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Bundesverwaltungsgericht 20.06.2011 C-6123/2009

20 juin 2011·Deutsch·CH·CH_BVGE·PDF·4,100 mots·~21 min·2

Résumé

Meinungs- Informationfreiheit, Medienfreiheit, Petitionrecht (Übriges) | Zutrittsausweis zum Medienzentrum Bundeshaus und Parlamentsgebäude, Verfügung vom 28. August 2009.

Texte intégral

Bundesve rwa l t ungsge r i ch t T r i buna l   adm in istratif   f édé ra l T r i buna l e   ammin istrati vo   f ede ra l e T r i buna l   adm in istrativ   f ede ra l Abteilung III C­6123/2009 Urteil   v om   2 0 .   J un i   2011 Besetzung Richterin Franziska Schneider (Vorsitz), Richterin Madeleine Hirsig­Vouilloz, Richter Vito Valenti,  Richter Stefan Mesmer, Richter Michael Peterli, Gerichtsschreiberin Susanne Genner. Parteien X._______,  Beschwerdeführer,  gegen Bundeskanzlei BK,  Vorinstanz.  Gegenstand Zutrittsausweis zum Medienzentrum Bundeshaus und  Parlamentsgebäude, Verfügung vom 28. August 2009.

C­6123/2009 Sachverhalt: A.  Der  Medienschaffende  X._______  (nachfolgend:  Beschwerdeführer)  ist  als  Redaktionsleiter  für  den  Landwirtschaftlichen  Informationsdienst  LID  tätig.  Der  LID  bezeichnet  sich  auf  seiner  Homepage  als  Presse­  und  Informationsstelle  der  Schweizer  Land­  und  Ernährungswirtschaft  (vgl.  www.lid.ch). B.  Am 5. März 2009 sandte die Bundeskanzlei (nachfolgend: Vorinstanz) ein  Schreiben (act. 2) an den Beschwerdeführer. Darin teilte sie diesem mit,  sein  derzeit  gültiger  Ausweis  für  den  Zutritt  ins  Medienzentrum  Bundeshaus und  ins Parlamentsgebäude  laufe Ende März 2009 ab und  müsse  deshalb  erneuert  werden.  Die  am  1. Januar  2008  in  Kraft  getretene Verordnung  vom 30. November  2007  über  die Akkreditierung  von Medienschaffenden (MAkkV, SR 170.61) bringe  jedoch Änderungen  mit  sich,  insbesondere  hinsichtlich  der  Anforderungen  für  die  Gültigkeitsdauer.  Gemäss  Art.  7  MAkkV  könnten  journalistisch  tätige  Medienschaffende,  welche  zur  Ausübung  ihres  Berufes  vorübergehend  Zutritt zu den Informationsräumlichkeiten im Medienzentrum Bundeshaus  oder  im  Parlamentsgebäude  benötigen,  eine  Zutrittsberechtigung  beantragen.  Die  Vorinstanz  werde  künftig  Zutrittsausweise  mit  einer  Gültigkeitsdauer  von  12  Monaten  nur  ausstellen,  wenn  die  Medienschaffenden  das Erfordernis  eines  permanenten  Zutritts  belegen  könnten. Zutrittsausweise, die für Ereignisse von beschränkter Dauer wie  beispielsweise  Sessionen  benötigt  würden,  seien  entsprechend  mit  beschränkter Gültigkeitsdauer zu beantragen. Die  neue MAkkV und  ihre Bestimmungen  zum Zutrittsausweis  brächten  darüber  hinaus  eine  Änderung  der  bisherigen  Praxis  mit  sich:  Die  Vorinstanz  werde  keine  Zutrittsausweise mehr  für  Personen  ausstellen,  die zur Ausübung von Verbands­, PR­ oder ähnlicher Tätigkeit Zutritt zum  Medienzentrum  Bundeshaus  oder  Parlamentsgebäude  benötigten.  Der  Zugang  bleibe  jedoch  weiterhin  möglich,  indem  Personen,  die  als  Besucher oder Besucherinnen eines Ratmitglieds angemeldet seien und  sich  mit  einem  amtlichen  Ausweis  identifizieren  könnten,  von  den  Parlamentsdiensten einen Besucherausweis  für das Parlamentsgebäude  oder im Medienzentrum Zugang zum Konferenzsaal erhielten. Dies stelle  eine  praktikable  Regelung  für  Verbandsvertreterinnen  und  Verbandsvertreter dar.

C­6123/2009 Gestützt auf die neue MAkkV werde die Vorinstanz auch ihre Praxis der  Akkreditierungen  neu  gestalten.  Sie werde  insbesondere  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  gemäss  Art.  2  Abs.  1  und  2  MAkkV  erfüllt  seien.  Akkreditiert  würden  auf  Gesuch  hin  diejenigen  Medienschaffenden,  welche im Umfang von mindestens 60 % einer Vollzeitstelle journalistisch  zum  Zweck  der  Information  aus  dem  Bundeshaus  tätig  seien.  Andere  Medienschaffende erhielten auf Gesuch hin einen Zutrittsausweis. Der Beschwerdeführer werde  gebeten,  das  nötige  Formular  auszufüllen  und  mit  eigenhändigen  Unterschriften  sowie  einer  Bestätigung  des  Arbeitgebers  versehen  der  Vorinstanz  einzusenden.  Damit  die  Zutrittsberechtigung rechtzeitig erteilt oder erneuert werden könne, werde  um rasche Erledigung gebeten. C.  Mit Gesuch vom 14. April 2009 (act. 3) beantragte der Beschwerdeführer  bei  der  Vorinstanz  eine  Zutrittsberechtigung  zum  Medienzentrum  Bundeshaus und Parlamentsgebäude für ein Jahr. Dem Gesuch legte er  eine Bestätigung seines Arbeitgebers LID (act. 5) bei, welche am 14. April  2009 von Y._______, Geschäftsführer,  unterzeichnet worden war. Darin  wurde  erläutert,  der  LID  berichte  in  seinen  Publikationen  täglich  und  wöchentlich  über  Aktualitäten  und  Hintergründe  aus  der  Land­  und  Ernährungswirtschaft.  Dazu  gehörten  auch  agrarpolitische  Themen,  wie  sie jeweils im Parlament debattiert und von der Verwaltung oder anderen  Akteuren  an  Pressekonferenzen  im  Medienzentrum  Bundeshaus  kommuniziert  würden.  Damit  der  LID  seine  Dienstleistungen  im  gewohnten  Rahmen  erbringen  könne,  sei  es  unerlässlich,  dass  der  Beschwerdeführer permanenten Zutritt zum Parlamentsgebäude und zum  Medienzentrum erhalte. Der Beschwerdeführer arbeite 100 % für die LID­ Redaktion.  Als  Nachrichtenagentur  der  Schweizer  Land­  und  Ernährungswirtschaft  habe der LID  im Medienzentrum ein Postfach und  wolle dieses auch weiterhin regelmässig nutzen können.  D.  Mit  E­Mail  vom  17.  April  2009  (act.  7)  bestätigte  die  Vorinstanz  den  Eingang des Gesuchs und teilte mit, der bisherige Ausweis behalte seine  Gültigkeit, bis ein Entscheid gefallen sei. E.  Mit  Verfügung  vom  28.  August  2009  (act.  4)  wies  die  Vorinstanz  das  Gesuch ab. Zur Begründung führte sie an, der Beschwerdeführer sei mit 

C­6123/2009 Schreiben vom 5. März 2009 auf die Voraussetzungen  für  die Erteilung  eines  Zutrittsausweises  aufmerksam  gemacht  worden.  Gemäss  Art.  7  Abs. 1 MAkkV müsse die Tätigkeit als Journalist nachgewiesen werden.  Es  sei  darauf  hingewiesen  worden,  dass  Verbandsarbeit,  PR­  und  Werbetätigkeiten  in sinngemässer Anwendung von Art. 2 Abs. 3 MAkkV  nicht als journalistische Tätigkeiten gelten würden. Die Notwendigkeit des  Zutritts zu den betroffenen Räumlichkeiten müsse gemäss Art. 8 Abs. 3  MAkkV durch Bestätigung der Chefredaktion oder des Arbeitgebers oder  durch  andere  geeignete  Dokumente  dargelegt  werden.  Das  Gesuch  müsse  gemäss  Art.  8  Abs. 3  und  Art.  10  Abs.  1  MAkkV  Angaben  zur  Dauer der benötigten Zutrittsberechtigung enthalten. Im vorliegenden Fall  sei  der  geforderte  Nachweis  der  journalistischen  Tätigkeit  bzw.  der  benötigten  Zutrittsberechtigung  nicht  erbracht  worden.  Deshalb  könne  dem  Gesuch  keine  Folge  gegeben  werden.  Der  Zutritt  zu  einzelnen  Veranstaltungen  im  Medienzentrum  oder  im  Parlamentsgebäude  bleibe  für  journalistisch  tätige  Medienschaffende  gewahrt.  Der  Beschwerdeführer  habe  jederzeit  die  Möglichkeit,  gegen  Vorlage  eines  persönlichen Ausweises an den jeweiligen Logen einen Tages­Badge zu  behändigen. F.  Gegen diese Verfügung erhob der Beschwerdeführer am 25. September  2009 Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht mit den Anträgen, die  Verfügung  vom  28.  August  2009  sei  aufzuheben  und  die  Vorinstanz  anzuweisen,  dem  Beschwerdeführer  den  beantragten  Zutrittsausweis  auszustellen;  eventuell  sei  die  Sache  zur  Neubeurteilung  an  die  Vorinstanz zurückzuweisen.  Zur  Begründung  machte  der  Beschwerdeführer  zunächst  geltend,  die  Vorinstanz  habe  ihre  Verfügung  nicht  begründet  und  damit  seinen  Anspruch auf rechtliches Gehör verletzt. Schon aus diesem Grund sei die  angefochtene Verfügung aufzuheben.  Weiter  führte  der  Beschwerdeführer  aus,  der  LID  sei  die  Presse­  und  Informationsstelle  der  Schweizer  Landwirtschaft  und  umfasse  zwei  Aufgabenbereiche:  einerseits PR­Arbeit  zugunsten der Schweizer  Land­  und  Ernährungswirtschaft  mit  Broschüren,  Lehrmitteln  und  weiteren  Publikationen  und  Produkten;  andererseits  die  Agenturarbeit  der  zweiköpfigen  LID­Redaktion,  die  mit  täglichen  Nachrichten  im  Internet,  den Agro­News und mit längeren Artikeln im wöchentlichen Mediendienst  Aktualitäten  und  Hintergründe  für  die  Redaktionen  der  Tages­  und 

C­6123/2009 Wochenpresse  und  der  elektronischen  Medien  biete.  Die  jeweiligen  Themen sollten dabei ausgewogen und objektiv abgehandelt werden, und  unterschiedliche Meinungen sollten zu Wort kommen.  Die  Aufgabe  des  Beschwerdeführers  umfasse  die  Planung  und  Produktion  der  täglichen,  wöchentlichen  und  zweimonatlichen  Publikationen  der  Redaktion  sowie  das  Verfassen  und  Redigieren  von  Artikeln  und  Nachrichten.  Vom  Zugang  zum  Parlamentsgebäude  und  Medienzentrum  Bundeshaus  habe  er  bisher  regelmässigen  Gebrauch  gemacht: einerseits, um das Postfach zu leeren und so über das aktuelle  Geschehen  rund  um  Parlament  und  Verwaltung  informiert  zu  sein;  andererseits,  um  die  parlamentarischen  Beratungen  zu  verfolgen,  relevante  Pressekonferenzen  zu  besuchen  oder  um  direkte  Gespräche  mit Parlamentariern oder Bundesbeamten zu führen. Ein  wichtiger  Teil  der  LID­Berichterstattung  seien  agrarpolitische  Geschäfte. Der  LID  berichte  tagesaktuell  in  den Agro­News  und  einmal  pro  Woche  im  Mediendienst  über  die  in  den  Sessionen  behandelten  relevanten Geschäfte,  über  die Sitzungen  der Kommissionen  oder  über  relevante Bundesratsentscheide. Um möglichst  rasch  und  direkt  Bericht  erstatten und mit den  jeweiligen Protagonisten sprechen zu können, sei  für  den  Beschwerdeführer  ein  permanenter  Zugang  zum  Parlamentsgebäude und Bundesmedienhaus unerlässlich. Die  Verfügung  vom  28.  August  2009  enthalte  eine  Aufzählung  von  Verordnungsbestimmungen,  welche  nach  Ansicht  der  Vorinstanz  im  vorliegenden  Fall  anwendbar  seien.  Dabei  werde  "sinngemäss"  Art.  2  Abs. 3 MAkkV zitiert,  zu Unrecht, wie der Beschwerdeführer meine. Die  MAkkV  regle  einerseits  die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  und  andererseits  die  Zutrittsberechtigung weiterer Medienschaffender.  Diese  Zweiteilung werde in der ganzen Verordnung konsequent durchgezogen.  Soweit  für  die  Zutrittsberechtigung, welche  im  3. Abschnitt  geregelt  sei,  Bestimmungen  aus  dem  2.  Abschnitt  analog  angewendet  würden,  sei  dies in der Verordnung ausdrücklich erwähnt, so z. B.  in Art. 11 MAkkV.  Von einer "sinngemässen" Anwendung von Art. 2 Abs. 3 MAkkV sei aber  gerade  nicht  die  Rede.  Für  die  Zutrittsberechtigung  sei  ausschliesslich  der 3. Abschnitt der MAkkV massgebend. Die Voraussetzungen von Art.  7  Abs.  1  MAkkV  seien  erfüllt,  und  auch  die  in  Art.  8  Abs.  3  MAkkV  verlangte Bestätigung des Arbeitgebers liege vor.

C­6123/2009 Die  allein  gestützt  auf  Art.  8  der  Organisationsverordnung  vom  5.  Mai  1999  (SR  172.210.10)  erlassene  MAkkV  widerspreche  zudem  dem  übergeordneten  Recht.  Die  in  Art.  17  der  Bundesverfassung  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  vom  18. April  1999  (BV,  SR  101)  statuierte  Medienfreiheit  umfasse  das  Recht,  Informationen  zu  empfangen,  zusammenzutragen,  zu  kommentieren  und  zu  veröffentlichen.  Unabhängig  davon  sei  im  Öffentlichkeitsgesetz  vom  17. Dezember 2004 (BGÖ, SR 152.3) festgehalten, dass jede Person das  Recht  habe,  amtliche  Dokumente  einzusehen  und  von  den  Behörden  Auskünfte  über  deren  Inhalt  zu  erhalten.  Indem  die  Vorinstanz  dem  Beschwerdeführer den freien Zutritt zum Medienzentrum verweigere und  auf  Tages­Badges  verweise,  erschwere  sie  ihm  die  Ausübung  seiner  journalistischen  Tätigkeit  in  bedeutendem  Mass.  Ebenfalls  erschwert  werde der Zugang zu amtlichen Dokumenten, welche im Medienzentrum  nur  in  gedruckter  Form  vorlägen  und  nicht  auf  postalischem  oder  elektronischen Weg bezogen werden könnten. Weder die MAkkV selbst  noch  die  Organisationsverordnung  vom  5.  Mai  1999  würden  eine  genügende  rechtliche  Grundlage  bilden,  um  einen  solchen  Eingriff  zu  rechtfertigen.  Zum Beweis reichte der Beschwerdeführer die LID­Erfolgskontrolle 1997  bis  2008  (Beschwerdebeilage  6)  sowie  6  LID­Artikel  mit  landwirtschaftlichen  Themen  (Beschwerdebeilagen  7­12)  ein  und  benannte 4 Personen als Zeugen.  G.  Der  mit  Zwischenverfügung  vom  2.  Oktober  2009  einverlangte  Kostenvorschuss von Fr. 500.­ wurde am 19. Oktober 2009 bezahlt. H.  Mit Vernehmlassung vom 17. Dezember 2009 beantragte die Vorinstanz,  die Beschwerde sei abzuweisen. In Bezug auf die gerügte Verletzung der  Begründungspflicht führte sie an, der Beschwerdeführer sei mit Schreiben  vom  5.  März  2009  auf  die  neuen  Bestimmungen  der  MAkkV,  insbesondere auf die Art. 7 und 8 Abs. 3 MAkkV, aufmerksam gemacht  worden.  Er  sei  insbesondere  darauf  hingewiesen  worden,  dass  sowohl  die  Notwendigkeit  der  Zutrittsberechtigung  als  auch  die  erforderliche  Dauer  dieser  Berechtigung  belegt  werden  müssten  und  dass  für  Zutrittsausweise mit einer Dauer von 12 Monaten die Notwendigkeit eines  permanenten  Zutritts  belegt  werden  müsse.  Mit  Verfügung  vom  28.  August 2009 habe die Vorinstanz nochmals auf die Voraussetzungen für 

C­6123/2009 die  Gewährung  einer  Zugangsberechtigung  hingewiesen  und  diese  begründet.  Mit  der  Feststellung,  dass  der  geforderte  Nachweis  der  journalistischen  Tätigkeit  beziehungsweise  der  benötigten  Zutrittsberechtigung nicht erbracht worden sei, habe die Vorinstanz ihren  Entscheid  begründet  und  das  Recht  des  Beschwerdeführers  auf  Begründung des Entscheid gewahrt.  Der Nachweis der Notwendigkeit einer permanenten Zutrittsberechtigung  sei  nicht  erbracht. Dem Schreiben  des Arbeitgebers  sei  zu  entnehmen,  dass die Zutrittsberechtigung nur punktuell notwendig sei, nämlich bei der  Behandlung  von  vorwiegend  landwirtschaftlichen  Geschäften.  Nach  seinen  eigenen  Angaben  habe  der  Beschwerdeführer  wohl  regelmässigen,  jedoch  nicht  dauernden  Gebrauch  von  seinem  Zutrittsrecht gemacht.  Die  MAkkV  unterscheide  zwischen  der  Akkreditierung  für  Medienschaffende,  die  hauptberuflich  journalistisch  zum  Zweck  der  Information  aus  dem  Bundeshaus  tätig  seien,  und  der  Zutrittsberechtigung  für  weitere  Medienschaffende.  Die  Zutrittsberechtigung  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  zum  Parlamentsgebäude könne für vorübergehenden Zutritt beantragt werden.  Die zeitliche Beschränkung unterscheide die Zutrittsberechtigung gemäss  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  von  der  Akkreditierung.  Hier  sei  an  Personen  gedacht  worden,  welche  die  Voraussetzung  nach  Art.  2  Abs.  2 MAkkV  nicht  erfüllten.  Mit  der  Inbetriebnahme  des  neuen  Medienzentrums  Bundeshaus  sei  die  Zahl  der  Arbeitsplätze  der  Journalistinnen  und  Journalisten  reduziert  worden.  Die  in  der  MAkkV  getroffene  Unterscheidung in akkreditierte und weitere Medienschaffende diene der  zweckmässigen  Nutzung  der  Räumlichkeiten.  Deshalb  habe  die  Vorinstanz in ihrem Schreiben vom 5. März 2009 darauf hingewiesen, sie  stelle keine – permanenten – Zutrittsausweise mehr aus für Personen, die  zur  Ausübung  einer  Verbands­,  PR­  oder  ähnlicher  Tätigkeit  Zutritt  benötigten.  Würde  eine  solche  Berechtigung  gewährt,  würde  die  Unterscheidung in der Verordnung umgangen und der damit verbundene  Zweck  vereitelt.  Der  Verweis  auf  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  diene  diesem  Zweck. Die Notwendigkeit einer permanenten Zutrittsberechtigung werde  in der Beschwerde nicht belegt. Die Vorinstanz sei aber bereit zu prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  für  ein  Zutrittsrecht  von  beschränkter  Dauer  erfüllt  seien;  dazu  müsse  der  Beschwerdeführer  allerdings  die  gewünschte  Dauer  der  Zutrittsberechtigung  präzisieren  (z.  B.  für  die  Dauer einer Session).

C­6123/2009 Im  Gegensatz  zum  Parlament  und  zum  Bundesgericht  verfüge  der  Bundesrat  nicht  über  eine  ausdrückliche  Befugnis,  Bestimmungen  betreffend  die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  zu  erlassen.  Die  Informationspflicht  sei  in  Art.  10  des  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsgesetzes  vom  21. März  1997  (RVOG,  SR  172.010)  geregelt. Mit  Art.  180 Abs.  2  BV  sei  sie  auf  Verfassungsstufe  gehoben worden. Diese Bestimmung  regle  jedoch  nur  jene  Information,  welche  die  Behörden  von  sich  aus  lieferten  und  deren  Inhalt  sie  grundsätzlich selbst bestimmten. Es gehe in Art. 180 Abs. 2 BV nicht um  die  "Veröffentlichung  amtlicher  Dokumente"  oder  um  das  "Öffentlichkeitsprinzip  der  Verwaltung";  diese  Rechte  seien Gegenstand  des  BGÖ.  Die  Zuständigkeit  des  Bundesrates  ergebe  sich  also  implizit  aus  diesen  Bestimmungen,  weshalb  beim  Erlass  der  MAkkV  darauf  verzichtet  worden  sei,  eine  spezifische  gesetzliche  Grundlage  zu  schaffen.  Der  Bundesrat  habe  seine  Zuständigkeit  in  Art.  8  der  Organisationsverordnung vom 5. Mai 1999 an die Vorinstanz delegiert. In  der  totalrevidierten  Fassung  vom  29.  Oktober  2008  sei  Art.  8  über  die  Akkreditierung  der  Bundeshauspresse  nicht  mehr  enthalten.  Die  Hauptbefugnisse im Bereich der Information würden gemäss Art. 10a und  34 RVOG bei der Vorinstanz liegen. Die  Rüge  des  Beschwerdeführers,  die  Ausübung  des  Rechts  auf  Dokumenteneinsicht  sei  verletzt,  treffe  nicht  zu.  Gemäss  Art.  6  Abs.  2  BGÖ  könne  der  Beschwerdeführer  eine  Kopie  des  gewünschten  Dokuments  anfordern;  die  entsprechende  Information  werde  ihm  dann  auf postalischem oder elektronischem Weg zugestellt. I.  Mit  Replik  vom  27.  Januar  2010  hielt  der  Beschwerdeführer  an  seinen  Anträgen  fest.  Die  Vorinstanz  setze  sich  nicht  mit  seinen  Argumenten  auseinander und gehe nicht auf die angerufenen Beweismittel ein. Erneut  werde auf die Bestimmungen der MAkkV verwiesen, ohne diese auf den  konkreten Fall anzuwenden. Offen sei zum Beispiel, ob die Vorinstanz die  Tätigkeit  des Beschwerdeführers  als  "Verbandsarbeit"  einstufe. Wie  der  von der Vorinstanz zitierte Autor Thomas Sägesser zutreffend ausführe,  sei  eine  klare  Abgrenzung  zwischen  Verbandstätigkeit  und  journalistischer  Tätigkeit  nicht  möglich.  Vorliegend  stelle  sich  die  Frage  nach  der  Abgrenzung  jedoch  nicht,  da  es  sich  bei  der  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers nicht um eine Verbandstätigkeit handle. Wohl seien in  der Trägerschaft des LID, einem privatrechtlichen Verein, verschiedenste  landwirtschaftliche  Organisationen  vertreten.  Gerade  weil  innerhalb  der 

C­6123/2009 Landwirtschaft  selten  über  alle  Interessenbereiche  hinweg  ein  Konsens  bestehe, brauche es eine objektive, von einzelnen Verbänden losgelöste  Berichterstattung  über  die  Landwirtschaft.  Die  Tätigkeit  des  Beschwerdeführers  sei  primär  darauf  ausgerichtet,  unabhängigen  Zeitungen  und  Zeitschriften  sachlich  aufbereitete  Artikel  und  Hintergrundinformationen  über  die  Landwirtschaft  zu  liefern.  Mit  diesen  Tatsachen setze sich die Vorinstanz nicht auseinander. Indem sie für eng  begrenzte  Perioden  die  Erteilung  einer  Zutrittsberechtigung  in  Aussicht  stelle, gebe die Vorinstanz immerhin zu erkennen, dass sie die Arbeit des  Beschwerdeführers als eine journalistische Tätigkeit anerkenne.  Aus  diesen  Gründen  gehe  es  nur  noch  um  die  Frage,  für  welche  Zeitdauer  eine  Zutrittsberechtigung  ausgestellt  werde.  Die  Verordnung  sehe  ausdrücklich  eine  Dauer  von  12  Monaten  vor,  wie  der  Beschwerdeführer  sie  beantragt  habe.  Nach  dem  Wortlaut  von  Art.  7  MAkkV  seien  Zutrittsberechtigungen  nicht  permanent,  sondern  vorübergehend. Gemäss Art.  10 MAkkV  falle  auch eine Zeitspanne  von  12  Monaten  noch  unter  den  Begriff  "vorübergehend".  Wenn  die  Zutrittsberechtigung  im  Sinn  von  Art.  7  ff.  MAkkV  gedacht  sei  für  Personen,  welche  nur  sehr  sporadisch  im  Sinn  einer  Fachberichterstattung aus dem Bundeshaus berichten, sei sie erst  recht  geeignet  für  Personen,  welche  zwar  über  ein  bestimmtes  Gebiet  berichteten, dies aber mehr als nur sporadisch, sondern das ganze Jahr  hindurch täten.  Selbst  die  Bundeskanzlei  behaupte  nicht,  dass  Fragen  rund  um  die  Landwirtschaft  das  Parlament  und  die  Bundesverwaltung  nur  sehr  sporadisch beschäftigen würden. Das Gegenteil sei der Fall. Dabei sei zu  berücksichtigen,  dass  das  vom  LID  abgedeckte  Gebiet  sehr  breit  gefächert  sei.  Aus  rechtlicher  Sicht  gehörten  dazu  beispielsweise  das  Landwirtschaftsrecht  im engeren Sinn,  das Bodenrecht,  das Pachtrecht,  das Raumplanungsrecht, das Tierseuchenrecht, das Tierschutzrecht, das  Lebensmittelrecht,  das  Gentechnikrecht,  das  Umweltschutzrecht,  das  Gewässerschutzrecht, das Waldrecht, das Natur­ und Heimatschutzrecht,  das Steuerrecht, das Energierecht, das Zollrecht sowie die Beziehungen  zu  internationalen  Gemeinschaften  und  Organisationen.  Zu  all  diesen  Themen gebe es neben der  rechtlichen auch eine politische Dimension,  welche ebenfalls häufig in den Schlagzeilen sei, aktuell zum Beispiel die  Milchwirtschaft.

C­6123/2009 Schliesslich halte der Beschwerdeführer daran fest, dass die MAkkV nicht  über  eine  genügende  gesetzliche  Grundlage  verfüge.  Die  Vorinstanz  habe  selbst  ausgeführt,  dass  die  in  der  alten  Organisationsverordnung  noch  enthaltene  Bestimmung  über  die  Kompetenz  zur  Regelung  der  Akkreditierungen  der  neuen  Organisationsverordnung  nicht  mehr  enthalten sei. Auch die von der Vorinstanz angeführten Art. 10a und 34  RVOG bildeten keine genügende gesetzliche Grundlage. Wenn der Zutritt  zum Medienzentrum Bundeshaus derart beschränkt werden solle, wie die  Vorinstanz beabsichtige, brauche es dafür eine ausreichende gesetzliche  Grundlage.  Diese  sei  aber  nicht  vorhanden.  Auch  der  Hinweis  der  Vorinstanz  auf  das  Einsichtsrecht  gemäss  BGÖ  überzeuge  nicht.  Die  Kopie  eines  gewünschten  Dokuments  könne  nur  bestellen,  wer  von  dessen Existenz überhaupt Kenntnis habe. Das Wesen der Medienarbeit  bestehe  aber  gerade  darin,  über  neue,  häufig  auch  überraschende  Fragen und Themen zu informieren.  J.  Die Vorinstanz bestätigte mit Duplik vom 2. März 2010  ihren Antrag auf  Abweisung  der  Beschwerde.  Die  Befristung  der  Zutrittsberechtigung  sei  im  Zusammenhang  zu  sehen  mit  dem  Gebrauch,  der  von  der  Zutrittsberechtigung gemacht werde. Es gehe  im Kern also nicht darum,  wie  die  Landwirtschaftsfragen  im  Parlament  oder  in  der  Bundesverwaltung behandelt würden, sondern darum, welcher Gebrauch  von  der  beantragten  Zutrittsberechtigung  gemacht werde  bzw.  gemacht  werden  würde.  Aufgrund  der  eingereichten  Beweismittel  und  der  Beschwerde  sei  die  Vorinstanz  zum  Schluss  gekommen,  dass  dieser  Gebrauch  im  Fall  des  Beschwerdeführers  nicht  Grundlage  für  eine  zwölfmonatige,  sondern  für  eine  vorübergehende  Zutrittsberechtigung  bilde. Deswegen habe sich die Vorinstanz auch bereit erklärt zu prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  für  die  Erteilung  einer  vorübergehenden  Zutrittsberechtigung gegeben seien.  K.  Der  Schriftenwechsel  wurde  mit  Verfügung  vom  4.  März  2010  geschlossen. Das Bundesverwaltungsgericht zieht in Erwägung: 1.  Das  Bundesverwaltungsgericht  prüft  von  Amtes  wegen,  ob  die  Prozessvoraussetzungen vorliegen und auf eine Beschwerde einzutreten  ist (BVGE 2007/6 E. 1 mit Hinweisen).

C­6123/2009 1.1.  Anfechtungsgegenstand  bildet  die  Verfügung  der  Vorinstanz  vom  28. August  2009  (act.  1).  Gemäss  Art.  31  des  Verwaltungsgerichtsgesetzes  vom  17.  Juni  2005  (VGG,  SR  173.32)  beurteilt  das Bundesverwaltungsgericht  –  unter Vorbehalt  der  in Art.  32  VGG  genannten  Ausnahmen  –  Beschwerden  gegen  Verfügungen  nach  Art.  5  des  Bundesgesetzes  vom  20.  Dezember  1968  über  das  Verwaltungsverfahren  (VwVG,  SR  172.021),  welche  von  Vorinstanzen  gemäss Art. 33 VGG erlassen wurden. 1.2. Der  angefochtene  Entscheid  ist  als  Verfügung  im  Sinn  von  Art.  5  Abs. 1  Bst.  c  VwVG  zu  qualifizieren,  und  eine  Ausnahme  im  Sinn  von  Art. 32  VGG  liegt  nicht  vor.  Gemäss  Art.  33  Bst. d  VGG  ist  die  Beschwerde  zulässig  gegen  Entscheide  der  Bundeskanzlei.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist somit  für die Behandlung der vorliegenden  Beschwerde zuständig. 1.3.  Der  Beschwerdeführer  hat  am  Verfahren  vor  der  Vorinstanz  teilgenommen.  Er  ist  durch  die  angefochtene  Verfügung  besonders  berührt und hat an deren Aufhebung oder Änderung ein schutzwürdiges  Interesse. Der Beschwerdeführer  ist somit gemäss Art. 48 Abs. 1 VwVG  zur Beschwerdeführung legitimiert. 1.4. Die angefochtene Verfügung trägt das Datum vom 28. August 2009  und  ist dem Beschwerdeführer nach dessen Angaben am 8. September  2009  zugegangen.  Die  am  25.  September  2009  der  Schweizerischen  Post übergebene Beschwerde wurde somit  fristgemäss  im Sinn von Art.  50  Abs.  1  VwVG  eingereicht.  Der  Kostenvorschuss  wurde  innert  der  gesetzten Frist bezahlt, und auch die Formerfordernisse gemäss Art. 52  Abs. 1 VwVG sind erfüllt. Auf die Beschwerde ist somit einzutreten. 2.  Streitig und zu prüfen ist vorliegend, ob die Vorinstanz mit Verfügung vom  28. August 2009 das Gesuch des Beschwerdeführers vom 14. April 2009  um  Zutrittsberechtigung  ins  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude zu Recht abgewiesen hat.

C­6123/2009 2.1. Mit  der Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht  kann gerügt  werden,  die  angefochtene  Verfügung  verletze  Bundesrecht  (einschliesslich Überschreitung oder Missbrauch des Ermessens), beruhe  auf  einer  unrichtigen  oder  unvollständigen  Feststellung  des  rechtserheblichen Sachverhalts oder sei unangemessen (Art. 49 VwVG). 2.2.  Das  Bundesverwaltungsgericht  ist  gemäss  dem  Grundsatz  der  Rechtsanwendung  von  Amtes  wegen  nicht  an  die  Begründung  der  Begehren  der  Parteien  gebunden  (Art.  62  Abs.  4  VwVG).  Es  kann  die  Beschwerde  auch  aus  anderen  als  den  geltend  gemachten  Gründen  gutheissen  oder  den  angefochtenen  Entscheid  im  Ergebnis  mit  einer  Begründung bestätigen, die von jener der Vorinstanz abweicht (vgl. FRITZ  GYGI, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 212). 3.  Der  Beschwerdeführer  rügt,  die  MAkkV  widerspreche  dem  übergeordneten Recht,  insbesondere Art. 17 BV. Die Verweigerung des  freien Zutritts zum Medienzentrum Bundeshaus stelle einen Eingriff in die  Medienfreiheit  dar,  für  den  weder  die  MAkkV  selbst  noch  die  Organisationsverordnung  vom  5. Mai  1999  eine  genügende  gesetzliche  Grundlage bildeten. Nachfolgend ist zu prüfen, wie es sich damit verhält.  3.1. Gemäss  Art.  17  Abs.  1  BV  ist  die  Freiheit  von  Presse,  Radio  und  Fernsehen sowie anderer Formen der öffentlichen fernmeldetechnischen  Verbreitung von Darbietungen und Informationen gewährleistet. Vorab ist  zu  prüfen,  ob  die  Möglichkeit  des  Zutritts  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  in  den  Schutzbereich  der  Medienfreiheit fällt.  3.1.1. Der persönliche Schutzbereich  ist  im Fall  des Beschwerdeführers  ohne  Weiteres  zu  bejahen,  da  Art.  17  Abs.  1  BV  Medienschaffende  schützt  (vgl.  HERBERT  BURKERT,  in:  Bernhard  Ehrenzeller  /  Philippe  Mastronardi  /  Rainer  J.  Schweizer  /  Klaus  A.  Vallender  [Hrsg.],  Die  schweizerische  Bundesverfassung,  Kommentar,  2.  Auflage,  Zürich  /  St.  Gallen  2008  und  Zürich  /  Basel  /  Genf  2008  [hiernach:  St.  Galler  Kommentar zur BV], Art. 17, Rz. 25).  3.1.2. In sachlicher Hinsicht sichert die Medienfreiheit den ungehinderten  Nachrichtenfluss  und  den  freien  Meinungsaustausch;  sie  schützt  die  Recherchetätigkeit  der  Journalisten  zur  Herstellung  von  Medienerzeugnissen und zu deren Verbreitung in der Öffentlichkeit (BGE 

C­6123/2009 137  I  8  E.  2.5;  vgl.  auch  JÖRG  PAUL  MÜLLER  /  MARKUS  SCHEFER,  Grundrechte  in  der  Schweiz,  4. Aufl.,  Bern  2008,  S.  438).  Die  entsprechenden  Tätigkeiten  sind  in  jeder  Phase  geschützt,  von  der  Gründung  des  Mediums  über  die  jeweilige  Ausgestaltung  bis  hin  zum  Vertrieb  bzw.  zum Bereithalten  der  Information  (vgl.  HERBERT BURKERT,  in:  St.  Galler  Kommentar  zur  BV,  Art.  17,  Rz.  17).  Nach  der  Rechtsprechung  sind  staatliche  Beschränkungen  der  journalistischen  Freiheit  in  der  Phase  der  Informationsbeschaffung  rechtfertigungsbedürftig  und  müssen  die  Eingriffsvoraussetzungen  von  Art.  36  BV  wahren.  Vom  Schutz  der  Medienfreiheit  erfasst  wird  dabei  grundsätzlich jegliche Form der journalistischen Informationsbeschaffung,  unabhängig davon, ob die  Informationen allgemein zugänglich sind oder  nicht (BGE 137 I 8 E. 2.5). Da der beantragte Zutritt zum Medienzentrum  Bundeshaus und Parlamentsgebäude der Beschaffung von journalistisch  relevanten  Informationen  dient,  stellt  die  Nichterteilung  des  entsprechenden Zutrittsausweises einen Eingriff in die Medienfreiheit dar.  3.1.3.  Bei  diesem  Zwischenergebnis  kann  offen  bleiben,  ob  die  durch  Art. 16  Abs.  3  BV  geschützte  Informationsfreiheit,  auf  die  sich  der  Beschwerdeführer  sinngemäss  zusätzlich  beruft,  vorliegend  ebenfalls  betroffen ist. Denn die Prüfung der Eingriffsvoraussetzungen gemäss Art.  36  BV  erfolgt  unabhängig  davon,  ob  dies  unter  dem  Titel  der  Informations­ oder der Medienfreiheit geschieht (vgl. BGE 137 I 8 E. 2.7).  3.2. Einschränkungen von Grundrechten bedürfen gemäss 36 Abs. 1 BV  einer  gesetzlichen  Grundlage;  schwerwiegende  Eingriffe  müssen  im  Gesetz  selbst,  d.  h.  in  einem  formellen  Gesetz,  vorgesehen  sein.  Ausgenommen  sind  Fälle  ernster,  unmittelbarer  und  nicht  anders  abwendbarer Gefahr.  Das  Erfordernis  der  gesetzlichen  Grundlage  betrifft  einerseits  die  Normstufe,  andererseits  den  Grad  der  Bestimmtheit  der  Norm.  Für  die  Normstufe  ist  die  demokratische  Legitimierung  des  Erlasses  entscheidend:  Je  schwerer  der  Eingriff  wiegt,  desto  höher  sind  diesbezüglich  die  Anforderungen  (vgl.  SCHWEIZER,  a.a.O.,  Art. 36,  Rz. 12). Das Prinzip der genügenden Bestimmtheit einer Norm dient der  Rechtssicherheit: Die Bürgerinnen und Bürger  sollen  ihr Verhalten nach  den  vorhersehbaren  Folgen  richten  können  (vgl.  SCHWEIZER,  a.a.O.,  Art. 36, Rz. 11).  Im Folgenden  ist  zu  prüfen,  ob  die Verfügung  vom 28.  August 2009 auf einer Rechtsgrundlage beruht, welche (unter Einhaltung 

C­6123/2009 der  Delegationsgrundsätze)  auf  der  erforderlichen  Normstufe  erlassen  wurde und genügend bestimmt ist. 3.2.1. Vorab  ist  festzustellen, ob die Abweisung des Gesuchs um Zutritt  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  einen  schweren oder einen  leichten Eingriff  in die Medienfreiheit darstellt, weil  die Anforderungen an die Normstufe von dieser Qualifizierung abhängen  (vgl.  Art.  36  Abs.  1  zweiter  Satz  BV).  Durch  die  Nichterteilung  des  Zutrittsausweises wird die Informationsbeschaffung aus dem Bundeshaus  nicht vollständig verunmöglicht. Sie wird jedoch erschwert, indem sich die  betroffenen  Medienschaffenden  jeweils  mit  Tagesbadges  Zugang  zum  Medienzentrum Bundeshaus verschaffen müssen und auch nicht von den  Dienstleistungen  profitieren  können,  welche  zutrittsberechtigte  oder  akkreditierte  Medienschaffende  geniessen.  Die  Abweisung  des  Zutrittsgesuchs stellt demnach einen leichten Eingriff in die Medienfreiheit  dar.  Im  Umkehrschluss  von  Art.  36  Abs.  1  zweiter  Satz  BV  genügt  als  Grundlage  für nicht schwerwiegende Grundrechtseingriffe ein Gesetz  im  materiellen Sinn.  3.2.2.  Das  Medienzentrum  Bundeshaus  und  das  Parlamentsgebäude  stehen  im Verwaltungsvermögen  der Eidgenossenschaft.  Die  Frage  der  Zutrittsberechtigung  zu  diesen  Gebäuden  betrifft  somit  ein  Nutzungsverhältnis  an  einer  öffentlichen  Sache.  Auf  der  formellgesetzlichen  Ebene  statuiert  Art.  62f  RVOG,  dass  der  Bund  in  seinen  Gebäuden  das  Hausrecht  ausübt.  Das  Gemeinwesen  ist  nicht  ohne  Weiteres  verpflichtet,  Privatpersonen  die  Nutzung  seines  Verwaltungsvermögens  zu  gestatten.  In  grundrechtsrelevanten  Fällen  kann  sich  jedoch  für  die  gesuchstellende  Partei  –  analog  zum  gesteigerten Gemeingebrauch von Strassen und Plätzen – ein bedingter  Anspruch  auf  Nutzung  der  Verwaltungssache  aus  den  betroffenen  Grundrechten ergeben. Wie der Zugang zu einer Anstalt muss auch der  Zutritt  zu  einem  Gebäude  im  Verwaltungsvermögen  rechtsgleich  und  willkürfrei  gestattet  werden  (PIERRE  TSCHANNEN  /  ULRICH  ZIMMERLI  /  MARKUS MÜLLER, Allgemeines Verwaltungsrecht,  3.  Aufl.,  Bern  2009,  S.  456, Rz. 2 ff.). Akkreditierungsvorschriften normieren die Zutritts­ und Informationsrechte  von  Medienschaffenden  in  Bezug  auf  Parlaments­,  Verwaltungs­  oder  Gerichtsgebäude  mit  dem  Zweck,  aufgrund  knapper  räumlicher  Ressourcen die Nutzung dieser Gebäude zu regulieren. Mit Blick auf die  beschränkten  Kapazitäten  ist  die  Frage  der  Zutrittsberechtigung  zum 

C­6123/2009 Medienzentrum  Bundeshaus  mit  der  Bewilligungspflicht  für  den  gesteigerten  Gemeingebrauch  vergleichbar.  Die  Zulässigkeit  der  Bewilligungspflicht  für  die  jeweilige  Grundrechtsausübung  wird  von  der  Lehre  bejaht.  Es  wird  jedoch  darauf  hingewiesen,  dass  nicht  nur  die  Verweigerung  einer  Bewilligung,  sondern  bereits  das  Bewilligungserfordernis  als  solches  eine  Grundrechtsbeschränkung  darstellt, die gemäss Art. 36 BV einer gesetzlichen Grundlage bedarf. Die  Meinung,  wonach  die  Sachherrschaft  des  Gemeinwesens  eine  gesetzliche Grundlage gewissermassen ersetze (vgl. THOMAS SÄGESSER,  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsgesetz  [RVOG],  Bern  2007,  Art. 62f,  Rz.  2),  ist  in  Anbetracht  der  grundrechtlichen  Relevanz  dieses  Nutzungsverhältnisses  kritisch  zu  hinterfragen  (vgl.  auch  TSCHANNEN  /  ZIMMERLI / MÜLLER, a.a.O., S. 464, Rz. 13). Angemerkt  sei  in  diesem  Zusammenhang,  dass  in  Bezug  auf  die  Akkreditierungsvorschriften  der  eidgenössischen  Gerichte  die  Zuständigkeitsnorm jeweils auf formellgesetzlicher Ebene erlassen wurde  (für  das  Schweizerische  Bundesgericht  vgl.  Art.  27  Abs.  4  des  Bundesgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005 [BGG, SR 173.110]), für das  Bundesstrafgericht  vgl.  Art.  63  Abs.  4  des  Strafbehördenorganisationsgesetzes  vom  19.  März  2010  [StBOG,  SR  173.71] und für das Bundesverwaltungsgericht vgl. Art. 29 Abs. 4 VGG). 3.2.3. Fraglich  ist, ob das vorliegend zu beurteilende Nutzungsverhältnis  als  "besonderes Rechtsverhältnis"  zu qualifizieren  ist. Der Begriff  dieser  Rechtsfigur  ist  umstritten.  Nach  der  neueren  Lehre  ist  ein  besonderes  Rechtsverhältnis  nur  anzunehmen,  wenn  dieses  zu  einer  ausserordentlichen  Befindlichkeitslage  der  berechtigten  oder  verpflichteten  Person  führt.  Das  ist  der  Fall,  wenn  eine  dreifache  Eingliederung  der  involvierten  Personen  in  die  staatliche  Sphäre  stattfindet:  die  personale,  die  räumliche  und  die  bürokratisch­ hierarchische  Eingliederung.  Beim  Zutritt  von  Medienschaffenden  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  handelt  es  sich  jedoch  um  ein  schlichtes  Verwaltungsrechtsverhältnis,  weshalb  nach  dieser  Definition  ein  allgemeines und nicht ein besonderes Rechtsverhältnis vorliegt (vgl. zum  Ganzen MARKUS MÜLLER, Das besondere Rechtsverhältnis, Bern 2003, S.  131 ff.; TSCHANNEN / ZIMMERLI / MÜLLER, a.a.O., S. 391 ff., Rz. 25 ff.).  Nach  einer  älteren  Lehre  werden  die  unterschiedlichsten  Verwaltungsrechtsverhältnisse,  bei  denen  eine  räumliche  Nähe  zur  Behörde  bzw.  Anstalt  besteht,  als  besondere  Rechtsverhältnisse 

C­6123/2009 betrachtet. Geht man vom älteren, weiteren Begriff aus, könnte der Zutritt  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  als  besonderes  Rechtsverhältnis  qualifiziert  werden. Heute wird  jedoch  von Doktrin  und Rechtsprechung  anerkannt, dass auch  im besonderen Rechtsverhältnis Grundrechte und  das  Gesetzmässigkeitsprinzip  zu  beachten  sind,  wobei  die  Anforderungen  an  die  Normbestimmtheit  und  die  Normstufe  entsprechend dem konkreten Sachverhalt herabgesetzt sein können (vgl.  MARKUS  MÜLLER,  a.a.O,  S.  122  ff.;  TSCHANNEN  /  ZIMMERLI  /  MÜLLER,  a.a.O., S. 391 ff., Rz. 24, 30 ff; BGE 135 I 79 E. 6).  Da folglich immer der Einzelfall betrachtet werden muss, könnten aus der  Bezeichnung  des  zu  beurteilenden  Sachverhalts  als  besonderes  Rechtsverhältnis  im genannten weiten Sinn keine direkten Rückschlüsse  auf  die  erforderliche  Normstufe  und  Normbestimmtheit  betreffend  die  Rechtsgrundlage  des  zu  beurteilenden  Grundrechtseingriffs  gezogen  werden.  Die  Frage  der  Qualifizierung  als  besonderes  oder  als  gewöhnliches Rechtsverhältnis kann daher letztlich offen bleiben.  3.2.4.  Wie  in  E.  3.2.1  dargelegt  ist  für  den  fraglichen  Eingriff  keine  Grundlage auf der Ebene des Bundesgesetzes erforderlich. Zum gleichen  Schluss  führt  Art.  164  Abs.  1  Bst.  c  BV  e  contrario,  indem  die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  und  die  damit  verbundene  Gewährung  oder  Verweigerung  des  Zutritts  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude  keine grundlegenden  Rechte  und  Pflichten  von  Privatpersonen  betrifft.  Die  Grundrechtsbeschränkung,  welche vorliegend in einem Bewilligungserfordernis besteht, kann folglich  direkt,  ohne  Delegation  im  formellen  Gesetz,  auf  der  Stufe  einer  Bundesratsverordnung  vorgesehen  werden.  Das  in  Art.  62f  RVOG  statuierte  Hausrecht  des  Bundes  bildet  den  Rahmen  für  diese  Rechtsetzungskompetenz des Bundesrates. Nach Lehre und Rechtsprechung genügt zwar bei nicht schwerwiegenden  Grundrechtseingriffen als gesetzliche Grundlage eine Verordnung; diese  muss jedoch in jedem Fall formell und materiell verfassungsmässig sein.  Dies bedeutet, dass die Verordnung von einer Behörde erlassen worden  ist,  die  dazu  befugt  ist,  und  dass  sie  sich  im  Rahmen  der  Gesetzesdelegation bewegen muss (vgl. SCHWEIZER, a.a.O., Art. 36, Rz.  12; BGE 137  I 8 E. 2.6; BGE 128  I 113 E. 3). Diese Grundsätze gelten  sinngemäss  auch  für  die  Subdelegation  zwischen  Bundesrat  und  Departement. 

C­6123/2009 Nach  Art.  48  Abs.  1  RVOG  ist  der  Bundesrat  ermächtigt,  die  Zuständigkeit  zum  Erlass  von  Rechtssätzen  auf  die  Departemente  zu  übertragen.  Er  berücksichtigt  dabei  die  Tragweite  der  Rechtssätze.  Die  Subdelegation ist vorliegend somit grundsätzlich zulässig. Es ist daher zu  prüfen, ob der Bundesrat von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht hat,  bzw. gestützt auf welche Subdelegationsnorm die Vorinstanz befugt war,  Akkreditierungs­  und  Zutrittsvorschriften  für  Medienschaffende  zu  erlassen.  3.2.5. Der Entscheid der Vorinstanz stützt sich auf Art. 7 Abs. 1 der am  1. Januar 2008 in Kraft getretenen MAkkV. Diese wurde gestützt auf Art.  8  der  (mit  Wirkung  ab  1.  Januar  2009  aufgehobenen)  Organisationsverordnung  vom  5.  Mai  1999  für  die  Bundeskanzlei  (AS  1999 1757, nachfolgend: aOV­BK) sowie nach Anhörung des Vorstandes  der Vereinigung der Bundeshausjournalistinnen und ­journalisten von der  Vorinstanz selbst erlassen; sie löste die Akkreditierungs­Verordnung vom  21.  Dezember  1990  (AS  1991  210,  nachfolgend:  Akkreditierungs­ Verordnung) ab. Die MAkkV als Verordnung der Bundeskanzlei steht auf  derselben  Regelungsstufe  wie  eine  Departementsverordnung,  denn  Bundeskanzlei  und  Departemente  haben  in  der  Organisation  der  zentralen Bundesverwaltung den gleichen Rang (vgl. Art. 7 Abs. 1 Bst. a  der  Regierungs­  und  Verwaltungsorganisationsverordnung  vom  25. November 1998 [RVOV, SR 172.010.1]). Art. 8 aOV­BK lautete:  "Die  Bundeskanzlei  ist  zuständig  für  die  Akkreditierung  der  Bundeshausjournalisten und ­journalistinnen." Art. 8 aOV­BK erwähnte die Rechtsetzungskompetenz der Bundeskanzlei  nicht  explizit.  Da  diese  Bestimmung  im  Zeitpunkt  des  Erlasses  der  angefochtenen Verfügung nicht mehr  in Kraft  stand, kann offen bleiben,  ob  damit  eine  Rechtsetzungskompetenz  an  die  Vorinstanz  subdelegiert  wurde oder ob die Vorinstanz dadurch lediglich als zuständig zum Erlass  von Verfügungen  im Bereich  der Akkreditierungen  erklärt wurde.  Selbst  wenn  von  einer  Delegation  der  Rechtsetzungskompetenz  ausgegangen  würde,  wäre  diese  mit  der  Aufhebung  der  aOV­BK  mit  Wirkung  ab  1. Januar 2009 weggefallen. 3.2.6.  Am  1.  Januar  2009  wurde  die  totalrevidierte  Organisationsverordnung  für  die  Bundeskanzlei  vom  29.  Oktober  2008  (OV­BK, SR 172.210.10) in Kraft gesetzt. Diese enthält keine Art. 8 aOV­ BK vergleichbare Bestimmung; der Begriff der Akkreditierung wird  in der 

C­6123/2009 OV­BK  nicht  erwähnt.  Der  Akkreditierung  in  thematischer  Hinsicht  am  nächsten kommt Art. 7 Abs. 3 OV­BK mit folgendem Wortlaut:  "Sie [die Bundeskanzlei] betreibt das Medienzentrum Bundeshaus." Weder der Wortlaut  ("betreibt",  französisch  "gère",  italienisch  "gestisce")  noch  die  Systematik  von  Art.  7  Abs.  3  OV­BK  (Unterstützung  der  Departemente  und  Bundesämter  bei  der  Wahrnehmung  ihrer  Kommunikationsaufgaben [Art. 7 Abs. 1 OV­BK], Pflege des einheitlichen  Erscheinungsbildes der Bundesverwaltung [Art. 7 Abs. 2 OV­BK], Betrieb  des Politforums Käfigturm zusammen mit den Parlamentsdiensten [Art. 7  Abs. 4 OV­BK] und Vertretung der  Interessen der Departemente bei der  Parlamentsbibliothek  [Art.  7  Abs.  5  OV­BK])  weist  darauf  hin,  dass  die  Vorinstanz durch diese Bestimmung zum generell­abstrakten Erlass von  Bewilligungsvoraussetzungen berechtigt werden sollte. Art. 7 Abs. 3 OV­ BK  genügt  daher  nicht  als  Subdelegationsnorm  zum  Erlass  von  rechtsetzenden  Bestimmungen  im  Bereich  der  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung von Medienschaffenden.  3.3.  Zusammenfassend  ist  festzuhalten,  dass  eine  spezifische  Rechtsgrundlage  für  den  Erlass  von  Akkreditierungs­  und  Zutrittsvorschriften  für  Medienschaffende  auf  Stufe  Bundesgesetz  nicht  notwendig  ist.  Mit  Blick  auf  die  Tatsache,  dass  das  Hausrecht  des  Bundes in seinen Gebäuden durch Art. 62f RVOG auf formellgesetzlicher  Ebene  verankert  ist,  kann  die  Regelung  der  Akkreditierung  und  des  Zutritts von Medienschaffenden  in einer Bundesratsverordnung erfolgen.  Es  ist  daher  erforderlich,  dass  entweder  der  Bundesrat  selbst  diese  Vorschriften erlässt,  oder dass er  die entsprechende Kompetenz an die  Vorinstanz  subdelegiert;  beides  ist  vorliegend  nicht  erfolgt.  Angesichts  der  grundrechtlichen  Relevanz  der  Zutrittsmöglichkeit  zum  Medienzentrum  Bundeshaus  und  zum  Parlamentsgebäude  für  Medienschaffende ist eine Regelung auf Departementsstufe, welche sich  nicht auf eine hinreichende Grundlage  im übergeordneten Recht stützen  kann, mit dem Gesetzmässigkeitsprinzip nicht vereinbar.  Aus den genannten Gründen kommt das Bundesverwaltungsgericht zum  Schluss,  dass  die MAkkV  und  damit  auch  die  angefochtene  Verfügung  einer genügenden gesetzlichen Grundlage entbehrt. Die Beschwerde  ist  daher gutzuheissen, und die angefochtene Verfügung ist aufzuheben. 4.  Selbst wenn die MAkkV als gesetzliche Grundlage für die Abweisung des 

C­6123/2009 Zutrittsgesuchs genügen würde, wäre die Beschwerde gutzuheissen und  zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zurückzuweisen, wie die folgenden  Ausführungen zeigen.  Im  Zusammenhang  mit  der  Totalrevision  des  Akkreditierungsrechts  für  Medienschaffende  beschloss  der Bundesrat  eine  restriktivere Praxis  bei  der  Erteilung  von  Akkreditierungen,  wobei  nicht  akkreditierte  Medienschaffende  die  Möglichkeit  einer  Zutrittsberechtigung  haben  sollten  (vgl.  THOMAS  SÄGESSER,  Die  Akkreditierung  von  Medienschaffenden  zur  Berichterstattung  aus  dem  Bundeshaus,  ZBl  2008  S.  177­199  [hiernach:  ZBl  2008],  S.  177).  Das  System,  wonach  Medienschaffende  entweder  als  akkreditierte  Journalisten  bzw.  Journalistinnen  oder  als  weitere  Medienschaffende  Zutritt  zu  den  Informationsräumlichkeiten des Bundeshauses erhalten können, bestand  allerdings  schon  unter  dem  alten  Recht.  Einschlägig  hinsichtlich  der  Voraussetzungen  waren  folgende  Bestimmungen  der  Akkreditierungs­ Verordnung: Art. 2 Voraussetzung zur Akkreditierung 1  Journalisten,  welche  im  Hauptberuf  aus  dem  Bundeshaus  für  in  der Schweiz produzierte Medien berichten, erhalten von der Bundes­ kanzlei auf Gesuch hin eine Akkreditierung. 2 Als hauptberuflich  tätig gelten diejenigen Journalisten, welche min­ destens  80 %  ihres  Erwerbs­Einkommens  aus  ihrer  journalistischen  Tätigkeit im Bundeshaus verdienen. 3  Journalisten,  welche  die  Voraussetzungen  der  Absätze  1  und  2  nicht  erfüllen,  können  von  der  Bundeskanzlei  auf  begründetes  Ge­ such  hin  nur  akkreditiert  werden,  sofern  sie  nachweisen,  dass  sie  regelmässig  aus  dem  Bundeshaus  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien berichten wollen und dafür eine Akkreditierung benötigen. Art. 3 Zutritts­Berechtigte 1  Alle  Journalisten,  welche  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien  berichten,  haben  Zutritt  zu  den  Informationsräumen  des  Bundeshauses,  soweit  es  die  Ausübung  des  Berufes  erfordert.  Bei  Bedarf kann die Bundeskanzlei auf Gesuch hin einen Zutritts­Ausweis  ausstellen. 2 (...) Art. 8 Ausweise und Dauer

C­6123/2009 1 Die Bundeskanzlei  akkreditiert  Journalisten  jeweils  bis  Jahresende  und stellt ihnen einen Ausweis aus. 2  Die  Gültigkeit  des  Akkreditierungs­Ausweises  wird  von  der  Bun­  deskanzlei  jeweils um ein Jahr verlängert,  sofern die  in den Artikeln  2 oder 4 genannten Voraussetzungen immer noch erfüllt sind. 3 Der Zutritts­Ausweis verliert  seine Gültigkeit, wenn er nicht  jährlich  von der Bundeskanzlei erneuert wird. Demgegenüber lauten die entsprechenden Bestimmungen der MAkkV: 2. Abschnitt: Akkreditierung Art. 2 Voraussetzungen 1  Medienschaffende  werden  akkreditiert,  wenn  sie  hauptberuflich  journalistisch zum Zweck der  Information aus dem Bundeshaus  tätig  sind. 2  Hauptberuflich  journalistisch  tätig  ist  in  der Regel,  wer  im Umfang  von mindestens 60 Prozent einer Vollzeitstelle journalistisch tätig ist. 3  Als  journalistische  Tätigkeit  gilt  auch  die  fotografische  Berichterstattung.  Nicht  als  journalistische  Tätigkeiten  gelten  Verbandsarbeit, PR­ und Werbetätigkeiten. Art. 3­4 (...) Art. 5 Dauer 1 Die Akkreditierung gilt bis zum Ende einer Legislaturperiode. 2 Sie wird zu Beginn einer neuen Legislaturperiode erneuert. Art. 6 (...) 3. Abschnitt: Zutritt weiterer Medienschaffender Art. 7 Zutrittsberechtigung 1 Journalistisch tätige Medienschaffende, welche zur Ausübung ihres  Berufes  vorübergehend  Zutritt  zu  den  Informationsräumlichkeiten  im  Medienzentrum Bundeshaus oder  im Parlamentsgebäude benötigen,  können eine Zutrittsberechtigung beantragen. 2 (...) Art. 8­9 (...)

C­6123/2009 Art. 10 Dauer 1  Die  Zutrittsberechtigung  hat  eine  begrenzte  Gültigkeitsdauer  zwischen einem Tag und zwölf Monaten. 2  Sie  kann  auf  Gesuch  hin  verlängert  werden,  wenn  die  Voraussetzungen nach Artikel 7 weiterhin erfüllt sind. (...) 4.1.  4.1.1. Ein  Hauptunterschied  gegenüber  dem  alten  Recht  besteht  darin,  dass  in  der  MAkkV  die  Voraussetzungen  für  die  Akkreditierung  enger  gefasst sind, indem Art. 2 Abs. 3 der Akkreditierungs­Verordnung nicht in  die MAkkV übernommen wurde. Die Kategorie  jener Journalistinnen und  Journalisten,  welche  die  Voraussetzung  "im  Hauptberuf"  gemäss  Art.  2  Abs.  1  der  Akkreditierungs­Verordnung  (Anteil  der  Bundeshaus­ Berichterstattung  am  Erwerbseinkommen)  nicht  erfüllten  und  trotzdem  akkreditiert werden konnten, wenn sie nachweislich regelmässig aus dem  Bundeshaus  für  in  der  Schweiz  produzierte  Medien  berichteten,  wurde  aufgehoben. Nach dem neuen Recht sollte diese Gruppe berechtigt sein,  eine (zeitlich beschränkte) Zutrittsberechtigung zu erhalten. 4.1.2. Ein  weiterer  Unterschied  liegt  darin,  dass  die  Voraussetzung  der  hauptberuflichen  journalistischen  Tätigkeit,  welche  in  Bezug  auf  die  Akkreditierung sowohl im alten als auch im neuen Recht statuiert ist (vgl.  Art. 2 Abs. 1 der Akkreditierungs­Verordnung bzw. Art. 2 Abs. 1 MAkkV),  in der revidierten Fassung anders und zudem enger umschrieben wird als  in der ursprünglichen Fassung. Nach  Art.  2  Abs.  2  der  Akkreditierungs­Verordnung  war  das  Element  "hauptberuflich"  erfüllt,  wenn  80 %  des  jeweiligen  Erwerbseinkommens  aus  der  journalistischen  Tätigkeit  im  Bundeshaus  stammten.  Demgegenüber  liegt  gemäss  Art.  2  Abs.  2 MAkkV  eine  hauptberufliche  Tätigkeit  vor,  wenn  60 %  einer  Vollzeitstelle  für  die  journalistische  Tätigkeit im Bundeshaus aufgewendet werden. Das  Element  "journalistisch"  wurde  in  der  Akkreditierungs­Verordnung  nicht  definiert.  Neu  erklärt  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  ausdrücklich  die  fotografische  Berichterstattung  als  journalistische  Tätigkeit  im  Sinn  der  Verordnung und schliesst Verbandsarbeit, PR­ und Werbetätigkeiten vom  Begriff  der  journalistischen  Tätigkeit  aus.  Unklar  ist,  ob  diese  Einschränkung  auch  auf  die  Zutrittsberechtigung  nach  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  anwendbar  ist.  In  der  Literatur  wird  die  Frage  bejaht,  die 

C­6123/2009 resultierende Lösung jedoch als problematisch eingestuft (vgl. SÄGESSER,  ZBl 2008, S. 185). 4.2.  In  der  Folge  ist  zu  prüfen,  ob  die  Definition  des  Begriffs  "journalistisch" in Art. 2 Abs. 3 MAkkV sich nur auf Art. 2 Abs. 1 MAkkV,  d.  h.  auf  die  Akkreditierung  bezieht,  wie  der  Beschwerdeführer  geltend  macht,  oder  ob  diese  Einschränkung  analog  anzuwenden  ist  auf  die  Zutrittsberechtigung  weiterer  Medienschaffender  nach  Art.  7  Abs.  1  MAkkV.  Die Vorinstanz beantwortet diese Frage nicht eindeutig. Sie begründet die  Verfügung  vom  28.  August  2009  u.  a.  folgendermassen: Mit  Schreiben  vom 5. März 2009 sei der Beschwerdeführer auf die Voraussetzungen für  die  Erteilung  eines  Zutrittsausweises  aufmerksam  gemacht  worden.  Gemäss  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  müsse  die  Tätigkeit  als  Journalist  nachgewiesen  werden.  Es  sei  darauf  hingewiesen  worden,  dass  Verbandsarbeit, PR­ und Werbetätigkeiten  in  sinngemässer Anwendung  von  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  nicht  als  journalistische  Tätigkeiten  gelten  würden.  In  ihrer  Vernehmlassung  vom  17.  Dezember  2009  führt  die  Vorinstanz  jedoch  an,  sie  habe  den  Beschwerdeführer  in  ihrem  Schreiben  vom  5. März 2009 darauf aufmerksam gemacht, sie werde keine permanenten  Zutrittsausweise mehr  ausstellen  für  Personen,  die  zur  Ausübung  einer  Verbands­,  PR­  oder  ähnlichen  Tätigkeit  Zutritt  benötigten. Würde  eine  solche  Berechtigung  gewährt,  würde  die  Unterscheidung  in  der  Verordnung  umgangen  und  der  damit  verbundene  Zweck  vereitelt.  Die  Vorinstanz sei  jedoch bereit  zu prüfen, ob die Voraussetzungen  für den  vorübergehenden  Zutritt  erfüllt  seien,  sofern  der  Beschwerdeführer  die  gewünschte Dauer  der  Zutrittsberechtigung  (z.  B.  Dauer  einer  Session)  präzisiere. Damit  zieht  die Vorinstanz  sinngemäss  in Erwägung,  auf  die  angefochtene Verfügung zurückzukommen,  indem sie  sich bereit  erklärt  zu  prüfen,  ob  die  Voraussetzungen  der  Zutrittsberechtigung  teilweise  vorliegen.  Dies  hätte  sie  allerdings  bereits  bei  der  Instruktion  des  Gesuchs  tun  und  das  Gesuch  gegebenenfalls  teilweise  gutheissen  können. Ungereimt ist diese Erwägung auch deshalb, weil die Vorinstanz  am Ende der Vernehmlassung zum Schluss kommt, aus den genannten  Gründen sei die Beschwerde abzuweisen. 4.2.1. Mit Blick auf die Verordnungssystematik muss davon ausgegangen  werden,  dass  die  in  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  vorgenommene  Präzisierung 

C­6123/2009 des Begriffs "journalistisch" ausschliesslich auf Art. 2 Abs. 1 MAkkV und  damit  auf  die  Frage  der  Akkreditierung  Bezug  nimmt.  Wie  der  Beschwerdeführer  zutreffend  bemerkt,  ist  die  systematische  Trennung  der  beiden  Zutrittsformen  für  Medienschaffende  (Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung)  in  der  MAkkV  konsequent  durchgeführt.  Mit  Ausnahme  des  4.  Abschnitts,  in  dem  die  Ausstellung  des  Zutrittsausweises  an  die  akkreditierten  Medienschaffenden  und  die  weiteren  Zutrittsberechtigten  durch  die  Bundeskanzlei  geregelt  ist  (vgl.  Art.  12 MAkkV),  sind  sowohl  die materiellen Voraussetzungen  als  auch  die Verfahrensbestimmungen  in Bezug auf  die Akkreditierung  einerseits  und die Zutrittsberechtigung andererseits getrennt statuiert. Art. 2 Abs. 3  MAkkV hat keinen systematischen Konnex zu Art. 7 MAkkV; die einzige  Verbindung  ist  semantischer  Art,  indem  beide  Bestimmungen  das  Element "journalistisch tätig" enthalten.  4.2.2.  Ein  weiterer  Grund  für  die  dargelegte  Auslegung  liegt  in  der  inhaltlichen  Konzeption  der  Verordnung,  die  augenscheinlich  eine  Unterscheidung  zwischen  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung  bewirken  sollte.  Während  die  Akkreditierung  –  unter  Vorbehalt  von  Änderungen in den Voraussetzungen (vgl. Art. 4 MAkkV) – bis zum Ende  der  Legislaturperiode  gültig  ist  und  jeweils  erneuert  wird  (vgl.  Art.  5  MAkkV), wird die Zutrittsberechtigung  für maximal 12 Monate erteilt und  muss nach Ablauf der Gültigkeitsdauer erneut beantragt werden. Auch in  Bezug auf die Nutzung der Räumlichkeiten und sonstige Berechtigungen  unterscheiden  sich  Zutrittsberechtigung  und  Akkreditierung  erheblich.  Gemäss  Art.  11 MAkkV  kommen  Zutrittsberechtigte  in  den Genuss  der  Arbeitserleichterungen  nach Art.  6 Bst.  a  und  c MAkkV: Sie  können  an  allen  Veranstaltungen  teilnehmen,  welche  von  der  Regierung,  der  Verwaltung  oder  dem  Parlament  für  sie  durchgeführt  werden,  und  sie  haben  Zutritt  zu  allen  den Medienschaffenden  offenstehenden  Räumen  des  Medienzentrums  Bundeshaus  und  des  Parlamentsgebäudes.  Demgegenüber  geniessen  die  akkreditierten  Medienschaffenden  viel  weitergehende  Rechte,  sowohl  hinsichtlich  der  Bedienung  mit  Informationen  als  auch  der  Bereitstellung  von  Infrastrukturen  wie  Arbeitsplätze oder Postfächer (vgl. Art. 6 MAkkV). Da die Akkreditierung wie gezeigt mit weitreichenden Rechten verbunden  ist, dürfen an sie strengere Voraussetzungen geknüpft werden als an die  Zutrittsberechtigung. Die Vorinstanz weist  in  ihrer Duplik  darauf  hin,  die  Zutrittsberechtigung  sei  vor  allem  für  Personen  gedacht,  die  nicht  akkreditiert werden könnten. Würde für die Zutrittsberechtigung nach Art. 

C­6123/2009 7 Abs. 1 MAkkV das Erfordernis statuiert, es dürfe keine Verbandsarbeit,  PR­  oder Werbearbeit  vorliegen,  würde  einerseits  einer  grösseren  Zahl  Medienschaffender  der  (vorübergehende)  Zutrittsausweis  grundsätzlich  verweigert,  andererseits  bestünde  der  einzige  Unterschied  zur  Akkreditierung darin, dass diese eine mindestens 60 %­ige Tätigkeit zum  Zweck  der  Information  aus  dem  Bundeshaus  voraussetzt.  Ein  rein  quantitatives  Kriterium  als  einziges  Unterscheidungsmerkmal  erscheint  für die Abgrenzung der Akkreditierung von der Zutrittsberechtigung nicht  befriedigend. 4.2.3.  Schliesslich  gebietet  auch  die  Bedeutung  des  Medienzentrums  Bundeshaus  und  Parlamentsgebäude,  insbesondere Medienschaffende,  die  für einen Verband oder eine Interessengemeinschaft  tätig sind, nicht  grundsätzlich  von  der  Zutrittsberechtigung  auszuschliessen,  zumal  sie  nach dem alten Recht akkreditiert werden konnten (vgl. Art. 2 Abs. 3 der  Akkreditierungs­Verordnung;  SÄGESSER,  ZBl  2008,  S.  185).  Dies  muss  umso  mehr  gelten,  als  die  Abgrenzung  zwischen  Verbandsarbeit,  PR­  und  Werbetätigkeit  einerseits  und  "reiner"  journalistischer  Tätigkeit  andererseits  im  Einzelfall  schwierig  sein  kann.  Die  teleologische  und  historische  Auslegung  führt  somit  zum  gleichen  Resultat  wie  die  systematische Auslegung.  4.2.4.  Als  Zwischenfazit  ist  daher  festzuhalten,  dass  für  eine  sinngemässe  Anwendung  von  Art.  2  Abs.  3  MAkkV  auf  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  kein  Anlass  besteht.  Somit  stellt  das  Vorliegen  von  Verbandsarbeit, PR­ oder Werbetätigkeit nach der MAkkV, wie sie nach  der  vorstehenden  Auslegung  verstanden  werden  muss,  kein  grundsätzliches  Hindernis  für  die  Erteilung  einer  Zutrittsberechtigung  nach Art. 7 Abs. 1 MAkkV dar. Aus diesem Grund kann vorliegend offen  bleiben,  ob  die  vom  Beschwerdeführer  ausgeübte  Tätigkeit  als  Verbandsarbeit einzustufen ist oder nicht.  4.3.  Schliesslich  stellt  sich  die  Frage  der  notwendigen  Dauer  der  Zutrittsberechtigung. Der Beschwerdeführer hat die maximale Dauer von  12  Monaten  beantragt  und  zum  Nachweis  der  Notwendigkeit  die  Bestätigung  seines  Arbeitgebers  vom  14.  April  2009  (act.  5)  vorgelegt,  wonach er zu 100 % für die LID­Redaktion tätig sei. Welcher Anteil dabei  der Berichterstattung aus dem Bundeshaus zukommt, wird dort allerdings  nicht  gesagt.  Die  Vorinstanz  hält  dafür,  die  Zutrittsberechtigung  sei  nur  punktuell  notwendig,  nämlich  bei  der  Behandlung  von  vorwiegend  landwirtschaftlichen  Geschäften.  Der  Beschwerdeführer  habe  wohl 

C­6123/2009 regelmässigen, aber nicht dauernden Gebrauch von seinem Zutrittsrecht  gemacht. 4.3.1.  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  sieht  den  Fall  der  regelmässig  wiederkehrenden Notwendigkeit des Zutritts nicht ausdrücklich vor. Zwar  ist auch der regelmässige Zutritt  jeweils nur vorübergehend, solange die  Frequenz  nicht  ein  gewisses  Mass  überschreitet  und  eine  dauerhafte  Zutrittsberechtigung erforderlich macht. Nach der Literatur  ist der Begriff  "vorübergehend"  in  Art.  7  Abs.  1  MAkkV  jedoch  im  Sinn  von  "gelegentlich"  oder  "sporadisch"  zu  verstehen: Gedacht wurde dabei  an  "Personen, die nur sehr sporadisch im Sinne einer Fachberichterstattung  oder bei besonderen Ereignissen wie bspw. Bundesratswahlen aus dem  Bundeshaus  berichten  und  daher  das  für  eine  Akkreditierung  erforderliche  Kriterium  der  Hauptberuflichkeit  nicht  erfüllen"  (vgl.  SÄGESSER,  ZBl  2008,  S.  193).  Die  Gruppe  jener  Medienschaffenden,  welche einen permanenten Zutritt benötigt, ohne akkreditiert zu sein, wird  weder  im  Normtext  noch  in  der  Literatur  erwähnt,  obwohl  nach  dem  revidierten  Recht  gerade  diese  Gruppe  die  Möglichkeit  einer  Zutrittsberechtigung  erhalten  sollte  (vgl.  SÄGESSER,  ZBl  2008,  S.  193).  Indem aber die MAkkV eine vorübergehende Zutrittsberechtigung von bis  zu  12  Monaten  vorsieht,  bleibt  dennoch  Raum  für  Fälle,  in  denen  der  Zutritt nicht nur sporadisch, sondern wiederkehrend notwendig ist. Dieser  Raum  muss  für  die  Gruppe  der  weiteren  Medienschaffenden,  welche  nicht akkreditiert sind und dennoch keinen sporadischen, sondern einen  permanenten Zutritt benötigen, zur Verfügung stehen. 4.3.2.  Die  Vorinstanz  betont  in  ihrer  Duplik  vom  2.  März  2010,  die  Befristung der Zutrittsberechtigung  sei  im Zusammenhang zu sehen mit  dem Gebrauch, der von der Zutrittsberechtigung gemacht werde. Es gehe  im  Kern  also  nicht  darum,  wie  die  Landwirtschaftsfragen  im  Parlament  oder  in  der  Bundesverwaltung  behandelt  würden,  sondern  darum,  welcher  Gebrauch  von  der  beantragten  Zutrittsberechtigung  gemacht  werde  bzw.  gemacht  werden  würde.  Aufgrund  der  eingereichten  Beweismittel  und  der  Beschwerde  sei  die  Vorinstanz  zum  Schluss  gekommen, dass dieser Gebrauch  im Fall  des Beschwerdeführers nicht  Grundlage  für  eine  zwölfmonatige,  sondern  für  eine  vorübergehende  Zutrittsberechtigung bilde.  Diese Begründung vermag aus zwei Gründen nicht zu überzeugen. Zum  Einen  ist  nicht  nachvollziehbar,  warum  die  Häufigkeit  der 

C­6123/2009 landwirtschaftlichen Debatten im Bundeshaus im vorliegenden Fall keinen  Rückschluss auf die Notwendigkeit des Zutritts erlauben sollten. Zum  Anderen  ist  darauf  hinzuweisen,  dass  eine  zwölfmonatige  Zutrittsberechtigung gemäss Art. 10 Abs. 1 MAkkV in Verbindung mit Art.  7 Abs. 1 MAkkV als vorübergehend gilt, woran auch die in Art. 10 Abs. 2  MAkkV vorgesehene Verlängerungsmöglichkeit nichts ändert. Die von der  Vorinstanz  geäusserte  Gefahr  der  Vereitelung  des  Unterschieds  zwischen  Akkreditierung  und  Zutrittsberechtigung  ist  in  den  jeweiligen  Voraussetzungen in der MAkkV selbst angelegt.  4.3.3. Aus dem Gesagten ergibt sich, dass der Sachverhalt in Bezug auf  die  Häufigkeit  und  Dauer  der  notwendigen  Besuche  des  Beschwerdeführers  im  Medienzentrum  Bundeshaus  und  die  damit  verbundene Frage,  für welchen Dauer eine Zutrittsberechtigung gewährt  werden  kann,  zu  wenig  abgeklärt  erscheint.  Der  Vorinstanz  steht  als  Betreiberin des Medienzentrums Bundeshaus (vgl. Art. 7 Abs. 3 OV­BK)  grundsätzlich  ein  weites  Ermessen  in  Bezug  auf  die  Nutzung  der  betreffenden Räumlichkeiten zu. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass  sich das Ermessen der Verwaltung an den Normen des objektiven Rechts  orientieren  muss  und  folglich  eine  auf  grundsätzlichen  Überlegungen  basierende  generelle  Nichtgewährung  der  maximalen  Zutrittsdauer  von  12  Monaten  gemäss  Art. 10  Abs. 1  MAkkV  eine  Ermessensunterschreitung  darstellen  würde  (vgl.  dazu  BENJAMIN  SCHINDLER,  Kommentar  zum  Bundesgesetz  über  das  Verwaltungsverfahren  [VwVG], Zürich  / St. Gallen 2008, Art.  49, Rz.  26  am  Ende;  ANDRÉ  MOSER  /  MICHAEL  BEUSCH  /  LORENZ  KNEUBÜHLER,  Prozessieren  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht,  Basel  2008,  Rz. 2.185).  In  diesem  Sinn  obliegt  es  der  verfügenden  Behörde,  ihr  Ermessen pflichtgemäss auszuüben. 5.  Aufgrund dieses Ergebnisses erübrigt sich die Behandlung der Rüge, die  Vorinstanz  habe  mit  der  angefochtenen  Verfügung  ihre  Begründungspflicht und damit den Anspruch des Beschwerdeführers auf  rechtliches Gehör verletzt. Ebenfalls nicht zu prüfen ist die Frage, ob der  Beschwerdeführer  zu  Recht  ein  Zutrittsrecht  zum  Medienzentrum  Bundeshaus und Parlamentsgebäude aus dem BGÖ ableitet. Schliesslich  kann  ausgangsgemäss  auf  die  beantragte  Einvernahme  der  Zeugen  verzichtet werden.

C­6123/2009 6.  Bei  diesem  Ausgang  des  Verfahrens  sind  dem  obsiegenden  Beschwerdeführer gemäss Art. 63 Abs. 1 VwVG keine Verfahrenskosten  zu  auferlegen.  Der  einbezahlte  Kostenvorschuss  von  Fr.  500.­  ist  dem  Beschwerdeführer  zurückzuerstatten.  In  Anwendung  von Art.  63  Abs.  2  VwVG sind auch der Vorinstanz keine Verfahrenskosten zu auferlegen.  Dem  obsiegenden,  nicht  vertretenen  Beschwerdeführer  wird  in  Anwendung  von  Art.  7  Abs.  4  des  Reglements  vom  21. Februar  2008  über  die  Kosten  und  Entschädigungen  vor  dem  Bundesverwaltungsgericht  (VGKE,  SR  173.320.2])  keine  Parteientschädigung zugesprochen.

C­6123/2009 Demnach erkennt das Bundesverwaltungsgericht: 1.  Die  Beschwerde  wird  im  Sinn  der  Erwägungen  gutgeheissen,  und  die  Verfügung vom 28. August 2009 wird aufgehoben. 2.  Es  werden  keine  Verfahrenskosten  erhoben.  Der  geleistete  Kostenvorschuss  von  Fr. 500.­  wird  dem  Beschwerdeführer  zurückerstattet. 3.  Es wird keine Parteientschädigung zugesprochen. 4.  Dieses Urteil geht an: – den Beschwerdeführer (Gerichtsurkunde) – die Vorinstanz (Ref­Nr.[…]; Gerichtsurkunde) Die vorsitzende Richterin: Die Gerichtsschreiberin: Franziska Schneider Susanne Genner Rechtsmittelbelehrung: Gegen  diesen  Entscheid  kann  innert  30 Tagen  nach  Eröffnung  beim  Bundesgericht,  1000  Lausanne  14,  Beschwerde  in  öffentlich­rechtlichen  Angelegenheiten  geführt  werden  (Art. 82  ff.,  90  ff.  und  100  des  Bundesgerichtsgesetzes  vom  17. Juni  2005  [BGG,  SR  173.110]).  Die  Rechtsschrift ist in einer Amtssprache abzufassen und hat die Begehren,  deren Begründung mit Angabe der Beweismittel  und die Unterschrift  zu  enthalten. Der angefochtene Entscheid und die Beweismittel sind, soweit  sie der Beschwerdeführer in Händen hat, beizulegen (Art. 42 BGG). Versand:

C-6123/2009 — Bundesverwaltungsgericht 20.06.2011 C-6123/2009 — Swissrulings