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Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 C-6173/2009

29 août 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·1,327 mots·~7 min·2

Résumé

Rentenrevision | Invalidenrente (Revision); Verfügung der IVSTA vom 1. September 2009

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6173/2009 Urteil   v om   2 9 .   Augus t   2011 Besetzung Richter Beat Weber (Vorsitz), Richter Vito Valenti, Richter Francesco Parrino,    Gerichtsschreiberin Susanne Flückiger. Parteien A._______, c/o B._______, Z._______,   Beschwerdeführerin,  gegen IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA,  Y.________,    Vorinstanz.  Gegenstand Invalidenrente (Revision);  Verfügung der IVSTA vom 1. September 2009.

C­6173/2009 Das Bundesverwaltungsgericht stellt fest und erwägt, dass die am (…) 1953 geborene kroatische Staatsangehörige A._______  (nachfolgend:  Versicherte  oder  Beschwerdeführerin),  welche  heute  in  Kroatien  lebt,  seit  dem Jahr 1985  in Z._______  lebte und arbeitete und  Beiträge  an  die  Schweizerische  Alters­,  Hinterlassenen­  und  Invalidenversicherung entrichtete (act. IV/2), dass  ihr  die  IV­Stelle  X._______ mit  Verfügung  vom  15.  Oktober  2001  eine  ganze  Invalidenrente  ab  1.  November  1999  bei  einem  Invaliditätsgrad von 76% zusprach (act. IV/22) und im Nachgang zu einer  im Herbst  2002  durchgeführten Rentenrevision mitteilte,  die Versicherte  habe  weiterhin  Anspruch  auf  eine  ganze  Invalidenrente  (act.  IV/33),  hingegen  ein  Gesuch  um  Leistung  einer  Hilflosenentschädigung  mit  Verfügung vom 13. Mai 2003 abwies (act. IV/38), dass  die  Versicherte  nach  Kroatien  zurückkehrte  und  die  IV­Stelle  X._______  das  Aktendossier  am  13.  Juli  2006  zuständigkeitshalber  an  die IV­Stelle für Versicherte im Ausland IVSTA überwies (Vorinstanz; act.  IV/40), welche im April 2008 ein neues Revisionsverfahren eröffnete (act.  IV/41 ff.),  dass  die  IVSTA  gestützt  auf  eine  in  Kroatien  eingeholte  aktuelle  medizinische  Dokumentation  (act.  IV/53­75)  sowie  zwei  Beurteilungen  des regionalärztlichen Dienstes (RAD) W._______ vom 19. Mai 2008 und  vom 4. Mai 2009  (act.  IV/43, 77) der Versicherten mit Vorbescheid vom  12. Mai  2009  die  Aufhebung  der  Invalidenrente  in  Aussicht  stellte  (act.  IV/78), dass  die  Versicherte  am  1.  Juni  2009  unter  Beilage  von medizinischen  Akten gegen diesen Bescheid einwendete, gestützt auf die Angaben der  sie  untersuchenden  Ärzte  habe  sich  ihr  Gesundheitszustand  verschlechtert  und  nicht  verbessert,  weshalb  sie  nicht  verstehe,  warum  sie  keinen Rentenanspruch mehr  haben  sollte,  und  sie  sich  gleichzeitig  bereit  erklärte,  für  eine  entsprechende Untersuchung  in  die Schweiz  zu  reisen (act. IV/79­86), dass die Vorinstanz – nachdem sie eine weitere Stellungnahme des RAD  vom  4.  August  2009  eingeholt  hatte  (act.  IV/88)  –  mit  Verfügung  vom  1. September  2009  die  ganze  Invalidenrente  per  1.  November  2009  aufhob mit der Begründung, aufgrund der neu erhaltenen Unterlagen sei  die  Versicherte  wieder  in  der  Lage,  eine  ihrem  Gesundheitszustand 

C­6173/2009 angepasste  Tätigkeit  auszuüben  und  könne  dabei  mehr  als  50%  des  Erwerbseinkommens  erzielen,  das  sie  heute  erreichen  würde,  wäre  sie  nicht invalid geworden; die einwandweise eingereichten Unterlagen seien  dem  RAD  unterbreitet  worden,  dieser  bestätige  seine  vorgängige  Stellungname (act. IV/90),  dass  die  Beschwerdeführerin  am  22.  September  2009  (Poststempel) –  vertreten  durch  Rechtsanwalt  Simo  Filipovic  –  gegen  diesen  Entscheid  Beschwerde  bei  der  IVSTA  einreichte  und  die  Verletzung  von  Grundrechten,  die  falsche  und  unvollständig  festgestellte  Sachverhaltsermittlung,  eine  fehlerhafte  Rechtsanwendung  sowie  die  fehlende  Begründung  der  Verfügung  rügte  und  die  Aufhebung  der  Verfügung  sowie  die  Weitergewährung  der  Invalidenrente  beantragte  (act. 4), dass  die  Beschwerdeführerin  am  29.  September  2009  (Poststempel)  in  eigenem  Namen  eine  Beschwerde  einreichte  und  im  Wesentlichen  mitteilte,  sie  habe  bei  der  Vorinstanz mit  Eingabe  gleichen Datums  um  Akteneinsicht  gebeten,  um  die  Beschwerde  sachgerecht  begründen  zu  können (act. 1, 3),  dass  das  Bundesverwaltungsgericht  die  Beschwerdeführerin  mit  Verfügung  vom  6.  Oktober  2009  aufforderte,  bis  am  30.  Oktober  2009  eine substantiierte Begründung nachzureichen (act. 2), dass  die  Beschwerdeführerin  mit  Eingabe  vom  30.  Oktober  2009  und  Verweis auf eine weitere Eingabe an die IVSTA vom 7. Oktober 2009 – in  welcher  sie  nochmals  um  Akteneinsicht  gebeten  hatte  –  mitteilte,  sie  habe  von  der  Vorinstanz  bisher  keine  Akteneinsicht  erhalten,  und  beantragte,  ihr  sei  Gelegenheit  zu  geben,  eine  eigene  medizinische  Dokumentation einzureichen bzw. eine unabhängige Untersuchung in der  Schweiz  zu  veranlassen,  um  ihren  tatsächlichen  Gesundheitszustand  festzustellen (act. 5, 5.1 = act. IV/93 f.), dass  sie  weiter  ausführte,  die  vom  kroatischen  Versicherungsträger  veranlasste  Untersuchung  sei  nur  sehr  kurz  gewesen  und  der  untersuchende  Arzt  habe  das  Resultat  der  Untersuchung  offenbar  von  einer "Belohnung" ihrerseits abhängig gemacht, sie sei indes weder in der  Lage noch gewillt gewesen, dieser Forderung nachzukommen, dass die Vorinstanz  in  ihrer Vernehmlassung vom 25. Februar 2010 die  Abweisung der Beschwerde beantragte und dies im Wesentlichen mit der 

C­6173/2009 vom  RAD  festgestellten  Gesundheitsverbesserung  bei  der  Beschwerdeführerin begründete (act. 9), dass das Bundesverwaltungsgericht – da die Beschwerdeführerin auf die  Einreichung  einer  Replik  verzichtete  –  den  Schriftenwechsel  mit  Verfügung vom 3. Mai 2010 abschloss, dass  das  Bundesverwaltungsgericht  gemäss  Art. 31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  in  Verbindung mit  Art. 69  Abs. 1  Bst. b  des  Bundesgesetzes  vom  19. Juni  1959 über die Invalidenversicherung (IVG, SR 831.20) und Art. 33 Bst. d  VGG zur Beurteilung der vorliegenden Beschwerde zuständig ist, dass  die  Beschwerdeführerin  am  vorinstanzlichen  Verfahren  teilgenommen hat, durch die angefochtene Verfügung berührt ist und ein  schutzwürdiges  Interesse  an  deren  Anfechtung  (Art.  59  des  Bundesgesetzes  über  den  allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  vom  6.  Oktober  2000  [ATSG,  SR  830.1];  entsprechend:  Art.  48  Abs.  1  VwVG)  hat  und  deshalb  zur  Beschwerde  legitimiert ist,  dass  die  Beschwerdeführerin  ihren  Rechtsvertreter  Simo  Filipovic  mit  Vollmacht  vom 21. September  (act.  4.2)  rechtsgültig  bevollmächtigt  hat,  die  Eingabe  von  Simo  Filipovic  vom  21.  September  2009  von  ihm  unterzeichnet  wurde,  indes  die  Beschwerdeführerin  in  ihrer  am  29.  September  2009  eingereichten  Beschwerde  darum  bat,  die  Korrespondenz an die Adresse  ihrer Tochter  in der Schweiz zu senden,  und  auch  die  weiteren  Eingaben  der  Beschwerdeführerin  in  eigenem  Name in der Schweiz mit Absender der Tochter aufgegeben wurden (act.  1,  5,  14),  weshalb  aufgrund  der  Aktenlage  zu  schliessen  ist,  die  Beschwerdeführerin  führe  das  Beschwerdeverfahren  nunmehr  im  eigenen Namen weiter, dass  die  Beschwerde(n)  inkl.  Beschwerdeverbesserung  frist­  und  formgerecht eingereicht wurden und auch der Kostenvorschuss gemäss  Art. 63 Abs. 4 VwVG innert der auferlegten Frist geleistet wurde, weshalb  auf die Beschwerde einzutreten ist, dass  die  Beschwerdeführenden  im Rahmen  des Beschwerdeverfahrens  die Verletzung von Bundesrecht unter Einschluss des Missbrauchs oder  der  Überschreitung  des  Ermessens,  die  unrichtige  oder  unvollständige 

C­6173/2009 Feststellung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  sowie  die  Unangemessenheit rügen können (Art. 49 VwVG), dass in der Hauptsache streitig ist, ob die Vorinstanz zu Recht die bisher  ausgerichtete ganze Invalidenrente revisionsweise per 1. November 2009  aufhob,  dass  die  Beschwerdeführerin  bereits  bei  ihrer  Einwendung  gegen  den  Vorbescheid rügte, es sei unklar, weshalb sie keinen Anspruch mehr auf  eine Rente habe (act. IV/79),  dass sie die IVSTA mit Schreiben vom 7. Oktober 2009 um Akteneinsicht  ersuchte (act. 5.1), dass sie in ihrer Beschwerdeverbesserung vom 30. Oktober 2009 (act. 5)  präzisierte,  die  für  die  Vorinstanz  relevante  neue  medizinische  Dokumentation sei ihr trotz ihres Antrags auf Akteneinsicht nie übergeben  worden und die Beurteilung sei ohne ihre Einsichtnahme erfolgt, dass  sie  damit  eine  Verletzung  des  Akteneinsichtsrechts  und  der  Begründungspflicht  und  damit  eine  Verletzung  des  rechtlichen  Gehörs  rügte (vgl. auch act. 4.1), dass  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  (Art. 29  Abs. 2  der  Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April  1999  [BV,  SR  101],  Art. 42  des  Bundesgesetzes  vom  6. Oktober  2000  über  den  Allgemeinen  Teil  des  Sozialversicherungsrechts  [ATSG,  SR  830.1])  der  vom  Entscheid  in  ihrer  Rechtsstellung  betroffenen  Person  insbesondere  das  Recht  gewährleistet,  sich  vor  Erlass  des  Entscheids  zur Sache zu äussern, erhebliche Beweise beizubringen, Einsicht  in die  Akten zu nehmen, mit erheblichen Beweisanträgen gehört zu werden und  an der Erhebung wesentlicher Beweise entweder mitzuwirken oder  sich  zumindest  zum  Beweisergebnis  zu  äussern,  wenn  dieses  geeignet  ist,  den Entscheid zu beeinflussen (BGE 132 V 368 E. 3.1), dass  der  Gehörsanspruch  die  Behörde  verpflichtet,  die  Vorbringen  der  betroffenen  Person  auch  tatsächlich  zu  hören,  zu  prüfen  und  in  der  Entscheidfindung  zu  berücksichtigen,  weshalb  sie  ihren  Entscheid  zu  begründen hat (BGE 134 I 83 E. 4.1), dass  die  Pflicht  der  Behörde,  ihre  Verfügungen  –  sofern  sie  den  Begehren  der  Parteien  nicht  voll  entsprechen  (Art. 49  Abs. 3  Satz 2 

C­6173/2009 ATSG) – zu begründen, insbesondere bezweckt, die betroffene Person in  die  Lage  zu  versetzen,  eine  Verfügung  gegebenenfalls  sachgerecht  anfechten  zu  können  (BGE  124  V  180  E. 1a,  vgl.  auch  BGE  134  I  83  E. 4.1 mit Hinweisen), dass  die  IV­Stelle  gemäss Art. 57a Abs. 1  IVG  der  versicherten Person  den  vorgesehenen  Endentscheid  über  ein  Leistungsbegehren  oder  den  Entzug  oder  die  Herabsetzung  einer  bisher  gewährten  Leistung  mittels  Vorbescheid mitzuteilen und ihr das rechtliche Gehör zu gewähren hat, dass  sich  die  IV­Stelle  in  ihrer  Verfügung  mit  den  im  Vorbescheidverfahren vorgebrachten, relevanten Einwänden auseinander  zu setzen hat (Art. 74 Abs. 2 der Verordnung vom 17. Januar 1961 über  die  Invalidenversicherung  [IVV,  SR  831.201])  und  an  die  Begründungspflicht  erhöhte  Anforderungen  zu  stellen  sind  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7730/2007 vom 18. Mai 2009 E. 3.2.2 mit Hinweis), dass  aus  dem  Vorbescheid  nicht  hervorgeht,  auf  welche  medizinische  Beurteilungen  sich  die Verwaltung  stützte,  und  die Stellungnahmen des  medizinischen Dienstes  der  IVSTA nicht  beigelegt  oder  im Vorbescheid  wiedergegeben wurden, dass  die  (damals  noch  nicht  anwaltlich  vertretene)  Beschwerdeführerin  deshalb gar nicht  in der Lage war, sachbezogene Einwände gegen den  Vorbescheid  vorzubringen  (vgl.  dazu  auch  BVGE  2010/35  E. 4.2.1  mit  Hinweisen), dass die Vorinstanz weder im Vorbescheid vom 12. Mai 2009 noch in der  angefochtenen Verfügung vom 1. September 2009 eingehend begründet  hat, worauf sie ihre revisionsweisen Schlüsse stützte,  dass  in der Verfügung vom 1. September 2009  im Wesentlichen nur die  anwendbaren  gesetzlichen  Bestimmungen  aufgeführt  werden  und  festgestellt wird,  im Rahmen der Überprüfung des Rentenanspruchs sei  die  Beschwerdeführerin  wieder  in  der  Lage,  mehr  als  50%  des  Erwerbseinkommens  zu  erzielen,  und  der  ärztliche  Dienst  diese  Beurteilung  auch  in  Berücksichtigung  der  am  1.  Juni  2009  im  Rahmen  des Einwandes eingereichten medizinischen Akten bestätigt habe, dass  die  Vorinstanz  der  Beschwerdeführerin  die  massgebenden  Entscheidgrundlagen spätestens mit der Verfügung hätte bekannt geben 

C­6173/2009 müssen  und  sich  in  ihrer  Begründung  nicht  darauf  beschränken  durfte,  auf die Einwände des Versicherten mit  kurzen, weitgehend allgemeinen  Ausführungen einzugehen, dass  vorliegend  eine  sachbezogene  Anfechtung  der  Verfügung  vom  1. September 2009 nicht möglich war und die Vorinstanz demnach auch  ihrer Begründungspflicht nicht nachgekommen ist, dass der Anspruch der Beschwerdeführerin auf  rechtliches Gehör  somit  hinsichtlich  der  Begründung  und  der  ungenügenden  Akteneinsicht  in  zweifacher Hinsicht verletzt wurde, dass  der  Anspruch  auf  rechtliches  Gehör  formeller  Natur  ist,  weshalb  dessen Verletzung ungeachtet der Erfolgsaussichten der Beschwerde  in  der  Sache  selbst  zur  Aufhebung  der  angefochtenen  Verfügung  führt  (BGE 127 V 431 E. 3d/aa, BGE 126 I 19 E. 2d/bb), dass  nach  der  Rechtsprechung  eine  Verletzung  des  Gehörsanspruchs  dann  als  geheilt  gelten  kann,  wenn  die  unterbliebene  Gewährung  des  rechtlichen  Gehörs  (also  etwa  die  unterlassene  Ermöglichung  der  Akteneinsicht  oder  eine  ungenügende  Begründung)  in  einem  Rechtsmittelverfahren  nachgeholt  wird,  in  dem  die  Beschwerdeinstanz  mit der gleichen Prüfungsbefugnis entscheidet wie die untere Instanz, dass  die  Heilung  aber  ausgeschlossen  ist,  wenn  es  sich  um  eine  besonders schwerwiegende Verletzung der Parteirechte handelt,  zudem  den Beschwerdeführenden kein Nachteil erwachsen darf und die Heilung  die Ausnahme bleiben soll  (BGE 129 I 129 E. 2.2.3, BGE 126 V 130 E.  2b, BGE 126 I 68 E. 2), dass  bei  Verstössen  gegen  die  Begründungspflicht  der  Mangel  als  behoben erachtet wird, wenn die Rechtsmittelbehörde eine hinreichende  Begründung  liefert oder wenn die unterinstanzliche Behörde  im Rahmen  des  Beschwerdeverfahrens  eine  genügende  Begründung  nachschiebt  (Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  A­1737/2006  vom  22.  August  2007 E. 2.2; vgl. auch LORENZ KNEUBÜHLER, Die Begründungspflicht, Bern  1998, S. 214 mit Hinweisen), dass  die  Unterlassung  der  Gewährung  der  Akteneinsicht  für  sich  allein  bereits  eine  schwerwiegende  Verletzung  des  Anspruchs  auf  rechtliches  Gehör darstellt, http://links.weblaw.ch/BGE-127-V-431 http://links.weblaw.ch/BGE-127-V-431 http://links.weblaw.ch/BGE-127-V-431 http://links.weblaw.ch/BGE-127-V-431 http://links.weblaw.ch/BGE-127-V-431 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-19 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-19 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-19 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-19 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-19 http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/BGE-129-I-129 http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-130 http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-130 http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-130 http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-130 http://links.weblaw.ch/BGE-126-V-130 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-68 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-68 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-68 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-68 http://links.weblaw.ch/BGE-126-I-68 http://links.weblaw.ch/BVGer-A-1737/2006

C­6173/2009 dass  die  Beschwerdeführerin  im  Beschwerdeverfahren  mehrfach  Akteneinsicht beantragte, die Vorinstanz dem Antrag  indes gemäss den  Akten nicht nachkam, dass  die  Vorinstanz  sich  auch  in  ihrer  Vernehmlassung  (act.  9)  nur  allgemein  zu  ihrer  Praxis  im  Revisionsverfahren  und  ihrer  Entscheidfindung  gestützt  auf  die  medizinischen  Akten  äusserte,  sich  aber  nicht  ansatzweise  mit  den  weiteren,  v.a.  in  formeller  Hinsicht  vorgebrachten  Rügen  der  Beschwerdeführerin  auseinandersetzte  und  lediglich  die  Abweisung  der  Beschwerde  beantragte,  so  dass  auch  in  dieser  Hinsicht  eine  Gehörsverletzung  im  Sinne  der  fehlenden  Begründung auszumachen ist,  dass  vorliegend  die  Verletzung  einer  wesentlichen  Verfahrensgarantie  deshalb besonders schwer wiegt, weil die Beschwerdeführerin bereits im  Vorbescheidverfahren mangels Begründung  bzw. mangels Kenntnis  der  nach Ansicht der Vorinstanz massgebenden medizinischen Beurteilungen  die  in  Aussicht  gestellte  Entscheidung  nicht  nachvollziehen  konnte  und  somit  keine  Gelegenheit  erhalten  hat,  zu  den  Feststellungen  der  Verwaltung Stellung zu nehmen, dass  damit  der  Anspruch  der  Beschwerdeführerin,  sich  zumindest  zum  Beweisergebnis zu äussern, missachtet wurde, dass  das  rechtliche Gehör  aber  nicht  nur  ein  persönlichkeitsbezogenes  Mitwirkungsrecht  beim  Erlass  eines  Entscheids  darstellt,  welcher  in  die  Rechtsstellung einer Person eingreift,  sondern auch der Sachaufklärung  dient (BGE 132 V 368 E. 3.1), dass  mit  der  Heilung  einer  solchen  Gehörsverletzung  das  Vorbescheidverfahren – welches den Dialog zwischen der  IV­Stelle und  der  versicherten  Person  sowie  deren  Einbezug  in  die  Ermittlung  des  rechtserheblichen  Sachverhalts  bezweckt,  um  die  Akzeptanz  der  Entscheide der IV­Stellen zu verbessern – seine Funktion verlieren würde  (vgl. BVGE 2010/35 E. 4.3.2, C­7730/2007 vom 18. Mai 2009 E. 3.2.2 mit  Hinweisen), dass es zudem nicht Aufgabe des Bundesverwaltungsgerichts sein kann,  durch  die  Vorinstanz  systematisch  begangene  Verfahrensmängel  im  Beschwerdeverfahren  zu  heilen  (vgl.  BVGE  2010/35  sowie  Urteile  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­6355/2009  vom  4. März  2010  E.  4.3.3, 

C­6173/2009 C­18/2010  vom  21. April  2010,  S.  8,  und  C­4092/2010  vom  5.  August  2010, S. 6), dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts die Verwaltung das  Abklärungsverfahren  nicht  in  ein  Einspracheverfahren  verschieben  darf,  da sonst der Zweck, die Gerichte zu entlasten, unterlaufen würde  (BGE  132  V  368  E. 5,  Urteil  des  Bundesgerichts  9C_363/2009  vom  18. März  2010  E. 3.1  in  fine)  und  dies  analog  auch  bei  Vorbescheidverfahren –  insbesondere mit Blick auf den oben angeführten Zweck – Geltung haben  muss, dass bei einer Rückweisung an die Vorinstanz den Parteien alle Rechte,  insbesondere der doppelte Instanzenzug, gewahrt bleiben (vgl. BGE 125  V  413  E. 2c,  Urteile  des  Bundesgerichts  9C_272/2009  vom  16. September 2009 E. 4.1, 8C_949/2008 vom 4. Mai 2009 E. 5.2), dass die angefochtene Verfügung daher aufzuheben und die Sache zur  Durchführung  eines  korrekten  Vorbescheidverfahrens  und  Erlass  einer  neuen Verfügung an die Vorinstanz zurückzuweisen ist, dass  die  Vorinstanz  demnach  ausser  dem  zu  gewährenden  rechtlichen  Gehör  inklusive  Akteneinsicht  die  beschwerdeweisen  Vorbringen  der  Beschwerdeführerin  (act.  5)  bezüglich  der  Umstände  der  in  Zagreb  erfolgten medizinischen Untersuchungen (act. 5; vgl. act. IV/74, 75) sowie  die  weiteren  –  allenfalls  gestützt  auf  die  Akteneinsicht  noch  zu  ergänzenden – Anträge der Beschwerdeführerin zu prüfen und sich damit  nachvollziehbar auseinanderzusetzen hat, dass die Beschwerde in diesem Sinne gutzuheissen ist, dass  bei  diesem  Ausgang  nach  der  bisherigen  Praxis  des  Bundesverwaltungsgerichts keine Verfahrenskosten zu erheben sind (vgl.  bspw.  Urteil  des  Bundesverwaltungsgerichts  C­7730/2007  vom  18. Mai  2009 E. 5.1) und der Beschwerdeführerin der geleistete Kostenvorschuss  von Fr. 300.­ zurückzuerstatten ist, dass die obsiegende Beschwerdeführerin gemäss Art. 64 Abs. 1 VwVG in  Verbindung  mit  Art. 7  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten und Entschädigungen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VGKE,  SR  173.320.2)  Anspruch  auf  eine  Parteientschädigung  zu  Lasten  der  Verwaltung hat,

C­6173/2009 dass  der  Rechtsvertreter  lediglich  die  Beschwerde  einreichte  und  die  Beschwerdeführerin  in  der  Folge  das  Verfahren  selbst  weiterführte,  weshalb  ihr  in der Folge keine weiteren, verhältnismässig hohen Kosten  mehr erwachsen sind,  dass  die  Parteientschädigung  unter  diesen  Umständen  auf  Fr.  400.­­   (ohne Mehrwertsteuer,  vgl.  bspw. Urteil  des Bundesverwaltungsgerichts  C­6983/2009 vom 12. April 2010 E. 3.2) festzusetzen ist. Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die Beschwerde  vom  22.  bzw.  29.  September  2009 wird  in  dem Sinne  gutgeheissen,  dass die Verfügung  vom 1. September 2009 aufgehoben  und die Sache an die Vorinstanz zurückgewiesen wird, damit sie im Sinne  der Erwägungen verfahre. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr.  300.­­   wird  der  Beschwerdeführerin  nach  Eintritt der Rechtskraft des vorliegenden Urteils zurückerstattet. 3.  Der Beschwerdeführerin wird eine Parteientschädigung  in der Höhe von  Fr. 400.­­  zugesprochen, die von der Vorinstanz zu leisten ist. 4.  Dieses Urteil geht an: – die  Beschwerdeführerin  (Gerichtsurkunde;  Beilage:  Rückerstattungsformular) – die Vorinstanz (Ref­Nr. […]) – das Bundesamt für Sozialversicherungen Für die Rechtsmittelbelehrung wird auf die nächste Seite verwiesen.

C­6173/2009 Der vorsitzende Richter: Die Gerichtsschreiberin: Beat Weber Susanne Flückiger Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  Schweizerhofquai  6,  6004  Luzern,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden,  sofern  die  Voraussetzungen  gemäss  den  Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 (BGG, SR 173.110) gegeben  sind. Die Rechtsschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe  der  Beweismittel  und  die  Unterschrift  zu  enthalten.  Der  angefochtene  Entscheid und die Beweismittel sind, soweit sie der Beschwerdeführer in  Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6173/2009 — Bundesverwaltungsgericht 29.08.2011 C-6173/2009 — Swissrulings