraussetzungen.  Es  kann  dazu  produktespezifische  Inspektionen durchführen (Art. 10 Abs. 2 HMG). 4.2.  Art. 14  HMG  sieht  für  Arzneimittel  ein  vereinfachtes  Zulassungsverfahren vor, wenn dies mit den Anforderungen an Qualität,  Sicherheit  und  Wirksamkeit  vereinbar  ist  und  weder  Interessen  der  Schweiz  noch  internationale  Verpflichtungen  entgegenstehen  (Art. 14  Abs. 1  HMG,  insbesondere  lit. a  für  Arzneimittel  mit  bekannten  Wirkstoffen;  vgl.  GERHARD  SCHMID/FELIX  UHLMANN,  in:  Thomas  Eichenberger/Urs  Jaisli/Paul  Richli  [Hrsg.],  Basler  Kommentar  zum  Heilmittelgesetz,  Basel  2006  [nachfolgend:  Basler  Kommentar],  N. 1  zu  Art. 14 HMG). Die vereinfachte Zulassung von Arzneimitteln mit bekannten Wirkstoffen  wird  in Art. 12 ff. der Verordnung des Schweizerischen Heilmittelinstituts  vom 22. Juni 2006 über die vereinfachte Zulassung von Arzneimitteln und  die  Zulassung  von  Arzneimitteln  im  Meldeverfahren  (VAZV,  SR 812.212.23)  geregelt.  Vereinfacht  zugelassen  werden  kann  ein  Arzneimittel,  dessen  Wirkstoff  in  einem  Arzneimittel  enthalten  ist,  das  vom Institut zugelassen  ist oder war  (bekannter Wirkstoff; Art. 12 Abs. 1  VAZV).  Bezieht  sich  das  Zulassungsgesuch  auf  die  Zulassungsunterlagen  für  ein  anderes,  vom  Institut  zugelassenes  Arzneimittel  (Referenzpräparat),  so  muss  dieses  auf  der  Grundlage  vollständiger  Zulassungsunterlagen  zugelassen  worden  sein  (Art. 12 

C­6903/2009 Abs. 2  VAZV;  vgl.  auch  den  Entscheid  des  BVGer  C­2095/2006  vom  9. April  2007  E. 3.3  mit  Hinweisen).  Ist  kein  Referenzpräparat  zugelassen, so kann gemäss Art. 12 Abs. 3 VAZV das Gesuch a) auf ein  anderes  vom  Institut  zugelassenes  Arzneimittel,  welches  nicht  über  vollständige  Zulassungsunterlagen  verfügt,  Bezug  nehmen,  sofern  das  Institut die entsprechenden Unterlagen als ausreichend erachtet, b) sich  auf  die  Dokumentation  zu  einem  Zulassungsgesuch  in  einem  Land mit  vergleichbarer Arzneimittelkontrolle  im Sinne von Art. 13 HMG beziehen,  sofern  das  Institut  die  entsprechenden  Unterlagen  als  ausreichend  betrachtet. In diesem Fall muss die Gesuchstellerin alle für die Zulassung  relevanten  Unterlagen  einreichen  und  zusätzlich  belegen,  dass  das  Arzneimittel  im  betreffenden  Staat  bereits  zugelassen  ist  oder  c)  sich  ausschliesslich  auf  veröffentlichte  Fachliteratur  beziehen,  falls  die  Gesuchstellerin  mit  einer  detaillierten  Biografie  nachweist,  dass  die  Ausgangsstoffe  des  Arzneimittels  für  die  beantragte  Indikation  und  Anwendungsart  seit mindestens  10 Jahren  verwendet werden  und  dass  ihre  Sicherheit  und  Wirksamkeit  in  der  wissenschaftlichen  Literatur  gut  dokumentiert und allgemein anerkannt sind. Sofern dies auf Grund der Zusammensetzung des Arzneimittels, dessen  Unbedenklichkeit,  der  therapeutischen  Wirkung  und  Breite,  der  Art  der  Anwendung,  der  beantragten  Indikation,  der  Dosierung  und  der  Behandlungsdauer  sinnvoll  und  möglich  ist,  können  die  therapeutische  Wirksamkeit und Sicherheit nachgewiesen werden durch: den Nachweis,  dass das Arzneimittel mit dem Referenzpräparat therapeutisch äquivalent  ist  (Art. 14  Abs. 1  lit. a  VAZV),  Bioverfügbarkeitsuntersuchungen  (lit. b),  pharmakodynamische Untersuchungen (lit. c), Anwendungsbelege (lit. d),  eine  bibliographische Dokumentation,  sofern  die Gesuchstellerin  zeigen  kann,  dass  die  Ergebnisse  auf  das  Arzneimittel  übertragbar  sind  (lit. e)  und  Prüfungen  der  In­Vitro­Wirkstofffreisetzung  (lit. f).  Das  Institut  bestimmt  im  Einzelfall,  welche  der  genannten  Dokumente  relevant  sind  (Art. 14  Abs. 2  VAZV).  Richtschnur  ist  dabei  Art. 14  Abs. 1  HMG  in  Verbindung  mit  Art. 1  HMG:  Ein  umfassender  Sicherheits­  und  Wirksamkeitsnachweis  nach  den  Vorschriften  der  AMZV  ist  nur  dann  nicht  erforderlich,  wenn  "auf  einfachere  Weise  garantiert  werden  kann,  dass die Zulassungskriterien Qualität, Sicherheit  und Wirksamkeit  erfüllt  werden" (vgl. Botschaft HMG S. 49). 4.3. Die Zulassung stellt eine Polizeibewilligung dar, auf deren Erteilung  eine  Gesuchstellerin  dann  Anspruch  hat,  wenn  sie  die  gesetzlichen  Voraussetzungen  erfüllt  (Art. 16  Abs. 1  HMG;  vgl.  etwa  VPB 69.21 

C­6903/2009 E. 3.1).  Die  Entscheidung  darüber,  ob  die  Zulassung  erteilt  wird  oder  nicht,  liegt  daher  nicht  im  Ermessen  der  Bewilligungsbehörde.  Die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  Polizeibewilligung werden  aber  oft durch unbestimmte Rechtsbegriffe umschrieben, so dass die Behörde  über  einen  gewissen  Beurteilungsspielraum  verfügt  (vgl.  etwa  ULRICH  HÄFELIN/GEORG MÜLLER/FELIX  UHLMANN,  Allgemeines  Verwaltungsrecht,  5. Auflage, Zürich 2006, Rz. 2534). Als  Bewilligungsbehörde  hat  das  Institut  zu  beurteilen,  ob  die  Zulassungsvoraussetzungen,  die  im  Heilmittelgesetz  und  den  gestützt  darauf  erlassenen  Verordnungen  nur  relativ  unbestimmt  umschrieben  sind,  ausreichend  nachgewiesen  werden.  Dabei  kommt  ihm  –  wie  erwähnt – ein weiter Beurteilungsspielraum zu, den es  in rechtmässiger,  insbesondere  verhältnismässiger,  rechtsgleicher  und  willkürfreier  Weise  zu nutzen hat. Es muss die Zulassung erteilen, wenn die Gesuchstellerin  mit  ihrer  Dokumentation  beweisen  kann,  dass  das  Präparat  den  Qualitätsanforderungen entspricht, relativ sicher und wirksam ist – und es  darf  die  Zulassung  nicht  erteilen,  wenn  dieser  Nachweis  nicht  erbracht  wird  (Art. 7  Abs. 3  der  Verordnung  vom  17. Oktober  2001  über  die  Arzneimittel  (Arzneimittelverordnung,  VAM,  SR 812.212.21;  vgl.  auch  Botschaft  des  Bundesrates  vom  1. März  1999  zu  einem  Bundesgesetz  über  Arzneimittel  und  Medizinprodukte  [nachfolgend:  Botschaft  HMG],  BBl 1999  S. 3453 ff.,  Separatdruck  S. 45).  Gegenstand  des  Zulassungsverfahrens  bildet  damit  nicht  etwa  die  Frage,  ob  ein  Arzneimittel den Qualitäts­, Sicherheits­ und Wirksamkeitsanforderungen  genügt, sondern ob mit den beigebrachten Unterlagen bewiesen worden  ist,  dass diese Zulassungsvoraussetzungen kumulativ erfüllt  sind. Es  ist  somit Sache der Gesuchstellerin nachzuweisen, dass das zuzulassende  Arzneimittel sämtliche Zulassungsanforderungen erfüllt. Sie trägt in dieser  Beziehung die materielle Beweislast insoweit, dass ein Entscheid im Falle  der Beweislosigkeit zu ihren Lasten ausgeht, denn sie ist diejenige Partei,  die  aus  dem  unbewiesen  gebliebenen  Sachverhalt  Rechte  ableiten  will  (vgl.  Art. 8  des  Schweizerischen  Zivilgesetzbuchs  vom  10. Dezember  1907  [ZGB,  SR 210]).  Prozessual  drückt  sich  dies  zudem  in  einer  umfassenden Mitwirkungspflicht  aus  (Art. 13  Abs. 1  VwVG). Macht  eine  Gesuchstellerin  geltend,  ihr  Präparat  könne  unter  herabgesetzten  Anforderungen in einem vereinfachten Verfahren zugelassen werden, hat  sie  nachzuweisen,  dass  die  Voraussetzungen  für  eine  derartige  Ausnahme gegeben sind (vgl. Urteil des BGer 2A.669/2005 vom 10. Mai  2006 E. 3.5.2 mit Hinweisen [nicht publiziert in BGE 132 II 298]).

C­6903/2009 5.  Vorweg  ist  festzuhalten,  dass  A._______®  unbestrittenermassen  ein  (verwendungsfertiges) Arzneimittel  im Sinne von Art. 4 Abs. 1  lit. 1 HMG  ist, welches zulassungspflichtig  ist  (vgl. Art. 9 Abs. 1 HMG und Ziffer 4.2  der Verwaltungsverordnung vom 8. Januar 2009 betreffend Anleitung zur  Zulassung von Medizinalgasen [nachfolgend: Anleitung]).  Vorliegend  ist  strittig  und  vom  Bundesverwaltungsgericht  zu  prüfen,  ob  Swissmedic  die Zulassung  für A._______®,  Inhalationsgas,  komprimiert  in Weissblechdosen von 2, 5 und 8 Liter zu Recht verweigert hat. 5.1.  5.1.1.  Die  Beschwerdeführerin  macht  geltend,  Sauerstoff  als  Inhalationsgas  werde  seit  Jahrzehnten  bei  Hypoxie  und  zur  Beatmung  eingesetzt.  Diese Anwendung  gelte  – wie  auch Swissmedic  bestätige –  als "well established use", was bedeute, dass Sicherheit und Wirksamkeit  von Sauerstoff  in diesen  Indikationen  in der wissenschaftlichen Literatur  gut dokumentiert und allgemein anerkannt seien. Die Beschwerdeführerin  führte  ferner  aus,  ihr  sei  aufgrund  von  Rückmeldungen  von  Apotheken  und  Anwendern  bekannt,  dass  A._______®  in  Weissblechdosen  vor  allem  kurzzeitig  zur  Überbrückung  von  hypoxischen  Zuständen –  sozusagen  in  Notfallsituationen  –  aber  nicht  für  Langzeitbehandlungen  eingesetzt werde. Die Weissblechdosen von 2, 5, und 8 Liter reichten für  zwei bis drei Anwendungen à je zehn Atemzüge, was für solche Zwecke  absolut genügend sei; zudem seien die Weissblechdosen aufgrund  ihrer  geringen Grösse praktisch zum Mitnehmen. Es sei nicht nachvollziehbar,  weshalb Swissmedic die Zulassung für die Weissblechdosen verweigere. 5.1.2.  Swissmedic  führte  dagegen  aus,  bei  den  von  der  Beschwerdeführerin angegebenen Anwendungsarten handle es sich um  Einsätze  im  Lifestyle­Bereich,  zumal  es  sich  bei  den  beschriebenen  Anwendungsmöglichkeiten  um  Situationen  handle,  in  welchen  die  Normwerte  des  arteriellen  Sauerstoff­Partialdruckes  noch  nicht  unterschritten  würden  und  der  Inhalt  der  Weissblechdosen  zudem  für  eine  klassische  Anwendung  im  Bereich  Hypoxie  oder  zur  Beatmung  keineswegs  genüge.  Somit  könnten  die  Weissblechdosen  für  die  Indikationen, für welche ein "well established use" gemäss Art. 12 Abs. 3  lit. c VAZV praxisgemäss als gegeben erachtet werde, nicht  zugelassen  werden;  eine  Zulassung  für  andere  Indikationen  sei  nur  mit  einem  entsprechenden Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit möglich.

C­6903/2009 5.1.3.  Definitionsgemäss  handelt  es  sich  bei  der  Hypoxie  um  eine  Verminderung  des  Sauerstoffpartialdrucks  im  arteriellen  Blut  (art. pO2  <  70mmHg;  vgl.  PSCHYREMBEL,  Klinisches  Wörterbuch,  Berlin/New  York,  260. Auflage,  2004).  Wie  Swissmedic  zu  Recht  ausführt,  sind  für  die  Frage  der  Zulassung  von  Heilmitteln  im  Wesentlichen  medizinische  Aspekte  zu berücksichtigen, weshalb auch vorliegend von einer  klinisch  relevanten  Hypoxie  auszugehen  ist,  welche  –  wie  Swissmedic  nachvollziehbar festhält – nicht bereits durch einen Aufenthalt in schlecht  belüfteten Räumen, sondern nur beim Vorliegen von entsprechenden, die  Hypoxie  auslösenden  Grunderkrankungen  entstehen  und  mittels  Blutgasanalyse festgestellt werden kann. Die von der Beschwerdeführerin  immer  wieder  erwähnten  "leichten  Fälle"  fallen  somit  nicht  unter  die  Definition  der  Hypoxie,  da  diese  eine  erhebliche  Reduktion  des  Sauerstoffpartialdrucks  voraussetzt.  Das  Vorliegen  einer  gewissen  Schwere  (im  Sinne  einer  klinischen  Relevanz)  impliziert  auch  die  Anwendung von Sauerstoff zur Beatmung, die bei nicht vorhandener oder  insuffizienter  Spontanatmung  erfolgt  (vgl.  PSCHYREMBEL  [a.a.O.]).  Diese  beiden Anwendungsarten  gelten  bei  der Anwendung  von Sauerstoff  als  "well  established  use".  Wird  –  wie  vorliegend  –  für  eine  weitere  Anwendungsart  die  Zulassung  durch Swissmedic  beantragt,  ist  gemäss  zutreffender Auffassung von Swissmedic der Nachweis für die Sicherheit  und Wirksamkeit  gemäss  HMG  zu  erbringen,  ansonsten  die  Zulassung  nicht  zu  erteilen  ist.  Es  ist  somit  nicht  zu  beanstanden,  dass  die  Swissmedic die vereinfachte Zulassung gestützt auf die Annahme eines  "well established use" verweigert hat. 5.2. Zu prüfen bleibt somit, ob die Beschwerdeführerin den Nachweis für  die Sicherheit und Wirksamkeit für A._______® in Weissblechdosen von  2,  5  und  8 Liter  erbracht  hat  und  die  Zulassung  gestützt  darauf  hätte  erteilt werden müssen.  5.2.1.  Die  Beschwerdeführerin  verweist  bezüglich  des  Nachweises  der  Sicherheit  und  Wirksamkeit  auf  die  Untersuchung  der  Universität  Freiburg, welche zeige, dass der Sauerstoffpartialdruck im Blut nach etwa  zehn Atemzügen  im Mittelwert um 28,9% gestiegen sei. Ferner  führt die  Beschwerdeführerin  aus,  sie  wisse  aufgrund  von  Rückmeldungen  von  Apothekern und Anwendern, dass A._______® in den Weissblechdosen  mit  2,  5  und  8 Liter  Inhalt  vor  allem  kurzzeitig  zur  Überbrückung  von  hypoxischen Zuständen eingesetzt werde und erfahrungsgemäss acht bis  zehn Atemzüge genügten, um den Zustand zu verbessern. Gestützt auf 

C­6903/2009 die Ergebnisse der Untersuchung und diese praktischen Erfahrungen sei  die Anwendungsempfehlung erstellt worden. 5.2.2. Swissmedic hielt demgegenüber fest, die Beschwerdeführerin habe  keinen klinisch  relevanten Beleg  für die Wirksamkeit und Sicherheit  von  Sauerstoff  für andere Indikationen als Hypoxie und Beatmung vorgelegt.  Die von ihr wiederholt zitierte Studie der Universität Freiburg sei aufgrund  der  ihr  anhaftenden  Mängel  in  Bezug  auf  die  Gute  klinische  Praxis  (Fehlen  des  Studienprotokolls,  von  Einwilligungserklärungen  der  Teilnehmer,  des  Ethikvotums  und  von  Angaben  zur  Studienmethodik  sowie des "final study report") nicht zu berücksichtigen. Zudem habe die  Beschwerdeführerin  auch  mit  der  eingereichten  Anwendungsbeobachtung von Dr. med. B._______ den Nachweis für die  Sicherheit  und  Wirksamkeit  nicht  erbracht,  da  bislang  keine  genauen  Studiendokumente  (namentlich  Studienplan,  Studienauswertung,  "Case  Report  Forms",  Angaben  zu  den  Studienteilnehmern  und  von  diesen  unterschriebene  Einwilligungserklärungen)  vorgelegt  worden  seien.  Schliesslich seien die kleinen Weissblechdosen auch nicht zur Beatmung  geeignet, da mit diesen nicht genügend Druck aufgebaut werden könne,  um  die  Lungen  gegen  den  natürlichen Widerstand  des  Brustkorbes  zu  füllen;  eine  aktive  Beatmung  sei  somit  mit  den  Weissblechdosen  nicht  durchführbar. 5.2.3. Jeder  klinische Versuch mit Heilmitteln am Menschen muss nach  den  anerkannten  Regeln  der  Guten  Praxis  der  klinischen  Versuche  durchgeführt werden (Art. 53 Abs. 1 HMG). Der Bundesrat umschreibt die  anerkannten Regeln der Guten Praxis der klinischen Versuche näher. Er  regelt  dabei  insbesondere  die  Pflichten  der  Prüferin  oder  des  Prüfers  sowie  die  des  Sponsors  und  erlässt  Vorschriften  über  das  Kontrollverfahren.  Er  berücksichtigt  dabei  international  anerkannte  Richtlinien und Normen (Art. 53 Abs. 2 HMG; vgl. dazu Verordnung vom  17. Oktober  2001  über  klinische  Versuche  mit  Heilmitteln  [VKlin,  SR 812.214.2]).  Wie  Swissmedic  festgestellt  hat,  entsprechen  die  eingereichten  Unterlagen,  namentlich  diejenigen  von  Dr. med. B._______,  von Prof. Dr. sc. med. C._______,  der Academy of  Physical  Education  in  Katowice/Polen  (Dr. D._______  und  Dr. E._______)  und der Universität  Freiburg,  somit  nicht  den Richtlinien  der Guten klinischen Praxis, da es sich dabei einerseits teilweise lediglich  um Berichte/Stellungnahmen und nicht um klinische Studien handelt und  andererseits die erforderlichen Nachweise des Einhaltens der Regeln der  Guten  klinischen  Praxis  nicht  erbracht  worden  sind.  Ferner  ist 

C­6903/2009 festzuhalten,  dass  auch  die  von  der  Beschwerdeführerin  angeführten  Erfahrungen aus der Praxis  (z.B. Rückmeldungen von Apotheken) nicht  genügen, um den gemäss Gesetz erforderlichen Nachweis der Sicherheit  und Wirksamkeit  zu  erbringen.  Swissmedic  hat  die  Beschwerdeführerin  im  Verlauf  des  Bewilligungsverfahrens  mehrmals  darauf  aufmerksam  gemacht,  dass  die  Unterlagen  unvollständig  seien.  Die  Beschwerdeführerin hat darauf aber nicht reagiert. Zusammenfassend ist  somit  in  Übereinstimmungen  mit  den  Ausführungen  von  Swissmedic  festzuhalten,  dass  die  Beschwerdeführerin  keine  genügenden  Belege  zum  Nachweis  der  Sicherheit  und  Wirksamkeit  für  A._______®  in  Weissblechdosen  mit  2,  5  und  8 Liter  Inhalt  eingereicht  hat  und  die  Bewilligung daher zur Recht verweigert worden ist. 5.3. Es bleibt zu prüfen, ob das Arzneimittel allenfalls gestützt auf Art. 13  HMG  in  Verbindung  mit  Art. 12  Abs. 3  lit. b  VAZV  hätte  vereinfacht  zugelassen werden müssen (vgl. dazu E. 4.2 hiervor).  5.3.1. Die Beschwerdeführerin macht diesbezüglich geltend, A._______®  in Weissblechdosen mit 2, 5 und 8 Liter Inhalt sei in Deutschland bereits  zugelassen,  weshalb  es  auch  in  der  Schweiz  zuzulassen  sei.  Die  Beschwerdeführerin räumt allerdings ein, dass es sich bei der erwähnten  Zulassung  in  Deutschland  um  eine  Standardzulassung  handle,  welche  von der Zulassungspflicht befreit sei. 5.3.2.  Swissmedic  führt  diesbezüglich  aus,  es  habe  sich  aufgrund  der  eingereichten  Belege  gezeigt,  dass  es  sich  bei  der  Zulassung  in  Deutschland  lediglich  um  eine  Standardzulassung  von  "Sauerstoff  für  medizinische  Zwecke"  handle.  Eine  vereinfachte  Zulassung  gemäss  Art. 13 HMG sei somit nicht möglich. 5.3.3. Aus den von der Beschwerdeführerin eingereichten Unterlagen  ist  ersichtlich, dass Sauerstoff für medizinische Zwecke in Deutschland über  eine  Standardzulassung  verfügt.  Den  eingereichten  Belegen  lässt  sich  entnehmen,  dass  A._______®  aufgrund  seiner  Eigenschaft  als  medizinischer  Sauerstoff  einerseits  von  der  Zulassungspflicht  befreit  ist  (Beilage 7),  und  andererseits,  dass  das  Produkt  in  Deutschland  hergestellt  und  eingeführt  werden  darf  (Beilage 8).  Wie  Swissmedic  korrekt  festgestellt  hat,  handelt  es  sich  hierbei  also  nicht  um  eine  Zulassung, welche als Grundlage für die vereinfachte Zulassung gemäss  HMG  dienen  könnte.  In  diesem  Zusammenhang  gilt  festzuhalten,  dass  wenn  man  in  Deutschland  eine  Prüfung  durchgeführt  hätte,  was 

C­6903/2009 vorliegend  aber  unbestrittenermassen  nicht  der  Fall  ist,  dies  noch  nicht  bedeuten  würde,  dass  die  Zulassung  in  der  Schweiz  ebenfalls  ohne  Weiteres zu erteilen wäre, sondern lediglich dass die Zulassungsprüfung  in  der  Schweiz  unter  Zugrundelegung  der  in  Deutschland  verwendeten  Unterlagen erfolgen würde (vgl. CHRISTA TOBLER,  in: Basler Kommentar,  N. 6 f.  und  13 ff.  zu  Art. 13  HMG).  Demzufolge  kann  die  Beschwerdeführerin  aus  der  in  Deutschland  für  Sauerstoff  als  Medizinalgas  vorhandenen  Standardzulassung  sowie  aus  der  Herstellungs­ und Einfuhrbewilligung für das vorliegende Verfahren nichts  zu ihren Gunsten ableiten. 5.4.  Als  Endergebnis  ist  daher  festzuhalten,  dass  A._______®  in  Weissblechdosen  mit  2,  5  und  8 Liter  Inhalt  nicht  für  diejenigen  Anwendungsarten  von  Sauerstoff  als  Medizinalgas  fällt,  für  welche  von  Swissmedic  ein  "well  established  use"  anerkannt  wird.  Ferner  ist  festzustellen,  dass  die  Beschwerdeführerin  den  deshalb  notwendig  gewordenen Nachweis  für die Sicherheit  und Wirksamkeit  des Produkts  nicht hat erbringen können, da sie keine Studien vorlegen konnte, welche  gemäss den Regeln der Guten klinischen Praxis erstellt worden sind, und  dass  auch  keine  vereinfachte  Zulassung  gestützt  auf  eine Zulassung  in  Deutschland möglich war, weil es sich bei der Zulassung in Deutschland  lediglich um eine Standardzulassung handelt. Swissmedic  hat  somit  die  Zulassung  für  A._______®  in Weissblechdosen mit  2,  5  und  8 Liter  zu  Recht verweigert. 6.  Strittig und zu beurteilen bleibt somit die Frist, innert welcher A._______®  in  Weissblechdosen  mit  2,  5  und  8 Liter  Inhalt  aus  dem  Verkehr  genommen werden muss.  Für  Arzneimittel,  die  bisher  weder  nach  kantonalem  noch  nach  Bundesrecht  zulassungspflichtig waren  und  die  neu  zugelassen werden  müssen,  ist  das  Zulassungsgesuch  innerhalb  eines  Jahres  nach  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  einzureichen.  Bis  zum  Zulassungsentscheid  des  Instituts  dürfen  sie  weiter  in  Verkehr  bleiben  (Art. 95 Abs. 3 HMG). 6.1. Die  Beschwerdeführerin  beantragt  in  ihrem  Eventualantrag,  es  sei  eine Frist von drei Monaten nach Rechtskraft der Verfügung anzusetzen,  innert welcher A._______® in Weissblechdosen mit 2, 5 und 8 Liter Inhalt  aus  dem Verkehr  genommen werden müsse.  Zur  Begründung  führt  sie 

C­6903/2009 aus, das Produkt sei bereits seit dem Jahr 2002 im Verkehr und es habe  keine Gesundheitsgefährdung festgestellt werden können. Zudem sei der  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen  worden,  was  auch  darauf  hinweise,  dass  keine  Gesundheitsgefährdung  zu  erwarten  sei.  Es  rechtfertige  sich  deshalb,  für  den  geordneten  Rückruf  des  Produkts eine angemessene Frist anzusetzen. Entgegen der Ansicht von  Swissmedic sei es ihr nicht bereits zum heutigen Zeitpunkt möglich, den  Handel  über  den  (eventuellen)  Rückzug  zu  informieren,  da  dies  einen  erheblichen  und  –  je  nach  Prozessausgang  –  ungerechtfertigten  Vertrauensverlust für das Produkt zur Folge hätte. 6.2.  Swissmedic  führte  diesbezüglich  aus,  die  geltende  Heilmittelgesetzgebung  kenne  keine  Möglichkeit  der  Gewährung  von  Ausverkaufsfristen.  Es  gebe  keine  gesetzliche  Grundlage,  welche  ein  befristeter  weiterer  Vertrieb  beziehungsweise  Verkauf  erlauben  würde.  Die Beschwerdeführerin habe jedoch infolge der aufschiebenden Wirkung  der Beschwerde die Möglichkeit, die Lagerbestände des Produkts an die  aktuelle Situation anzupassen. Ferner wies Swissmedic darauf hin, dass  das Produkt nach einem negativen Zulassungsentscheid gemäss Art. 95  Abs. 3 HMG ohnehin nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfe, zumal  gemäss Wortlaut von Art. 95 Abs. 3 HMG bereits nach dem Erlass eines  negativen  Zulassungsentscheids,  welcher  noch  nicht  rechtskräftig  sein  müsse, das Produkt nicht mehr in Verkehr gebracht werden dürfe. 6.3.  Bei  Sauerstoff  als  Medizinalgas,  worunter  auch  A._______®  fällt,  handelt  es  sich  unbestrittenermassen  um  ein  Arzneimittel,  das  in  den  Anwendungsbereich  von  Art. 95  Abs. 3  HMG  fällt  (vgl.  URSULA  EGGENBERGER STÖCKLI, in: Basler Kommentar, N. 8 zur Art. 95 HMG). Da  das  HMG  am  1. Januar  2002  in  Kraft  getreten  ist  und  die  Beschwerdeführerin  das  Zulassungsgesuch  am  20. Dezember  2002  gestellt  hat,  wurde  die  gesetzliche  Jahresfrist  eingehalten.  Weiter  ist  gemäss  Wortlaut  von  Art. 95  Abs. 3  HMG  und  übereinstimmender  Meinung  der  Parteien  unstrittig,  dass  A._______®  bis  zum  Zulassungsentscheid von Swissmedic in Verkehr gebracht werden darf.  Gemäss  Art. 55  Abs. 1  VwVG  hat  die  Beschwerde  aufschiebende  Wirkung. Hat die Verfügung nicht eine Geldleistung zum Gegenstand, so  kann  die  Vorinstanz  einer  allfälligen  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  entziehen;  dieselbe  Befugnis  steht  der  Beschwerdeinstanz,  ihrem  Vorsitzenden  oder  dem  Instruktionsrichter  nach  Einreichung  der  Beschwerde  zu  (Art. 55  Abs. 2  VwVG).  Vorliegend  wurde  die 

C­6903/2009 aufschiebende  Wirkung  nicht  entzogen,  was  bedeutet,  dass  die  in  der  angefochtenen Verfügung angeordnete Rechtsfolge oder Rechtswirkung  vorläufig  nicht  eintritt  (HANSJÖRG  SEILER,  in:  Praxiskommentar  VwVG,  Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Zürich 2009, Art. 55 N 8 ff.). Entgegen  der Meinung der Vorinstanz verhält es sich somit vorliegend keineswegs  gleich, wie bei  einem zulassungspflichtigen Arzneimittel,  das nicht unter  die Übergangsbestimmung von Art. 95 Abs. 3 HMG fällt, und für welches  die (erstmalige) Zulassung verweigert worden ist. In diesem Fall wäre das  Arzneimittel für die Dauer eines Beschwerdeverfahrens selbstverständlich  weiterhin  (noch)  nicht  zugelassen,  da  es  sich  bei  dieser  Verfügung  um  eine  negative  Verfügung  handelt,  welche  bereits  per  Definition  der  aufschiebenden Wirkung  nicht  zugänglich  ist  (HANSJÖRG SEILER,  a.a.O.,  Art. 55 N 23). Vorliegend ist die Verfügung jedoch als positive Verfügung  zu  Ungunsten  der  Beschwerdeführerin  zu  qualifizieren,  weshalb  einer  Beschwerde  die  aufschiebende  Wirkung  zukommt,  sofern  diese  nicht  entzogen worden  ist  (HANSJÖRG SEILER,  a.a.O.,  Art. 55 N 22). Hätte  die  Vorinstanz  somit  das  weitere  Inverkehrbringen  von  A._______®  verhindern  wollen,  hätte  sie  einer  allfälligen  Beschwerde  gegen  ihre  Verfügung die aufschiebende Wirkung entziehen müssen respektive den  Entzug  beim  Bundesverwaltungsgericht  beantragen  müssen,  was  sie –  wie erwähnt – jedoch nicht getan hat. Es ist somit nicht zu beanstanden,  dass  die  Beschwerdeführerin  A._______®  in Weissblechdosen mit  2,  5  und  8 Liter  Inhalt  während  der  Dauer  des  Beschwerdeverfahrens  weiterhin in Verkehr gebracht hat. In Bezug auf die von der Beschwerdeführerin beantragte Ausverkaufsfrist  ist festzuhalten, dass die geltende Heilmittelgesetzgebung die Möglichkeit  der  Gewährung  von  Ausverkaufsfristen  nicht  (mehr)  kennt  (vgl.  VPB 69.23 E. 8)  und somit  ein – wenn auch befristeter  – Weitervertrieb  nach  einem  rechtskräftigen  Entscheid  nicht  zulässig  ist.  Das  Bundesverwaltungsgericht  sieht  keinen  Grund  von  dieser  Praxis  abzuweichen. Der Antrag  der Beschwerdeführerin  auf Gewährung einer  Übergangsfrist ist somit abzuweisen. 6.4.  Zusammenfassend  ist  daher  festzuhalten,  dass  der  Entscheid  von  Swissmedic, die Zulassung von A._______® mit 2, 5 und 8 Liter Inhalt zu  verweigern,  zu  bestätigen  ist.  Ferner  ist  der  Eventualantrag  der  Beschwerdeführerin,  das  Inverkehrbringen  erst  nach  Ablauf  einer  angemessenen  Übergangsfrist  zu  verbieten,  abzuweisen.  Die  Beschwerde  ist  daher  insgesamt  vollumfänglich  abzuweisen  und  die 

C­6903/2009 angefochtene  Verfügung  vom  5. Oktober  2009  respektive  die  Wiedererwägungsverfügung vom 16. Dezember 2009 ist zu bestätigen. 7.  Zu  befinden  bleibt  noch  über  die  Verfahrenskosten  und  allfällige  Parteientschädigungen. 7.1.  Die  Beschwerdeinstanz  auferlegt  in  der  Entscheidungsformel  die  Verfahrenskosten,  bestehend  aus  Spruchgebühr,  Schreibgebühren  und  Barauslagen,  in  der  Regel  der  unterliegenden  Partei  (Art. 63  Abs. 1  VwVG).  Vorliegend  sind  die  Verfahrenskosten  auf  Fr. 4'000.­­  festzusetzen  und  der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  aufzuerlegen.  Die  Verfahrenskosten  sind  mit  dem  geleisteten  Kostenvorschuss  in  derselben Höhe zu verrechnen. 7.2. Die  Beschwerdeinstanz  kann  der  ganz  oder  teilweise  obsiegenden  Partei  von Amtes wegen oder  auf Begehren  eine Entschädigung  für  ihr  erwachsene  notwendige  und  verhältnismässig  hohe Kosten  zusprechen  (Art. 64 Abs. 1 VwVG und Art. 7 Abs. 1 des Reglements vom 21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  [VGKE, SR 173.320.2]). Keinen Anspruch auf  Parteientschädigung  haben Bundesbehörden  und,  in  der Regel,  andere  Behörden,  die  als  Parteien  auftreten  (Art. 7  Abs. 3  VGKE).  Der  obsiegenden  Swissmedic  ist  somit  keine  Parteientschädigung  zuzusprechen.  Der  unterliegenden  Beschwerdeführerin  ist  keine  Parteientschädigung zuzusprechen (Art. 64 Abs. 1 VwVG e contrario).

C­6903/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde wird vollumfänglich abgewiesen. 2.  Die  Verfahrenskosten  in  der  Höhe  von  Fr. 4'000.­­  werden  der  Beschwerdeführerin  auferlegt  und mit  dem geleisteten Kostenvorschuss  von Fr. 4'000.­­ verrechnet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – die Beschwerdeführerin (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr. …; Gerichtsurkunde) – das Eidgenössische Departement des Innern (Gerichtsurkunde) Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Michael Peterli Sandra Tibis Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6903/2009 — Bundesverwaltungsgericht 20.01.2012 C-6903/2009 — Swissrulings